Explore every episode of the podcast Kapierfehler - Neurodivergenz und Schule
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Title
Pub. Date
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63 - Wölfe und Bären in der Schule - Verena und Eddy
02 Sep 2024
02:00:59
Was können wir von Wölfen und Bären über menschliches Verhalten lernen? In dieser spannenden Folge spreche ich mit Verena und Eddy über ihre Arbeit in der systemisch aufsuchenden Familientherapie und ihre Spezialisierung auf Neurodiversität. Die beiden teilen ihre wertvollen Erfahrungen und geben einen tiefen Einblick in ihre Methoden, Familien in Krisensituationen zu unterstützen, und erläutern, wie Fortbildungen für Kitas und Schulen sowie Teamsupervisionen und Elternseminare einen positiven Einfluss haben können.
Bei der Analogie: Wölfe und Bären handelt es sich keineswegs um ein zufällig ausgewähltes Beispiel, sondern es steckt sowohl viel Recherche aber auch viel Wissen hinter dem, was durch diese Analogie entstanden ist. Anhand von Naturbeobachtungen und Filmaufnahmen aus Alaska übertragen wir das Verhalten dieser Tiere auf menschliche Interaktionen in Kitas und Schulen. So können wir Missverständnisse und Konflikte besser verstehen und lösen. Dabei nutzen wir Metaphern, um die Dynamik zwischen "wölfischen" und "bärischen" Persönlichkeiten zu veranschaulichen und zu zeigen, wie verschiedene Bedürfnisse und Verhaltensweisen in einer Gruppe akzeptiert oder abgelehnt werden können.
Eddy und Verena findet ihr auf Instagram unter @wolfundbaer und das hier ist ihre Homepage. Das Buch, über das wir in der Folge sprechen, könnt ihr unter diesem Link bestellen.
57 - Was ein Kind mit ADHS lernen MUSS!? - Tanja @der_lerntiger
09 Jun 2024
01:13:24
Vom Reitstall zur Lernpraxis: Ursprünglich arbeitet Tanja mit behinderten Kindern und bietet Reittherapie an, doch zunehmend melden sich Eltern von Kindern mit ADHS und fragen nach, ob sie nicht auch von einer Reittherapie profitieren können!? Tanja teilt ihre Reise von der Gründung eines Reitstalls im Jahr 2000 hin zu einem spezialisierten Zentrum für ADHS-Therapie. Wir schildern die Herausforderungen und Chancen bei der Suche nach geeigneten Nachteilsausgleichen für Kinder mit ADHS oder autistischen Störungen im schulischen Umfeld. Persönliche Erfahrungen zeigen, dass externe Fortbildungsangebote oft angenommen werden aber Unterstützung in der Schule dennoch schwer zu finden ist. Tanja scheut sich nicht davor, regelmäßig in den Kontakt mit den Lehrkräften ihrer "Schützlinge" zu gehen und bewirkt somit wirklich viel für diese Kinder. Woran sich das zeigt? Tanja wird auch noch dann von diesen Kindern kontaktiert, wenn sie schon lange die Schule abgeschlossen haben und pflegen ein Freundschaftliches Verhältnis zu ihr. Das ist wirklich beeindruckend.
56 - ADHS/ASS und Neurodermitis - SOLOFOLGE Corina
02 Jun 2024
01:19:08
Gibt es einen Zusammenhang zwischen ADHS/ASS und Neurodermitis? Ich kann dazu nur so viel sagen, als dass es epidemiologische Studien gibt und eine S3 Leitlinie, die auf diesen Zusammenhang hinweisen. Am Ende dieser Folge werde ich detailliert darauf eingehen aber zunächst starte ich diese Folge mit euren Fragen, die mir via E-Mail und Instagram zugeschickt wurden.
Ich danke euch für euer Vertrauen und eure Offenheit!!
55 - Herausforderndes Verhalten - Sarah Weber @autisplus
26 May 2024
01:13:32
Diese Beschreibung wurde von einer KI verfasst - wie findest du sie?
Kennen Sie das Gefühl, wenn Leidenschaft Sie antreibt und Sie bemerken, dass Arbeit nicht nach Arbeit klingt? Genau dieses Gefühl lebt Sarah von AutisPlus, unsere inspirierende Gastin, die uns von ihrer beeindruckenden Reise von der Einzelunternehmerin zur Geschäftsführerin erzählt. In einem herzlichen Gespräch enthüllt sie, wie die Verwandlung ihres Autismuskompetenzzentrums in Mannheim in eine GmbH für sie zu einer Quelle von Freude wurde, trotz der gewachsenen Verantwortung. Sie gewährt uns Einblick in ihren Alltag, der keine Pausen kennt – nicht einmal an Feiertagen wie Pfingstsonntag – und demonstriert, wie echte Hingabe aussieht.
Die Welt des Autismus ist vielschichtig und so sind es auch die Herausforderungen, die autistische Kinder im Bildungssystem meistern müssen. In einem intensiven Dialog beleuchten wir die Problematik rund um Schulverweigerung und Maskierung, die psychische Belastungen für Kinder und Eltern mit sich bringen. Dabei betonen wir vehement die Notwendigkeit, individuelle Lernansätze zu fördern und die Freude am Lernen fernab von Schulzwängen zu kultivieren. Hören Sie zu, wie wir die Wichtigkeit aufzeigen, den Blick für machbare Veränderungen zu schärfen und inwiefern Eltern und Betroffene die Bildung in den eigenen Händen gestalten können.
54 - ADHS und Hormone, PMDS, PMS, Wechseljahre - Daniela
19 May 2024
02:06:38
Ich spreche mit Daniela Wolf @pmds_mentorin über ihren eigenen Werdegang mit ADHS und einer Hochgebung, weshalb sie vorzeitig die Schule abgebrochen hat und wie sie zu dem geworden ist, was sie heut ist, nämlich eine Spezialistin rund um den Menstruationszyklus, PMDS und PMS.
PMDS steht für die prämentruelle dysphorische Störung, bei der die Hormone den ganz normalen Schwankungen folgen, diese Schwankungen jedoch im Gehirn für CHAOS sorgen und einen Einfluss auf das Serotoninsystem nehmen. Das hat schwerwiegende Auswirkungen auf das Wohlbefinden. Kommen dann noch hormonelle Störungen wie PMS oder alles rund um die Wechseljahre hinzu, dann nimmt das unter Umständen schwerwiegende Folgen an. Es ist wichtig zu wissen, dass ca. 50% der Menschen mit ADHS auch PMDS haben und genau aus diesem Grund sagt Dani: "Es ist wirklich wichtig, erst einmal einen Hormonstatus prüfen zu lassen, bevor man über eine Substitution nachdenkt und mit PMDS ist das unter Umständen keine gute Idee."
Hört euch an, was wir beiden über die wichtigen Phasen einer menstruierenden Person besprechen - ich bin mir sicher, dass wir vieles erwähnen, was sonst selten besprochen wird.
Wie sieht der Alltag eines pflegenden Elternteils aus? Vor allem dann, wenn dein Kind keine offensichtliche bzw. doch! offensichtlich ist sie schon aber nicht sichtbare Behinderung hat. Worin besteht dann der Mehraufwand, den diese Elternteile Tag für Tag aufbringen müssen, um den Alltag irgendwie zu bestreiten? Denise ist eine pflegende und neurotypische Mutter eines Jungen mit ADHS, der gerade erst in die erste Klasse geht und die Familie hat seitdem schon einiges mitgemacht - vor allem aber das Kind!
Wenn der Anspruch der Schule nur noch darin besteht, dass das Kind in die Schule kommt und dort niemanden stört, dann ist das auf lange Sicht nicht mehr tragbar und für ein Kind, das sich viel bewegt und Kontakt zu anderen sucht, einfach zu wenig. Welche Möglichkeiten es jetzt gibt und was die nächsten Schritte sind, könnt ihr in dieser Folge hören. Eigentlich ist schon im Kindergarten klar, dass das nicht so einfach laufen wird ABER DAS GLAUBT IHR HALT MAL WIEDER KEINER!! Deshalb wird erst reagiert, wenn es eigentlich schon zu spät ist. Schade! Aber leider lein Einzelfall.
Danke Denise, dass du dich so spontan bereit erklärt hast, uns einen Einblick in deinen Alltag zu geben! Ich bin mir sicher, dass du mit deiner Geschichte vielen Elternteilen helfen kannst, ein paar Lösungen für sich zu finden.
52 - Mich hat in der Schule nichts interessiert! - Bene ADHso!
