Die Nebensaison unter die Lupe nehmen, dann lässt sie sich auch ins rechte Licht rücken: Usedom im November 2025
Die Insel
Hauptsaison: Seebrücke Heringsdorf – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Hauptsaison gegen Nebensaison heißt nicht vollautomatisch Stärke gegen Schwäche.
42 Kilometer Sandstrand, Spaß fast rund um die Uhr, komplizierte Anreise durch Dauerstaus auf der Insel. Das ist die Hochsaison, die man braucht fürs Geschäft auf der Insel. Wenn aber Gäste wegbleiben, weil es zu voll ist beginnt das Umdenken von der vollen Hütte zur Gästelenkung und Entzerrung der Besucherströme.
Wir reden nicht von Mallorca, sondern von Usedom, Deutschlands östlichster Insel.
Nebensaison: Ahlbeck am Abend – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Die Entdeckung der Nebensaison
Ernstzunehmende Gedanken und Pläne zu einem ernstzunehmenden Phänomen. Erholen dann, wenn es die eigenen Bedürfnisse erfüllt. Das soll, so wünschen sich das die Anbieter, immer öfter auch die Zeit zwischen Oktober und März sein.
Das ist der Feriencheck auf der Insel Usedom im November. Dann wenn tote Hose ist, würden die Partygänger sagen. Oder auch dann, wenn endlich Ruhe und Entspannung einkehrt, meint der Urlaubsgast, der dringend mal runter kommen muss. Die Schattierungen dazwischen sind groß.
Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Als ich von der Aktionsabsicht hörte, war eigentlich klar, dass dies, zumal in deutschen Landen an der Ostsee, einen Gegencheck erfordert. Denn die Absicht ist eins, die Realität mitunter etwas anderes.
Wie ist es Mitte November nach Usedom zu fahren, ohne zu wissen, ob die versprochene Ruhe nun zu Erholung oder Depression führt. Darüber berichtet dieser Podcast, dessen Recherche Mitte November stattfand. Was dabei an Erfahrungen „rüber kam“, gibt es in diesem Podcast zu hören. Das Ergebnis auch. Vorweg noch gesagt: Ergebnisse sind immer auch sehr subjektiv
Hören müsst Ihr selber…
…das Begleitmaterial, in Form von Fotos und natürlich auch Links, findet Ihr hier auf der Seite.
Erwähnt sind alle Hotels bzw. Übernachtungsstätten, sowie die Attraktionen und Ausflugsziele, die ich während der Recherchetage besucht habe. Zum Nachlesen empfehle ich außerdem noch das „Usedom-Tagebuch“, das während meines Aufenthalts entstanden ist. Hier könnt Ihr ebenfalls nochmal nachlesen und Fotos gucken.
Hotels, Kulinarik, Angebote
Fünf Übernachtungen an fünf verschiedenen Orten und in fünf verschiedenen Häusern, bzw. Booten
D-RR301 TALK: Usedom – Die Insel und die Nebensaison
Monday, December 1, 2025 • Duration 31:35
Im Juli und August völlig überfüllt. Im Winter tot. Geht diese Schlagzeile in Sachen Tourismus auf Usedom? Sicher nicht. Das Reiseradio wirft gerne den zweiten Blick und spricht mit Menschen, die das wissen.
Heringsdorf im Sommer – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Ausgangslage
Schlagzeilen sind gerne etwas „knallig“. Deshalb erreichen sie auch das, was sich ihr Erfinder dabei gedacht hat. Des Öfteren steckt zwar ein Quäntchen Wahrheit drin, die ganz große „Wahrheit“ liefern sie jedoch nicht. Grund genug nachzufragen, wenn Touristiker von Belebung der Nebensaison und von Besucherlenkung reden.
Michael Steuer, Geschäftsführer der Usedom Tourismus GmbH – Foto: Usedom Tourismus GmbH
Nachgefragt habe ich bei Usedom-Tourismus, als ich von Belebung der Insel in besucherschwachen Zeiten hörte. Die ersten Antworten habe ich von Michael Steuer bekommen. Er ist Geschäftsführer der Usedom Tourismus GmbH.
Ja, aber…
Wie fast immer, ist an der Sache was dran, aber selbstredend ist es nicht die komplette Darstellung eines Problems und der angestrebten Lösungen. In diesem Podcast reden wir über Ankunfts- und Abreisestaus. Das ist ein Problem aufgrund der schwierigen Verkehrssituation, wenn „Alle“ nach Usedom wollen. Sie konzentriert sich auf die Hauptsaison und natürlich auf Feiertage wie Ostern, Pfingsten und die berühmten Brückentage.
Usedom ist eine Insel und hatte bisher nur zwei Zufahrten fürs Auto. Das sind die Brücken in Wolgast und Zechlin. Ein Nadelöhr, das sich im Anschluss auf den schmalen Bundestraßen (B 110 und B 111) eher noch verstärkt. Das mag Urlauber abschrecken. Meist ist es jedoch so, dass sich die Menschen, wie bei anderen Zielen, schlechtgelaunt durch den Stau durcharbeiten. Abhilfe schaffen, benötigt nicht nur Ideen, sondern kostet auch Zeit. Michael Steuer berichtet von den teils geplanten, teils im Bau befindlichen und gerade fertiggestellten Alternativen.
Günstig Laden vor der Insel : Station in Anklam – Foto: Rüdiger Edelmann ttb-media TON-TEXT-BILD
Zusätzlich ist Usedom bisher noch nicht im Elektrozeitalter angekommen. Lediglich Zwei Schnell-Ladestationen mit je 2 Säulen habe ich ausmachen können (Koserow, Kaufhaus Stolz & Vattenfall, Heringsdorf). Viele Hotels besitzen inzwischen Wechselstrom-Ladesäulen mit 11 bzw. 22 KW Ladefähigkeit. Das dauert dann gerne mal 6 Stunden bis der Akku wieder voll ist. Hier gibt es also noch Nachholbedarf.
Usedomer Bäderbahn in Wolgast – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Rest der Karniner Hubbrücke: Gesprengt 1945 – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Ferienflug-Winterschlaf: Flughafen Heringsdorf – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Das historische Kraftwerk Peenemünde – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Travel in Style: 5-Sterne Hotel Ahlbecker Hof – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Bis Januar: Inselglitzern, hier am Kölpinsee – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Besuchenswert: Die neue Seebrücke in Koserow – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Usedomer Novemberimpressionen
Morgenkaffee: Am Balmer See – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Auch im November Sonnenschein: Wasserschloss Mellenthin – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Mittags am Meer: Strandweg in Zinnowitz – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Kurz vor Dämmerung: Golfhotel Balmer See – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Letzte Einfahrt: Peenemünde – Yachthafen – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Romantik am Abend: Strandhotel Seerose – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Regennacht: Promenade in Ahlbeck – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Ahlbeck: Seebrücke am Morgen – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILDThe post first appeared on .
D-RR300 – TALK: Rheinsberg und die Sommerfrische
Friday, November 21, 2025 • Duration 30:39
2025: 10 Jahre Reiseradio im März und der 300. Podcast im November. Jubiläen vermischen sich mit Gefühlen aus dem Spätherbst, der sich vorübergehend in einen Spätsommer verwandelt.
Tucholskys “Bilderbuch” und das Lebensgefühl vor 120 Jahren
Seit zwei Jahren wollte ich zum Ziel dieser Podcast-Ausgabe fahren: Rheinsberg. Grund und Anlass: Ich hatte die Rheinsberg-Novelle von Kurt Tucholsky wieder mal in die Hand genommen und die Lektüre endete mit diesem Wunsch. Das „Bilderbuch für Verliebte“ hatte ich immer wieder mal gelesen und der bundesrepublikanische Film über den “halblegalen” Ausflug von Claire und Wölfchen naxh Rheinsberg war mir selbstverständlich auch in Erinnerung, auch wenn das ein paar Jahre her ist.
Ratskeller Rheinsberg: Hat Tucholsky 1911 hier übernachtet? – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Die Begrifflichkeit, um die es diesmal geht, taucht weder in der Geschichte noch im Film auf, kennzeichnet aber Lebensgefühl und -bedürfnis der Menschen um die Wende zum 20. Jahrhundert. Die Industrialisierung hatte für mehr Freizeit, aber gleichzeitig auch für ein freizeitunfreundliches Umfeld, mitten in großen Städten, wie dem nahen Berlin gesorgt.
Also wurde die SOMMERFRISCHE zum Inbegriff dieser Zeit. Raus aus der stickigen und stinkenden Stadt und rein in die Natur.
In Rheinsberg, dem Inbegriff der Idylle, traf ich Jeannette Lehmann und wir redeten über die Sommerfrische die – uns zu Ehren – mit Sonne und Temperaturen von fast 20 Grad am Mittag in der ersten Novemberwoche zurückgekehrt war.
Schöne Grüße von Claire und Wölfchen – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Das Bühnenbild: Sommerfrische mit Claire, Wölfchen und der Blick über Seen und Wälder der Mark Brandenburg. Mittendrin, das preußische Schloss, einst von Kronprinz Friedrich gebaut und nach seiner Ernennung zum König, seinem Bruder Prinz Heinrich überlassen. Der lebte fast 50 Jahre hier und prägte das heutige Bild der Anlage.
