Philosophie, Anthropologie und Kulturkritik in dialogischen Essays, ideengeschichtlicher Comedy, historischen Hörspielen, literarischem Schweifen und seriösen Wahrheiten. Auch im Blog unter lachenundweinen.org
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In der letzten Folge unserer Tetralogie widmen wir uns den beiden letzten großen Interpreten im Diskurs der Ideologie: Peter Sloterdijk und Slavoj Žižek. Trotz einer gewissen Nähe wollen sie sich voneinander absetzen und den Diskurs der Ideologie auf ihre Weise zu einem Abschluss bringen: entweder indem sie über die Unmöglichkeit seines Gelingens aufklären (Sloterdijk) oder aber ihn mit den Mitteln einer psychoanalytisch fundierten Theorie des Begehrens fortsetzen (Žižek). Während wir bei Sloterdijk über die verhohlenen idealistischen Annahmen der marxistischen Gesellschaftstheorie aufgeklärt werden, verschiebt Žižek das gesamte ideologische Unwesen in die Sphäre der Praxis, wo es immer schon am Werk ist, auch wenn wir davon wissen. Gerahmt ist unsere Folge von einem Kopienstreit (Hörspiel) und einer kuriosen Kriminalgeschichte, die Bruno aus dem Trottelverein überliefert.
Inhalt:
00:00:00 Hörspiel
00:05:36 Wiederholung und Einleitung mit Adorno
00:11:52 Sloterdijks Auftritt im Ideologie-Diskurs mit “Die Kritik der zynischen Vernunft”
00:42:19 Žižeks remarxisierende Antwort in “Das erhabene Objekt der Ideologie”
01:17:24 Geschichten aus dem Trottelverein
Literatur:
Sloterdijk, Peter:Kritik der zynischen Vernunft, Frankfurt am Main 1983. Žižek, Slavoj:The Sublime Object of Ideology, London 1989.
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41.3 Frankfurt gegen den Rest der Welt
Monday, June 22, 2026 • Duration 01:29:39
Der dritte Streich folgt zugleich: Wir drehen uns noch eine Windung weiter auf der Denkschraube der Ideologiekritik und kommen zu den zentralen Vertretern der marxistischen Gesellschaftstheorie im 20. Jahrhundert: Wir nähern uns dem Flaggschiff der Ideologiekritik, der „Adorno Alpha" oder auch „Teddy Invictus" genannt. Dafür vertiefen wir uns in einen Klassiker der Kulturphilosophie, dessen polemische Analyse damals so aktuell wie heute ist: Das Kapitel über die „Kulturindustrie" aus der „Dialektik der Aufklärung" von Adorno und Horkheimer. Diese philosophische Schelte oberflächlichen Vergnügens amerikanischer Massenkultur ist die größte Antispaßkampagne der Geistesgeschichte und ihre Autoren gehören zu den schlechtgelauntesten Philosophen, die je philosophiert haben. Wir lassen uns davon nicht die Laune verderben und entdecken die durchaus amüsanten Seiten dieser Satireschrift, lassen uns auf dem Fließband der Kulturindustrie durch die verzauberte Warenwelt vor allem des Films tragen und hangeln uns von dort zu Marcuse und den introjizierten Bedürfnissen der Konsumenten. Bruno scheitert zuvor mehrfach daran, sich am Wurststand zwischen der Kracauer und der Horkheimer-Wurst zu entscheiden, was ihm als Ladenbetreter, der er werden will, noch zum Verhängnis werden kann. Zum Abschluss vergeben wir traditionell den Martin-Kippenberger-Forscherpreis und wecken den ersten Zweifel am ewigen Ideologieverdacht der Kritischen Theorie.
