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Apropos ... Psychosomatik oder die Sprache der Seele!28 Aug 202400:38:34

Tinnitus, Migräne, Rückenschmerzen: Oft sind es psychosomatische Beschwerden, die uns von einem Arzt zum nächsten rennen lassen. Ein Medikament soll erst einmal helfen. Doch dabei werden in der Regel die Symptome, nicht aber die Ursachen bekämpft, sagt Dr. Ingo Schymanski, der klare Worte gegen eine überdimensionierte Medizin hin zu einer Autonomie des Patienten findet. „Die Medizin hat immer eine Pille gegen irgendetwas. Hören wir aber auf die Signale unseres Körpers, auf die Sprache unserer Seele und verändern wir unser Welt- und Selbstbild, können psychosomatische Beschwerden verschwinden“, sagt der Psychotherapeut und auch, dass die Medizin chronische Krankheiten schaffe, statt Werkzeuge für mehr Autonomie und Mündigkeit. Gleichzeitig plädiert der Arzt und Autor für mehr Achtsamkeit, Bescheidenheit und Dankbarkeit für das, was wir haben.

Den Menschen in seine Kraft bringen

Psychosomatik gewinnt immer mehr an Bedeutung. Die Forschung hat erkannt, dass die Seele Einfluss hat auf unser körperliches Wohlbefinden. Unser medizinisches, auf Evidenz basierendes System allerdings ist darauf nicht eingestellt. „Die Pille verkauft sich besser, als sich selbst zu helfen“. Geht es der Seele gut, geht es auch dem Körper gut. Natürlich helfe der psychosomatische Ansatz nicht bei allen Krankheiten, aber doch bei erstaunlich vielen Symptomen. Schymanski nimmt kein Blatt vor den Mund: Es gelte, den Menschen in seine Kraft, in seine Gesundheit und letztendlich auch in eine stärkere Unabhängigkeit vom Arzt zu bringen – auch wenn das kontraproduktiv zur Pharmaindustrie und der Ärzteschaft steht.

Ursachen liegen oft im psychosozialen Bereich

In seiner Praxis beobachtet Schymanski Patienten mit Problemen, die nicht körperlich sind. Rückenschmerzen haben oft Ursachen im psychosozialen Bereich. Lässt sich jemand mobben, reagiert der Körper mit Stresssymptomen. Nimmt man sie ernst und wahr, dienen sie dazu, „das Leben zu optimieren“. Tauchen verstärkt wieder Ohrgeräusche oder Verspannungen, dann besser mal eine Pause oder Urlaub machen.

Die Angst vor Krankheit kann krank machen. „Der immerwährende Druck ist ein gesellschaftliches Problem. Wir sollten anders leben, als das System es uns vorgibt“, so Schymanski. Dabei heißt „Nein“ zu sagen auch, sich mehr Anerkennung zu schaffen. „Mit weniger Stress kann man sehr wohl erfolgreich sein“. Sein Rat: die Angst besiegen, wenn sie sich zeigt. Medikamente nutzen nur im Moment, ersparen aber nicht die Konfrontation.

Das Signal erkennen und die Seele zu neuem Leben erwecken

„Es muss das Herz sein“, meint der Patient. Wenn Probleme zum Arzt führen, sind sie reif gelöst zu werden, sagt Schymanski. Eine psychische Belastung beruflicher oder auch familiärer Art weisen Menschen gerne von sich und begeben sich in die Mühle der Medizin. Ihre Seele leidet, weil sie an tradierten über Generationen weitergegebenen Glaubenssätzen festhalten. „Wird da reflektiert, brechen plötzlich Tränen aus“, weiß Schymanski. Jetzt ist es an der Zeit, neue Werte zu entwickeln und die Seele neu zum Leben zu erwecken.

Buchtipp: Dr. Ingo Schymanski: „Die Sprache der Seele“, Klett Cotta-Verlag 2024 

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Apropos ... Achtsamkeit für Skeptiker!14 Aug 202400:50:45

Was ist Achtsamkeit? Der Begriff ist ein wenig in Ungnade gefallen. Die einen suchen mit ihrer Hilfe den Seelenfrieden, andere werten sie als Esoterik-Kram ab. Achtsamkeit wird schnell in einen Topf geworfen mit Yoga und Meditation und Übungen, die uns ins Hier und Jetzt tragen und innere Erfüllung bringen sollen. Doch Achtsamkeit ist mehr als die Anwendung bestimmter Techniken. „Sie ist ein langer geistiger Prozess, eine Lebenseinstellung. Sie ist ein Suchen und Finden, eine tiefe Sehnsucht nach den wesentlichen Fragen des Lebens, sagt Renato Kruljac. Er ist Achtsamkeitstrainer und hat nach zwei Jahrzehnten als Führungskraft bei einem internationalen Konzern die Segel gestrichen, um sich der professionellen Achtsamkeitspraxis, fernöstlichen Kampkünsten und psychologischen Methoden zu widmen. Ernsthaft praktiziert, sagt er, ist die Achtsamkeit ein ständiger Begleiter, an der wir wachsen können.

Kraft, die sich aus der Beobachterrolle entwickelt

Wir müssen lernen, loszulassen von starren Konzepten, von Identifikationen und Vorstellungen, von Glaubenssätzen innerhalb eines gesellschaftlichen Systems, die uns geprägt haben, sagt er. Der Weg zur Inneren Freiheit geht über die Stille, das geistige Fasten, über das Zuhören und die Disziplin. „Wenn wir unser Alarm-, Antriebs- und Fürsorgesystem in Balance halten, werden wir die Früchte der Achtsamkeit ernten“. Achtsamkeit erlernt man zwar auch, aber eben nicht nur durch Techniken zur Entspannung im Hier und Jetzt oder sportlichen Übungen.  „Sie ist ein geistiger Prozess, eine transformative Kraft, die sich aus der Beobachterrolle heraus entwickelt“, sagt Kruljac. Aber Achtung: Woran erkenne ich den Meister unter den Scharlatanen? Indem ich in die Begegnung mit dem Lehrenden gehe. Lebt er das, was er sagt? Ist er authentisch? Spüre ich Wärme, darf ich sein? Einen guten Lehrer erkennt man an seinen Schülern, so Kruljac.

Abstand nehmen, die Perspektive ändern und sich selbst freundlich begegnen: Das funktioniert durch Achtsamkeitsmethoden wie der Atemmeditation oder anderen Konzentrationsübungen. Sie beschreiben das „Was“,  bringen uns in die Präsenz, erden und verorten uns. In Verbindung mit Übungen zum „Wie“, die mich lehren, meine Gedanken freundlich zu akzeptieren, findet der Mensch zur Balance. Es gibt viele Arten der Meditation, die das Ziel der Erleuchtung haben, führt Kruljac weiter aus. Was sie ist? „Für mich bedeutet die Erleuchtung das Urvertrauen“, Und wie lautet das Rezept dazu? „Dem Herzen folgen und ins Fühlen kommen. Der Körper sagt uns oft mehr als der Verstand“. 

Buchtipp: Renato Kruljac: „Achtsamkeit für Skeptiker“, Schattauer-Verlag 2024

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Apropos ... die Balance von Körper und Geist!03 Apr 202400:56:29

Um die ganzheitliche Betrachtung und die komplexe Interaktion von Fühlen, Denken, Spüren und Handeln, geht es in dieser Folge mit Daniela Botz und Karolin Friese. Die beiden Psychotherapeutinnen rücken die Bedeutung des Zusammenspiels von Körper und Psyche in den Fokus. Sie haben eine alltags- und praxistaugliche Mischung ziel- und lösungsorientierter Techniken zusammengestellt, mit denen wir Gefühle regulieren können. Diese körperzentrierten Übungen umfassen Yogaelemente, achtsamkeitsbasierte Techniken und hypnotherapeutische Methoden.  

Durch das Erleben von Gefühlen resilient werden

Ohne unsere fünf Sinne können wir nichts wahrnehmen und nichts fühlen. Und ohne unser Gehirn gibt es kein Bewusstsein. Wir erfahren, wie wir durch unser zentrales Nervensystem Emotionen aktiv wahrnehmen und spürbar machen können. Mit emotionalen und psychischen Verhaltensweisen können wird unser inneres Erleben und umgekehrt unsere Verhaltensweisen durch Mimik und Gestik verändern. 

Stressreaktionen abbauen, in dem wir in Verbindung mit und die Aktion gehen

Psychosozialer Stress bringt uns in emotionale Bedrängnis. Die Auslöser dafür sind komplex. Krisen und Beziehungen belasten uns. Gerade dann stoßen wir an die Grenzen unserer Widerstandsfähigkeit. Wie resilient sind wir und wie können wir uns vor Stressreaktionen schützen? Das gelingt mit körperzentrierten Übungen. Die beiden erläutern, wie. Indem wir lernen, uns selbst in einen Zustand zu bringen, in dem wir eine Verbindung zu uns selbst aufbauen und uns als Gesamtheit erleben. Haben wir einen Tunnelblick, sind wir chaotisch oder aggressiv, sind wir nicht mehr empathisch und mit uns verbunden. Diesen Zustand heißt es aufzugreifen, ihn zu akzeptieren und mit der Emotion mitzugehen, indem ich ihr nachgebe, ich laufe, boxe, schreie, bis die Spannung im Körper abgebaut ist und sich ein Gefühl der Ruhe und Sicherheit einstellt. Diesen Zustand zu erreichen ist das Ziel.

Den Darm gut versorgen und richtig atmen

Unser Darm ist durch den Vagusnerv unmittelbar mit dem Gehirn verbunden. Der Darm ist das zweite Gehirn und reagiert, wenn wir emotional stark reagieren, etwa durch Bauchgrummeln. Wird das Gleichgewicht stabilisiert, kann das Wohlfühlhormon Serotonin im Darm synthetisiert werden. Das gelingt umso mehr mit guten Bakterien, die durch Ernährung und Bewegung gefördert werden. Auch die Atmung hilft. Wir atmen oft zu viel und zu flach, was das Säure-Basen-Verhältnis aus dem Gleichgewicht bringt. Mit einer sanften Bauchatmung kann der perfekte pH-Wert gehalten werden. Auch wird der Herzschlag reguliert.

Medientipp: „Körperorientierte Emotionsregulation“. Ein Kartenset zur praktischen Anwendung von Daniela Botz und Karolina Friese. Erschienen in der Reihe der Kompetenz-Boxen von Frauke Niehues und Ghita Benaguid im Junfermann-Verlag

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Apropos ... Mutter ohne Kind!20 Mar 202400:36:35

Jede dritte Frau erlebt in ihrem Leben eine Tot- oder Fehlgeburt. So selten also ist sie nicht und trotzdem zählt sie zu einer der letzten Tabus unserer Gesellschaft, und das, obwohl sie zu eine tiefe Zäsur im Leben einer Frau bedeuten kann. Eva Lindner hat es selbst 2021 erfahren, was es heißt, Mutter ohne Kind zu sein. Die Journalistin, Trainerin und Moderatorin lebt mit ihrem Mann und zwei Kindern im spanischen Valencia und hat einen klaren Appell: Das Thema muss mehr an die Öffentlichkeit und sowohl in der Wissenschaft als auch in der Politik sichtbarer werden, denn: betroffene Frauen werden übersehen.

Offiziell Mutter erst ab der 24. Schwangerschaftswoche

Eine Fehlgeburt ist ein kritischer Moment im Leben einer Frau. 80 Prozent der Fehlgeburten geschehen in den ersten zwölf Wochen der Schwangerschaft. Verlässliche Daten dazu gibt es allerdings nicht und auch keine Studien, denn meldepflichtig sind erst Totgeburten ab der 24. Schwangerschaftswoche mit einem Fötus über 500 Gramm. Alles andere verschwindet unter dem Radar. Diese Frauen gelten nicht als Mütter, obwohl sie schwanger waren und geboren haben. „Wir brauchen nicht nur verlässliche Zahlen dazu, sondern auch gezielte Maßnahmen, die dir Frauen unterstützen. Hier besteht großer Nachholbedarf“, sagt Eva Lindner.

Frauen brauchen mehr Unterstützung in dieser fragilen Zeit

Nach einer Fehlgeburt vor der 24. Schwangerschaftswoche gibt es oft keine Krankschreibung und keinen Mutterschutz. Dabei können sich in dieser fragilen Zeit Depressionen oder ein posttraumatisches Belastungssyndrom entwickeln. „Hier herrscht ein absoluter Missstand“, verweist Lindner auf eine wünschenswerte Unterstützung in der Zeit der Trauer, etwa in Form von Mutterschutz oder bezahlter Auszeit. Sie wünscht sich nicht nur die Reduzierung auf das Körperliche, sondern eine engmaschige Begleitung, Folgeuntersuchungen oder den Verweis der Ärzteschaft auf das Anrecht einer Hebamme und auf Selbsthilfegruppen.   

Die Fehlgeburt im medizinischen Fokus

Es gibt drei Möglichkeiten, ein Kind tot zu gebären. Doch die Möglichkeit, es selbst abzustoßen und eine Ausschabung zu vermeiden, wird nicht propagiert. Das Wehen fördernde Medikament Cytotec ist in Deutschland verboten. Gründe für eine Fehlgeburt können eine Chromosomen-Anomalie, Schilddrüsenkrankheiten oder ein Myom sein. Weit verbreitete Risikofaktoren wie Alter, Drogen, und Stress seien wissenschaftlich nicht belegt, so Lindner.   

In Sachen Gleichberichtigung ist zwar schon viel passiert, aber das Patriarchat ist noch mitten unter uns: Die Gender-Medizin, wonach männliche und weibliche Körper getrennt voneinander betrachtet werden, gibt es in Deutschland erst seit den 90er-Jahren. Dabei liegen sowohl genetisch als auch hormonell komplett andere Voraussetzungen bei den Frauen vor. Lindner rüttelt auf, das private Thema politisch zu machen.  

Buchtipp: Eva Lindner: „Mutter ohne Kind“, Tropen-Verlag

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Apropos ... sich ganz fühlen!06 Mar 202400:48:15

„Fühl dich ganz“ – das ist einfach gesagt, aber gar nicht so einfach: Wie kriegen wir das hin, glücklich zu sein, erfüllt und zufrieden zu leben? Sich ganz zu fühlen, im Reinen mit sich und den anderen zu sein? Lukas Klaschinski ist Psychologe, Verhaltens- und Kommunikationstrainer und Podcaster. Er ist Moderator und Autor, spricht in „Beste Freundinnen“ und in „So bin ich eben“ über Themen, die uns ganz persönlich beschäftigen. Lukas sagt: Lerne, deine Gefühle wahrzunehmen und auf sie zu reagieren. „Das ist ein echter Gewinn“. 

Von mangelnder Gefühlsbereitschaft

Wir haben verlernt, in uns hineinzuhorchen. Unser emotionales Erleben ist eingeschränkt, sagt Lukas. „Unsere Gefühle wurden in den Keller gesperrt“ - aufgrund unserer Biographie, aufgrund der Sozialisation, aufgrund unseres Systems. „Wir haben ein großes Problem mit unserer Verletzlichkeit und unserer Scham. Zerbrechlichkeit und Traurigkeit werden weggesperrt. Aber sie sind vorhanden. „Nimm sie wahr und nutze sie, indem du lernst, durch Achtsamkeit die eigene körperliche Erregung und deine Gefühle zu spüren. Und lerne, sie zu akzeptieren. Gute wie negative Gefühle.

