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Explore every episode of the podcast Frisch an die Arbeit
Dive into the complete episode list for Frisch an die Arbeit. Each episode is cataloged with detailed descriptions, making it easy to find and explore specific topics. Keep track of all episodes from your favorite podcast and never miss a moment of insightful content.
| Title | Pub. Date | Duration | |
|---|---|---|---|
| Was beunruhigt Sie an der aktuellen Politik, Rainer Faus? | 27 Aug 2024 | 00:39:57 | |
"Wir sehen in unseren Fokusgruppen deutlich, dass sich die Grenze des
Sagbaren in Deutschland verschoben hat", sagt Rainer Faus, der die
Berliner Meinungsforschungsagentur Pollytix gegründet hat. Viele
Menschen würden sich heute krasser gegenüber Ausländern und
Politikerinnen äußern, auch Gewaltandrohungen seien normaler geworden,
erzählt Faus im Podcast "Frisch an die Arbeit".
Faus, 45, hat in Mannheim Sozialwissenschaften studiert, was damals
eigentlich ein Studium mit der "Berufsaussicht Taxifahrer" gewesen sei.
Über seine damalige Freundin kam Faus im Jahr 2004 nach Singapur, wo er
drei Jahre bei einem großen Marktforschungsunternehmen arbeitete. 2007
wechselte er nach Sydney und kam zum ersten Mal mit Wahlkämpfen und
Meinungsforschung in Kontakt.
Während die deutschen Wahlkämpfe damals noch arg behäbig gewesen seien,
erzählt Faus, hätten die Parteien in Australien zum Teil täglich
Umfragen zur politischen Stimmung erhoben. Dieses Wissen brachten Faus
und seine Co-Gründerin nach Deutschland – und machten sich mit ihrer
eigenen Agentur selbstständig.
"Ich muss schon sagen, dass ich einen hochinteressanten Job habe", sagt
Faus über seine Arbeit. Sorge, erzählt Faus, bereite ihm vor allem die
"Radikalisierung in Teilen der Gesellschaft", die sie auch in ihren
Befragungen und Gruppeninterviews deutlich beobachten könnten. Eine
Teilnehmerin, erzählt Faus, habe in einer Gesprächsrunde einmal gesagt,
sie vertraue "linken Medien wie der 'taz' und der 'Welt'" einfach nicht.
"Da muss man dann schon versuchen, nicht zu lachen", sagt der
Meinungsforscher.
Im Podcast erzählt Faus außerdem, was ihn an der deutschen Politik
aktuell beunruhigt, welche Mythen über rechtsradikale Wählerinnen und
Wähler er nicht mehr hören kann, und warum die klassische Sonntagsfrage
analytisch gar nicht so interessant ist.
"Frisch an die Arbeit" wird jeden zweiten Dienstag veröffentlicht. Es
moderieren im Wechsel Daniel Erk, Hannah Scherkamp und Elise Landschek.
Das Team erreichen Sie unter frischandiearbeit@zeit.de.
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| Wie bleiben Sie bei gefährlichen Operationen ruhig, Christopher Spering? | 13 Aug 2024 | 00:43:41 | |
“Ich muss innerhalb von Sekunden Entscheidungen treffen, die
Konsequenzen für ein ganzes Leben haben. Oft für Menschen, die ich
vorher nie kennengelernt habe”, sagt Christopher Spering im Podcast
Frisch an die Arbeit. Er ist Unfallchirurg und geschäftsführender
Oberarzt an der Universitätsklinik in Göttingen. Nebenberuflich arbeitet
er als Notarzt.
In seinem Job hat er es häufig mit Schwerverletzten zu tun: mit Männern,
die im Streit schwere Stichverletzungen erlitten haben. Mit
Jugendlichen, die bei Autounfällen aus dem Wagen geschleudert wurden.
Oder mit Frauen, die von ihrem Partner misshandelt wurden.
Nach dem Medizinstudium hat sich Spering, 42, zum Facharzt für
Orthopädie und Unfallchirurgie ausbilden lassen. Mittlerweile arbeitet
er seit 14 Jahren im Krankenhaus. Seinen Beruf bezeichnet er im Podcast
als “Traumjob”, für den allerdings nicht jeder geeignet sei. Sein
Vorteil: “Ich bleibe auch in den Momenten ruhig, wenn alle anderen
aufgeregt sind.” Nur so könne er seine Patienten und Patientinnen in
dramatischen Situationen unterstützen. “Es hilft nicht, wenn ich mich
danebensetze und auch noch weine.” Nach einer anstrengenden Operation
treffe er sich mit seinem Team, um über die Behandlung zu sprechen und
sie gemeinsam zu verarbeiten.
Im Podcast erzählt Spering, welche Unfälle typischerweise zu welcher
Uhrzeit passieren, wie man schlimme Verletzungen vermeidet – und warum
nicht mehrere Kinder gemeinsam auf einem Trampolin springen sollten.
"Frisch an die Arbeit" wird jeden zweiten Dienstag veröffentlicht. Es
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| "Mir geht es am besten, wenn ich sehr, sehr beschäftigt bin" | 09 Apr 2024 | 00:43:50 | |
"Mir geht es am besten, wenn ich sehr, sehr beschäftigt bin"Seit kurzem
hat Aurel Mertz eine eigene Late-Night-Show. Im Podcast erzählt der
Comedian über seinen Alltag als Promi und warum es hilft, um 20 Uhr ins
Bett zu gehen.Sich über andere lustig zu machen, sei weder sympathisch
noch cool. "Man muss mit den Leuten erst einmal auf Augenhöhe kommen –
dann ergibt sich eine Dynamik und man kann auch mal gemeinsam lachen",
sagt der Comedian und Moderator Aurel Mertz, 34, dessen Sendung "Neo
Tropic Tonight" seit Anfang April bei ZDFneo läuft.
Im Podcast Frisch an die Arbeit erzählt Aurel Mertz, wie sehr ihn volle
Terminkalender stressen und was Trevor Noah mit seiner Karriere zu tun
hat.
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| Macht Ihnen Fußballspielen noch Spaß, Matthias Ginter? | 13 Oct 2020 | 00:37:09 | |
"Es gibt kaum einen Moment, in dem ich nicht darüber nachdenke, was mir
hilft, ein besserer Fußballer zu werden", sagt der Bundesligaprofi und
Nationalspieler Matthias Ginter im Zeit-Online-Podcast Frisch an die
Arbeit. "Wenn ich mal was Ungesünderes esse, habe ich sofort ein
schlechtes Gewissen – und dann lasse ich es lieber."
Heute spielt der 26-jährige Ginter als Innenverteidiger bei Borussia
Mönchengladbach. Eigentlich stammt er aber aus einem Vorort von
Freiburg, mit elf Jahren wechselte er dort zum SC Freiburg. "Mit dem
Fußball angefangen habe ich wie viele kleine Jungs, weil es mir Spaß
machte und mein Hobby Nummer 1 war", erzählt Ginter im Podcast. Ein
Hobby, das früh einen großen Teil seiner Zeit einnahm. "Ich würde sagen,
dass ich mit 16, 17 Jahren angefangen habe zu arbeiten", erzählt Ginter
im Podcast. In diesem Alter bestritt er auch sein erstes Profi-Spiel,
ein Freundschaftsspiel für den SC Freiburg in Bern. "Ich wollte nie
etwas anderes werden als Fußballprofi", sagte er.
Ginter sieht auch, welchen hohen Preis er für seinen Erfolg zahlt:
"Gerade nach Niederlagen denke ich, dass es schön wäre, einen Beruf zu
haben, der nicht so viel Disziplin erfordert", sagt er. Und er sieht die
Nachteile des Ehrgeizes: "Manchmal frage ich mich: Wann bin ich denn mal
zufrieden?"
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| Wie erforscht man Pornos, Madita Oeming? | 29 Sep 2020 | 00:39:50 | |
"Porno-Konsum ist ein großer Teil meines Jobs", sagt Madita Oeming im
ZEIT-ONLINE-Podcast Frisch an die Arbeit. Die 36-jährige
Kulturwissenschaftlerin erforscht als wissenschaftliche Mitarbeiterin
der Universität Paderborn die Rolle von Pornografie in der Gesellschaft
und hält Seminare dazu. Um wissenschaftlich arbeiten zu können, sichtet
sie fast täglich pornografische Inhalte. "Wenn ich einen Vortrag halte,
brauche ich gutes Material. Gerade wenn ich spezielle fünf Sekunden
suche, um mein Argument zu belegen", sagt Oeming.
Oeming schrieb ihre Masterarbeit zu Moby-Dick-Pornos, "was eine große
Freude war", wie sie sagt. Weshalb Oeming sich dann den Porn Studies,
den Porno-Wissenschaften, verschrieben hat, dazu aktuell promoviert und
Seminare anbietet. Einfach sei es jedoch nicht, zu Pornografie und ihrer
kulturellen Rolle in der Gesellschaft zu forschen: "Es gibt genau eine
englische Fachzeitschrift zu Pornografie. Die ist in Deutschland
ausschließlich an einer Universität zugänglich."
Mit der Bezeichnung "Porno-Wissenschaftlerin" habe sie sich gut
arrangiert, sagt Oeming im Podcast: "Ich identifiziere mich sehr stark
mit meinem Forschungsgebiet." Doch manches irritiere auch: "Menschen
schicken mir manchmal interessante pornografische Aufnahmen. Das ist
schon komisch, weil das ja heißt, dass sie beim Masturbieren an mich
denken!"
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| Rappt man als Mann anders, Mavi Phoenix? | 15 Sep 2020 | 00:39:59 | |
"Endlich ein Mann zu werden, ist eine riesige Chance für mich als Rapper
", sagt der österreichische Musiker und trans Mann Mavi Phoenix im
ZEIT-ONLINE-Podcast "Frisch an die Arbeit". "Ich werde mich äußerlich
verändern und meine Stimme wird sich auch verändern. Das ist ein totales
Privileg, weil ich mich wirklich verändere – und das nicht über einen
neuen Style oder eine neue Frisur inszenieren muss." Mavi Phoenix, 25
Jahre alt, gab im Herbst des vergangenen Jahres öffentlich bekannt, dass
er sich als Mann verstehe und künftig auch als Mann leben und auftreten
werde. "Ich habe eine Testosteron-Creme, die schmiere ich seit einem
Monat auf meinen Unterarm", erzählt Phoenix. Das werde natürlich auch
seine Musik beeinflussen. "Ich habe wieder das Gefühl wie am Anfang: Ich
muss mich beweisen! Ich muss zeigen, dass ich jemand bin!" sagt Phoenix.
Um die Transition geht es auch auf seinem aktuellen Album "Boys Toys".
Angefangen zu rappen hat Phoenix mit elf, zwölf Jahren. Zunächst
veröffentlichte er seine Musik auf MySpace, seine erste EP "My Fault"
war sein Durchbruch: Der Wiener Radiosender FM 4 nahm den Song "Green
Queen" ins Programm, die Band Bilderbuch trat live mit Phoenix auf, noch
ehe er seinen Schulabschluss hatte.