Inhalt:
00:00 Einstieg und Themenüberblick
05:50 Berufsbezeichnungen
13:00 Zwei Wegbereiter der Kritischen Theorie
28:20 Auf dem Fließband der Kulturindustrie
01:02:33 Geschichten aus dem Trottelverein
01:05:29 Marcuse, der „Posterboy der 68er Revolution"
01:17:03 Ein Seitenblick auf Althusser
01:19:54 Martin-Kippenberger-Forscherpreis Vergabe und Schluss
Literatur:
41.2 Marxistische Klempereien
Sunday, March 29, 2026 • Duration 01:17:19
Wir setzen die Suche nach der verlorenen Wahrheit im ideologischen Zeitalter fort und beginnen achronologisch mit Karl Mannheims “Ideologie und Utopie”, einem Klassiker der wissenssoziologischen Schule. In direkter Antithese wandern wir zurück zu der Quelle und dem Ursprung des modernen kritischen Ideologiebegriffs, wie ihn Marx und Engels in der “Deutsche(n) Ideologie” ausgearbeitet haben. Wir sprechen über die kritischen Grundbegriffe der marxistischen Gesellschaftstheorie: den Warenfetisch, die Herrschaftsgedanken und natürlich die Ideologie. Auf seinem Karriereweg zum Profibürger ist Jakob Käufer geworden, weil er sich schon seit Schulzeiten für Einkäufe begeistert und einen echten Warenfetisch entwickelt hat, Bruno, der sich mittlerweile als Pränalhistoriker verdingt, macht ihm das Angebot, den pränatalen Abschnitt seiner einstigen Biografie zu verfassen (Berufsbezeichnungen). Wir springen von Marx ins 20. Jahrhundert und registrieren mit Klemperers Tagebuch “L(ingua)T(ertia)I(mperii)” die Verwicklung der Ideologie in die Sprache als ihrem eigentlichen Ausdrucksmedium. Zuletzt machen wir einen Abstecher zu Bernays “Propaganda”, einer Bedienungsanleitung für moderne Ingenieure des Sozialen und der politischen Ordnung und sehen, welch eminente Rolle Ideologie als Bindemittel und Steuerungsmittel sozialer Ordnungsstrukturen hat.
Inhalt:
0:00 Begrüßung und Themenüberblick
5:02 Berufsbezeichnungen
14:52 Karl Mannheim: “Ideologie und Utopie”
27:02 Der Ideologiebegriff bei Marx
54:33 LTI, Victor Klemperer: Ideologie und Sprache
01:07:23 “Propaganda” von Edward Bernays
01:12:46 Ideologische Tropen und Zusammenfassung
Literatur:
Mannheim, Karl:Ideologie und Utopie, Bonn 1929.
Marx, Karl / Engels, Friedrich: , in: , Bd. 3, Berlin 1958.
41.1 Fallstricke der Alltagsideologie
Saturday, January 31, 2026 • Duration 01:20:16
Bei Lachen und Weinen steht ein intellektuelles Großereignis bevor: In traditioneller Besetzung arbeiten wir uns voraussichtlich über eine Spanne von vier Folgen durch die Geschichte des Ideologiebegriffs von seinen Anfängen bei Bacon (nicht crispy Bacon!) und im Aufklärungszeitalter bis zu den Neomarxisten und Wissenssoziologen des 20. Jahrhunderts. Ideologie ist nicht bloß ein Mittel, mit dem sich wenige Ideologen über Massen erheben und sie steuern, sondern sie ist ein Subtext der gesamten Geistesgeschichte und findet sich noch in den abstraktesten Theoriegebäuden.
Jakob präsentiert uns eine Detailaufnahme seines Alltags, die gerade an den unscheinbaren und vermeintlich “normalen" Alltagshandlungen ideologische Spuren nachweist. Er erklärt uns, wie man ein echter Profibürger wird und welcher Würde man dabei verlustig geht. Bruno deutet neben dieser mikrosoziologischen Beschreibungsebene die Macht ideologischer Strukturen auf der Makroebene an. Ideologie ist überall und wo sie nicht ist, muss sie unseren Verdacht erregen. Jedenfalls folgen wir vorerst dieser “Hermeneutik des Verdachts” (Ricœur), ohne sie selbst zu verdächtigen und landen mit einer Reihe von begriffsgeschichtlichen Einordnungen am Eingang des 20. Jahrhunderts.
