Wir sind Schwimmerinnen. Wir waren beide mal im Schwimmverein, aber das ist lange her. Bis vor kurzem schwammen wir so wie die meisten – ab und zu, wenn es gerade passt. Doch dann entdeckten wir die Jahreskarte der Berliner Bäderbetriebe – und stellten fest: Berlin hat ja über 60 Schwimmbäder! Schnell stand fest: Die durchschwimmen wir alle! Und zwar in einem Jahr. Gesagt, getan. Was uns beim Bahnen ziehen durch den Kopf geht und warum wir meinen, dass schwimmen nicht nur überlebenswichtig, sondern ein großartiges Abenteuer ist – darum geht es hier!
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In 60 Tagen 2.600 Kilometer durch 10 Länder schwimmen - das ist wohl für die meisten von uns völlig unvorstellbar. Der Extremschwimmer Joseph Heß aus Dresden hat das gemacht - (fast) von der Quelle der Donau bis zum Schwarzen Meer.
Gestartet ist Joseph am 4. Juli durch den zweitlängsten und zweitgrößten Fluss in Europa. Für den 39jährigen war das aber nicht das erste Mal, dass er sich einer solchen Herausforderung stellt: 2016 hat der promovierte Wirtschaftswissenschaftler bereits die Straße von Gibraltar durchquert, 2017 ist er 620 Kilometer die Elbe entlang geschwommen - also quasi auch an seiner Haustür vorbei - 2022 hat er es dann mit dem Rhein aufgenommen, das waren dann schon 1300 Kilometer.
Damit will er längst nicht mehr nur beweisen, was man alles schaffen kann - Joseph geht es auch darum zu zeigen, dass wir mehr Bewusstsein für den Gewässerschutz entwickeln müssen. Das hat er beim Schwimmen durch die Donau auch selbst ganz hautnah erfahren: Unfassbar viel Schrott liegt in dem Fluss, sodass er vor allem dort, wo der Wasserstand niedrig war, sehr aufpassen musste, nicht daran hängen zu bleiben. In Belgrad, wo das Abwasser ungefiltert in die Donau geleitet wird, schwamm er durch Fäkalien und anderen Dreck. Bloß nicht aus Versehen einen Schluck Wasser nehmen!
Diesen Teil der Strecke hat er zum Glück ziemlich unbeschadet überstanden - bis auf eine Infektion des Ohres, die ihm dann am Ende doch ziemlich zu schaffen gemacht hat. Und der Fußpilz, der erst danach richtig abheilen konnte. Wundgeriebene Stellen durch den Neopren-Anzug sind dagegen für ihn nicht weiter wild - „Ich hab jetzt drei Narben mehr, was soll´s“, für ihn letztendlich eine Lapalie. Viel wichtiger war ihm, dass er bei seiner Tour durch die Donau auch wissenschaftlich begleitet wurde, untersucht wurde die Belastung mit Mikroplastik entlang der Strecke, die Ergebnisse stehen bislang noch aus.
Rund 50 Kilometer ist Joseph jeden Tag geschwommen - ohne sein Team wäre das nicht möglich gewesen. Begleitet wurde er unter anderem von dem Wildwasserexperten Thorsten, der auch schon beim Schwimmen durch den Rhein dabei war, von Dani, die sich um das Essen gekümmert hat und Monica, die den Begleit-Caravan an Land gesteuert und für die Sicherheit gesorgt hat. Gefilmt wurde Joseph zudem auf der ganzen Strecke von dem Filmemacher Markus Weinberg. Und Joseph hat jeden Tag auf seinem Instagram-Account von der aktuellen Strecke berichtet.
Jeden Tag rund 35.000 Armzüge, jeden Tag ein Verbrauch von 8.000 bis 10.000 Kalorien - das muss man erstmal durchhalten. 15 Kilogramm hatte Joseph vorher zugelegt, um diese Strapazen zu überstehen. Richtig Angst hatte er, als an der ukrainischen Grenze plötzlich Drohnenalarm zu hören war. Passiert ist ihm zum Glück nichts, es hätte aber auch anders kommen können. Schon sehr schade fand er, dass er zu wenig Zeit hatte, auch mal mit den Menschen am Rande des Flusses zu sprechen. Aber nach 10 Stunden im Wasser fehlte am Ende dann doch die Energie.
Trotzdem ist er froh, dass er es geschafft hat und am 01. September ins Schwarze Meer springen konnte. Dass ihn seine Partnerin Stefanie rückhaltlos unterstützt, hilft ihm bei seinen Unternehmungen sehr. Das nächste Projekt hat er auch schon im Auge: Einmal durch den Ärmelkanal schwimmen. Dann aber ohne Neopren, nur mit Kappe, Badehose, Schwimmbrille - und Vaseline.
Folge 172: Kampfschwimmer frieren immer
Season 18 · Episode 172
Wednesday, September 23, 2026 • Duration 41:03
Sie sind in geheimer Mission unterwegs – die Kampfschwimmer der Bundeswehr. Über ihre Einsätze dürfen sie nicht reden. 70 Prozent schaffen schon allein die Ausbildung nicht. Ihr Motto: „Lerne leiden ohne zu klagen“. Umso mehr freuen wir uns, dass Torsten Schreiber bereit ist mit uns zu sprechen - langjähriger Kampfschwimmer und Ausbilder beim Kommando Spezialkräfte der Marine, mittlerweile vor allem für die Nachwuchsgewinnung zuständig.
