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Explore every episode of the podcast Wicked Problems - Wissenschaft | Wirtschaft | Wandel

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TitlePub. DateDuration
Kurzschluss: Warum die Energiewende nicht am Geld scheitert, sondern an Desinformation - mit Prof. Dr. Claudia Kemfert12 Jun 202600:42:14

Wenn Erneuerbare längst die günstigste Energieform der Welt sind – warum verliert die Energiewende dann politisch an Boden?

Mit dieser These steigen Dr. Martin Bethke und Prof. Dr. Hannah Trittin-Ulbrich in ein besonderes Gespräch ein: live aufgenommen an der Leuphana Universität Lüneburg, mit einer der bekanntesten Ökonominnen des Landes. Prof. Dr. Claudia Kemfert leitet die Abteilung Energie, Verkehr, Umwelt am DIW Berlin, lehrt an der Leuphana und ist Spiegel-Bestsellerautorin. Anlass ist ihr aktuelles Buch „Kurzschluss: Wie wir unsere Energiezukunft verspielen".

Kemferts Antwort auf die Einstiegsthese dreht die Perspektive um: Die Ökonomie sei längst entschieden. Erneuerbare ziehen weltweit dreimal so viele Investitionen an wie Fossile und Atom zusammen, Unternehmen stellen aus reinem Kostenkalkül um. Was die Energiewende bremst, ist nicht das Geld, sondern eine Mischung aus Geopolitik, fossilen Interessen und gezielter Desinformation.

Ein faktenreiches, überraschend optimistisches Gespräch über die Frage, warum ökonomische Vernunft politisch so oft verliert und was uns trotzdem Mut machen darf.

Die wichtigsten Takeaways

✅ „Fossilokratie": Warum fossile Autokratien die Geopolitik treiben – und warum Kemfert darin vor allem Rückzugsgefechte einer sterbenden Industrie sieht.

✅ Der „Heizungshammer" und die Macht der Emotion: Wie aus Wärmepumpe und E-Auto in den sozialen Medien Feindbilder wurden und wie man mit Fakten dagegenhält.

✅ Dieselgate als Lehrstück: 30 Milliarden Euro, eine verpasste Zukunft und die Frage, warum Unternehmen mit besten Vorsätzen unethisch handeln.

✅ „Fahrende Waschmaschinen": Kemferts Anekdote über zwei deutsche Auto-CEOs, die ihre eigene Disruption verlachten und was Unternehmen über „too big to fail" lernen müssen.

✅ Der Markt rennt der Politik davon: Tipping Point bei den Kosten, Batteriepreise im freien Fall, 500 Gigawatt Speicher in der Warteschleife.

✅ Mitmach-Energiewende: Warum die Transformation auch soziale Gerechtigkeit, Fachkräfte-Chancen und Demokratie stärkt und was Kemfert Mut macht.

Eine Folge für alle, die wissen wollen, warum die Energiewirtschaft der Politik längst voraus ist und was das für Unternehmen bedeutet.

Kapitel

00:00 Einführung und Vorstellung der Gäste

02:49 Die Herausforderungen der Energiewende

06:00 Emotionale Reaktionen auf erneuerbare Energien

09:07 Persönliche Geschichten und ihre Bedeutung

12:02 Die Rolle der Autoindustrie in der Energiewende

14:56 Politische und wirtschaftliche Fehlentscheidungen

17:53 Organisationales Scheitern und Innovationsmangel

21:31 Disruption und Unternehmensethik

24:50 Energiewende und Marktveränderungen

29:07 Verantwortung und gesellschaftliche Teilhabe

32:52 Fachkräftemangel und soziale Gerechtigkeit

35:03 Mut und Hoffnung für die Zukunft

Shownotes

Prof. Dr. Claudia Kemfert auf LinkedIn

Website & weitere Infos 

Buch „Kurzschluss: Wie wir unsere Energiezukunft verspielen" (Campus Verlag) 

Kemferts Podcast „Klima Klartext

DIW Berlin

Prof. Dr. Hannah Trittin-Ulbrich auf LinkedIn 

Prof. Dr. Hannah Trittin-Ulbrich, Leuphana Universität Lüneburg 

Dr. Martin Bethke auf LinkedIn 

Butterfly Effect Consulting GmbH

Aufgenommen live an der Leuphana Universität Lüneburg.

Schluss mit der Moralkeule: Warum Nachhaltigkeit kein Werte-, sondern ein Überlebensthema für Unternehmen ist - mit Prof. Dr. Andreas Rasche29 May 202600:52:10

In dieser Folge sprechen Dr. Martin Bethke und Prof. Dr. Hannah Trittin-Ulbrich mit Prof. Dr. Andreas Rasche, Professor of Business in Society an der Copenhagen Business School und Associate Dean des dortigen Full-Time MBA. Rasche zählt zu den profiliertesten europäischen Forschern an der Schnittstelle von Nachhaltigkeit, Unternehmensführung und Regulierung.

Seine zentrale These: Wer Nachhaltigkeit als moralisches Projekt verkauft, erzeugt genau den Pushback, den wir gerade erleben. Dabei braucht es die Moralkeule gar nicht – die ökonomischen, geopolitischen und sicherheitspolitischen Argumente sind stark genug. Nachhaltigkeit wird damit zur Frage von Wettbewerbsfähigkeit, Resilienz und Risikomanagement. Kurz: ein Überlebensthema.

Die wichtigsten Takeaways

✅ Vom „Brussels Effect" zum „Brussels Defect": Wie die zweite von-der-Leyen-Kommission die EU-Nachhaltigkeitsagenda seit 2024 spürbar zurückdreht – und was das für Europas Glaubwürdigkeit bedeutet.

✅  Warum Dekarbonisierung auch ohne Umweltargument zwingend ist: Geopolitik, Rohstoffabhängigkeit und die doppelte Abhängigkeit Europas bei Net-Zero-Technologien.

✅  Das Business-Case-Paradox: Warum nur 17% der Unternehmen einen Business Case für Nachhaltigkeit sehen – und warum das Problem nicht im Case liegt, sondern in der fehlenden Quantifizierung der Vorteile.

✅  Der Omnibus-Irrtum: Wieso die „Simplifizierung" 90% der Unternehmen aus der Berichtspflicht entlässt, aber kaum jemand wirklich aufhört.

✅  Warum der Druck heute vom Finanzsektor und aus der Lieferkette kommt, nicht mehr von der Politik.

