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Explore every episode of the podcast Himmel & Erdung: Spirituell leben in der Netzzeit (RefLab)

Dive into the complete episode list for Himmel & Erdung: Spirituell leben in der Netzzeit (RefLab). Each episode is cataloged with detailed descriptions, making it easy to find and explore specific topics. Keep track of all episodes from your favorite podcast and never miss a moment of insightful content.

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Bild dir was ein! Johann Hinrich Claussen über «Gottes Bilder»30 Nov 202400:56:16
Johann Hinrich Claussen hat rechtzeitig für die Advents- und Weihnachtszeit ein spannendes Buch mit dem Titel «Gottes Bilder» vorgelegt. Darin setzt er sich mit unterschiedlichen Gottesbildern aus 2000 Jahren christlicher Kunst- und Frömmigkeitsgeschichte auseinander: von magischen Amuletten über die himmlisch schönen Madonnen-Darstellungen der Renaissance bis hin zu krassen sozialrevolutionären Gottesbildern. Das Buch füllt eine Lücke. Es gibt zwar schier endlos Literatur über christliche Kunst, aber kaum kompakte und gut lesbare Überblicksdarstellungen. Und selten beziehen Darstellungen auch den aussereuropäischen Raum ein. Die Klappenempfehlung hat kein anderer als der frühere Direktor des British Musum verfasst. Neil MacGregor schreibt über Claussens Buch: «Eine brillante Geschichte des Christentums in sorgfältig ausgewählten, kenntnisreich und kurzweilig erklärten Bildern.» In dieser Crossover-Folge von TheoLounge und Draussen mit Claussen befragt die Kunsthistorikerin Johanna Di Blasi den in Hamburg lebenden Theologien, Autor und EKD-Kulturbeauftragten Johann Hinrich Claussen auch über dessen persönliches Gottesbild. «Gottes Bilder. Eine Geschichte der christlichen Kunst», C. H. Beck-Verlag. Bild: Andrea Delitio, Der heilige Lukas malt die Madonna, Fresko in der Kathedrale Santa Maria Assunta in Atri, Italien, um 1477. Quelle: Internet. Musik im Podcast: "Shadowlands 3 - Machine" Kevin MacLeod (incompetech.com), Licensed under Creative Commons: By Attribution 4.0 License, http://creativecommons.org/licenses/by/4.0/
Glaubensdifferenzen im Wohnzimmer: Rafaela Estermann16 Nov 202400:52:45
Die meisten werden das kennen: Glaubensvielfalt am Wohnzimmertisch. Die Religionswissenschaftlerin Rafaela Estermann hat in ihrer eigenen Familie Feldforschung betrieben und auf www.religion.ch einen spannenden Blogbeitrag dazu geschrieben: «Glaubensvielfalt im Wohnzimmer – Familienchronik und Mikro-Ethnographie» In diesem TheoLounge-Gespräch unterhält sich die österreichische Kulturjournalistin Johanna Di Blasi mit der Schweizer Religionswissenschaftlerin über den spannenden und oftmals auch spannungsreichen Mikrokosmos der eigenen Familie. Von fromm bis atheistisch Wie kann es gelingen, miteinander im Gespräch zu bleiben, selbst wenn Weltanschauungen und religiöse Ansichten diametral verschieden sind? Wie kann ich für mein Gegenüber offen bleiben, aber mich gleichzeitig abgrenzen, wo ich anders denke und fühle? Tipps der Religionswissenschaftlerin Mit Neugier und möglichst ohne vorgefertigte Bilder auf Andersdenkende zugehen und wirklich verstehen wollen, weshalb das Gegenüber so denkt oder fühlt. Eigene religiöse oder politische Haltungen unmissverständlich artikulieren. Sollte im Austausch Stress aufkommen, sich primär selbst fragen: Wieso stresst mich das? Ich kann ja immer sagen: «Nein, ich sehe das anders als du. Aber wir sollten das jetzt so stehen lassen!» Unterschiede dürfen sein Mit der Globalisierung und Migration haben Herausforderungen zugenommen. Im Familienfeld lassen sich Umgangsweisen einüben, die auch gesamtgesellschaftlich notwendig sind, ist die Forscherin überzeugt. Rafaela Estermann ist stellverstretende Geschäftsführerin von IRAS COTIS, der Interreligiösen Arbeitsgemeinschaft Schweiz. Sie ist zudem Redaktionsleiterin bei religion.ch und wissenschaftliche Mitarbeiterin in der theologischen und religionswissenschaftlichen Fakultät der Universität Zürich. Dort forscht sie über den interreligiösen Dialog in der Schweiz und insbesondere die Kommunikation über Islam an Schulen. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Säkularismus, Nicht-Religion, Säkularisierung, Diskursforschung, Islam im öffentlichen Diskurs, Religion im öffentlichen Raum. William James' Typisierung religiösen Erlebens, die im Podcast angesprochen werden, finden sich gut in diesem Beitrag von Thorsten Dietz (Fokus Theologie) zusammengefasst: «Religion und Erfahrung: William James und die Vielfalt des Religiössen». Musik: In the Cave, music_for_video, Pixabay
Niklaus Brantschen: Mystik ist menschenmöglich29 Jun 202400:42:24
Viele Menschen möchten meditieren, aber haben Schwierigkeiten mit Gott. Welche Botschaft könnte da befreiender sein, als den Gott, an den wir nicht glauben können, einfach loszulassen? Johanna Di Blasi hat mit dem Autor des Bestsellers «Gottlos beten», Niklaus Brantschen, im Lassalle-Haus darüber gesprochen. In interspirituellen Gesprächen der TheoLounge geht es darum, jenseits von Glaube oder Unglaube Trennendes anzusprechen und Verbindendes zu erkennen. Wir versuchen, hinter Abstraktionen zu gelangen und nicht über Kultur oder über Religion zu reden, sondern ausgehend von den jeweils prägenden kulturellen und spirituellen Erfahrungen. Die Devise der interspirituellen Gespräche: Lust auf Fremdes, Neugier auf Verbindendes, keine Tabus! Musik im Podcast: Pixabay, Ambient Music (01), https://pixabay.com/music/meditationspiritual-ambient-music-part-01-205485/
Frank Kretzschmar: Becoming a Tribe15 Jun 202401:02:07
Der Psychologe und Unternehmensberater Frank Kretzschmar (Stepwise Management) hat vor 20 Jahren zu seiner Überraschung entdeckt, welch' enormes Potenzial in Afrika schlummert. Er war inzwischen unzählige Male dort, wurde rituell in die Gemeinschaft der Massai aufgenommen und ist tief überzeugt, dass wir von afrikanischen Kulturen und Religionen lernen können, die in Europa schmerzlicherweise immer noch chronisch unterschätzt oder schlechtgeredet werden. Und mehr noch: Das Wissen des afrikanischen Kontinents kann helfen, die Resilienz zu entwickeln, die in einer Welt disruptiver Veränderungen überlebensnotwendig ist. In dem Gespräch mit Johanna Di Blasi fasst Frank Kretzschmar zentrale Learnings aus Afrika zusammen, streicht die Bedeutung des Gemeinschaftssinns (Ubuntu) heraus und schwingt den Rungu: eine Waffe für den Kampf gegen Löwen wie auch Zeichen der Würde und Weisheit. Zu Frank Kretzschmars Projekten gehört die Maasai Master Class. Hier verbinden sich traditionelle Leadership und zeitgenössisches Managementwissen. Musik im Podcast: traditionelles Morgenlied (dawn song) der Massai-Frauen der Maasai Master Class: hier gehts zum Video. Sängerinnen: Sianto Ene Rankei und Lydia Naishorua Kirrinkai.