Nehme wahr, akzeptiere und komme ins Tun – die ACT-Methode

Leider haben wir Gefühle auf der Festplatte, die sich fest verankert haben. Da ist das Leistungsmotiv, dass wir uns nur wertig fühlen, wenn wir gut abgeliefert haben. Oder wir knabbern an fehlender Anerkennung, zweifeln an uns oder haben ständig Angst vorm Scheitern. Wir sind verstrickt in Gedanken, die uns daran hindern, etwas zu tun. „Doch es ist gut, Abstand davon zu nehmen“, sagt Lukas. Das Problem dabei: Wir machen etwas zu unserer Wahrheit, die nicht unsere ist. Die Aufgabe liegt darin, unser Gefühl mit den eigenen, tatsächlichen Werten abzugleichen. Nimm wahr, akzeptiere und komm ins Tun, sagt Lukas. Begegne deinen Gefühlen und reagiere auf sie nach deinen eigenen, echten Werten. Er erklärt die ACT-Methode und gibt Tools an die Hand. Die Akzeptanz- und Commitment-Therapie stammt aus der kognitiven Verhaltenstherapie. Darin werden verhaltenstherapeutische Techniken mit achtsamkeitsbasierten Strategien und Interventionen zur Werteklärung kombiniert und angewendet.

In Beziehung zu sich selbst gehen

Ein lebensgefährlicher Kite-Unfall in Südafrika hat Lukas` Sichtweise auf das Leben und seine Endlichkeit verstärkt in den Fokus gerückt. Sein wichtigster Appell neben der Gefühlsbereitschaft lautet: In Beziehung gehen - mit dir selbst und mit anderen. Wir sind soziale Wesen, wir brauchen einander. Sich und andere an die Hand nehmen: so kann „Fühl dich ganz“ gelingen. 

Buchtipp: Lukas Klaschinski, „Fühl dich ganz. Was wir gewinnen, wenn wir Emotionen verstehen und zulassen“, Knaur-Verlag 2024

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Apropos ... Erwachsenwerden!21 Feb 202400:47:42

Es ist wohl der größte Wunsch aller Eltern: Dass das Kind erwachsen wird und auf eigenen Füßen steht. Das geht nicht ohne Abnabelungsprozess auf beiden Seiten. Ein schwieriger Prozess, mit dem sich der Entwicklungspsychologe Dr. Claus Koch – selbst Vater von vier Kindern – seit Jahrzehnten beschäftigt. In dieser Podcast-Folge wollen wir den Fragen und Signalen nach dem Ende der Pubertät und dem Coming of-Age nachgehen und auch, wie Eltern ihr Kind durch diese oft schwierige Phase begleiten können.

„Tritt zurück und bleibe verbunden“: Loslassen auf beiden Seiten

„Tritt zurück und bleibe verbunden“. Das ist letztendlich der Kernsatz, den Claus Koch Eltern mit auf den Weg gibt. „Das Wichtigste, was wir den Kindern mit auf den Weg geben können, ist das Urvertrauen zu den Eltern“, sagt er. Auch wenn das Loslassen schwerfällt: Es ist ein notwendiger Prozess, damit der Sprung ins Erwachsenenleben gelingen kann. Koch skizziert sechs wichtige Bausteine, die in dieser Entwicklung, die er gerne als Odysseusjahre bezeichnet, wichtig sind: Authentizität, Selbstwertgefühl, Selbstwirksamkeit, Kommunikationsfähigkeit, Selbstkontrolle und Selbstfindung. Und: Erwachsenwerden braucht Zeit sowie Elternsein einen langen Atem brauchen. Koch nennt einen großzügigen Zeitraum bis zum 30. Lebensjahr. Erwachsenwerden ist eine Gratwanderung zwischen Loslassen und Losgehen.

Das Kind auf der Odyssee-Reise: Den inneren Kompass erspüren

Den inneren Kompass erspüren auf der Reise zu sich selbst ist keine leichte Aufgabe. In der Regel aber spüren die jungen Menschen, wohin es sie treibt. Noch müssen sie ihr Selbstbewusstsein und sich in der Eigenverantwortlichkeit schulen, dabei Abschied nehmen vom Kind und erkennen, dass sie so wie sie sind gut sind. Was aber, wenn das Kind auf seiner Reise verloren geht? Was ist, wenn das Kind mit der großen, weiten Welt und ihren Anforderungen völlig überfordert ist, wenn Panikattacken aufkommen, sich Ängste oder Depressionen entwickeln? Der Lockdown in der Pandemie hat es den jungen Menschen nicht gerade leicht gemacht, ihre Beziehungskompetenzen entwickeln zu können. Soziale Medien, die Film- und Popkultur und vor allem die persönlichen Kontakte zu Freunden haben einen großen Einfluss. Koch analysiert diese „schwierige, aber auch schöne, intensive Zeit“.

Trotz Kontrollverlust zur sicheren Bindung – das geht mit Vertrauen

Wichtig ist, dass die Jugendlichen ihre eigene Identität aufbauen. Und das geht über die Kritik an den Eltern. Spannungen inklusive. „Als Eltern müssen wir erkennen, dass wir die Kontrolle über unsere Kinder verlieren. Wir müssen darauf vertrauen, dass alles gut geht, wenn sie nachts bis drei Uhr ausleiben“, sagt er. Wenn es Eltern gelingt, dass ihr Kind gesehen und gehört wird, dass es sich anerkannt und geborgen fühlt, haben sie alles für eine sichere Bindung getan. Wie schön, wenn ein junger Mensch dann sagen kann: „Ich will mein Leben sinnvoll gestalten“.

Dr. Claus Koch ist Psychologe und Publizist und beschäftigt sich mit der Entwicklungspsychologie von Kindern und Jugendlichen unter psychoanalytischen und bindungstheoretischen Aspekten.

Buchtipp: „Wenn aus Jugendliche Erwachsene werden – Leben und Bindung junger Menschen zwischen 18 und 30 Jahren“, Klett-Cotta 2024

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Apropos ... Binge-Eating!24 Jan 202400:50:27

Binge-Eating – Fresssucht. Essen hat eine Zusatzfunktion übernommen. Wer unter einer Essstörung leidet, kompensiert mit dem Essen Gefühle von Einsamkeit und Unzufriedenheit. Essen wird zur Belohnung. „Ein gestörtes Essverhalten hat Ursprung in der Kindheit“, sagt Julia Sahm. Sie ist Live-Coach, Heilpraktikerin und Psychotherapeutin und Expertin auf dem Gebiet der Essstörungen. Menschen, die darunter leiden, haben oft ein fehlendes Selbstwertgefühl, das gekoppelt ist an viele hinderliche Glaubenssätze aus der Kindheit. Wir maßregeln uns mit einer falschen Disziplin, die uns immer wieder unter Stress setzt. Die Chance liegt darin, neue Gedanken und neue Gewohnheiten zuzulassen, die uns ebenso Geborgenheit und Sicherheit schenken können.

Nicht immer nur ans Essen denken

Wer immer nur ans Essen denkt, sollte sich überlegen, ob er nicht schon einer Sucht verfallen ist. Magersucht, Bulimie oder Fresssucht: Bei jeder Essstörung steht der Gedanke um das Essen im Fokus. Julia Sahm erläutert nicht nur die unterschiedlichen Essstörungen, sondern auch die Ursachen, die bei allen gleich sind. Auch erläutert sie, was in unserem Körper passiert, wenn wir „Suchtsubstanzen“ zu uns nehmen.

Man muss die Beziehung zu sich selbst heilen

Wer eine Essstörung hat, sollte die Beziehung zu sich selbst heilen, sagt sie. Der erste Schritt aus einer Essstörung ist, achtsamer zu sein. Und es geht nicht, ohne uns mit der Vergangenheit auseinandersetzen und zu lernen, alte Gewohnheiten abzubauen und neue zu finden, die uns das fehlende Gefühl der Geborgenheit vermitteln.

Neue Gewohnheiten finden

Julia Sahm ist kein Fan von Diäten. Vor allem nicht, wenn man schon ein Leben lang damit ein Problem hat. Essen darf sich nicht wie ein Kampf anfühlen, sagt sie. Intervallfasten kann eine Lösung sein. „Hauptsache, das Essen rückt nicht ständig in den Fokus“. Es muss aus dem Kopf. Die Chance liegt darin, neue Gedanken zuzulassen. Etwas zu finden, was einen ebenso geborgen und sicher fühlen lässt. Schritte daraus sind sich selbst zu beobachten. Welche Lebensmittel lösen das Suchtverhalten aus? Welche Gewohnheiten verknüpfen wir mit dem Essen? Entspanne ich mich mit der Chipstüte vorm Sofa? Worin kann ich außerdem Halt, Geborgenheit und Sicherheit finden? Im Buch lesen, im Sport machen, in der Spiritualität oder im Freundeskreis?  Wichtig ist, dass wir uns selbst besser kennenlernen, Selbstliebe entwickeln und uns positiv stärken, sagt Julia Sahm.

Buchtipp: Julia Sahm: „Dein inneres Kind will satt werden. So stillst du deinen seelischen Hunger und befreist dich von emotionalem Essen“.

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Apropos ... Gruppentherapie!10 Jan 202400:28:09

Du bist in einer Reha und fragst dich, ob die gruppentherapeutischen Sitzungen dir nutzen? Wie sinnvoll diese als Ergänzung in der psychotherapeutischen Anwendung sind, erläutert in dieser Folge Lena Scholz. Sie ist Psychotherapeutin für Verhaltenstherapie und hat als Therapeutin mit Zusatzqualifikation in Gruppentherapie im ambulanten wie stationären Bereich sehr gute Erfahrungen gesammelt. Außerdem hat sie mit dem Psychotherapeuten Jan Kiesewetter ein Konzept für das seit Oktober 2021 eingeführte niederschwellige Angebot der Gruppentherapeutischen Grundversorgung entwickelt. Mit ihm kann im Rahmen eines ambulanten Settings in nur vier Sitzungen Hilfestellung geleistet werden, die nicht über ein längeres Antragsverfahren bewilligt werden muss. Lena Scholz ist der Meinung: Gruppentherapie bringt etwas!

Gruppentherapie schult die soziale Kompetenz

Die Gruppentherapie ist eine wertvolle und sinnvolle Ergänzung zur Einzeltherapie. Vor allem wenn es darum geht, die soziale Kompetenz zu trainieren. „Nur in der Gruppe kann ich üben, Nein zu sagen oder mich einzubringen“, sagt Lena Scholz. Gruppen haben besondere Wirkfaktoren, die in der Einzeltherapie nicht wirken. Auch geht es darum, Austausch zu erleben, „dass man bei der Bewältigung seiner Probleme nicht allein ist mit seinen Belastungen und Einschränkungen“. Die Universalität des Leidens als entscheidender Wirkfaktor spielt eine große Rolle. „Zu erkennen, dass ich nicht allein bin mit meinem Problem ist entlastend – egal bei welcher Störung“.  Ziel der Gruppentherapie ist es, ein offenes Vertrauensverhältnis zu schaffen, in dem die Teilnehmenden den Umgang mit Gefühlen lernen und auch ausdrücken können.

Es gibt unterschiedliche Arten von Gruppen. Im ambulanten Bereich wird geschaut, wo und für wen sie gedacht ist – für Patient:innen oder Angehörige, für Selbsthilfegruppen ohne therapeutische Leitung, für Therapieverfahren oder ein Kompetenztraining, zur Bewältigung eines Traumas, einer sozialen Phobie oder einer Borderline-Störung.

Check In – Check Out: In der Regel wird immer geschaut, was die Patient:innen brauchen und was die Gruppe beitragen kann. Es gilt, sich aktiv einzubringen – in einer psychoedukativen Gruppe wie im Rahmen einer Reha genauso wie bei ambulanten Sitzungen. Es geht nicht um die einzelne Lebensgeschichte, sondern um einen übergeordneten Rahmen. Sich mit Wünschen und Fragen einzubringen ist insofern wichtig, damit die Stunde bedarfsorientiert gestaltet werden kann.

Vorteile der Gruppentherapeutischen Grundversorgung

Psychotherapieplätze sind Mangelware. Mit der Umsetzung der Gruppentherapeutischen Grundversorgung zum Oktober 2021 soll die Gruppentherapie zugänglicher gemacht werden – sowohl für Patient:innen als auch Therapeut:innen. Lena Scholz und ihr Kollege Jan Kiesewetter haben in ihrem Buch über die Gruppentherapeutische Grundversorgung ein Konzept erarbeitet. Vier Sitzungen à 100 Minuten einmal wöchentlich sind vorgesehen. Ziele sind, Grundlagen der Verhaltenstherapie zu vermitteln sowie – aus Sicht des Patient:innen – auslösende Faktoren für seine psychische Störung zu verstehen, Stressreaktionen zu erkennen oder den Umgang mit Emotionen zu erlernen.

Lena Scholz ist psychologische Psychotherapeutin für Verhaltenstherapie und arbeitet im stationären sowie im ambulanten Psychotherapiesetting. Sie hat an der Rijksuniversiteit Groningen studiert und an der CIP Kirinus Akademie München gearbeitet. Sie hat im Rahmen der Verhaltenstherapie eine Gruppenzusatzqualifikation erworben und ist außerdem als Therapeutischer Clown unterwegs.

Buchtipp: „Gruppenpsychotherapeutische Grundversorgung“, das Manual zum antragsfreien Versorgungsangebot. Klett Cotta-Verlag 2023

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Apropos ... Mimik, Gestik, Sprache!27 Dec 202300:40:33

Der Ton macht die Musik. Wir teilen uns nicht nur über Sprache mit, sondern auch über die Gestik. Der Trainer für Gewaltfreie Kommunikation (GFK) und Mimikexperte Al Weckert aus Berlin beschäftigt sich mit den Zwischentönen, die wir mit unserer Gestik beim anderen hinterlassen. Wie sagen wir es und was sagen wir wirklich? Diese Folge spürt einer einfühlsamen Kommunikation nach, einem achtsamen Zuhören und Antworten und einer Sprache, die es uns erleichtern kann, unsere und die Bedürfnisse des anderen zu erfüllen.

GFK birgt große Chancen für die Arbeitswelt 

Die GFK bietet große Chancen für die Arbeitswelt. Wie oft funktioniert die Kommunikation da nicht – mit den Kollegen, mit dem Chef. Da kommen Botschaften oft nicht richtig an oder es wird einfach geschluckt, ohne die eigenen Bedürfnisse zu hinterfragen. Unangenehme Emotionen lösen negative Gefühle wie Wut oder Angst aus. Sie und damit auch die eigenen Bedürfnisse und die des anderen wahrzunehmen ist ein erster Schritt, um sich auf Augenhöhe zu begegnen und Lösungen für einen Sachverhalt zu finden. Die Mimikresonanz ist dabei ein wertvolles Tool, das die GFK ergänzt. In der Folge verhilft die Kombination beider, die Gesundheit am Arbeitsplatz zu erhalten und Fehlzeiten minimieren.