28 Apr 2024
01:37:50
In der Grundschule war soweit noch alles ok und Bene kam irgendwie klar, doch dann kam der Wechsel auf die weiterführende Schule. Obwohl sich Bene gefreut hatte, endlich auf die Schule zu gehen, die er aus privaten Gründen gut kannte, wurde es bereits nach ein paar Wochen einfach nur langweilig. Und leider hat sich daran bis zum bitteren Ende (bis zum ABITUR!! mit einer Extrarunde) nichts geändert. Heute weiß er, dass er ADHS hat. In der Schule wusste er nichts davon, außer dass er im Prinzip das Verhalten von Lehrkräften bekam, das sonst nur die anderen ADHSler*innen abbekommen haben. Bene klärt mit seinem Instagram-Profil und mit seinem youtube - Kanal auf ganz wunderbare, authentische und sympathische Art und Weise über seine alltäglichen Struggles auf. Hier ist das Video, über das wir in der Folge gesprochen haben: ADHS und Schule
Lieber Bene, danke, dass du das gemacht hast!! Es hat wirklich viel Spaß gemacht, mit dir zu sprechen!
Ja, es gibt 16 Bundesländer und somit leider 16 verschiedene Regelungen rund um das Thema Nachteilsausgleiche.
Und dennoch gibt es genug, das wir in unserem Unterricht tun können, um Barrieren abzubauen und somit echte Inklusion zu betreiben. Echte Inklusion bedeutet nämlich, dass wir Rahmenbedingungen schaffen, so dass sich alle Kinder und Jugendlichen sicher und gesehen fühlen. Aktuell sind wir da zum Teil echt noch weit von entfernt!!
In dieser Folge werde ich dir erklären, weshalb es Nachteilsausgleiche braucht und weshalb diese nicht willkürlich sind und schon gar keine Extrawurst. Und du bekommst ganz Konkrete Ideen für deinen Unterricht bzw. ganz konkrete Argumentationshilfen für die Kommunikation mit einer Lehrkraft.
Ich freue mich sehr, wenn du diesen Podcast positiv bewertest und wenn du mir schreibst, was du für sich mitnehmen konntest.
Wenn du eines meiner Webinare buchen willst, dann kannst du das mit diesem Link hier tun: Webinare und Elternkurs
Kim Hoss war zu Gast und hat aus ihrer Schulzeit berichtet und ich freue mich sehr, euch hier das Ergebnis zu zeigen. Kim ist Künstlerin, Musikerin, Influencerin, Podcasterin und eine ganz tolle Gesprächspertnerin! Ihr Herz schlägt für Gleichberechtigung und dafür macht sie ordentlich Rabatz! In ihrem Podcast The Sirens Collectiv und dem dazugehörigen Archiv ist sie laut! Und in ihrem Podcast Herz und Sack ist sie offen und spricht mit Berit über das, was sie persönlich bewegt und genau in diesem Podcast durfte ich schon sehr viel über mich und meine Denkweise lernen, schließlich denken wir neurodivergenten Menschen doch ähnlich und es tut gut, das zu hören.
In dieser Folge sprechen wir auch darüber, welchen Unterschied es macht, ob du als Mädchen oder als Junge (Achtung!! Stereotype!! Das ist mir hier sehr bewusst) sozialisiert bist, denn als Mädchen wird dir doch noch ein bisschen mehr verziehen, dass du träumst oder ein bisschen Quatsch machst, so lange du irgendwie funktionierst. Warum ist es so wichtig, das in diesem Kontext zu nennen? Weil so viele neurodivergente junge Männer Probleme mit Alkohol und Drogen haben und die Schule ein Ort ist, an dem Prävention betrieben werden könnte, wenn man den jungen Menschen ein Gefühl von Zugehörigkeit und Verständnis übermitteln würde.
Ich freue mich schon sehr über den Podcast, den Kim mit Kindern macht!
Nadine ist Mutter eines Jungen mit ADHS und geht davon aus, dass auch sie ADHS hat. Sie berichtet aus Sicht einer Mutter, wie Inklusion funktionieren kann, wenn man die richtigen Personen an der Seite hat.
Was mich wirklich stutzig gemacht hat war, dass Nadine ihren Sohn auf eine Schule geschickt hat, die sich groß auf die Fahne schreibt, Inklusion zu machen (was auch immer das heißt) und die überhaupt nicht wussten, wie sie mit diesem ADHS Kind umgehen sollten. "Er muss sich nur mal besser anstrengen!" "Er soll sich mehr konzentrieren!", solche Sätze hätte sie - ehrlich gesagt - an einer Schule wie dieser nicht erwartet und so geht ihr Sohn inzwischen auf eine Regelschule, die ums Eck ist. Nadine arbeitet selbst als I-Kraft und kennt den Spagat zwischen: DA SEIN und UNSICHTBAR SEIN! Schließlich wollen gerade die jugendlichen Menschen nicht zusätzlich stigmatisiert werden, indem ständig eine erwachsene Person neben ihnen sitzt.
Danke Nadine, dass du dich getraut hast! Ich weiß, dass es dir nicht leichtgefallen ist aber du hast das richtig gut gemacht.
48 - Was haben Förderschulen mit Inklusion zu tun? - Isabel
01 Apr 2024
01:24:47
Ich muss ehrlich sagen, dass das, was Isabel beschreibt, sich für mich gar nicht so nach Ausgrenzung anhört. Förderschulen wird ja vorgeworfen, dass sie genau das tun, was problematisch ist, nämlich einen EXTRA Raum zu bieten, in dem Kinder aussortiert werden, die nicht ins Regelschulsystem passen. Das Problem ist: es passen sehr viele nicht in unser Regelschulsystem und die Lehrkräfte, die dort unterrichten werden überhaupt nicht darauf vorbereitet, Inklusion zu betreiben - zumindest nicht in dem Ausmaß, in dem das stattfinden sollte. Und was ist dann die Alternative für Menschen, die wirklich gar nicht klarkommen?
Isabel ist Förderschullehrerin in Bayern und sie berichtet, wie das Studium aussieht, wie ein Alltag an der Förderschule aussieht und wir sprechen natürlich darüber, wie Inklusion an der Regelschule funktionieren kann.
Danke Isabel @frau_huetchen, dass du dich erneut bereit erklärt hast, mit mir über Schule und Inklusion zu sprechen.
Hochbegabte Kinder sind oft nicht die Einser-Schüler, die wir uns vorstellen – was läuft falsch im Schulsystem? Mildi berichtet von ihren persönlichen und beruflichen Erfahrungen mit hochbegabten Kindern und erklärt, warum sie häufig nicht die nötige Unterstützung in Schulen bekommen. Wir besprechen die dringende Notwendigkeit für ein multiprofessionelles Team, das in deutschen Schulen bisher rar ist. Mildi und ich thematisieren auch das weit verbreitete Missverständnis, dass hohe Intelligenz automatisch zu Spitzenleistungen führt. Besonders spannend: Wir werfen einen Blick auf Kinder im Graubereich mit einem IQ von 115 bis 130, deren spezielle Bedürfnisse häufig ignoriert werden. Ein unterstützendes Umfeld und die richtige Vorbereitung auf IQ-Tests spielen hierbei eine große Rolle.
Wir tauchen tief in ihre sozialen und emotionalen Hürden ein, wie das Gefühl der Ablehnung und die Schwierigkeiten, sich anzupassen. Perfektionismus und hohe Ansprüche an sich selbst können die Motivation dieser Kinder erheblich beeinträchtigen. Mildi gibt wertvolle Einblicke, wie wichtig Verständnis und Unterstützung sind, um hochbegabte Kinder zu ihrem vollen Potenzial zu führen.
Danke Mildi, dass du da warst, es hat wirklich Spaß gemacht, mit dir zu sprechen und deshalb freue ich mich auch schon auf die Folge, in der ich mit dir über deine Schulzeit sprechen werde.
Mildi findest du hier auf Instagram. Und hier ist ihre Homepage mit ihren Angeboten für Eltern.
Das pubertierende Gehirn befindet sich in einer Umbauphase und das bringt ein spezifisches Verhalten mit sich - ja auch gefährliches und anstrengendes. Allerdings brauchen uns jugendliche Menschen noch sehr! Wir erwachsenen sollten deren fehlende Funktionen ausgleichen und das funktioniert eben nur dann, wenn wir in einer guten Beziehung mit ihnen sind. Riskieren wir, dass wir uns nicht verstehen oder dass wir uns - noch schlimmer - voneinander entfremden, dann haben wir kaum eine Chance, einen positiven Einfluss auf diese Menschen zu nehmen.
Und auch wenn es uns Angst macht, zu hören, was sie so in ihrer Freizeit tun, so können wir ihnen dabei helfen, alternative Lösungsangebote zu machen und mit ihnen gemeinsam zu überlegen, wie sie sich in bestimmten Situationen verhalten können und wie nicht.
Ich freue mich sehr, wenn du mir unter der Folge eine positive Bewertung dalässt und mit ein Feedback zu dieser Folge gibst.
Die in der Folge erwähnte Fibel für Eltern findet ihr auf Luises Homepage.