Mansour Ciss: Wann kommen die United States of Africa?01 Jun 202400:58:15
Von Afrika lernen (1): Mansour Ciss gehört zu den bekanntesten Künstlern des Senegal. Man kann ihn in grossen Museen zwischen Berlin und Peking, Paris und Dakar erleben. Ich habe ihn aber auch schon auf belebten Plätzen getroffen. Da steht er mit einer kleinen mobilen Wechselstube und bietet Afros zu einem guten Wechselkurs an. Afro ist die erste afrikanische Einheitswährung. Die Währung der United States of Africa. Gibt es sie wirklich? Was ist die Villa Gottfried? Worum geht es im Laboratoire de Deberlinisation? Und wie geht das zusammen: zeitgenössische Kunst und rituelle afrikanische Heilungsrituale? Hört rein und erfahrt, was man euch über die Situation im heutigen Afrika häufig vorenthält. Villa Gottfried Die Villa Gottfried, gegründet und erbaut von Mansour Ciss, liegt etwa 70 Kilomenter von der senegalesischen Hauptstadt Dakar entfernt am Meer. Sie ist ein Treffpunkt für internationale Künstler:innen und Poeten. Auf halben Weg dorthin erstreckt sich ein kilometerlanger Müllberg am Strand. Dort verrottet unser Elektroschrott. Ich besuchte die Villa 2018 und sass mit Mansour Ciss im Garten unter dem Mangobaum.
Loten Dahortsang: Buddhafiguren sind eine westliche Erfindung18 May 202400:50:13
In interspirituellen Gesprächen zeigt sich Verschiedenheit. WESENTLICH aber ist das Verbindende. Hier setzt die TheoLounge an: mit Lust auf Fremdes, Neugier auf Verbindendes und ohne Tabus! In dieser Folge verbinde ich mich - und euch, wenn ihr mögt - mit einem faszinierenden buddhistischen Mönch und Lehrer: Loten Dahortsang. Loten versucht, den Augenblick zu leben. Er forscht nach dem Glück in der Tiefe. Er hat mir Tee angeboten. Ich durfte ihn alles fragen – und er ist keiner Frage ausgewichen.  Als die Klosterglocke bimmelte, um das Mittagessen anzukündigen, blieb er sitzen, weil ich weitere Fragen hatte. Wir haben über religionsunabhängige Spiritualität geredet, über Gebet als aus der Mode gekommene Übung und über die Bedeutung der Sangha: der buddhistischen Gemeinschaft. Was ist Sangha? Die Versammlung der Mönche? Oder die Gemeinschaft der Mönche und der buddhistischen Laien? Aus meiner Sicht deutet die Trennung von spirituellen Profis (im Katholizismus: Priester) und Laien auf Religionsförmigkeit hin. Loten aber sieht das anders. Ich merke als Christin immer wieder, dass ich in der echten Begegnung mit dem Fremden immer auch etwas über das Eigene lerne. Diese Erfahrung wünsche ich auch euch! Und freu mich über Kommentare. Von Loten Dahortsang gibt es auf YouTube auch Meditationsvideos. Music: Tibet, by Sergei Chetvertnykh from Pixabay
RefLab Festival: Lesung von Birgit Mattausch04 May 202401:04:10
«Das Bleiben. Das Gehen. Ununterscheidbar, wo es beginnt, wo es endet.» «Ein Hochhaus am Waldrand ist das Zuhause von Nanush und ihrer Urgrossmutter Babulya. Einst hat die Urgrossmutter ihre Urenkelin von Sibirien nach Deutschland getragen, nun deckt Nanush die alte Frau abends mit einer Steppdecke zu.» Beim Podcast-Festival «Expedition WIRklichkeit» des RefLab las Birgit Mattausch aus ihrem berührenden und ungewöhnlichen Roman «Bis wir Wald werden». Ein Buch über die paradoxe Rückkehr in eine fremde Heimat und über intergenerationale Wunden, die nur langsam heilen. Einschlägige Podcasts: Steppenkinder. Der Aussiedler Podcast von Wedwin Markentin und Ira Peter X3 Podcast. Der erste RD+ und PostOst Podcast
Peter Kamber: Die Bauern und die Äbtissin20 Apr 202400:59:28
Schon vor 500 Jahren erlebten die Menschen multiple Krisen. Und in kaum einer Gegend waren die Spannungen und revolutionären Energien grösser als im damaligen Zürich und im Zürcher Umland. Im Gespräch mit dem Zürcher Reformationshistoriker und Romanautor Peter Kamber («Reformation als bäuerliche Revolution») geht es in dieser TheoLounge um die Umbruchszeit, in der sich das feudalzeitliche Zürich in einen Hort der Reformation verwandelte. Kaum ein Forscher hat sich so tief und umfassend mit den komplexen Ereignissen im damaligen Zürich auseinandergesetzt wie Kamber. Ausserdem hat er einen Roman geschrieben, der kurz vor der Veröffentlichung steht. Protagonist ist mit Conrad Grebel ein Zürcher Ratsherrensohn und Mitbegründer der Täuferbewegung. Manches, was damals in Zürich aufkeimte und aufbrach, strahlte in alle Welt aus. Vieles wirkt bis heute nach. Eine Schlüsselrolle in einem brenzligen Geschichtsmoment spielte mit Katharina von Zimmern eine mächtige, den Frieden, aber auch einen Söldnerführer liebende Frau. Die Äbtissin des Fraumünster stand einem Kloster vor, das aufgrund immenser Zehnteinnahmen das mächtigste Kloster auf dem Gebiet der heutigen Schweiz war. Die hochadelige klösterliche Feudalherrin war praktisch die Herrscherin von Zürich. Ende 2024 jährt sich zum 500. Mal die legendäre Schlüsselübergabe der letzten Äbtissin des Zürcher Fraumünster, Katharina von Zimmern. Ihr zu Ehren stehen vor allem in der zweiten Jahreshälfte in Zürich eine Reihe von Veranstaltungen ins Haus: Ausstellungen, Stadtführungen, Konzerte, Diskussionen. Das Programm zum Katharina-Gedenkjahr 2024 findet sich hier. Im Juli 2024 jährt sich ausserdem zum 500. Mal der Ittinger Sturm, die erste grosse Klosterbesetzung und -zerstörung im Zürcher Umland. Im Mai 2025 findet in Zürich die Mennonitische Weltkonferenz statt. Gefeiert wird der Beginn der Täuferbewegung vor 500 Jahren in Zürich. Musik im Podcast: Agnus Dei X Kevin MacLeod (incompetech.com), Licensed under Creative Commons: By Attribution 3.0 License, http://creativecommons.org/licenses/by/3.0/
Seelenflunkern mit Johanna Haberer16 Mar 202401:08:17
Die Theologin Johanna Haberer nimmt seit 2019 gemeinsam mit ihrer Schwester, der ZEIT-Redakteurin Sabine Rückert, den beliebten Bibelpodcast «Unter Pfarrerstöchtern» auf. Die beiden haben einem Massenpublikum die biblischen Geschichten aufgeschlossen. Mit ihrem heiteren und lockeren Erzählstil und ihrem profunden Bibelwissen. Johanna Haberer ist zudem Autorin des Buches «Seele. Versuch einer Reanimation». In dieser TheoLounge diskutiert die Theologin mit Johanna Di Blasi und Andy Loos aus dem RefLab über Seele. «Seelenflunkern» mit Johanna Haberer war Teil des ersten Podcastfesstivals des RefLab «Expedition Wirklichkeit» Anfang März 2024 in Zürich. Hier geht es zu einer aktuellen Blogserie zum Thema Seele von Johanna Di Blasi.