Inhalt:
00:00 Begrüßung und Themenüberblick
07:18 Jakobs Rezension der letzten beiden Folgen
12:18 Politische “Fünf” Minuten
24:22 “Profibürger”-Sein in (post)ideologischen Zeiten
27:21 Die unsichtbaren Fallstricke der Alltagsideologie
38:59 Ideologie: Definitionen, Beispiele und Imperative
58:41 Ideologie: Etymologie und Begriffsgeschichte
01:12:40 Ausblick auf Teil II und Kurzauftritt Luhmanns
Literatur:
Herbert Schnädelbach: Was ist Ideologie? Versuch einer Begriffsklärung (in: Das Argument 50/1969)
40. Von der Utopie zur totalen Gegenwart (mit Maximilian Kloppert)
Friday, December 12, 2025 • Duration 01:17:45
Mit Maximilian Kloppert unterhält sich Bruno über den Roman Allegro Pastell von Leif Randt, der 2020 kurz vor der Pandemie erschienen ist und seitdem vom Feuilleton und der germanistischen Forschung als Generationenroman gefeiert wird. Im Frühjahr soll eine Verfilmung in die Kinos kommen und der neue Roman Let's Talk About Feelings von Leif Randt ist vor kurzem erschienen. Die soziologische Matrix des Romans bildet Reckwitz' Gesellschaft der Singularitäten: Wir befinden uns in einer positiven Affektkultur und nehmen alle an dem übergreifenden Wettbewerb der Authentizität teil. Wir kommunizieren um der Kommunikation willen, wählen aus unserem Gefühlsleben die Emotionen, die uns wie ein Reel oder eine Story auf Instagram besonders gut gefallen und müssen uns ständig fragen, ob das, was wir tun und lassen, sozial sanktioniert wird. Die vollkommen unkritische und neutrale Darstellung von kalkulierten Rauscherfahrungen, Work-Life-Balance-Gerede, verflachten, ausgehöhlten Gefühlswelten und unpathetischen Beziehungsdramen wirft die Frage auf, ob der Roman ideologische Sackgassen zeigt oder selbst eine ist. Wie affirmativ darf Pop sein oder hat die Moral hier überhaupt nicht reinzureden? Diese und viele weitere Fragen bilden eine umfassende Besprechung des von der Kritik hochgelobten "Generationenromans".
Inhalt:
0:00 Begrüßung und Vorstellung des Gastes
5:45 Hinführung zum Thema: Allegro Pastell
10:29 Werkverzeichnis und literaturgeschichtliche Einordnung
13:25 Inhaltsangabe des Romans
20:39 Analyse und erste soziologische Deutungen: Ein Roman der Singularitäten (Reckwitz)
30:05 “Poetik der Mittelbarkeiten”: Digitale Kommunikation, Drogen und Rauschprotokolle
45:55 Eine Schlüsselszene: Teezeremonie und “vorauseilende Wehmut”
51:06 Verhältnis von politischer Realität und Fiktionalität
39. Blaue Heimreise (mit Matthias Diermeier)
Thursday, November 6, 2025 • Duration 01:14:05
Aus gegebenem Anlass - NRW-Wahlen und landesweite “Stadtbild”-Diskussion - befassen wir uns ein weiteres Mal mit dem Rechtsruck in Deutschland und der AfD. Die Deutschen befinden sich laut Sloterdijk nach einem längeren “Urlaub von der Weltgeschichte mitten im Heimreiseverkehr”. Die in der Bundesrepublik totgesagte nationalistische, ja faschistische Vergangenheit lebt fort und wir finden uns wieder in einem Kulturkampf, den wir glaubten, in die Geschichte verbannt zu haben. Bruno spricht mit dem promovierten Ökonom und Sozialwissenschaftler Matthias Diermeier, der für das Institut der deutschen Wirtschaft in der politischen Beratung tätig ist und mit seiner Promotion den Schwerpunkt seiner empirisch geschulten Forschung auf die Analyse rechtsradikaler Bewegungen gelegt hat. Mit Matthias lassen sich Fragen, die sich heute einfach jeder fragt, wie die nach den Gründen für das Erstarken der AfD, stellen und differenziert beantworten. Warum sind AfD-Anhänger immun gegen rationale Argumentation und warum beten sie die Sicherheit des Landes, der Straßen, Bahnhöfe, Kitas und Vorgärten als den höchsten Gott an? Wir fragen nach den konkreten Inhalten ihres Parteiprogramms bzw. fragen, ob es sie überhaupt gibt oder inwiefern ihre Umsetzung der Wählerschaft selbst schadet. Statt Inhalten finden wir ein formales Charakteristikum: Allgemeines, undifferenziertes Dagegensein. In gemeinsamer Erörterung gelangen wir an die Leistungsgrenze der Erklärungskraft quantitativer Sozialforschung und fragen, wie man den AfD-Wähler darüber hinaus verstehen und erreichen kann. Dabei lassen wir uns beide aus Adornos nach wie vor aktuellem Vortrag “Aspekte des neuen Rechtsradikalismus” von 1967 das ein oder andere Stichwort einflüstern.