In die Mimikresonanz gehen

Die vier Schritte in der GFK – sie fußen auf der werttfreien Beobachtung einer Situation, der Wahrnehmung von Gefühlen, der Benennung der eigenen Bedürfnisse und der Formulierung einer Bitte. Alles fußt darauf, dass wir etwas aufgrund von Bedürfnissen tun und nicht auf der Basis von Richtig und Falsch. Das Ziel: Situationen zu schaffen, in denen Bedürfnisse auf beiden Seiten erfüllt werden können. Dies als Hilfe zur Selbsthilfe, die sogar recht schnell und mit großer Wirkung erlernbar ist. Dabei hilft die Mimikeresonanz. Sie erleichtert das Nachspüren von Gefühlen.

Worte und ihre Darstellung sind zwei verschiedene Informationskanäle. Mit Körpersprache – der Gestik und Mimik im Gesicht – können wir schneller eine Verbindung zum anderen herstellen als nur mit Worten. Inkongruenzen, Unstimmigkeiten, zwischen der Körpersprache und dem Gesagten stören die Verbindung. Sie bewusst wahrzunehmen und in eine stimmige Reaktion mit unserem Körper zu bringen, bzw. sie an unserem Gegenüber zu erkennen, erleichtert die Kommunikation gewaltig. Durch die bewusste Wahrnehmung von Emotionen auch auf der körperlichen Ebene, können wir und kann sich unser Gegenüber authentischer mitteilen. Voraussetzung dafür ist ein aktives Zuhören und ein tieferes in sich und den anderen Hineinspüren.

„Diese kombinierte Methode von GFK und Mimik führt zu Dankbarkeit und Freude beim anderen, weil er sich verstanden fühlt und zeigen kann, was ihn wirklich bewegt“, ist Al Weckert überzeugt.  

Al Weckert ist von Hause aus Volkswirt und arbeitet mit der Gewaltfreien Kommunikation überwiegend in großen Unternehmen und Organisationen. Dort bildet er Mitarbeiter und Führungskräfte im Umgang mit schwierigen Gesprächssituationen aus, zum Beispiel im Change Management, in Service Centern, IT-Abteilungen, Behörden und Krankenhäusern.

Tipp: GFK-Online-Seminar „Grundlagen der Gewaltfreien Kommunikation“ in Zusammenarbeit mit dem Junfermann Verlag, www.empathie.com

Tipp: Online-Seminare zur Gewaltfreien Kommunikation:

 

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Apropos ... Mental Health!13 Dec 202300:38:17

Aus Tiefschlägen heraus in ein neues, erfüllteres Leben: Dominique de Marné hat nach zehn Jahren der Sucht und Depression für sich einen Weg herausgeschafft. In dieser Folge soll es nicht unbedingt um die Extreme des Lebens gehen, sondern vielmehr darum, ihnen vorzubeugen. Mit mentaler Fitness. Was können wir tun, um in einer Zeit der stark belastenden Krisen psychisch gesund zu bleiben? Die Ressourcen dazu stecken bereits in uns. Dass das Thema der psychischen Krankheiten immer noch von Stigmen und Klischees besetzt ist, macht es nicht einfacher. Raus aus der Tabuisierung – auch dafür spricht sich Dominique de Marné aus, die in München ein Gesundheitskompetenzzentrum gegründet hat.

„Um den Teil kümmern, den ich beeinflussen kann“ 

Es geht um Selbstfürsorge - das ist schon mal klar. Aber es geht auch ums Reden, um das sich Mitteilen, wenn man in Not ist, wenn man eine Fassade aufrechterhält und doch innerlich verkümmert. Bei einer vorangegangenen psychischen Erkrankung geht das Risiko eines Rückfalls zwar nicht weg, aber es gibt Tools, mit denen wir – und das gilt für uns alle - unsere mentale Fitness auch prophylaktisch beeinflussen können. Zum Erhalt ihrer Mental Health Maintenance hat Dominique de Marné eine ganz persönliche umfangreiche Morgenroutine in ihren Alltag eingebaut hat. Laufen, Krafttraining und Meditation lassen in ihr mehr Engelsstimmen als Teufelsstimmen hochkommen. „Ich kümmere mich um den Teil, den ich beeinflussen kann“, sagt sie. Mehr Lebensqualität erfahren wir, in dem wir kommunizieren, Unterstützung annehmen und uns der eigenen Bedürfnisse und Warnzeichen bewusstwerden.

Weg von der Schwarzweißmalerei

Bist du psychisch gesund? Erste Check-In-Fragen nach der mentalen Gesundheit sind: Wie ist mein Ess-, wie mein Schlafverhalten? Was sagt meine innere Stimme? Ist sie positiv gestimmt, ist sie mir eine gute Freundin? Nehme ich mir täglich ein paar Minuten Zeit nur für mich in der Stille ohne Ablenkungsmanöver? Viel zu oft orientieren wir uns am Äußeren der Gesellschaft. Doch was tut uns wirklich gut? Social Media und Handy sind es in der Regel nicht. Selbstfürsorge ist mehr als Gurkenmasken und Massage, sagt Dominique de Marné. Es bedeutet, sich echte Zeit für sich selbst zu nehmen. Oft bedeutet es auch, sich Grenzen zu setzen. Wir schauen auf Kinder und Jugendliche. Was sind ihre Bedürfnisse und wie können wir als Eltern sie wirklich erreichen? Besonders wichtig: Mentale Gesundheit darf Spaß machen. Zu oft wird der Fokus auf die Krankheit gelenkt, werden Stress und Depressionen mit einer belastenden Schwere assoziiert. Es geht auch darum, mehr Leichtigkeit ins Leben zu bringen. Mehr Achtsamkeit für mich und andere. Und mehr Dankbarkeit. Frage dich: Tauchst du selbst auf bei der Frage auf, wer die wichtigsten Menschen in deinem Leben sind? Nein? Dann setze dich selbst auf die Liste! Spiele selbst die erste Geige!

Dominique de Marné ist Speaker for Mental Health, Autorin, Rednerin und Unternehmerin. Sie ist in Schulen und Unternehmen unterwegs und hat ein Gesundheitskompetenzzentrum in München gegründet mit dem Namen Mental Health Crowd.

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Apropos ... innere Bilder verändern!29 Nov 202300:33:20

Wir drehen uns im Kreis. Immer wieder brechen alte Verhaltensmuster in uns auf, wenn wir ein Problem lösen wollen oder und die Kommunikation mit dem Kollegen nicht gelingt. Meist bewegen wir uns in eingefahrenen „Teufelskreisen“, im Denken, Fühlen und Handeln. Dabei werden wir von inneren Bildern gesteuert, die sich automatisiert haben – sagt Dr. Ilka Hoffmann-Bisinger, die auf diesem Gebiet intensiv geforscht hat, unter anderem mit Koryphäen wie dem Verhaltensforscher Paul Watzlawick in den USA. Was muss passieren, um solche Blockaden zu lösen und wieder in den Flow zu kommen? Dr. Ilka Hoffmann-Bisinger entwickelte den Ansatz „Ask!“, eine erfolgreiche und in der Praxis bewährte Herangehensweise. Inzwischen wird das Ask!-Modell sowohl in Therapie als auch im Coaching angewandt. Das Anwendungsgebiet wurde im Laufe der Jahre von Einzelnen auf Paare und Gruppen erweitert.

Mit inneren Bilder Blockaden lösen

Mit Ask steht bei Psychotherapien und Coachings die gemeinsame Arbeit auf der analogen, intuitiven Ebene an den inneren Bildern der Klient:innen im Zentrum, die einen Perspektivwechsel bisher verhindert haben. Sie beschreibt die theoretischen und methodischen Hintergründe der Analogen Systemischen Kurztherapie, kurz, dem ASK-Modell. Wahrnehmen, Denken, Fühlen, Erinnern und Verhalten werden durch affektiv-emotionale Prozesse und implizites Wissen beeinflusst. Wir sind der Konstrukteur unserer eigenen Wirklichkeit und leben in einer ganz individuellen Blase. Uns daraus lösen können wir, wenn wir alte Verhaltensmuster aufbrechen und uns neue Perspektiven eröffnen. 

Dabei helfen uns innere Bilder, die uns von klein auf prägen, die unser Denken, Fühlen und Handeln leiten. Aufgrund dieser Bilder, die immer wieder abgerufen werden, bilden sich Muster. Manche dieser Bilder öffnen uns für neue Erfahrungen und lassen uns wachsen. Manche tragen dazu bei, dass wir uns verschließen, an Gewohntem, aber längst Überholtem festhalten und stagnieren, ja sogar leiden. Innere Bilder aber sind der Schlüssel dafür, ob wir uns unwohl fühlen, feststecken und leiden oder ob es uns gutgeht, wir uns entwickeln und am Leben erfreuen. Genau diese Funktion von inneren Bildern lässt sich methodisch für Veränderungsprozesse nutzen. Sie können in Therapie und Coaching genutzt werden, um Ressourcen zu erschließen und Muster zu unterbrechen.

Es geht um Menschlichkeit

Durch die bildhafte Sprache auf analoger Ebene werden hilfreiche Ressourcen aktiviert, die im Alltag vom Verstand blockiert werden. Jeder Mensch verfügt über diese inneren Ressourcen, die er häufig nicht nutzt. „Beim Ask!-Modell geht es um Menschlichkeit und den Blick auf die Realität der Klient:innen, mit ihrer Sicht auf die Dinge. Sie selbst sind Experten für die Lösung ihres Problems, denn sie tragen die Ressourcen bereits in sich“, sagt Dr. Ilka Hoffmann-Bisinger. Durch Erfragen erfährt sie, was für ihr Gegenüber wirklich wesentlich ist und erfährt, welches innere Bild ihn oder sie im Denken, Fühlen und Handeln leitet.

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Dr. Ilka Hoffmann-Bisinger ist Diplom-Psychologin, Gründerin und Leiterin des Instituts für systemische Kurztherapie, Beratung und Ausbildung, dem iska-Berlin. Sie ist außerdem als Dozentin, Coach, Supervisorin und Lehrende für Systemische Therapie und Coaching im In- und Ausland unterwegs. 2007 erhielt die für eine erste Publikation dieses Ansatzes den Forschungspreis der „Systemischen Gesellschaft“.

Buchtipp: „Innere Bilder – Der Schlüssel zur Veränderung“. (Klett-Cotta)

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Apropos ... lebe achtsam!15 Nov 202300:46:22

Achtsamkeit: Der Begriff hat nahezu inflationär Einzug in unsere Umgangssprache gehalten, doch haben wir wirklich alle Aspekte erkannt und verstanden? Was ist Achtsamkeit und was ist sie nicht? Wie nutzen wir sie für uns selbst und als Mitglied der Gesellschaft? Dr. Indrani Alina Wilms lädt ein, innezuhalten und uns bewusst einer ganzheitlichen Achtsamkeit zu nähern, die sehr viel mehr beinhaltet als den Blick auf individuelle Selbstfürsorge. Die erläutert ihre Sicht auf eine Philosophie der Achtsamkeit für eine positiv ausgerichtete Gesellschaft, in der das Persönliche immer auch politisch ist. 

Achtsamkeit ist.

Wichtig in diesem Zusammenhang ist die Definition von Achtsamkeit. Die Antwort ist simpel: Achtsamkeit ist. Achtsamkeit ist eine Lebensart, die wir immer und überall kultivieren können. Jeder neue Tag schenkt uns dafür unendlich viele neue Möglichkeiten. Alles, was wir benötigen, sind wir selbst und eine Bewusstheit über unser Sein, das wir über die Sinne erspüren. Die Lehren der Achtsamkeit sind besonders tief im Buddhismus verwurzelt. Buddha etwa sagt: „Es gibt keinen Weg zum Glück. Glücklichsein ist der Weg“ oder auch, dass der Mensch leidet, weil er Dinge besitzen und zu behalten begehrt, die ihrer Natur nach vergänglich sind. „Wenn du ein Problem hast, versuche es zu lösen. Kannst du es nicht lösen, dann mache kein Problem daraus“. Diese Weisheiten verquickt Alina Wilms mit einer tiefen Betrachtung der Achtsamkeit für uns und die Gesellschaft.

Garten der Achtsamkeit

Vereinfacht ausgedrückt, hat jeder Mensch einen eigenen inneren Garten, den es zu kultivieren gilt. Eine Form der Pflege besteht darin, sich Freiräume im Leben zu schaffen, in denen wir vom Multi- in den Mono-Modus zurückkehren. Dr. Wilms geht auf psychotische Chefs und eine umso wichtiger werdende achtsame Führung ein, aber auch auf achtsames Essen oder die Achtsamkeit mit Tieren und der Natur.  Ihr Credo: Gutes tun und die Achtsamkeit als wiederkehrende Lebensart praktizieren, sich von negativen Einflüssen anderer zu entfernen, destruktive eigene Taten zu vermeiden und aus Gedankenspiralen herauszukommen. Ihre hoffnungsvolle Botschaft lautet, dass wir jederzeit in den Garten der Achtsamkeit zurückkehren können, um ihn zu kultivieren, ganz egal wie zugewuchert er auch sein mag.

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Dr. Indrani Alina Wilms ist Psychologische Psychotherapeutin, Supervisorin, Promi- und 360 Grad-Coachin. Sie ist als psychologische Expertin für sowie in Print und TV-Medien bekannt.

Buchtipp: Dr. Indrani Alina Wilms und Prof. Dr. Sven Sohr: „Lebe anders!“Achtsamkeit und positive Psychologie, Junfermann Verlag 2023.

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Apropos ... Long-Covid!31 Jul 202400:26:37

Über 38 Millionen Menschen in Deutschland hatten seit 2020 eine Covid-Infektion. Zehn bis 45 Prozent davon können Langzeitfolgen entwickelt. Das sind 3,8 bis 17 Millionen Betroffene, die ihre Symptomatik oftmals nicht einordnen können und auf eine Diagnose, geschweige denn Therapie warten. Das Health4Future-Projekt, das Dr. Philomena Poetis und ihre Schwestern entwickelt haben, ist nicht nur ein wissenschaftliches Projekt, um die Studienlage zu erweitern, sondern gibt Betroffenen ganz konkrete Hilfestellung.

Fragebogen liefert Daten für Betroffene und Ärzteschaft

Über einen Fragebogen mit knapp 200 Fragen wird zur Erstellung eines Health-Compass die Symptomatik klar eingegrenzt. Ob Long Covid, Post Vac oder Chronisches Erschöpfungssyndrom:  Der Bogen liefert im ersten Schritt der Ärzteschaft wertvolle Daten zur schnelleren Diagnostik. Unter anderem wird gezielt zur Corona-Erkrankung oder nach medizinischen Vorerkrankungen gefragt. Gleichzeitig aber gibt der Health-Compass den Betroffenen wichtige Therapie-Tools mit an die Hand, die helfen, mit den Einschränkungen besser umzugehen und den Alltag besser zu meistern.