Leben wir noch im säkularen Zeitalter?03 Feb 202400:53:27
In den vergangenen Jahrhunderten galten grosse Teile der Bevölkerungen Europas als religiös, während Philosophen häufig religionskritisch waren. Heute scheint es fast umgekehrt zu sein: Volkskirchen erleben eine beispielslose Krise, Kirchenmitgliedschaftsstudien erkennen einen ungebremsten Trend Richtung Säkularisierung. Gleichzeitig aber stehen wichtige philosophische Vordenker seit einigen Jahrzehnten den Religionen immer aufgeschlossener gegenüber und manche sagen, dass wir in einer postsäkularen Zeit leben. Der Religionsphilosoph Luca Di Blasi hat sich vor einer Woche in einem Blogbeitrag für RefLab mit der Frage auseinander gesetzt: «Was ändert sich, wenn Religionen bleiben?»Im vorliegenden Podcast vertieft er im Gespräch mit Christoph Kerwien das Thema des Postsäkularen und seine Aktualität. Nebenbei erfährt man auch etwas über die Gnosis, und was sie mit Verschwörungstheorien verbindet. Ihr findet den Podcast auch auf der Homepage des von Luca Di Blasi an die Universität Bern ins Leben gerufenen Postsecular Lab.
Von Engelshand gehalten! Good Life Talk mit Christoph Sigrist23 Dec 202300:47:13
«Niemand hat Boden unter seinen Füssen», ist Sigrist überzeugt. Deswegen sei es so schön, sich von Engelshand gehalten zu wissen und dabei auch noch die Hände frei zu haben, um andere zu halten. Ganz anders der Versuch, sich am eigenen Schopf aus dem Sumpf zu ziehen. Dabei ist bisher noch jeder untergegangen. Christoph Sigrist ist ein Schweizer Theologe und Diakoniewissenschafter. Nach fast 20 Jahren als Pfarrer am Zürcher Grossmünster hat er für 2024 überraschend seinen Rückzug angekündigt. In dem Podcast verrät Sigrist, dass er sich künftig stärker der Arbeit mit Studierenden und dem Hilfswerk Sachham in Nepal verschreiben möchte.
Schwimm dich frei! Good Life Talk mit Andy Loos09 Dec 202301:00:01
Explore what the good life means to you, and connect with others doing the same! Im zweiten Good Life Talk ist Andy Loos vom Theologie-Podcast «Geist.Zeit» Gast von Johanna Di Blasi. Andy wuchs im idyllischen Siegerland auf, in einem streng pietistischen Umfeld. Dort war vieles verboten, was gemeinhin Spass macht: Tanzen, Kinobesuche oder Popmusik hören. Er habe seiner Herkunft viel zu verdanken, aber sich gleichzeitig auch «freischwimmen» müssen, sagt der Theologe. Andy und Johanna tauschen sich in dem adventlichen Podcastgespräch über die Kraft der Imagination aus, den Manifesting-Trend, Ähnlichkeiten und Unterschiede zu christlichem Gebet und zwei verschiedene Arten von Zukunft: futurum und adventum.
Mariano Delgado: «Das Meerschweinchen Gottes»14 Oct 202401:07:24
Wieso verkannten christliche Missionare häufig die Religion und Kultur der anderen? Insbesondere wenn Tänze, Traumdeutung und halluzinogene Pflanzen im Mittelpunkt standen? In welchem Verhältnis stehen die christliche Religion und sogenannte schamanistische Religionen heute? Und was kann das Christentum insgesamt von christlichen Formen lernen, die indigene Völker entwickelten? Darum dreht sich diese XL-Ausgabe der TheoLounge. Johanna Di Blasi unterhielt sich etwas mehr als eine Stunde mit dem bekannten Kirchenhistoriker und Missiongeschichtler Mariano Delgado. Kaum ein Forscher benennt so klar und direkt, was in der Vergangenheit schiefgelaufen ist, wie der kurz vor seiner Emeritierung stehende Professor der Université de Fribourg und Autor zahlreicher Bücher. Und kaum einer kennt die bunte Religionsvielfalt so gut wie er, die aus Kulturbegegnungen erwuchs. Der Forschungsschwerpunkt des gebürtigen Spaniers liegt auf dem indigenen Christentum Lateinamerikas. Religiöse Mischformen, die aus Kulturkontakten entstehen, betrachtet er nicht als Mischmasch oder schlechten Synkretismus, sondern als interessante Forschungsthemen und Formen, die die christliche Vielfalt bereichern. Über indigenes Christentum sagt Mariano Delgado: «Sie betrachten das Christentum heute als etwas, das wesentlich zu ihrer eigenen Kultur gehört.» Mariano Delgado, 1955 in Berrueces in der Provinz Valladolid geboren, ist ein spanischer römisch-katholischer Theologe, Kirchenhistoriker und Missionswissenschaftler. Er ist Autor und Herausgeber zahlreicher Schriften. Gemeinsam mit dem evangelischen Theologen Volker Leppin gibt Delgado die Reihe «Studien zur christlichen Religions- und Kulturgeschichte» heraus: mit Monografien, Quellensammlungen und Sammelbänden zu religions- und kulturhistorisch Themen aus Christentumsgeschichte, Politik, Mystik und Theologie bis hin zur Begegnung mit anderen Religionen. Ende 2023 erschien in der Reihe «Globales Christentum Transformationen, Denkformen, Perspektiven». Mariano Delgado, 1955 in Berrueces in der Provinz Valladolid geboren ist ein spanischer römisch-katholischer Theologe, Kirchenhistoriker und Missionswissenschaftler.
Ist Selbstsorge egoistisch? Good Life Talk mit Thorsten Dietz25 Nov 202300:47:44
Zum Auftakt einer TheoLounge-Reihe zu gutem Leben ist mit Thorsten Dietz einer der erfolgreichsten Theologie-Podcaster im deutschsprachigen Raum Gast von Johanna Di Blasi. Er macht mit bei «Worthaus», «Karte und Gebiet« sowie dem neuen Podcast «Geist.Zeit». Der Schweizer Rundfunk titulierte Dietz als «Theologie-Verklickerer». Er ist auch Bestseller-Autor. Buchtitel lauten «Sünde. Was Menschen heute von Gott trennt» oder «Gott in Game of Thrones. Was rettet uns, wenn der Winter naht?». In der TheoLounge spricht Thorsten über seine persönliche Frömmigkeit, über Dankbarkeit als interessantes und keineswegs universales Konzept, aber auch über verkorkste Frömmigkeitsformen, wo das Danken zwanghaften Charakter annimmt. «Es gibt Menschen, die das danken müssen gleich wieder als innerer Verpflichtung empfinden und aus dem dankbar sein müssen eine Art Generator für Schuldgefühle machen, so dass es ihnen schadet, dankbar sein zu sollen.» Zum Thema des guten Lebens sagt Thorsten: «Gutes Leben kann man sich nicht auf Vokalbelkärtchen schreiben. Am Ende ist es ein Tun, ein Sein, eine Performance.» In die TheoLounge ist der Podcaster trotzdem mit ein paar Stichworten gekommen, die er aber bald zur Seite legte. Musik: Valse Gymnopedie Kevin MacLeod (incompetech.com), Licensed under Creative Commons: By Attribution 3.0 License, http://creativecommons.org/licenses/by/3.0/
Hören KI-Unternehmer auf Kirche? Ein Gespräch mit Thomas Hausheer28 Oct 202300:48:47
Religion und KI (4): Der Grossraum Zürich ist unter den weltweit führenden Zentren für Roboter- und Drohnenentwicklung. Das angrenzende Zug wird auch Bitcoin-Valley genannt. Johanna Di Blasi aus dem RefLab unterhält sich in dieser Ausgabe des Podcasts TheoLounge mit Thomas Hausheer, dem Leiter des Forums Kirche und Wirtschaft im Schweizerischen Konzernhotspot Zug: über digitale Ethik in der Schweizer Wirtschaft und darüber, was Kirche zur Wahrung, Einhaltung und Verbesserung unternehmensethischer Standards beitragen kann.