Völlig fit und gut gelaunt sitzt er morgens um 7 Uhr an seinem Arbeitsplatz in Eckernförde. Todde wird er genannt, freundlich und zugewandt ist er, gar nicht so militärisch streng, wie man es von einem Kampfschwimmer vielleicht erwarten würde. Denn sein Job ist einer der härtesten, die man sich vorstellen kann - und hat null mit dem zu tun, was wir im Schwimmbad manchmal spöttisch als Kampfschwimmen bezeichnen.
Als Kind war Todde Wettkampfschwimmer und ist dann irgendwann zum Triathlon gewechselt. Mit 18 hat er dann ein Video über Kampfschwimmer gesehen und war sofort angefixt. Erstmal hat er seine Ausbildung zuende gemacht. Aber dann gab es kein Halten mehr. Auch wenn ihm am Anfang gar nicht klar war, was das bedeuten würde.
Denn wer zum Kommando Spezialkräfte der Marine gehören will, muss erstmal eine sehr harte dreijährige Ausbildung absolvieren. Und diese Ausbildung ist neben der zum Piloten eine der längsten, teuersten und körperlich forderndsten Ausbildungen der Bundeswehr. Das muss aber auch so sein, denn als Kampfschwimmer kommt man immer wieder in sehr gefährliche Situationen, sagt Todde. Und dann muss man seine Grenzen kennen.
Bilder oder gar Filme von dieser Ausbildung gibt es nicht. Eine Reportage des NDR über Minentaucher gibt aber einen guten Eindruck, was die Anwärter dort erwartet. Schon allein das Beckentraining ist eine Herausforderung: Marschieren unter Wasser mit schwerem Gerät - und das minutenlang. Entsprechend kompromisslos sind auch die Ausbilder: „Wir können die Anforderungen nicht heruntersetzen“, sagt Todde. Wer diesen Beruf ausüben wolle, müsse hier bestehen. Ein Gefühl für seinen eigenen Körper entwickeln. Und vor allem lernen, wie man sich taktisch und lautlos unter Wasser bewegt, ohne von außen wahrgenommen zu werden.
Folge 171: Nur Luftanhalten ist langweilig
Season 18 · Episode 171
Wednesday, September 16, 2026 • Duration 48:57
Sie wird dafür gefeiert, dass sie über 6 Minuten die Luft anhalten kann - das allein findet Anna von Boetticher allerdings ziemlich öde. Dass ihr diese Fähigkeit allerdings den Zugang zu spannenden neuen Welten verschafft, ist für sie sie immer wieder Herausforderung und Faszination zugleich.
Wir treffen Anna von Boetticher in einem Café in Kreuzberg und spüren von Anfang an die Energie, die sie ausstrahlt. Bereits im Alter von 17 machte sie ihren ersten Tauchschein. Zum Freitauchen - also ohne Gasflaschen - kam sie allerdings erst 20 Jahre später. Innerhalb weniger Monate entwickelte sie sich seit 2007 zur Spitzenathletin und stellte im so genannten Apnoetauchen bereits im ersten Jahr mehrere Rekorde auf. Mittlerweile ist sie Deutschlands erfolgreichste Apnoetaucherin und taucht mit nur einem Atemzug weit über 100 Meter tief.
Und das, obwohl die auch als Waterwoman bekannte gebürtige Münchnerin dafür körperlich keineswegs ideale Voraussetzung mitbringt. Ihre Lunge ist rund 25 Prozent kleiner als bei den meisten anderen Menschen, zudem lebt sie mit einer Autoimmunerkrankung.
Aber auch im Gespräch ist immer wieder spürbar - Anna hat nicht nur jede Menge Energie, sondern auch einen sehr starken Willen. Sie ist so fasziniert von der Welt unter Wasser, vom Tauchen, von den Begegnungen mit den Lebewesen im Meer, dass sie einfach immer wieder hin muss. Für sie ist klar: Erfolg ist weniger eine Frage außergewöhnlicher Talente. Vielmehr brauche es Neugierde, Training, Konzentration - und den bewussten Umgang mit Angst.
Den braucht sie auch, denn was Anna wagt, ist außergewöhnlich. Wenn sie beispielsweise durch Schiffwracks taucht und sehr genau aufpassen muss, dass sie auch den Ausgang wieder findet. Beim Eistauchen hat sie tatsächlich mal kurz die Orientierung verloren, fand unter der geschlossenen Eisdecke nicht auf Anhieb den Ausstieg.
Folge 170: Ein Euro pro Bein
Season 17 · Episode 170
Wednesday, September 9, 2026 • Duration 31:01
In der Schwimmgemeinde geht die Trauer um: Nach und nach schließt ein Freibad nach dem anderen, die Sommersaison neigt sich dem Ende zu. Ausgerechnet jetzt bieten Bäder in Deutschland Hundeschwimmen an. Doch worauf sich die einen schon das ganze Jahr freuen, sorgt bei anderen für großen Missmut: Hunde? Euer Ernst? Lasst doch lieber die Menschen länger schwimmen!
Wir sind für diese Folge ins Sommerbad Staaken-West gefahren, denn zum zweiten Mal überhaupt bieten auch die Berliner Bäderbetriebe Hundeschwimmen an. Doch während eine von uns sich bereits am Eingang vor Begeisterung kaum einkriegt, bleibt die andere erstmal skeptisch. Was nicht nur, aber auch mit ihrer latenten Angst vor Hunden zu tun hat.
Zurück zum Eingang - hier wird erstmal kontrolliert, ob für den mitgebrachten Hund ein aktueller Impfausweis und eine gültige Haftpflichtversicherung vorliegt, sonst kommt der Vierbeiner gar nicht erst rein. Der Eintritt wird nach der Anzahl der Beine berechnet: Hunde kosten vier, Menschen zwei Euro. Auf der großen Liegewiese dann ein einziges Gerenne und Gejage - aber alles total spielerisch, kein Hund bellt, alle tollen munter umeinander herum. Was sicher auch daran liegt, dass hier kein Hund an die Leine muss. Freie Bahn!