✅  „Nature trumps politics": Rasches Plädoyer für einen proaktiven, ideologiefreien Umgang mit Nachhaltigkeit – und warum familien- und stiftungsgeführte Unternehmen hier einen strukturellen Vorteil haben.

Kapitel

02:14 Die Glaubwürdigkeit der EU in der Nachhaltigkeit

06:10 Globale Perspektiven und der Brussels Effect

10:13 Nachhaltigkeit als geopolitische Notwendigkeit

14:02 Moralische vs. ökonomische Argumente für Nachhaltigkeit

16:11 Messbarkeit und der Business Case für Nachhaltigkeit

18:45 Herausforderungen der Quantifizierung von Nachhaltigkeit

20:03 Datenmanagement und Transparenz in Unternehmen

22:04 Investitionen in Nachhaltigkeitsdaten und Digitalisierung

25:09 Regulierung und Skepsis in der Unternehmenslandschaft

27:45 Simplifizierung des Green Deals und ihre Implikationen

30:58 Zukunft der Regulierung und unternehmerische Verantwortung

37:43 Erwartungen und Werte in Unternehmen

39:17 Der Einfluss des Finanzsektors auf Nachhaltigkeit

41:06 Proaktive Ansätze für den Mittelstand

43:16 Langfristiges Denken und Unternehmensstrategien

45:10 Familienunternehmen und langfristige Perspektiven

47:06 Hoffnung durch junge Generationen

Shownotes & Links

Prof. Dr. Andreas Rasche auf LinkedIn

Prof. Dr. Andreas Rasche Profil & Forschung CBS

Andreas Rasches Website

Prof. Dr. Hannah Trittin-Ulbrich auf LinkedIn

Prof. Dr. Hannah Trittin-Ulbrich Forschung – Leuphana Universität Lüneburg

Dr. Martin Bethke auf LinkedIn

Unternehmensberatung Butterfly Effect Consulting GmbH

Erwähnt in der Folge:

Nachhaltigkeitstransformationsmonitor (Studie, März 2026)

Anu Bradford, „The Brussels Effect" (Buch)

Sustainable Marketing als Superpower: Warum Nachhaltigkeit durch Marken zur neuen Vertrauenswährung wird - mit Stefanie Kuhnhen30 Jan 202600:55:11

Wenn alles messbar ist, wird vieles kurzfristig – und genau dadurch verlieren Marken ihre eigentliche Superpower: Einstellungen, soziale Normen und Verhalten zu verändern.

In dieser Folge von "Wicked Problems – Wissenschaft | Wirtschaft | Wandel" sprechen Dr. Martin Bethke und Prof. Dr. Hannah Trittin-Ulbrich mit Stefanie Kuhnhen (Co-Autorin „Superpower Sustainable Marketing“ & Chief Strategy Officer bei der Serviceplan Group) darüber, warum Marken 2026 wieder zum Vertrauensanker werden müssen – und was „Brand Governance“ im „Zeitalter des Misstrauens“ ganz praktisch heißt.

Wir starten mit dem Problem: Marketing wurde in den letzten Jahren stark auf Performance, Messbarkeit und kurzfristige Effekte reduziert – dadurch bleibt der große Hebel liegen.

An konkreten Beispielen zeigt Stefanie Kuhnhen, wie Marken Mindsets verschieben können (u.a. OatlyPatagoniaEDEKATony’s Chocolonely) – und warum auch große „Transformatoren“ wie Burger King (plant-based) oder Penny (wahre Preise / True Cost) eine Rolle spielen können, wenn es ernst gemeint ist.

Und dann wird’s sehr „Wicked“: Wie schaffen wir Veränderung ohne Moralkeule? Stefanie bringt es über ein Werber-Zitat auf den Punkt: „Humor kriecht unter der Türschwelle durch, während die Vernunft noch an die Tür anklopft.“ Warum das mehr ist als ein Spruch – und was das für nachhaltige Transformation bedeutet – hört ihr in der zweiten Hälfte.

Zum Schluss liefert Stefanie ein klares 2026-Playbook: Marke zurück in den BoardroomLösungen schaffen + faszinierende Geschichten erzählen, und: Wenn ihr es ernst meint, investiert Budget – sonst skaliert Nachhaltigkeit nicht.


Wichtigste Takeaways für dich:

✅ KI macht Content austauschbar – Vertrauen wird zur wichtigsten Währung. Marke braucht deshalb klare Brand Governance statt nur Kampagnenlogik.

✅ Performance-Kurzfristigkeit killt die eigentliche Marketing-Superpower: Marken können Einstellungen & soziale Normen verändern – wenn man sie wieder strategisch führt.

✅ Raus aus Greenwashing-Paralyse: Kommunizieren geht, wenn es ehrlich ist und auf Proof Points (konkrete Fortschrittsnachweise) basiert.

✅ Humor ist ein echter Transformationshebel: Er erreicht Menschen, wo reine Vernunft- und Moralappelle hängen bleiben.

✅ 2026-Playbook: Marke & Marketing zurück in den Boardroom, Lösungen bauen + erzählen, und Budget mutig investieren – sonst skaliert Nachhaltigkeit nicht.


Kapitel

00:00 Einführung in Wicked Problems und Nachhaltigkeit

02:07 Die Rolle von Marketing in der nachhaltigen Transformation

06:03 Wicked Problems im Marketing: Herausforderungen und Chancen

12:05 Greenwashing und die Angst der Unternehmen

18:07 Die Integration von Marken- und Unternehmensstrategie

21:12 Die Magie der Marken

22:11 Superpower der Marken

24:04 Gesellschaftliche Verantwortung von Marken

25:34 Marken und ihre Verantwortung

26:28 Beispiele für Marken mit Einfluss

30:41 Die Kraft der Marken im Wandel

32:13 Marken als Transformatoren

35:46 Kritik und Verantwortung der Marken

39:53 Nachhaltigkeit positiv gestalten

41:05 Die Herausforderung der Polarisierung

42:08 Moral und Regulatorik in der Nachhaltigkeitsdiskussion

44:03 Spaß und Freude in der Nachhaltigkeit

45:09 Der Business Case für nachhaltige Produkte

48:27 Verantwortung von Unternehmen und Konsumenten

52:32 Integration von Marke und Marketing in Unternehmen


Shownotes & Links

Stefanie Kuhnhens Buch: "Superpower Sustainable Marketing: Mit neuem Marketing-Modell wachsen" - https://amzn.eu/d/9zvWmvd