Das Pacing-Tagebuch

Das Pacing-Tagebuch hat sich als ein sehr gutes Therapiewerkzeug erwiesen. Zwar ist die Pacing-Methode als Therapiewerkzeug bekannt, eine wirklich strukturierte Vorlage hat es bislang noch nicht gegeben. In klar strukturierter Form und zeitlich gegliedert kann der Betroffene in diesem Tagebuch Einträge vornehmen, die seinem Energiehaushalt entsprechen und ihn nicht überfordern. So wird die Gefahr eines Ausfalls – Crashs - bedeutend geschmälert.

Außerdem stehen auf der Plattform www.health4future.com Meditationen, Yoga-Videos zur körperlichen Reaktivierung oder Hintergrund-Informationen zu Behandlungsmethoden, etwa der Schlafhygiene, bereit. Diese Angebote sind kostenfrei, für den Health-Compass oder das Tagebuch etwa wird eine Bearbeitungsgebühr erhoben.   

„Wir wissen nicht, was wir nicht wissen, darum ist die offene und vertrauensvolle Erhebung umfangreicher Daten so wichtig für neue Erkenntnisse und den Umgang mit den neuen Erkrankungen. Wir möchten bei der Genesung helfen“, so Dr. Poetis über ihr Engagement und das Projekt.

Dr. Philomena Poetis ist Gründerin und Geschäftsführerin von Health4Future und erarbeitet im Familienunternehmen digitale medizinische Projekte. Sie ist Wissenschaftlerin und promoviert an der LMU

 

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Apropos ... Grenzen zwischen dir und mir!01 Nov 202300:29:39

Das tägliche Miteinander ist eine Gratwanderung. Habe ich bei meinem Gegenüber den Bogen überspannt oder umgekehrt: habe ich eine verbale Verletzung erfahren? Grenzen zu erkennen und sie zu ziehen, verhilft uns zu einem respektvollen Umgang und Austausch auf Augenhöhe. Der Psychotherapeut und Bewusstseinsforscher Dr. Klaus Blaser erläutert in dieser Folge, wie eine friedvolle Kommunikation gelingen kann, indem er sein zwischenmenschliches Grenzmodell und die Besonderheit unseres psychischen Innenraums skizziert. Sein Fazit: Pflege und schütze deinen inneren Garten und respektiere den psychischen Innenraum deines Gegenübers.  

Grenzen zwischen Mein und Dein

Beziehungen prägen das Leben. Beziehungen leben heißt, das Leben leben. Wir haben Beziehungen, die dauern fast ein ganzes Leben – Eltern, Kinder, Bruder, Schwester, Cousin. Andere dauern meist viele Jahre: Ehe, Partnerschaft, Freundschaften. Manche Beziehungen sind flüchtig, sind zufällige Begegnungen, kurze Affären, Kundenkontakte. Mit der „Analogie des Inneren Gartens“ hat Dr. Klaus Blaser eine neue Sprache entwickelt, mit der interpersonelle Grenzdynamiken sichtbar und sagbar gemacht werden können. Dabei beschreibt er die Grenzen zwischen Mein und Dein, definiert und schildert die trennende Linie zwischen meinem Inneren und meine Umwelt und wie wir unerwünschten Grenzüberschreitungen vorbeugen können. „Sobald wir uns unserer Grenzen bewusstwerden, werden sich unsere Beziehungen in einem positiven Sinn ändern“, weiß er.

Im Inneren Garten dürfen wir König sein

Achtsamkeit hilft uns dabei, die eigene und die Grenze des anderen genauer zu spüren. Dr. Klaus Blaser geht der Frage nach, wie es uns gelingen kann, mit Achtsamkeit eine freudvolle Beziehung zu gestalten. Die eigenen Grenzen zu stärken, sich im Moment und ohne Absicht zu begegnen, den anderen zu achten und zu ehren sind Verhaltenswege zu einer friedvollen Kommunikation. Dabei hilft der Blick in unseren inneren Garten, in dem ein Teil der Beziehung gelebt wird. In diesem psychischen Innenraum finden Austausch, Neuordnung, Entfaltung und Wachstum statt, die für unser Wohlbefinden und unsere Entwicklung entscheidend sind. Er gibt Gefühlen und Erfahrungen Raum, lässt Bilder sichtbar und Aufgaben spürbar werden. Ansichten bekommen einen Standort. Im Reich unserer Gefühle, im Land unserer gemachten Erfahrungen dürfen wir König sein.

Dr. Klaus Blaser erläutert ein Kommunikationsmodell, in welchem der unbewusste zwischenmenschliche Austausch zum bewussten Auswechseln von Bildern, Erfahrungen, Gefühlen und Ansichten wird. Mit ihm geht es auf eine Entdeckungsreise, bei der wir Achtsamkeit üben, unseren Blick nach innen verfeinern und ein freudvolles Miteinander erlernen können. Dabei führt sein Blick auch auf die transzendente Ebene. Achtsamkeit führt zur Liebe. Da ist sich der Bewusstseinsforscher sicher.

Dr. Klaus Blaser ist Psychiater, Psychotherapeut und Bewusstseinsforscher. Neben seiner Arbeit in der eigenen psychiatrisch-psychotherapeutischen Praxis Dr. med. Nick Blaser (blasernick.ch) in Basel gründete er die „School for Boundary Awareness“ (STARTSEITE – Horizologie) leitet Seminare im deutschsprachigen Raum.

Buchtipp: „So bin ich – und du bist anders. Achtsam Grenzen setzen in Partnerschaft, Familie und Beruf“, Klett Cotta-Verlag 2023

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Apropos ... stark durch Krisen!18 Oct 202300:42:55

Resilienz – das Zauberwort dieser Tage, wollen wir in dieser Folge einmal mehr aufgreifen, eben weil es für unsere Psychohygiene von so großer Bedeutung ist und es so viele Aspekte um das Thema gibt, wie wir unsere Widerstandskraft stärken können. Dr. Johanna Gerngroß ist Notfall- und Traumapsychologin und kennt sich mit der Krisenintervention aus. In dieser Folge geht es darum, wie wir akute Krisen in den Griff bekommen können mit der Option, danach den eigentlichen Prozess der Veränderung anzugehen.

Wege aus der Krise

Was tun in einer akuten Krise? Wie verhalte ich mich als Betroffener, wie als Helfender? Was verbirgt sich hinter dem Helfersyndrom und was eigentlich ist eine psychosoziale Krise? Erleben wir Schlimmes, etwas, was uns verletzt oder mit dem wir überfordert sind, lassen und überbordende Gefühle in Schockstarre verharren. Johanne Gerngroß beleuchtet in dieser Folge zentrale Techniken der Gesprächsführung und Tools, wie wir Emotionen steuern können. Sie erläutert den Unterscheid zwischen Krise und Trauma und dass das Bauchgefühl kein schlechtes ist. Das Helfen selbst, andere Menschen in Krisen zu unterstützen, zu begleiten und zu beraten, ist anstrengend und zugleich auch immer ein zweischneidiges Schwert, da es zu einem Gefälle kommt zwischen der Person, die hilft, und der Person, die Hilfe braucht. Es wird aufgezeigt, wie man mit Gefühlsansteckung, persönlichen Betroffenheiten und eigener Hilflosigkeit zurechtkommt, man einer sekundären Traumatisierung vorbeugen und selbst Hoffnung und Zuversicht aufrechterhalten kann.

Krise als Chance zur Veränderung

Wie kommuniziere ich mit jemandem, der gerade eine Krise durchlebt? Ein wichtiges Tool in der Gesprächsführung ist das „Motivational Interviewing“. Als Notfallpsychologin weiß Johanna Gerngroß um die extremen Momente zwischen Leben und Tod und auch, dass sich Helfen gut anfühlt. Leider kann es auch übertrieben werden. Darum rückt sie auch den Aspekt des Helfersyndroms in den Fokus und wie man dieses im Zaum halten kann. Krise als Chance zur Veränderung: Hat man eine Krise akzeptiert und emotional in den Griff bekommen, geht es an die eigentliche Aufgabe. Es geht darum, Grundannahmen zu überprüfen und sein Leben neu aufzustellen. Johanna Gerngroß nennt acht Wege aus der Krise. Dazu zählen die Akzeptanz, den Kopf einzuschalten und aktiv zu werden, neue Wege auszuprobieren, sich Gleichgesinnte zu suchen, das soziale Netzwerk und positive Gedanken zu nutzen.

Dr. Johanna Gerngroß lehrt an der Sigmund Freud Privat Universität in Wien Notfall- und Traumapsychologie, Traumapädagogik und Suizidprävention. Außerdem beschäftigt sie sich wissenschaftlich mit Krisenintervention und psychologischen Krisenmanagement. Zu ihrer psychologischen Praxis geht es hier: https://www.dr-gerngross.at/

Buchtipp: „Stark durch krisenhafte Zeiten: Resilienz fördern bei sich selbst und anderen“, Schattauer-Verlag 2023

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Apropos ... Tod!04 Oct 202300:56:38

„Mutig, lebendig und humorvoll leben und zugleich stets „abflugbereit“ sein! – Mit diesem Moto beginnt Rüdiger Standhardt sein Buch „Die Kunst, den Tod ins Leben einzuladen“.

Der Diplom-Pädagoge und zertifizierte MBSR-Trainer schriebt weiter: „Während viele Menschen eine Hochzeit bereits ein Jahr im Voraus planen, sind Überlegungen zum eigenen Sterben sowie eine Planung der eigenen Abschlussfeier meistens nicht üblich. Obwohl es nur zwei Gewissheiten im Leben gibt – wir werden alle sterben, und wir wissen nicht wann – vermeiden viele Menschen zeitlebens das immer noch tabuisierte Thema Sterben und Tod und empfinden eine Scheu, sich mit der eigenen Endlichkeit zu beschäftigen. Und so ist es nicht verwunderlich, dass nur wenige Menschen in umfassender Weise geklärt haben, was nach ihrem Tod geschehen soll. Nur 30 Prozent der Deutschen haben eine Verfügung für den Todesfall getroffen, und noch weniger Menschen haben ihre letzten Wünsche verschriftlicht. Diejenigen jedoch, die sich mit Mut und Entschlossenheit dieser Aufgabe zugewandt haben, berichten davon, dass sie intensiver, freudiger und entspannter leben, weil die letzten Dinge geregelt sind. Albert Schweitzer hat das so formuliert: Wenn wir in Gedanken mit dem Tode vertraut sind, nehmen wir jede Woche, jeden Tag als ein Geschenk an, und erst wenn man sich das Leben so stückweise schenken lässt, wird es kostbar.“

Er hat festgestellt: Viele Menschen funktionieren nur und haben Angst vor dem Leben. Also leben sie lieber ein  „ganz normales“ Leben: Sicherheitsorientiert, mittelmäßig, mit wenig Glanz in den Augen, gefangen in der Trance der Unbewusstheit. Sie leben „den Schrecken des halb gelebten Lebens!“, bringt er es auf den Punkt.

Seine Empfehlung: Geh auf einen Friedhof und frage Dich: „Lebe ich gerade jetzt so, dass ich Ende der Woche sterben könnte?“

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Rüdiger Standhardt, geboren 1962 in Bonn, ist Dipl.-Pädagoge und hat evangelischen Theologie studiert. Seit 1988 ist er selbstständig tätig in der Erwachsenbildung. Von 1990 bis 2016 Institutsleiter des Gießener Forum - Ausbildungsinstitut für achtsamkeitsbasierte Verfahren. Seit 2017 Institutsleiter des Forum Achtsamkeit - Institut für Ausbildung, Training und Coaching. Er ist Ausbilder für achtsamkeitsbasierte Verfahren (MBSR, TAA), Trainer für Persönlichkeitsentwicklung, Business Coach, und Initiator der jährlichen Fachtagung Achtsamkeit am Arbeitsplatz.

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Buchtipp: Rüdiger Standhardt: Die Kunst, den Tod ins Leben einzuladen, Klett-Cotta 2023.

Linktipp: Abschiedskultur, die lebt – Willkommen bei Bohana

 

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Apropos ... psychoaktive Massage!20 Sep 202300:35:50

Berührungen gehen unter die Haut. Sie lassen uns gut fühlen. Und das unabhängig von der Körpernähe eines anderen. Auch gezielte Berührungen wie im therapeutischen Kontext können in uns Emotionen auslösen. Gabriele Mariell Kiebgis ist Massage- und Körpertherapeutin und praktiziert die Psychoaktive Massage, die uns positiv beeinflussen und das Empfinden von Gefühlen neu beleben kann. Sie sagt: Diese Form der Massage ist psychotherapeutisch wirksam. Wie das funktioniert, erläutert sie in dieser Folge von Apropos Psychologie.

Der Körperpanzer blockiert uns

Ist das, was wir tun auch wirklich gut für uns? Ist es wirklich das Richtige für uns? Mit der Zeit bauen wir Menschen einen Körperpanzer auf, eine “persönliche Schale“, die uns daran hindert zu dem vorzudringen, was wir uns wirklich wünschen. Wie spüren nicht, ob der Beruf, den wir auswählen, die Beziehungen, die wir eingehen oder unsere allgemeine Lebensführung auch mit unserem Wesen verbunden sind. Gehaltene, unterdrückte oder kontrollierte Gefühle machen sich im Laufe des Lebens als organische oder seelische Störungen bemerkbar. Dazu gehören Rücken- oder Gelenkschmerzen, Unter- oder Übergewicht, Muskelverhärtungen, Schlafstörungen, Beziehungsstörungen, das Gefühl psychischer Überlastung bis hin zu Burn-out, Depression oder anderen psychischen Erkrankungen. Auch wenn unsere Balance von Körper und Psyche aus dem Lot ist, so schlummert unser eigentliches Potential immer noch in uns. Eine behutsame und sanfte Berührungstherapie kann dies freisetzen. Sie ermöglicht es, durch den Körperpanzer hindurch Gefühle wieder zu beleben, sodass der Mensch sie neu empfinden und seinem eigentlichen Wesen begegnen kann. Die Psychoaktive Massage unterstützt den Prozess, hin zu einem emotional freien und authentischen Leben.   

PAM als Bestandteil der ganzheitlichen Gesundheitsmedizin

Die Massagetechnik, die Gabriele Mariell Kiebgis vorstellt, blickt auf eine Entwicklungs- und Praxiszeit von mehr als dreißig Jahren zurück und gilt als wissenschaftlich begründete Methode. Die Psychoaktive Massage, kurz PAM GMK®, geht weit über die Grundelemente von Technik und Ausführung hinaus. Ihre Wirksamkeit wird durch Erkenntnisse aus der neurobiologischen und psychoneuroimmunologischen Forschung untermauert. In dieser Podcast-Folge geht es um Berührungsmethoden, um körpertherapeutische Grundlagen, unser Körper- und Leibgedächtnis, die Körperhaltung, die Körperordnung und das Gewohnheitsprinzip. Es geht um die emotionale Anatomie und einen achtsamen Kontakt zwischen Klientin und Therapeutin. Außerdem wirft Mariell Gabriele Kiebgis einen Blick auf den aktuellen Stand der Forschung zur Psychoaktiven Massage als eine Methode innerhalb der ganzheitlichen Gesundheitsmedizin.  