Die beiden Schwimmbecken dahinter sind ebenfalls ungeleint, hier passt kein Rettungsschwimmer drauf auf, dass niemand untergeht. Dafür müssen Frauchen und Herrchen schon selber sorgen. Die Hunde reagieren sehr unterschiedlich auf dieses ungewohnte Event: Während sich die eine mit gewagtem Sprung direkt ins Wasser stürzen, umrunden andere erstmal skeptisch mehrfach das Becken und halten allenfalls eine Pfote ins Wasser.
Vizsla-Besitzerin Moni hat sich schon lange auf das Hundeschwimmen gefreut. Sie geht mit ihrem Hund Kalle zwar auch sonst regelmäßg in den See, aber hier habe er einfach noch sehr viel mehr Spaß, vor allem wegen der vielen anderen Hunde. Und in der Tat: Während sie erzählt, stürzt sich Kalle zusammen mit seinem Hundefreund Balou ein ums andere Mal ins Wasser, apportiert Spielzeug oder Bälle und man hat fast den Eindruck, er würde vor Freude strahlen.
Folge 169: Zu tun gibts immer was!
Season 17 · Episode 169
Wednesday, September 2, 2026 • Duration 33:31
Liebesbriefe hat er in diesem Sommer jetzt nicht bekommen, der Betriebsleiter der Berliner Bäderbetriebe, Ricardo Haas. Aber nichts gesagt ist bekanntlich genug gelobt und so kann man davon ausgehen, dass die Mindesttemperaturen von 22 Grad in den Berliner Freibädern überall Anklang gefunden haben. Mit Schaudern erinnern wir uns noch an letztes Jahr: Damals lag die Wassertemperatur im Olympiabad um diese Zeit bei 17 (!) Grad. Dieses Jahr waren es auch zum Schluss noch wohlige 24 Grad.
Wir haben die angenehmen Temperaturen genossen und tun das immer noch - denn sieben Freibäder sind mindestens bis Mitte September geöffnet. Mehr war nicht drin, sagt Ricardo Haas: Die Hallen müssen wieder in Betrieb genommen werden, das Schulschwimmen startet und die Vereine legen auch wieder richtig los. Dafür brauche es Personal, was bis jetzt in den Freibädern eingesetzt war.
Insgesamt war die Sommersaison aber auch für die Bäderbetriebe zufriedenstellend, rund 1, 6 Millionen Menschen sind gekommen. Allein am letzten Juni-Wochenende tummelten sich bei rund 40 Grad Außentemperatur über 120.000 Menschen in den Berliner Freibädern. Und vor allem: Es gab den ganzen Sommer keine besonderen Vorkommnisse, keine Schlägereien, keine Übergriffe - allen anderslautenden Gerüchten zum Trotz.
Ein bisschen enttäuscht sind wir allerdings davon, wie wenig die Berliner Bäderbetriebe aus ihrem 30jährigem Jubiläum dieses Jahr gemacht haben. Es gab ein paar Kinder- und Familienparties, eine Ticket-Verlosung - aber das war´s dann auch schon. Das eigentlich geplante 24-Stunden-Schwimmen Ende Oktober in der Schwimm- und Sprunghalle im Europasportpark (SSE) muss auf nächstes Jahr verschoben werden, die electronic pool session im Neuköllner Columbiabad fand gar nicht erst statt. Die Gründe dafür sind vielfältig, wir hoffen aber, dass es nächstes Jahr dann umso schöner wird! Aber ein Ereignis in diesem Sommer wollen wir nicht unerwähnt lassen: Das im Insulaner am 21. Juni. Bereits zum Start um 4:30 Uhr waren viele begeisterte Menschen da, bis 21:30 war das Bad geöffnet. Mehr davon!
Folge 168: Gerettet!
Season 17 · Episode 168
Wednesday, August 26, 2026 • Duration 37:34
Wenn wir in Not geraten, hoffen wir, dass wir gerettet werden. Auf der Unteren Havel in Berlin, direkt am Wannsee, sorgen Ehrenamtliche der Berliner DLRG im Sommer jedes Wochenende dafür, dass kein Unglück unbeobachtet bleibt. Deswegen beginnt unsere heutige Folge auch mit einer Fahrt im Rettungsboot: Lene, Sven und Patrick bringen uns damit zu ihrer Wasserrettungsstation, die man ansonsten nur schwimmend erreichen könnte. Macht schon Spaß, so eine kleine Spritztour! Und auch die drei sind bester Dinge. Zum Glück gab es heute noch keinen Einsatz, und so zeigen sie uns voller Begeisterung ihre Station. Alle drei sind anderweitig voll berufstätig, für die DLRG arbeiten sie ehrenamtlich - und verbringen hier an den Sommerwochenenden nicht nur ihre Tage, sondern übernachten auch in dreistöckigen Etagenbetten. Denn auch nachts können sie per Funk jederzeit alarmiert werden.
Man muss sich schon sehr gut verstehen, um es auf diesem engen Raum miteinander auszuhalten, aber das tun die drei offenbar. Oft haben sie zudem Verstärkung und das ist auch gut so: 13 Menschen sind in diesem Jahr bereits in Berliner Gewässern ertrunken, zum Glück keiner in ihrem Einsatzgebiet.
