Immer samstags schauen wir im Nachrichtenpodcast “Was jetzt?” auf die Geschichten hinter den Nachrichten: In Reportagen, Interviews und mit Stimmen aus der Community erzählen wir, wie es den Menschen im Ahrtal ein Jahr nach der Flut geht, warum die Pflege in Deutschland so unterbesetzt ist oder warum der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine anhält. In diesem Feed finden Sie alle unsere Spezialausgaben von “Was jetzt?”. Denn die Hintergründe bleiben interessant, auch wenn die Schlagzeilen sich ändern.
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"Hauptsache, ich wähl die AfD und nicht das andere Gelumpe!"
Episode 144
Saturday, August 31, 2024 • Duration 37:27
Plauen liegt da, wo Deutschland einen Knick nach rechts macht.
Geografisch gesehen, aber auch politisch. Im Südwesten Sachsens, in der
fünftgrößten Stadt des Bundeslandes, leben rund 64.000 Menschen. Bei der
Europawahl im Juni haben 32 Prozent die AfD gewählt. Keine andere Partei
hat mehr Stimmen erhalten. Auch bei der Landtagswahl am 1. September
könnte die AfD gewinnen.
Viele Menschen haben dieses Jahr zum ersten Mal die AfD gewählt. Isabel
zum Beispiel. Das Vertrauen in die Politik hat sie schon lange
verloren. Sie will einfach ihre Ruhe. Frieden, keinen Krieg. Vor einem
Jahr hat sie noch ausgeschlossen, die AfD zu wählen. "Also mit denen
geht es uns nicht besser. Definitiv nicht", hat sie damals gesagt. Aber
seitdem hat sich etwas verändert. Bei der Europawahl und den
Kommunalwahlen hat Isabel die AfD gewählt, erzählt sie. Dabei kann sie
sich mit kaum einem Politiker der Partei identifizieren. Warum wählt sie
eine Partei, die in Sachsen als gesichert rechtsextrem gilt?
Kassem Taher Saleh schätzt Plauen und dessen Einwohner sehr. Sie hätten
ihn zu dem gemacht, der er heute sei. Ein Grünenpolitiker mit einer
Persönlichkeit, die stark sei, "resistent und mit einem gewissen Fell
überzogen". Taher Saleh wurde im Irak geboren, aufgewachsen ist er in
der sächsischen Stadt. Heute sitzt er für die Grünen im Bundestag. Die
Partei gilt für viele Menschen in Sachsen als Feindbild. Wenn Taher
Saleh mit Leuten aus Plauen über Politik ins Gespräch kommt, spürt auch
er den Unmut über die Unterstützung der Ukraine. Da, sagt er, habe auch
seine Partei einen Fehler gemacht, nicht genügend kommuniziert. Auch
sein Fußballtrainer, der ihn sehr geprägt hat, wählt inzwischen AfD.
"Der ist ein super Typ, der extrem große und viele soziale Kompetenz
hat." Wie will er Menschen wie ihn überzeugen, nicht die AfD zu wählen?
Wer sind die Menschen, die einer gesichert rechtsextremistischen Partei
ihre Stimme geben wollen? Und was befürchten diejenigen, die zu der
Mehrheit gehören, die nicht die AfD wählt? Um das herauszufinden, sind
Pia Rauschenberger und Ann-Kristin Tlusty nach Plauen gefahren.
Moderation und Produktion: Pia Rauschenberger
Redaktion: Elise Landschek
Mitarbeit: Paulina Kraft
Fragen, Kritik, Anregungen? Sie erreichen uns unter wasjetzt@zeit.de.
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Podcast-Empfehlung 5: Bücher von Wolfgang Schäuble bis Susan Sonntag (Was liest du gerade?)
Episode 143
Saturday, August 24, 2024 • Duration 55:31
Wir machen Sommerpause mit den Was jetzt?-Spezialfolgen. Aber wir
möchten die Zeit nutzen, um Ihnen andere schöne Dinge zum Hören zu
empfehlen: Deshalb veröffentlichen wir hier unsere Lieblingsfolgen aus
anderen ZEIT-Podcasts.