Schloss Rheinsberg historisch – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Schloss Rheinsberg – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Wie sagte sie Jeanette Lehmann über die Sehnsucht nach der Sommerfrische so richtig:
Talkgast Jeanette Lehmann – Foto: privat
Grienericksee – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Brandenburger Seenplatte – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Schloss Rheinsberg mit Schlosstheater (links) – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Das Städtchen Rheinsberg – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Birnen-Schmand-Kuchen aus dem Café Claire – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Hinweis
Der Rheinsberger “Post”-Obelisk – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Denkmal 2: Der “alte Fritz” – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILDThe post first appeared on .
D-RR299 – Sound of Salzburg oder Meet the Trapp-Family
Friday, October 31, 2025 • Duration 40:00
Großer Bahnhof dieser Tage in Salzburg. Ein Hollywoodfilm, der vor 60 Jahren in die Kinos kam und in der wundervollen Voralpen-Kulisse spielt, wird gefeiert und feiert sich selbst.
Es geht um einen Film, der zu den ganz großen Erfolgen zählt und zahlreiche Oscars abgestaubt hat und auch um die Stadt und deren Umgebung in der der Film 1964 gedreht wurde und 1965 in die Kinos kam.
Sound of Music – der Film
Was ist das für ein Film und welche Story hat er? Es ist ein Musicalstoff von Richard Rogers und Oscar Hammerstein, der nach dem erfolgreichen Beginn am New Yorker Broadway zum erfolgreichsten Musical-Film aller Zeiten wurde.
20th Century Fox beschloss, nach der Broadway Sensation, ziemlich folgerichtig eine Verfilmung. Über eine Milliarde Zuschauer haben sie gesehen, im Lauf ihrer bisherigen Geschichte.
Es ist die Hollywood-Version der Geschichte um die österreichische Familie Trapp, die in Salzburg lebte, musizierte, aber wegen der Nazi“besetzung“ Stadt und Land verlässt um letztlich durch die Auftritte in den USA weltbekannt wurde.
Daraus einen Erfolg zu machen, war auch Job von Regisseur Robert Wise und der krempelte dabei die Story nicht nur kräftig um, sondern – wie so oft im Film – verkürzte, vereinfachte, dramatisierte, schmückte aus und drehte einen echten Hollywood-Schinken der 1960er Jahre. Und das bezieht sich nicht nur auf die Länge von fast drei Stunden. Sein Geniestreich: Wise drehte alle Außenaufnahmen vor Ort in Salzburg. Der Mythos entstand und blieb bis heute.
Sound of Music – das Musical
Dem Team Richard Rogers (Musik) und Oscar Hammerstein (Text) verdanken wir auch die Musicals „Oklahoma“, „The King and I“, „Carousel“ oder „South Pacific“. Der Erfolg war letztlich geplant und vorprogrammiert. Allerdings stellt er bis heute alles in den Schatten. Die Liebe zu „Sound of Music“ wird gewissermaßen vererbt und so kommen seit Jahrzehnten jährlich bis zu 350 Tausend Menschen nach Salzburg, nur um auf den Spuren des Films durch die Stadt zu gehen, um die lebendige Kulisse tief zu inhalieren.
Salzburg – Panorama – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Daniel Herzl, Geschäftsführer Panorama Tous, Salzburg – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Kompetent und fröhlich: Tourguide Mitch from Australia – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Sound of Music Tour – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Tourstation: Schloss Leopoldskron – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Mirabellgarten Salzburg – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Angelika von Frl. Marias Bicicle Tours als “Stand In” für Julie Andrews – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Die Expertenmeinung
Die “Sound of Music” – Expert:innen – Foto: ttb-media TON-TEXT-BILD
Gazebo, Schloss Hellbrunn & das künftige “Sound of Music” – Museum – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Mozartkugeln “vom Fürst” – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Lokales Spacial: Salzburger Nockerl – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Salzberger Marionettentheater – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Geschäftsführerin Susanne Tiefenbacher und ihre “Schauspieler” – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Angelika lädt ein zu “Sound of Salzburg on Bike” – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Angekommen am “Stift Nonnberg” – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Salzburg im Spätsommer – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILDThe post first appeared on .
D-RR298 – Stippvisite: Koblenz, Stolzenfels & das echte Eck
Saturday, October 18, 2025 • Duration 21:01
Ein Flusskreuzfahrt-Stopp von 5 Stunden und der dazugehörige Ausflugsversuch in die Stadt, aufs Schloss und ans Eck.
Stippvisiten und deren Möglichkeiten
Sind unsere Urlaube nicht ohnehin nur Stippvisiten? Schauen wir viel zu selten länger hin? Nehmen wir uns nicht die Zeit dafür oder haben wir sie gar nicht in unserem Reiseplan?
Das sind berechtigte Fragen, wenn man immer nur ganz kurze Stopps auf einer Reise macht. Sie trifft insbesondere Kreuzfahrten und Flusskreuzfahrten. Dieser Erfahrungspodcast stammt vom Stopp einer Flusskreuzfahrt. Er war in Koblenz. Die River Cruise begann in Basel, führte flussabwärts auf dem Rhein bis nach Koblenz und danach wieder flussaufwärts zurück zum Ausgangspunkt. Auf dieser Reise sind auch die beiden Podcasts über Speyer und das dortige Technikmuseum entstanden.
Der Stopp in Koblenz betrug 5 Stunden. Der Aufenthalt führte zu einem kurzen Blick auf Koblenz und sein berühmtes „Deutsches Eck“. Außerdem war in der Zeit auch noch der Besuch von Schloss Stolzenfels vorgesehen. Es liegt oberhalb des gleichnamigen Koblenzer Stadtteils und sieht ziemlich prachtvoll aus. An diesem Tag leuchtete es gelb-strahlend in der Sonne.
Koblenz-Stolzenfels und sein Schloss – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Was im Podcast wartet
Der akustische Ausflug nach Stolzenfels, die kundige, rheinische Führung von Heinz-Gerd. Er verspricht, dass er auch auf Heinz oder Gerd hört…
(S)ein Parforceritt durch die Geschichte von Koblenz
Schloss Stolzenfels – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
(S)eine fröhliche Schlossführung mit Einblicken und Ausblicken, Filzpantinen inklusive
Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Erstaunliches übers Deutsche Eck
Deutsches Eck – Das Denkmal – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Deutsches Eck – Das Original rechts an der Mauer – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Seilbahn übern Rhein nach Ehrenbreitstein – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Kaub: Burg Pfalzgrafenstein – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Widersinnig aber schön: Das Sonnendeck der MS Edelweiss bei Nacht – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
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D-RR297 – Speyer, Wein und Botschafter: Ein Appetitmacher
Monday, October 6, 2025 • Duration 17:46
Ein Rundumschlag in Speyer und der Pfalz. Natürlich darf der Wein nicht fehlen.
In die Pfalz fahren und den Wein ignorieren, wäre ohnehin ein Frevel. Anmerken würden die Pfälzer sicher auch, dass der Wein das Wichtigste sei, es aber noch viele andere Dinge gibt, die genauso präsent sind.
Radtour durchs Weinland am Flaggenturm Bad Dürkheim – Foto: CC-BY-SA Pfalz Touristik / Dominik Ketz
Appetit machen
Dieser Podcast bietet allenfalls eine Materialsammlung, denn es gibt viel zu sehen und zu erleben in der Region. Das Gespräch mit Jörg Dörr, dem Leiter der Speyer-Touristik soll hauptsächlich Appetit machen auf eine Region, die kulturgeschichtlich hochinteressant ist und durch die Nähe zu Wein und Kulinarik gleichzeitig auch den angenehmen Teil einer Reise bietet.
Die Pfalz ist eine verwöhnte Region. Verwöhnt durch Sonne, klimatische und menschliche Freundlichkeit, aber auch von großer Geschichte und Kultur.
Speyer gehört zur Pfalz und liegt doch sehr am Rand. Dafür aber wieder direkt am Rhein. So erschließen sich viele Möglichkeiten. Regional als Mittelpunkt eines Gebiets, das viele Attraktionen hat.
Speyer – klein aber vielfältig
Dom zu Speyer – Foto: Pfalz Touristik / Dominik Ketz
Speyer selbst glänzt mit gleich zwei UNESCO-Welterbestätten. Der weltberühmte Kaiserdom war eine der ersten Welterbestätten in Deutschland und trägt den Titel schon seit 1981.
Relativ neu – und auch städteübergreifend ist die jüngere der Welterbestätten. Seit 2021 sind die jüdischen Gemeinden der Städte Speyer, Worms und Mainz, die im Mittelalter einen Bund bildeten, unter dem Namen SchUM ein UNESCO Welterbe. Im „Judenhof“ befinden sich heute die Überreste der 1104 geweihten mittelalterlichen Synagoge. Speyer besitzt aber auch eine moderne zeitgenössische Synagoge. – Wer an diesem jüdischen Welterbe interessiert ist, sollte die Stätten in Mainz und auch im benachbarten Worms einbeziehen.