Replika im Religionsunterricht? Ein Gespräch mit Marcel Scholz14 Oct 202300:36:24
Religion und KI (3): Verändert Künstliche Intelligenz die Religion? Und können umgekehrt religiöse und theologische Einsichten die KI-Entwicklung beeinflussen? Das wollen wir in einem vierteiligen Themenschwerpunkt des Podcasts TheoLounge herausfinden. Nach einem Gespräch mit dem Religionsphänomenologen Jonas Simmerlein über KI-Gottesdienste, ChatGPT und Hassmails und mit der Theologin und Technikanthropologin Anna Puzio über religiöse Roboter geht es weiter mit dem Religionspädagogen Marcel Scholz und der Frage: Was sollen junge Menschen in der digitalen Ära im Religionsunterricht eigentlich lernen? Marcel Scholz ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Seminar für Praktische Theologie/Religionspädagogik der Universität Mainz und gehört dem jungen Forscher:innen-Netz Religion and AI an. Er studierte an der Technischen Universität Dortmund Kunst und Evangelische Theologie für das Lehramt.
Brauchen wir Religiöse Roboter? Ein Gespräch mit Anna Puzio30 Sep 202300:44:02
Religion und KI (2): Verändert Künstliche Intelligenz die Religion? Und können umgekehrt religiöse und theologische Einsichten die KI-Entwicklung beeinflussen? Das wollen wir in einem vierteiligen Themenschwerpunkt des Podcasts TheoLounge herausfinden. Nach einem Gespräch mit Jonas Simmerlein über KI-Gottesdienste, ChatGPT und Hassmails geht es mit der Theologin und Technikanthropologin Anna Puzio weiter. Das Gespräch dreht sich um Religiöse Roboter. Wo kommen Religiöse Roboter heute schon zum Einsatz? Welche Entwicklungen sozialer und religiöser Roboter zeichnen sich ab? Und wie wirken intelligente Maschinen aber das menschliche Selbstverständnis zurück? Schon heute kommen Roboter im Bereich Social Care zum Einsatz. Mitunter falle es sogar leichter, sich einem Roboter anzuvertrauten. «Vor Robotern brauchen wir uns nicht schämen.»
Wie gut predigt KI? Ein Gespräch mit Jonas Simmerlein16 Sep 202301:06:20
Religion und KI (1): Verändert Künstliche Intelligenz die Religion? Und können umgekehrt religiöse und theologische Einsichten die KI-Entwicklung beeinflussen? Das wollen wir in einem vierteiligen Themenschwerpunkt herausfinden. Den Auftakt bildet ein Gespräch mit dem Theologen und Religionsphänomenologen Jonas Simmerlein. Er ist der Mann hinter dem KI Gottesdienst, der im Juni auf dem Evangelischen Kirchentag in Nürnberg für Aufsehen und viel mediale Resonanz sorgte. In dem Gespräch mit Johanna Di Blasi legt der Theologe auch dar, weshalb sich die Angstlustfrage, ob KI menschenähnliches Bewusstsein erlangen könne, mit einem klaren Nein beantworten lässt.
Birgit Mattausch: «Bis wir Wald werden» – ein anderer Blick auf Russlanddeutsche19 Aug 202300:46:00
Birgit Mattausch wohnte als Pfarrerin in Stuttgart in einem Hochhaus mit russlanddeutschen Migrantinnen. Grossmütter und Mütter luden sie in ihre Küchen ein und teilten mit ihr Geschichten von sibirischen Sommern, sowjetischen Gulags und endlosen Wintern und Wäldern. Durch die aktuelle Kriegslage hat der Romanstoff an Brisanz gewonnen, weil alte Vorurteile gegenüber Russlanddeutschen wieder grassieren.
Tom Segev: In Israel kommen wir aus 100 Ländern und sprechen 70 Sprachen (Jerusalem-Special III)12 Aug 202300:44:50
Für die letzten drei Wochen ihres Israel-Aufenthalts wohnt Sabine Rotach in Jerusalems Regierungsviertel: in der Nähe des Parlaments und entsprechend in der Nähe der Demonstrationen, die seit Monaten gegen die Entdemokratisierung des Landes ankämpfen. Sie ist an zwei grosse Demos gegangen und war beeindruckt von deren Intensität und Friedlichkeit. Sie hat verzweifelte und hoffnungsvolle Stimmen eingefangen und hat, um diesen historischen Moment besser verstehen zu können, Tom Segev zu einem Gespräch getroffen. Tom Segev ist israelischer Journalist und Historiker und hat der Generation der «neuen Historiker» angehört, die die Geschichte des Landes kritisch und faktenbasiert neu aufarbeiteten. Heute arbeitet er vor allem als Buchautor, verfolgt das Zeitgeschehen aber aufmerksam und differenziert wie eh und je.
Dieter Vieweger: Archäologie ist (fast) immer politisch (Jerusalem-Special II)29 Jul 202300:56:08
Dieter Vieweger lebt seit 30 Jahren in Jerusalem und überblickt die Geschichte der Stadt wie wenige: Er leitet das DEI (Deutsches Evangelisches Institut) und erforscht als Archäologe, Theologe und Professor für Altes Testament die unglaublich reiche Vergangenheit des Landes. Was hat die Geschichte Jerusalems mit der konfliktreichen Gegenwart zu tun? Wie lässt sich die Stadt lesen? Welche Erkenntnisse können biblische Texte und archäologische Funde liefern? In seinem Büro hoch über der Altstadt berichtet Dieter Vieweger von seiner Arbeit und ihren politischen und theologischen Verflechtungen. Sabine Rotach hat sich für zwei Monate nach Jerusalem aufgemacht, um der faszinierenden Stadt auf die Spur zu kommen. In den drei Folgen ihres Summerspecials nähert sie sich ihr von ganz verschiedenen Seiten. Sabine Rotach war u.a. Moderatorin und Redaktorin bei SRF 2 Kultur und wird ab September in Basel Theologie studieren.
