Wirtschaft im Osten ist der Podcast zur Lage in Ostdeutschland. Wir sprechen über den Wirtschaftsstandort, über Chancen und Herausforderungen und über Themen, die relevant sind.
Wirtschaft im Osten will informieren und inspirieren. Und motivieren, hinzuhören und hinzuschauen, was sich heute tut in den ostdeutschen Bundesländern. Zu Wort kommen Menschen aus Unternehmen und Wissenschaft, aus Verbänden und Politik. Und Gründer mit Ideen für eine gute Zukunft.
Wirtschaft im Osten ist ein unabhängiges Angebot des Leipziger Wirtschaftsjournalisten Wolfgang Brinkschulte.
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Kapital für Startups und Mittelstand
Monday, July 6, 2026 • Duration 50:39
Es geht um Geld, um Eigenkapital für Gründer und Startups und für mittelständische Unternehmen. Geld, damit sie weiter wachsen können.
Unternehmen in diesem Prozess zu unterstützen, ist der Auftrag der Leipziger CFH Management GmbH.
Das ist die zentrale Beteiligungsgesellschaft in Sachsen, die seit gut dreißig Jahren mit ihren Partnern und dem Freistaat gezielt in zukunftsträchtige Unternehmen investiert.
Damit spielt sie eine wichtige Rolle bei der Entwicklung des Wirtschaftsstandorts. Denn der ökonomische Fussabdruck kann sich sehen lassen.
Allein über den WMS, den Wachstumsfonds Mittelstand Sachsen, hat die CFH Unternehmen begleitet,
die für über sieben tausend Arbeitsplätze und einen Umsatz von 1,2 Mrd. Euro stehen.
Unter anderem darüber spreche ich mit Harald Rehberg, einem der drei Geschäftsführer der CFH Management GmbH.
Er ist ein ausgewiesener Experte im Beteiligungsgeschäft, insbesondere in der strategischen Wachstumsbegleitung von Unternehmen und darüberhinaus stellvertretender Vorstandssprecher des Bundesverbandes Beteiligungskapital.
Perspektiven für Sachsen-Anhalt
Sunday, June 28, 2026 • Duration 43:45
Marco Langhof, Arbeitgeberpräsident in Sachsen-Anhalt, zieht im Gespräch mit "Wirtschaft im Osten" eine sehr differenzierte Bilanz: auch wenn sich die Stimmung in der Wirtschaft nach Studien leicht aufhelle, sei das durch Konsolidierung, Stellenabbau und eine Industrie, die unter den höchsten Energiekosten aller Bundes-länder leide, hart errungen.
Im Ranking der energieintensivsten Industrien nach Bundesländern stehe Sachsen-Anhalt auf Platz zwei. Die meisten Arbeitsplätze hingen an energieintensiven Branchen.
Gleichzeitig sieht Langhof in Sachsen-Anhalt enormes Potenzial, das bislang häufig unterschätzt werde. Es verfüge über die produktivste Landwirtschaft Deutschlands, große Lithiumvorkommen, über die kaum jemand rede, und in Cochstedt das Drohnenerprobungszentrum. Hier gelte es, Wertschöpfung zu vertiefen und neue Produkte zu entwickeln.
Von besonderer Bedeutung seien die Industriestandorte. Sachsen-Anhalt sei Chemieland mit einem erheblichen Teil der Wertschöpfung. Berücksichtigen müsse man auch, dass es im Bundesland keine Konzernzentralen gebe. So würden eben die Entscheidungen „nicht hier“ getroffen. „Das würde uns natürlich enorm helfen, auch nur eine einzige davon hier zu haben“, sagt Langhof.
Daher sei es wichtig, dafür sorgen, dass die Entscheidungen, die anderswo getroffen würden, auf günstige Rahmenbedingungen träfen. Es gehe um die Frage, tauge der Standort Sachsen-Anhalt oder nicht, und da dürfe man nicht verlieren.
Im Wettbewerb der Hochlohnstandorte gegen die Bestlohnstandorte müsse man die richtigen Randbedingungen formen und an den Energiepreisen arbeiten. Auch die Frage der Innovationsentwicklung müsse man beantworten. So gehe es um eine geschickte Verknüpfung von Wissenschaft und Innovation und die Herausforderung, kleine Unternehmen groß zu machen.
Schließlich gebe es in Sachsen-Anhalt eine Reihe von Unternehmen mit mehreren tausend Beschäftigten, die „ganz still und bescheiden vor sich hingewachsen“ seien. Das müsse man vervielfältigen.