Hannahs Forschungen an der Leuphana Universität: https://www.leuphana.de/institute/imo/personen/hannah-trittin-ulbrich.html

Martins Unternehmensberatung Butterfly Effect Consulting: www.b-fect.com


Vernetze dich mit

Stefanie Kuhnhen auf LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/stefaniekuhnhen/

Hannah Trittin-Ulbrich auf LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/hannah-trittin-ulbrich-652a4642/

Martin Bethke auf LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/dr-martin-bethke-24a8351b/

Enkelfähig statt ESG-Buzzwords: Wie Nachhaltigkeit als Business Case wirklich skaliert – mit Axel Berger16 Jan 202600:46:16

Nachhaltigkeit: Moralkeule oder knallhartes Risikomanagement? In der ersten Folge von „Wicked Problems – Wissenschaft. Wirtschaft. Wandel“ starten Dr. Martin Bethke und Prof. Hannah Trittin-Ulbrich direkt mit einer provokanten These – und diskutieren sie mit Axel Berger, Chief Digital & Sustainability Officer der Franz Haniel & Cie. GmbH und Mitgründer der Enkelfähig-Bewegung. Die These ist:


„Nachhaltigkeit ist in Wahrheit kein Werte-Thema oder ein moralisches Thema – sondern knallhartes Risikomanagement und ein Business Case. Alles andere ist Storytelling.“


Axel macht deutlich, warum Nachhaltigkeit im aktuellen Wirtschaftssystem oft erst dann skaliert, wenn sie profitabel wird – und wie Unternehmen trotzdem handlungsfähig bleiben, wenn Shareholderdruck, Regulatorik und Kundennachfrage gleichzeitig kippen. Es geht um den „Gamechanger“ Transparenz (CO₂-Buchhaltung + Marginal Abatement Cost Analyse), um die Twin Transformation (Digitalisierung & Nachhaltigkeit) – und um ein entscheidendes Mindset: Chancen sehen, anfangen, lernen, skalieren.


Wichtigste Takeaways dieser Folge:

✅ "Nachhaltigkeit ist in Wahrheit kein Wertethema, sondern knallhartes Risikomanagement."

✅ "Wirtschaften ohne Werte funktioniert nicht und es funktioniert auch gesamtgesellschaftlich nicht."

✅ "Transparenz ist entscheidend, um strategische Entscheidungen treffen zu können."

✅ "Wir müssen die Chancen in diesen Transformationen erkennen und daraus etwas machen."

✅ "Nachhaltigkeit kann profitabel sein, wenn wir sie richtig angehen."


Kapitel

00:00 Einführung in „Wicked Problems“

02:50 Vorstellung von Axel Berger

04:27 Der Business Case für Nachhaltigkeit

09:24 Werte und unternehmerische Verantwortung

15:55 Umgang mit regulatorischen Herausforderungen

17:09 Die Rolle der Verbraucher:innen in Bezug auf Nachhaltigkeit

22:55 Nachhaltigkeit und Profitabilität definieren

23:36 Das Konzept der „Enkelfähigkeit“ und seine Auswirkungen

24:32 Die Rolle von Transparenz bei der Dekarbonisierung

26:24 Digitalisierung und Nachhaltigkeit integrieren

29:54 Praxisbeispiele für Modelle der Kreislaufwirtschaft

33:45 Der Bedarf an kulturellem Wandel in Organisationen

37:51 Transformation als Chance begreifen

41:30 Der Appell an unternehmerische Führung in Sachen Nachhaltigkeit


Shownotes & Links

Axel und die Enkelfähig Bewegung: https://enkelfaehig.de

Hannahs Forschungen an der Leuphana Universität: https://www.leuphana.de/institute/imo/personen/hannah-trittin-ulbrich.html

Martins Unternehmensberatung Butterfly Effect Consulting: www.b-fect.com


Vernetze dich mit

Axel Berger auf LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/axel-berger-b75a62a/

Hannah Trittin-Ulbrich auf LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/hannah-trittin-ulbrich-652a4642/

Martin Bethke auf LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/dr-martin-bethke-24a8351b/


Trailer: Worum es hier eigentlich geht?09 Jan 202600:06:21

In dieser ersten Episode des Podcasts "Wicked Problems -Wissenschaft | Wirtschaft | Wandel" stellen sich die Gastgeber Dr. Martin Bethke und Prof. Dr. Hannah Trittin Ulbrich vor.

Wir sprechen über die Ziele des Podcasts, der sich mit den großen Transformationsfragen in Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft auseinandersetzt. Und auch darüber, wie wir in diesem Zusammenhang Lösungen zu entwickeln und einen ehrlichen Dialog führen können.


Kapitel

00:00 Einführung in den Podcast

02:50 Ziele und Themen des Podcasts

05:03 Ausblick auf zukünftige Gäste


Von der Compliance-Funktion zur Transformationsstrategie: Wie Unternehmen Nachhaltigkeit wirklich skalieren – mit Prof. Dr. Johannes Meuer15 May 202600:55:54

Ist echte Nachhaltigkeit im Kapitalismus möglich, oder bleibt sie ein cleveres Marketing-Tool?


Mit dieser provokanten Frage starten Dr. Martin Bethke und Prof. Dr. Hannah Trittin-Ulbrich in das Gespräch mit Prof. Dr. Johannes Meuer, Associate Professor for Sustainability Strategy an der Kühne Logistics University Hamburg (KLU).

Was folgt, ist eine nüchterne, faktenbasierte Einordnung der Lage: Warum Unternehmen trotz öffentlichem Gegenwind intern weiter an Nachhaltigkeit arbeiten. Warum das Klimaproblem physikalisch real bleibt – unabhängig von politischer Debatte. Und warum die eigentliche Herausforderung heute nicht mehr fehlendes Wissen ist, sondern die Skalierung vorhandener Lösungen.

Johannes Meuer gibt Einblick in aktuelle Forschungsprojekte zu Carbon Removal (u.a. Biochar in der Landwirtschaft), erklärt warum der Job des Nachhaltigkeitsmanagers sich radikal verändert – weg von Ideologie, hin zu Daten, Regulatorik und Hybridkompetenz – und warum Silos aufzubrechen oft der wirksamste Hebel ist, den Unternehmen heute haben.

Die wichtigsten Takeaways

✅ Green Hushing statt Rückzug: Nachhaltigkeitsbudgets sind laut aktuellen Umfragen (KPMG, EUI) nicht gesunken – Unternehmen arbeiten weiter, reden nur weniger laut darüber.