Johanna Haberer: Experiment Grabeskirche (Jerusalem-Special I)15 Jul 202300:54:02
Die Archäologie bestätigt heute, was die Glaubenstradition seit fast zweitausend Jahren überliefert: Es ist wahrscheinlich, dass die Grabeskirche in Jerusalem sich am Ort von Jesu Tod befindet. Die bekannte Theologin und Podcasterin Johanna Haberer macht sich zusammen mit Sabine Rotach auf, den vielgestaltigen Ort mitten in der Jerusalemer Altstadt zu erkunden. Die beiden nutzen dafür das Angebot der Kirche, sich eine Nacht lang einschliessen zu lassen, um die Räume und ihre Bespielung intensiv zu erfahren. Überwiegt Besinnlichkeit oder Baustellenfeeling? Faszination für Liturgie oder für eine leere Zisterne? – Auch Egeria kommt zu Wort, eine Jerusalempilgerin, die im 4. Jahrhundert eines der frühesten Zeugnisse zur Grabeskirche hinterlassen hat. Johanna Haberer ist evangelische Theologin und Journalistin. Sie war Professorin für Christliche Publizistik an der Theologischen Fakultät der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Seit 2019 produziert sie zusammen mit ihrer Schwester Sabine Rückert die Podcastserie «Unter Pfarrerstöchtern». Zurzeit arbeitet sie für vier Monate in Jerusalem. Sabine Rotach versucht während zwei Monaten, der faszinierenden Stadt auf die Spur zu kommen. In den drei Folgen ihres Summerspecials nähert sie sich Jerusalem von ganz verschiedenen Seiten. Sabine Rotach war u.a. Moderatorin und Redaktorin bei SRF 2 Kultur und wird ab September in Basel Theologie studieren.
Etty Hillesum: «Wir müssen dir helfen, Gott»24 Jun 202300:53:03
Lange blieben die Tagebücher Etty Hillesum (1914–1943) unveröffentlicht, erst in den 1980er-Jahren erschien zum ersten Mal eine Sammlung von Texten daraus. Etty Hillesum schrieb im von den Nazis belagerten Amsterdam der 1940er-Jahre, später aus dem Arbeitslager Westerbork, in dem sie über ein Jahr lebte, bevor sie nach Auschwitz transportiert und dort ermordet wurde. Ihre Tagebucheinträge und Briefe zeigen eine junge Mystikerin die das Zeitgeschehen klar sieht und reflektiert. Gleichzeitig findet sie im Leben, in ihrer Spiritualität und in sich selbst Ressourcen, um Menschen zu helfen, nicht zu verzweifeln. Trotzig hielt sie daran fest, dass das Leben selbst im Schrecken Momente der Schönheit, vielleicht sogar des Glücks bereithält. «Wir haben dieses Lager singend verlassen», notierte sie auf eine Postkarte, die sie am 7. September 1943 aus dem Zug warf. Gast in der TheoLounge ist der emeritierte Theologieprofessor Pierre Bühler, der soeben die erste deutschsprachige Gesamtausgabe von Etty Hillesums Werk herausgegeben hat. Mit ihm im Gespräch sind Felix Reich, Redaktionsleiter der Zeitschrift «reformiert.», und Evelyne Baumberger vom RefLab. Etty Hillesum: Ich will die Chronistin dieser Zeit werden. Sämtliche Tagebücher und Briefe 1941-1943, C.H. Beck, 2023.
Johann Hinrich Claussen: Über geraubte Kunst und menschliche Gebeine05 Oct 202400:57:55
Hat sich das Problem mit der Rückgabe geraubter Kulturgüter und verschleppter «Human Remains», also menschlicher Überreste erledigt? Können wir danach einen Haken hinter den europäischen Kolonialismus und die christliche Missionierung der Welt machen? Oder bleibt man dennoch in einer Konfliktgeschichte verbunden? In dieser Crossover-Folge der TheoLounge mit dem RefLab-Podcast «Draussen mit Claussen» unterhalten sich Johann Hinrich Claussen (Theologe, EKD-Kulturbeauftragter) und Johanna Di Blasi (Kulturjournalistin, Kunsthistorikerin) über ihre Erfahrungen mit Restitution und Repatriierung (Rückführung menschlicher Überreste). Johann war in Rückführungsprozesse von Ahnengebeinen nach Afrika involviert und hat Einblick in die Geschichtsaufarbeitung von Missionsmuseen, Johanna hat das Thema Restitution und Repatriierung als Kulturjournalistin bearbeitet.
Kathrin Müller: Eine Objektgeschichte des Kreuzes10 Jun 202300:43:17
Diese Ausgabe der TheoLounge ist eine Übernahme einer Folge des RefLab-Podcasts «Draussen mit Claussen» von Johann Hinrich Claussen (Hamburg, Berlin), dem Kulturbeauftragten der EKD. Beide Podcasts behandeln Fragen aus Kultur und Religion. Freunde der TheoLounge könnte auch «Draussen bei Claussen» interessieren.
Boris Previšić: Wir müssen ein gutes Anthropozän schaffen!27 May 202300:56:20
Der Kulturwissenschaftler Boris Previšić kennt den sensiblen alpinen Kulturraum wie kaum ein anderer. An den Alpen lassen sich vielfältige klimatische Veränderungen ablesen. «Der Klimawandel schlägt im Gebirge im Moment heftiger zu als in den Niederungen», sagt der Autor von «CO2: Fünf nach zwölf. Wir wir den Klimakollaps verhindern könne» (2020) sowie des neuen Buches «Zeitkollaps. Handeln angesichts des Planeten» (2023). Boris Previšić ist ein häufiger Gast in Medien. In jüngten Statements äusserte er sich zum Bergsturz in Brienz. Wir freuen uns, dass er für die TheoLounge-Aufnahme zu uns ins RefLab gekommen ist.
Anselm Grün: «Die ersten Bücher schrieb ich für mich»13 May 202300:48:50
Er wollte «in die weite Welt gehen, in einer anderen Sprache und Kultur die christliche Botschaft verkünden.» In den 1960er-Jahren, vor dem Hintergrund der Dekolonisierungsphase, aber zerbröckelten geschönte Bilder der Überbringung «Froher Botschaft» durch das missionarische Christentum. «Wir merkten, dass die Realität doch anders war, als es in Lichtbildervorträgen über Missionsarbeit dargestellt wurde.» Anselm Grün ging nicht nach Asien, sondern wurde ein Missionar im eigenen Land und in der Welt des Gedruckten. Mit seinen Büchern erreicht er aber auch Leser:innen in anderen Weltgegenden. 50 seiner Bücher sind ins Chinesische übersetzt worden und allein in Brasilien wurden etwa zwei Millionen Bücher von ihm verkauft.