Gabriele Mariell Kiebgis ist Massage- und Körpertherapeutin. Sie praktiziert neben der Psychoaktiven Massage auch die psychodynamische Körper- & Energiearbeit, biodynamische Psychologie sowie Gestalt- und Körpertherapie. Hier geht's zu Ihrer Praxis: Körpertherapie am Bodensee - Gabriele Mariell Kiebgis (koerpertherapie-am-bodensee.de)

Buchtipp:Lehrbuch über die Psychoaktive Massage (PAM) - Berührung als integrativ-komplementäre Therapie“, Schattauer-Verlag 2023

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Apropos …. Superkräfte!06 Sep 202300:37:20

Superwoman, Superman, Superpeople: Klingt vermessen, ist aber so. In uns allen stecken sechs Superkräfte, die uns den Weg zu unserem ganz persönlichen Lebensglück verhelfen. Wir müssen sie nur nutzen, sagt die Psychotherapeutin für Verhaltenstherapie und Supervisorin Dr. Nathali Klingen. Sie erläutert, wie es funktioniert, dass wir unsere Superkräfte erkennen, mit ihnen üben und für uns nutzen können.

Superkräfte schlummern in uns

Schlüsselwörter bei der Benennung unserer sechs Superkräfte sind Achtsamkeit, Defusion, Akzeptanz, das Beobachter-Selbst, Wertekompetenz und Entschlossenes Handeln. Nathali Klingen geht es nicht um den Anspruch einer Selbstoptimierung, sondern vielmehr darum, sich den ganz persönlichen Lebenswünschen bewusst zu werden und sie mit Hilfe der ACT, der Akzeptanz -und Commitment-Therapie, wahr werden zu lassen. Sie ist sich sicher: es funktioniert.

ACT als wirksame Methode zum Leben

Nathali Klingen ist erfahrene ACT-Therapeutin. Sie nennt mentale Impulse, die uns helfen, das zu erkennen, was wir wirklich möchten. Dabei sind die Superkräfte nichts anderes als ein Veränderungsprozess hin zu psychischer Flexibilität. Die brauchen wir, um unsere Superkräfte richtig nutzen zu können. Die Wirksamkeit der ACT und ihrer so genannten Kernprozesse, nämlich der Superkräfte, ist belegt. Sie hilft uns, uns unserem Leben auf eine nicht bewertende Art und Weise zuzuwenden und führt dabei auch an Stellen, die weh tun. Die ACT ist eine erlebnisorientierte Therapie mit praxisnahen Übungen. Sie kann bei verschiedensten Störungsbildern wie Burnout, Depressionen, Angst- und Zwangsstörungen angewandt werden. Ziel ist es, die Dinge zu erkennen, die für unser ganz eigenes Leben eine echte Bedeutung haben. Die sechs Superkräfte eröffnen uns mehr Handlungsspielraum hin zu mehr Offenheit, Gelassenheit, Freude und Lebendigkeit  - kurz: mehr Lebensqualität.

Dr. Nathali Klingen ist Psychotherapeutin mit Schwerpunkt Verhaltenstherapie, Lehrtherapeutin, Supervisorin, Journalistin und Autorin. Gemeinsam mit Kolleg:innen führt sie die Fachpraxen für Depressionen, Angst und Burnout in München-Schwabing, in denen sie als Psychotherapeutin arbeitet.

Buchtipp: Nathali Klingen: „Sechs Superkräfte für Ihr Leben – Wohlbefinden kann man lernen“, Klett Cotta-Verlag 2023

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Apropos ... schwierige Mütter!23 Aug 202300:37:23

Sie ist so selbstverständlich wie das Amen in der Kirche. Meint man. Die Liebe zur Mutter. Aber manchmal kann sie schwierig sein, wenn nämlich die Mutter das Problem ist. Nicht verarbeitete Traumata, tiefsitzende, nicht stimmige Glaubenssätze und negative Stimmungen werden auf das Kind übertragen, das ständig Schuldgefühle gegenüber der Mutter hat, weil es ihr nicht gut geht. Wie da rauskommen? Wie eine innige Beziehung zur Mutter, zum Kind aufbauen? Wie eine neue Position einnehmen? Dr. Waltraut Barnowski-Geiser ist Supervisorin und Psychotherapeutin insbesondere für Sucht- und Kindheitsbelastung und stellt sich diesen Fragen in unserer heutigen Folge.

Auf den Tanz mit dem Leben einlassen

Das Thema Mutter-Kind ist immer noch ein Tabu-Thema. Denn eigentlich soll ja alles fluppen. Jeder möchte ein wohl geratenes Kind in die Welt setzen, das selbstständig und souverän durchs Leben geht. Doch oft erschweren Mütter diesen Weg, die gefangen sind in sich selbst, in einer Krankheit, in einer Belastung, in einem Trauma oder einem sie überfordernden Erziehungs-Kodex, wie er jungen Eltern impliziert wird.

Für beide Seiten – für Mütter und Kinder - gibt es eine Lösung. Waltraut Barnowski-Geiser hat sie in ihrem AWOKADO-Programm zusammengefasst. Die Buchstaben stehen für Achtsamkeit, die Würdigung, Orientierung, Klarheit, Anklang, Deckung und Offenheit. Gelingen kann die „Paar“-Beziehung, wenn sich achtsames Zuhören, ein echtes Interesse am Leben des Kindes, Vertrauen und Wertschätzung entwickeln, wenn das Kind lernt sich selbst wahrzunehmen und zu würdigen und für sich eine innere Heimat findet. Das geht auch mit Musik.

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Dr. sc. mus Waltraut Barnowski-Geiser hat im Rheinland unter den Fördertürmen das Licht der Welt erblickt, in Bonn auf Lehramt studiert und das 1. und 2. Staatsexamen für Deutsch und Musik gemacht. 2009 promovierte sie in Musiktherapie am Institut für Musiktherapie/Hochschule für Musik und Theater der Universität Hamburg. Ihr Forschungsschwerpunkt ist die Leiborientierte Musiktherapie bei familiärer Suchtbelastung. Das Lehren ist ihre Sache: Waltraut Barnowski-Geiser war als Lehrbeauftragte an Hochschulen, in Lehrerfortbildungen und therapeutischen Ausbildungsgängen, als Lehrerin, Beratungslehrerin und Musiktherapeutin tätig. Und bekam drei Kinder. Aktuell ist sie Lehrtherapeutin am Fritz-Perls-Instituts/Europäische Akademie für Gesundheit und hat eine Heilerlaubnis als Heilpraktikerin für Psychotherapie. Sie führt eine eigene Praxis in Erkelenz und ist Autorin für den Klett-Cotta-Verlag.

Buchtipp: „Meine schwierige Mutter - Das Buch für erwachsene Töchter und Söhne“

Zum Blog von Dr .Waltraut Barnowski-Geiser: https://barnowski-geiser.de/index.php/category/blog/

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Apropos ... Kindheit mit Gewaltfreier Kommunikation!09 Aug 202300:24:39

Keine Schimpfwörter am Esstisch, nie Streit und immer nur ein harmonisches Miteinander? Geht das? Lea Sikor ist mit der der Gewaltfreien Kommunikation nach Marshall Rosenberg groß geworden. Wie, das erzählt sie in dieser neuen Folge von „Apropos Psychologie“.

Kommunikation ist Empathie

Natürlich hat der gute Umgangston auch etwas mit Sprache zu tun, aber in erster Linie mit Haltung. Eine gute Kommunikation gelingt, wenn man Empathie für sein Gegenüber und sich selbst entwickelt – sagt die 24-Jährige, die sich selbst vorstellen kann, in der GfK zu lehren. Gemeinsam an der Aufgabe gewachsen sind sie und ihre Eltern. Sie haben gelernt, Verständnis für den anderen zu haben und zu zeigen und nicht immer gleich vorwurfsvoll zurückzufeinden. Wie hat sie als GfK-Kind die Schule erlebt? Wie das Zuhause? Mit ihrer Kommunikation auf Augenhöhe ist sie bei noch Hierarchie gewohnten Lehrern nicht immer auf Verständnis gestoßen. Und zuhause ist auch das ein oder andere böse Wort gefallen. Immer aber galt die Marschroute: Verständnis für den anderen haben und ihn ernst nehmen.

 Haltung wichtiger als Sprache

Lea Sikor gewährt Einblicke in ihr Leben und die GfK als ein Handlungskonzept, das mehr beinhaltet als die Verwendung von Worten. Verinnerlicht werden dabei vier Schritte: Das Beobachten der Situation. Die Wahrnehmung der Gefühle. Dem Blick nach den Bedürfnissen und das Formulieren einer Bitte. GfK ist Übungssache. Sie gelingt, wenn Kommunikation nicht als Angriff gesehen wird, sondern als ein empathischer Austausch, in dem sich jeder seiner eigenen Verantwortung bewusst ist. Und ja, bezogen auf das Erlernen dieser „neuen Sprache“ gibt es sogar Gefühle- und Bedürfnislisten, die den Wortschatz um Synonyme erweitern. Lea Sikor ist sich sicher: Die GfK ist eine Bereicherung im Leben, denn sie ist eine Möglichkeit, mit sich und anderen in eine wertschätzende Verbindung zu kommen. Und letztendlich auch ein Mittel für ein friedvolles Miteinander. 

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Lea Sikor wurde von ihren Eltern Marianne Sikor und Markus Fischer nach den Prinzipien der GfK erzogen. Sie studiert in Göttingen Kommunikationspsychologie und möchte auch für sich die GfK beruflich weiterverfolgen. Sie ist als Autorin für den Junfermann-Verlag tätig.

 Buchtipp: „Geliebt ins Leben – Aufgewachsen mit GfK. Ein Mutmachbuch für Eltern“.

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Apropos ... Bilder im Kopf!26 Jul 202300:28:10

Bilder wirken. Immer. Auch wenn nicht über sie gesprochen wird. Birgitta Schuler erzählt heute von der Kraft der Bilder in ihrer Beratungsarbeit und wie Metaphern einen Veränderungsprozess in besonderer Weise fördern können. Für die systemische Arbeit ist die Sprache tolles, bewegliches Medium, um gewünschte Prozesse zu initiieren, sagt die Literaturwissenschaftlerin und Mediatorin.

Mit Sprache Veränderungen bewirken

Mit Sprache können wir die Perspektive wechseln und unsere (innere) Haltung verändern. Sie bringt außerdem eine spielerische Komponente in den Beratungsprozess, der so einfacher und gelöster wird. Als Literaturwissenschaftlerin hat die Sprache für sie einen besonderen Stellenwert. Sie ermöglicht Dialog, Reflexion und Erkenntnis. In ihrem Arbeitsalltag nutzt sie sie als kreatives Instrument der Potenzialentwicklung, denn „Sprache gestaltet Wirklichkeit“.

Negative Bilder überschreiben

Mit dem metaphernsensiblen Coaching können negative Bilder in unserem Kopf überschrieben werden. Ihre Aufgabe ist es, diese Bilder bei ihren KlientInnen herauszuhören und in den Beratungsprozess zielführend einzubringen. „Den Kopf unterm Arms tragen“, „sich frei schwimmen“: Wichtig ist, dass die Metaphern von den KlientInnen selbst kommen. Birgitta Schuler nennt ganz konkrete Beispiele, wie die Arbeit mit zielführenden Metaphern Veränderungsprozesse erleichtern können. Das ist auch mit viel Reflexionsarbeit verbunden. Und hat neuronale Auswirkungen. Mit immer neuen Erfahrungen und Gedanken werden die Trampelfade in unserem Gehirn zu Autobahnen (Gerald Hüther). Je öfter wir etwas denken, desto schneller spult unser Gehirn etwas ab. Aber wir haben Einfluss darauf, welchen Trampfelpfad wir zur Autobahn machen – und das geht sehr gut mit Metaphern. Ob bei Prüfungsangst oder Karriere-Krise, im Einzel- oder Teamcoaching: Zielführende Metaphern erleichtern es uns, unsere Ziele zu erreichen. 

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Birgitta Schuler ist Literaturwissenschaftlerin und Theologin, Lehrbeauftragte für Supervision, Coach und Mediatorin. Sie hat in Rodenkirchen bei Köln ihre Praxis und ist Autorin für den Junfermann-Verlag. Sie glaubt daran, dass Menschen Gestalter ihres Lebens sein wollen, Voller Begeisterung arbeitet sie für Menschen, die Entwicklung ermöglichen wollen, indem sie anschauen, was ist, um zu verwirklichen, was werden kann.

Buchtipp: „Bilder bewegen – Coaching mit Metaphern“.

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Apropos ... Alltagsängste!12 Jul 202300:54:32

Wer Angst hat, ist lebendig!

Aufregung? Lampenfieber? Spinnenphobie? Panikattacken? Lebensangst? Wo fängt Angst an? Ist sie messbar oder rein subjektiv? Hindert sie mich an meinem „wahren Leben“ oder hilft sie mir sogar, es zu meistern? Über unsere manchmal gar nicht so alltäglichen Ängste und vor allem darüber, wie wir sie überwinden können, geht es heute im Gespräch mit dem Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie Pablo T. Hagemeyer.

In einem Buch „Endlich klarkommen mit deiner Angst!“ geht er das Thema auf eine praxisnahe und versöhnliche Art an. Anstatt Ängste unversöhnlich zu behandeln, wie es oft zu Pandemiezeiten vorkam - möchte er auf die Bedürfnisse anderer eingehen und ihnen mit Respekt begegnen. Die meisten Ängste, so stellt er fest, sind versteckt sind, z.B. die Angst vor Ablehnung oder die Angst, sich selbstbewusst zu äußern.

Auslöser für Angst ist dabei immer Stress. Wenn das Gehirn unter Stress steht, fällt es den meisten Menschen schwer, lösungsorientiert zu denken, ohne zu bemerken, dass es sich dabei um Angst handelt. Sind also auch Aufregung und Lampenfieber bereits Ängste? Pablo Hagemeyer sieht einen fließenden Übergang und ermutigt dazu, an der kognitiven Herangehensweise zu arbeiten, um Ängste als anregende Erscheinungen im Leben umzudeuten. Dabei ist der Kontext, in dem Ängste auftreten, entscheidend: Eine Angst vor weiten Flächen mag in Tibet sinnvoll sein, jedoch weniger in einer Großstadt.

Egal wo sie auftritt und wovor: Angst beeinflusst unser Leben – im Positiven wie im Negativen. Wie wir unsere Ängste überwinden können, warum Storytelling in der Therapie so wichtig ist und was antike Motiv der Heldenreise damit zu tun hat, erklärt uns Pablo Hagemeyer heute im Podcast.