Museen gibt es reichlich. Das Technikmuseum wurde hier ja gerade vorgestellt. Und auch die Umgebung auf der anderen Rheinseite, von Heidelberg bis Schwetzingen, sind sehenswert.
Frühlings-Highlight Mandelblüte – Foto: Pfalz Touristik / Fachenbach Medien
Herbstzeit: Keschdemarkt Hauenstein – Foto: Pfalz Touristik / Heimatlichter GmbH
Weinprobe beim Winzer in Neustadt an der Weinstraße – Foto: Pfalz Touristik / Dominik Ketz
Manuel Reuther, Pfälz. Weinbotschafter 2024/25 – Foto: Pfalzwein / BK Productions
Sundowner im Weinberg bei Neustadt-Diedesfeld – Foto: Pfalz Touristik / Dominik Ketz
Speyer: Idealer Startpunkt und entspannter Abschluss am Rheinstrand – Foto: CC-BY Pfalz Touristik / Fachenbach MedienThe post first appeared on .
D-RR296 – Tags im Museum: Historische Technik in Speyer
Wednesday, October 1, 2025 • Duration 36:06
Tags im Museum, nicht Nachts: Niemand wurde getag(g)t. Aber alle träumten den Traum der Technik-Geschichte. – Ein riesiges Museum in kürzester Zeit. Kommt mit!
Wie das so ist mit Journalisten. Der Zeitplan der Recherche ist meistens eng. Umschauen – Fragen – Ansehen – Fotos machen – Interviews führen: Am besten Alles und komplett in 2 Stunden.
So ging mir das kürzlich im Technikmuseum in Speyer. Genaugenommen war es noch viel schlimmer, denn der Realzeit in der Ausstellung reduzierte sich genau genommen auf eine gute Stunde. Kann man das mit gutem Gewissen tun oder ist das Kulturfrevel bei immerhin 25.000 Quadratmeter Innen- und rund 100.000 Quadratmetern Außenfläche? Antwort vorweg: Man kann, auch wenn man mit mehr Zeit auch mehr Freude hat.
Regentag in Speyer – Das Technikmuseum geht bei jedem Wetter – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Vorgeschichte: Vom Museum und seinem Kind
Speyer (eröffnet 1991) ist ja eigentlich nur das „Kind“ des rund 40 Kilometer entfernten Technikmuseums in Sinsheim. Eigentlich ist der Begriff von Geschwistern der Bessere, denn an Attraktivität geben sich die beiden Museen fast nichts.
Sinsheim (eröffnet 1981) ist älter, mit 50.000 Quadratmetern etwas kleiner und hatte irgendwann nicht mehr genügend Platz. So kam das ehemalige Kasernengelände der Französischen Armee ins Spiel. Der Trägerverein kaufte und heute gibt es eben zwei Museen mit Attraktionen, die absolut gleichwertig und hochrangig sind. Details dazu gibts im Podcast.
Vom Dach aus gesehen: Speyer, Dom, Technik Museum – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Der Besuch
Technik Museum Speyer. Es warten eine über den Dächern schwebende Lufthansa Boeing 747-200. Es wartet ein Großraum-Luftfrachter ukrainischer Bauart. Es geht zum Mond und wieder zurück und das ist noch lang nicht alles. Fahrzeuge gibt es viele. Bewegung zu Lande, zu Wasser und in der Luft. Musik und Uniformen, Filmsets (Lindenstraße) und unendlich viel mehr.
Einziges Handicap des Besuchs: Wir werden einiges nicht sehen können, denn es gilt wieder mal die oben erwähnte “Überschallrecherche” (um im technischen Idiom zu bleiben).
Best Guide Ever: Michael Baumgart – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Eng, aber nie zu voll. Attraktionen im Technik Museum Speyer – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
MAVIS-Supercar: Spritverbrauch 15 Liter pro MINUTE! – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Mercedes 170H mit Heckmotor – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-meia TON-TEXT -BILD
Historisches Karussell mit Orgel – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Antriebsimulation: Dampflok Baureihe 03 – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Feuerwehr historisch – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Zum Ausflippen für Oldtimer-Freunde – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Teure Welte-Orgel – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Buran: Sowjetisches Space Shuttle – Foto: Rüdiger Edelmann ttb-media TON-TEXT-BILD
Aus der Apollo 15 Mission: Echtes Mondgestein in Speyer – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Beeindruckendes Arrangement: LH Boeing 747-200 D-ABYM und LH Vickers Viscount D-ANAF – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Antonov 22 und Menschen im Regen – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Antonov 22 – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TOM-TEXT-BILD
Emily grüßt aus Speyer – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
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D-RR295 – Papier, Kunst & Sauna: Serlachius in Mänttä
Tuesday, September 16, 2025 • Duration 15:07
Wer glaubt, dass man Sauna mit fast allen Gelegenheiten des Lebens verbinden kann, ist in Finnland richtig.
Im letzten Teil der finnischen Storys geht es raus aus Tampere nach Mänttä in eine Region, die berühmt ist für die Herstellung von Papier. Es geht aber gleichzeitig in das Museum einer der größten nordischen Stiftungen für Kunst und auch dort in die Sauna. Es ist nicht irgendeine Sauna. Es ist die Taidesauna, die einzige finnische Kunst-Sauna.
Der Eingang in die Taidesauna – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Mitten im Nichts
Die Überschrift ist eventuell ein klein wenig übertrieben. Aber ich habe diese Formulierung von dort mitgebracht.
Mänttä liegt eine gute Autostunde von der Metropole Tampere entfernt. Es geht über eine normale Landstraße, fast durchgehend durch eine Wälder- und Seenlandschaft. Unser Ziel das Serlachius Kunstmuseum und dessen Kunstsauna.
Dieser Podcast ist die Einladung in eine gigantische Kunstsammlung irgendwo zwischen Vielleicht und Wahrscheinlich sagt der Deutsche und damit wären wir wieder bei der Schlagzeile.
Mänttä hat etwa 9.000 Einwohner. Hier gibt’s Wälder und viel Holz. – Der erste der Serlachius-Gründerväter kam hier um 1860 an und gründete eine Holz- und Papierfabrik. Die nachfolgenden Generationen, also Serlachius 2, 3 und 4 legten den Grundstein zur Kulturoase. Die Familie lebt hier schon lange nicht mehr. Die Papierfabrik aber produziert immer noch. Hinter vorgehaltener Hand spricht man von der Haupteinnahmequelle: Klopapier!
Serlachius Stiftung für bildende Kunst
“Herrenhaus” der Familie Serlachius (rechts) und das Kunstmuseum – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Gegründet hat die Stiftung Gösta Serlachius im Jahr 1933. Er hatte nicht nur Kunst im großen Stil gesammelt, er wollte sie schützen und bewahren und war zeitlebens auch davon beseelt, seine Heimat Mänttä durch Kunstwerke zu verschönern. Und so ist das bis heute geblieben.
Auch ein Monet gehört zur Bildersammlung – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Zeitgenössisches von Anselm Kiefer (2018) – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Gebäude und Skulpturengarten – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT -BILD
Das Museum am See – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Kunst Sauna / Serlachius – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Kunst-Sauna: Ess- und Tagungsbereich – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Auch die Sitzmöbel sind Kunst – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Der Badesteg zum See – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Kunst Sauna: Das Herzstück – Foto: Serlachius / Sampo Linkoneva
Ravintola Gösta – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Ravintola Gösta: Aus der Küche von Henry Tikkanen – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Skulpturengarten am See – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Hinweis
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D-RR294 – TALK: „Do-Re-Mi“ und das Phänomen von Salzburg
Friday, September 12, 2025 • Duration 22:07
Was denkst Du, wenn in einem Park amerikanische Chöre Lieder singen und die nächste Generation um einen Brunnen tanzt, ein fröhliches „Do-Re-Mi“ auf den Lippen? Einfache Antwort: Du bist in Salzburg!
Den meisten deutschen und sogar vielen österreichischen Städtereisenden, dürfte das Phänomen, über das wir sprechen, weitgehend unbekannt sein.
Was geht da ab? Warum laufen überwiegend englischsprachige Touristen singenderweise durch die Stadt, den Mirabellgarten mit Pegasusbrunnen und Zwergerlgarten?
Was sind das für Busse, die gleich gegenüber zu Rundfahrten starten, die nur in englischer Sprache durchgeführt werden und in der Hauptsaison fast halbstündlich starten? Sie sind knallrot und haben die Aufschrift: Original Sound of Music Tour.
Ändern wird sich das spätestens beim Aufeinandertreffen mit Touristen aus den USA, Canada, Australien, Neu-Zealand oder auch Großbritannien. Zu tun hat es mit diesem Phänomen, das sehr musikalisch rüberkommt.