Luise wird mir auf Instagram immer wieder eingespielt - naja - eigentlich sind es ihre Hände, wenn sie auf einer Matte mit kleinen Plättchen spielt und dabei Mathematik anschaulich macht. Ihr Material, das sie da nutzt, ist beeinflusst vom Montessori Material, schließlich ist Luise ausgebildete Montessori- Lehrerin, nachdem sie im regulären Schuldienst merkt, wie schlecht viele Kinder und Jugendliche mit Mathematik klarkommen.
Wir beiden Mathelehrerinnen stellen uns also die Frage: Warum scheitern so viele Menschen gerade im Fach Mathematik? Wenn ihr meinen Podcast schon länger hört, dann wisst ihr, dass eigentlich ALLE, die da waren, von ihren schlechten Matheerlebnissen berichtet haben. Auch außerhalb des Podcasts begegnen mir Menschen vorbelastet, wenn ich berichte, dass ich Mathematik unterrichte. Ich kann euch sagen: es ist nicht das Fach Mathematik das Problem, sondern was der Mathematikunterricht mit uns macht. Eigentlich sind es vielmehr die schlechten Erfahrungen, die wir im Matheunterricht machen als dass das Fach irgendetwas Besonderes mit sich bringt. Also sind wir doch wieder bei unserem Nervensystem und das erklärt und Luise ganz wunderbar. Luise findet ihr unter @frau_mathematte und unter @sicherlernen auf Instagram.
Andrea ist Erzieherin und dennoch selbstständig. Nachdem ich vor ein Paar Wochen bei ihr im Podcast war: (Hier geht es zu unserer gemeinsamen Folge bei Andrea), habe ich sie auch zu mir eingeladen. Es ging am Ende ihrer Folge um Lehrkräfte und um die Frage - was macht eine Lehrkraft zu einer guten Lehrkraft und was macht es so richtig schlimm? Natürlich können wir nur aus unserer eigenen Erfahrung sprechen und ich bin mir sicher, dass es Menschen gibt, die gerne mit Angst und Druck lernen (Hä??).
Und trotzdem sind wir beiden uns sicher, dass es keine gute Voraussetzung ist, wenn man mit Druck und Angst versucht, Kinder und Jugendliche zum Arbeiten zu zwingen. Das Ganze hat nämlich Auswirkungen!!
44 - Sex in der Schule - Julia Henchen @lustfaktor
03 Mar 2024
01:08:14
Sexuelle Bildung gehört aus den unterschiedlichsten Gründen eindeutig in die Schule, denn Sex hat etwas mit Beziehung und Identität zu tun und schließlich sind Menschen auf gute Beziehungen angewiesen. Ich bin zusätzlich fest davon überzeugt, dass es ganz viel mit Prävention zu tun hat, über Grenzen zu sprechen - am besten schon ganz früh. Julia Henchen alias Lustfaktor ist genau die richtige Person, um uns Lehrkräfte und Eltern in diesem Bereich aufzuklären, denn sie ist nicht nur Sexualpädagogin, sondern auch Sexual- und Paartherapeutin, das heißt, sie beschäftigt sich auch mit den Folgen fehlenden Wissens im Bereich Sexualität. Julia findet ihr auf den sozialen Netzwerken unter @lustfaktor und ihre Homepage unter: julia-henchen.de. Ihr könnt Julia als Kollegium buchen, um euch fortzubilden, ansonsten therapiert sie u.A. auch online. Es gibt ein Buch zum Thema Lustlosigkeit und mehrere Kurse, die ihr bei ihr buchen könnt. Sie ist eine große Empfehlung meinerseits!
Bücher, die ihr als Eltern lesen könnt: Magdalena Heinzel: Was kribbelt da so schön? Carsten Müller: Sex ist wie Brokkoli nur anders
Bücher für Kinder: Lina die Entdeckerin Glitterclit: Untenrum, wie sagst du? Carsten Müller: Von wegen Bienchen und Blümchen!
Bücher für Jugendliche: Sex in Echt! Jugend gegen AIDS: FAQ you!
Danke Julia, dass du dir die Zeit genommen hast, um zu mir in den Podcast zu kommen!!
"Bei Hunden gibt es noch einen weiteren Stressmodus, der nennt sich FIDDLE und da machen die Hunde einfach nur Quatsch und ich bin sicher, das gibt es bei uns Menschen auch!" Anja bekommt mit 52 die Diagnose AuDHS, also ADHS und Autismus und nachdem sie jahrelang als Schulsozialarbeiterin an einer Förderschule gearbeitet hat, selbst 3 große Kinder hat, kann sie mit mir aus den unterschiedlichen Perspektiven auf die Kinder und Jugendlichen in der Schule schauen und deren Verhalten analysieren. Anja war selbst "ein Klassenclown". Sie berichtet, wie es ihr damit ging, wie es ihr auch heute noch damit geht, wenn sie sich zurückerinnert und wie sie das aus ihrer heutigen Perspektive und mit der richtigen Expertise rückwirkend bewertet.
Das Gespräch hat richtig viel Spaß gemacht und bietet allerlei Tipps und Tricks für Eltern und Lehrkräfte im Umgang mit Klassenclowns.
Simon hat sich bei mir gemeldet und darum gebeten, seine Geschichte erzählen zu dürfen und ich bin so froh, dass er das gemacht hat. Tatsächlich ist es nämlich so, dass das, was Simon berichtet, so oft passiert: er wurde diagnostiziert (Hochbegabung), jedoch wurde übersehen, dass da noch etwas ganz anderes eine große Rolle spielt und so bleibt Simon auf sich allein gestellt, boxt sich irgendwie durch die Schulzeit und bekommt unterwegs weitere Diagnosen, die jedoch nicht zu ihm passen und so dauert es nicht lange und Simon wird arbeitsunfähig. Erst mit knapp 40 Jahren erfährt er, dass er Autist ist und sein erster Gedanke war: "Mist, das geht nicht mehr wieder weg!" Alleine diese Aussage zeigt uns doch so deutlich, welcher Leidensdruck sich hinter Simons Biographie versteckt.
Simon hat eine Tochter und ich finde es wichtig und gut, dass er als Vater erzählt, was ihm als Autist schwerfällt und wie es die Beziehung zu seiner Frau schon mehrfach belastet hat. Immerhin bekommt er heute professionelle Unterstützung, die dabei hilft, sein autistisches Wesen, besser zu verstehen und anders zu kommunizieren. Wäre gleich der erste Arzt seiner Intuition gefolgt, hätte sein Weg ganz anders ausgesehen. Wenn du dich also immernoch fragst, weshalb es Diagnosen braucht, dann ist diese Folge ganz wichtig für dich!
Danke Simon, dass du da warst und mir deine Geschichte erzählt hast. Ich bin mir sicher, sie wird vielen helfen!
Die Schule ist nicht außerhalb der Gesellschaft! Im Gegenteil - es ist für viele Kinder ein Ort, an dem die harte Realität stattfindet. Konflikte, Ausgrenzung, Mobbing, soziale Ungerechtigkeiten, die kaum ausgeglichen werden, kognitive Nachteile, die nicht anerkannt werden.
Klemens gibt Fortbildungen für Lehrkräfte, hält Vorträge und gibt Workshops zu den Themen Konversionstherapie und queere Schüler*innen und arbeitet zusätzlich in unterschiedlichen Projekten. Sein Lebenslauf ist so bunt wie seine Socken (lasst euch von seinen Strickkünsten gerne auf seinem Instagram Profil inspirieren) und aus diesem Grund wahnsinnig schwer, hier zusammenzufassen. Klemens lädt uns in dieser Folge dazu ein, immer wieder die Perspektive zu wechseln - in finanziell schwache Familien zu schauen, die Schwierigkeiten von Minderheiten zu sehen und eben - seinem wichtigsten Thema - die Probleme queerer Menschen in der Schule besser kennenzulernen. Was für eine Rolle spielt die Schule im Leben von Kindern und Jugendlichen, die Minderheiten angehören? Werden sie überhaupt gesehen bzw. repräsentiert?
Ich bin sehr dankbar, dass Klemens nicht nur die wissenschaftliche Sicht als Soziologe einnimmt, sondern auch aus seinem eigenen Leben erzählt, denn spätestens dann wird klar, weshalb sein Talent vergeudet gewesen wäre, wenn er die Lehre an der Bank zu Ende gemacht hätte.
ADHS und Essen - hat das etwas miteinander zu tun?
Ich weiß es! Ja!! Denn: Mit Essen kann Dopamin erzeugt werden und das ist schließlich das, was bei einem gestörten Dopaminstoffwechsel immer wieder gesucht wird - Dopamin! Zuckerhaltige und fetthaltige Lebensmittel liefern schnelle Energie und dadurch wird Dopamin freigesetzt. Vor allem dann, wenn eigentlich immer etwas zu tun ist, was nicht so viel Freude bringt, ist die Suche nach dem Dopamin besonders groß. Das hat viel mit meiner Biographie zu tun und lässt sich - jetzt im Nachhinein betrachtet - ganz leicht erklären.