Aber natürlich kann jederzeit was passieren. Doch während wir ganz aufgeregt auf die Surfer deuten, die bereits minutenlang im Wasser liegen, bleiben die drei völlig cool. Sie haben mittlerweile ein Auge dafür, wann jemand tatsächlich in Not ist oder im Wasser einfach mal eine Pause braucht. Patrick kennen wir ja schon aus unserem Rettungsschwimmerkurs, er hat seit vielen Jahren Erfahrung in der DLRG und ist zudem Ausbildungs-Rettungsschwimmer. Sven ist der Leiter Einsatz und Lene die Jugendvorsitzende der DLRG Friedrichshain-Kreuzberg.
Sie hatte gerade erst am letzten Wochenende einen Einsatz, da wurde eine Person am Ufer vermisst, die dann aber glücklicherweise wieder aufgetaucht ist. Das sei schon immer aufregend, aber noch dramatischer findet Lene es, wenn im Wasser Personen vermisst werden, dann zählt wirklich jede Sekunde.
Sven ist als Leiter Einsatz dafür verantwortlich, dass die Technik funktioniert, veranlasst entsprechende Reparaturen und sorgt dafür, dass die Wasserrettungsstation immer mit genügend Menschen besetzt ist. Das ist nicht immer einfach, leider zeigt sich auch hier ziemlich deutlich der Da ist es schon praktisch, dass alle gut befreundet sind und gern ihre Zeit miteinander verbringen. Außerdem finden hier regelmäßig -Tage statt, um Jugendliche für die DLRG zu begeistern - da kommt auch schon mal jede Menge Kunstblut zum Einsatz!
Bestimmt verpasst: Schwimmen in Israel
Season 16 · Episode 159
Wednesday, August 19, 2026 • Duration 40:26
Der Sommer ist schon deutlich fortgeschritten, wir machen gerade Urlaub - aber während wir dort so unsere Bahnen ziehen, wollen wir gern mal daran erinnern, wie es eigentlich andere Länder mit dem Schwimmen so handhaben. Deshalb wiederholen wir unsere Folge über Israel. Wir reden hier mit Jörg Poppendieck, der seit 2024 als Korrespondent der ARD immer wieder über das Land im Nahen Osten berichtet und dort regelmäßig schwimmen geht.
Für ihn ist es ein Ausgleich zu der doch sehr anstrengenden Arbeit dort. Oft geht er schon früh am Morgen schwimmen, am liebsten in den Gordon Pool in Tel Aviv, ein 50-Meter-Schwimmbecken mit Aussicht aufs Mittelmeer. Aber warum braucht es einen Pool, wenn man doch auch im Meer schwimmen könnte? Das hat sich Jörg auch gefragt und herausgefunden, dass beim Bau des Gordon Pools in den 1950er Jahren das Wasser im Meer längst nicht die Qualität hatte wie heute. Damals flossen die Abwässer noch ungeklärt ins Mittelmeer, was heute nur noch bei sehr starken Regenfällen vorkommt, wenn die Kanalisation überlastet ist.
Der Gordon Pool hat das ganze Jahr über geöffnet, bei einer Wassertemperatur von stabilen 24 Grad, leicht salziges Wasser, das jeden Tag frisch aus 150 Meter Tiefe gepumpt wird. Ein öffentliches Bad, von denen es in Israel allerdings nur sehr wenige gibt. Und wenn, dann sind sie sehr teuer, umgerechnet 20 Euro kann man für den Eintritt dort locker loswerden.
Viele gehen deshalb auch lieber ins Mittelmeer - wenn sie denn dort leben. Hier herrscht ein reges Treiben, es gibt Strandspielzeug, das allen zur Verfügung steht, Rettungsschwimmer haben das Geschehen im Auge und Wellenbrecher parallel zur Küste sorgen dafür, dass die Strömung auch für unsichere Schwimmer:innen beherrschbar ist. Quallen und Haie soll es dort zwar auch geben, aber zumindest Jörg hat noch keine gesehen. Für orthodoxe Israelis gibt es getrennte Bereiche für Frauen und Männer am Strand.
Der Talmud sagt übrigens, das Erlernen des Schwimmens sei eine lebenswichtige Fertigkeit und elterliche Pflicht, diese ihren Kindern beizubringen - womit allerdings nur die Söhne gemeint sind. Verpflichtenden Schwimmunterricht an Schulen gibt es nur in Orten, die in der Nähe der Küste liegen. Während in Westjerusalem seit 1967 immerhin 18 kommunale Schwimmbäder gebaut wurden, gibt es in Ostjerusalem kein einziges. 2022 sollte hier endlich mit drei Schwimmbecken entstehen, doch dieses Vorhaben wurde durch die Ereignisse am und seit dem erstmal auf Eis gelegt.
Bestimmt verpasst: Schwimmen in Mexiko
Season 16 · Episode 152
Wednesday, August 12, 2026 • Duration 36:03
Wir machen Urlaub - und wiederholen deshalb eine Folge über ein Land, in dem man nicht nur gut Urlaub machen, sondern auch schwimmen kann. Was allerdings nicht immer ganz einfach ist. Gesprochen haben wir mit Jenny Barke, die für die ARD aus Mexiko-Stadt über die Länder der Karibik, Mittelamerika und natürlich Mexiko berichtet. Für ihre Leidenschaft zum Schwimmen ist das Land aber eher suboptimal, obwohl das Land 11.000 Kilometer Küste hat und als große Freischwimmer-Nation gilt. Mexiko-Stadt allerdings liegt in einem Tal mitten im Festland - doch von den vielen Seen, die es hier mal gab, ist praktisch nichts mehr übrig. Auch öffentliche Schwimmbäder sind hier Mangelware, Freibäder gibt es gar nicht.