Auch wenn Intel nicht geklappt habe, habe man es geschafft, sich auf die Weltkarte der Technologie zu beamen. Dass Intel den Standort schon mal für gut befunden habe, zeige, was das Land tun könne.
Von der Bundespolitik zeigt sich Langhof enttäuscht. Scharf kritisiert er die aus seiner Sicht mangelnde Unterstützung seines Bundeslandes, gerade in Bezug auf die bevorstehende Landtagswahl. Gezielte Investitionen seien wünschenswert gewesen, doch nichts dergleichen sei zu sehen.
Zur Wahl selbst warnt Langhof vor wirtschaftsfeindlichen Tendenzen an den politischen Rändern. Besonders kritisch sieht er die AfD-Position zu einer sogenannten kulturfremden Arbeitsmigration. Wenn „das zur Politik werden würde, dann hätten wir tatsächlich ein großes Problem“, erläutert Langhof.
Eine Wahlempfehlung gibt er als Verbandspräsident nicht ab, doch sein Wunsch ist klar: schnell eine handlungsfähige, fachkompetente und wirtschaftsfreundliche Regierung, ohne lange Hängepartien und ohne Beteiligung von Extremisten.
Die Thüringer Automobilzulieferbranche steckt tief in der Transformation. Was als Branchenkrise begann, ist längst zu einer Standortkrise geworden, so die Diagnose von Rico Chmelik, dem Geschäftsführer von Automotive Thüringen e.V., dem Netzwerk und Innovationscluster der Thüringer Zulieferindustrie.
Bei „Wirtschaft im Osten“ spricht Chmelik über die stagnierende Investitionsbereitschaft, den Druck durch Energie- und Personalkosten und neue Wachstumsfelder in der Verteidigungs- und Batteriewirtschaft.
Allerdings sei der Übergang vom Fertigungs- zum Wissensstandort, das entscheidende Thema der nächsten zehn Jahre. Ob man in der Lage sei, das zu schaffen. Ob man Wohlstand weiter erreichen könne, aufbauen könne, oder ob Wohlstand abnehmen werde. Das sei die große Frage, die sich auch viele Beschäftigte und natürlich die Geschäftsleitungen stellten.
Dabei sei Thüringens stärkste Ressource die Köpfe seiner Menschen.
Johann Sebastian Bach - die Marke
Friday, May 22, 2026 • Duration 52:18
Es geht um den berühmtesten Komponisten der Musikgeschichte, Johann Sebastian Bach.
Auch Bach hat etwas mit der Wirtschaft im Osten zu tun. Er ist seit 300 Jahren Botschafter und Marke, Repräsentant und Wirtschaftsfaktor, weit über seine Heimatregion hinaus.
Er ist ein internationaler Superstar. Über seine Popularität, das Geschäftsmodell und die Strahlkraft des großen Komponisten spreche ich mit dem renommierten Bach-Experten und Intendanten des Leipziger Bachfestes, Prof. Dr. Michael Maul.
Er sieht Johann Sebastian Bach als starke, nachhaltige Marke aus Mitteldeutschland, jahrhunderte alt und noch immer auf Wachstumskurs.
Mauls Vision für Leipzig: spätestens zum 350. Geburtstag von Bach im Jahre 2035 ein neuer, perfekter Saal, der auch den Namen des bedeutenden Musikgenies trägt.
Öffentliche Infrastruktur stärken
Friday, May 15, 2026 • Duration 38:41
Deutschland muss was tun, um wieder Schritt zu halten. Nicht nur die Infrastruktur ertüchtigen, sondern auch die Standortqualität für Unternehmensansiedlungen und für die Bürger die Daseinsvorsorge. Es sei auch ein demokratisches Problem, wenn die Daseinsvorsorge vor Ort nicht funktioniert, dann erodiere auch das Vertrauen in den Staat. So beschreibt es Dr. Oliver Rottmann bei „Wirtschaft im Osten“.
Er ist Infrastrukturexperte und geschäftsführender Vorstand des Kompetenzzen-trums öffentliche Wirtschaft, Infrastruktur und Daseinsvorsorge (KOWID) an der Universität Leipzig. Rottmann forscht zu kommunalen Finanzen, öffentlich-privaten Partnerschaften und der Frage, wie Deutschland seine Infrastruktur endlich zukunftsfest machen kann.
Der Einsturz der Carolabrücke in Dresden, Sanierungsbedarf bei öffentlichen Gebäuden, die Dauerpanne bei der Deutschen Bahn – das zeigt: was jahrzehntelang als trockenes Verwaltungsthema galt, ist zur handfesten Zukunftsfrage geworden.