✅ Die Physik ist nicht verhandelbar: Klimawandel, Biodiversitätsverlust, Golfstrom-Risiken – die wissenschaftliche Evidenz wird robuster, unabhängig von politischen Zyklen.

✅ Von Scouting zu Skalierung: Wir haben genug Nachhaltigkeitslösungen. Die zentrale Frage ist nicht mehr: „Was gibt es?" – sondern: „Wie kriegen wir es auf die Straße?"

✅ Biochar als Gamechanger? Eine einfache, skalierbare Carbon-Removal-Technologie aus Kompostmüll – mit Co-Benefits als Düngemittel. Konkrete Forschung, keine Theorie.

✅ Das Jobprofil des Nachhaltigkeitsmanagers wandelt sich radikal: Weg von Ideologie und People-Management, hin zu Datenkompetenz, juristischem Wissen und Regulatorik-Verständnis.

✅ Silos aufbrechen ist der unterschätzte Hebel: Wenn Menschen aus Produktion, HR, Sales und Verwaltung gemeinsam über Nachhaltigkeit nachdenken, entstehen Lösungen – nicht weil sie Nachhaltigkeit gelernt haben, sondern weil sie anfangen, miteinander zu sprechen.

Kapitel

01:54 – Eröffnungsthese: Nachhaltigkeit im Kapitalismus – Ideologie oder Business Case?07:02 – Green Hushing: Unternehmen arbeiten weiter, reden weniger10:54 – Was die Politik gerade (nicht) versteht – und warum die Physik nicht wartet15:08 – Ressourcenabhängigkeit, Geopolitik und globale Lieferketten19:00 – Wissenschaft trifft Praxis: Warum operative Komplexität entscheidend ist21:42 – Der Business Case für Nachhaltigkeit: Notwendig, aber nicht hinreichend24:25 – Die eigentliche Herausforderung: Skalierung vorhandener Lösungen27:14 – Wie sich das Jobprofil im Nachhaltigkeitsmanagement radikal verändert31:07 – Wo sind die Nachhaltigkeitsprojekte geblieben? Compliance vs. Innovation34:22 – Konsolidierungsphase: Von Lösungsentwicklung zur Marktdurchdringung35:27 – Carbon Removal: Was funktioniert – und was wird gehypt?36:43 – Biochar: Eine skalierbare Technologie mit echten Co-Benefits40:16 – CO₂ in Zement: Gamechanger oder Marketingkampagne?46:45 – Warum Nachhaltigkeitslösungen trotz Vorhandensein nicht skalieren50:20 – Silos aufbrechen als Kernhebel – in Unternehmen und in der Gesellschaft51:17 – Kulturwandel durch Lernen: Wenn Produktion, HR und Sales ins Gespräch kommen54:10 – Wirkung von Wissenschaft und Lehre: Was bleibt wirklich hängen?

Shownotes & Links

Kühne Logistics University

Center for Sustainable Logistics and Supply Chains

Direct Air Capture Forschungsprojekte

Kühne Climate Center

Prof. Dr. Johannes Meuer auf LinkedIn

Prof. Dr. Hannah Trittin-Ulbrich auf LinkedIn

Dr. Martin Bethke auf LinkedIn

Prof. Dr. Johannes Meuers Forschung an der KLU 

Prof. Dr. Hannah Trittin-Ulbrichs Forschung – Leuphana Universität 

Unternehmensberatung Butterfly Effect Consulting GmbH




Wo bleibt der deutsche Tesla? Warum Nachhaltigkeit wieder mehr Innovationsgeist braucht – mit Dr. Kiri Trier 01 May 202600:40:25

Wo bleibt eigentlich der deutsche Tesla der Nachhaltigkeit?

Darüber sprechen In dieser Folge Prof. Dr. Hannah Trittin-Ulbrich und Dr. Martin Bethke mit Dr. Kiri Trier, Chief Marketing & Growth Officer bei Risk Management Partners, einer Einheit von Munich Re.

Es geht um echte Transformation statt bloßer Kommunikation, um Nachhaltigkeit als Business Case, um die neue Rolle von Finance und Risikomanagement und um die Frage, warum Deutschland dringend mehr unternehmerischen Mut für nachhaltige Innovation braucht.

Die wichtigsten Takeaways

✅ Transformation ist mehr als Kommunikation. Gute Kommunikation kann Wandel ermöglichen, aber sie ersetzt keine echte Geschäftsmodellveränderung.

✅ Nachhaltigkeit verschwindet nicht aus Unternehmen. Sie wird weniger laut kommuniziert, aber dort weitergeführt, wo sie strategisch und wirtschaftlich verankert ist.

✅ Die Sprache der Nachhaltigkeit verändert sich. Risikomanagement, Finance, Resilienz, Kosten, Investitionen und Geschäftsmodelllogik werden wichtiger als moralische Appelle.

✅ Nachhaltigkeit muss in die CEO-Agenda. Wenn sie dauerhaft wirken soll, darf sie kein isoliertes Sonderthema bleiben.


Kapitel

00:00 Einführung in den Wandel

01:16 Transformation oder nur Kommunikation?

04:21 Kernelemente erfolgreicher Transformationen

09:31 Nachhaltigkeit und politische Herausforderungen

10:46 Erfolgreiche Unternehmen und Nachhaltigkeit

17:45 Risikomanagement und Nachhaltigkeit im Unternehmen

21:07 Die Rolle der persönlichen Motivation in der Nachhaltigkeit

26:15 Innovationspotenziale in der Nachhaltigkeit

31:31 Herausforderungen der jungen Generation

38:52 Appell an mehr Innovationsgeist für die Nachhaltigkeit

Shownotes & Links




Von der Berichterstattung zur Transformation: Wie Nachhaltigkeit Organisationen wirklich verändert - mit Prof. Dr. Laura-Marie Edinger-Schons19 Apr 202600:56:49

Was passiert, wenn Nachhaltigkeit nicht länger als Add-on oder Berichtspflicht verstanden wird, sondern als Teil von Strategie, Steuerung und organisationaler Transformation?

Darüber sprechen sprechen Dr. Martin Bethke und Prof. Dr. Hannah Trittin-Ulbrich in dieser Folge mit Prof. Dr. Laura Marie Edinger-Schons, Professorin für nachhaltiges Wirtschaften und Chief Sustainability Officer der Universität Hamburg.