Die Schwimmhalle Alberca Olímpica Francisco Márquez, einst gebaut für die Olympischen Spiele 1968, wurde zwar 2008 saniert und sieht wirklich beeindruckend aus, um hier schwimmen zu können, muss man allerdings Vereinsmitglied sein. Doch die Wartezeiten sind lang und man braucht nicht nur eine Unbedenklichkeitsbescheinigung vom Arzt - das ist auch in Deutschland durchaus üblich - sondern muss auch seine Geburtsurkunde vorlegen. Und dann ist man an feste Slots gebunden. Für Jenny keine Option, weiß sie doch als Korrespondentin nie, wann sie worüber gerade berichten muss.
Bleibt ihr nur einer der recht teuren privaten Fitnessstudios, die sich die meisten Mexikaner allerdings nicht leisten können. Aber auch hier sind die Bedingungen ganz anders, als Jenny es von Berlin her kennt, wo sie im Verein Seitenwechsel regelmäßig trainiert hat (Folge 31). Das Wasser ist um die 30 Grad warm, unter Wasser läuft laute Musik, das Becken ist in der Regel nicht tiefer als 1,20 Meter und eine Bahn meist abgesperrt für Menschen, die gehend ihre Bahnen ziehen, um auf diese Art ihre Muskeln zu trainieren. Bikini ist hier nicht erlaubt und nackt unter der Dusche stehen geht gar nicht.
Jenny macht das Beste draus - und wenn sich die Gelegenheit ergibt, fährt sie an natürliche Gewässer, wie die zahlreichen - diese Kalksteinhöhlen sind regelrechte Naturpools, die von Wasserfällen mit Süßwasser gespeist werden, zu finden insbesondere auf der Halbinsel Yucatán. Allerdings: Schwimmwesten sind hier Pflicht, das Wasser ist tief und die Gefahr groß, dass sich die Schwimmer:innen überschätzen. In den weit verzweigten Höhlen ist es schwierig, Menschen zu retten, deshalb baut man vor.
Folge 167: Urlaubszeit - schönste Zeit!
Season 17 · Episode 167
Wednesday, August 5, 2026 • Duration 24:32
Wir machen Urlaub - allerdings: Während für die eine die Ferien schon vorbei sind, gehen sie für die andere erst los. Aber zwischendurch haben wir uns nochmal gesehen - schließlich gibt es einiges zu besprechen! Und das haben wir getan, während wir im Freibad in aller Ruhe nebeneinander her geschwommen sind (Aufgezeichnet haben wir diese Folge dann allerdings doch erst danach)!
Am Strand von Kreta war jedenfalls genug Zeit, mal ein bisschen zu recherchieren, was in diesem Sommer alles so los ist. Schwer beeindruckt hat uns eine Geschichte aus Anröchte, einer Gemeinde in Soest (NRW). Dort hat eine anonyme Bürgerin nämlich während der gesamten Sommerferien im Waldfreibad die Eintrittsgelder für alle Kinder und Jugendlichen übernommen. Ebenfalls eine herrliche Geschichte ist die von Erpel Emil: Er ist seit Mitte Juli Stammgast im Karlsruher Freibad Rüppurr und angeblich auch ein ständiger Begleiter beim Bahnen ziehen.
Aber Karlsruhe ist ja auch für Tiere im Freibad bekannt - da haben sich auch schon mal Wildschweine hin verirrt.
Was wir auch entdeckt haben - wussten wir halt noch nicht - in Gladbeck gibt es ein 100-Meter-Becken! Coole Sache, müssen wir auch mal ausprobieren! Habt ihr hier vielleicht schon Erfahrung?
Außerdem freuen wir uns schon jetzt auf das Volksbad vor der Berliner Volksbühne. Zur Zeit wird es noch aufgebaut, aber seit dem 4. August kann man sich bereits online zweistündige Zeitslots sichern. Der Eintritt ist kostenfrei, los geht´s am 7. August und dann immer Dienstags, Mittwochs, Freitags und Samstags von 12-20 Uhr, Donnerstags von 13-21 Uhr.
Aber Achtung, auch wenn Rettungsschwimmer:innen am Rand stehen: Der Pool ist 1,30 m tief, man sollte also schon gut schwimmen können. Es gibt Umkleiden, Duschen und Toiletten, Schließfächer, einen Trinkwasserbrunnen - und natürlich Pommes! Wir sind echt gespannt, wie das Ganze ankommt und werden auf jeden Fall hingehen!
Folge 166: Zusammen sind wir stärker
Season 17 · Episode 166
Wednesday, July 29, 2026 • Duration 29:05
Man kann es nicht anders sagen - es ist einfach ein Elend: Rund 60 Prozent der Grundschulkinder in Deutschland können nicht sicher schwimmen, 20 Prozent können es gar nicht. Wir haben hier im Podcast schon mehrfach darüber berichtet, darüber, dass es zu wenig Schwimmlehrer:innen gibt, zu wenig Kurse und vor allem viel zu wenig Wasserflächen. Zwar ist Schwimmunterricht in Deutschland in der 3. Klasse Pflicht - aber das reicht hinten und vorne nicht, besonders, wenn die Grundschulkinder bis dahin mit Wasser praktisch gar nicht in Berührung gekommen sind (außer zum Waschen natürlich). Hinzu kommt, dass der Unterricht nicht überall verlässlich stattfindet oder stattfinden kann, weil es an Lehrkräften fehlt oder kein Bus zum Schwimmbad fährt - und das, obwohl der Schwimmunterricht in allen Bundesländern fest im Lehrplan verankert ist.