Sabine Bobert: Richtig fette Mystik29 Apr 202301:08:52
Die «neue Mystik» lebe überwiegend ausserhalb der Grosskirchen, ist Sabine Bobert überzeugt. Hirnfrequenzen-basierte Spiritualität und evangelische Theologie fänden kaum zusammen. Wir seien raum- und zeitlose göttliche Wesen, «die mit uns selbst blinde Kuh spielen», statt uns schwerelos durch himmlische Energiefelder zu googeln. Mystik sei «der gesunde Zustand des Menschen oberhalb des Lebenskampfes» und Jesus «doch noch mal was anderes, als die Institution behauptet»… Sabine Bobert entfacht in diesem Podcast ein sprühendes Feuerwerk an Einsichten und Erfahrungen. Sie ist die erste Mystikerin mit Berliner Charme (Schnauze), die Johanna bisher kennenlernte. Letztendlich sind sogar zwei Sabine Boberts Gäste des Podcasts: die evengelische Theologieprofessorin aus Kiel und Sabine Bobert, der Mystikcoach. In «Jesus-Gebet und neue Mystik» hat sie eine Nahtoderfahrung verarbeitet und führt ein in orthodox geprägte christliche Mystik. Auf ihrem Youtube-Kanal spricht sie über die Bibel, PSI-Phänomene, Geister oder Barfussleben. Musik: Organic Grunge, Kevin MacLeod (incompetech.com), Licensed under Creative Commons: By Attribution 4.0 License
Peter Widmer: Der Glaube an den Phallus15 Apr 202301:13:50
Peter Widmers 1990 erschienenes Buch «Subversion des Begehrens: Jacques Lacan oder Die zweite Revolution der Psychoanalyse» hat vielen den Weg gebahnt zur Psychoanalyse von Jacques Lacan. Widmers Einführung, die eine komplexe Materie erstaunlich verständlich und bündig darlegt, wird immer noch gedruckt. Der Psychoanalytiker ist weit über die Schweiz hinaus bekannt. Ich habe Peter Widmer, der immer noch in Zürich eine psychoanalytische Praxis hat, in seinem Zuhause besucht und mit ihm eine TheoLounge aufgenommen. Der Fokus unseres Gesprächs liegt auf dem Ursprung der menschlichen Aggression und Gewalt. Hierüben handeln auch neue Bücher von ihm: «Jeder geht auf den Tod des Anderen» und «Destruktion des Ichs. Psychoanalytische Annäherungen an den Ursprung menschlicher Aggression», das kurze Zeit vor dem Angriffskrieg Putins herausgekommen ist. Musik: Incompetech, Thunderbird, Kevin MacLeod
Matthias Braun: ChatGPT ist unser Ebenbild01 Apr 202300:46:03
Eine neue Generation von Chatbots – künstliche Dialogpartner – hält uns in Atem, seit im November 2022 die Version ChatGPT-3 freigeschalten wurde. GPT steht für Gernerative pre-trained transformer. Inzwischen gibt es bereits ein Update: ChatGPT-4. Einige «Kinderkrankheiten» wurden ausgemerzt, aber viele Fragen bleiben. Wie verändert sich durch Chatbots unser Verhältnis zu gespeichertem Wissen? Wie gehen wir um mit den Wirklichkeitskonstruktionen der Maschinen, die plausible Welten errechnen, aber gleichzeitig realitätsblind sind? Und was bedeutet das für die Philosophie und Theologie? Matthias Braun gehört zu den wenigen Theologen, die gezielt zur Ethik Künstlicher Intelligenz forschen. Er befasst sich mit Fragen der politischen Ethik (Verhältnis von Demokratie, Zivilgesellschaft und Rechtsstaatlichkeit) sowie mit den ethischen und Governance-Herausforderungen neuer Technologien (insbesondere: Big Data, Künstliche Intelligenz und Genome Editing). Einen Auftrag von Christ:innen sieht er darin, sich einzumischen und Lebensformen so zu gestalten, dass sie der «Vielheit und Verletzlichkeit» von Menschen und anderern Wesen gerecht werden. Braun lehrt als Professor für Systematische Theologie/Ethik an der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Universität Bonn und ist u.a. Dozent am Oxford Uehiro Centre for Practical Ethics.
Noa Zenger: An der Quelle verweilen durch Fasten18 Mar 202300:51:40
Thema des Gesprächs mit der spirituellen Lehrerin, reformierten Theologin und Pfarrerin Noa Zenger ist das Fasten als Möglichkeit, in uns hineinzulauschen und eine besondere Form von Fülle, Energie und Klarheit kennenzulernen. «Fasten ist eigentlich etwas ganz Einfaches», sagt Noa Zenger, «weil der Körper seine eigene Weisheit hat. Der Körper kann fasten. Wenn ich dieses Vertrauen habe und gesund bin, brauche ich nur wenige Hinweise und kann es ausprobieren.» Die Fragen stellt Johanna Di Blasi, die angeregt durch das Gespräch tags darauf eine Fastenkur begann. Musik: Incompetech, Kevin MacLeod: Clean Soul
Saida Mirsadri: Allah ist beweglicher als man(n) denkt04 Mar 202300:43:02
Die junge Iranerin, mit der sich Manuel Schmid in der heutigen TheoLounge unterhält, sorgt mit ihrer Geschichte und ihren theologischen Überzeugungen für manche Überraschung: Saida Mirsadri hat an der konservativen Universität in Ghom (Iran) als einzige Frau ihres Jahrgangs in Religionsphilosophie promoviert und sich dabei mit Muhammad Iqbal befasst. Iqbal gehört zu den renommiertesten und schillerndsten Vordenkern eines modernen Islam, der inhaltlich vorwegnimmt, was dann in der sogenannten «Prozesstheologie» Schule macht: Eine Auffassung der Wirklichkeit, die Gott nicht in Gegensatz zur Veränderlichkeit und Entwicklung der Welt setzt, sondern ihn mit den Geschöpfen in einer intimen Wechselwirkung sieht. Saida Mirsadri denkt von hier weiter und ist überzeugt, dass eine Erneuerung der theologischen Grundlagen auch entscheidend ist für die Auseinandersetzung mit den aktuellen Herausforderungen unserer Zeit – namentlich mit der ökologischen Krise und menschenrechtlichen Problemen. Vergangenes Semester hat Saida Mirsadri übrigens als Gastprofessorin für islamische Theologie und Bildung am religionswissenschaftlichen Seminar der Universität Zürich verbracht – wir sind froh, dass sie kurz vor ihrem Umzug nach Paderborn noch Zeit zu diesem Gespräch gefunden hat.
Andreas Losch: Hello Aliens!18 Feb 202300:57:53
Wie wahrscheinlich ist extraterrestrisches Leben? Was würde es für den christlichen Glauben bedeuten, sollte es ausserirdisches Leben geben? Wie realistisch ist die Besiedlung des Weltalls? Das sind Fragen, mit denen sich der Theologe Andreas Losch intensiv auseinandersetzt – und um die es in dieser TheoLounge geht. Die Fragen stellen Johanna Di Blasi und Andy Losch. Losch sagt: «Wir Menschen müssen uns auch um den Himmel kümmern» und: Früher oder später müssten wir ins All aufbrechen, weil die Erde endlich sei.
Elke Pahud de Mortanges: Der Körper ist das Zentrum des Christentums28 Jan 202300:49:04
Auch das Denken ist ein körperlicher Vorgang, es gibt uns nicht ohne: Die Professorin für Dogmatik und Dogmengeschichte Elke Pahud de Mortanges, die auch Lehrbeauftragte für Gender Aspects in Religious Studies ist, überrascht mit ihren Aussagen. So sagt sie zum Beispiel: Ein bewusstes im Körper sein, embodiment, beinhaltet unglaubliches Potenzial der Ermächtigung und Unabhängigkeit. Vermittlerrollen fallen weg, seien das Gebäude oder Menschen. Gleichzeitig zeigt sie auch auf, wie nah sich zum Beispiel die so genannten «vestiären Praktiken» von Mönchen im Mittelalter und Konsumverzicht von Jugendlichen heute sind. Wir haben uns zum Gespräch über ihr neustes Buch «Bodies of Memory and Grace – Der Körper in den Erinnerungskulturen des Christentums» getroffen. Dieser Podcast ist zuerst im Format Holy Embodied erschienen. Weil er auch gut zur TheoLounge passt, übernehmen wir ihn. Holy Embodied ist der körperzentrierte Spiritualitätspodcast des RefLab. Musik: „Lightning Flow“ von Richard Houghten vom Album Quantum Flow.