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| Wie führt man ein gutes Gespräch, Matze Hielscher? | 01 Sep 2020 | 00:50:52 | |
In dieser Folge ist Matze Hielscher zu Gast im ZEIT-ONLINE-Podcast
Frisch an die Arbeit. Der 40-Jährige ist der Gründer und Geschäftsführer
des Onlinestadtmagazins Mit Vergnügen und Host des Interview-Podcasts
Hotel Matze. Sein Geheimnis bei seinen langen Interviews mit
Prominenten, sagt Hielscher, sei ganz simpel: "Ich halte mich an Roger
Willemsens Ratschlag: Frag nur das, was dich interessiert." Die besten
Gespräche seien die, wenn man merke, da habe jemand ein wirkliches
Interesse an seinem Gegenüber.
Hielscher kommt aus Elsterwerda im Süden Brandenburgs. Nach der Schule
machte er eine Ausbildung zum Lampenfachverkäufer und spielte über zehn
Jahre in der Indie-Pop-Band Virginia Jetzt!. Als sich die Band im Jahr
2010 auflöste, gründete Hielscher gemeinsam mit seinem Freund Pierre
Türkowsky, der zuvor in Berliner Clubs gearbeitet hatte, erst die
Partyreihe Remmidemmi, dann Mit Vergnügen, eine Mischung aus Blog,
Booking- und PR-Agentur. Parallel legte Hielscher bei Partys auf. Die
Eventtipps von Hielscher wurden schnell beliebt, Mit Vergnügen wurde zu
einem "Medienhäuschen", wie Hielscher es formuliert, das mittlerweile
neben Berlin auch in München, Hamburg und Köln Veranstaltungen
empfiehlt. Nur die DJ-Karriere hing Hielscher bald an den Nagel: "Ich
habe aufgehört aufzulegen, als die Leute mich gesiezt haben", erzählt
er.
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| Wie können wir Frauen besser vor Gewalt schützen, Christina Clemm? | 18 Aug 2020 | 00:43:06 | |
"Dass die Gewalt gegen Frauen und Kinder durch Corona zugenommen hat,
das wissen wir aus Studien", sagt Christina Clemm, Fachanwältin für
Strafrecht und Familienrecht, im ZEIT-ONLINE-Podcast Frisch an die
Arbeit. Die 52-Jährige registrierte die gestiegene Gewalt allerdings
auch selbst: "Ich erlebe das auch in meiner Praxis. Ich habe viel, viel
mehr Anfragen von Betroffenen von Gewalt als vor einem Jahr." Clemm ist
der Meinung, dass öffentlich viel mehr über Gewalt gegen Frauen und
Gewalt in Familien gesprochen werden müsse. Im Podcast spricht sie auch
darüber, was ihren Beruf so besonders macht: "Natürlich denke ich
manchmal, als Anwältin in einem anderen Bereich hätte ich früher
Feierabend und mehr Geld – aber das kann ich nicht und das, was ich
mache, interessiert mich sehr", sagt Clemm. "Es gibt nicht besonders
viele langweilige Tage in meinem Berufsleben." Über die Erfahrungen
ihrer Mandantinnen hat Clemm daher vor Kurzem ein Buch geschrieben: Es
heißt "AktenEinsicht – Geschichten von Gewalt gegen Frauen", ist im März
im Kunstmann-Verlag erschienen und umfasst acht Geschichten von
Vergewaltigungen, Mordversuchen und Morden, "die tatsächlichen
Ereignissen nachempfunden sind, aber in dieser Form nicht stattgefunden
haben“. Dort erklärt sie: Wann ist es Mord, wann Totschlag und was ist
Heimtücke? Und wie groß dürften die Dunkelziffern der Fälle sein?
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| Was braucht eine Schule, um gut durch die Corona-Zeit zu kommen, Markus Plietzsch? | 04 Aug 2020 | 00:33:02 | |
"Wir wussten, dass wir vergleichsweise gut durch die Corona-Zeit kommen
würden", sagt Markus Plitzsch im ZEIT-ONLINE-Podcast Frisch an die
Arbeit. Der 51-Jährige unterrichtet als Lehrer die Fächer Deutsch,
Politik und Wirtschaft an der Richtsberg-Gesamtschule im hessischen
Marburg. Er sagt: "Wir haben seit einem guten Jahrzehnt intensiv auf
Digitalisierung hingearbeitet, angefangen mit einem selbstgebastelten
W-LAN." Dass Plietzsch selbst Lehrer wurde, war für ihn dabei lange
nicht abzusehen: "Ich habe das Gymnasium nach der 9. Klassen wegen
Langeweile verlassen", erzählt er. Doch gerade das sei für seine Arbeit
heute besonders wichtig. Als Gesamtschullehrer habe er daher den
Anspruch, seinen Schülerinnen und Schülern zu helfen, ihren eigenen Weg
zu finden, ihre Fähigkeiten und Kompetenzen zu entdecken, statt einfach
ein fixes Curriculum durchzupauken. Doch vor zehn Jahren habe er
gemerkt, dass er etwas ändern musste. Er habe daraufhin viel Zeit und
Energie darauf verwendet, das pädagogische Konzept neu zu erfinden. Dazu
hat Plietzschs Gesamtschule einerseits in Zusammenarbeit mit den Eltern
und finanziert durch öffentliche Mittel den Unterricht komplett
digitalisiert – und andererseits im Zuge eines Umbaus die Klassenzimmer
abgeschafft. "Unser Grundgedanke war: Wie kann man Schule so verändern,
dass Schüler kreativ arbeiten können?"
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| Wie hilft man benachteiligten Jugendlichen, Freda von der Decken? | 21 Jul 2020 | 00:35:34 | |
"Unser Ziel ist, dass weniger Jugendliche die Schule ohne Abschluss
verlassen", sagt Freda von der Decken im ZEIT-ONLINE-Podcast Frisch an
die Arbeit. Die 32-Jährige ist die Gründerin der in Hamburg
angesiedelten Mut Academy, die Schülerinnen und Schüler aus
benachteiligten Familien fördert. Gerade während Corona seien diese
Jugendlichen noch mehr aus dem Blickfeld der Öffentlichkeit verschwunden
als ohnehin schon. Sie selbst habe sich schon früh mit Bildungs- und
Sozialpolitik beschäftigt: "Ich bin auf dem Land aufgewachsen und aus
meiner Grundschule sind nur zwei, drei aufs Gymnasium gegangen." Da habe
sie sich zum ersten Mal über die Chancenungleicheit gewundert – weil sie
selbst merkte, wie viel leichter sie es an vielen Stellen hatte. "Ich
komme aus einem extrem privilegierten Elternhaus", sagt von der Decken.
Während ihres Studiums an der privaten Berliner Hertie School erforschte
von der Decken die Auswirkungen von Schulreformen auf Kinder und
Jugendliche. Danach begann sie mit dem Programm Teach First an einer
Hamburger Stadtteilschule als ergänzende Lehrkraft zu arbeiten. Am Ende
ihres ersten Jahres sollte von der Decken zehn Jugendliche, die durch
die Prüfung zum Ersten Allgemeinen Schulabschluss gefallen waren, auf
die Nachprüfung vorbereiten. Damals habe sie gedacht: "Die könnten
diesen Schulabschluss auf jeden Fall schaffen. Es liegt nicht an ihnen
selbst – sondern an den Umständen.“ Mit insgesamt 36 Schülerinnen und
Schülern aus drei Schulen fuhr von der Decken mit anderen
Hilfslehrerinnen in eine Jugendherberge, wo jeder in Ruhe an seinen
Schwächen gearbeitet hat. Mit diesem Programm machte von der Decken sich
selbstständig. Heute coacht ihre Mut Academy mit sechs Mitarbeiterinnen
und Mitarbeitern jährlich 240 Jugendliche zwischen der neunten Klasse
und dem Ende der Probezeit ihrer Ausbildungsstelle.
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| Wie viel verdient man als Foodbloggerin wirklich, Lynn Hoefer? | 07 Jul 2020 | 00:39:54 | |
„Ich bin keine strikte Veganerin, ich esse auch mal ein Ei“, sagt die
Foodbloggerin Lynn Hoefer im ZEIT-ONLINE-Podcast Frisch an die Arbeit.
Seit fünf Jahren veröffentlicht die 30-Jährige auf ihrem Blog Heavenlynn
Healthymehrheitlich pflanzliche und vegane Rezepte. Ein fester Stamm von
rund 20.000 Leserinnen und Lesern verfolgtnach ihren Angaben den Blog.
Hoefer, die aus Lüneburg stammt, studiert nach dem Abitur BWL und
Internationales Management in Reutlingen und North Carolina. Sie war 22
Jahre alt, ernährte sich gesund, aber ohne Einschränkungen, und war
sportlich, als ein Arzt während eines Auslandssemesters in den USA die
Diagnose stellte, sie habe Bluthochdruck. „Das war lebensverändernd“,
sagt Hoefer. Erst stellte Hoefer ihre eigene Ernährung um, dann begann
sie während ihres Masterstudiums mit dem Bloggen, auch um in Kontakt mit
anderen Betroffenen zu kommen. „Ich hatte mir als Deadline den
Masterabschluss gesetzt und habe die Abschlussarbeit dann zwei Jahre
hinausgeschoben, weil es schon so gut lief“, erzählt sie. Mittlerweile
hat sich Hoefer mit ihrem Blog und als Kochbuchautorin selbstständig
gemacht und Fortbildungen zur Ernährungsberaterin absolviert. Ihr
Einkommen, erzählt sie, stamme vor allem aus Kooperationen mit
Unternehmen, deren Produkte sie gekennzeichnet in ihrem Blog empfehle –
aber auch aus ihren beiden Kochbüchern. „Ich werde mit dem, was ich
mache, nicht reich”, sagt Hoefer.
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| Was lernt das Hotel Sacher aus der Corona-Krise, Matthias Winkler? | 23 Jun 2020 | 00:37:01 | |
"Für einen Hotelier, dessen Beruf darin besteht, anderen eine Freude zu
bereiten, ist das eine schlimme Situation", sagt Matthias Winkler im
ZEIT-ONLINE-Podcast "Frisch an die Arbeit" über die Corona-Krise.
Winkler, 47 Jahre, ist seit sieben Jahren der Geschäftsführer der Sacher
Hotels in Wien und Salzburg. "Die Menschen fehlen. Auf der einen Seite
unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Auf der anderen fehlen
natürlich auch unsere Gäste." Das Sacher gehört bis heute den Nachfahren
von Franz Sacher, der im Jahr 1832 als Konditorlehrling die Sachertorte
erfand. Matthias Winkler kam in die Hotellerie über seine Frau
Alexandra, eine der Sacher-Erbinnen, mit der er drei Kinder hat. Im
Podcast erzählt er, welche Ideen er und sein Team für die Zeit nach
Corona entwickeln. Wie das renommierte Hotel durch längere Lüftzeiten
und verstärkte Reinigungsdienste für die Sicherheit seiner Gäste sorgt –
und welche größeren Trends sich durch die Corona-Krise verstärken. "Die
Nachfrage nach Entschleunigung, nach Platz, weniger Masse und maximale
Individualität sind Trends, die wir im Tourismus schon länger gesehen
haben", sagt Winkler. Der hohe Standard, der im Sacher herrscht, macht
Winkler zuweilen demütig, erzählt der Geschäftsführer. "Ich gehe immer
mit einer leichten Form des schlechten Gewissens nach Hause", erzählt
Winkler. "Das ist erst weg, wenn meine drei Kinder mit Lego-Steinen auf
mir rumturnen."