Die Stiftung „Deutschland schwimmt“ will das ändern und setzt sich dafür ein, dass Schwimmen lernen ein Grundrecht wird. Mit dem Gründer der Stiftung, Alexander Gallitz haben wir in Folge 90 schon mal gesprochen, er ist zudem der Präsident des Deutschen Schwimmlehrerverbandes, ihm liegt besonders am Herzen, dass auch Kinder mit Beeinträchtigungen sicher und angstfrei schwimmen lernen. Zudem ist für unseren Podcast auch Sabine Kurz zur lieb gewonnenen Gesprächspartnerin geworden, nach 30 Jahren als Managerin bei Siemens steuert sie nun die Geschicke von „Deutschland schwimmt“.
Heute haben wir aber einen ganz besonderen Anlass, um zu viert miteinander zu sprechen - „Deutschland schwimmt“ und die Chlorgesänge sind nämlich ab sofort Kooperationspartner! Völlig gemeinnützig und nicht kommerziell, aber gemeinsam wollen wir die Themen Schwimmsicherheit und Schwimmen lernen noch viel stärker an die Öffentlichkeit tragen.
Bei der Gelegenheit erzählt Sabine von ihrer aktuellen Aktion „Planschen, lernen, sicher werden, die zur Zeit bundesweit in 500 Kindergärten stattfindet. Mit dabei: Die Schwimmpuppe Lizzie, mit der wir uns auch schon ganz herrlich vergnügt haben!
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Immerhin: Seitdem es das Kommando Spezialkräfte der Marine gibt, ist noch keiner der Soldaten im Einsatz gestorben. Zur Wahrheit gehört aber auch: 70 - 80 Prozent fallen in der Ausbildung durch. Eine Frau hat es noch nie geschafft - zu hart schon allein der erforderliche körperliche Einsatz.
Dabei sind die Voraussetzungen angenommen zu werden, gar nicht mal so hoch: 1000 Meter schwimmen unter 24 Minuten, 5000 Meter laufen unter 22 Minuten - das scheint machbar. Ja, sagt Todde - aber wer gerade so besteht, wird es schwer haben. Wer wirklich eine Chance haben will, müsse diese Anforderungen schon deutlich unterbieten. Wettkampferfahrung sei nicht schlecht. Außerdem müsse man geistig sehr flexibel und ausgesprochen teamfähig sein.
Ein Jahr werden die Rekruten in der Halle ausgebildet - schon hier scheiden die meisten aus. Die Hälfte packt es mental einfach nicht, die andere Hälfte hält körperlich nicht durch, erzählt Todde. Wer es am Ende trotzdem schafft, auf den wartet die Ausbildung im Freiwassertauchen. Und ganz zum Schluss dann: 30 Kilometer schwimmen durch die Ostsee. Und die ganze Zeit immer an der Leistungsgrenze.
Über die Einsätze der fertigen Kampfschwimmer kann und will Todde nichts sagen, hier bekommt man aber einen kleinen Eindruck. Und er hat ein Buch darüber geschrieben, das erklärt, wie man sich militärisch topfit hält. „Lerne leiden und auch noch Spaß daran zu haben“ scheint ein Motto zu sein, was Todde auf jeden Fall für sich entdeckt hat. Und wer jetzt ebenfalls angefixt ist und sich für die Ausbildung zum Kampfschwimmer interessiert, kann ihm gern schreiben. Einmal im Monat bietet er für Interessierte in Eckernförde einen Truppenbesuch an. Eins sollte man allerdings wissen: Kampfschwimmer frieren immer!
Solche Momente sind es, die wohl definieren, was Anna ausmacht: „Nicht die Angst bestimmt, was ich dann tue“, sagt sie. „Sondern ich bestimme!“. Nicht, dass ihr in solchen Momenten nicht auch das Adrenalin durch die Adern schießt. Aber selbst dann behält sie die Übersicht. Und hat auch keine Angst vor Krokodilen, Blauhaien, Schwefelwolken oder verlassenen Bergwerken.
Neben ihrer Karriere als Leistungssportlerin hält Anna Vorträge über Stressbewältigung, Konzentration und mentale Stärke. Sie hat Kampfschwimmer, Minentaucher und Polizeitaucher trainiert. Und bereits 2019 ein Buch über ihre Erfahrungen geschrieben: „In die Tiefe“ ist eine Mischung aus Autobiografie, Extremsport-Erzählung und Motivation. Sie beschreibt darin aber auch ihre Rückschläge, Ängste und die Bedeutung mentaler Stärke. Wer sie in Aktion erleben will, sollte sich unbedingt Waterwoman anschauen - in zwei Staffeln hat die ARD Anna von Boetticher bei ihren Aktionen begleitet.
Am 16. September 2026 erscheint ihr zweites Buch: „Es ist nie nichts“ - Gedanken aus der Tiefe über Resilienz und Entdeckerfreude. Man kann es kaum glauben - aber eine Sache hat Waterwoman bislang noch nicht gelernt: Kraulschwimmen. Aber wir sind sicher - das wird noch!
Hundeschwimmen-Organisatorin und Meisterin für Bäderbetriebe Jennifer Heide freut sich darüber, dass das Event so großen Anklang findet. Sie versteht aber auch die Skeptiker. Umso wichtiger ist es ihr, klarzustellen, dass niemand wegen des Hundeschwimmens auf einen Freibadbesuch verzichten muss. Das Badpersonal sei schon längst mit der so genannten Auswinterung beschäftigt und stünde als Aufsicht gar nicht mehr zur Verfügung. Das Wasser ist zudem nicht mehr gechlort, sonst wäre es auch für die Hunde gar nicht verträglich. Auch sei es überhaupt nicht eklig, wenn Hunde ins Beckenwasser gehen: Das wird nämlich nach dem Hundeschwimmen komplett abgelassen und die Fliesen gründlich gereinigt - ein Vorgang, der am Ende der Saison ohnehin fällig wird. Außerdem: „Auch Hundebesitzer:innen sind unsere Kunden. Und wir freuen uns, dass wir ihnen einmal im Jahr ein ganz spezielles Angebot machen können.“ In Berlin dieses Jahr übrigens noch dreimal: am 12., 13. und 19. September.