Ich freue mich sehr, wenn du meinen Podcast bewertest (natürlich nur positiv) und wenn du mir ein Feeback zur Folge gibst.
Isabel ist Lehrerin an einer Förderschule und Pflegemutter eines Mädchens mit FASD. Dass das Kind diese Behinderung hat, ist ihr erst aufgefallen, als sie andere Kinder, die an ihrer Schule sind, beobachtet hat und viele Gemeinsamkeiten feststellte. Was das für sie im Alltag bedeutet und wie es ihren Blick auf das Thema Schule und den Umgang mit Schwierigkeiten, die Kinder mitbringen, verändert hat, erzählt sie uns in dieser Folge. Auch gibt sie uns einen direkten Tipp im Umgang mit Lehrkräften bzw. darin, wie wir miteinander kommunizieren sollten, damit ein Kontakt langfristig gut funktionieren kann. Isabel findest du auf Instagram unter @frau_hellebell
Danke liebe Isabel, dass du bei mir im Podcast warst, dass su dich bei mir gemeldet hast und wir dieses schöne Gespräch führen konnten.
Ich habe mit einem ganz kleinen Projekt gestartet und inzwischen so viele tolle Menschen kennengelernt und so viele neue Projekte gestartet. Offensichtlich braucht es Menschen, die in einer Mehrfachrolle auftreten, um Aufklärungsarbeit zu betreiben. Ich bin eine neurodivergente Lehrerin, eine Mutter neurodivergenter Schulkinder und leider spät diagnostiziert worden, weshalb ich durchaus weiß, wie es sich anfühlt, für die unterschiedlichsten Themen verantwortlich gemacht zu werden, die ich jedoch niemals eigenständig ändern konnte. Durch diese besondere Rolle kann ich so viele Positionen gleichzeitig vertreten und klare Änderungsvorschläge machen, damit der Umgang mit dem Thema Schule nicht zum Familienstreit oder zu einer Schulangst führen muss. Denn genau hierauf wirkt sich das aktuelle Schul- und Bildungssystem aus - auf die Gesundheit der Familiendynamik und auf die psychische Gesundheit der Kinder und Jugendlichen.
Ich bin dankbar, dass ich auf meinem bisherigen und doch noch sehr kurzen Weg, so viele Menschen kennenlernen durfte, die genau dasselbe tun - aus einer anderen Position heraus und in anderen Bereichen aber doch mit demselben Ziel: den Menschen zu erklären, wie wir neurodivergenten Menschen ticken!
Wusstest du, dass autistische Kinder im Schulsystem oft mit Herausforderungen konfrontiert sind, die nur schwer zu verstehen sind? In dieser Podcast-Folge widme ich mich diesem wichtigen Thema und stelle euch das Buch "Das andere Kind in der Schule" von Gee Vero vor, eine essenzielle Ressource für alle Lehrkräfte. Gemeinsam klären wir die Frage "Was ist Autismus?" und tauchen tief in die Vielfalt der Wahrnehmungen und Verhaltensweisen im Autismus-Spektrum ein. Dabei betone ich, wie individuell jede*r Autist*in ist und wie sehr es uns gelingen muss, klischeefrei über autistische Menschen zu sprechen.
Wie können Lehrkräfte und Mitschüler besser auf die verschiedenen Stressreaktionen bei autistischen Schülern reagieren? Durch die Sensibilisierung des Umfelds kann Kapierfehlern vorgebeugt und gezielte Unterstützung geboten werden. In dieser Episode erfährst du, wie du die Herausforderungen eines autistischen Kindes im schulischen Umfeld besser verstehst und dabei helfen kannst, eine unterstützende Umgebung zu schaffen.
Wie können wir die autistische Wahrnehmung besser verstehen, als dass wir einen Blick in ein autistisches Gehirn werfen? Ich versuche auf die Funktionsweise der Amygdala im autistischen Gehirn und wie sie sich im Zusammenspiel mit dem Hippocampus von nicht-autistischen Gehirnen einzugehen. Ich verdeutliche, wie alltägliche Situationen als bedrohlich wahrgenommen werden können und warum es so wichtig ist, diese Mechanismen zu verstehen.
35 - Pisa und Psyche: die schräge Seite von Bildung - Philip
10 Dec 2023
01:23:53
"Schule ist ein kapitalistisches System und die Schüler:innen darin sind die Ware, die sich anhand von Zahlen bewerten lassen soll." Wie gut passt das Schul- und Bildungssystem zu den psychologischen Voraussetzungen, die bei jungen Menschen gegeben sind?
Ich kann mir kaum vorstellen, dass es für dieses Gespräch jemand besseren gibt, als eine autistische Person, die bereits als Kind das Spezialinteresse "Psychologie" hat und die inzwischen Psychologie studiert. Philip von @sensoricaid war erneut bei mir im Podcast und wir haben uns gleich über die aktuellen Ergebnisse der Pisa Studie unterhalten, welche die Schieflage des Bildungssystems erneut aufzeigt. Wann haben die verantwortlichen Menschen verstanden, dass es nicht um die Inhalte in der Schule geht (bzw. nur bedingt), sondern dass die Psychologie der jungen Menschen eine ganz entscheidende Rolle spielt und dass genau hier angesetzt werden muss!? Hierbei handelt es sich also wirklich um einen Kapierfehler.
Danke Philip, dass du wieder da warst! Es hat mir erneut Spaß gemacht!!
Philips Geschichte verläuft alles andere als gradlinig. Zunächst ist sie geprägt von mehreren Schulwechseln wegen Mobbing, Unzufriedenheit mit der Schule und dem dortigen Lehrpersonal und Umzügen. Im Alter von 12 trennen sich seine Eltern. Später holt ihn seine fehlende Gesundheit ein und er muss die Schule abbrechen. Zu diesem Zeitpunkt erhält Philip seine ersten Diagnosen: Dyskalkulie, Autismus, Hochbegabung. Erst später kommt noch eine ADHS Diagnose dazu. Ein ganzer Strauß an Diagnosen!
Was dann passiert, ist einfach wunderbar: Philip möchte gerne anderen Menschen, denen es so geht, wie ihm damals, helfen und bietet schon recht früh Seminare an, in denen Angebote von Betroffenen für Betroffene gemacht werden. Dann kooperiert er mit dem Zentrum für Autismus Kompetenz (ZAK), bietet Kurse im Wald an, in dem es ums Überleben geht - eine Kombination aus Outdoor - Survival und Kampfsport, indem junge Menschen lernen, in einer neurotypischen Welt, auf sichv allein gestellt, zu "überleben". Aber das ist noch nicht alles, denn Philip studiert Psychologie, in der Hoffnung, irgendwann Therapien anbieten zu können, denn erst dann darf er vollumfänglich/ganzheitlich an die Menschen ran. Und zu guter letzt baut er sich gerade ein Business auf, in dem er reizreduzierende Produkte anbietet und dazu berät. Er hat sogar schon ein eigenes Produkt entwickelt, das er inzwischen veröffentlicht hat: eine abschirmende Brille. Sein Unternehmen heißt SensoricAid und darf ganz unbedingt besucht und empfohlen werden. Philip findet ihr auf Instagram unter @sensoricaid. Danke, lieber Philip für deine Zeit und deine Geschichte!
33 - Die inneren Trümmerfrauen - Trauma und Schule - Claudia
26 Nov 2023
02:05:17
Claudia von @tschuess.schulstress war in meinem Podcast und wir haben uns über Traum und Schule unterhalten. Ich muss vor dieser Folge wirklich eine Triggerwarnung aussprechen: Wir haben über schwierige Geburten, Medikamentenmissbrauch, Krankenhaustrauma, Gewalt zu Hause, sexualisierte Gewalt und Schultrauma gesprochen und all das sind Themen, die sehr belastend und anstrengend sein können.
Dennoch macht es sehr deutlich, weshalb wir sanfter mit den Menschen umgehen sollten, vor allem mit Kindern und Jugendlichen, die nicht wissen, weshalb sie auf bestimmte Personen oder Themen anders reagieren und die ihrer familiären Situation ausgeliefert sind. Claudia berichtet aus ihrer eigenen Schulzeit und sie macht sehr deutlich, wie sehr sie diese Themen und der Umgang der Lehrkräfte mit ihr auch heute noch belasten. Ich finde das Bild, das sie zeichnet, so unfassbar passend und schön: In uns sind wir die Trümmerfrauen, die die Traumata der Kriegsgeneration bearbeiten, um für unsere Kinder endlich eine liebevollere Gesellschaft zu erreichen. Danke Claudia für dieses wertvolle Gespräch.