Meine Gäste
Reiseradio-Gäste: Franziska Lipp & Peter Husty – Foto: ttb-media / TON-TEXT-BILD
Zu diesem Thema habe ich Fachkundige eingeladen. Letzte Woche habe ich sie in Salzburg getroffen:
Franziska Lipp, Journalistin und Buchautorin, die sich mit diesem Phänomen beschäftigt hat und ein Buch dazu veröffentlicht
Peter Husty, Kunsthistoriker und Chefkurator des Salzburg-Museums
Sound of Music
Es geht um ein amerikanisches Film-Musical aus der Feder von Richard Rogers und Oscar Hammerstein.
Ein Musical, das 1959 am New Yorker Broadway uraufgeführt und 1965 als große Hollywoodproduktion unter der Regie von Robert Wise (u.a. West Side Story und Star Trek – der Film) in die Kinos kam. Die Hauptrollen spielten Julie Andrews (Mary Poppins) und Christopher Plummer (Die Dornenvögel, Luftschlacht um England).
Der Film bekam 10 Oscar-Nominierungen und wurde fünfmal mit dem begehrten Filmpreis ausgezeichnet (Bester Film, Beste Regie, Bester Schnitt, Beste Filmmusik, Bester Ton). Der Film hatte weltweit über 1,2 Milliarden Zuschauer.
Die “Do-Re-Mi” Treppe in den Mirabellgarten – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Angelika von “Marias Bike Tours” als perfekte “Stand-In” für Julie Andrews – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Festung Hohensalzburg mit Altstadt – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Peter Husty im Reiseradio-Podcast – Foto: ttb-media TON-TEXT-BILD
Franziska Lipp bei der Podcast-Produktion – Foto: ttb-media / TON-TEXT-BILD
Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Hinweise
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D-RR293 – Tampere / Finnland: Glück & Schwarzwurst
Wednesday, September 3, 2025 • Duration 36:22
Wenn die Sauna oder Alkohol nicht helfen, dann stirbt man
Von der Suche nach dem Glücksgeheimnis in Finnlands drittgrößter Stadt
Foto: Laura Vanzo / Visit Tampere
Sollte das wirklich das Geheimnis des, nach Umfragen, glücklichsten Volks der Welt sein? Ja und Nein! Alkohol mag wichtig sein, ist aber unter staatlicher Kontrolle. Sauna ist die Patentlösung für fast Alles, was einem im Leben an Gutem oder auch Schlechtem über den Weg läuft. Nur gibt es natürlich noch sehr viele andere Faktoren.
Trdition: Nach der Sauna Lachssuppe – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Ich war auf der Spur, auch nach dem Glück in Tampere. Zur Lektion gehört sicher auch, der Besuch bei Mumintroll und seiner großen Familie. Märchenhaft kommt man auch hier der Lebensphilosophie auf die Spur.
Saunarestaurant Kuuma am Stadthafen – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Industriestadt Tampere
Rund 260 Tausend Einwohner hat Tampere. Rechnet man den Ballungsraum dazu, sind es eine gute halbe Million Menschen. Das ist für Finnland, mit seinen nur fünfeinhalb Millionen verteilt auf die vergleichbare Fläche Deutschlands mit 83,5 Millionen Einwohnern, ziemlich viel. Anders gerechnet: In Großraum Tampere leben 10 Prozent der gesamten finnischen Bevölkerung. Trotzdem und vorweg. Ich hatte nie das Gefühl in einem hektischen Großstadtdschungel unterwegs zu sein. Und trotzdem: Das Paradies sieht anders aus, aber das kommt auf den Blickwinkel an.
Finlayson und Tampella beherrschten die Industrielandschaft – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Wer mit Anja Hakkarainen durch Tampere läuft, erfährt so viel mehr von der einstigen Industriestadt. Papier, Textilien und Metallverarbeitung waren die Big Player. Auch Schuhe wurden produziert. Die Finnen waren in der Zeit der großen Industrialisierung russisch besetzt (1809 bis 1917). Trotzdem wurde investiert und aufgebaut. Einer der Gründer, James Finlayson, kam sogar aus Schottland. Aber auch tapfere Finnen gründeten große Betriebe wie zum Beispiel „Tampella“, Hersteller von Maschine für die Holz- und Papierindustrie, Lokomotiven, Waffen und Verpackung. So siedelte sich immer mehr Industrie an.
Altes mit Neuem verbinden – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Am Näsinjärvi – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
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Bäckerei auf 8 Quadratmetern Fläche – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Schwarzwurst mit Beerenkonfitüre – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Frische Munkikahvila von Anja – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Viel zu sehen und zu fühlen
Domkirche Tampere – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Domkirche: Groß und mit warmem Licht – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Kontroverse Gestaltung: Schlange in der Kirche – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Viel zu sehen und sich bewegen
Mit Pekka auf Kanutour – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
4 Kilometer auf dem Wasser – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Inselpause auf halber Stecke – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Finnischer Abend
Fähre nach Viikinsaari – Foto: Rüiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Das älteste Restaurant von Tampere ist auf Viikinsaari – Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Rückkehr von Viikinsaari – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
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Früher, ja früher (lang ist’s her) gab es mal eine direkte Bahnstrecke von Berlin aus. Die Überreste der Bahnstrecke kann man heute noch am Hafen in Karnin sehen. Es ist der Mittelteil der Bahnbrücke, die Ende April 1945 unnötigerweise von der Deutschen Wehrmacht gesprengt worden war. Bis dahin gelangte man auf direktem Weg in zweieinhalb Stunden nach Berlin.
Wie es mit einer schnelleren Bahnverbindung nach Usedom aussieht, steht derzeit in den Sternen. Die Touristiker haben Ideen, erzählt Michael Steuer „off the records“, aber das müsse ja noch nichts heißen.
Flugzeug
Ich gebe es nicht gerne zu, aber wer in Süddeutschland lebt, hat bis nach Usedom per Auto um die 1.000 Kilometer und damit gerne mal 10-12 Stunden Fahrzeit vor sich. Da ist es sicher nicht verkehrt, dass es inzwischen einmal pro Woche (immer samstags) von Mai bis Oktober Flugverbindungen zum „Airport Heringsdorf” gibt (Friedrichshafen – Heringsdorf z.B. 90 Minuten). Ich wollte wissen, was da ging, was künftig geht und ob sich das denn lohnt. In der letzten Saison gab es Verbindungen aus Kassel, Mannheim, Friedrichshafen, Luxemburg, Frankfurt und Zürich. Derzeit ist Winterschlaf in HDF, bis die Saison wieder beginnt.
Nebensaison beleben
Hauptargument für Usedom, so Michael Steuer, sei die Natur und die sei immer da. An den Strand (wenn auch ohne Baden) könne man auch im November (stimmt und ausprobiert).
Das Achterland böte viele Wanderwege und es gäbe auch eine große Zahl von Museen, die geöffnet sind. (stimmt auch und getestet im Historisch-Technischen Museum Peenemünde und im DDR Museum in Dargen). Ja, wetterbedingt gibt es einige Angebote (Beispiel Schiffchen fahren) im Winter nicht.
Usedom habe die höchste Dichte an Wellnessangeboten in Mecklenburg-Vorpommern. Kulturelle Angebote von Musik über Theater bis zu Ausstellungen gäbe es ebenfalls reichlich.
Ferienwohnungen würden immer mehr mit der eigenen Sauna oder einem Kamin ausgestattet. Gastronomische Angebote gäbe es auch überall. Gerade Hotels seien da gute Anlaufpunkte. In den größeren Orten, wie den Kaiserbädern (Ahlbeck, Heringsdorf, Bansin) oder Zinnowitz warte ein vielfältiges Angebot.
Preisbewusste Angebote
Ein wichtiges Argument für die Nebensaison seien auch die Preise für Hotels und Ferienwohnungen. Welche Abschläge kalkuliert werden können, habe ich mir im Podcast erzählen lassen. So viel nur: Das lohnt sich, auch für Familien oder Großeltern mit Enkeln. Wer schon immer mal davon träumte in einem 5-Sterne Hotel abzusteigen, wird eventuell von den Preisen überrascht sein.
Die Hauptsaison mitten in der Nebensaison
Wie an vielen Orten, kommt rund um Weihnachten wieder Leben auf. Wer spontan noch eine Unterkunft suche, könne Weihnachten 25 sogar noch Glück haben. Wer allerdings den Jahreswechsel auf Usedom verbringen möchte, dürfte es schwer haben.
Der Test folgt
Natürlich war ich nicht auf der Insel, um nur ein einziges Gespräch zu führen. Wenn Nebensaison, dann gleich eine knappe Woche im November. Die Details folgen hier in einem Folge-Podcast noch vor Weihnachten. Seid gespannt. Neben vielen besuchten Angeboten, wird es auch einige Übernachtungstipps (Überraschungen inklusive) geben. Vorweg schon mal: Ich habe weniger erwartet und mehr bekommen.
Die Berliner Luft war alles andere als gut in dieser Zeit!
Gerade deshalb wurde die Sommerfrische zum Inbegriff der freien Zeit zunächst von besser gestellten Bürgern und später auch von Arbeitern.
Die Entwicklung eines Lebensgefühls
Das Beispiel Rheinsberg zeigt, was Sommerfrische konnte und warum gerade Rheinsberg zum Paradebeispiel wurde.