In deutschlandweit über 70 Orten wird mittlerweile Hundeschwimmen am Ende des Sommers angeboten, Berlin ist da absolut kein Vorreiter. Oft wird in den Bädern dann die Gelegenheit genutzt, Spenden für das regionale Tierheim zu sammeln. Auch in Ländern wie der Schweiz oder in Großbritannien findet am Ende der Sommersaison Hundeschwimmen in öffentlichen Bädern statt. Spanien, Italien oder Belgien gehen noch ein Stück weiter: Hier gibt es sogar spezialisierte Hunde-Wasserparks oder ganzjährige Doggy-Pools.
Die Skeptikerin von uns beiden findet das Hundeschwimmen im Sommerbad Staaken-West am Ende auch ganz amüsant. Ja, sicher - den Geruch von nassem Hund muss man mögen. Aber die Toiletten sind beim Hundeschwimmen deutlich sauberer, als wenn Menschen im Bad ihre Bahnen ziehen!
Ein paar gute Nachrichten hat Ricardo Haas auch noch im Gepäck: Das Paracelsusbad in Reinickendorf soll nun endlich im April 2027 wieder eröffnet werden! Und das Stadtbad Schöneberg macht hoffentlich auch in diesen Tagen wieder auf. Hier erwartet die Besucher:innen dann auch in absehbarer Zeit etwas berlinweit Einzigartiges: Der Einsatz von KI, zur Unterstützung des Bäderpersonals bei der Überwachung der Wasserflächen - im fachdeutsch: Anti-Ertrinkungssysteme. Allerdings noch nicht gleich, die Kameras hängen zwar schon, aber erst muss noch der Personalrat zustimmen.
Die Sanierung der Neuen Halle in Charlottenburg nimmt ebenfalls Formen an, die Fertigstellung ist für 2031 geplant. Weniger gute Nachrichten leider aus Spandau Süd: Es gibt Komplikationen, mit der Sanierung des Freibads konnte noch gar nicht begonnen werden, das passiert erst 2027. Und dann muss dort auch noch eine zusätzliche Halle gebaut werden. Ist die fertig, können die Wassersport-Vereine vom Sachsendamm dahin umziehen - denn auch dort muss dringend saniert werden.
Zu Mariendorf wagt Ricardo Haas heute noch gar keine Prognose, aber das Kreuzberger Spreewaldbad wird hoffentlich Anfang 2028 fertig sein. Und an der Holzmarktstraße hat gerade der Spatenstich stattgefunden. Haas ist froh, dass die Berliner Bäderbetriebe im Rahmen des Klima-Pakts bis 2023 rund 204 Millionen Euro zusätzlich bekommen: 170 Millionen sollen in die (energetische) Grund- und Teilsanierung von Hallenbädern gehen, 34 Millionen sind für spezifische Einzelmaßnahmen geplant. Solarbetriebene Heizsysteme beispielsweise oder der Austausch alter Pumpensysteme. Insgesamt wollen die Bäderbetriebe bis 2030 Bauvorhaben im Wert von mehr als 600 Millionen Euro umsetzen.
Eins ist Ricardo Haas aber trotzdem klar: „Fertig werden wir nie werden. Bei über 60 Bädern gibt es auch danach noch viel zu tun!“ Und man sieht ihm an, dass er Spaß daran hat.
Was an so einem Wochenende los sein wird, ist nie wirklich abzusehen. Bei viel Wind gibt es mehr Segelboot-Unfälle, an heißen Tagen eher vermisste Personen, erzählen die drei.
Schließlich ist die Crew auf der Wasserrettungsstation Rettungsdienst, Feuerwehr und ADAC zugleich. Von Personensuche, medizinischen Notfällen bis hin zum Motorschaden ist alles möglich. Koordiniert werden die Einsätze von der DLRG-Leitstelle. Die wiederum wird von der Feuerwehr informiert wird, wenn die DLRG mit dem Boot einfach schneller vor Ort sein kann, beispielsweise an der Pfaueninsel, wo kein Auto hinkommt.
Um hier im Einsatz zu sein, braucht einen Rettungsschwimmerschein und eine Zusatzausbildung für offene Gewässer. Außerdem muss immer ein ausgebildeter Bootsführer dabei sein, der dann auch den Einsatz vor Ort koordiniert. Und es braucht Leidenschaft: Fürs Schwimmen, für Menschen und vor allem dafür, ehrenamtlich für andere da zu sein!
Transparenzhinweis: Auch wir sind (passive) Mitglieder der DLRG. Wir sind eingetreten, als wir den Rettungsschwimmer-Kurs gemacht haben, anders wäre das nicht gegangen. Aber wir sind Mitglieder geblieben - weil wir es ausgesprochen wichtig finden, dass es diese Organisation gibt!
Jörg war auch schon mal im Toten Meer, mit 30 Prozent Salzgehalt allerdings weniger zum Schwimmen als zum Schweben geeignet. Außerdem gibt es in der Negev-Wüste kleine Oasen, in denen man schwimmen kann - allerdings eher was für Hartgesottene.