Allein auf kommunaler Ebene beläuft sich der Investitionsrückstand laut KfW-Kommunalpanel auf über 215 Milliarden Euro. Was läuft falsch? Und vor allem: Was muss jetzt passieren? Darüber sprechen wir ausführlich.
Moderne Arbeitswelt
Friday, May 8, 2026 • Duration 35:44
Mit der deutschen Wirtschaft steht auch der Arbeitsmarkt unter neuem Druck.
Digitalisierung, künstliche Intelligenz und weiter Fachkräftemangel, wie sieht sie heute aus, die moderne Arbeitswelt? Wie führt man Teams sicher durch den Wandel, ohne dabei die Bodenhaftung zu verlieren?
Fundierte Antworten und alltagstaugliche Beratung dazu liefert ein kleines Unternehmen aus Leipzig, das aber in der obersten Liga der Strategieberatung in Deutschland spielt.
Mit Lydia Zillmann von AviloX spreche ich über Unternehmens- und Leistungskultur, werfe einen kritischen Blick auf New Work, und wir diskutieren, warum Unternehmenskultur in Krisenzeiten kein nettes ‚Add-on‘ sein darf, sondern einen klaren Zweck erfüllen muss.
Warum wir eine echte Leistungskultur brauchen, die Menschlichkeit und Wettbewerbsfähigkeit vereint. Und warum ausgerechnet der Osten Deutschlands als ‚Labor der Moderne‘ eine Vorreiterrolle beim mutigen Anpacken neuer Strukturen einnehmen kann.
Europäische Metropolregion Mitteldeutschland
Saturday, April 25, 2026 • Duration 34:45
Wenn wir über Ostdeutschland sprechen, über die Wirtschaft in der Region und über Akteure,
die sich besonders für die Zukunft des Standortes einsetzen, dann muss man auch über die Europäische Metropolregion Mitteldeutschland sprechen.
Die Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft, Wissenschaft und Politik haben sich die Mitglieder auf die Fahnen geschrieben.
Und damit ist die Metropolregion seit vielen Jahren das zentrale länderübergreifende Netzwerk von Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.
Und eine wichtige MarketingMaschine für die Region, wie es der Geschäftsführer der Metropolregion, Jörn-Heinrich Tobaben, ausdrückt, mit dem ich über die Arbeit und einige Zukunftsprojekte des Verbandes, wie die Nutzung von Wasserstoff, gesprochen habe.
TRAILER
Tuesday, March 24, 2026 • Duration 01:07
Wirtschaft im Osten, das ist unser Podcast zum Wirtschaftsstandort Ostdeutschland. Hier geht es vor allem um Chancen, die häufig genug im Schatten der breiten Öffentlichkeit bleiben. Natürlich wollen wir informieren und inspirieren. Und auch motivieren, hinzuhören, was sich heute tut in den ostdeutschen Bundesländern.
Zweimal im Monat sprechen wir mit Menschen aus Unternehmen, aus der Wissenschaft, aus Verbänden und der Politik. Und mit Gründern über ihre Ideen für eine gute Zukunft.
Oberbürgermeisterwahl in Leipzig
Monday, March 23, 2026 • Duration 46:39
Natürlich ist es noch früh, und dennoch ist es nur noch ein knappes Jahr bis zur Oberbürgermeisterwahl in Leipzig am 21. Februar 2027.
Wenn auch von der Öffentlichkeit noch weitgehend unbemerkt, bereiten sich die Parteien bereits intensiv auf diesen Termin vor. Die ersten Kandidaten sind nominiert, die anderen Parteien werden das in den nächsten Wochen und Monaten ebenfalls tun.
Was sind die Rahmenbedingungen für die Oberbürgermeisterwahl in Leipzig? Wer hat Chancen, wie müssen die Kandidaten sein, um die Wahl für sich zu entscheiden? Was erwarten Wählerinnen und Wähler, und welchen Einfluss haben die Landtagswahlen und der bundespolitische Trend?
Darüber habe ich mit dem Politikwissenschaftler und Wahlforscher Dr. Hendrik Träger von der Universität Leipzig gesprochen. Er analysiert die Ausgangslage und erklärt die politische Stimmung in Leipzig. In einer Stadt, die stark fragmentiert ist.
Gerade weil der bisherige Amtsinhaber, Oberbürgermeister Burkhard Jung von der SPD, 20 Jahre im Amt, nicht erneut antritt, könnte das Rennen besonders offen sein. Der Bundestrend, das zeigen bereits die ersten Landtagswahlen in diesem Jahr, kann auch die Oberbürgermeisterwahl in Leipzig entscheiden.
Auf jeden Fall ist sie spannendste Oberbürgermeisterwahl seit Jahrzehnten.