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| Wie spricht man mit Menschen über ihre tiefsten Abgründe, Jürgen Domian? | 09 Jun 2020 | 00:34:20 | |
"Auch nach fast 23.000 Interviews gibt es Anrufer und Themen, bei denen
mein Team und ich sagen: Das ist ja unfassbar!", sagt der
Talkshow-Moderator Jürgen Domian im ZEIT-ONLINE-Podcast Frisch an die
Arbeit. Bekannt wurde der heute 62-Jährige mit seinem nächtlichen
Radio-TalkDomian, der seit Mitte der Neunzigerjahre mit Unterbrechung im
Radio und neuerdings auch im WDR-Fernsehen ausgestrahlt wird. Die
Sendung bekam er nach einem Volontariat beim WDR. Damals schlug er dem
Intendanten des Senders, Fritz Pleitgen, eine sogenannte Call-in-Sendung
vor, in Anlehnung an die aufkommenden Talk-Formate in den USA. "Pleitgen
sagte zu mir: Versuchen Sie, mit den Menschen privat zu reden. Sprechen
Sie, als säßen Sie beim Kaffee oder Bier zusammen." Der spätnächtliche
Programmplatz, eigentlich eine Notlösung, stellte sich bald als großer
Vorteil heraus – weil die Anrufer in der Ruhe der Nacht offenbar ein
größeres Zutrauen entwickelten, erzählt Domian im Arbeitspodcast. Drei
Monate nach Sendestart meldete sich ein junger Mann namens Hubert, der
Leukämie im Endstadium hatte und zum Sterben in seine Wohnung
zurückgekehrt war, erinnert sich der Moderator. Domian kam mit ihm ins
Gespräch: "Da habe ich gemerkt: das ist nicht einfach nur Talk! Das ist
vielleicht sowas wie Seelsorge."
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| "Wir sind keine Diener" | 26 Mar 2024 | 00:35:53 | |
"Der Kunde oder der Gast in unserem Falle ist nicht der König oder die
Königin. Ich finde es wichtig, dass wir uns der Tatsache bewusst sind,
dass wir keine Diener sind", sagt Juliane Winkler im Podcast "Frisch an
die Arbeit". Sie ist Kellnerin und Restaurantleiterin im Sterne-Lokal
Nobelhart & Schmutzig in Berlin. Außerdem setzt sie sich mit der
Initiative Proud to Kellner dafür ein, dass der Beruf mehr wertgeschätzt
wird. "Wir alle, die in dem Beruf arbeiten, müssen aufhören, immer so
viel darüber zu meckern, sondern auch versuchen, die schönen Seiten nach
außen zu kommunizieren."
Winkler, 37, ist in Chemnitz aufgewachsen. Ihr Lehramtsstudium brach sie
nach nur wenigen Monaten ab – auch weil ihr ihr Nebenjob als Kellnerin
so viel Spaß gemacht habe, sagt sie. Danach ließ sie sich zur
Restaurantfachfrau ausbilden. Damit habe sie ihre Eltern beruhigen
wollen, denen es wichtig war, dass sie einen Abschluss macht. Im Podcast
erzählt Winkler, was sich ändern muss, damit Berufe in der Gastronomie
wieder beliebter werden. Und wieso ein Schminkkurs ihr als Kellnerin
nicht geholfen hat, um bei den Kundinnen und Kunden besser anzukommen,
ein Sprachtraining hingegen schon.
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| Warum sollte auf einer guten Trauerfeier auch gelacht werden, Julian Heigl? | 26 May 2020 | 00:46:39 | |
"An den ersten Toten, den ich aufgebettet habe, erinnere ich mich bis
heute gut", sagt der Berliner Bestatter Julian Heigl. "Ich hatte Tote
bis dahin ja auch weder gesehen noch angefasst." An dem Tag habe er
gemerkt, dass von den Toten eine große Ruhe ausgehe – eine Ruhe, die
auch auf ihn übergehe. Der 39-Jährige versteht sich als alternativer
Bestatter. Die Trauerfeiern, die er ausrichtet, orientieren sich an
keinem festen Rahmen oder Ritus, sondern an den Bedürfnissen der
Trauernden, erklärt Heigl im ZEIT-ONLINE-Podcast Frisch an die Arbeit.
"Auf einer guten Bestattung wird geweint und gelacht“, sagt er. Für
Heigl selbst war lange nicht absehbar, dass er beruflich mit Toten und
Trauernden zu tun haben würde. Er studierte Musikwissenschaft,
promovierte über Barockmusik und machte sich danach auf die Suche nach
einem Beruf, der zu ihm passte. Dabei stolperte er über die Homepage
eines alternativen Bestatters: "Ich hatte das Gefühl: Das ist es. Das
mache ich jetzt." In einem Praktikum erlernte Heigl die handwerklichen
und bürokratischen Aspekte des Berufs, die Fristen, die einzuhalten
sind, und wie man einen toten Körper wäscht, anzieht und bettet. Mit
seinem Bestattungsunternehmen Thanatos bekomme er heute mehr Anfragen,
als er zusagen könne. Auch wenn es immer schwer sei, Trauernden
abzusagen, sei es auch wichtig, dass er auf seine eigenen Grenzen achte:
"Es tut mir nicht gut, wenn ich 15 Sterbefälle im Kopf habe und sie
einfach abarbeite", sagt Heigl.
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| Was verändert sich durch Corona für Sie als Hebamme, Katharina Kerlen-Petri? | 12 May 2020 | 00:40:05 | |
"Der Beruf der Hebamme hat etwas sehr Nahes", sagt die Katharina
Kerlen-Petri, die selbst Hebamme in Berlin ist, im ZEIT-ONLINE-Podcast
Frisch an die Arbeit. "Die Corona-Regeln widersprechen also eigentlich
meinem Gefühl." Den Besuch bei den Familien möglichst kurz zu halten,
Abstand zu wahren, dafür Sorge zu tragen, dass nur Mütter und Säuglinge
im Raum sind, und stattdessen so viele Gespräche wie möglich am Telefon
oder per Videocall zu führen, stehe all dem entgegen, was sie sonst an
ihrem Beruf so schätze. "Ich merke auch, ich bin angespannter als
sonst", sagt die 55-Jährige. Drei- bis achtmal am Tag sei sie derzeit im
Einsatz. "Ich besuche weiterhin alle Frauen, die frisch ihre Babys
bekommen haben." Kerlen-Petri sieht es positiv, dass ihr Beruf derzeit
mehr Anerkennung bekomme als sonst. "Hebammen in der Klinik haben auch
ohne Corona einen harten Job", sagt Kerlen-Petri im Podcast. "Vielleicht
ist die Krise ein Anstoß nachzudenken, wie Geburten eigentlich sein
sollen." Seit 30 Jahren arbeitet sie nun als Hebamme. Die Faszination
des Berufs habe bis heute nicht aufgehört: "Was mich jeden Tag freut:
Familien zu begleiten dabei, wie sie Familien werden."
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| Wie dreht man eine Serie wie „Unorthodox“, Maria Schrader? | 28 Apr 2020 | 00:41:18 | |
"Als Netflix für Unorthodox ein riesiges Billboard am Time Square in New
York gemietet hatte, ging ein großes Raunen durch unser Team", sagt die
Regisseurin Maria Schrader im ZEIT-ONLINE-Podcast Frisch an die Arbeit.
In der Verfilmung des autobiografischen Weltbestsellers der Autorin
Deborah Feldman geht es um eine junge, strenggläubige Jüdin, die sich
aus ihrer Gemeinde löst und in Berlin ein neues Leben beginnt. "Für
Netflix-Verhältnisse ist das eigentlich eine kleine deutsche Serie und
relativ schmal budgetiert", sagt die 54-jährige Schrader. Und dennoch
sei die Serie vor allem in den USA mit großer Begeisterung aufgenommen
worden. "Es haben sich Agenten aus Amerika gemeldet“, sagt sie.
Schrader, die in Hannover geboren wurde und am Max-Reinhardt-Seminar in
Wien Schauspiel studiert hat, wollte immer Theaterschauspielerin werden.
Über ihre Beziehung zu dem Regisseur Dani Levy fand Schrader zum Film
und zum Kino – erst als Schauspielerin, seit dem Levy-FilmMeschugge auch
als Autorin und Co-Regisseurin. Im Podcast, der über das Internet
aufgenommen wurde und dessen Fragen Schrader kurz vor Ostern von ihrer
Berliner Wohnung aus beantwortete, erzählt sie, wie sie die Dreharbeiten
für Unorthodox erlebte – und wie sie durch Corona hart ausgebremst
wurde. "Als das mit Corona begann, waren wir auf dem Sprung: zu
Premieren zu fahren, nach Frankreich zu einem großen Festival zu fahren
– und das war dann alles weg", sagt Schrader. "Geblieben ist eine
seltsame innere Unruhe. Es gab nichts zu tun, aber der innere Motor war
auf Go."
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| Wie erkennt man einen Bestseller, Anvar Cukoski? | 14 Apr 2020 | 00:38:48 | |
"Es reicht nicht, wenn ein Buch ganz gut ist und sich nett liest – es
muss mich komplett umhauen!", sagt Anvar Cukoski. Der 37-jährige Lektor
leitet den Bereich der Belletristik beim Blumenbar Verlag, der zum
Aufbau Verlag gehört. "Oft ist ein Buch für einen Verlag eine Art Wette:
Könnte das vielleicht ein Bestseller oder Kritikererfolg werden?",
erklärt Cukoski im ZEIT-ONLINE-Podcast Frisch an die Arbeit. Dafür müsse
ein Verlag bereit sein, ein großes finanzielles Risiko einzugehen: "Für
ein deutschsprachiges Debüt hab ich schon jeden Betrag gesehen – von
5.000 bis 500.000 Euro“, sagt Cukoski. Cukoski studierte Neuere Deutsche
Literatur und Philosophie in Berlin. Nach einem Praktikum landete er
beim Berlin Verlag. Das Klischee, dass viele Lektoren selbst Romane
schreiben wollten, träfe auf ihn nicht zu, erzählt Cukoski: "Ich habe
relativ schnell erkannt, dass ich gar nicht so dringend schreiben will."
Schriftsteller stünden im Rampenlicht, mit ihrer Kunst und ihrem Namen.
Den Beruf des Lektors erklärt er so: "Man tritt hinter die Idee des
Buches zurück, das ist der Job. Manchmal bin ich Hebamme, manchmal
Chef." Sein eigener Geschmack sei bei der Auswahl der Bücher, die er ins
Verlagsprogramm aufnehme, wichtig, aber letztlich habe er immer den
Markt und die Leser im Kopf, sagt Cukoski. Manchmal bedauere er die
Professionalisierung: "Die Unschuld beim Lesen ist weg", sagt er. Doch
die Freude beim Lesen habe er nicht verloren: "Ein Manuskript zu
beginnen und dann kommt die Euphorie – das ist ein Gefühl, das sich
nicht abnutzt."