Birgit @birgitschmidtgrabmer ist Psychologin und im Speziellen Legasthenie- und Dyskalkulietrainerin. Nachdem bereits sehr viele neurodivergente Menschen, die bei mir zu Besuch waren, von ihrer Legasthenie oder ihrer Dyskalkulie berichtet haben, war ich super neugierig, wie eine Therapie in diesen Bereichen aussieht und was Lehrkräfte in der Schule in diesen klassischen Förderstunden für Schüler:innen mit einer der beiden Schwächen (oder beiden) tun können, um das Kind wirklich zu fördern. Gerade für mich als Mathelehrerin im Gymnasium, war das Thema Dyskalkulie extrem interessant (ist es natürlich immer noch) und ich habe ganz viel nachgefragt.
Ich danke Birgit sehr dafür, dass sie so geduldig und offen über ihre Erfahrungen gesprochen hat und ich bin mir sicher, dass die Informationen, die wir hier bekommen haben, sowohl für Eltern von Kindern mit Legasthenie und/oder Dyskalkulie aber auch für Lehrkräfte einen echten Mehrwert liefern.
Vielen Dank für deinen unglaublich tollen Ansatz und deine Arbeit!
Eine Mutter, die vollkommen alleine gelassen wird und das, obwohl sie sich Hilfe holt. Ihr Kind ist ganz klar autistisch und lehnt jeglichen Blickkontakt aber auch jegliche Berührung der Mutter ab. Manuela verzweifelt und weiß nicht, was sie tun kann und wie sie mit ihrem Kind umgehen soll, wenn sie mit ihrem Mutterinstinkt spürt, dass die klassischen Beruhigungsmethoden nicht funktionieren und sie andere Hilfsmittel braucht. "Ach... dein Kind ist doch vollkommen in Ordnung!" "Du musst vielleicht eine Therapie machen, das liegt bestimmt an dir!"
Auch ihr zweites Kind ist "anders", jedoch hat dieses keine Probleme mit dem Körperkontakt, eher mit der Impulskontrolle.
irgendwann hat sie für beide Kinder eine Diagnose: Autismus und ADHS.
Doch die Diagnosen machen eigentlich keinen Unterschied. Egal, wie oft sie das Gespräch mit Erzieher:innen, Lehrkräften, Freund:innen oder Ärzt:innen sucht, sie erhält irgendwelche oberflächlichen Tipps und wird mit der Erwartung an sie entlassen, dass sie das irgendwie in Ordnung bringen soll. Das macht mich einfach sehr wütend!
Manuela steht exemplarisch für eine Mutter, die mit 52 Jahren erfährt, dass sie selbst neurodivergent ist und das, nachdem sie all die Jahre mit ihren eigenen Kindern und deren schulischen Probleme in einen Burnout getrieben haben. Heute versucht sie, zuerst einmal wieder gesund zu werden und gleichzeitig, Aufklärungsarbeit zu betreiben. Ich freue mich ganz arg, dass du da warst und deine Geschichte erzählt hast. Sie ist einfach sehr wichtig für ALLE!!
Misanthropie oder auch Menschenhass ist ein Phänomen, das nicht mit einer sozialen Phobie zu verwechseln ist. Ein:e Misanthrop:in ist ein Mensch, der so viel Enttäuschung und Ablehnung erfahren hat und das, obwohl diese:r dringend Hilfe gebraucht hätte. Joana nennt sich Frau Misanthropin und hat, aufgrund ihrer ADHS, immer wieder Ablehnung und Ausgrenzung erfahren. Sie sagt: "Ich war einfach nur ich und wurde deshalb nicht angenommen!"
Auch als erwachsene Frau merkt sie, dass es nicht deutlich besser geworden ist und so zeigt sie sich über Instagram als FrauMisanthropin und legt ihre Gedanken offen.
Ich fand das Gespräch mit Joana wirklich sehr schön und freue mich, dass sie so viel Wichtiges zu berichten hat. Danke, liebe Joana!! Du bist wunderbar so, wie du bist und ich wünsche dir sehr, dass du bald Menschen findest, die dich zu schätzen wissen, so wie du bist!
29 - Schule früher, Schule heute - WhatsApp Nachrichten
29 Oct 2023
01:36:08
In dieser Folge kommen ganz viele Menschen aus meinem Alltag von früher oder heute zu Wort. Ich habe ihnen ein paar Sprachnachrichten geschickt und dann meine Antworten via Sprachnachricht beantwortet bekommen. Die Qualität der Aufnahmen ist sehr verschieden, die Meinung der Menschen, die sprechen sehr unterschiedlich. Hierbei handelt es sich um junge Menschen, die noch zur Schule gehen, Lehrkräfte, Erzieher:innen und Menschen, die seit 20 Jahren nichts mehr mit Schule zu tun haben, u.v.m.
Ich finde, dass viele interessante Beiträge dabei sind und das Bild dennoch recht homogen ist, auch wenn sich die Erfahrungen deutlich unterscheiden.
Was bedeutet es, immer ein Kind zu Hause zu haben, das nicht selbstständig wird? Wie sieht der Alltag aus, wenn man als Elternteil nie loslassen darf und immer alles mitdenken, mitstrukturieren muss, damit das Kind nicht ständig Schwierigkeiten bekommt und dann klappt das noch nicht einmal, weil es dennoch Schwierigkeiten hat!?
Eines ist klar: neurodivergente Kinder zu haben, bedeutet, IMMER aber auch wirklich IMMER jemanden betreuen zu müssen und wenn wir das nicht annehmen oder wenn wir auf Therapeuten und unsere eigenen Eltern oder auf Erziehungsratgeber hören und versuchen, das neurodivergente Kind doch "zur Normalität dressieren zu wollen", dann entshet Frust in der gesamten Familie und wer ist Schuld daran? Na klar.... das neurodivergente Kind!
Dass das nicht gut sein kann, weder für das Kind noch für die Eltern, ist klar!
Ich hoffe, dass ich euch ein paar Denkanstöße geben konnte. Ganz liebe Grüße, Corina
P.S.: den Link zu meinem aktuellen Angebot findest du hier auf meiner Homepage!
27 - Die Probleme des Schulsystems reproduzieren sich selbst! - Crossover Podcast mit Dave Remmel
16 Oct 2023
01:23:55
Was muss ein Kind heutzutage eigentlich in der Schule lernen? Wie modern bzw. wie aktuell ist das Bildungssystem eigentlich noch, wenn wir mit dem Internet und den digitalen Endgeräten den Zugang zu unserem gesamten Wissen haben? Sollten Kinder und Jugendliche nicht eigentlich lernen, dieses Wissen auf den Wahrheitsgehalt zu prüfen? Sollten Kinder in der aktuellen Zeit nicht deutlich mehr politisch gebildet werden? Sollte es nicht selbstverständlich so sein, dass wir das Wissen, das verfügbar ist, lernen zu nutzen? Dave Remmel klärt über ADHS auf und ich glaube, er hat sich das Gespräch mit mir als Lehrerin deutlich schwieriger vorgestellt, als es dann geworden ist. Gerade Menschen mit ADHS (viele andere Neurodivergenzen auch), können so gut um die Ecke denken, so viele Themen verknüpfen und sollten dadurch in einer modernen Schule eigentlich richtig gut klarkommen. Stattdessen werden diese wichtigen Qualitäten weiterhin unterdrückt und kleingehalten.
Ihr findet Dave bei Instagram unter @dave.remmel und seinen Podcast, u.A auf seiner Homepage.
26 - Neurodivergenz lässt sich nicht weglieben! - FASD- Institut Julia
08 Oct 2023
01:44:21
TRIGGERWARNUNG: Es geht in dieser Folge um ein Phänomen, um eine Schädigung, die infolge von Alkoholkonsum während der Schwangerschaft entsteht. Wenn dich dieses Thema zu sehr belastet, dann solltest du dir die Folge lieber nicht anhören.
FASD: Fetale Alkoholspektrum- Störung
"Kennst du ein Kind mit ADHS, dann kennst du auch nur genau dieses eine Kind mit ADHS!" Obwohl es natürlich Gemeinsamkeiten in der Symptomatik von z.B. ADHSler:innen gibt, so gibt es auch Unterschiede und diese Überwiegen. Es ist mir ein großes Anliegen, mit all meiner Arbeit ebendies zu vermitteln, da die Vorgehensweise bzw. die Mittel, die im Umgang mit einem Kind helfen kann/können, sich stark unterscheiden. Zudem wissen sehr viele neurodivergente Menschen nicht, dass sie neurodivergent sind und das erschwert die Überlegungen über den Umgang mit neurodivergenten Schüler:innen sehr. Was also tun?