Balts Nill: Das Tao ist das Do14 Sep 202400:48:00
Der bekannten Musiker und Autor Ueli Balsiger alias Balts Nill (ehemals «Stiller Has») über das chinesische Weisheitsbuch Tao Te King und das Aufwachsen in einem Pfarrhaus. Der Schweizer Musiker und Autor Balts Nill spricht mit Johanna Di Blasi über seine Erfahrungen mit Laotse und über vorreligiöse Religiosität. Eigentlich dachte er, das Tao Te King sei unübersetzbar. Dann hat es ihn aber nicht mehr losgelassen. 2020 kam von ihm die Übertragung ins Bärndütsch heraus: «vo wäge DO». Das fast 2500 Jahre alte Weisheitsbuch in Berner Mundart. Dann bekam der Bestsellerautor und spirituelle Lehrer David Steindl-Rast «vo wäge DO» in die Hände und Lust, es vom Bürndütsch ins Deutsche zu übertragen. Kürzlich erschien «Der Fließweg» von David Steindl-Rast und Balts Nill. Der Untertitel lautet: «Gedanken des Daodejing von Laozi». Bals Nill verrät ausserdem, ob er es bereut hat, bei «Stiller Has» ausgestiegen zu sein. Er gründete die legendäre Mundart-Band zusammen mit dem Singer-Songwriter Endo Anaconda. Musik in dem Podcast: «Geist&Rüssel», zur Verfügung gestellt von Balts Nill. Aussprache der chinesischen Worte: der Literaturübersetzer Johannes Fiederling.
Elisabeth von Samsonow: Technik ist ein Mädchen14 Jan 202300:40:10
Die Wiener Professorin für philosophische Anthropologie der Kunst und Ökofeministin berichtet unter anderem über ihr Forschungsprojekt «Land der Göttinnen». Mit ihrem einflussreichen Buch «Anti-Elektra. Totemismus und Schizogamie» von 2006 zählt Elisabeth von Samsonow zu den Vordenkerinnen eines Blickwechsels auf die Erde als quasi-lebendiges Wesen, als Gaia. Die Philosophin und Künstlerin unternimmt den Versuch, die «präödipale» Welt des Mädchens, welche Sigmund Freud stets rätselhaft geblieben war, in der Fülle ihrer auch kosmischen Implikationen zu verstehen und die in Misskredit geratene Mutter-Tochter-Beziehung zu rehabilitieren. Als Künstlerin erschafft Elisabeth von Samsonow Übergangsfiguren («Transplants») zwischen Mensch, Tier, Pflanze und Geistern, die Töne von sich geben und sich bewegen. Zu ihren Performances und «techno-medialen Operationen» gehören auch Prozessionen. Zu ihren Kunstwerken gehören «The Secrets of Mary Magdalene», «Die Logik der Glücksträne (Animation der Elektra)» oder «La Femme Habitable». Gemeinsam mit Kolleg:innen aus dem Kunst- und Kulturbereich gründete sie 2020 auf vier Hektar Land das «Land der Göttinnen»: ein eco-art-Projekt, das ökologischen und ökofeministischen Aktivismus mit künstlerischer Forschung verbindet.
Niklaus Brantschen: «In der Mystik können wir uns begegnen»23 Dec 202201:00:55
Niklaus Brantschen strahlt eine solche Weite aus. In einer Zeit aufgeladener Identitätsdebatten erinnert der Gründer des interreligiösen Lassalle-Hauses daran, dass die Selbst-Werdung ein Prozess ist und unsere Identität vielschichtig ist und Wandlungen unterliegt. Niklaus Branschen ist als junger Jesuitenpater nach Japan aufgebrochen. In seiner Persönlichkeit haben sich der westlich-christliche und die östlich-buddhistische Weg so eng verbunden, dass der gebürtige Schweizer heute sagt: «Ich bin Christ und gleichzeitig Buddhist.» Musik: Magic Escape Room Kevin MacLeod (incompetech.com). Licensed under Creative Commons: By Attribution 3.0 License http://creativecommons.org/licenses/by/3.0/
Margot Kässmann: «Weihnachten als Provokation»02 Dec 202200:29:11
Ist die Engelsbotschaft vom Frieden auf Erden in kriegerischen Zeiten ein Versprechen oder eine Zumutung? Margot Kässmann spricht in der TheoLounge über die Sehnsucht nach einem wehrhaften Gott und die Provokation von Weihnachten. Die Theologin war Landesbischöfin der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Hannovers, Vorsitzende des Rats der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und von April 2012 bis Juni 2018 Botschafterin des Rates der EKD für das Reformationsjubiläum 2017.
Claudia Kohli: Das Spiritual Innovation Lab26 Nov 202200:35:49
Können Spiritualtiät & Mystik eine Aufgabe von zeitgenössischer Kunst & Design sein? Ein aufregender und zunächst einmal kontraintuitiver Gedanke: weil wir Spiritualität vielfach mit Religion und der Wiederbelebung und Aneignung von Traditionen assoziieren; christliche Kontemplation, Sufismus, Kabbala etc. Aber ist es nicht so, dass jede Generation in gewisser Weise die für sie passende Spiritualität selbst erfinden und gestalten muss? Wie geht das? Und welche Spiritualität(en) brauchen wir im 21. Jahrhundert?
Lisl Ponger: Über das Verschwinden der «Indianer» und der Mittelklasse22 Oct 202200:40:07
Die Video-, Foto- und Installationskünstlerin aus Wien untersucht laut Selbstauskunft «Stereotype, Rassismen und Blickkonstruktionen an der Schnittstelle von Kunst, Kunstgeschichte und vor allem Ethnologie». Für diese TheoLounge habe ich mich per Zoom mit der genialen österreichischen Künstlerin verbunden. Ich wollte unter anderem ihre Meinung zur jüngsten Aufregung rund um Winnetou hören. Ponger verbrachte längere Zeit in Lateinamerika und bereiste auch Kanada. Einer ihrer Schwerpunkt ist die Analyse weisser Machtdiskurse («Master Narrative») – und zwar untersuchte sie diese schon lange vor der Woke-Welle.
Andreas Kessler: Im Kopf unseres Slam-Poeten08 Oct 202200:52:25
Seit zweieinhalb Jahren slammt Andreas Kessler auf seine unvergleichlich scharfzüngige, wortgewaltige und tiefsinnige Art für den Podcast «Abgekanzelt». Keine heilige Kuh bleibt hier ungeschlachtet, kein Fettnäpfchen unbetreten. In dieser Folge von «TheoLounge» erleben wir den streitbaren Wortakrobaten im Gespräch mit dem RefLab-Podcaster Manuel Schmid. Sie reden über seinen widerwilligen Katholizismus, über Wissenschaftsfeindlichkeit und Fundamentalismus, über ein Christentum ohne Jenseits – und über die unveräusserliche Würde des Menschen. Dass es dabei zwischendurch auch slam-poetisch wird, versteht sich von selbst…
Francisca Loetz: Wie lebten und liebten frisch Reformierte?24 Sep 202200:42:44
Die Forscherin mit Schwerpunkt Allgemeine Geschichte der Neuzeit hat eine Vielzahl historischer Quellen aus dem Stadtstaat Zürich ausgewertet. Insbesondere Gerichtsakten erlauben spannende Einblicke, wie die Menschen damals gelebt, geliebt, geredet, gelitten, gezürnt und geflucht haben. Und überraschend häufig, wurden theologische Streitereien von Laien aktenkundig.