Das geschah lange nach Prinz Heinrich und dem „Alten Fritz“ und war vor allem der Landschaft im nördlichen Brandenburg zu verdanken. Wälder, Seen, Sonne, frische Luft und das Gefühl der Freiheit zum Durchatmen. Erleichtert wurde der Zugang durch die Ende des 19. Jahrhunderts eingerichtete Bahnverbindung in die Stadt am Grienericksee und dicht am Neuen Rheinsberger See.
Die Geschichte der Sommerfrische
Sie ist das Thema des Reiseradio-Talks. Vom frühen 20. Jahrhundert bis in die heutige Zeit lassen wir dieses Phänomen Revue passieren. Der Zeitrahmen reicht vom späten wilhelminischen Kaiserreich über 1. Weltkrieg, die 1920er Jahre, Nazizeit und 2. Weltkrieg, die DDR bis in die heutige Zeit.
Unterschiedlichste Ausprägungen und Sehnsüchte gab es. Unterschiedlich wurde Sommerfrische definiert und gelebt. Geblieben ist all die vielen Jahre die Idylle des Städtchens Rheinsberg und der Wälder und Seen im nördlichen Brandenburg.
Bemerkenswert, so Jeanette Lehmann, ist die Tatsache, dass die alte Sommerfrische heute im modernen Gewand wieder neue Erfolge gefeiert. Sie sagt, dass sich der Weg vom Durchatmen zum „Endlich mal Runterkommen“ gar nicht so weit ist. Man muss sich nur darauf einlassen. Genau das ist das Problem der heutigen Zeit gekoppelt mit der Schwierigkeit sich darauf einzulassen und auch manch elektronische Detail und Luxusgut mal zu verzichten. Geht, wenn man es will.
Rheinsberg kann mehr
Davon wird in weiteren Podcasts die Rede sein. Was folgt sind Geschichten um Tucholsky, samt Claire und Wölfchen, das Schloss, seine Besitzer Friedrich der Große und (noch viel mehr) sein Bruder Prinz Heinrich.
Das Schlosstheater, die „Musikkultur Rheinsberg“ mit Musikakademie, der Kammeroper, dem jährlichen Festival und vielen weiteren Veranstaltungen. Dann ist da die Ackerbauerstadt Rheinsberg. Was es mit diesem Begriff auf sich hat, werdet Ihr genauso erfahren und die Stadt kennenlernen.
Und dann ist da der Literat und Journalist Kurt Tucholsky, der das Städtchen Rheinsberg durch ein liebevolles Stück Literatur im ganzen Land bekanntgemacht hat. Das einzige deutsche Tucholsky- Museum findet sich im Schloss. Seine Literatur lässt sich in der „Kurt Tucholsky Buchhandlung“ in unmittelbarer Nähe des Kirchplatzes erwerben. Ich verspreche, hier gibt es auch ganz besonders schöne Ausgaben seiner Werke, neben allem, was ein kleiner aber sehr feiner Buchladen zu bieten hat. Ein besonderer Schwerpunkt ist die Kinderliteratur.
Jede Menge gibt es noch zu erzählen in den bald folgenden Reisestorys im Reiseradio. Neugierig gemacht, auf dass Ihr vielleicht selber hinfahrt, schaut und im Café Claire in Milchkaffee und „Birnen-Schmand-Kuchen“ schwelgt.
Die Recherche für diesen Podcast wurde freundlich unterstützt von Tourismus Rheinsberg, dem Tourismusmarketing des Ruppiner Seenlands und vom Tourismusmarketing “Reiseland Brandenburg”. Meine journalistische Arbeit wurde nicht beeinflusst. Dieser Podcast enthält keine bezahlte Werbung!
Angesichts dieses gigantischen Welterfolgs ist es mehr als verstörend, dass diese gigantische Produktion beim deutschen und österreichischen Publikum so gut wie unbekannt ist. Wie also kann es sein, dass Menschen aus der ganzen Welt ausflippen angesichts einer Hollywood-Produktion, die in Salzburg gedreht wurde und die am deutschsprachigen Publikum vollkommen vorbeiging?
Spurensuche
Dieser Podcast macht sich auf die Suche nach Gründen, warum „Sound of Music“ ein weltweiter Hit und ein deutschsprachiger Flop wurde. Wir suchen danach, an der Stelle, wo er gedreht wurde. Dafür ging es nach Salzburg und in die Umgebung zu den rund 70 Locations, die zum Mythos der weltweiten Fans wurden und zum Flop an unseren Kinokassen.
Selbstredend werden wir eine Großzahl der wichtigen Drehorte besuchen, um festzustellen, dass es an einigen Stellen immer noch so aussieht wie vor 60 Jahren.
Wir nehmen auch die Hauptanziehungspunkte mit, die den Filmtouristen heute zu Verfügung stehen.
Sound of Music Bustour
Dazu gehört an erster Stelle die „Sound of Music Bustour“, die (da legen die Organisatoren Wert drauf) an 365 Tagen im Jahr stattfindet. Im Sommer ist sie oft tagelang vorher ausgebucht. Die Tour gibt es ausschließlich in englischer Sprache. Ein deutschsprachiges Tourangebot findet klein Interesse. Das findet auch Geschäftsführer Daniel Herzl bedauerlich, auch wenn er sich ansonsten sehr über den anhaltenden Erfolg der Bustouren freut.
Unsere Tour wird begleitet vom Australier Mitch, der darin Glück und Berufung gefunden hat und u.a. deshalb seit mehr als 30 Jahren in Salzburg lebt. Im Bus fanden Menschen aus den USA, Großbritannien, Neuseeland, Indien, Jamaica, den Niederlanden und den Philippinen zusammen. Sie staunten, machten Fotos und sangen aus Herzenslust Filmsongs unterwegs nach.
Mirabellgarten
Dieser ganz besondere Garten rund um Schloss Mirabell ist eine der meistbesuchten Locations. Einer der ganz großen Hits aus Musical und Film „Do-Re-Mi“ wurde nämlich an ganz vielen unterschiedlichen Orten des Parks gedreht. Immer wieder trifft man Menschen, die genau dort, singen, tanzen oder sich einfach nur fotografieren.
Die Frage nach dem Flop?
Warum „Sound of Music“ in Deutschland und Österreich ein Flop war und blieb, ist bis heute immer noch unbeantwortet. Um den Gründen auf die Spur zu kommen habe ich mit zwei absoluten Fachleuten gesprochen, die sich zum Teil seit Jahren mit dem Stoff und seinem Hintergrund beschäftigen.
Franziska Lipp ist Autorin und Journalistin und von Musical und Film so überzeugt, dass sie zum Jubiläum ein Reiseführer geschrieben hat mit dem schönen Namen „Sound of Salzburg“. Er ist der ideale Begleiter für Fans und solche, die es werden wollen. Die wichtigsten Drehorte sind darin vorgestellt, eingeordnet. Wer Feuer fängt, ist mit diesem Guide gut beraten. Bestechend dabei: Es ist keine PR-gestützte Werbemaßnahme. Das Büchlein setzt sich auch mit den Hintergründen dieses Phänomens auseinander.
Gleichsam meint Franziska aber auch, dass ein Spaziergang zu den Drehorten geleichermaßen auch der Gang zu fast allen Sehenswürdigkeiten der Stadt sei.
Fachmann Nummer 2 ist Peter Husty, Chefkurator des Salzburg Museums. Er beschäftigt sich seit Jahren mit „Sound of Music“ und jahrelange Bemühungen und eine Idee werden im nächsten Sommer Realität.
Salzburg bekommt sein „Sound of Music“ Museum. Dies wird vor der Stadt in Nachbarschaft zum Schloss Hellbrunn entstehen und soll gleichermaßen, Fans, Kritiker und auch Ratlose Besucher inspirieren. Ja, auch er hofft auf mehr Zuspruch aus dem deutschsprachigen Raum.
Das ausführliche Gespräch mit Franziska und Peter gibt es schon als Podcast-Talk im Reiseradio.
Die Beiden haben sehr viel Hintergrundwissen und Historiker Peter Husty weiß auch um die Schwierigkeit, Deutschen wie Österreichern den Film nahe zu bringen. Insbesondere die Naziproblematik des Films schreckte 1965 völlig ab. Die Angst des Verleihs war ja bei der Premiere so groß, dass der quasi dritte Akt des Films, der diese Auseinandersetzung und die Flucht zeigt, einfach abgeschnitten und vertuscht wurde. In den ersten Jahren endete der Film in Deutschland mit der Hochzeit von Maria und Captain in der Kirche von Mondsee.
Weitere Gründe liegen in der Musik, in mancher regionalen Ungereimtheit und in der potentiell eigenen Vorbelastung, die manch Deutscher und Österreicher von 60 Jahren durchaus noch mit sich herumschleppte. Hört den Podcast und Ihr wisst Bescheid!
Salzburger “SoM” kann noch viel mehr
Bis zu Museumseröffnung kann man natürlich die weiteren Sehenswürdigkeiten, die große Geschichte Salzburgs erkunden. Zwischendurch Salzburger Nockerln und Mozartkugeln naschen und sich vielleicht auch jetzt schon im Theater überzeugen lassen. Denn: „Sound of Music“ ist überall.