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| Warum sagen Sie als Hirnforscher, dass wir bei der Arbeit träumen sollten, Bernd Hufnagl? | 31 Mar 2020 | 00:37:40 | |
"Mut, nichts zu tun, ist ein trivialer, aber wertvoller Tipp", sagt der
österreichische Neurobiologe und Autor Bernd Hufnagel, 51 Jahre, im
ZEIT-ONLINE-Podcast Frisch an die Arbeit. Acht Wochen Urlaub im Jahr
habe er sich daher selbst verordnet – um nicht zu einem der Kandidaten
zu werden, die er in seinem Berufsalltag oft trifft: erschöpfte und
enttäuschte Manager. Im Anschluss an sein Studium der Biologie und
Medizin hatte sich Hufnagl zunächst der Forschung verschrieben: "Ich war
getrieben von der Unfähigkeit, dass man das eigene Gehirn nicht
versteht", sagt er. Seine Arbeit war mit vielen Rückschlägen verbunden –
und mit Tierversuchen. "Die fünf, sechs Jahre Forschung an der Netzhaut
haben kein positives Ergebnis gebracht. Mir war das zu wenig, dass man
dafür Tiere umbringt", erzählt er. Deshalb gab er seinen sicheren,
verbeamteten Job auf und wechselte in die Gesundheitsberatung. Sein
Fokus: die Wichtigkeit des Tagträumens und der Pausen. "In Zeiten der
Reizüberflutung müssen wir wieder lernen, tagzuträumen", sagt Hufnagl im
Podcast. Mittlerweile ist er vor allem als Vortragsredner unterwegs.
"Ich liebe den Applaus. Man wirft mir vor, ich sei eine Rampensau", sagt
Hufnagl. Dass er dabei nicht mehr in der biologischen Forschung aktiv
ist, sei für ihn in Ordnung: "Ich bin ich ein Übersetzer der
Erkenntnisse meiner forschenden Kollegen", sagt er.
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| Wie wird man ein international erfolgreicher Comiczeichner, Flix? | 17 Mar 2020 | 00:43:55 | |
"Comics zu zeichnen ist in Deutschland ein schwieriges Geschäft", sagt
Felix Görmann, der unter dem Künstlernamen Flix zu den erfolgreichsten
Comiczeichnern Deutschlands gehört. Der Verkauf von Comics reiche oft
nicht, um den Lebensunterhalt zu bestreiten, sagt der 43-Jährige im
ZEIT-ONLINE-Podcast Frisch an die Arbeit. Flix studierte
Kommunikationsdesign an der Hochschule der Bildenden Künste in
Saarbrücken. Dort habe er als erster Studierender überhaupt einen Comic
als Abschlussarbeit eingereicht. Später veröffentlichte er den Comic,
das war der Anfang seiner Karriere. Als der französische Comicverlag
Dupuis, der die Rechte an der Comicreihe Spirou und Fantasio hält, vor
einigen Jahren auf der Suche nach einem Zeichner gewesen sei, habe Flix'
deutscher Verleger ihn vorgeschlagen. "Das ist, wie wenn die Nasa anruft
und fragt: Möchtest du zum Mond fliegen?!", erinnert sich Flix im
Podcast. Er habe sofort zugesagt, schließlich seien diese Figuren der
Grund, warum er Comiczeichner geworden sei: "Ich hab die als Kind
gelesen, geliebt und durchgepaust." Für ihn seien die Spirou-Comics wie
Tim und Struppi – "nur deutlich überdrehter, wie James Bond auf Speed",
erzählt Flix.
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| Wie erfindet man glutenfreies Brot, Ava Celik? | 03 Mar 2020 | 00:36:26 | |
"Ich wusste nicht, was ein Sauerteig überhaupt ist", sagt Ava Celik über
ihre Anfänge als Bäckerin. Die 30-Jährige hat ein glutenfreies
Sauerteigbrot entwickelt, das sie heute in ihrer eigenen Bäckerei in
Berlin verkauft. Damit war sie in den letzten Jahren Tag und Nacht
beschäftigt. Dabei hatte Celik eigentlich etwas anderes mit ihrem Leben
vor. Schon vor dem Abitur arbeitete sie als Schauspielerin. Später
studierte sie Philosophie- und Filmwissenschaften und nahm privaten
Schauspielunterricht. Unter anderem spielte sie im Tatort mit. Doch sie
stellte ihren Beruf infrage: "Ich war auf einer Preisverleihung und
dachte: Was mache ich hier?" Zu diesem Zeitpunkt war bei Celik bereits
eine Glutenunverträglichkeit festgestellt worden. Herkömmliches Brot
konnte sie nicht mehr essen, alle Alternativen schmeckten ihr nicht. Da
habe sie gedacht: "Entweder mache ich das selbst besser oder ich esse
gar kein Brot mehr." Mit viel Aufwand, täglichen Versuchen und langen
Tabellen erarbeitet sie, mit welchem Mehl aus Hirse, Buchweizen oder
Reis und bei welcher Temperatur glutenfreies Brot so gut wird wie
traditionelles Vollkornbrot. "Ich habe zwei Jahre am Rezept gearbeitet –
ich habe nichts anderes gemacht, nur gelesen und gebacken." Mit einem
Bankkredit eröffnete sie eine Bäckerei und beliefert heute Restaurants
und Cafés, schickt Brote an Kunden in ganz Europa. Ihr Rezept will sie
nicht verkaufen: "Man muss lernen, nein zu sagen", sagt Celik. "Das ist
der Grund, warum ich heute glücklich bin."
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| Wie gut sind Ministeramt und Familie zu vereinbaren, Hubertus Heil? | 18 Feb 2020 | 00:46:37 | |
"In Sitzungswochen des Bundestages geht es morgens zwischen sieben und
acht Uhr los", sagt Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) im
ZEIT-ONLINE-Podcast "Frisch an die Arbeit". Es sei nicht leicht, den
Ministerberuf mit der Familie zu vereinbaren – "ich will meine Kinder ja
nicht erst bei der Abiturfeier wiedersehen". Hilfreich sei dabei, sich
über die Endlichkeit politischer Karrieren im Klaren zu sein. "Ich bin
nicht süchtig nach Politik. Ich habe einen Plan B", sagt er. Hubertus
Heil wurde in Hildesheim geboren. Als Schülersprecher hielt er auf
Schülerdemonstrationen in seiner niedersächsischen Heimat Reden. Mit 26
Jahren wurde Heil das erste Mal Bundestagsabgeordneter. "Als junger
Abgeordneter hätte ich nicht gedacht, dass ich innerhalb weniger Monate
über den Kampfeinsatz der Bundeswehr im Kosovo abstimmen müsste. Das hat
mir viele schlaflose Nächte bereitet. Als Arbeitsminister leitet Heil
heute das Ministerium mit dem größten Etat und ist für viele der großen
gesellschaftlichen Themen zuständig: Rente, Arbeitslosenversicherung,
soziale Grundsicherung, die Arbeitsagenturen. Die schönsten Arbeitstage
seien die, "wenn ich mit Menschen spreche, deren Lebensalltag durch
Politik positiv beeinflusst wurde", sagt Heil. Für das Gespräch mit
Menschen, erzählt er, brauche er keine spezielle Vorbereitung, "bei
aller Rhetorik, ich bin ja kein Schauspieler". Vor einem Fernsehduell
mit politischen Gegnern aber müsse er sich nicht nur inhaltlich, sondern
auch mental vorbereiten, sagt Heil. Er habe im Auto auch schon mal "Eye
of the Tiger" gehört, um sich in die richtige Stimmung zu versetzen.
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| Oliver Kienle, wie schreibt man eine Serie wie Bad Banks? | 04 Feb 2020 | 00:45:57 | |
"Keiner wusste, dass Bad Banks ein Erfolg wird", sagt der Drehbuchautor
und Regisseur Oliver Kienle, der die preisgekrönte Serie um die junge
Bankerin Jana Liekam, gespielt von Paula Beer, geschrieben hat. "Viele,
mich eingeschlossen, dachten sogar, dass die Quote der Serie eher
schlecht wird." Die wichtigste Folge beim Drehbuchschreiben, erzählt der
38-Jährige, sei immer die allererste Folge – weil diese die
Produktionsfirmen, die beteiligten Sender und auch die Schauspieler und
Schauspielerinnen überzeugen müsse. Entsprechend viel Zeit sei in die
erste Folge von Bad Banks geflossen: "Von der ersten Folge der ersten
Staffel habe ich fünfzehn Fassungen geschrieben", sagt Kienle. Schon als
Teenager habe er wie manisch begonnen, Geschichten zu schreiben: "Bis
ich neunzehn war, hatte ich neun Romane geschrieben, die bestimmt alle
scheiße waren." Mit Anfang zwanzig schrieb er auf eigene Faust und ohne
jegliche finanzielle Unterstützung die ersten Filme. Bei seiner Arbeit
muss Kienle heute auch immer viel Kritik einstecken. "Ich fordere sehr
viel Feedback ein, auch wenn es nervt und einen anstrengt", sagt er.
Sich einschränken lassen will Kienle sich bei seiner Arbeit am liebsten
von niemandem. "Unter Karrieregesichtspunkten habe ich auch heikle
Entscheidungen getroffen", erzählt er. So habe er etwa nach seinem
Debütfilm einen Tatort abgesagt. "Ich will meine Geschichten erzählen,
ich muss keine Karriere machen", sagt Kienle.
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| Warum ist es nicht schlimm, im Büro zu weinen, Magdalena Rogl? | 21 Jan 2020 | 00:58:34 | |
Ganz lange habe ich versucht, zu verheimlichen, dass ich kein Abi und
nicht studiert habe", sagt Magdalena Rogl im ZEIT-ONLINE-Podcast Frisch
an die Arbeit. Die 34-Jährige, die heute als Head of Digital Channels
bei Microsoft arbeitet, war keine gute Schülerin. Mit 16 Jahren
entschied sie sich dazu, die Schule abzubrechen. Sie wollte
Kindererzieherin werden und begann eine Ausbildung. Mit 24 Jahren war
sie zweifache Mutter, alleinerziehend und arbeitete Vollzeit in einer
Krippe. Doch das ging nicht lange gut: Das Geld habe nicht gereicht, sie
sei nur noch traurig gewesen. "Wenn man den ganzen Tag mit kleinen
Kindern arbeitet und abends sind da schon wieder Kinder, da verliert man
irgendwann die Liebe", erinnert Rogl sich im Podcast. Rogl begann sich
auf andere Stellen zu bewerben, schrieb über 50 Bewerbungen – und
kassierte nur Absagen. "Da hatte ich richtig Angst. Ich hatte das
Gefühl, das wird nichts mehr." Schließlich klappte es doch, im Jahr 2016
bekam sie eine Zusage von Microsoft Deutschland. Heute sitzt sie auf
vielen Podien, tritt bei Konferenzen auf und spricht über
Digitalisierung, Diversität und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie.
Im Podcast spricht Rogl auch über Gefühlsausbrüche im Büro. Sie sagt:
"Ich finde es nicht schlimm, wenn man auf der Arbeit heult.
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| Warum ist gutes Brot so teuer, Christa Lutum? | 12 Mar 2024 | 00:38:49 | |
"Brot zu backen ist etwas unglaublich Sinnliches. Ich fühle den Teig –
und wenn man das lang genug macht, dann fühlt man auch, ob das Brot was
wird", sagt die Bäckermeisterin Christa Lutum, 63, im Podcast Frisch an
die Arbeit. Gemeinsam mit Tony Beumer gründete sie 1993 in
Berlin-Kreuzberg die Bio-Bäckerei Beumer & Lutum, die sich in den
folgenden Jahren zu einer Kette mit sechs Filialen und über 170
Verkaufsstellen entwickelte.