Im Spitzensport hat Israel durchaus Erfolge - Anastasia Gorbenko gewann 2024 als erste israelische Schwimmerin überhaupt eine Medaille bei Weltmeisterschaften, Silber über 400 Meter Lagen. Seit einiger Zeit gibt es zudem einen großen Olympiastützpunkt nördlich von Tel Aviv.
Jörg erzählt auch, wie es ist, wenn in Israel plötzlich der Alarm ertönt, weil es zu Luftangriffen kommt. Beim Schwimmen ist ihm das noch nicht passiert, allerdings gibt es mittlerweile viele Menschen, die sich so an den Alarm gewöhnt haben, dass sie trotzdem im Meer schwimmen gehen.
Wenn Jörg in Israel ist, berichtet er auch über das Westjordanland und den Gaza-Streifen, auch wenn er dort als Journalist zur Zeit nicht reinkommt. Aber er weiß von Kollegen, dass die wenigen Schwimmbäder und Pools im Gaza-Streifen durch den Krieg zerstört wurden und das Mittelmeer nicht ungefährlich ist. Die Kläranlagen sind ebenfalls kaputt, zudem ist dort die israelische Marine häufig mit Schnellbooten unterwegs.
Im besetzten Westjordanland gibt es zwar Schwimmbäder, aber aufgrund der vielen Checkpoints ist es schwer, dorthin zu gelangen. Und von Ramallah aus kann man zwar direkt aufs Mittelmeer schauen - aber hin kommt man nicht.
Rettungsschwimmer, die das Treiben beobachten und im Zweifel eingreifen, sieht man allerdings selten, hat Jenny beobachtet, auch nicht am Meer. So etwas wie die DLRG gibt es in Mexiko nicht, aber auch keinen verpflichtenden Schwimmunterricht an den Schulen. Wer es sich leisten kann, zahlt seinen Kindern teuren privaten Schwimmunterricht, alle anderen müssen sich das Schwimmen selber beibringen, wenn sie nicht das Glück haben, zufällig von einem sozialen Projekt gefördert zu werden. Und das in einem Land, das zwischen zwei Meeren, dem Atlantik und dem Pazifik liegt.
Und dort ist das Wasser zwar in der Regel für Schwimmer:innen angenehm warm, dafür lauern andere Gefahren: Die Wellen sind mitunter meterhoch, jährlich ertrinken hunderte Menschen, die die Gefahr unterschätzen. Hinzu kommen an der mexikanischen Karibikküste riesige Sargassum-Algenteppiche, in diesem Jahr ist der Befall besonders groß. Als Hauptursachen gelten Düngemittel aus der Landwirtschaft sowie steigende Wassertemperaturen. Und noch was anderes hat Jenny beim Schwimmen und Tauchen beobachtet: Vor der Küste Mexikos, insbesondere im Karibischen Meer und dem Pazifik, findet eine massive Korallenbleiche statt. Anhaltend extreme Wassertemperaturen von bis zu 33 Grad Celsius infolge des Klimawandels führen dazu, dass ganze Riffe absterben.
Trotzdem: Mexiko hat für Schwimmer:innen viel zu bieten. Wenn man entsprechend vorsichtig ist. Und Rücksicht auf die Umwelt nimmt.
Über unseren Urlaub haben wir natürlich auch geredet. Darüber, dass es einem auch im Meer ein wirklich gutes Gefühl gibt, wenn man mit Boje oder dem Restube-Gürtel unterwegs ist. Vor allem frühmorgens, wenn keiner am Strand ist, der einen womöglich untergehen sieht.
Aber auch hierzulande kann man Abenteuer erleben, zum Beispiel wenn man morgens am Strandbad Wannsee vorbei schwimmt. Oder in der Uckermark Wasserwandern macht. Wie auch immer es passieren konnte - das klang so begeisternd, dass wir jetzt zu einer gemeinsamen Tour verabredet sind …
Am Ende reden wir dann noch ein bisschen über den Sinn und Unsinn von Hydrohex-Kursen, worüber wir aber noch ein bisschen nachdenken müssen - bis dahin machen wir erstmal eine kleine Sommerpause. Die nächste aktuelle Folge kommt am 26. August!
Alex wiederum freut sich darüber, dass die Stiftung immer mehr Inklusions-Schwimmlehrer:innen ausbilden kann, erst kürzlich allein 60 in Hamburg. 400 ausgebildete Schwimmlehrer:innen sind es mittlerweile insgesamt, und das in einem Zeitraum von gut drei Jahren. Da ist die Stiftung zu recht sehr stolz drauf. In Planung ist zudem, eine Plattform zu schaffen, auf der Eltern mit beeinträchtigten Kindern gezielt weitergeholfen wird, wenn sie einen Schwimmkurs für ihr Kind suchen.
Auch pädagogisches Fachpersonal wird von der Stiftung in Sachen Wassergewöhnung ausgebildet - und dafür braucht man noch nicht mal ein Schwimmbad! Schwimmen im Freiwasser ist ebenfalls ein Thema für die Stiftung. Und dass der Speaker und Para-Schwimmer Janis McDavid durch die Stiftung überhaupt erst schwimmen gelernt hat und mittlerweile Weltrekorde erzielt, ist für uns alle immer noch der Wahnsinn!
Ende Oktober soll zusammen mit Round Table 44 ein Charity-24-Stunden-Schwimmen stattfinden, Schirmherrin wird Britta Steffen sein. Das Ziel: Schwimmsicherheit für Berliner Kinder, mit den Spenden soll Schwimmunterricht finanziert werden. Aber auch so freut sich die Stiftung immer über Spenden - jeder Euro zählt.
Denn das Ziel ist am Ende immer, dass ein weiteres Kind schwimmen lernt.