Dieses Mal empfiehlt Was jetzt?-Host Mounia Meiborg den Bücherpodcast
"Was liest du gerade?" mit einer Folge über Sachbücher: Darin reden Maja
Beckers und Alexander Cammann über die Autobiografie von Wolfgang
Schäuble und das spezielle Genre der Politikermemoiren. Und sie
besprechen eine Essay-Sammlung von Susan Sonntag aus den 70er Jahren und
diskutieren darüber, was man aus 50 Jahre altem Feminismus für die
Gegenwart lernen kann.
Ab dem 31.8. erscheinen samstags wieder reguläre Was
jetzt?-Spezialfolgen. Sie erreichen uns jederzeit unter wasjetzt@zeit.de
.
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WHITE – Geständnis eines Neonazis (Folge 1/9)
Episode 133
Saturday, June 22, 2024 • Duration 34:42
Das ist die erste Folge von "WHITE – Geständnis eines Neonazis". Ein
Doku-Podcast der ZEIT, in dem wir die Geschichte von Mike Kent erzählen.
Einem Ex-Neonazi aus Arizona, der unserem Reporter mitten im Interview
einen Mord gestanden hat. "Was ich dir gerade erzählt habe, weiß
niemand", sagte er. So ging alles los: Zwei Reporter, drei Jahre, neun
Folgen. Die ganze Geschichte gibt es unter www.zeit.de/white
Die nächste Folge von WHITE, Folge 2: "Was ich dir gerade erzählt habe,
weiß niemand", gibt es hier. Und hier finden Sie alle neun Folgen des
Podcasts.
Schreiben Sie der Redaktion an podcast@zeit.de.
Moderation und Skript: Bastian Berbner und Amrai Coen
Produktion: Pia Rauschenberger, Ole Pflüger
Redaktion: Pia Rauschenberger, Ole Pflüger und Constanze Kainz
Sounddesign: Alexander Krause, Bony Stoev
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Katar – Schlaraffenland mit Schattenseiten (17.9.2022)
Episode 42
Saturday, September 17, 2022 • Duration 44:43
Katar ist unglaublich reich. Die Hauptstadt Doha glänzt und funkelt. In
wenigen Monaten wird Katar Gastgeber für eines der größten
Sportereignisse sein: die Fußball-Weltmeisterschaft.
Aber was ist das für ein Land, in dem vor wenigen Jahrzehnten noch der
Perlenhandel eine wichtige Einnahmequelle war? Ein Land, das nun
unglaublichen Reichtum angesammelt hat durch Öl und Gas? Ein Land, das
den Namen Qatar bei Sportveranstaltungen auf der ganzen Welt auf Banden
und Trikots schreiben lässt? Darum geht es in unserem neuen Podcast
"Geld Macht Katar", der zusammen mit der ARD entstanden ist.
In dieser Langfolge von "Was jetzt?" hören Sie die erste Folge von "Geld
Macht Katar". Vorab erzählt Yassin Musharbash aus dem
Investigativressort der ZEIT, der an der Recherche beteiligt war, wie es
zu dem Projekt kam, was Katars globale Strategie ist – und warum wir uns
für dieses kleine Land interessieren sollten.
Moderation und Produktion: Mounia Meiborg Redaktion: Moses Fendel
"Geld Macht Katar"-Moderation und Skript: Lena Petersen "Geld Macht
Katar"-Team: Pune Djalilevand, Yassin Musharbash und Benedikt Nabben
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Undercover in der Welt der Klimalabels (10.9.2022)
Episode 41
Saturday, September 10, 2022 • Duration 30:18
Wer mit offenen Augen durch Supermärkte und Einkaufsstraßen geht, kommt
an Klimalabels seit einigen Jahren nur noch schwer vorbei: Sie schmücken
Hautcremes, Sneaker oder Dosenthunfisch. Start-ups wie Großkonzerne
werben mit Siegeln, die suggerieren, dass ihre Produkte "klimaneutral"
hergestellt seien. Hinter diesen Labels steht eine boomende Branche aus
Beratungsfirmen, die den Unternehmen gegen Gebühr einen grünen Anstrich
verspricht, aber selbst weitgehend intransparent arbeitet.