2016 verließ Lutum das Unternehmen und backt seitdem wieder in einer
eigenen kleinen Backstube Soluna. Ihre Brote verkauft sie auch
persönlich auf Berliner Wochenmärkten. Nebenberuflich engagiert sie sich
außerdem als sogenannte "Obermeisterin" der Berliner Bäcker-Innung – als
erste Frau in der über 750-jährigen Geschichte, die den Vorsitz
übernommen hat.
Im Podcast erzählt sie, warum sie für ihre Ausbildung als Bäckerin in
den Achtzigerjahren noch eine Ausnahmegenehmigung des
Ministerpräsidenten brauchte. Außerdem spricht sie darüber, warum der
Unterschied zwischen handwerklich gebackenem und industriellem Brot
vielen Kunden schwer zu vermitteln ist und weshalb sie selbst kein
frisches Sauerteigbrot isst.
"Frisch an die Arbeit" wird jeden zweiten Dienstag veröffentlicht. Es
moderieren im Wechsel Daniel Erk, Hannah Scherkamp und Elise Landschek.
Das Team erreichen Sie unter frischandiearbeit@zeit.de.
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| Warum imitieren Sie Vogelgezwitscher, Herr Westphal? | 07 Jan 2020 | 00:44:50 | |
"Ich hatte schon immer Spaß daran, mit meiner Stimme zu experimentieren,
und habe sie über die Jahre wie ein Instrument ausgebildet", sagt der
Biologe Uwe Westphal im ZEIT-ONLINE-Podcast "Frisch an die Arbeit". Der
62-Jährige kann 200 Tierstimmen imitieren, 130 davon sind Vogelstimmen.
Schon als Jugendlicher brachte Westphal sich verschiedene Pfeiftechniken
bei. Heute nimmt er Hörspiele auf, schreibt Bücher, bietet Exkursionen
in Norddeutschland an und tritt mit einem Bühnenprogramm auf. Westphal
wuchs auf einem Bauernhof auf und wollte schon als Kind Tierforscher
werden. Später studierte er Biologie und arbeitete danach unter anderem
beim Naturschutzbund in Hamburg. Doch die Arbeit machte ihn nicht
glücklich: "Ich habe die Natur nicht mehr gesehen." Schließlich, sagt
er, habe er nicht mehr gekonnt, Burn-out. Westphal verlor seinen Job.
Die Idee, sich mit der Imitation von Tierstimmen selbstständig zu
machen, sei daher aus der Not geboren. Die ersten Jahre seien hart
gewesen. Das habe sich inzwischen geändert: "Es ist jetzt nicht mehr so,
dass monatelang gar nichts kommt." Er sagt: "Mein Lebensziel ist nicht,
möglichst viel Geld zu scheffeln. Ich möchte gut und sinnvoll leben."
Westphal sieht sich als Vermittler zwischen Mensch und Tier. Er sagt:
"Es geht letztlich ums Überleben der Menschheit: Man schützt nur, was
man kennt und liebt.“
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| Herr Puhl, wie kann man Obdachlosen helfen? | 10 Dec 2019 | 00:40:25 | |
"Helfen setzt gelegentlich Glückshormone frei", sagt der Berliner
Sozialarbeiter Dieter Puhl im ZEIT-ONLINE-Podcast Frisch an die Arbeit.
Bis ins vergangene Jahr leitete der 61-Jährige die evangelische
Bahnhofsmission am Bahnhof Zoo in Berlin und kümmerte sich um
Obdachlose. Heute ist er Lobbyist für die Themen Armut und
Obdachlosigkeit. Er sagt: "Der Job ist nicht härter als andere Berufe",
zumindest für ihn selbst nicht. "Wenn dieser Beruf mich ständig killen
würde, dann würde ich das doch nicht seit 27 Jahren machen!" Was ihn
auch durch die harten Tage trage, an denen etwa Obdachlose auf der
Straße mitten in der Stadt stürben, sei einerseits sein christlicher
Glaube und, wie Puhl es formuliert, eine "radikale Liebe den Menschen
gegenüber." "Ohne Liebe" sagt Puhl, "ist alles nüscht." In der Zeit bei
der Bahnhofsmission habe Puhl 70 Stunden pro Woche gearbeitet. Nach
Feierabend ließ er die Sachen nicht hinter sich, sondern nehme sie
bewusst mit nach Hause. Er sagt: "Die Menschen auf der Straße in ihrem
Elend haben es verdient, dass ihr Schicksal für die anderen – für uns –
nicht zu leicht wird."
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| Warum haben die Depressionen Sie zu einer besseren Chefin gemacht, Katharina Borchert? | 26 Nov 2019 | 00:55:32 | |
Eine gute Führungskraft müsse Verletzlichkeit zeigen und Zweifel
zulassen, sagt Katharina Borchert. "Die Tiefen, die ich durchlaufen
habe, haben mir das erleichtert", sagt sie im ZEIT-ONLINE-Podcast Frisch
an die Arbeit. Die 47-Jährige arbeitet heute als Innovationschefin bei
dem Tech-Unternehmen Mozilla im Silicon Valley. Im Podcast erzählt sie,
dass sie früher unter Depressionen gelitten habe. "Ich hatte damit weit
über zehn Jahre zu kämpfen", sagt sie. "Es gab viele Phasen in meinen
Zwanzigern, in denen ich definitiv keine Vollzeitstelle hätte ausfüllen
können.“ Geholfen hätten ihr „sehr gute Therapie und wahnsinnig viel
Zeit.“ Sie sei durch ihre Erfahrungen empathischer, lasse ihren
Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Freiraum, könne Konflikte gut
aushalten. Borchert wuchs auf einem Bauernhof bei Bochum auf. Nach dem
Studium arbeitete sie zunächst als freie Journalistin, wurde später
Online-Chefredakteurin der WAZ-Mediengruppe und dann Geschäftsführerin
von Spiegel Online in Hamburg. Vor vier Jahren wechselte sie zu Mozilla
und zog in die USA. Was Borchert antreibt, ist ihr Wille, etwas zu
verändern. Daher wolle sie keinen Tag ungenutzt lassen. Die Erfahrungen
mit den Depressionen, die sie als junge Frau gemacht habe, hätten sie
kompromissloser gemacht. "Ich weiß besser, was mir guttut und was
nicht", sagt sie. Um bei der vielen Arbeit emotional stabil zu bleiben,
bewegt sie sich jeden Tag eine Stunde an der frischen Luft. "Klingt
altmodisch, aber da komme ich am besten runter", sagt Borchert.
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| Wie kann man sich als Krankenpfleger Fehler verzeihen, Robert Kunz? | 12 Nov 2019 | 00:33:43 | |
"Was mich an Krankenhausserien nervt, ist, wie die Position des Arztes
dargestellt wird", sagt der Krankenpfleger Robert Kunz im
ZEIT-ONLINE-Podcast Frisch an die Arbeit. Der 30-Jährige arbeitet in
einer kleinen Tagesklinik in Berlin. Die Rolle von Pflegerinnen und
Pflegern werde durch das Bild im Fernsehen oft unterschätzt. Kunz sagt:
"Der Kontakt der Patienten ist zu 90 Prozent mit den Pflegekräften und
nicht mit den Ärzten.“ Kunz, der eigentlich mal Polizist werden wollte,
sieht sich als Vermittler zwischen dem starren System Krankenhaus und
seinen Patienten. "Das komplexeste an meinem Beruf ist das Sprechen mit
den Patienten und Patientinnen – wie gehe ich mit Unsicherheiten und
Aufregung um? Wie vermittle ich all die Informationen, ohne die
Betreffenden zu überfrachten? Das muss man erst einmal einschätzen
können.“ Als erfüllend nimmt er in seinem Beruf die Dankbarkeit von
Kranken wahr. Im Podcast sagt Kunz aber auch: "Die Menschen verbinden
mit einem sehr viele Hoffnungen. Aber natürlich passieren auch uns
Pflegerinnen und Pflegern Fehler." Zu hohe Erwartungen hätten nicht nur
Patienten, sondern auch er und seine Kollegen. Bei Fehlern gingen sie
oft sehr hart mit sich ins Gericht. "Man muss sich auch mal einen Fehler
verzeihen können – auch große Fehler", sagt Kunz.
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| Warum muss Arbeit wehtun, Max Herre? | 29 Oct 2019 | 00:38:55 | |
"Es gibt zum Glück so was wie Abgabetermine", sagt der Musiker Max Herre
im ZEIT-ONLINE-Podcast "Frisch an die Arbeit". Denn dem 46-Jährigen
falle es schwer, ein Ende zu finden: "Ich muss das Gefühl haben, ich
habe jetzt alles probiert. Wenn die Arbeit nicht wehgetan hat, ist sie
nicht fertig." So habe er an seinem neuen Album "Athen", das Anfang
November erscheint, seit 2015 gesessen. Herre wurde Ende der Neunziger
mit der Band Freundeskreis bekannt. Die Single "A-N-N-A" war ein großer
Erfolg und verkaufte sich 250.000-mal. Doch schon im Jahr 2000 gab
Freundeskreis die letzten Konzerte. Herre zog mit seiner Frau, der
Sängerin Joy Denalane, nach Berlin. Sie arbeiteten im Wechsel, mal war
er mit einem Soloalbum an der Reihe, mal sie. Bei der Entscheidung sei
es auch um die Vereinbarkeit von Familie und Musik gegangen. Herre sagt:
"Wir wollen beide den Beruf machen. Aber wir haben eine Familie und
können nicht in der Welt unterwegs sein, während die Kinder in die
Schule müssen.“ Das ändere sich gerade wieder, da die Kinder größer
sind. "Wir arbeiten gleichviel, aber gleichzeitig", sagt Herre. Neben
der eigenen Musik mag Herre es weiterhin gern, Platten für andere
Musikerinnen und Musiker zu produzieren. "Weil du da nicht dich selbst
verhandeln musst", sagt er. Denn wenn man sich mit der eigenen Musik
zeige, mache man sich immer angreifbar.
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| Worauf achten Sie, wenn Sie einen Film mit sich selbst sehen, Heike Makatsch? | 15 Oct 2019 | 00:35:59 | |
"Wie mache ich das? Wie sehe ich denn da aus!?“ Diese Fragen gehen der
Schauspielerin Heike Makatsch durch den Kopf, wenn sie zum ersten Mal
einen Film mit sich selbst sieht. Doch wenn sie zufrieden mit sich sei,
könne sie einen Misserfolg auch ganz gut ertragen, erzählt die
48-Jährige im ZEIT-ONLINE-Podcast Frisch an die Arbeit. Makatsch
studierte nach dem Abitur ein paar Semester Politik und Soziologie, da
war sie bereits Moderatorin beim Musiksender Viva. Ihre erste Filmrolle
hatte sie mit 25 Jahren in dem Film Männerpension von Detlev Buck, für
die sie gleich zwei Preise bekam. Im Podcast erzählt Makatsch, wie sie
sich auf ihre Arbeit vorbereitet: "Ich lese jedes Drehbuch sicher
dreimal", sagt sie. "Ich schreibe mir immer die Subtexte auf: Was sagt
meine Figur hier wirklich?“ Über die Stimmung am Set sagt sie: "Harmonie
im Team ist für mich relativ zweitrangig." Das passe ganz gut zu ihrer
eigenen Arbeitsmoral: "Ich bin diszipliniert, selbstkritisch und
verlange mir was ab", sagt Makatsch. Das beinhalte auch eine gewisse
Härte gegen sich selbst. "Während eines Drehs geht man auch mit Fieber
zur Arbeit. An so einem Tag würde ich mich nie hängen lassen." Und
überhaupt sei die Arbeit für sie keine Belastung, im Gegenteil:
"Manchmal finde ich drehen sehr viel entspannter als den Alltag mit
Familie." Manchmal wünsche sie sich allerdings, "ich würde mehr
intellektuell arbeiten, als ich das tue.“ Ab dem 17. Oktober ist
Makatsch in dem Kinofilm "Ich war noch niemals in New York" von Philipp
Stölzl zu sehen.