Hannah Arendts Essay “Wir Flüchtlinge” aus dem Kriegsjahr 1943 entdecken wir als einen normativen Leitfaden für die äußerst aktuelle Frage nach dem Status von und dem Umgang mit Geflüchteten neu. Wir empfinden die innere, geistige Erfahrung des Flüchtlings anhand von Arendts einfühlsamen Beschreibungen Vertriebener und Geächteter nach, und fragen im Rahmen klassischer Staatstheorien nach Genese und Sinn der Nationalstaaten im 20. Jahrhundert. Auch das weltweit zu beobachtende Phänomen einer Rekonsolidierung nationalistischer Kollektivierungsprogramme lassen wir nicht unkommentiert. Der Flüchtling erweist sich bei alldem als Universalfigur für den im Ringen der Staaten zwangsläufig marginalisierten und potenziell entrechteten Menschen.
Die Absurdität der bis heute gültigen Tatsache, dass nur ein Staat substanziell das Recht gewährt, Rechte haben zu dürfen - und das obwohl es den Staat in gewissem Sinne nicht gibt - kommt auch im Hörspiel zum Tragen. Ebenso das auch in Diskursen hierzulande wieder erstarkende Faktum, dass der Staat trotz seiner unterstellten Fiktionalität über seine Bürger einiges an sehr realer Verfügungsgewalt innehat.
Während Jakob Arendts wertvolle Analysen in der Erfassung und Kritik der gegenwärtigen politische Lage zur Anwendung bringt, wirft Bruno neueste Anekdoten aus seinem selbstgegründeten Trottelverein ein. Zuletzt vergeben wir ab sofort den Martin-Kippenberger-Forscherpreis für paranormale und außenakademische Forschungsleistungen.
Frohen Wahltag alle miteinander. Überbrückt die Stunden bis zu den vorläufigen Ergebnissen mit uns und kommt ein bisschen runter. Wahrt eure Fassung, kühlt euer Gemüt - es hilft ja nichts! Wir sprechen über die Coolness und ihre Rückseite. Eidetisch variierend nähern wir uns der Coolness als Phänomen und einigen uns: die Coolness ist ein Habitus. Wir sprechen darüber, was das noch gleich war bzw. lassen es uns von einem berühmten Franzosen mit Abstammung aus der Arbeiterklasse, der außerdem ein fettleibiges Buch zum Thema geschrieben hat, erklären. Die Coolness hält eigentlich von der aktiven Einmischung ab und zwingt den Coolen zur Distanzierung - wir hinterfragen aber, ob es heute wirklich noch uneingeschränkt cool sein kann, sich herauszuhalten. Wir drehen und wenden unseren Gegenstand von der Stoa bis zu den ca. 5 coolsten Politikern unserer Zeit - sie zögern, sie zittern und sie hassen nicht.
Die Bundestagswahl steht an und wiedervereint sprechen Jakob und Bruno über ein kompliziertes, relativ junges und hochphilosophisches Gefühl - das Ressentiment. Im deutschen ein Lehnwort aus dem Französischen, für das es keine wirklich adäquate Übersetzung gibt - im Französischen ein vom König des Essais, Michel de Montaigne, eigens geschöpftes Wort, bezeichnet es eine sehr genau benennbare Zusammensetzung einiger eher unangenehmer Gefühle. In der richtigen Konstellation ergibt sich als Ressentiment dann eine hochpathologische und politisch gefährliche Dynamik, die sich auch an der Wahlurne entladen kann. Damit es am 23. Februar nicht zu einer allzu destruktiv anklingenden Emotionensymphonie kommt, wollen wir euch auf die anstehende Bundestagswahl gebührend vorbereiten - soweit das philosophisch möglich ist. Wie immer gilt: Bekämpfung der Ernsthaftigkeit, auch parteipolitisch. Und das angesichts der Situation, in der wir uns BE-fin-den. Außerdem: Jakob bewirbt sich als Sonderbeauftragter für die kommende Bundesregierung, Bruno arbeitet auf dem Friedhof. Im Hörspiel - wer hätte das gedacht - leidet ein Patient, trifft zu seinem Glück auf einen hochkreativen Therapeuten.
Niemand ist gefeit, ein Ressentiment zu entwickeln, am allerwenigsten schützt Geld davor.
Inhalt:
00:00:00 Anmoderation und Themenbestimmung
00:05:10 Hörspiel: Der Patient geht ins Offene
00:17:31 Definitionsansätze des Ressentiments
00:21:01 Ressentiment nach Montaigne
00:25:41 Definition nach Max Scheler
00:29:01 Nietzsches Theorie des Ressentiment
00:39:21 Wie erkennen wir das Ressentiment?