Astrid Geisler, Redakteurin im Investigativteam von ZEIT ONLINE, und
Hannah Knuth aus dem Wirtschaftsressort der ZEIT wollten mehr über diese
Firmen und ihre Arbeit herausfinden und haben sich in den vergangenen
Monaten mit einem erfundenen Blumengeschäft bei mehreren Anbietern um
Klimaneutral-Labels beworben.
Im Samstagsspezial des Nachrichtenpodcasts Was jetzt? mit Jannis
Carmesin berichten die beiden von ihrer Recherche zum Geschäft mit der
Klimakrise und unserem ökologischen Gewissen, an deren Ende klar ist:
Damit die Labels dem Klima zugutekommen, statt ihm zu schaden, braucht
es strenge Kontrollen und verbindliche Standards.
Moderation und Produktion: Jannis Carmesin
Redaktion: Mounia Meiborg
Recherche: Astrid Geisler, Hannah Knuth
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Transparenzhinweis: Die ZEIT-Verlagsgruppe lässt seit 2019 ihren
Corporate Carbon Footprint auf der Basis des Greenhouse Gas Protocol von
der Firma KlimAktiv berechnen. Der TÜV Rheinland hat im Sommer die
Angaben für das Jahr 2021 zusätzlich überprüft und zertifiziert. Ziel
der ZEIT-Verlagsgruppe ist es, bis 2025 klimaneutral zu werden, indem
Treibhausgase vermieden, reduziert oder kompensiert werden.
Links zur Folge:
- Klimalabel: Ein Strauß leerer Versprechen
- Klimaneutralität: Ist das wirklich klimaneutral?
- Greenwashing: Nur grün geschminkt?
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Atomkraft – Stresstest für die Bundesregierung (3.9.2022)
Episode 40
Saturday, September 3, 2022 • Duration 37:41
Vor rund zehn Jahren wurde der Ausstieg aus der Atomkraft beschlossen.
Bis Ende 2022 sollten die letzten Kraftwerke abgeschaltet werden. Ein
Zurück zur Atomenergie schien undenkbar – bis jetzt. Seit der Krieg in
der Ukraine begann, steckt Deutschland in einer Energiekrise: Russland
drosselt das Gas, die Preise steigen, das Heizen wird teurer und der
Winter kommt erst noch. Ist Atomkraft die Antwort auf die
Energieengpässe? Die Politik ist sich uneins.
Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) sagte, dass eine längere Laufzeit "Sinn
machen" könne. Die Union drängt auf einen Weiterbetrieb, die FDP schlägt
vor, die Laufzeit gleich bis 2024 zu verlängern. Und die Grünen, die
Antiatompartei? Sie schließen einen sogenannten Steckbetrieb erst mal
nicht aus. Vorher soll aber ein Stresstest Klarheit bringen. Vier
Übertragungsnetzbetreiber schätzen ein, ob eine Laufzeitverlängerung
dabei helfen würde, die stark gestiegenen Strompreise zu senken.
Welche Szenarien sind möglich? In dieser Spezialfolge von "Was Jetzt?"
spricht Host Pia Rauschenberger mit dem Politikredakteur von ZEIT ONLINE
Robert Pausch, was die Verlängerung der Atomkraftwerke bedeuten würde –
und wie wahrscheinlich sie ist. Wird die Debatte zu einem Stresstest für
die Bundesregierung?
Moderation und Produktion: Pia Rauschenberger
Mitarbeit: Alma Dewerny
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Das Trauma nach dem Taifun (27.8.2022)
Episode 39
Saturday, August 27, 2022 • Duration 34:38
Erdbeben, Vulkanausbrüche und katastrophale Stürme sind auf den
Philippinen keine Seltenheit. Ein Tropensturm hat sich aber besonders
ins kollektive Gedächtnis der Menschen eingebrannt. Der Taifun Haiyan,
auf den Philippinen Yolanda genannt, brachte 2013 Tod und Zerstörung:
Tausende Menschen verloren ihr Leben, Millionen wurden obdachlos. Kurze
Zeit später wurde aber auch klar, dass die Stürme nicht nur
unvorstellbare physische Schäden hinterlassen, sondern auch psychisches
Leid verursacht hatten.