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| Wie organisiert man eine Band wie Deichkind, Henning Besser? | 01 Oct 2019 | 00:34:06 | |
"Deichkind ist heute ein konzeptkünstlerisches Projekt, das im Gewand
einer Popband daherkommt", sagt Henning Besser von Deichkind im
ZEIT-ONLINE-Podcast "Frisch an die Arbeit". Die Aufgabe des 39-Jährigen
bei Deichkind sei eher ungewöhnlich, wie er selbst sagt: "Ich kümmere
mich um alles außer die Musik und die Texte." Konkret heißt das, dass
Besser sowohl für die Ästhetik als auch die Produktion der aufwendigen
Liveshows von Deichkind zuständig ist. Besser begann seine DJ-Karriere
einst unter dem Künstlernamen DJ Phono. Im Jahr 1998 wurde er
Vizeeuropameister im Scratchen. Zu Deichkind stieß er zunächst als
Tour-DJ und wurde erst im Jahr 2006 reguläres Mitglied der Band um
Rapper Philipp Grütering. Knapp 30 Leute arbeiten heute Vollzeit für
Deichkind, darunter Ingenieure, vor allem im technischen Bereich, der
Bühnenkonzeption und im Bühnenbau. Dazu kämen, so Besser, Freelancer für
Pressearbeit, Marketing und Artwork – und nochmals gut 70 Mitarbeiter,
die mit der Band auf Tour unterwegs seien. Deichkind sei mittlerweile
"eigentlich ein veritabler Mittelständler geworden", erzählt Besser.
"Tief in meinem Herzen bin ich aber gar kein Unternehmer", sagt Besser.
"Ich bin Künstler und spiele nur Firma!"
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| Wie können Sie sich als Frauenärztin von Ihren Patientinnen abgrenzen, Sheila de Liz? | 17 Sep 2019 | 00:35:32 | |
"Mein Fach ist mit schönen Momenten gesegnet, gerade Schwangerschaften
sind immer wieder etwas ganz Besonderes", sagt die Frauenärztin und
Autorin Sheila de Liz über ihren Beruf im ZEIT-ONLINE-Podcast "Frisch an
die Arbeit". "Aber wenn man gerade einen Brustkrebs-Fall hatte und die
nächste Patientin reinkommt rein und wegen der Wartezeit meckert – das
ist besonders anstrengend." Eigentlich, sagte die 50-Jährige, müsste man
"vor jeder Patientin eine Kurzmeditation machen, das Fenster aufreißen
und die Energien loswerden“. Sheila de Liz wurde in New Jersey, USA,
geboren und kam als Teenager mit ihrer deutschstämmigen Mutter nach
Deutschland. In Mainz studierte sie Medizin. Seit über zwölf Jahren
arbeitet sie in ihrer eigenen Praxis in Wiesbaden. Im Podcast berichtet
de Liz auch davon, wie viel Scham viele ihrer Patientinnen haben. Der
verkrampfte und von unsinnigen Schönheitsvorstellungen geprägte Blick
auf den Körper der Frau bringe Frauen in Gefahr: "Es gibt Frauen, die
gehen nicht zur Mammografie, weil sie sich für ihre Brüste schämen.“
Darüber hat sie auch ein Buch geschrieben, es heißt: "Unverschämt –
Alles über den fabelhaften weiblichen Körper".
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| Wie wird man ein Rockstar, Marco Wanda? | 03 Sep 2019 | 00:28:46 | |
"Ich kann noch immer mein Glück nicht fassen, dass das mein Beruf ist“,
sagt der Musiker Marco Wanda im Podcast "Frisch an die Arbeit". Der
32-jährige Österreicher erzählt von seiner Arbeit an Texten, aber auch
vom Hype um die 2012 gegründete Band Wanda, die mit der Single "Bologna"
bekannt wurde. Marco Wanda hat Sprachkunst an der Wiener Universität für
angewandte Kunst studiert. Seine Berufung sei aber immer die Bühne
gewesen. "Ich bin mir sicher, ich wäre in jedem anderen Lebensentwurf
grandios gescheitert", sagt Wanda. "Ich bin überall rausgeflogen, wo man
rausfliegen kann." Die Arbeit als Songschreiber und Musiker heute nehme
er dagegen sehr ernst. Lieder schreiben sei für ihn wie ins Büro zu
gehen, auch wenn ihm ein bisschen Alkohol dabei helfe und er beim
Schreiben extrem viel rauche – im Grunde eine Schachtel für jede
Strophe, sagt er im Podcast. Die Leidenschaft und Begeisterung im
Publikum würden seine Band und ihn am meisten anstacheln. Sie würden
versuchen, "jedes Konzert so zu spielen, als ginge es um Leben und Tod".
Das neue Album "Ciao!" von Wanda erscheint am 6. September 2019.
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| Wie schafft man es, lange Zeit am Stück konzentriert zu arbeiten, Nora Markard? | 20 Aug 2019 | 00:52:26 | |
"Bei einer guten Vorlesung sieht man in den Gesichtern, da passiert was
im Kopf", sagt die Juristin Nora Markard im ZEIT-ONLINE-Podcast "Frisch
an die Arbeit". Die 41-Jährige ist Juniorprofessorin für Öffentliches
Recht und Völkerrecht an der Universität Hamburg. In ihren Vorlesungen
sitzen bis zu 400 Studierende. "Da muss man ziemlich ackern, um die
Leute zu erreichen und die nicht dahinten drinsitzen und das über sich
ergehen zu lassen", sagt sie. Markard hat Jura und Internationale
Beziehungen in Berlin, Paris und London studiert. Derzeit sitzt sie an
ihrer Habilitationsschrift. Im Podcast erzählt Markard von – wie sie sie
nennt – manischen und depressiven Phasen im Arbeitsleben von Juristen.
In den sogenannten manischen Phasen arbeite man unglaublich viel, alles
funktioniere. In depressiven Phasen unterschätze man seine Expertise und
halte die eigene Arbeit für banal. Sie spricht auch vom
Hochstaplersyndrom: der Angst, dass man in Wirklichkeit gar nichts kann
und andere es nur noch nicht bemerkt haben. Markard sagt: "Es geht
darum, eine nachhaltige Art der Arbeit zu finden, die man über lange
Zeit durchhält, ohne unglücklich oder krank zu werden." Und: "Zu viel
ist grundsätzlich ein Problem in unserem Beruf. Man hat immer das
Gefühl, es ist nicht genug."
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| Wie wird man vom Gangmitglied zum Polizisten, Herr Mollenhauer? | 27 Feb 2024 | 00:30:34 | |
"Als Jugendlicher war ich Teil einer Jugendgang, nie hätte ich gedacht,
dass ich später mal Polizist werde", sagt Jens Mollenhauer. "Doch
irgendwann wollte ich zu den Guten gehören". Vierzig Jahre lang war er
Polizist in Hamburg, eingesetzt unter anderem als verdeckter Ermittler
im Rotlichtmilieu. "Dann wurde das zu gefährlich und ich bin erstmal in
den Innendienst versetzt worden", sagt er.
Doch dort blieb er nicht lange. Zuletzt leitete Mollenhauer bis zu
seiner Pensionierung im Frühjahr 2023 die Jugendschutzeinheit der
Hamburger Polizei. Er kümmerte sich um straffällig gewordene Jugendliche
und sucht dabei immer auch das Gespräch mit den Eltern. "Ich hatte zum
Beispiel zwei 15-jährige Mädchen auf der Wache, die einen alten Mann
verletzt hatten", erzählt er. Doch als er die Eltern anrief, sagten die
nur: "Keine Zeit".
Wenn Kinder und Jugendliche kriminell werden, liege das oft an
Vernachlässigung oder eigenen Gewalterfahrungen, sagt Mollenhauer.
"Diese Wut im Bauch, die muss dann einfach raus." Er kenne das von sich
selbst aus seiner Jugend. Auch heute noch engagiert sich der 60-Jährige
ehrenamtlich an Schulen und Kindergärten und bietet dort Kurse zur
gewaltfreien Kommunikation und gegen Mobbing an.
Im Podcast spricht er mit Host Elise Landschek darüber, wie er den
Absprung von einer Jugendgang in ein Leben als Polizist geschafft hat.
Und wie schwer es ihm gefallen ist, als Vater von acht Kindern Berufs-
und Familienleben über die Jahre zu vereinen.
"Frisch an die Arbeit" wird jeden zweiten Dienstag veröffentlicht. Es
moderieren im Wechsel Daniel Erk, Hannah Scherkamp und Elise Landschek.
Das Team erreichen Sie unter frischandiearbeit@zeit.de.
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| Wie hat Ihre Arbeit Sie trotz schwerer Krankheit am Leben gehalten, Miriam Maertens? | 06 Aug 2019 | 00:54:18 | |
"Im Grunde arbeite ich erst seit sieben Jahren ohne Schummelei", sagt
die Schauspielerin Miriam Maertens im ZEIT-ONLINE-Podcast "Frisch an die
Arbeit". Die heute 49-Jährige hat seit ihrer Geburt Mukoviszidose, eine
nicht heilbare Stoffwechselerkrankung, die unter anderem zu viel Schleim
in der Lunge produziert. Bis zu ihrer Lungentransplantation vor sieben
Jahren erzählte sie nur wenigen Kollegen und Regisseuren von ihrer
Krankheit. In den Pausen ging sie nach Hause, um Übungen zu machen, und
später, um sich an der Sauerstoffmaschine zu stärken. Miriam Maertens
kommt aus einer Hamburger Theaterfamilie. Schon als Kind wusste sie,
dass sie einmal Schauspielerin werden würde. Dass die Ärzte bei ihr eine
Lebenserwartung von fünf Jahren prognostiziert hatten, verdrängte sie.
Sie sagt im Podcast: "Das Verdrängen war in der Familie hoch angesagt,
um auch Spaß am Leben zu haben." Mit 20 Jahren spielte sie ihre ersten
Rollen, unter anderem an der Schaubühne in Berlin, dann als festes
Ensemblemitglied am Schauspielhaus Zürich. Die Arbeit habe sie am Leben
gehalten, sagt sie. Aber irgendwann ging es nicht mehr. Vor sieben
Jahren bekam sie eine Spenderlunge. Im Podcast erzählt Maertens, wie sie
mit der Krankheit arbeiten konnte – und auch, wie sich Arbeit für sie
verändert hat, seitdem sie eine neue Lunge hat. So arbeitete sie in den
ersten Jahren nach der OP zunächst sehr viel, weil sie endlich alles
konnte. Aber sie sagt auch: "Ich mache manche Sachen nicht mehr, wenn
ich sie nicht wirklich machen will." Stattdessen wolle sie lieber auch
mal reisen – was sie früher auch nicht immer konnte. Zur neuen Spielzeit
wechselt sie ins Ensemble des Schauspiels Hannover. Im vergangenen Jahr
ist ihr Buch „Verschieben wir es auf morgen“ über ihren Kampf gegen
Mukoviszidose erschienen.