Ausgangspunkt ist die These: Gehört die Zukunft eher den CFOs als den CSOs?

Laura Marie Edinger-Schons zeigt, warum Unternehmen und Organisationen heute nicht weniger, sondern mehr Steuerungsfähigkeit brauchen – und weshalb Nachhaltigkeit gerade dann relevant wird, wenn Unsicherheit, Kostendruck und Komplexität zunehmen. Es geht um doppelte Wesentlichkeit als Strategietool, um den sinnvollen Umgang mit Komplexität, um die Aktivierung von Mitarbeitenden und um die Frage, wie Transformation trotz Backlash, Widerstand und politischer Polarisierung gelingen kann.

Die wichtigsten Takeaways

✅ Nachhaltigkeit wird in Zukunft weniger eine isolierte CSO-Funktion sein, sondern stärker in Finanzen, Strategie, Controlling, Einkauf und Risikomanagement integriert. Die eigentliche Bewegung geht also Richtung Hybridkompetenz – nicht weg von Nachhaltigkeit. 

✅ Die spannende Frage ist nicht nur, was Nachhaltigkeit kostet, sondern was es Organisationen kostet, Nachhaltigkeit zu ignorieren.

✅ Doppelte Wesentlichkeit ist kein bloßes Reportingwerkzeug. Richtig eingesetzt, ist sie Strategiearbeit, weil sie Impacts, Risks und Opportunities sichtbar macht und mit Stakeholder-Perspektiven verbindet. 

✅ Transformation scheitert selten nur an Zielen. Häufig scheitert sie daran, dass Organisationen Mitarbeitende nicht wirklich einbeziehen, Komplexität zu stark vereinfachen oder Nachhaltigkeit vom Kerngeschäft abtrennen. 

✅ Wer Wandel gestalten will, darf nicht im Problembewundern stecken bleiben. Entscheidend ist, Handlungsspielräume zu identifizieren, Blockaden aufzulösen und auch in konflikthaften Situationen den Dialog zu suchen. 

✅ Angemessene Komplexität ist ein Schlüsselbegriff dieser Folge: Eine Zahl allein reicht selten, um Transformation sinnvoll zu steuern. Es braucht ein Maß an Vereinfachung, das Orientierung schafft, ohne Realitäten zu verzerren.

Kapitel

00:00 – Begrüßung, Vorstellung & These
03:21 – Warum die Zukunft eher in Hybridrollen zwischen Finanzen, Strategie und Nachhaltigkeit liegt
04:45 – Forschung und Umsetzung zugleich: Lauras Doppelrolle an der Universität Hamburg
11:08 – Backlash, Purpose und Widerstand: der schwierige Start als CSO in Hamburg
17:48 – Business Case statt Symbolik: Was Unternehmen aus Nachhaltigkeit strategisch gewinnen können
23:13 – „You cannot manage what you cannot measure“ – und warum eine Zahl allein trotzdem nicht reicht
26:32 – Doppelte Wesentlichkeit als Strategietool statt bloßes Reportinginstrument
32:30 – Das neue Berufsfeld Nachhaltigkeit: Welche Kompetenzen künftig wirklich zählen
38:37 – Triple Transformation: Nachhaltigkeit, Digitalisierung und Organisationsentwicklung zusammendenken
42:16 – Motivation, Wirksamkeit und Resilienz in schwierigen Zeiten
46:15 – Vom Problem zur Lösung: Photovoltaik, Handlungsspielräume und produktiver Dialog
48:47 – „Fall in Love with a Problem“: Warum komplexe Probleme auch Chancenräume sind
53:32 – Dialog statt Abwertung: Was Bildung, KI und Social Media mit Transformation zu tun haben

Shownotes & Links

Lesenswert: Bertelsmann Stiftung (2026). Sustainability Transformation Monitor 2026. DOI 10.11586/2026025

Laura Marie Edinger-Schons auf LinkedIn

Laura Marie Edinger-Schons Forschung Universität Hamburg

Hannah Trittin-Ulbrich auf LinkedIn

Hannah Trittin-Ulbrich Forschung Leuphana

Martin Bethke auf LinkedIn

Martins Unternehmensberatung Butterfly Effect Consulting GmbH


Dieser Beitrag nimmt am Fast Forward Science Wettbewerb 2026 teil! https://www.fastforwardscience.de #FFS #AudioAward #BestesDebutAudio

Wirtschaft und Nachhaltigkeit im Wandel: Prioritäten, Herausforderungen und Chancen03 Apr 202600:39:18

summary


In dieser Folge reflektieren Hannah Trittin und Martin Bethke über die wichtigsten Erkenntnisse aus ihrem Podcast, die Herausforderungen und Chancen im Bereich Nachhaltigkeit, die Bedeutung von Narrativen und Kommunikation sowie die zukünftigen Entwicklungen in Wissenschaft und Wirtschaft im Jahr 2026.

Im Zentrum stehen die Fragen, warum Nachhaltigkeit heute weniger ein Erkenntnisproblem als vielmehr ein Priorisierungs-, Führungs- und Kommunikationsproblem ist, wie Unternehmen mit regulatorischer Unsicherheit und gesellschaftlichem Gegenwind umgehen und weshalb das Thema zunehmend unter den Begriffen Risiko, Resilienz und Zukunftsfähigkeit verhandelt wird.

Die Folge verbindet wissenschaftliche Einordnung mit unternehmerischer Praxis und zeigt, welche Herausforderungen, aber auch welche Chancen sich daraus für Unternehmen, Wirtschaft und Gesellschaft ergeben.

Die wichtigsten Takeaways

✅  Nachhaltigkeit scheitert 2026 nicht an fehlendem Wissen, sondern an Priorisierung, Übersetzung, Führung und Kommunikation. 

✅ Die eigentliche Herausforderung ist systemisch. Unternehmen, Politik und Gesellschaft wirken zusammen, während planetare Grenzen den realen Rahmen setzen, innerhalb dessen Wirtschaft überhaupt noch zukunftsfähig organisiert werden kann. 

✅ Der Begriff „Nachhaltigkeit“ erzeugt bei vielen Menschen inzwischen Reaktanz. Entscheidend wird deshalb, den Nutzen konkreter, verständlicher und näher an der Lebensrealität der Menschen zu kommunizieren. 

✅ Viele Unternehmen sprechen öffentlich vorsichtiger über Nachhaltigkeit, arbeiten intern aber weiter an denselben Themen: Ressourcen, Risiken, CO₂, Geschäftsmodellrobustheit und Finanzierung. 