Ich denke, es geht darum, einen Umgang mit ALLEN Kindern zu finden, der zulässt, dass dieses Kind vielleicht einer Diagnose mitbringt, von der wir nichts wissen und somit keinen Schaden durch Falschbehandlung zu erzeugen. Ich habe als Lehrkraft tatsächlich nur durch einen Zufall schon einmal von FASD gehört, ansonsten war mir das vollkommen unbekannt. Nachdem jedoch jährlich in Deutschland ca. 10.000 Menschen aus diesem Spektrum geboren werden, und das Spektrum jeglichen IQ zulässt, habe ich mit Sicherheit schon häufiger mit Personen zu tun gehabt, die dem FASD-Spektrum angehörig sind.
Ich danke Juklia Kilp vom Institut für FASD sehr, dass sie mich angeschrieben hat und über FASD berichtet, da dies zunächst einmal für alle Eltern von neurodivergenten Kindern aber auch für Lehrkräfte eine sehr wichtige Information ist, die sie uns da gibt. Ihr findet Julia bei ihrer Homepage, in der sie auch von ihrer Arbeit berichtet oder über Instagram, über das sie Aufklärung betreibt.
Wie kann man Kindern mit ADHS im schulischen Umfeld wirklich helfen? In der neuesten Folge von Kapierfehler teile ich nicht nur meine persönlichen Erfahrungen als spätdiagnostizierte ADHSlerin, Lehrerin und Mutter von Kindern mit ADHS, sondern auch wertvolle Einsichten in die täglichen Herausforderungen, denen ADHS-Betroffene in der Schule begegnen. Wir sprechen über die Bedeutung des Verständnisses und der Unterstützung durch Erwachsene und wie wichtig es ist, dass Lehrer, Eltern und Betroffene gemeinsam an einem Strang ziehen. Zudem biete ich Fortbildungen und Beratungen an, die ihr hier buchen könnt:
Weiter geht es mit einem tiefen Einblick in das Verhalten von Kindern mit ADHS und die damit verbundenen Schwierigkeiten im Schulalltag. Hohe motorische Aktivität und Impulsivität führen oft zu Unterbrechungen und sozialen Konflikten. Ich erkläre, wie sich diese Eigenschaften in verschiedenen Kontexten unterschiedlich zeigen können, und warum eine Medikation automatisch eine Langzeittherapie ist, die nur unter ärztlicher Aufsicht sinnvoll funktionieren kann.
Warum vermeidet Hannah es, in Situationen zu geraten, in denen sich andere Personen sehr für sie freuen könnten!? Sie kann schon lesen und schreiben, bevor sie in die Schule kommt und das versteckt sie, sie weiß nicht warum sie das tut aber auch später versteckt sie ihr Können, indem sie immer wieder absichtlich Fehler einbaut, um nicht zu zu positiv wahrgenommen zu werden.
In dieser Folge sprechen wir über starke Gefühle und über Essstörungen, wie Bulimie, Magersucht und Essstörungen. Wir finden Parallelen zwischen den vielen Gefühlen und der Essproblematik und der Spätdiagnose (bei Hannah handelt es sich um eine Hochbegabung).
22 - Wie kann Unterricht aussehen? - Solofolge Corina
10 Sep 2023
01:07:59
Immer wieder werde ich gefragt, was Lehrkräfte denn alles noch tun sollen!? Lehrkräfte haben keinerlei Ausbildung im Umgang mit neurodivergenten Kindern, im Gegenteil, wenn ihnen etwas beigebracht wurde, dann, dass sie hart durchgreifen müssen und welche Methoden und Strafen dabei helfen können. Es gibt sogar Hefte zu kaufen, die damit weben, neurodivergente Kinder sinnvoll zu bestrafen, damit endlich Ruhe in den Unterricht einkehrt.
Es muss endlich ankommen, dass Strafen und Druck ganz genau das Gegenteil von dem Bewirken, was sie versprechen zu bewirken! Wenn es denn so wäre, dass es ein Mittel gibt, das die bisherigen Probleme mit neurodivergenten Kindern beseitigen würde, dann wüssten wir genau, wie das ginge.
Deshalb möchte ich dazu aufrufen, endlich an der Art des Unterrichts zu arbeiten, so dass neurodivergente Kinder gar nicht erst zu einem Problem werden müssen und so dass ALLE Kinder in der Klasse lernen, was lernen bedeutet und wie unterschiedlich das für jedes Individuum gestaltet werden muss.
Ich bespreche in dieser Folge ein paar Ideen, die ich mir zu Unterricht gemacht habe, da ich in den letzten Monaten sehr viel darüber nachgedacht habe, was ich Lehrkräften konkret anbieten kann. Bevor es aber so aussieht, als müsste zu viel investiert werden, möchte ich betonen, dass die Grundvoraussetzung die Haltung gegenüber der Kinder ist! Wenn diese offen, freundlich und stets für das Kind ist, dann wird sich automatisch sehr viel ändern!
21 - Wie lerne ich es, Grenzen zu setzen? - Sophie
03 Sep 2023
01:39:01
Wenn du schon als Kind beigebracht bekommst, dass du nicht ok bist und dass du dich "nur mehr anstrengen musst", dass du nur gut bist, wenn du gute Leistungen erzielst, dann wirst du zu einer erwachsenen Person, die die eigenen Bedürfnisse weder spürt, noch kommunizieren kann.
Wenn jemand zu dir sagt: "Ich glaube, das schaffe ich nicht!" Dann ist das keine Aufforderung, diese person zu ermutigen, das doch zu tun, sondern sensibel zu reagieren und verstehen, dass das ein Versuch war, eine Grenze zu ziehen. Denn wenn die Antwort: "Ach komm schon, so viel ist das doch nicht mehr!" lautet, dann hast du kaum mehr die Möglichkeit, trotzdem nein zu sagen.
Für mich war es erstaunlich wichtig, meine Diagnose zu haben, um zu verstehen, warum es mir so schwer fällt, Grenzen zu setzen.
Sophie kennt es sehr gut, immer wieder über ihre Grenzen zu gehen und sie stellt fest: Obwohl es ihr größter Wunsch war - schon in der Kindheit - einmal Lehrerin zu werden, fordert dieser beruf leider immer wieder, die Grenzen zu überschreiten und das möchte sie nicht mehr. Das ist ein Problem, das viele Lehrkräfte haben! Neurodivergente Lehrkräfte eben erst recht.
Liebe Sophie, danke für dieses schöne Gespräch! Ihr findet Sophie unter @someteacherstuff oder @meineadhswelt auf Instagram.
Ich hatte die Ehre mit Sarah Weber von Autisplus zu sprechen und durfte viel lernen! Wir haben uns überlegt, inwiefern der Lehrberuf überhaupt realistische Möglichkeiten bietet, neurodivergente Kinder in der Schule zu begleiten und eine weitere wichtige Frage, der wir uns gestellt haben, war: Dürfen Erwachsene überhaupt entscheiden, ob ein Kind so wie es ist, nicht ok ist und dürfen diese Menschen dann mit den unterschiedlichsten Mitteln versuchen, diese Kinder zu verändern!?
Wir beiden sind uns einig: NEIN!
Na klar: es gibt wichtige Verhaltensregeln, die alle einhalten sollten, um ein gemeinsames Lernen möglich zu machen aber das, was von Kindern erwartet wird, übersteigt diesen Gedanken deutlich!
Auch sind wir uns beide sicher, dass wir uns an einer sehr wichtigen Schaltstelle befinden und dass sich bald etwas Gutes einstellen wird, das uns in unserer Arbeit weiterbringen wird.
Wieso spielt es in der Schule eigentlich nur sehr selten eine Rolle, was zu Hause bei den Kindern los ist? Joy wächst in einem dysfunktionalen Elternhaus auf und weiß zum damaligen Zeitpunkt noch nicht, dass sie ADHS hat, obwohl die Anzeichen doch (im Nachhinein betrachtet) sehr eindeutig waren. Und so nimmt sowohl ihre Schulkarriere als auch ihre anschließende Ausbildungsgeschichte ihren Lauf.
Ihre Lehrkräfte sehen, dass sie mehr könnte, als das, was sie täglich in der Schule von sich zeigt und dennoch liegt der Fokus - wie so oft - auf den Dingen, die nicht gut klappen. Wenn du als Kind, als Jugendliche:r nicht lernst, was du gut kannst, dann ist es wahnsinnig schwer, den richtigen Beruf zu finden. Joy macht nicht nur eine Ausbildung und dennoch bleibt sie jeweils nicht bei den Berufen hängen, die sie erlernt.
Und inzwischen hat sie eine Diagnose und eine ernst zu nehmende Depression.
Wie hätte sich ihr Leben gestalten lassen, wenn sie mehr Unterstützung und Wertschätzung bekommen hätte?
18 - Was lösen Kritik und Bestätigung in neurodivergenten Kindern aus?
08 Aug 2023
00:18:10
Es gibt zwei Phänomene, die wir im Umgang mit neurodivergenten Menschen kennen sollten, denn diese erklären sehr gut, was bei der "Erziehung" dieser Kinder im Kindergarten oder in der Schule schiefgeht.