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| Wie ist es, mit 23 Jahren das Weingut der Eltern zu übernehmen, Juliane Eller? | 23 Jul 2019 | 00:37:58 | |
"Die Entscheidung für den Weinbau ist bei mir relativ spät gefallen",
sagt Juliane Eller im ZEIT-ONLINE-Podcast "Frisch an die Arbeit". Die
29-Jährige ist Winzerin im rheinhessischen Ahlsheim. "Ich wollte früher
immer ein geregeltes Leben mit Fünf-Tage-Woche" – und das gehe im
Weinbau gar nicht. Während Ellers Schulfreunde im Sommer an den See
gefahren seien, habe sie ihren Eltern geholfen. Druck hätten sie ihr nie
gemacht, erzählt Eller. Nach der Schule machte sie ein Praktikum im
Weinbau. Dort habe sie erst die Vielzahl an Möglichkeiten verstanden,
die ihr durch den Familienbetrieb offen standen. Sie entschied sich
nicht nur, Weinbau zu studieren und den Betrieb zu übernehmen – sondern
auch, das Unternehmen komplett umzubauen. Da war die gerade 23 Jahre
alt. "Als ich bei meinen Eltern eingestiegen bin", erzählt Eller
lachend, "habe ich erst einmal nur wahnsinnig viel Geld gekostet.“
Der anstrengendste Teil der Arbeit sei bei all dem, so sehr von der
Natur abhängig zu sein – auch wenn für dieses Jahr die größten Gefahren
wie Hagel und Unwetter überstanden seien. Die zunehmende Klimakrise sei
auch für den Weinbau in Deutschland ein großes Problem, erzählt Eller:
"Wir fangen heute Anfang September an zu ernten – mein Papa hat noch
Ende November geerntet."
Eller hat zwei Wein-Marken etabliert: „Juwel", ihre eigene Marke. Und
die Marke „Drei Freunde“, die sie zusammen mit dem Moderator Joko
Winterscheidt und dem Schauspieler Matthias Schweighöfer gegründet hat.
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| Wie bewegt sich der Share-Now-CEO Olivier Reppert durch die Stadt? | 09 Jul 2019 | 00:33:00 | |
"Ich bin von montags sieben Uhr bis freitags 22 Uhr voll für die Arbeit
da – aber ich möchte das Wochenende für die Familie haben", sagt Olivier
Reppert, CEO von Share Now, dem gemeinsamen Carsharing-Dienst von
Mercedes-Benz und BMW. Am Wochenende arbeite Reppert nicht mehr als zwei
Stunden, sagt der 45-Jährige im ZEIT-ONLINE-Podcast "Frisch an die
Arbeit".
Als Kind, erzählt Reppert, wollte er eigentlich Archäologe werden. Dann
studierte er Maschinenbau. Heute gehört Olivier Reppert zu den
erfahrenen Managern im Bereich Carsharing. Ehe er Share Now übernahm,
baute er Car2Go auf. "Damals", sagt Reppert, "war der Smart für uns das
perfekte urbane Auto. Und schon damals war für uns klar: Der Smart muss
elektrisch sein. Wir können es uns eigentlich nur noch leisten, uns
elektrisch in den Städten zu bewegen.“ Er sagt: "Mein Thema sind
Mobilitätsökosysteme. Wie viel Struktur braucht es? Wie viele
Alternativen braucht es? E-Scooter? Öffentliche Verkehrsmittel? Wir sind
alle nur erfolgreich, wenn das alles miteinander funktioniert", sagt
Report. Er selbst, erzählt Reppert, der mit seiner Familie in Berlin
wohnt, fahre gar nicht so oft Auto, auch wenn sein eigener Weg zur
Arbeit grob acht Kilometer lang sei. "Ich fahre viel Fahrrad in Berlin.
Da hat man auf dem Heimweg viel Zeit nachzudenken."
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| Wie wichtig nehmen Sie als Opernsängerin Applaus und Buhrufe, Annika Schlicht? | 25 Jun 2019 | 00:49:40 | |
"Wenn ich mich abschminke und die Perücke abnehme, das ist am besten",
sagt die Opernsängerin Annika Schlicht. Sie möge es, in der U-Bahn auf
dem Weg nach Hause neben Menschen zu sitzen, die gerade aus der Oper
kämen, in der sie aufgetreten sei. Erkannt werde sie nie, dadurch bekäme
sie häufig ungefiltert mit, was das Publikum über sie denke, sagt sie im
ZEIT-ONLINE-Podcast "Frisch an die Arbeit". Die 31-jährige Schlicht
studierte an der Hochschule für Musik Hanns Eisler in Berlin Operngesang
und gehört heute als Mezzosopranistin zum Ensemble der Deutschen Oper in
Berlin. Im Podcast erzählt Schlicht, wie anspruchsvoll ihre Woche ist:
"Ein voller Arbeitstag heißt: Probenstart um zehn Uhr für eine
dreistündige Oper, dann Einzelwiederholungen und am Abend eine
Vorstellung mit einer anderen Oper." Zu Hause höre sie daher gar keine
Opern mehr, auch keine Radiomusik. Stille, sagt Schlicht, sei ihr am
liebsten. Es gäbe keine Arbeitstage, die sie mit halber Kraft bewältigen
könne. Krank habe sie allerdings schon gearbeitet. Ihre Sorge, das
Publikum zu enttäuschen, ist groß. "Ich will nie gegen eine Buh-Wand
laufen", sagt Schlicht. "Wenn ich mit mir selbst zufrieden bin, ist der
Applaus nicht so wichtig. Aber an manchen Tagen kann einen der Applaus
auch wieder hochpushen.“
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| Wie entspannt man als Start-up-Gründerin, Pia Frey? | 11 Jun 2019 | 00:35:03 | |
"Ich hatte mir nicht vorgenommen, zu gründen", sagt Pia Frey, Gründerin
und Geschäftsführerin von Opinary über die Anfänge ihrer eigenen
Meinungsumfragefirma im ZEIT-ONLINE-Podcast "Frisch an die Arbeit". Die
31-Jährige wollte eigentlich Journalistin werden. Nach dem
Philosophiestudium begann sie ihre Karriere in einer Redaktion. Doch die
oft mäßigen Kommunikationskanäle zu den Leserinnen und Lesern, wie sie
sagt, hätten sie gestört. Als Frey mit ihrem Bruder, der in den USA
studiert hatte und in einer Unternehmungsberatung arbeitete, darüber
sprach, entstand schnell die Idee, ein Umfrageinstrument zu entwickeln,
mit dem schnell und einfach Feedback zu Artikeln und Kommentaren
eingeholt werden kann. Heute haben sie 60 Beschäftigte in Berlin, London
und New York. Gemeinsam mit ihrem älteren Bruder eine Firma zu gründen,
sei dabei eine Herausforderung gewesen, sagt Frey: "Als wir gesagt
haben, dass wir das mit Haut und Haaren probieren wollen, war die Frage
schon: Kriegen wir das in dieser Geschwisterkonstellation überhaupt
hin?" Sie kriegen es hin. Im Podcast erzählt Frey auch, dass sie
meistens lange arbeite, auch am Wochenende, und sie sogar bei Gesprächen
mit Freunden darüber nachdenke, was deren Geschichten und Ideen für ihre
Firma bedeuten könnten. Trotzdem könne sie gut abschalten: "Ich habe
gelernt, die Zeit im Flugzeug zu mögen", sagt Pia Frey. Dort habe sie
Zeit für sich selbst.
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| Gehört twittern zu Ihrer Arbeit, Frau Chebli? | 28 May 2019 | 00:43:48 | |
"Ein guter Arbeitstag ist, wenn ich das Gefühl habe, es hat was
gebracht", sagt Sawsan Chebli im ZEIT-ONLINE-Podcast "Frisch an die
Arbeit". Die 40-Jährige ist in Berlin Staatssekretärin für
Bürgerschaftliches Engagement und Bevollmächtigte des Landes beim Bund.
Was sie schlimm fände: "Wenn die Leute sagen würden, dass ich keinen
guten Job mache.“ Chebli wuchs in Berlin auf. Ihre Eltern hatten vor
ihrer Geburt 20 Jahre in einem Flüchtlingslager im Libanon gelebt. In
Deutschland war die Familie lange nur geduldet. Chebli sagt im Podcast:
"Ich habe Arbeit immer als etwas Befreiendes empfunden." Sie habe nie so
arm sein wollen wie ihre Eltern. Heute arbeite sie viel, oft auch am
Abend und am Wochenende. „Ich habe ganz wenig Privatleben“, sagt sie.
Aber das sei okay. Die Arbeit bereite ihr weniger Stress als Shitstorms
auf Twitter. Dann könne sie manchmal auch nicht mehr gut schlafen. Oft
liefert sie sich Kämpfe in dem sozialen Netzwerk, sie wird beschimpft.
In manchen Wochen erstatte sie 20 bis 30 Anzeigen pro Woche. Warum sie
sich das antut? "Alles andere wäre Kapitulation", sagt Chebli. Sie
twittert auch während ihrer Arbeitszeit, zum Beispiel in Sitzungen.
Trotzdem betont sie: "Twitter ist nicht Teil meiner Arbeit.“
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| Warum hatten Sie Angst vor dem Michelin-Stern, Ilona Scholl? | 14 May 2019 | 00:44:09 | |
"Das Sakrale hergebrachter Restaurants finde ich nicht besonders
genussförderlich", sagt die Gastronomin Ilona Scholl im
ZEIT-ONLINE-Podcast "Frisch an die Arbeit". Sie leitet das Restaurant
Tulus Lotrek in Berlin und wurde zuletzt als Gastgeberin des Jahres
ausgezeichnet. Ihr Restaurant erhielt Ende 2017 einen Michelin-Stern.
Das habe die heute 36-Jährige aber nicht nur erfreut. "Ich hatte die
Sorge, dass der Stern uns den Gastraum zerhackt", sagt Scholl. Aber die
Gäste des Lokals seien weiterhin eher unprätentiös und uneitel. Ilona
Scholl studierte Literaturwissenschaft und arbeitete nebenbei als
Kellnerin. Ein erdender Nebenjob, wie sie sagt. Dennoch sei sie oft
gefragt worden, ob sie nicht anders Geld verdienen könne. "In
Deutschland gibt es diese Kellnerkultur wie in Italien, Frankreich und
Österreich nicht", sagt Scholl. Das habe schon Zweifel ausgelöst: "Ich
habe meine Begabung als nichts wert betrachtet." Dabei habe sie schon
immer eine Leidenschaft für Essen gehabt.