David Gushee: US-Evangelicals, Culture Wars and… Hope10 Sep 202201:03:32
David Gushee lehrt als Professor an der Mercer University in Georgia, ist Autor und Herausgeber von über 25 Büchern und hat in den letzten Jahren auch als Aktivist für LGBTQ-Inklusion, für den Klimaschutz und gegen die Folter in den USA hohe Wellen geworfen. Manuel Schmid spricht mit ihm über seinen persönlichen theologischen und spirituellen Weg und über die Entwicklung des US-Evangelikalismus, besonders in den Trump-Jahren. Zur Sprache kommt auch das Thema Culture Wars und die Beteiligung von Christen und Kirchen. Wie sieht eine christliche Existenz aus, die sich nicht auf eine Seite der verhärteten politischen Fronten schlägt, sich aber auch nicht in eine apolitische Frömmigkeit zurückzieht? Das Gespräch wurde auf Englisch geführt. Zusätzliche Angaben zu David Gushee finden sich auf seiner Website: https://davidpgushee.com. ________________ Today's guest in TheoLounge is well-traveled: David Gushee is one of the most influential Christian ethicists in the United States. He teaches as a professor at Mercer University in Georgia, is the author and editor of over 25 books, and has also made waves in recent years as an activist for LGBTQ inclusion, for climate protection, and against torture in the US. Manuel Schmid talks with him about his personal theological and spiritual path and about the development of US evangelicalism, especially in the Trump years. The «culture war» and the involvement of Christians and churches are also discussed. What does a Christian existence look like that does not take sides on hardened political fronts, but also does not retreat into apolitical piety? The conversation will be conducted in English. Additional resources by David Gushee can be found on his website: https://davidpgushee.com.
Felix Reich: Warum glaubst du?27 Aug 202200:48:44
Zu seinem letzten TheoLounge-Podcastgespräch durfte Stephan frei einen Gast auswählen. Er musste nicht lange nachdenken: Felix Reich bringt so viele interessante Voraussetzungen mit. Er ist als Pfarrerskind aufgewachsen, arbeitet als Chefredakteur für Reformiert. und begleitet die Reformierte Kirche seit Jahren mit einer wachen, kritischen Loyalität. Was ist ihm am Christentum bedeutend geblieben und was möchte er davon seinen eigenen Kindern mitgeben? Worauf hofft er? Und schliesslich, so ganz nebenbei, erhält Stephan noch einen kleinen Kurs in Interviewtechnik ;-)
Svenja Flasspöhler: Die Rückkehr der Krieger11 Jun 202200:45:26
Die Philosophin Svenja Flasspöhler (Chefredakteurin des «Philosophie Magazin») unterhält sich in dieser Ausgabe der TheoLounge mit Johanna Di Blasi über den jähen Einbruch der Kriegslogik in eine Kultur moderner Empfindsamkeit. Aus dem eben noch «toxischen Mann» ist wieder der heldenhafte Mann geworden, Ideologien der Härte haben plötzlich wieder Hochkonjunktur und ein dritter Weltkrieg ist nicht mehr unrealistisch.
Anselm Grün: Was machen Missionsbenediktiner?24 Aug 202400:49:36
Kaum ein Verfasser religiöser Schriften hat international grössere Auflagen als Pater Anselm. Auch im Internet kommt er an – und kann sich zu den Influencern zählen. Der sagenhafte Erfolg ist dem Benediktinermönch und Bestsellerautor offenbar nicht zu Kopf gestiegen. Er ist ein ausgesprochen liebenswerter Zeitgenosse mit einem bescheidenen Lebenswandel. In der Abtei Münsterschwarzach traf ich auf diverse Schnitzwerke aus Afrika. Die Afrika-Mission ist seit langer Zeit ein Schwerpunkt der Missionsbenediktiner. Deswegen habe ich Pater Anselm danach gefragt ... Pater Anselm schien etwas überracht. Aber hört selber. In interspirituellen Gesprächen der TheoLounge geht es darum, jenseits von Glaube oder Unglaube Trennendes anzusprechen und Verbindendes zu erkennen. Wir versuchen, hinter Abstraktionen zu gelangen und nicht über Kultur oder über Religion zu reden, sondern ausgehend von den jeweils prägenden kulturellen und spirituellen Erfahrungen. Die Devise der interspirituellen Gespräche: Lust auf Fremdes, Neugier auf Verbindendes, keine Tabus! Musik im Podcast: «Rites», Kevin MacLeod (incompetech.com). Licensed under Creative Commons: By Attribution 4.0 License http://creativecommons.org/licenses/by/4.0/ sowie Pixabay, Ambient Music (01), https://pixabay.com/music/meditationspiritual-ambient-music-part-01-205485/
Simon Peng-Keller: Spiritualität, was ist das bitteschön?28 May 202200:49:37
Der Theologe Simon Peng-Keller von der Universität Zürich zeichnet im Gespräch mit Johanna Di Blasi wichtige Entwicklungslinien und Bedeutungsverschiebungen eines heute wieder hochaktuellen Begriffs und Konzepts nach.
Gerechte Gewalt?14 May 202200:47:11
Kirchliche Verantwortungsträger:innen sprechen sich für oder gegen europäische Waffenlieferungen in die Ukraine aus. Manche wollen die Rede vom «gerechten Krieg» rehabilitieren, andere halten am Bekenntnis zur Gewaltlosigkeit fest. Lukas Amstutz und Roland Portmann diskutieren in dieser Live aufgenommenen Episode der «TheoLounge» über diese Themen. Lukas Amstutz ist Leiter des Bildungszentrums Bienenberg (Liestal), Co-Präsident der Konferenz der Mennoniten und war bis Ende 2021 als Radioprediger auf SRF2 Kultur zu hören. Roland Portmann ist Pfarrer in der Reformierten Kirche Volketswil, Armeeseelsorger und Mitglied der Zürcher Kirchensynode. Die Moderation dieses spannenden Talks führte Fabienne Iff aus dem RefLab-Team.
Gibt es einen Krieg der Kirchen?02 Apr 202200:48:13
Nicht von dieser Welt, oder doch? Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine bringt auch tiefe Spaltungen innerhalb der christlich-orthodoxen Welt ans Licht – und vertieft sie weiter. Kirche und Macht, Glaube und Politik erscheinen schier unentwirrbar verflochten. Der griechisch-orthodoxe Theologe Stefanos Athanasiou über Distanzierungsprobleme von Patriarchen, geteilte Dechristianisierungsängste und spaltende Tendenden nicht nur eines militanten russischen Neoimperialismus, sondern auch eines kirchlichen «Neokolonialismus», etwa in Afrika. Die Fragen stellte Johanna Di Blasi aus dem RefLab.
Glück in Zeiten des Krieges05 Mar 202200:48:52
Selten schien das Glück so zerbrechlich, wie gerade jetzt, wo es auf europäischem Boden wieder einen grossen Krieg gibt: den überraschenden russischen Angriffskrieg auf die gesamte Ukraine, der die Nachkriegsfriedensordnung ins Wanken bringt. Aber selten war das Glück auch so sichtbar wie jetzt, sagt die Philosophin Ariadne von Schirach. In der TheoLounge Live spricht sie mit Johanna Di Blasi (RefLab) über individuelle Glücksversuche, kollektive Verantwortung und Strategien im Umgang mit Unglück, Rückschlägen und Scheitern. Ihr jüngstes Buch ist eine Einladung, mit der Rettung der Welt bei sich selbst zu beginnen. Wie komme ich mir selbst und damit auch dem Glück ein wenig näher? Wie kann ich Freundschaft schliessen mit mir selbst? Wann muss ich streng zu mir sein, wann liebevoll, nachsichtig und vergebend?
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