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Dr. med. Thomas Pablo Hagemeyer, 1970 in Bonn geboren, ist Arzt, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie und in eigener Praxis in Weilheim niedergelassen. Seine Spezialgebiete sind Angststörungen und Narzissmus. Mit seinem Buch „Gestatten, ich bin ein Arschloch“ wurde er zum Spiegel-Bestseller-Autor.
Er hat die Texte zur Hörfreund-CD-Reihe entworfen, die verschiedene hypnotherapeutische Fantasiereisen zur Entspannung umfasst, gelesen von Schauspieler Hans Sigl (www.hoerfreund.com).

Auf www.sinnsucher.de ist Dr. Pablo Hagemeyer Experte für die Überwindung von Angst.

Sein jüngstes Buch zu diesem Thema heißt: Endlich klarkommen mit deiner Angst | Junfermann Verlag

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Apropos ... authentisch leben!28 Jun 202300:36:39

Zufriedenheit braucht Zeit!

Was bedeutet es eigentlich, authentisch zu sein? Und was brauchen wir wirklich, um zufrieden zu sein?

Der Psychoanalytiker Dieter Adler hat nach 30 Jahren in seinem Beruf die Erkenntnis gewonnen: Wir brauchen ganz wenig, um zufrieden zu sein. Es geht vor allem darum, unsere Persönlichkeit zu entwickeln und soziale Beziehungen zu pflegen. Doch dafür brauchen wir Zeit. Zufriedenheit ist kein schnell erreichbares Ziel, sondern ein Prozess, der Zeit und Hingabe erfordert. Dafür hat jede/r sein eigenes Tempo.

Im Leben gibt es nur zwei Bereiche, in denen wir Entscheidungen treffen und Fehler machen können: im Beruf und in der Partnerschaft bzw. Familie. Im Leben gibt es nur zwei Bereiche, wo wir Entscheidungen treffen, und Fehler machen können: erstens im Beruf, zweitens im Bereich Partnerschaft und Familie. Menschen, bei denen beides gut funktioniert, sieht er in seiner Praxis nie. Es ist wichtig, in diesen Bereichen unsere Entscheidungen bewusst zu treffen und aus Fehlern zu lernen.

Unser Innenleben ist dynamisch, es verändert sich ständig. Es ist daher am besten, unserem inneren Weg zu folgen und uns nicht in starre Vorstellungen und Konventionen einzuschränken. Wir sollten unseren eigenen Weg finden und ihn mit Leidenschaft verfolgen. Dabei spielen Sinnlichkeit und Genuss eine zentrale Rolle. Nimm dir beispielsweise die Zeit, um auf einer Landstraße durch Frankreich zu fahren und das Ziel langsam zu erreichen. Dabei geht es nicht nur darum, von A nach B zu gelangen, sondern auch darum, die Reise selbst zu genießen und in uns selbst anzukommen, wie Antoine de Saint-Exupéry es so treffend sagte.

Und längst ist uns eigentlich klar: Geld allein macht nicht glücklich. Ja, Besitz kann uns zufrieden machen, aber je mehr Besitz wir haben, desto größer wird auch die Angst, ihn zu verlieren. Manchmal wird Besitz zu einer Ersatzbefriedigung für das Einkaufen, das Auspacken oder das oberflächliche Gespräch mit der Verkäuferin. Es ist wichtig, bewusst mit Besitz umzugehen und sich nicht von ihm abhängig zu machen.

Am Ende des Tages passt der Sinn des Lebens auf dreieinhalb Seiten. Es geht darum, authentisch zu sein, unsere Persönlichkeit zu entwickeln, Beziehungen zu pflegen, unseren eigenen Weg zu finden, Sinnlichkeit zu erleben und bewusst mit Besitz umzugehen. Das klingt vielleicht nach wenig, aber es sind die grundlegenden Dinge, die uns wirklich erfüllen können.

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Dieter Adler ist Diplom-Sozialarbeiter und Diplom-Psychologe. Er hat eine Ausbildung zum Psychoanalytiker bei der Deutschen Psychoanalytischen Vereinigung (DPV) absolviert, ist Mitglied der DPV und der Internationalen Psychoanalytischen Vereinigung (IPA).
Seit 30 Jahren ist er in eigener Praxis in Bonn (Psychoanalytische Praxis Adler (praxis-adler.de)) als Psychotherapeut, Psychoanalytiker, Gruppenanalytiker, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut mit Approbation und Kassenzulassung tätig. 

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„Was wir wirklich bauchen. Erfahrungen eines Psychoanalytikers“ ist der Titel eines Buchs, das Dieter Adler bei Klett-Cotta veröffentlicht hat¨ Klett-Cotta :: Was wir wirklich brauchen - Dieter Adler.  

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Apropos ... Wertschätzung!14 Jun 202300:40:00

„Wie redest du eigentlich mit mir?!“

Was als Frage formuliert ist, entpuppt sich schnell als empörte Schuldzuweisung und Vorwurf. Wir fühlen uns angegriffen und nicht wertgeschätzt. Wertschätzung aber ist essenziell für gelingende Beziehungen in allen Bereichen unseres Lebens. Sie kann Kommunikationsbarrieren zwischen verschiedenen Kulturen und Nationalitäten abbauen helfen und ist Grundvoraussetzung für eine demokratische Kultur und Politik.

Gottfried Orth, Theologe und Trainer für Gewaltfreie Kommunikation, erklärt weshalb Wertschätzung nur möglich ist, wenn wir die Bedürfnisse unseres Gegenübers wahrnehmen und in der Lage sind, unsere eigenen auszudrücken.

Gleiche Bedürfnisse, aber unterschiedliche Strategien, sie zu erfüllen

Die Gewaltfreie Kommunikation unterscheidet neun universelle Grundbedürfnisse, die auf der ganzen Welt allen Menschen gemeinsam sind:

  1.     Selbsterhaltung

  2.     Sicherheit

  3.     Empathie

  4.     Geborgenheit und Zugehörigkeit

  5.     Erholung und Spaß

  6.     Autonomie

  7.     Sinn und Würde

  8.     Feiern

  9.     Spiritualität

Die Strategien, sich diese Bedürfnisse zu erfüllen, sind dagegen unterschiedlich. Welche gibt es also? Gibt es gute und weniger geeignete? Darüber will ich heute mehr wissen.

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Prof. Dr. Gottfried Orth ist emeritierter Professor für Evangelische Theologie und Religionspädagogik. Zuletzt lehrte er an der TU Braunschweig. Er ist Mitglied im Team des ORCA-Instituts für Konfliktmanagement und Training und Leiter des Projektes Gewaltfreie Kommunikation – Theologie, Religionspädagogik, Schule.

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Wenn dir das Gespräch Lust gemacht habt, mehr über die wertschätzende Art der Kommunikation gemacht hat, wirst du in diesen Büchern von Gottfried Orth fündig:

„Wertschätzung leben“

„Gewaltfreie Kommunikation in der Schule“

„Miteinander reden, einander verstehen“

„Gewaltfreie Kommunikation in Kirchen und Gemeinden“

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Apropos ... Messie!31 May 202300:37:39

Sammelleidenschaft oder Messie-Syndrom?

Wann wir aus der Sammelleidenschaft eine Krankheit? Wie wird ein Mensch zum Messie und damit krank und warum? Gesunde Menschen haben Kriterien, wonach sie Dinge, die sie schon lange nicht mehr benutzen wegwerfen, oder Dinge, die ihnen heute nicht mehr gefallen, aussortieren. Ein Messie hat den unwiderstehlichen Drang, Dinge zu sammeln und ist anschließend nicht fähig, sich wieder von Ihnen zu trennen. Das pathologische Horten wurde im Januar 2022 in den ICD-11 aufgenommen und bezeichnet eine zwangsverwandte psychische Störung. Man versteht darunter die „Anhäufung von Besitztümern durch übermäßigen Erwerb oder durch Schwierigkeiten, sich von Gegenständen zu trennen – unabhängig von deren tatsächlichem Wert“.

Veronika Schröter, Gründerin des Messie-Kompetenzzentrums in Stuttgart, betont, dass sich das pathologische Horten klar abgrenzen lässt gegenüber dem Vermüllungssyndrom und dem Verwahrleistungssyndrom.

Es liegt keine Sucht- oder Zwangserkrankung, sondern ein Wertbeimessungsstörung zugrunde, meist infolge eines Bindungstrauma. Den Erkrankten wurde es schon in früher Kindheit aberkannt, einen eigenen Willen zu und im Familiensystem einen Platz zu haben, also angenommen und wertvoll zu sein.

„Messies können ohne ihr Horten nicht stehen, atmen und leben!“, fasst Veronika Schröter es zusammen.

 

***

Veronika Schröter ist Messie-Expertin mit selbst entwickeltem Ansatz: Identitätsbildende integrative Messie-Therapie. Sie ist Heilpraktikerin für Psychotherapie und weitere therapeutische Ausbildungen und Mitarbeiterin am Psychologischen Institut der Universität Freiburg zur Erforschung des Messie-Syndroms. In dem von ihr gegründeten Messie-Kompetenzzentrum in Stuttgart bildet sie qualifizierte, zertifizierte Messie-Fachkräfte nach Veronika Schröter® aus.
Weitere Informationen zum Messie-Kompetenzzentrum findest du unter: https://messie-kompetenz-zentrum.de

Weitere Infos über Veronika Schröter und ihre Arbeit gibt es auf ihrer Webseite: www.veronika-schroeter.de

Hilfe zum Phänomen Messie durch die Messie Expertin Veronika Schröter (veronika-schroeter.de)

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Apropos ... Workout für die Seele!10 May 202300:31:48

Fühl dir deinen seelischen Puls

Immer getrieben & gehetzt? Zu viele Anforderungen, auf die du reagieren musst und keine Zeit, für das, was du wirklich magst im Leben? Hält dieser Eindruck länger an, kann aus einer steten diffusen Unzufriedenheit ein echtes seelisches Leiden werden. Es ist wichtig, keinen Dauerzustand aus einem seelischen Ungleichgewicht werden zu lassen. „Wir sollten uns öfter mal den „seelischen Puls“ fühlen“, rät Dr. Alice Romanus-Ludewig. Die Psychotherapeutin aus Hannover weiß, womit wir uns seelisch fit halten können. Ihr „Workout für die Seele“ richtet sie an dem AMOS-Prinzip aus. Es beschreibt die wichtigsten Faktoren, um Menschen resilienter zu machen:

·         Aktivität,

·         andere Menschen,

·         Optimismus und

·         Selbstakzeptanz.

Aktivität ist entscheidend dabei! Jeder kann selbst etwas unternehmen, damit es ihm besser geht, jeder kann wachsen und sich entwickeln. Statt täglich eine neue To-Do-Liste zu schreiben, stell dir eine „To-Enjoy-Liste“ zusammen mit Dingen, die du magst oder gerne tust: mal ein leckeres Stück Kuchen holen, einen Spaziergang im Wald unternehmen, Musik hören. Jeder kann (wieder) lernen, kleine Momente, die Freude machen, in den Alltag einzustreuen. „Wer das ausprobiert, wird merken, dass das echt guttut!“

Außerdem sind zwischenmenschliche Beziehungen extrem wichtig! Menschen sind für Menschen das beste Heilmittel Wer dann noch seinen Optimismus trainiert – ja, das ist machbar! – und sich in Selbstakzeptanz übt, ist auf dem besten Wege, sich wieder wohl in seiner Haut zu fühlen.

Im heutigen Podcast verrät Alice Romanus-Ludewig, welche Übungen dabei besonders gut helfen können.

 ***

Dr. Alice Romanus-Ludewig ist Ärztliche Psychotherapeutin in eigener Praxis in Hannover. In ihren Seminaren erfahren Therapeuten alles Wesentliche über Trauma, Traumatisierungsfolgen und Grundlagen von traumatherapeutischer Behandlung nach dem RebiT®-Ansatz. hre Webseite findest du hier: www.alice-romanus.de

 Wer mehr zum Thema wissen möchte; hier gibt’s Buchtipps:

Workout für die Seele
Traumabewältigen

Tiefer in die Traumatherapie und in den von Dr. Alice Romanus-Ludewig entwickelten RebiT®-Ansatz führt das Fachbuch Resilienz- und bindungsorientierte Traumatherapie RebiT

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Apropos ... Scannerpersönlichkeit!26 Apr 202300:39:38

Auf allen Hochzeiten gleichzeitig tanzen? Immer mehrere Eisen im Feuer? Ständig neue Ideen im Kopf? Es gibt Menschen, die scheinbar alles und ununterbrochen in sich aufsaugen. Sich mit Begeisterung in Neues stürzen und ungewöhnliche Ideen regelrecht feiern.

Scannerpersönlichkeiten nennt sie die amerikanische Autorin und Karrierecoach Barbara Sher diese Menschen und unterscheidet neun verschiedenen Typen. Es gibt Scanner:innen, die ständig auf der Suche nach neuen Erfahrungen und Abenteuern sind, die sog. Wanderer. Andere, wie die „Turbo-Wechsler:innen“ lieben die Abwechselung und den schnellen Wechsel neuer Herausforderungen.

Annette Bauer, die sich selbst als zyklische Scannerpersönlichkeit erkannt hat, erklärt neben den Vorzügen wie Wissbegierde und Neugierde auch die Schattenseiten: Sich zu entscheiden beispielsweise zwischen all den verlockenden beruflichen oder privaten Optionen. Am liebsten würden Scannertypen alles kennenlernen, alles ausprobieren, alles erleben. Oft nagen Selbstzweifel an ihnen, nicht selten verstärkt durch ihre Wirkung auf andere Menschen. Vielbegabte scheinen anderen oft rastlos, unbeständig und wechselhaft. Sie werden oft gesehen als Menschen, die sich nicht konzentrieren können oder wollen, ihre Arbeitsweise scheint chaotisch, sie bleiben scheinbar nicht am Ball und lassen Beständigkeit und Kontinuität vermissen.

Welche Vor- und Nachteile diese „Vielfalt im Kopf“ außerdem mit sich bringt, erzählt die in Köln lebende Coach Annette Bauer im heutigen Gespräch.

Annette Bauer ist Emotionscoach und seit über 20 Jahren in der Begleitung und Beratung von Menschen in der Seelsorge tätig. Sie beschäftigt sich seit einigen Jahren intensiv mit der Lehre der Achtsamkeit und arbeitet als Coach mit Vielbegabten. Mehr über sie liest du auf ihrer Webseite: Annette Bauer - Coaching & Training - MACHT FREI (annette-bauer.com)

Zum Thema dieser Podcastfolge empfehlen wir euch gern ihr Buch: Vielbegabt, Tausendsassa, Multitalent? Achtsame Selbstfürsorge für Scannerpersönlichkeiten, das auch als Hörbuch erschienen ist, sowie das englischsprachige Buch von Barbara Sher: "Refuse to Choose!: Use All of Your Interests, Passions, and Hobbies to Create the Life and Career of Your Dreams" (deutsch: "Ich könnte alles tun, wenn ich nur wüsste, was ich will").

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Apropos ... innerer Kritiker!12 Apr 202300:30:10

Lerne, das Leben schöner zu machen!

