Das Knie aufgeschlagen, drei Tage später sieht es schlimmer aus als am Anfang. Oder plötzlich erscheint eine gelbliche Kruste unter der Nase, die jeden Tag größer wird.
In dieser Folge erklärt Dr. D alles, was Eltern über bakterielle Hautinfektionen bei Kindern wissen müssen. Was ist Borkenflechte, wie erkennt man sie und wann reicht ein Antiseptikum – wann braucht es wirklich ein Antibiotikum?
Außerdem:
Warum Antibiotika-Salbe keine gute Idee ist, was Kinder mit Neurodermitis besonders gefährdet und wann eine Infektion zur echten Notaufnahme wird. Praktisch, klar und mit konkreten Produktempfehlungen für zu Hause.
Was ist Borkenflechte – und woran erkenne ich sie?
Borkenflechte, medizinisch Impetigo contagiosa, ist eine ansteckende Bakterienhautinfektion, meist durch Staphylokokken. Das Typische: erst ein kleiner roter Fleck, dann ein Bläschen, das platzt – und dann diese charakteristischen honiggelben Krusten, meist um Mund und Nase. Die Infektion breitet sich schnell aus und ist hochansteckend. Kinder im Kita-Alter sind am häufigsten betroffen, vor allem im Sommer und Herbst, wenn Haut durch Schwitzen, Mückenstiche und Stürze anfälliger ist. Bei Babys unter sechs Monaten gilt: noch am gleichen Tag zum Kinderarzt.
Was hilft wirklich – und was nicht
Hier räumt Dr. D mit einem weit verbreiteten Fehler auf:
Antibiotika-Salben sind bei Borkenflechte nicht empfohlen. Sie wirken nicht besser als Antiseptika, verursachen aber Resistenzen und Allergien. Die aktuelle Leitlinie ist eindeutig: erst Antiseptika wie Octenidin, Polyhexanid oder Chlorhexidin – und wenn das nicht reicht oder die Infektion schon ausgebreitet ist, ein orales Antibiotikum, das auch gegen Staphylokokken wirkt. Und wie lange? – nicht pauschal bis die Packung leer ist, sondern so lange, bis die Wunden abgetrocknet sind.