In dieser Sonderfolge des Was-Jetzt?-Podcasts wollen wir über die
psychischen Folgen der Klimakrise sprechen. Denn viele Arten von
Naturkatastrophen werden häufiger auftreten, wenn es auf der Erde heißer
wird. In vielen Teilen der Welt ziehen Naturkatastrophen fast
zwangsläufig Wellen psychischer Leiden nach sich. Und was tun
Helferinnen und Helfer dagegen? Studien deuten zum Teil darauf hin, dass
nach Katastrophen bis zu 40-mal so viele Menschen unter psychischen
Folgen leiden wie unter physischen. Dafür hat Jakob Simmank, Leiter des
Ressorts Gesundheit bei ZEIT ONLINE, auf den Philippinen recherchiert –
ein Land, das wegen seiner geografischen Extremlage besonders von der
Klimakrise betroffen ist.
Die Psychologin Lyra Verzosa hat mit den Opfern von Naturkatastrophen
zusammengearbeitet, mit Waisenkindern und Eltern, die ihre Kinder
verloren haben. Sie erklärt in dieser Sonderfolge, warum nach
Naturkatastrophen viele psychische Erkrankungen erst entdeckt werden –
und wieso sie auf die Zusammenarbeit mit Dorfheilern, Schamanen und der
Kirche setzt.
Moderation und Produktion: Ole Pflüger
Redaktion: Pia Rauschenberger
Mitarbeit: Alma Dewerny
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Weitere Links zur Folge:
Taifun Haiyan: Philippiner kämpfen um ihr Leben
Klimawandel: Supertaifun Haiyan ist erst der Anfang
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Lichtenhagen: Wenn Rechtsextreme ausrasten, knickt der Staat ein (20.8.2022)
Episode 38
Saturday, August 20, 2022 • Duration 32:23
Vier Tage lang, vom 22. bis zum 26. August, randalierten Rechtsextreme
1992 vor der zentralen Aufnahmestelle für Asylbewerber in
Rostock-Lichtenhagen und stecken eine benachbarte in Brand. Angefeuert
und unterstützt wurden sie dabei von Tausenden Anwohnerinnen und
Anwohnern.
"Nie wieder" dürfe so etwas passieren, das war in den Jahren danach der
Tenor in der Politik – und das Leitmotiv der Gedenkkultur. Und doch war
die rechte Gewalt nie weg: Die Morde des sogenannten NSU, Hanau, München
und Halle sind nur einige Beispiele. Und auch Demonstrationen, bei denen
Rechtsextreme und Bürgertum gemeinsam marschierten, hat es wieder
gegeben – von Pegida bis zu den Querdenkern.
Christian Bangel, politischer Autor bei ZEIT ONLINE, analysiert in
dieser Wochenend-Sonderausgabe von "Was jetzt?", wie es dazu kommen
konnte. Außerdem sprechen wir über die Vorgeschichte des Pogroms von
Lichtenhagen: Wie Medien und Politik im Vorfeld die Stimmung angeheizt
hatten, warum Warnungen nicht ernst genommen worden waren – und wie die
Opfer des Pogroms auch hinterher noch missachtet wurden.
Moderation: Elise Landschek
Produktion: Jannis Carmesin
Mitarbeit: Ole Pflüger, Alma Dewerny
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Ukraine-Krieg: “Von meinem alten Leben ist nichts mehr übrig” (13.08.2022)
Episode 37
Saturday, August 13, 2022 • Duration 39:05
Seit etwa sechs Monaten führt Russland einen Angriffskrieg gegen die
Ukraine. In dieser Sonderausgabe unseres Nachrichtenpodcasts "Was
Jetzt?" kommen vier Menschen aus der Ukraine zu Wort, die in und mit dem
Krieg leben müssen. Sie erzählen von ihren Erfahrungen an der Front, vom
Kiewer Alltag und ihrer Suche nach einem neuen Leben.