Frieden mit unserem inneren Kritiker schließen? Freundschaft schließen sogar? – Innere Kritik ist ein wichtiger Teil der persönlichen Entwicklung und des Wachstums. Es ist die Fähigkeit, sich selbst anhand eines objektiven Kriteriums zu beurteilen und zu reflektieren. Doch was, wenn die Erwartungen, die wir an uns stellen, unangemessen hoch sind? Was, wenn diese nicht unsere eigenen sind, sondern von der Gesellschaft an uns gestellt werden?

Wie kann es gelingen, die ewig selbstkritische Stimme mal ein wenig seltener oder leiser werden zu lassen? Boris Pigorsch, Psychotherapeut aus Duisburg, rät dazu, die überhöhten Ansprüche an sich selbst zu hinterfragen: Sind die Maßstäbe, die man an sich selbst stellt, wirklich realistisch? Ist die Erwartung, die wir an uns selbst stellen, überhaupt zu erfüllen mit den Kräften, die uns zur Verfügung stehen?

Wichtig ist, sich bewusst zu werden, ob der eigene Kritiker noch im Rahmen ist. Ein gutes Maß an Selbstkritik kann motivieren, hilft, Ziele zu erreichen und uns zu entwickeln. Besteht jedoch ein gewisser Leidensdruck, gilt es, Grenzen zu setzen, Nein zu sagen und Prioritäten zu setzen. Nicht alles muss heute, sofort und perfekt erledigt werden.

Der Hypnotherapeut empfiehlt eine einfache Übung: Stell dich morgens gleich nach dem Aufstehen einmal vor einen Spiegel und sage etwas Freundliches zu dir. Es müssen ja nicht gleich die berühmten drei Worte seine. Ein schlichtes „Das wird schon gut werden heute!“ oder „Du siehst gutgelaunt aus!“ reichen schon. Sein zusätzlicher Tipp: Schreib den Satz auf einen Post-it und klebe ihn an den Spiegel!

 

Boris Pigorsch ist Psychologischer Psychotherapeut (VT), Dozent und Supervisor in eigener Praxis in Duisburg. Er ist von der Milton Erickson Gesellschaft (M.E.G.) in klinischer Hypnose zertifiziert. Auf M.E.G.-Tagungen sowie in Seminaren, Vorträgen und Webinaren vermittelt er verhaltens- und hypnotherapeutische Strategien im Umgang mit dem inneren Kritiker.

Mehr über ihn erfährst du auf seiner Webseite: Boris Pigorsch, psychologischer Psychotherapeut (innerer-kritiker.de)

Im Mai 2023 erscheint sein 100-teiliges Kartenset „Freundschaft mit dem inneren Kritiker schließen“ mit zahlreichen Übungen und hilfreichen Impulsen zu diesem Thema.

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Apropos ... Liebe bei Hochbegabten!29 Mar 202300:36:21

Zu verkopft für die Liebe?

Hochbegabte Menschen haben oft besondere Herausforderungen zu bewältigen, wenn es darum geht, den Partner fürs Leben zu finden. Obwohl sie wegen ihrer grundsätzlich sehr intensiven Gefühle – positiven wie negativen – oft von tiefer Sehnsucht erfüllt sind, sind gerade sie es, die einsam inmitten von Menschen sind, erklärt Andrea Schwiebert. Seit vielen Jahren begibt sie sich mit Ihren meist vielseitig begabten oder hochbegabten Klient:innen auf Spurensuche in berufs- und Lebensfragen: Wo fühlen sie sich lebendig? Mit wem können sie erfüllt lieben und leben und sind mit sich selbst im Einklang?

Zur Gefühlsintensität von Hochbegabten kommen ihre hohen intellektuellen Fähigkeiten, die es einem anderen Menschen schwer machen können, mit ihrer Intelligenz und ihrem Wissen Schritt zu halten. Aus Sicht des/der Hochbegabten kann eine Beziehung, die intellektuell nicht auf Augenhöhe geführt werden kann, schnell langweilen. Die hohen Erwartungen, die sie intellektuell und im Gefühlsleben an sich selbst stellen, möchten sie gern auch von ihrem Partner oder ihrer Partnerin erfüllt wissen. Weil Hochbegabte oft auch unabhängig und freigeistig leben, haben viele von ihnen eine unstete Beziehungsbiografie.

Eine offene und ehrliche Kommunikation mit dem Partner sowie die Bereitschaft, Kompromisse einzugehen, können helfen, eine erfolgreiche Beziehung aufzubauen, weiß die Sozialtherapeutin und systemische Beraterin aus Münster.

Wie in ihrem Buch „Kluge Köpfe lieben anders“ ermutigt Andrea Schwiebert hochbegabte Menschen dazu, auch in der Liebe im Einklang mit sich selbst zu leben und individuelle Wege zu gelingender Kommunikation und zu mehr Verbundenheit mit sich selbst, mit anderen Menschen und mit dem Leben zu entdecken, die häufig außerhalb der Norm zu finden sind.

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Andrea Schwiebert hat sich seit vielen Jahren auf die Beratung und Begleitung hochbegabter Erwachsener in Berufs- und Lebensfragen spezialisiert. Sie ist Systemische Beraterin und Sozialtherapeutin und lebt in Münster.

Mehr über sie erfährst du auf ihrer Webseite www.andrea-schwiebert.de.

Sie hat das Buch geschrieben „Kluge Köpfe lieben anders“

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Hast du einen Themenwunsch? Anregungen oder Kritik? Schreib uns an podcast@junfermann.de

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Apropos ... Konflikte!15 Mar 202300:40:35

Wenn zwei sich streiten …

… braucht es da wirklich einen Dritten? Seit 2012 gibt es in Deutschland das Mediationsgesetz. Es beschreibt die Mediation als eines der Verfahren, mit dem außergerichtlich Konflikte beigelegt werden können. Definiert wird „Mediation“ dort als „außergerichtliches, vertrauliches und strukturiertes Verfahren, bei dem Parteien mithilfe eines oder mehrere Mediatoren freiwillig und eigenverantwortlich eine einvernehmliche Beilegung ihres Konflikts anstreben.“

Christian Bähner ist ein solcher Mediator. Seit 2003 schon gehören Streit und Ärger zu seinem beruflichen Alltag. Vor allem aber die Fähigkeit, diese anstrengenden, zwischenmenschlichen Situationen in vielen Fällen beizulegen oder mindestens zu klären. Sein Ziel, in einem Unternehmen oder einer Gruppe eine konstruktive Konflikt-Kultur zu etablieren, erreicht mithilfe verschiedener Mediations-Werkzeuge. Sie funktionieren in der Arbeitswelt, in der Familie, in der Schule oder im Gemeinwesen gleichermaßen gut.

Der Experte für „schwierige menschelnde Situationen“, rät noch vor der Analyse des Konflikts, sich folgende Fragen zu beantworten:

Bin ich bereit, den Konflikt anzugehen?Wie erlebt der Einzelne den Konflikt?Mit welchem Ansatz möchte ich an den Konflikt rangehen?Wen möchte ich zur Unterstützung dazunehmen?

In der Mediation verspricht Bähner niemals die „vollkommene“ Harmonie als Ziel; was er garantieren kann, ist Klarheit. Sie entlastet die Beteiligten, lässt erkennen, dass nun alles auf dem Tisch liegt, aber eben keine komplette Lösung zu erreichen ist.

„Auch in der Arbeitswelt geht es fast ausschließlich um Beziehungskonflikte, fast nie sind es reine Sachkonflikte“, so der Freiburger Organisationsberater. Auch im Job neigen wir dazu, Negatives schnell auf unser Gegenüber zu projizieren. Oft reagieren wir im Affekt mit starken Gefühlen, die von Angst, Wut oder Trauer oder einer Mischung aus allem geprägt sind. Da stellen wir schnell die Frage nach der Schuld. Wichtiger und richtig wäre es aber, sich selbst erstmal ein paar Fragen zu stellen:

Wie geht es mir im Augenblick? Welche Verantwortung habe ich an der Kommunikation in der Familie, im Job? Warum läuft es gerade schlecht? Was ist mein Bedürfnis?

*** 

Christian Bähner ist Dipl.-Pädagoge und war vor seiner Selbstständigkeit in der Erwachsenenbildung tätig. Zusammen mit Elke Schwertfeger ist er Geschäftsführer des Zweisicht-Instituts, einer Organisationsberatung in Freiburg. Sie leiten die Ausbildung in Wirtschaftsmediation, beraten und begleiten Führungskräfte, Teams und Organisationen im konstruktiven Umgang mit Konflikten und beim Aufbau von innerbetrieblichen Konfliktmanagementsystemen.

www.zweisicht.de

Wer mehr zum Thema Mediation wissen möchte, dem sei das Buch „Praxis der Gruppen- und Teammediation | Junfermann Verlag“ ans Herz gelegt, das Christian Bähner zusammen mit Al Weckert, Jörg Schmidt und Monika Oboth herausgegeben hat. 

Praktische Anleitungen und Methoden zur Mediation in Gruppen findest du in dieser Kartenbox: „Praxisbox Kon Folge direkt herunterladen

Apropos ... Impacttechniken!01 Mar 202300:39:08

„Das Boot ist voll!“ – Woran denkst du bei diesem Satz?

Das offene Meer mit einem überladenen Boot. Gefahr? steht für Bedrohung und Angst. Diese Metapher kann als sog. Impacttechnik in Therapie und Beratung eingesetzt werden. Dafür kann man sie multisensorisch inszenieren, z. B. ein Spielzeugboot und Wasser zeigen und das Bild so „greifbar“ machen ...

Impacttechniken aktivieren Emotionen und beziehen die Sinne in den Lernprozess mit ein. Sie helfen, kreative Lösungen zu finden, und wirken besonders tiefgreifend, umfassend und nachhaltig. Ressourcen- und lösungsorientiert können sie

  • komplexe Konzepte begreifbar machen,

  • die Wurzeln von Emotionen und Verhalten erreichen,

  • festgefahrene kognitive Konzepte verändern.

Genau diese Techniken wendet die Psychologische Psychotherapeutin Frauke Niehues an. Dafür begibt sie sich besonders gerne in Geschäfte für Haushaltswaren oder „Kramläden“: Dinge aus unserem Alltag – z .B. ein Geldschein oder ein Glas –,  wecken Erinnerungen in uns, die man sich in Therapie und Coaching zunutze machen kann.

„Impacttechniken sind wie moderne Sagen“, sagt Frauke Niehues, „man erzählt sie weiter. Manchmal gibt man sie 1:1 wider, manchmal webt man unbewusst kleine Varianten ein.“ So gibt es zu einzelnen Techniken oft eine ganze Bandbreite von Variationen.

Zum Beispiel von der Metapher von der Landkarte: Gibt es tatsächlich nur einen einzigen Weg der ans Ziel führt? Wen fragst du nach dem Weg? Warum muss es genau dieser sein? Was passiert, wenn man statt in Gießen in Marburg rauskommt? Ist das schlimm? Erweitern Umwege nicht auch einfach die Ortskenntnis?

Oder der 20-Euro-Schein: Wirf ihn auf den Boden, trete darauf, zerknülle ihn, behandele ihn also schlecht. Dann frage dich: Wie viel ist der Schein jetzt noch wert?

In der Praxis von Frauke Niehues steht auch ein professionelles Mischpult: Aber regelt es wirklich nur Lautstärke und Bässe und Höhen? Was geht rein, was geht raus? Welche Lämpchen warnen vor Übersteuerung? Wie sie es zur Emotionsregulation von z. B. Jugendlichen einsetzt, erzählt sie mir im heutigen Podcast.

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Frauke Niehues ist Diplompsychologin und Psychologische Psychotherapeutin mit dem Schwerpunkt Verhaltenstherapie in Gießen. Seit 2022 gibt sie zusammen mit Ghita Benaguid die Karten-Reihe Kompetenz!Box Therapieund Beratung im Junfermann Verlag heraus. In der auch die Box zu den „Impacttechniken“ erschienen ist.

Wenn du mehr über sie wissen möchtest, geht’s hier zu ihrer Webseite: https://frauke-niehues.net/

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Apropos ...höchst sensibel!15 Feb 202300:37:00

Mit viel Gespür seinen Platz im Leben finden

„Es lohnt sich, sich mit der eigenen Veranlagung zu beschäftigen“, denn: „die bessere Hälfte ihres Lebens liegt dann noch vor ihnen“, sagt Brigitte Küster, psychologische Beraterin aus der Schweiz, und bezieht sich damit vor allem auch hochsensible Menschen.

Hochsensibilität wird von vier Kriterien bestimmt:

·         Einer schnellen Überstimulation
·         Einer gründlichen Informationsverarbeitung
·         Einer ausgeprägten emotionalen Intensität
·         und sensorische Empfindlichkeit

So können Hochsensible sogar schon vor dem Aufstehen überstimuliert sein, weil die Gedanken aus der Nacht noch nicht abgeschlossen sind. Küster spricht von „Nachhallen“ und kennt dieses Phänomen aus eigener Erfahrung: Erlebtes wird oft tage- oder wochenlang nacherlebt. Damit wird Aufmerksamkeit gebunden, die nicht-hochsensible Menschen für anderes freihaben, während sie bei Hochsensiblen für die eigentlichen Aufgaben (noch) nicht zu Verfügung steht. So können Hochsensible gerade im beruflichen Umfeld leicht in den Ruf geraten, nicht belastbar oder schlicht langsam zu sein. Küster widerspricht: Hochsensible müssen ihren eigenen Rhythmus kennen und danach leben. Dann sind sie sehr leistungsfähig.

Denn Fähigkeiten wie sorgfältige Informationsverarbeitung, eine Feinheit im Erspüren und eine überdurchschnittlich entwickelte Emotionalität bringen durchaus Vorteile mit sich: Auch die Kreativität profitiert davon. Allerdings braucht kreative Fülle auch mehr Raum und Zeit. „Und dann muss man ja auch noch Zeit haben, einfach da zu sitzen und vor sich hin zu schauen.", sagte schon Astrid Lindgren.

Das widerspricht oft wiederum dem erhöhten Bedürfnis nach Pausen und Regenerationszeiten, das die meisten Hochsensiblen empfinden: ein Spagat zwischen eigenen Bedürfnissen und den Möglichkeiten, die man in sich verspürt.

Hochsensible scheinen beruflich eher Spätzünder zu sein, viele benötigen mehrere Anläufe, um sich dann für ihren Beruf zu entscheiden. Im Beruf selbst ist ihnen die Beziehungsqualität meist wichtiger als ein hohes Gehalt oder Karrierechancen. Ist Sand im Getriebe mit Kolleg:innen oder Vorgesetzen, wird es schwierig für sie.

Wie hochsensible Menschen im Privaten aber auch beruflichen Leben ihren Platz finden können und wo es Überschneidungen zur Hochbegabung gibt, erzählt Brigitte Küster im heutigen Podcast.

***

Brigitte Küster (Jg. 1965) lebt in der Schweiz. Nach ihren Ausbildungen als psychologische Beraterin, Erwachsenenbildnerin und Traumatherapeutin spezialisierte sie sich auf die Beratung und Begleitung hochsensibler Menschen und deren Angehörigen. Sie gründete 2010 das schweizerische Institut für Hochsensibilität. Sie ist Autorin zahlreicher Fachbücher zum Thema, u.a. bei SCM Hänssler und Kösel.