Diese beiden Phänomene kommen bei neurodivergenten Menschen sehr oft vor (unterschiedlich stark ausgeprägt - wir sind Individuen!!): RSD = Rejection Sensitive Dysphoria (Gegen Ablehnung empfindliche Dysphorie), nach William Dodson und RSE = Recognition Sensitive Euphoria (Für Anergennung empfindliche Euophorie), nach Hallowell und Ratey
Wir können mit Kritik einen absoluten Tiefpunkt erzeugen, auch wenn sie noch so klein und gut gemeint ist und wiederum durch Anerkennung, Lob und Bestätigung einen Höhenflug erzeugen. Mit diesem Wissen wird klar, dass der Umgang mit "schwierigen" Kindern (ich möchte nochmal betonen, dass nicht die Kinder schwierig sind, sondern das Umfeld für die Kinder schwierig ist!!) ein ganz anderer sein muss!! Statt immer und immer wieder zu kritisieren und zu betonen, was die Kinder falsch machen und wo sie sich verbessern sollten, hilft es sehr, immer und immer wieder zu betonen, was sie richtig machen und wo sie gut sind. Dies treibt die Kinder an, immer mehr zu geben und das ist schließlich das, was wir wollen.
Mir ist es wichtig dennoch das Belohnen separat zu betrachten. Darauf gehe ich in der Folge ein!
Ich empfehle allen Menschen, das Buch "ADHS ist kein Makel" von Hallowell und Ratey zu lesen oder zu hören (z.B. auf Spotify), denn hier wird das Störungsbild ADHS sehr ausführlich und wissenschaftlich beleuchtet.
17 - Sei die erwachsene Person, die du selbst gebraucht hättest! - Aiden
01 Aug 2023
01:45:33
Ich habe so ein unfassbares Glück! Ich kann euch nicht sagen, wie schön es ist, euch persönlich sprechen zu dürfen und eure Geschichten zu hören. Aiden ist so ein inspirierender und lustiger junger Mann, so dass ich mich während des gesamten Gesprächs einfach nur wohlgefühlt habe. Aiden hat eine große Mission und diese nennt er immer wieder: "Ich möchte der Erwachsene sein, den ich selbst gebraucht hätte!" Und getreu diesem Motto hält er die Augen offen und schaut, was er für seine Mitmenschen tun kann. Dass er wiederum sehr viel Diskriminierung und Unverständnis begegnet ist, macht das Ganze noch eindrucksvoller. Aiden, du bist ganz wunderbar, so wie du bist! Ich danke dir sehr für dieses tolle Gespräch und schicke dir liebe Grüße.
Gibt es die überhaupt: Problemkinder? Ich behaupte: NEIN! Jedoch gibt es Kinder, die im klassischen Schulunterricht stören und für uns zum Problem werden. Ist es dann fair, diese Kinder dafür verantwortlich zu machen? Ist es nicht eher so, dass wir wütend werden, weil wir ihnen nicht gerecht werden können, weil wir weder gelernt haben wie, noch in der Lage sind, mit den räumlichen, personellen und zeitlichen Gegebenheiten in den Schulen anders zu handeln?
Ich glaube, dass wir diese zunächst einmal erst störenden Kinder durch Druck zu Problemkindern machen, weil sie gar keine andere Möglichkeit haben, außer sich zu verstellen (was sehr viel Kraft bedarf) oder sich weiter treu zu bleiben und zunehmend lautstark zu kämpfen. Ein Kind, das nichts mehr zu verlieren hat, benimmt sich sicherlich stärker daneben als eines, das sich gewertschätzt fühlt, da sind wir uns doch wohl alle einig, oder?
Lasst uns neue Dinge ausprobieren, lasst und alle Kinder zur Verantwortung ziehen, gemeinsam besser klarzukommen. Die Verantwortung sollten die erwachsenen Personen tragen und nicht die Kinder!
Ganz viel Liebe geht raus! Vor allem an die (ehemaligen oder aktuellen) "Problemkinder" unter euch!!!
In dieser ersten Folge der Fortbildungsreihe "Ferienprogramm mit Kapierfehler" hörst du, welche Missverständnisse in der Schule zwischen Erwachsenen und Kindern zu psychischen Problemen bis hin zum Schultrauma führen können und weshalb das heutzutage nicht mehr tragbar ist. Ich bin mir sicher, wenn sich Menschen, die mit Kindern arbeiten, wirklich zuhören und versuchen zu verstehen, was genau oft falsch verstanden wird, dann wird der Frust, der auf beiden Seiten entsteht, unnötig!
Dies führt letztendlich zu einer großen Entlastung auf beiden Seiten!!!
Ich freue mich, wenn ich deine Erfahrungen vorlesen darf! Schreibe mir also gerne eine E-Mail an die unten angegebene Adresse. Ansonsten freue ich mich darüber, wenn du diese Folgen teilst und somit dabei hilfst, dass die Sichtbarkeit neurodivergenter und psychisch kranker Schüler:innen zunimmt.
Wir leben in einer Welt, in der es irgendwie vollkommen akzeptiert wird, dass man in Mathe (und in Französisch) schlecht ist und der Grund dafür häufig mit einem „das war bei mir auch so!“ weggelächelt wird. Das ist hochgradig schwierig, denn dadurch bleiben viele Schüler:innen in Mathe unnötig unter ihren tatsächlichen Fähigkeiten oder Schüler:innen mit einer Rechenschwäche werden dadurch weder ernst genommen, noch erkannt - beides führt zu unangenehmen Erfahrungen.
Dabei ist eine Dyskalkulie eine Lernstörung, die dazu führt, dass – trotz großer Bemühungen – keine deutliche Besserung erreicht werden kann. Und ohne das Wissen, das nötig ist, um Betroffene sensibel zu begleiten, kann sehr viel falsch gemacht werden. Erlebt eine Person mit Dyskalkulie nämlich regelmäßig Unverständnis für ihre Schwierigkeiten oder wird ihr sogar Faulheit oder Dummheit unterstellt, so sind psychische Erkrankungen, wie Angststörungen, depressive Symptome und Versagensangst vorprogrammiert. Der Mathematikunterricht wird evtl. sogar zu einem traumatischen Erlebnis.
Das grundlegende Verständnis für Zahlen und Mengen ist zum Teil von Geburt an vorhanden und wird im präfrontalen Cortex im Großhirn erlernt, was eine hohe Konzentrations- und Aufmerksamkeitsfähigkeit voraussetzt. Sind gewisse Grundlagen erlernt, dann geht die Verarbeitung in den Parientallappen über. Bei Menschen mit Dyskalkulie scheint dieser Prozess nicht im gleichen Maß stattzufinden. Hier wird auch später weiterhin der präfrontale Cortex beansprucht. Das alleine reicht aber nicht aus, um die komplexen Schwierigkeiten der von Dyskalkulie betroffenen Personen zu erklären, jedoch scheint der Parientallappen eine tragende Rolle zu spielen. Informationen zur Dyskalkulie findest du hier: https://www.bvl-legasthenie.de/dyskalkulie/ursachen.html oder hier: https://wegweiser-lernstoerungen.de/rechenstoerung/dyskalkulie_woher-kommt-eine-rechenstoerung/
Yvonne hat seit der Grundschule Mathenachhilfe und erledigt regelmäßig ihre Hausaufgaben. Auch bemüht sie sich im Unterricht und versucht, mit den Aufgaben klarzukommen. Sie tut also sehr viel dafür, mit der Mathematik klarzukommen und dennoch bleiben ihre Noten schlecht. Ihre Lehrer:innen, ihre Eltern und sie selbst zweifeln an ihr und immer wieder wird versucht, mit weiteren Übungen und mehr Druck dagegenzuhalten.
Inzwischen hat sie ein Abitur und arbeitet als Ergotherapeutin und ihr ist klar, auch wenn sie keine Diagnose hat, dass sie eine Dyskalkulie Ihr begegnen also täglich Kinder, die Schwierigkeiten mit der Schule haben und die von Lehrkräften falsch verstanden werden. Sie erlebt verzweifelte Eltern, die das Problem beseitigen wollen. Ihre Mission: Verständnis bei Lehrkräften und Eltern erzeugen. Dafür spricht sie mit Lehrkräften und hört den Kindern zu, damit sie sich wohl und beschützt fühlen.
Sie liebt ihren Beruf und das spürt man sofort, wenn man ihr zuhört. Ich danke dir, Yvonne, dass du den missverstandenen und
In meiner letzten Episode fiel es mir wie Schuppen von den Augen: ich bin mit einer Person mit selektivem Mutismus aufgewachsen!! Und es war mir einfach nie bewusst. Nachdem ich jedoch Klarheit über diesen Fakt bekommen konnte, habe ich sofort meine kleine Schwester Jennifer angeschrieben und gefragt, ob sie sich vorstellen kann, über ihre Erfahrungen zu sprechen und was soll ich sagen: sie sagte JA!! In dieser bewegenden Episode spreche ich mit ihr über ihre Herausforderungen mit selektivem Mutismus. Gemeinsam reflektieren wir, wie sie in bestimmten Situationen keine Worte fand und die Bedeutung einer vertrauten Unterstützung an ihrer Seite. Wir tauchen tief in unsere gemeinsamen Erfahrungen mit ADHS ein, besonders jetzt, da Jennifer erst kürzlich diagnostiziert wurde, und diskutieren die damit verbundenen persönlichen und beruflichen Herausforderungen im Lehramt.