Salzburger Landestheater
Das Landestheater hatte und hat „Sound of Music“ als Musical zum Jubiläum des Films immer wieder auf dem Spielplan. Die Wiederaufnahme beginnt im November 2025.
Marionettentheater Salzburg
Gleich in der Nachbarschaft kann man dem Stück auf ganz eigene Weise näher kommen. Denn auch das renommierte Marionettentheater Salzburg spielt seit Jahren die Broadway Musical Fassung in einer Puppentheaterinszenierung.
Als ich Anfang September in Salzburg war, stand das Theater ziemlich leer. Das Puppenspielerteam befand sich auf großer Japantournee. Auf dem Programm die Zauberflöte und natürlich Sound of Music, das im Sommer 25 gut gespielt und besucht wurde und als Standardrepertoire regelmäßig auf dem Spielplan steht
Fräulein Marias Bike Tours
Zu guter Letzt noch ein Tipp für Bewegungsnaturen, die angesichts von sehr viel Kultur unbedingt auch Bewegungsgenuss brauchen. Beides lässt sich verbinden mit der Radtour „Sound of Salzburg on Bike“.
Ja der Name sagt es schon. Auch hier ist der Anteil an internationalen Gäste überproportional hoch, aber es geht – nach Absprache auch in Deutsch. Es ist eine wahrhaft bewegende Tour zu Stellen und Drehorten, die der rote Tourbus gar nicht anfahren kann. So kommt man zum Beispiel zur Felsenreitschule, oder auch über der Stadt ins Stift Nonnberg. Die Tour führt auch vor die Stadt zu den Drehorten in der Natur und macht damit allen Menschen mit Bewegungsdrang ein tolles Angebot.
Die fachkundige Zusammenfassung, der „Must See and Do’s“ durch den Tourismusfachmann von Visit-Koblenz
Was danach geschah
Beim zwischenzeitlichen Schauen auf die Uhr, holt einen die Flusskreuzfahrt-Realität wieder ein und die Erkenntnis: Unsere „Edelweiß“ legt ja schon in einer knappen halben Stunde wieder ab. Hektik bricht aus und die Bewegung Richtung Anlieger am Rhein.
Immerhin gab es noch ein paar Fotospots auf der Strecke, noch 15 Minuten bis zum Ablegen und noch 7 bis 8 Minuten Fußweg.
Wenigstens reicht es noch für ein paar Fotos von der Rheinpromenade und der Seilbahn, die von hier in Richtung Ehrenbreitstein startet.
Erkenntnis
Ein bis zwei Stunden länger, wären nett gewesen, aber wer will kann ja wiederkommen.
Optische Highlights bei Spätsommerwetter
Wir sehen sie vom Schiff aus. Mitunter entsteht der Eindruck, die umgebende Landschaft werde an einem vorbeigezogen. Es lebe das Sonnendeck!
Speyer gehört da schon dazu, wenn es auch „am Rand des Weinbaus“ liegt. Es ist trotzdem nie weit an die Weinstraße, in den Pfälzer Wald und auch ins benachbarte südlich gelegene Elsass.
Neben einem Gemüseparadies, warten zudem viele kulinarische Verlockungen und Attraktionen, gerade in der Nebensaison. Schon mal was von der Mandelblüte in der Pfalz gehört, oder von der Keschdeernte (zu hochdeutsch Kastanien) im Herbst. Wein aber steht im Mittelpunkt.
Wein & Botschaft
Schlagzeilen gab es im letzten Jahr in der Region, als die Weinvermarkter beschlossen, dass Weinköniginnen zwar zur Tradition gehören, aber die Weinvermarkter mit der Einführung der Weinbotschafter ein neues Modell schufen.
Zum Botschaftertrio gehörte zum ersten Mal ein Mann. Weinbotschafter Manuel Reuther durfte ich kurz vor Ablauf seiner „Dienstzeit“ kennenlerne. Bei einer Weinprobe versteht sich. Erfahrt also im Podcast nicht nur einige Fakten vom Pfälzer Wein, sondern auch von der Idee die Weinhoheiten für mehr einzusetzen als fürs Winken und attraktiv sein. Das mit den neuen Inhalten gilt selbstredend auch für die weiblichen Mitglieder des Weinhoheiten-Teams
Inzwischen hat auch die Neuwahl der Majestäten für das Jahr 2025/26 stattgefunden. Jetzt repräsentieren wieder zwei Frauen.
Prost, die Pfalz
Was bleibt ist der Weingenuss. Und – ganz ehrlich – ich hatte meinen Favoriten aus der Weinprobe schnell herausgefiltert, auch dank der kompetenten Präsentation von Manuel. Lernt ihn im Podcast besser kennen.
Projekt Pfalz 2026
Ergebnis meines Schnupperns: Der Beschluss, nächstes Jahr unbedingt mal in die Pfalz zu fahren. Dafür gibt es viele unterschiedliche, aber ausschließlich gute Gründe.
Eine gute Stunde bleibt nach Ankunft. Unser Guide, Michael Baumgart, verspricht ALLES zu geben. Das hat er mehr als eingelöst.
Der Podcast
Da geht’s ums Hören und mancher mag anmerken, dass Museum und Technik doch eher etwas zum Ansehen wären. Wer den Podcast hört, wird merken, dass der Besuch eher auf der lauten Seite ist. Technik macht Lärm, viel Lärm, lauten Lärm, herrlichen Lärm.
Und wenn dieser „Lärm“ dann von einem großartigen Guide, wie Michael Baumgart, in den richtigen Zusammenhang gestellt wird, dann entstehen, die berühmten Bilder im Kopf, von denen wir als Radiomacher immer so schwärmen.
Zieht also, eingewickelt in diesen Soundteppich, mit mir und meinem Mikrofon durchs Museum. Vom Mavis über “Tante JU52” und einen Mercedes, den alle für einen VW halten, bis zu Lokomotiven, Feuerwehrfahrzeugen, Flugzeugen und Raumfähren.
Lasst die Bilder entstehen und schaut dann an dieser Stelle nach unten und überprüft, ob die realen Bilder mit denen in Eurem Kopf übereinstimmen. Das ist meine Einladung! Seid Ihr dabei?
Die „echten“ Bilder
Draußen regnets, aber da stehen ikonische Schätze
Es ist nicht nur Sonntag in Speyer, es ist auch ein Regentag am Rhein. Ein Blick auf einige der Hauptsensationen muss auch im Nassen sein. Schirm etwas auf die Seite, damit Kamera- und Augen-Blick frei sind auf Boeing 747-200, Vickers Viscount und Antonov 22
Den Ton dazu gibt’s im Podcast. Das sind die Bilder:
18 Uhr
Von Apollo 15 ist es nicht weit nach Uhr 18. Das Museum schließt seine Türen auch wenn wir vielleicht mal knapp ein Drittel gesehen haben. Wiederkommen ist deshalb Pflicht und der Ausflug ins zweite Museum nach Sinsheim gehört dann zwangsläufig auch dazu.
Teaser
Speyer ist auch so eine Reise wert. Das zumindest hat mir Jörg Dörr, der Leiter von Speyer-Tourismus gesagt und mir auch ein paar Gesprächsminuten geschenkt.
Deshalb gibt’s im nächsten Reiseradio-Podcast Speyer-Tipps rund um Kaiserdom, Stadt, Kohl, „Weck, Worscht, Woi“ und überhaupt.
Das eindrucksvolle Museum, die vielen Kulturaktivitäten und die Kunstschätze der Dauerausstellung sind der Stiftung zu verdanken. Sie verwaltet eine der renommiertesten Kunstsammlungen Finnlands, kümmert sich um deren Bewahrung und hat sich die Verschönerung der Gemeinde Mänttä-Vilppula vorgenommen.
Das gelang ganz prächtig. Ganz nebenbei, keiner spricht laut darüber, verfügt die Stiftung über Geld, sehr viel Geld. Den Grundstock legten Holz und Papier, das Kapital der Region mitten im Nichts.
Serlachius Museum, Kunstzentrum und Kunstsauna kennenlernen
Die sicher viel zu kurzen Einblicke gab mir / uns Katariina Jeger. Sie führte uns übers Gelände, stellte Familie und deren Philosophie und Anspruch vor und präsentierte Herrenhaus, Skulpturengarten, Museum und natürlich die Taidesauna. Im Podcast gibt es viel mehr zu hören.
Museum und auch die Kunstsauna sind, gemessen an der Tradition der Familie Serlachius erst kürzlich (ab 2014) dazugekommen. Das Herausstechende ist die Tatsache, dass Hochkultur und profane Sauna hier wie selbstverständlich zusammengehören. Besucher kommen, auch im Winter, aus dem 100 Kilometer entfernten Tampere und genießen das Gesamt“produkt“. Vielleicht erst in die Sauna, dann ins Restaurant und danach Kunst ansehen oder, je nach Angebot, ein Konzert erleben oder auch umgekehrt. Einfach so. Das ist bemerkenswert.