Timur ist Mitte 20 und hat bis zum Kriegsausbruch elektronische Musik
produziert. Er hatte sich freiwillig als Soldat gemeldet, ist aber nach
Monaten im Krieg müde und enttäuscht. Blossom ist für ihr Studium vor
anderthalb Jahren aus Nigeria nach Kiew gezogen. Dieses Studium war
Blossoms Weg zu einem Uniabschluss, doch jetzt scheint der kaum
erreichbar. Sie berichtet von der Ungewissheit, ihr Studium fortsetzen
zu können, warum sie Deutschland verlassen musste und wie sie auf ihrer
Flucht immer wieder rassistische Anfeindungen erlebt hat. Dmytro
erklärt, wie er sich an den Krieg gewöhnt hat und welche Momente
plötzlich eine größere Bedeutung im Leben einnehmen. Er hat in den
ersten Kriegswochen noch versucht, eine Lieferkette für Medikamente
aufzubauen. Mittlerweile arbeitet er wieder als Filmemacher. Und
schließlich Irina, eine pensionierte Buchhalterin. Sie erzählt von den
früher belebten Plätzen in ihrer Heimatstadt, den Cafés und Parks in
Kramatorsk. Aber das war einmal. Die Stadt liegt seit Monaten mitten im
Kriegsgebiet. Ihre Nachbarinnen und Nachbarn sind geflohen, sie ist
geblieben. Was hält Irina in ihrer Stadt?
Timur, Dmytro und Blossom kennen sie bereits aus unserer ersten
Sonderfolge, in der sie uns mit ihren Geschichten einen Einblick in die
ersten dreieinhalb Wochen des Krieges gegeben haben.
Moderation und Produktion: Constanze Kainz
Redaktion: Pia Rauschenberger
Mitarbeit: Elisabeth Bauer, Andrea Backhaus und Malcolm Ohanwe
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Warum Nachtzüge glücklich machen (06.08.2022)
Episode 36
Saturday, August 6, 2022 • Duration 30:24
Weite Strecken über Nacht zurücklegen, schlafend das Klima schonen und
nebenbei vielleicht noch ein kleines Abenteuer erleben. Das versprechen
Nachtzüge – zumindest in der Theorie. Kein Wunder, dass sie in mehreren
europäischen Ländern seit ein paar Jahren eine Renaissance erleben.
Dabei war der Nachtzug in Deutschland vor ein paar Jahren schon so gut
wie tot. Ende 2016 stieg die Deutsche Bahn aus dem Geschäft aus und
begründete das unter anderem mit den schwierigen wirtschaftlichen
Rahmenbedingungen und angeblich fehlender Wirtschaftlichkeit. Einen Teil
des Nachtzugnetzes und auch der Schlaf- und Liegewagen übernahmen damals
die Österreichischen Bundesbahnen und brachten mit dem Nightjet ein
neues Konzept an den Start. Offensichtlich mit Erfolg: Inzwischen wächst
das europäische Netz wieder, fast jedes Jahr kommt eine neue Verbindung
hinzu.
Doch der Erfolg hat auch seine Schattenseiten. Denn längst nicht alle,
die gern mit dem Nachtzug reisen würden, können das auch einfach tun.
Auf manchen Verbindungen sind die Plätze im Schlaf- und Liegewagen
nämlich auf Wochen hinaus ausgebucht. Andere Verbindungen, die
jahrzehntelang zuverlässig funktioniert haben, sind eingestellt und es
ist ungewiss, ob und wann sie zurückkehren.
Für diese Sonderfolge von "Was jetzt?" hat sich
ZEIT-ONLINE-Podcastredakteur Moses Fendel im Schlafwagen auf die Reise
von Hamburg nach Zürich gemacht, um das Phänomen besser zu verstehen.
Was sind die Gründe für den derzeitigen Nachtzugboom? Welche Rolle
können sie im Kampf gegen die Klimakrise und für eine Mobilitätswende
spielen? Und was müsste passieren, damit Nachtzüge in Zukunft von so
vielen Menschen genutzt werden, dass sie innereuropäische Flugreisen
überflüssig machen?
Moderation und Produktion: Moses Fendel
Redaktion: Mounia Meiborg
Mitarbeit: Marc Fehrmann
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