«Wenn der Chef nahbar ist und dies die Mitarbeitenden spüren, dann hat man gewonnen.»
Was können Führungskräfte von gelebter Gastfreundschaft lernen?
Christian Eckert, Direktor des Boutique Hotels The OMNIA in Zermatt, zeigt im Gespräch mit Philippe Ammann, wie Herzlichkeit, Verantwortung und eine offene Fehlerkultur erfolgreiche Teams prägen.
In der ersten Folge von «Leading Successful Teams» spricht Philippe Ammann mit Christian Eckert, Direktor des Boutique Hotels The OMNIA in Zermatt, über gelebte Herzlichkeit, Verantwortung in der Führung und eine offene Fehlerkultur, die Vertrauen schafft und Lernen möglich macht. Aus der Verbindung von Hotellerie und Aviatik entsteht ein praxisnahes Gespräch über Leadership, psychologische Sicherheit, Fehlerkultur und Just Culture.
Das Interview vermittelt herzliche Einblicke in eine menschliche Führungs- und Lernkultur.
Christian Eckert beschreibt, weshalb Herzlichkeit für ihn kein Schlagwort, sondern eine Haltung ist, die bei der Auswahl von Talenten beginnt und sich im täglichen Vorleben als Gastgeber zeigt. Er erklärt, wie kurze Wege, ein offenes Büro und die Nähe zu Gästen und Mitarbeitenden eine Kultur fördern, in der Offenheit, Vertrauen und gegenseitige Unterstützung selbstverständlich werden. Dabei wird deutlich, dass gute Führung nicht primär über Kontrolle funktioniert, sondern über Präsenz, Interesse am Menschen und die Bereitschaft, zuzuhören.
Im Gespräch zeigt sich auch, wie stark Kultur und Leistung zusammenhängen. Christian spricht darüber, wie er in den letzten Jahren ein Team aufgebaut hat, das Verantwortung übernimmt, sich einbringt und mit grosser Identifikation für das Haus arbeitet. Gerade in anspruchsvollen Situationen wird sichtbar, wie wichtig es ist, dass Mitarbeitende wissen, dass sie sich jederzeit melden können und mit ihren Anliegen ernst genommen werden.
Ein besonderer Fokus liegt auf der lernenden Fehlerkultur. An einem eindrücklichen Beispiel aus dem Hotelalltag wird sichtbar, wie mit einem kritischen Fehler umgegangen wurde, ohne vorschnell Schuldige zu suchen, sondern mit dem Ziel, gemeinsam zu verstehen, was passiert ist und wie sich ähnliche Situationen künftig vermeiden lassen. Genau darin zeigt sich ein Kern von Just Culture: menschliche Fehler ernst nehmen, offen besprechen und in Lernen für das ganze System übersetzen.