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| Was macht man als Urologe genau, Herr Dr. Wittkamp? | 30 Apr 2019 | 00:34:51 | |
"Es gibt nichts, wofür ich mich fürchte – außer davor, Fehler zu
machen", sagt der Kölner Urologe und Autor des Buches "Fit im Schritt –
Wissenswertes vom Urologen“, Volker Wittkamp, im ZEIT-ONLINE-Podcast
„Frisch an die Arbeit“. Im Podcast erzählt er, wie sein Arbeitsalltag
aussieht. Der 35-Jährige sagt: "Bei Urologie denkt jeder, die Patienten
sind ältere Männer mit Prostata-Problemen." Tatsächlich seien Urologen
aber für ein viel breiteres Spektrum an Organen zuständig – bei Männern
wie Frauen für die Nieren, die Harnleiter und die Harnröhren, bei
Männern außerdem für die Prostata und die Hoden. Wittkamp schätzt, dass
etwa 70 Prozent seiner Patienten Männer und 30 Prozent Frauen seien.
Wittkamp erzählt im Podcast auch von Fällen, in denen sich Männer Rosen
in die Harnröhre geschoben haben und von Penisringen, die so fest am
Gemächt saßen, dass Wittkamp die Feuerwehr rufen musste, um den
betreffenden Ring vom Geschlechtsorgan flexen zu lassen. Nicht alle
Fälle aber seien dramatisch. Manchmal könne er seinen Patienten auch
einfach Erleichterung verschaffen, wie etwa im Falle eines Harnstaus –
dann nämlich, wenn jemand durch eine Verkrampfung einfach keine Wasser
mehr lassen kann. Er habe schon erlebt, dass Patienten statt der
üblicherweise 300 Milliliter fast sechs Liter Urin in der Blase
aufgestaut hätten, die er als Arzt durch einen Blasenkatheter habe
ablassen können. "Das ist die größte Erleichterung, die man jemandem
verschaffen kann", sagt Wittkamp.
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| Warum waren Sie ausgebrannt von Ihrer Arbeit, Edin Hasanović? | 16 Apr 2019 | 00:33:12 | |
"Ich habe Angst vor Routine", sagt der Schauspieler Edin Hasanović im
ZEIT-ONLINE-Podcast Frisch an die Arbeit. Es sei nicht das Lob von
anderen, sondern sein eigener Antrieb, der ihn immer wieder zu
Höchstleistungen antreibe. "Ich spiele supergerne Rollen, die möglichst
weit weg von mir ist. Das was nah dran ist, das ist für mich gar keine
Arbeit", sagt der 27-Jährige, der derzeit im Audible-Hörbuch "Die Juten
Sitten" den Gigolo Fritz spricht. Im Podcast spricht er auch über die
Schattenseiten seines Berufs: Im vergangenen Jahr habe er zu viel
gearbeitet, war am Ende ausgebrannt und stürzte dann auch noch im Urlaub
so schlimm, dass er mehrere Wochen im Rollstuhl saß. "Aber das letzte
Jahr war auch das Wichtigste, weil es so schlimm war. Ich muss meine Art
zu arbeiten ändern, sonst macht das mich kaputt", sagt Hasanović. Was
seine Lehren aus dieser Zeit sind, erzählt er im Podcast. Er sagt
außerdem: "Ich bin mir bewusst, dass es Leute gibt, die besser sind, und
dass jemand kommt, der mich ablöst. Darauf bin ich vorbereitet.“
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| Lena Meyer-Landrut, warum haben Sie darüber nachgedacht, aufzuhören? | 02 Apr 2019 | 00:47:56 | |
Lena Meyer-Landrut, 27, wurde vor zehn Jahren bekannt, als sie den
Eurovision Song Contest mit dem Lied "Satellite" gewann. Ihre drei Songs
stiegen gleichzeitig in die Top 5 der Charts, das hatte es noch nie
gegeben. Sie wurde unter anderem mit zwei Echos, dem Deutschen
Fernsehpreis, zwei goldenen Kameras und der 1Live-Krone ausgezeichnet.
Doch im Podcast erzählt sie von einer Phase in ihrem Leben, in der sie
nicht mehr konnte. Das war vor anderthalb Jahren, als ihr neues Album
fast fertig war. Sie sagt: "Ich war müde und erschöpft und traurig. Habe
morgens keinen Bock gehabt, ich war lustlos." Und: "Ich hatte so langsam
über die Jahre den Bezug zu mir selbst verloren." Sie entschied, das
Album abzusagen. Das musste sie nicht nur den Fans, sondern auch ihrer
Plattenfirma erklären: "Ich habe in Meetings gesessen mit Ü40-Männern,
die mich anguckten, als würden sie die Welt nicht mehr verstehen, und
ich sagte: Leute, ich fühl‘s einfach nicht. Es geht nicht.“ Sie
verordnete sich eine Pause von ihren Social-Media-Kanälen und
beschäftigte sich mit sich selbst. Wer bin ich? Was will ich eigentlich?
Soll ich ganz aufhören? Sie sagt: "Ich hatte vor vielen Fragen, die ich
mir gestellt habe, total viel Angst. Mein ganzes Leben hätte sich
verändert." Eine Erkenntnis half ihr dabei weiter: "Dass es die
Möglichkeit gibt, meine Person nicht verbiegen zu müssen für den Beruf."
In diesen Tagen erscheint ihr neues Album "Only Love, L.“.
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| Macht Reichtum glücklich, Patric Faßbender? | 13 Feb 2024 | 00:40:53 | |
“Ich lag im Bett und konnte nicht mehr aufstehen. Als ob man mir einen
Stecker gezogen hätte. Ich lag, glaube ich, 48 Stunden einfach nur da
und war leer”, sagt Toniebox-Erfinder Patric Faßbender im Podcast Frisch
an die Arbeit. Gemeinsam mit Marcus Stahl hat er vor zehn Jahren das
Unternehmen hinter dem Abspielgerät Toniebox gegründet. Heute ist die
Tonies Gmbh mit mehr als 600 Millionen Euro an der Börse bewertet.
Nach Jahren, in denen es immer nur bergauf zu gehen schien, verkündete
Patric Faßbender Ende 2023 seinen Abschied als CEO und Gründer.
Irgendwann habe er gemerkt, dass er nicht mehr die richtige für die
Chef-Rolle sei, erzählt er im Podcast. “Ich hatte eine Unzufriedenheit,
die sich wie ein Grauschleier über meine Tagesabläufe gelegt hat.”
Vor seiner Zeit als Gründer arbeitete Faßbender als Kreativ-Direktor in
einer großen Werbeagentur. 2013 kam ihm die Idee für ein Abspielgerät
für Kinder, für das man bunte Figuren auf einen Würfel stellt.
Im Podcast erzählt Patric Faßbender, warum er gerade jetzt sein
Unternehmen verlässt, warum sein Vermögen ihm wenig bedeutet und was ihm
stattdessen wichtig geworden ist.
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| Was machen Sie mit Ihren 85 Millionen, Michael Brehm? | 19 Mar 2019 | 00:31:10 | |
"Richtige künstliche Intelligenz gibt es noch nicht", sagt der
Start-up-Gründer Michael Brehm im ZEIT-ONLINE-Podcast Frisch an die
Arbeit. "Aber die Algorithmen entwickeln sich massiv weiter." Brehm
wurde als Geschäftsführer von Deutschlands größtem sozialen Netzwerk
StudiVZ bekannt, das wie ZEIT ONLINE zur Holtzbrinck-Gruppe gehörte.
Noch vor seinem 30. Geburtstag verkaufte er das Netzwerk für 85
Millionen Euro. Heute leitet der mittlerweile 38-Jährige das KI-Start-up
i2x, eine intelligente Sprachsoftware. Im Podcast erzählt Brehm, wie er
nach dem Verkauf von StudiVZ zunächst Start-ups für Rabattgutscheine
gründete und in andere Start-ups investierte. Irgendwann habe er jedoch
bemerkt, dass Geld allein kein Antrieb für ihn sei. "Was erzählst du
deinen Kindern, wenn du 65 bist, was du mit deinem Leben gemacht hast?",
fragt er. Deshalb beschäftigt Brehm sich heute damit, wie man mit
künstlicher Intelligenz Sprache versteht, strukturiert und besser
auswertet. Er sagt: "Unsere Vision ist es, Menschen zu helfen, besser
miteinander zu kommunizieren.“
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| Wie managt man soziales Engagement, Frau Silbernagl? | 05 Mar 2019 | 00:39:58 | |
"Mein Beruf ist es, anderen Menschen zu helfen, die Welt besser zu
machen", sagt Carolin Silbernagl, Vorstand der Spendenplattform
Betterplace. Im ZEIT-ONLINE-Podcast "Frisch an die Arbeit" erzählt sie,
wie sie zum Berliner Sozialunternehmen kam – und was bei der Planung
eines gemeinnützigen Hauses für die Zivilgesellschaft alles bedacht
werden muss. Unter anderem ist sie nämlich dafür zuständig, den
Ex-Google-Campus in Berlin aufzubauen. Silbernagl, Jahrgang 1979, begann
ihre Karriere bei Stiftungen, sie hat also Erfahrung mit solchen
Aufgaben. Sie sagt: "Wenn einem finanzieller Status ein großes Anliegen
ist, dann landet man nicht im Sozialen." Betterplace habe sich nach
New-Work-Überlegungen organisiert und komme ohne klassische Hierarchien
aus. "Wir haben die Führungspyramide infrage gestellt", sagt Silbernagl.
Für manche Themen sei sie daher eine Führungsperson. Andere Bereiche
aber liefen bei Kollegen zusammen. "Natürlich muss man ersetzbar sein –
so muss ich meine Arbeit auch gestalten", sagt Silbernagl. Sie arbeite
gern. Und sagt: "Ich habe mich immer gefragt, was es mit dieser
Wochenendfixierung auf sich hat. Manchmal freue ich mich auch auf die
Arbeitswoche."
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| Sind Sie ein Kontrollfreak, Maurice Ernst? | 19 Feb 2019 | 00:39:43 | |
"Auf einmal bist du, ohne es bemerkt zu haben, plötzlich Chef", sagt
Maurice Ernst im ZEIT-ONLINE-Podcast Frisch an die Arbeit. Ernst, 30
Jahre alt, gründete in der Schulzeit zusammen mit Freunden die Band
Bilderbuch. Auf der letzten Tour waren sie mit 40 Leuten unterwegs, die
für die Band gearbeitet haben. "Das holt einen schon manchmal ein, für
so viele Menschen verantwortlich zu sein", sagt er. Zum Beispiel dann,
wenn er entscheide, mit einer befreundeten Person nicht mehr zusammen zu
arbeiten. Maurice Ernst, der Sänger der Band, wuchs in Kremsmünster in
Oberösterreich auf. Innerhalb von zwei Monaten bringen Bilderbuch nun
das zweite Album heraus, "Vernissage my Heart". Momentan sei daher eine
anstrengende Zeit, erzählt Ernst: "Ich höre nie auf zu arbeiten.
Höchstens zwinge ich mich mal einen Tag in der Woche nicht zu arbeiten."
Das Schönste sei für ihn, wenn er arbeite, ohne dabei zu merken, dass er
arbeite. Arbeit bedeutet für Maurice Ernst aber nicht nur Musik zu
schreiben. Momentan telefoniere er permanent. "Ich kann Dinge schwer aus
der Hand geben", sagt er. So rede er beim Bühnenbild mit, der
Vorbereitung der Videos, bei der Planung von Fotoshootings. Mittlerweile
habe er sich daran gewöhnt, dass nicht immer alles klappt: "Ich habe
Scheitern anerkannt."
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