✅ Nachhaltigkeit wird stärker als Risiko- und Resilienzthema gerahmt. Das macht es anschlussfähiger für Unternehmen, birgt aber auch die Gefahr, dass aus Aufbruch eine reine Defensivhaltung wird. 

✅ Die Unternehmen, die Nachhaltigkeit bereits ernsthaft begonnen haben, werden weitermachen – nicht aus regulatorischem Pflichtgefühl, sondern weil sie den wirtschaftlichen, strategischen und gesellschaftlichen Wert erkannt haben. 

Kapitel

00:00 Einleitung und Rückblick auf den Podcast

01:16 Reflexion der bisherigen Gespräche und Erkenntnisse

02:45 Nachhaltigkeit: Erkenntnis- vs. Umsetzungsprobleme

04:12 Systemdenken und gesellschaftliche Transformationsprozesse

05:40 Planetare Grenzen und Ressourcenverbrauch

09:14 Gesellschaftliche Grenzen und gesetzliche Rahmenbedingungen

11:26 Kommunikation, Narrative und What's in it for me

16:44 Gesellschaftlicher Gegenwind und gesellschaftliche Narrative

20:24 Unternehmen, Regulierung und Selbstverpflichtung

22:47 Resilienz, Risikomanagement und Zukunftsaussichten

26:24 Positive Perspektiven und Hoffnung für 2026

30:45 Abschluss und Ausblick auf zukünftige Entwicklungen

Shownotes & Links




Von for-profit zu profit-for: Warum regeneratives Wirtschaften ökonomisches Risikomanagement ist - mit Per Ledermann20 Mar 202600:54:13

Was passiert, wenn ein CEO Gewinn nicht als Selbstzweck, sondern als Hebel für gesellschaftliche Wirkung versteht?

In dieser Folge von "Wicked Problems – Wissenschaft | Wirtschaft | Wandel" sprechen Dr. Martin Bethke und Prof. Dr. Hanna Trittin-Ulbrich mit Per Ledermann, CEO der edding group, über die Frage, warum Nachhaltigkeit kein moralisches Add-on, sondern ein ökonomisches Zukunftsthema ist.

Ausgangspunkt ist Ledermanns Anspruch, edding vom klassischen for-profit zum profit-for-Unternehmen weiterzuentwickeln: Gewinne nicht als Selbstzweck, sondern als Voraussetzung für ökologische und soziale Wirkung.

Im Gespräch geht es um die Triple Bottom Line, um gesellschaftlichen Zusammenhalt als wirtschaftlichen Erfolgsfaktor, um Brückenbau in polarisierten Zeiten und um die Frage, warum viele Unternehmen die Business Cases hinter ökologischen und sozialen Herausforderungen noch immer übersehen. Eine Folge über unternehmerische Verantwortung, strategische Vorstellungskraft und die Kunst, in komplexen Zeiten pragmatisch voranzuscheitern.

Die 5 wichtigsten Takeaways

✅ Nachhaltigkeit ist aus Ledermanns Sicht kein Luxus, sondern ökonomische Vernunft. Wer ökologische und soziale Risiken ignoriert, ignoriert Kosten, Geschäftsmodellrisiken und Zukunftsfähigkeit. 

✅ Der soziale Teil von Nachhaltigkeit gehört in die Kernlogik des Geschäftsmodells — nicht nur in Sponsoring, CSR oder punktuelle Projekte. edding versucht genau das über Produkte, Community Building und konkrete soziale Wirkung zu erreichen. 

✅ Das eigentliche Problem ist oft nicht fehlendes Wissen, sondern fehlende Vorstellungskraft. Viele Organisationen sind noch immer darauf sozialisiert zu glauben, dass „gut“ und „profitabel“ Gegensätze seien. 

✅ Transformation braucht Business Cases statt bloßer Überzeugungsrhetorik. Ledermann sagt selbst, dass man Menschen in Unternehmen eher gewinnt, wenn sie sehen, dass es sich lohnt — nicht nur, dass es moralisch richtig ist. 

✅ Gegen Polarisierung hilft Brückenbau. Im Gespräch wird deutlich: Hinter vielen Konflikten liegen oft stabilere gemeinsame Werte, als öffentliche Debatten vermuten lassen.

✅ Pragmatismus schlägt Perfektionismus. Ein wiederkehrendes Motiv der Folge ist: nicht warten, bis alles perfekt ist, sondern handeln, testen, lernen — oder, in einem schönen Begriff: Voranscheitern.

Kapitel

00:00 Intro, Vorstellung von Per Ledermann und die provokante Ausgangsthese
01:38 „Profit for“ statt „for profit“ – Zukunftsmodell oder Luxus?
04:45 Nachhaltigkeit sozial denken: vom Sponsoring zum Kerngeschäft
13:40 Wie verankert man Wirkung im Unternehmen – und warum ist das so schwer?
17:13 Demokratie, Lieferketten und der unsichtbare Business Case sozialer Stabilität
21:08 CEO-Aktivismus, Migration und warum Brückenbau unterschätzt wird
28:17 Warum sich Wandel rechnen muss: der Business Case hinter Wirkung
39:30 Was in der Transformation nicht funktioniert hat – und was andere daraus lernen können
42:46 Pragmatismus statt Ohnmacht: Handlungsoptionen in Krisenzeiten
51:13 „Einfach mal machen“ – Voranscheitern als Prinzip
52:31 Schlussrunde, Verabschiedung und die edding-Tinten-Anekdote

Shownotes & Links

Dieser Beitrag nimmt am Fast Forward Science Wettbewerb 2026 teil! https://www.fastforwardscience.de #FFS #AudioAward #BestesDebutAudio

Raus aus der Ideologiefalle: Nachhaltigkeit als Innovationsmotor – mit Prof. Dr. Stefan Schaltegger07 Mar 202600:55:18

Nachhaltigkeit ist kein Verzicht – sie ist die größte Chance für mehr Unabhängigkeit, Risikoreduktion und langfristige Wirtschaftlichkeit!

In dieser Folge von „Wicked Problems – Wissenschaft | Wirtschaft | Wandel.“ sprechen Dr. Martin Bethke und Prof. Dr. Hannah Trittin-Ulbrich mit Prof. Dr. Stefan Schaltegger (Professor für Nachhaltigkeitsmanagemen an der Leuphana Universität Lüneburg und Mitbegründer des ersten MBA für Sustainability Management .) darüber, warum Nachhaltigkeit gerade politisch und gesellschaftlich unter Druck steht – und warum das kein Grund für Resignation ist, sondern für besseres Management.