Und so ist Serlachius hohe Kultur und gleichzeitig so offen, wie ich solche Erlebnisse bisher kaum wahrgenommen habe. Nicht umsonst sprechen die Organisator:innen auch davon, dass sie aufgrund der Lage viel mehr sind, als eine kulturelle Institution.
Serlachius als Touristenattraktion
Unsere Guide Katariina Jeger betont ganz selbstverständlich:
Wir sind in erster Linie Museum, aber aufgrund unserer einsamen Lage sind wir auch zur touristischen Sehenswürdigkeit geworden. Beides gehört zu unserer Identität. Deshalb sind wir so offen was die Erfahrung des Anschauens und mehr betrifft.
Und wie überall in Finnland ist alles mit dem wichtigsten Gut des Landes verbunden, der unglaublich schönen und beeindruckenden Natur.
Man besitzt eine hauseigene Insel. Der Weg in die Natur beträgt nur wenige Meter. Um die Erfahrung auszuweiten stellt man Besuchern kostenlos Fahrräder für Ausflüge oder auch Ruderboote für die Fahrt auf dem angrenzenden See zu Verfügung. Dies auch aus der Bewahrungshaltung heraus, denn man soll das Auto stehen lassen. Wie sagt Katariina so treffend:
Nähere Dich der Natur mit Deiner natürlichen Muskelbewegung in frischer Luft.
Da liegt auch der Satz nahe: Und wärme Dich anschließend auf.
Taidesauna – die Serlachius Kunstsauna
Unterhalb des Museumsneubaus, direkt am See befindet sich diese Attraktion, die Kunst und finnisches Lebensgefühl ganz besonders gut verbindet. Sie ist ein sehr modernes, architektonisches Juwel aus der Ideenschmiede dreier spanischer Architekt:innen. Es warten wohnlichen Aufenthaltsräumen und die holzgetäfelte, rund gebauten Sauna, die den Blick auf See, Wald und Wiese freigibt.
Sie ist gleichzeitig auch eine Eventlocation. Hier kann man fast Alles veranstalten von Firmenseminaren bis zu Omas 80. Geburtstag. Diskutieren, Leitbilder entwickeln oder auch feiern. Und zwischendrin gehen mann und frau eben in die Sauna und tauchen anschließend am Badesteg ins frische Seewasser oder (im Winter) in ein Eisloch ein.
Die Sauna kann man komplett mieten (Catering inklusive). Jeden Dienstag ist die Kunst Sauna aber öffentlich zugänglich. Die Zahl der Besucher ist begrenzt, eine Reservierung empfiehlt sich.
Das mit der Kunst-Sauna muss man wörtlich nehmen. Im angrenzenden Empfangsbau hängt und steht jede Menge Kunst, vom Bild bis zum Möbelstück. Sogar die Wandgestaltung der Außendusche besteht aus wetterfester Kunst.
Culinary Art
Ja auch kulinarisch wird gezaubert. Das im Museum integrierte „Ravintola Gösta“ (Restaurant = Ravintola im finnischen) ist immer geöffnet, wenn auch das Museum zugänglich ist.
Küchenchef Henry Tikkanen sei auf dem Weg zum ersten Michelin-Stern. Fast noch wichtiger ist ihm die Aufnahme in die „360 Grad-Liste“ der nachhaltigen Restaurants. Dies seit dem Winter 2024/25. Damit wird Engagement in Sachen Nachhaltigkeit ausgezeichnet. Bezogen nicht nur auf die Zutaten, sondern als Gesamtprodukt, bis hin zur sozialen Nachhaltigkeit.
Seine Spezialität: Süßwasserfische aus den vor der Tür liegenden Seen. Und da entsteht dann auch schon mal kurz marinierter, roher Zander mit Zwiebeln, Kräutern und einem Avocado-Mus. Letzteres ist eine Ausnahme, denn Henry ist ein absoluter Vertreter der Regionalküche.
Festivals
Im Sommer ist, wie überall im Norden natürlich besonders viel los. Die Serlachius-Stiftung nutzt die Sommermonate Juli und August seit Jahren für zwei Festivals.
Nummer Eins kommt kulinarisch rüber. Henry Tikkanen lädt Top-Köche aus Finnland, aber auch dem Ausland zum „Mänttä Food Festival“ ein, um gemeinsam – inspiriert von ausgestellter Kunst – fünf kulinarische Kunstwerke auf den Teller zu zaubern. Das ist seit Jahren ein absoluter Renner bei den Gästen.
Nummer Zwei ist für die Ohren. Das „Mänttä Music Festival“ versammelt jedes Jahr begabte und auch prominente Pianisten ein um im Museum Konzerte zu geben. Künstler und Programm sind international. Das Motto: Weltklasse Klaviermusik umgeben von Kunst und Natur. Das Music Festival 2026 findet vom 28 Juli bis zum 2. August statt.
Man legt Wert auf eine intime Atmosphäre. Es sei immer wie ein Familientreffen, sowohl von Künstlern als auch vom Publikum.
Ungewöhnlich anziehend
Natur, Kunst, Kultur, Musik und Sauna. Mehr auf einem Fleck geht eigentlich kaum. Es ist deshalb vermutlich auch ein Traum für Jeden, der all das kombinieren will, darf und kann.
Wenn dann noch die finnische Sonne über See und Mänttä steht, gibt es vermutlich kaum noch Steigerungsbedarf.
NUR: In Deutschland und Österreich wurde er ein wirtschaftlicher Misserfolg.
Die Trapp-Familie
Die in Musical und Film erwähnte Familie Trapp gab es wirklich.
Das „Österreichische Musiklexikon online“ bedenkt sie mit einem eigenen Artikel:
Vokal- und Blockflötenensemble rund um die charismatische Baronin Maria Augusta von Trapp, geb. Kutschera (* 1905 Wien, † 1987 Morrisville/USA).
Maria, Erzieherin an der Klosterschule des Benediktinerinnenstiftes Nonnberg, wurde 1925 vom verwitweten Baron und vormaligen U-Boot-Kommandanten Georg von Trapp (* 1880 Zara [Zadar/HR], † 1947 Boston/USA) als Lehrerin der erkrankten Tochter Maria engagiert.
Zwei Jahre später heiratete sie Baron von Trapp in dessen zweiter Ehe. Zusammen mit den sieben Kindern aus erster Ehe des Barons (Rupert, Agathe, Maria, Werner, Johanna, Hedwig, Martina) begann Maria zum Zeitvertreib im Familienkreis mehrstimmige Sätze zu singen und zu musizieren. Die gemeinsamen Kinder (Rosemarie, Eleonore, Johannes) stießen dazu.
Nachdem Baron von Trapp durch den Bankrott seiner Hausbank in finanzielle Schwierigkeiten geraten war, professionalisierte sich das seit 1935 unter der Leitung des Priesters Franz Wasner (* 1905 Feldkirchen/OÖ, † 1992 Salzburg) stehende Ensemble. Bereits die ersten Rundfunkaufnahmen und Konzerte (1936 Auftritt bei den Salzburger Festspielen, 1937/38 Europatournee) fanden großen Anklang.
Das Repertoire bestand vornehmlich aus Alter Musik (Motetten, Madrigale) im ersten Teil (das Ensemble trug Abendkleidung) sowie deutschen und alpenländischen Volksliedern im zweiten Teil (das Ensemble erschien in stilisierter Tracht) des Programms.
Von einer Tournee in die Vereinigten Staaten von Amerika 1938 kehrten die von Trapps nicht mehr in das (nach dem Anschluss) nationalsozialistische Deutschland (Österreich) zurück, 1939 immigrierten sie offiziell in die USA.
Fragen über Fragen
Sie drängen sich auf in Sachen Ignoranz des deutschsprachigen Publikums. Woran lag das?
Wie groß klaffen Hollywood-Film und Realität auseinander?
Wie steht es um die historischen Genauigkeiten des amerikanischen Films?
Lag der Misserfolg auch an der damals noch nicht gut genug aufgearbeiteten Geschichte der Nazi-Zeit?
Wieso wurde die deutsche Verfilmung der Familiengeschichte (1956 in den Hauptrollen Ruth Leuwerik und Hans Holt) eine der erfolgreichsten Produktionen der 1950er Jahre und das Musical fiel „hinten runter“?
Wie entstand der Tourismusboom ausländischer Gäste in Salzburg und worauf beruht er?
Welche Möglichkeiten hat man sich dem Stoff heute bei einem Salzburg-Besuch zu nähern?
Welche anderen medialen Umsetzungen gibt es und welche sind geplant?
Das Jubiläum
In Salzburg wartet eine große Jubiläumswoche rund um „The Sound of Music“.
Feiern
Sie beginnt am 23. Oktober 2025 mit einer exklusiven Abend-Gala in der Salzburger Felsenreitschule. Als besondere Gäste werden Originaldarsteller:innen des Films sowie Mitglieder der Familie Trapp erwartet.
Diskutieren
Es folgt am 24.10. 25 ein internationales Symposium in Schloss Leopoldskron (einem der Drehorte) zur Frage, wie lebendig der Kult um „The Sound of Music“ auch heute noch ist.