Jennifer teilt berührende Anekdoten aus ihrer Kindheit, als die Angst, in bedeutenden Momenten oder in mehrsprachigen Familienkontexten zu sprechen, sie oft überwältigte. Wir betrachten die Rolle der Familie und wie positive Unterstützung und das Fehlen negativer Erfahrungen einen entscheidenden Einfluss haben können. Es ist eine wichtige Reflexion darüber, wie wir Kindern helfen können, ihre eigene Stimme zu finden und ihre Ängste zu überwinden, besonders in einem Umfeld, das oft von unausgesprochenen Erwartungen geprägt ist.
Als Lehrkräfte mit ADHS und autistischen Merkmalen besprechen wir die alltäglichen Herausforderungen und die Notwendigkeit einer stabilen Tagesstruktur. Von der Reizüberflutung bis hin zu Strategien, eine wertfreie Lernumgebung zu schaffen – wir teilen unsere Einsichten und Überzeugungen. Unsere Diskussion zeigt, wie wichtig es ist, Unterrichtsmethoden an die individuellen Bedürfnisse der SchülerInnen anzupassen und wie wir als Lehrer authentisch und strukturiert bleiben können, um sowohl unseren SchülerInnen als auch uns selbst gerecht zu werden.
Danke liebe Jenni, dass du dich diesem wichtigen Thema gestellt hast! Das war, glaube ich, für uns beide eine ungewöhnliche Situation!
Was würdest du denken, wenn du auf einem Weihnachtsmarkt eine Person im Rollstuhl siehst, die dann an einem Stand plötzlich aufsteht um sich etwas genauer anzuschauen? Vielleicht würdest du denken „Hä??! Simuliert diese Person?“ „Spinnt der/die?“
Es fehlt die Sichtbarkeit von Personen, die teilweise behindert sind. Personen, die an manchen Tagen gut zurecht kommen und dann laufen können und an anderen im Rollstuhl sitzen, da das Laufen dann zur Qual wird und unmöglich ist.
Ebenso fehlt es an Sichtbarkeit von queeren Menschen in der Schule. Und… wie viele Menschen gehen in der Schule so offen mit ihren psychischen Erkrankungen um, dass diese nicht mehr ein Tabuthema darstellen?
Wie fühlt es sich an, wenn man all diesen nicht sichtbaren Gruppen angehörig ist? Wie gehen andere Schüler:innen mit so jemandem um?
Ich habe nach queeren Schüler:innen gesucht, um über die Sichtbarkeit wichtiger Themen in der Schule zu sprechen und habe über Lina von @krawall_und_liebe unter anderem Sunny kennenlernen dürfen.
Ich bin unglaublich beeindruckt davon, wie offen er über sein coming out, seine psychischen Erkrankungen und seine teilweise Behinderung spricht, dass ich in dieser Folge sehr viel Einblick in seine schulische Situation und die Unterstützung, die ihm von der Schule angeboten wird, zu bekommen.
Ich danke dir Sunny für deine Offenheit und wünsche dir alles Gute!! ❤️🧡💛💚💙💜
Wie groß ist der Leidensdruck einer Person, die ein Leben lang missverstanden wurde und die - selbst nach ein paar Klinikaufenthalten - erst im Erwachsenenalter endlich weiß, was mit ihr "verkehrt" ist: sie ist neurodivergent. Bisher hat sie eine ADHS-Diagnose, jedoch steht eine weitere Diagnose aus, evtl. hat Jenny eine kombinierte ADHS und Autismus Diagnose (AuDHS).
Zu meinem eigentlichen Thema sind wir nicht gekommen und obwohl ich die Folge deutlich gekürzt habe, enthält diese so viele verschiedene Themen, dass es mir schwerfällt, konkret zu beschreiben, um was es hier geht.
Vielleicht zeigt sie sehr schön den bunten Kopfsalat, den Jenny mit sich herumträgt und in dem immer wieder harte Stückchen versteckt sind, die nicht leicht zu verdauen sind.
TW: Wir sprechen über Fehlgeburten, Schwangerschaften, Essstörungen, selbstverletzendes Verhalten, sexualisierte Gewalt und weitere sensible Themen.
Liebe Jenny, wir sprechen uns nochmal und dann schreibe ich uns vorher einen Plan, damit wir uns nicht zu sehr verleiten lassen, über Jesus und seine mögliche ADHS-Diagnose zu sprechen.
Ich wünsche dir alles Gute und danke dir für das bunte Gespräch!
Triggerwarnung: Bis einschließlich zur 11. Minute spreche ich über Panikattacken, selbstverletzendes Verhalten, Süchte und Depressionen!
Puh... Da musste wohl mal etwas raus! Ich habe gemerkt, dass sich das Verhalten einzelner Personen in den letzten Wochen, sehr auf meine Stimmung übertragen hat. Ich bin inzwischen zwar wirklich gut darin, die Themen anderer nur dann zu meinen Themen zu machen, wenn ich das möchte und dennoch habe ich - zum Teil von nahestehenden Personen - mehr Offenheit für diese Themen erwartet und bin erschüttert über die Reaktionen einzelner.
Ich weiß zwar nicht, weshalb ich davon ausgegangen bin, dass meine Aussagen verständlich und gut begründet dargestellt sind, so dass sie Menschen, die bisher kein Interesse an "Psychothemen" hatten, sich vielleicht doch noch öffnen und umdenken. Da lag ich ziemlich falsch!
Sowohl mit der Forderung, der LGBTQIA+- Bewegung mehr Aufmerksamkeit und Unterstützung anzubieten, als auch mit der Bitte, sich den Themen Neurodiversität und psychische Erkrankungen gegenüber zu öffnen, treffe ich auf Unverständnis. Menschen scheinen mich mit: "jetzt dreht sie vollständig durch" zu bezeichnen oder denken, dass ich irgendwo falsch abgebogen bin. Ich kann für mich sagen, dass ich ganz genau auf diesem Weg bleiben werde!!! Ich werde nicht stiller werden, sondern nur noch lauter! Ich biete meine Stimme an, für all die Menschen, die keine Kraft haben, für sich selbst zu sprechen und versuche mein Bestes zu geben, ihre Interessen zu vertreten!
Für mich bist du als Mensch wertvoll! Ich messe dich nicht an deinem Äußeren, nicht an deiner Leistung, nicht an deinen Fehlern oder Makeln, nicht an deinen Einschränkungen und schon gar nicht an deiner Sexualität, Identität oder Hautfarbe.
Jede Person, die das anders macht, hat an sich zu arbeiten! PUNKT!
Dies ist der zweite Abschnitt der 11. Episode. Falls du den ersten Abschnitt noch nicht angehört hast, dann empfehle ich dir, dies nachzuholen, bevor du das hier hörst.
Wie fördert man ein hochbegabtes Kind in der Schule? Und das, wo doch noch so viele andere Kinder in der Klasse sitzen... Muss ich als Lehrkraft also ständig zusätzliches Material erstellen? Braucht dieses Kind die ganze Zeit meine Aufmerksamkeit? Werde ich ein Kind bevorzugen?
Jessica coacht Eltern von hochbegabten Kindern im Umgang mit ihren schulischen Schwierigkeiten. Schwierigkeiten? Die können doch alles!
Nein, das ist eben nicht so, wie wir uns das vorstellen! Eine hochbegabte Person ist auch eine neurodivergente Person, was bedeutet, dass der Hirnstoffwechsel, im Vergleich zu einer neurotypischen Person, gestört ist. Dies bringt mehr Schwierigkeiten mit sich als Vorteile, denn ein klassischer Schultag ist ebenso überfordernd und es ist nicht so einfach, selbst mit einem hohen IQ, in diesem Bildungssystem klarzukommen. Manche scheitern regelrecht in der Schule.
Ich bin so unendlich dankbar, dass sich Jessica die Zeit genommen hat, um über die Schwierigkeiten hochbegabter Menschen in der Schule aufzuklären. Denn ich habe wieder eines gelernt: es ist nicht so schwierig! Es geht wie immer um eine gute Beziehungsarbeit!
Jessica findet ihr unter: @familie_mit_begabung bei Instagram
Und die Aufgaben, von denen wir gesprochen haben findet ihr unter: https://www.hoch-begabten-zentrum.de/raetsel_und_knobelaufgaben.html