Schaltegger zeigt, wie Unternehmen Nachhaltigkeit aus der ideologischen Ecke holen: mit klaren Business-Logiken, stabilen Rahmenbedingungen und dem Fokus auf Lösungen, die im Massenmarkt funktionieren.

Es geht um Kreislaufwirtschaft jenseits von Recycling, Produkt-Dienstleistungssysteme, „radikale“ Nachhaltigkeitslösungen, die man anschließend wirtschaftlich macht, und die Frage, wie Innovationen skaliert werden.

Mit Praxisbeispielen (u. a. Refurbishing bei ZF, Outdoor-Branche, Food/Retail) und einem klaren Appell: Wir brauchen kurzfristige Entscheidungen für langfristige Lösungen – und gleichzeitig kurzfristige Nutzen, damit Umsetzung gelingt.

Die 5 wichtigsten Takeaways

✅ Nachhaltigkeit ist zu oft ideologisch überfrachtet – dabei ist sie in vielen Feldern schlicht die wirtschaftlich klügere Sachlösung (Kosten, Resilienz, Unabhängigkeit, Risiko).

✅ Der Engpass ist häufig nicht Technik, sondern Umsetzung: Akzeptanz, Attraktivität, Finanzierungslogik und stabile politische Rahmenbedingungen entscheiden über Skalierung.

✅ Kreislaufwirtschaft beginnt vor dem Recycling: Refuse/Rethink/Reuse/Refurbish/Re-manufacture sind die eigentlichen Hebel, um Ressourcenabhängigkeiten zu reduzieren.

✅ Der „Business Case“ ist kein Ja/Nein-Thema. Die relevante Frage lautet: Was muss ich tun, damit eine Nachhaltigkeitslösung wirtschaftlich wird – Treiber (Umsatz, Risiko, Marke, Arbeitgeberattraktivität etc.) gezielt managen.

✅ Massenmarkt-Transformation ist die nächste Stufe: Nachhaltigkeit muss für Mainstream-Kund:innen einen konventionellen Mehrwert liefern (Gesundheit, Convenience, Preis/Total Cost), nicht nur moralische Appelle.

Kapitel

00:00 Einführung in den Podcast und Vorstellung des Gastes

02:58 Stefan Schalteggers Werdegang und seine Motivation für Nachhaltigkeit

06:01 Die Entwicklung der Nachhaltigkeitsforschung und -lehre

09:08 Nachhaltigkeit als umfassendes Konzept für ein gutes Leben

11:47 Der MBA-Studiengang für Nachhaltigkeitsmanagement

15:00 Herausforderungen und Chancen in der Unternehmensnachhaltigkeit

18:01 Die Rolle des Staates in der Nachhaltigkeitsdebatte

20:52 Ideologische Überfrachtung der Nachhaltigkeitsthematik

24:02 Kreislaufwirtschaft und innovative Geschäftsmodelle

27:00 Radikale Lösungen für Nachhaltigkeitsprobleme

30:40 Nachhaltigkeit im Outdoor-Bereich

32:31 Wirtschaftlichkeit von Nachhaltigkeitslösungen

35:28 Herausforderungen und Chancen der Nachhaltigkeit

37:24 Strategien für einen nachhaltigen Massenmarkt

40:09 Phasen der Nachhaltigkeitsentwicklung

42:45 Win-Win-Potenziale in der Nachhaltigkeit

46:32 Effizienz und Ressourcennutzung

48:28 Politische Rahmenbedingungen für Nachhaltigkeit

50:51 Langfristige Lösungen und kurzfristige Vorteile

53:31 Forschung und Wissenslücken in der Nachhaltigkeit

Shownotes & Links

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Martin Bethke auf LinkedIn

Stefan Schaltegger auf LinkedIn

Hannahs Forschungen an der Leuphana Universität 

Martins Unternehmensberatung Butterfly Effect Consulting GmbH


Kreislaufwirtschaft als Geschäftsmodell: Warum sich Klima- und Ressourcenschutz für die Baubranche rechnet - mit Thorsten Hahn28 Feb 202600:58:19

Der Bausektor ist nicht nur energiehungrig – er verschlingt auch rund 40 % aller natürlichen Rohstoffe. Aber die Abkopplung vom Ressourcenmangel und das Erreichen von Klimazielen machen aus der Transformation des Bausektors einen gigantischen Hebel und eine große Chance für den Standort Deutschland. Aber wie kann das gelingen?

In dieser Folge von "Wicked Problems – Wissenschaft | Wirtschaft | Wandel" sprechen Dr. Martin Bethke und Prof. Dr. Hannah Trittin-Ulbrich mit Thorsten Hahn, CEO der Holcim (Deutschland) GmbH.

Sie sprechen darüber, warum die Baubranche einer der größten Hebel für Transformation ist – und wieso Kreislaufwirtschaft im Bau nicht an Technik scheitert, sondern an Nachfrage, Ausschreibungslogik und Geschäftsmodellen.


Im Zentrum steht die Idee: „Aus Beton muss wieder Beton werden“ – also echtes Upcycling statt Downcycling. Thorsten Hahn erläutert, wie technologische Fortschritte und politische Maßnahmen die Wiederverwendung von Baustoffen revolutionieren können, um nachhaltiger und kosteneffizienter zu bauen. Es geht um innovative Ansätze im Bauwesen, nachhaltige Geschäftsmodelle und die Zukunft der Kreislaufwirtschaft und auch die Idee, wie aus Beton wieder Beton werden kann!

Wichtigste Takeaways

✅ Kreislaufwirtschaft im Bau ist ein Business-Case: Klima- und Ressourcenschutz können sich wirtschaftlich auszahlen.

✅ Das Bottleneck ist Skalierung, nicht Technik: Ohne verlässliche Nachfrage keine Investitionen in Recycling-Hubs – und ohne Hubs keine flächige Lösung (Henne-Ei-Problem).

✅ Zielbild ist Upcycling: „Aus Beton muss wieder Beton werden“ – Downcycling löst das Problem nicht, Recyclingzement & hochwertige Aufbereitung sind entscheidend.

✅ CO₂ kann dauerhaft mineralisch gebunden werden: Recyclingmaterial wird damit potenziell zur Senke statt nur „weniger schlecht“.