Schauen
Das Salzburger Landestheater nimmt zudem das Musical in der Bühnenfassung wieder in seinen Spielplan auf. Sieben Vorstellungen sind für November und Dezember geplant.
Forschen und Erleben
In der Vorbereitung ist auch ein großer Plan der musealen Umsetzung des Kults. Ein Museum mit dem Namen „Sound of Music Salzburg“ soll im Sommer 2026 auf dem Gelände des Schlosses Hellbrunn am Stadtrand eröffnen. Verantwortlich dafür ist der Chef-Kurator des Salzburg-Museums Peter Husty, unser Talkgast in diesem Podcast.
Lesen
Für alle Salzburggäste, die ihrer Legende hinterhergereist sind oder die eine Legende jetzt endlich entdecken möchten, wird es ein Buch mit dem Titel „The Sound of Salzburg“ geben.
Geschrieben hat es Franziska Lipp, ebenfalls zu Gast in diesem Podcast. Sie hat in den letzten Monaten viel Zeit mit der Recherche verbracht. Alle Szenerien persönlich gecheckt, mit Fans und Besuchern gesprochen und natürlich auf die Fachleute befragt.
Es ist gewissermaßen der erste recherchierte “Sound of Music – Salzburg” – Begleiter durch Stadt und Salzkammergut, wo zusätzliche Szenen des Films gedreht wurden.
Das Buch lädt dazu ein, die wichtigsten und prominentesten Drehorte des Films zu finden, zu besuchen und sich entsprechend inspirieren zu lassen. Es erscheint am 16. Oktober und ist im Buch- und Versandhandel zu bekommen.
Es kostet 12 Euro.
Mehr im Reiseradio
Natürlich bin ich nicht nur wegen des Gesprächs nach Salzburg gefahren. Natürlich ging die Recherche weit darüber hinaus. Daraus entsteht ein weiterer Podcast, der zum „The Sound of Music“ – Jubiläum im Oktober erscheinen wird. Es gibt Eindrücke von der englischsprachigen Bustour, die durch Salzburg und bis ins Salzkammergut führt.
Ich habe ein Radtour zum Thema mitgemacht und war auch im Salzburger Marionettentheater, das „The Sound of Music“ seit Jahren regelmäßig auf dem Spielplan hat.
Natürlich kommen auch Fans zu Wort und selbstverständlich gibt es ein Wiederhören mit meinen Gästen aus diesem Podcast. Sie waren ebenfalls on tour kreuz und quer durch Salzburg auf den Spuren eines Phänomens, das sich auch für deutsche Gäste in Salzburg lohnen dürfte.
Tampere galt mal als das Industriezentrum der nordischen Länder. Heute geht die industrielle Produktion immer weiter zurück. Man hat sich darauf eingestellt und die Wirtschaft transponiert. Finlayson gibt es immer noch. Allerdings werden die Textilien in Indien produziert. Nur das Design ist noch finnisch.
Trotzdem haben die großen Fabrikkomplexe die Stadt geprägt. Heute ist man immer noch damit beschäftigt, alte Gebäude zu restaurieren und neuen Zwecken zuzuführen. Die Menschen leben heute hauptsächlich von neuer Technologie (Die Stadt Nokia gehört auch zum Einzugsgebiet), Dienstleistung und Wissenschaft. Die Universität von Tampere erfreut sich großer Beliebtheit. Im Umland hält sich aber auch die Fabrikation von Papierprodukten, klar bei so viel Wald und Seen.
Glück ist auch Empfindungssache
Anja sagt, das mit dem Glück, beziehe sie in der Hauptsache darauf, dass es nur wenige Statusunterschiede gäbe. Finnland habe wenige Superreiche und wenig arme Menschen. Der Neid aufeinander nehme dadurch deutlich ab. Und die Finnen seien letztlich auch ganz froh, dass sie nur sehr wenige auf großem Gebiet sind. Lebenseinstellung: Aus allem das Beste machen. Der Staat kassiert zwar hohe Steuern, aber soziales Angebot und Sicherheit funktionierten.
Finnland war historisch immer umkämpft und auch immer wieder von den Nachbarn besetzt. Von den Schweden, aber insbesondere von den Russen. Diese russische Besetzung ist bis heute so etwas wie ein Trauma. Der Antrag auf Mitgliedschaft in der Nato, nach dem Kriegsbeginn kam nicht von ungefähr. Russische Kultur und eine russisch-orthodoxe Kirche findet man auch heute noch.
Viel zu sehen und zu erleben
Diese Orthodoxe Kirche gehört zum Besuchsprogramm genauso, wie der Hafen der Stadt, die historische Markthalle, der Dom von Tampere, ein Ausflug auf die bei den Einheimischen beliebteste Insel in Stadtnähe und dank der zwei großen Seen sind wir dann auch noch mit den Kanu unterwegs.
Viel zu sehen und zu schmecken
Die 120 Jahre alte Kaupahalli hat es den meisten Besuchern angetan. Wer eintritt, den erwarten verlockende Köstlichkeiten und Gerüche. 30 Läden und Restaurants sind für die Kundschaft da.
Unser Rundgang war geprägt, von Fisch, Brot und einer ganz besonderen Spezialität, der Mustamakkara. Die „Schwarzwurst“ gehört zu den Lieblingssnacks der Menschen in Tampere.
Zum Abschluss ist auch der Biss in die Munkikahvila fast schon Pflicht. Vergleicht man das Gebäck mit unseren Spezialitäten, kommt man schnell auf: Berliner, Krapfen, Kräppel, Pfannkuchen oder fachlich Schmalzgebäck. Kardamom und Zimt, spielen auch in Finnland eine wichtige Rolle.
In Finnland gibt es außerdem noch einige Überraschungen: In der Sauna trinkt man gerne mal ein Bier. Tradition nach der Sauna isst Lohikeitto, die typisch finnische Lachssuppe, mit Kartoffeln, Lauch, Zwiebeln und dazu gibt’s das ganz dunkle Roggenbrot.
Salmiakki, die Pastillen, auf die angeblich alle Finnen total abfahren, gehört nicht zu meinen Favoriten. Gemacht aus Lakritz, Salmiaksalz und Anisöl sind sie gewöhnungsbedürftig.
Durch das ehemalige Fabrikareal, das sich zusehends zum schicken In-Viertel entwickelt hat, geht es, nach Überquerung der Stromschnelle des Tammerkoski – Kurzflusses in Richtung Religion und Kultur.
Tampereen tuomiokirkko, die Domkirche von Tampere, ist absolut sehenswert. Lasst Euch die Historie, Baugeschichte und Gestaltung dieser riesigen (1.800 Plätze) Kirche im Podcast erzählen.
Ein wirklich beeindruckendes Bauwerk. Groß, Hoch und trotzdem in ein warmes Licht getaucht. Im Übrigen, natürlich ein protestantischer Dom, seit Tampere Sitz des evangelischen Regionalbischofs ist.
Wir fahren ein Stück stadtauswärts. Die Häuser werden weniger, die Bäume mehr. Die Straße schrumpft und wir stehen am Näsinjärvi-See. Das eigentliche Ziel: Nicht an den See, sondern auf denselben. Pekka Tyllilä fährt gerne mit bei eine Kanutour.
2 Kilometer hin mit dem Kanu und nach einer Pause wieder 2 Kilometer zurück. Geht ein wenig in die Arme, denn das Paddel hat man selber in der Hand. Pekka passt auf und achtet auf Weg, Steine im Wasser und auch auf eventuelle Untiefen. Eine traumhaft schöne Tour und sportliche Betätigung ist inklusive.
Der Sommer im südlichen Finnland ist kurz aber lichtstark. Diesen zu genießen und zwar genau so, wie es die Finnen machen, gehört dazu. Das Ziel ist dabei ebenfalls klar: Viikinsaari. Eine ganz besondere Insel. Finnische Idylle genaugenommen, fast noch auf Tampere-Stadtgebiet. Eine Fähre bringt einen vom Stadthafen in 20 Minuten hin.
Dieser Ausflug ist auch gern genommene „Pflicht“, mindestens einmal pro Jahr, gerne öfter. Viikinsaari war schon immer eine besondere Insel. Zum Beispiel steht das älteste Restaurant der Stadt auf der Insel.
Einen ganzen Tag dort zu verbringen ist kein Problem. Es warten eine Picknickwiese, natürlich eine öffentliche Sauna, ein Strand natürlich. Man kann „Stand Up Paddle Boards“ mieten oder Fußball spielen.
Wer über Nacht bleiben will mietet sich eine von 5 kleinen Hütten auf der Insel. Ein „Sommerhüttenurlaub“ im Stadtgebiet von Tampere ist schon was Besonderes.
Sommer in Finnland und Sommer in Tampere hat was. Beim nächsten Mal möchte ich länger bleiben und dann gerne einen Ausflug weiter nach Norden machen.
Denn ich möchte einmal etwas nicht sehen: Den Sonnenuntergang im fast tagesfüllenden Sommer.