00:42:36 Verschwörungstheorien und Kollektivierung des Ressentiments
00:46:37 Schelers Stufenmodell des Ressentiments
00:52:21 Ressentiment und Demokratie
00:54:26 Leon Wurmser
35. Magic Mountain Calling (mit Michael Kerkmann)
Monday, December 23, 2024 • Duration 01:16:24
In Begleitung eines weiteren Gastes begibt sich Bruno auf eine literarische Exkursion, während Jakob in Elternzeit ist. Gemeinsam erkundet er mit einem Pfadfinder geistiger Hochebenen das mysteriöse Terrain des Zauberbergs, dem Jahrhundertroman von Thomas Mann, der just in diesen Tagen sein 100-jähriges Jubiläum feiert. Die Geschichte eines durchschnittlich begabten angehenden Schiffbauingenieurs, der seinen lungenkranken Vetter im Sanatorium “Berghof” für wenige Wochen besuchen will, um schließlich ganze sieben Jahre “dort oben” zu verweilen, ist Vieles in Einem: ein geistiges Epochenpanorama der klassischen Moderne, ein letzter Blick auf die bürgerliche Welt vor ihrem Untergang, die Vorgeschichte des ersten Weltkriegs und der intellektuelle wie libidinöse Reifungsprozess eines jungen Mannes. Hans Castorp, so der Name des Protagonisten, ist Verführungen aller Art am Zauberberg ausgesetzt: geistiger, politischer, ästhetischer und schließlich erotischer. Er ist das bürgerliche Individuum unter den Bedingungen der Moderne: ohne Bindung an tradition und Familie befindet er sich im freien Fall. Die Vernunft und die Ideale und Errungenschaften vermögen ihn nicht mehr zu erden, nachdem er seine Disposition zur Krankheit entdeckt hat. Sie öffnet ihm den Weg der Selbsterkenntnis, auf dem er nicht geradlinig wie aus Platons Höhle herausklettert, sondern auf dem er mehrfach anhält, an Abbiegungen zögert, sich umdreht, nach hinten schaut, kehrt macht und im Kreis läuft, um schließlich einen Schritt vorwärts zu machen.
Inhalt:
(00:00:00) Anmoderation und Begrüßung des Gastes
(00:04:10) Ist Thomas Mann dem Realismus zuzurechnen?
(00:05:02) Einführung in das Thema
(00:09:41) Der Protagonist des Romans
(00:12:51) Handlungsaufbau des Romans
(00:22:58) Die Hermetik des Zauberbergs
(00:24:35) Der geistige Antagonismus im Werk Thomas Manns
(00:28:56) Hermeneutischer Zirkel und verschiedene Weisen des Verstehens
(00:34:22) Die Person Thomas Mann
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Die deutsche Ideologie
Marx-Engels-Werke
Klemperer, Victor:LTI. Notizbuch eines Philologen, Frankfurt am Main 2004.
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01:09:11 Kritik II: “Sackgassenkunst” oder affirmative Literatur?
Literatur:
Leif Randt: Allegro Pastell (2020)
Maximilian Kloppert ist Mitarbeiter am Erich Auerbach Institute for Advanced Studies (Universität zu Köln). Parallel promoviert er zur Aufwertung der Materialität der Handschrift um 1800.
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00:00 Begrüßung und Vorstellung des Gasts
03:00 Einstieg ins Thema: Kommentar zur “Stadtbild”-Debatte
10:51 Rechtsruck und die aktuelle Stellung der AfD
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Inhalt:
0:00 Einführung ins Thema
5:24 Hörspiel
13:47 “Imagined Communities” von Benedict Anderson
18:55 Humes historische Kritik an der normativen Vertragstheorie
24:17 Problemstellung: Der Flüchtling
26:29 Berufsbezeichnungen
33:29 “Wir Flüchtlinge” von Hannah Arendt und der Flüchtling in der deutschen Politik
38:17 Nationalismus revisited mit Adorno
43:35 Die erfahrene Innenperspektive des Flüchtlings nach Arendt
46:55 Arendts rechtstheoretische Grundformel “Das Recht, Rechte zu haben”
51:04 Minimaldefinition des Flüchtlings
59:07 Arendts Plädoyer für den “Paria”
01:01:37 Die rechtliche “Nacktheit” des Flüchtlings
01:08:17 Die “Avantgarde der Völker”
01:14:17 Der Martin-Kippenberger Forscherpreis
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(00:36:30) Verführung und Verwirrung auf dem Zauberberg
(00:46:55) Der "Scheitelpunkt" der Romanhandlung
(00:57:30) Der Gegensatz von Künstler und Bürger damals und heute
(01:01:35) Gegenwartskunst ohne Antagonismus
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(01:11:20) Wie klassisch ist der Zauberberg und was bleibt von ihm?
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