✅ Öffentliche Vergabe ist ein Schlüsselhebel: Lebenszyklus/Vollkosten statt Primärkosten würden die Transformation massiv beschleunigen.

✅ Finance treibt die Bauwende: Banken, Investoren und Rückversicherer verschieben Anreize über Finanzierung, Risiko und Versicherbarkeit – unabhängig von politischer Tageslage.

Kapitel

00:00 Einführung in die Baubranche und Kreislaufwirtschaft

08:20 CO2-Einspeisung und nachhaltige Lösungen

18:03 Einführung in das Henne-Ei-Problem der Baubranche

25:21 Chancen der Kreislaufwirtschaft in der Baubranche

31:54 Digitale Lösungen für die Kreislaufwirtschaft

42:10 Lebenszyklusbetrachtung und innovative Materialien

50:02 Nachhaltigkeit als Geschäftsmodell und Unternehmensführung


Shownotes & Links

Holcim Deutschland GmbH: https://www.holcim.de

Deutsche Gesellschaft für nachhaltiges Bauen: https://www.dgnb.de

Cradle to Cradle: https://www.c2c-verein.de/

Studie "Nachhaltige Baustoffwende"

Lesenswert: Marsh, A. T., Velenturf, A. P., & Bernal, S. A. (2022). Circular Economy strategies for concrete: implementation and integration. Journal of Cleaner Production362, 132486.

Hannahs Forschungen an der Leuphana Universität: https://www.leuphana.de/institute/imo/personen/hannah-trittin-ulbrich.html

Martins Unternehmensberatung: Butterfly Effect Consulting GmbH

Thorsten Hahn auf LinkedIn

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Dieser Beitrag nimmt am Fast Forward Science Wettbewerb 2026 teil! https://www.fastforwardscience.de #FFS #AudioAward #BestesDebutAudio

Eine nachhaltige Vision von Europa: Werte und Menschlichkeit als geopolitischer USP - mit Carmen Sprus15 Feb 202600:55:20

Was bleibt von Nachhaltigkeit, wenn geopolitischer Gegenwind zunimmt – und wenn Unternehmen zwischen „Compliance“ und echter Transformation auseinanderdriften?

In dieser Folge von Wicked Problems diskutieren Prof. Dr. Hannah Trittin-Ulbrich und Dr. Martin Bethke mit Carmen Sprus (EY) über die harten Wahrheiten der Dekarbonisierung.

Carmen Sprus leitet bei EY auf EMEIA-Ebene die Sustainability-/Decarbonization-Themen und arbeitet mit großen Unternehmen daran, glaubwürdige Net-Zero-Strategien nicht nur zu formulieren, sondern in Operating Model, Investitionslogik und Umsetzung zu übersetzen. 

Sie ist außerdem Founder von CHANGE & SUSTAIN, ein Programm, in dem Führungskräfte und Unternehmerinnen und Unternehmer befähigt werden, in einer sich rasant wandelnden Welt erfolgreich zu sein.

Wichtigste Takeaways

✅ Dekarbonisierung ist kein „Technikprojekt“, sondern ein komplexes Transformationsproblem mit Zielkonflikten (Wachstum, Profit, Resilienz, gesellschaftliche Erwartungen). 

✅ Messbarkeit ist notwendig, aber nicht hinreichend: Quantifizierung/Monetarisierung kann Orientierung geben – stößt aber an Grenzen (Vergleichbarkeit, qualitative Faktoren, Fehlanreize). 

✅ Geopolitik & Nachhaltigkeit sind gekoppelt: Lieferketten, Abhängigkeiten, Standortpolitik und neue Produktionslogiken verändern die Nachhaltigkeitslogik von Unternehmen. 

✅ Europa braucht ein Zielbild: Ein möglicher USP liegt weniger in „maximalem Wachstum“, sondern in Stabilität, Versorgungssicherheit und gesellschaftlicher Kohäsion. 

✅ Start-ups liefern Innovation – Konzerne liefern Skalierung: Damit die Brücke funktioniert, braucht es Übersetzung in Stakeholder-Logik (Technik → Entscheider → Vertrag). 

✅ Der Engpass ist selten die Idee, sondern Vertrauen & Risikoaversion (insbesondere in konservativen Branchen wie Bau). 

✅ Fokus statt Verzettelung: Nicht alles gleichzeitig „quantifizieren und erfüllen“, sondern Impact-Hebel identifizieren und konsequent umsetzen. 

✅ Der wichtigste Hebel ist menschlich: Beziehungen, Dialogfähigkeit, „Nein sagen“, Governance und Incentives – Wandel passiert, weil Menschen ihn tragen. 

Kapitel

00:00 Einführung in den Podcast und Vorstellung von Carmen Spruß

04:04 Carmen Spruß: Karriere und Engagement für Nachhaltigkeit

05:21 Die humane Marktwirtschaft und ihre Herausforderungen

10:47 Dekarbonisierung und die aktuelle politische Lage

14:33 Europäische Unternehmen im internationalen Vergleich

18:25 Die Rolle von Geopolitik und Innovation in der Nachhaltigkeit

20:44 Stabilität und Sicherheit als europäische Werte

23:10 Nachhaltigkeit als gesellschaftliches Thema

29:11 Die Notwendigkeit von Visionen in Europa

33:19 Die Verbindung zwischen Start-ups und etablierten Unternehmen

37:47 Change and Sustain: Mentoring für junge Talente

52:01 Schlussfolgerungen und Ausblick auf die Zukunft

Shownotes & Links

CHANGE & SUSTAIN: https://www.linkedin.com/posts/carmensprus_groupmentoring-resilience-adaptability-activity-7414923807251124224-nhhC?utm_source=share&utm_medium=member_desktop&rcm=ACoAAAQ3ZhoBev21kK4TPe8LYeyftqZeRfn6154

Forbes-Interview mit Carmen: https://www.forbes.at/artikel/den-wandel-anfuehren

Hannahs Forschungen an der Leuphana Universität: https://www.leuphana.de/institute/imo/personen/hannah-trittin-ulbrich.html

Martins Unternehmensberatung Butterfly Effect Consulting: https://b-fect.com

Vernetze dich

Carmen Sprus auf LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/carmensprus/?isSelfProfile=false

Hannah Trittin-Ulbrich auf LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/hannah-trittin-ulbrich-652a4642/

Martin Bethke auf LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/dr-martin-bethke-24a8351b/


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