Mehr über sie erfährst du auf Ihrer Webseite: brigitte-kuester.com – Brigitte Küster

 Zuletzt veröffentlichte sie einen Artikel in: Klett-Cotta :: Hochbegabung und Hochsensibilität - Theres Germann-Tillmann, René Treier, Renée Vroomen-Marell, Karin Joder (Hrsg.)

Du hast Fragen, oder Anregungen? Schreib uns an podcast@junfermann.de.

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Apropos ... neurowissenschaftliches Coaching!01 Feb 202300:37:14

Wir haben drei Gedächtnisse

Viele Coachingmethoden sind zwar wirksam, aber es gibt keinen internationalen Standard, mit dem die Wirksamkeit wissenschaftlich nachgewiesen werden kann. Das genau wollte Dr. Alicia Ryba, Wirtschaftspsychologin ändern und entwickelte das „Scientific 3 Mind® Coaching“.

„Ein gutes Coaching sollte eine wissenschaftliche Fundierung haben“, sagt sie und sieht eine der Ursachen für die bislang fehlende Basis darin, dass Coaching eine noch junge Disziplin ist. Während die Psychotherapie, die mit Freud auf eine 120-jährige Geschichte blicken kann, kassenärztlich abgerechnet werden darf, ist dies für den Coach nicht möglich. Ein Coach darf nur dann heilend tätig sein, wenn er auch einen Heilpraktiker in Psychotherapie vorweisen kann. Vorteil bei Coachings: es gibt keine Beschränkung auf nur wenige Richtlinienverfahren wie in der Psychotherapie, die beschränkt ist auf Psychoanalyse, psychodynamische Ansätze, Verhaltenstherapie und neuerdings auch die systemische Therapie. Der oder die Coach kann seine Verfahren also je nach Bedarf und Klient:in frei fehlen.

Rybas Ansatz, das Scientific 3 Mind Coaching®, ist eine Weiterentwicklung des „Integrativen Neurocoachings nach Roth/Ryba“ und überführt die Erkenntnisse der Neurowissenschaft in praktische Handlungskompetenz. Aus neurowissenschaftlicher Sicht gibt es drei verschiedene Gedächtnisebenen - 3 Minds - , die für ein effektives Coaching angesprochen werden sollten:

  • Das Körpergedächtnis repräsentiert die unbewussten Anteile von Psyche und Persönlichkeit und unsere nonverbale Kommunikation wie Gestik, Mimik, Blick, Stimmführung und Körperhaltung.

  • Das deklaratives Gedächtnis verfügt über bewusstes Wissen. Wir sind damit in der Lage, auf Sachfragen zu antworten, wie z.B. Wie heißt deine Mutter? Wo hast du deinen letzten Urlaub verbracht?

  • Und schließlich das prozedurale Gedächtnis, das sich auf unser Verhalten und unsere Fähigkeiten, z.B. Klavier spielen zu können, bezieht.

Mit diesem Wissen lassen sich im Coaching individuell und passgenau Interventionen einsetzen, um eine größtmögliche Wirkung zu erzielen.

Wie sie die Erkenntnisse aus der Hirnforschung nutzt, um zu belegen, wie bestimmte Coachingmethoden im Gehirn wirken, erklärt Dr. Alica Ryba uns im heutigen Podcast.

***

Dr. phil. Alica Ryba ist Dipl. Kauffrau mit Schwerpunkt Wirtschaftspsychologie und hat bei Prof. Dr. Dr. Gerhard Roth zum Thema Coaching und die Rolle des Unbewussten promoviert. Sie ist Inhaberin des Instituts für wissenschaftliches Coaching in Hamburg und bildet dort fortgeschrittene Coaches weiter.

Hier geht es zur Homepage von ARYBA Coaching.: Coaching Weiterbildung | Dr. Alica Ryba (alica-ryba.de)

Mehr über die Fortbildung zum Scientific 3 Mind Coaching ® erfährst du in dieser Broschüre.

Unser Buchtipp zum Vertiefen: „Coaching und Beratung in der Praxis“

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Ideen, Fragen, Anregungen? Schreib' uns an podcast@junfermann.de!

 

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Apropos ... verletzte Kinderseelen!03 Jul 202400:44:28

Wenn Kinder etwas Schlimmes erfahren, den Tod eines lieben Menschen, einen Unfall oder sogar sexuelle Gewalt, dann kann das die Seele stark belasten und sogar im späteren Verlauf des Lebens zu psychischen Erkrankungen führen. Je früher ein Trauma bei einem Kind oder Jugendlichen erkannt wird, desto besser greift die Therapie, weiß Traumatherapeut Dr. Patrick Fornaro.

Modelle und Methoden der Traumatherapie

Traumatische Erfahrungen tauchen häufiger auf als man denkt. Laut einer Schweizer Studie haben 50 Prozent aller unter 18-Jährigen ein traumatisches Erlebnis gehabt. Wobei viele Kinder eine Resilienz entwickeln und nicht darunter leiden, sagt Dr. Fornaro, der sowohl Symptome aufzeigt, die erkennen lassen, ob das Kind unter einem Trauma leidet, als auch Methoden und Modelle, die in der Therapie erfolgreich angewendet werden.

Das Gehirn neu ordnen und einen Anker in der Gegenwart schaffen

Eine wichtige Rolle im Verarbeitungs- und Veränderungsprozess des Gehirns spielen Bilder. Sie helfen dabei dem Kind zu erklären, was mit ihm los ist. Hilfreich etwa ist das Bild des unaufgeräumten Kleiderschranks, der neu geordnet wird, so Fornaro. Es gilt, das Kind wieder ins Hier und Jetzt zu holen, ihm einen Anker in der Gegenwart zu schaffen. In der Konfrontation mit dem Erlebten sollen sie erfahren, dass sie in einem geschützten Raum mit einer vertrauten Person darüber sprechen können. „Das Trauma, die Gefahr ist vorbei. Das Alarmsystem darf sich beruhigen“, nennt Dr. Patrick Fornaro Therapiemöglichkeiten und Anlaufstellen.

Unterversorgung der psychologischen Versorgung

Gleichzeitig zeichnet der Traumaexperte ein klares Bild der Unterversorgung der psychologischen Versorgung von traumatisierten Kindern und Jugendlichen in Deutschland auf. Zwei Jahre Wartezeit stünden angesichts sensibler Entwicklungsphasen einer hilfreichen Therapie gegenüber.  Leider werde die Traumatherapie auch in der Ausbildung nicht hinreichend berücksichtigt.

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Dr. Patrick Fornaro ist Diplom-Psychologe und Traumatherapeut, Dozent und Supervisor in der Weiterbildung von Therapeuten, Coaches und Fachkräften. Er arbeitet in einer Klinik für Traumatherapie in der Nähe von München. 

Buchtipp: Dr. Patrick Fornaro, Nicole Szesny-Mahlau und Johanna Unterhitzenberger: Traumatherapie mit Kindern und Jugendlichen. Eine Orientierungshilfe für die Behandlung der komplexen PTBS. Junfermann-Verlag 2024

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Apropos ... Lächeln!18 Jan 202300:38:43

"Random Acts of Kindness" oder: Seid nett zueinander!

Was macht Menschen wirklich glücklich? Was wirkt nachhaltig, um leichter und optimistischer durchs Leben zu gehen? Mit u.a. diesen Fragen beschäftigt sich die Positive Psychologie. Sie kann uns helfen, uns und unseren Blick auf unseren Alltag positiv zu verändern. Darum geht es auch Maike Schwier. Sie ist Life Coach und von den Ansätzen der Positiven Psychologie so angetan, dass sie derzeit ein Masterstudium für Positive Psychologie und Coaching an der Deutschen Hochschule für Gesundheit und Sport abschließt.

2021 hat sie zusammen mit Prof. Dr. Sven Sohr das Buch "Mit einem Lächeln: 100 Übungen zur Positiven Psychologie" veröffentlicht. Reicht es also, mit einem Lächeln durchs Leben zu gehen, um glücklicher zu sein? Jein, lautet die Antwort! Denn ob für uns ein Glas halb leer oder halb voll ist, darüber entscheidet auch unsere genetische Disposition. Die Gehirnstrukturen von Pessimisten und Optimisten sind nachweislich verschieden. Aber, und das ist entscheidend: Optimismus lässt sich trainieren!

Zum Beispiel mit der Übung „Put it into perspective“. Stell Dir vor, du sollst vor einer großen Menschenmenge eine Präsentation halten. Mal dir jetzt dazu folgende Szenarien aus:

1.       Als erstes: Was könnte im schlimmsten Falle passieren?‘ – Du stotterst, wirst rot, verlierst komplett den Faden, der ganze Saal verfällt in betretenes Schweigen.

2.       Dann überleg dir: Was passiert realistischerweise? Du bist natürlich ein bisschen nervös, gerätst kurz in ein leichtes Stocken, bringst deine Inhalte aber gut rüber, dein Publikum geht mit.

3.       Schließlich stell dir vor: Wie sieht der Bestfall aus? Du meisterst die Präsentation mit Bravour, es macht dir regelrecht Spaß, am Ende gibt es begeisterte Standing Ovations.

Jetzt überleg dir, welche konkreten Schritte dir helfen können, den realistischen oder sogar den bestmöglichen Fall zu erreichen? Z. B. eine gründliche Vorbereitung, du kannst die Präsentation üben, Freunde einbeziehen … Das Ergebnis dieser Übung ist: dein Optimismus wird gesteigert -  und mit großer Wahrscheinlichkeit gelingt dir die Präsentation jetzt richtig gut!

Maike Schwier kennt viele solcher Übungen, die entweder Reflexion und Aktivierung bedeuten. Eine typische Reflexionsübung ist zum Beispiel das Schreiben eines Dankbarkeitstagebuchs, mit dem du dich wirklich in den Moment hineinfühlst. Eine aktivierende Übung wäre dagegen die achtsame Atemmeditation.

Um häufiger mit einem Lächeln durchs Leben zu gehen, rät sie außerdem zu „Random Acts of Kindness“, also Gesten der Freundlichkeit: Wer anderen freundlich begegnet, erfährt selbst auch Freundlichkeit. Das macht gute Laune und hält gesund!

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Zusammen mit Sven Sohr hat Maike Schwier das Buch geschrieben „Mit einem Lächeln -  100 Übungen zur positiven Psychologie!“

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Maike Schwier entdeckte ihre Leidenschaft für Persönlichkeitsentwicklung und Schreiben auf ihrer Reise durch Australien nach dem Abitur. Deshalb begann sie Life Coaching zu studieren. Sie arbeitet als Trainerin im Sportbereich und in der betrieblichen Gesundheitsförderung.

Wenn Du mehr über sie wissen willst: Home - Maike Schwier - Coaching

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Fragen, Ideen oder einfach Lust, uns zu schreiben? Gern: podcast@junfermann.de

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Apropos ... Arbeit und Gesundheit!04 Jan 202300:41:34

Mental Health im Job

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Gewinne einen 25-Euro-Thalia-Gutschein! Welches Thema brennt dir unter den Nägeln? Gibt es jemanden, den wir unbedingt in den Podcast einladen sollten?

Mach mit bei unserer Umfrage und gewinnt einen von drei 25-Euro-Gutscheinen für Thalia! Hier geht's zur Umfrage*: https://www.surveymonkey.de/r/apropospsychologie

Danke, dass du mitmachst! Marion und das Podcast-Team

*Gültig vom 21.12.2022-08.01.2023

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Wie wichtig eine gesunde Psyche am Arbeitsplatz ist, wissen wir spätestens seit Corona: plötzlich Homeoffice, Mehrfachbelastungen durch Haushalt, Kinder, Arbeit, aber auch ungleiche Bezahlung von Männern und Frauen, Mobbing, schlechte Führung. Krankenkassenreports berichten regelmäßig davon, dass krankheitsbedingte Fehlzeiten zunehmend psychische Ursachen haben. – Was aber tut mein Unternehmen eigentlich für mich? Wie ist mein Arbeitsumfeld? Wann ist eine Arbeitsatmosphäre schlecht? Wie viel hängt von der Führungskraft und meinem oder meiner unmittelbaren Vorgesetzten ab?

Seit 2014 fordert das Arbeitsschutzgesetz explizit die Berücksichtigung der psychischen Belastung in der Gefährdungsbeurteilung. Es verpflichtet Unternehmen also dazu, für ein gutes Arbeitsklima zu sorgen, in dem alle Mitarbeitenden körperlich wie seelisch gesund bleiben. Aber: Es sagt weder, wer im Unternehmen dafür verantwortlich sein soll, noch wie das gehen soll.

Antworten auf diese Fragen wissen die beiden Wirtschaftspsychologinnen Melanie Faltermeier und Melanie Meyer-Tischler. Sie sind die Gründerinnen der innovativen Münchener Mental-Health-Agentur WE ARE MENTAL und stellen fest: „Ein Unternehmen ist nicht allein verantwortlich, dass Mitarbeiter:innen gesund sind. Aber es sollte den Rahmen schaffen, in dem gesundes Arbeiten ist. Arbeit hat nicht die Aufgabe, gesund zu machen, aber sie darf auch nicht krank machen.“

Wie wir das Bewusstsein für psychische Gesundheit am Arbeitsplatz verbessern und wie es dabei um unsere Eigenverantwortung steht, möchte ich von den beiden im heutigen Gespräch erfahren.

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WE ARE MENTAL ist eine innovative Münchener Mental-Health-Agentur mit Fokus auf Mental-Health-Kampagnen. Sie schafft deutschlandweit nachhaltig gesundheitsförderliche Unternehmen, indem alle Menschen und Strukturen im Unternehmen berücksichtigt werden.

Die Gründerinnen, Melanie Faltermeier und Melanie Meyer-Tischler, sind studierte Wirtschaftspsychologinnen und begleiten Unternehmen von den Herausforderungen zwischen Arbeit und Mensch bis hin zu dem Weg einer nachhaltigen und psychisch-gesundheitsförderlichen Arbeitsplatz- und Unternehmenskultur. Sie sind spezialisiert auf die Themen emotionale und psychische Belastung im Arbeitskontext und im Speziellen auf das Thema der Psychischen Gefährdungsbeurteilung.

In einem kleinen Booklet, das kostenlos zum Download zur Verfügung steht, erhältst du leicht umsetzbare Impulse, dich selbst, deine Kolleg:innen oder deine Mitarbeitenden mental fit zu halten.

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Apropos ... Sex!21 Dec 202200:48:41

Welche Vorlieben hast du?

Deine Meinung ist gefragt >> Gewinnspiel siehe unten!

Vorlieben wie Swinger-Clubs, Sado-Maso-Vorlieben oder die Ménage à trois … Wenn das Thema Sex überhaupt offen und öffentlich besprochen ist, ist es fast immer mit Scham behaftet. Dabei ist Sex nachweislich gesund für den Organismus – und  eine echte Wohltat für die Seele.

Warum das sexuelle Wohlbefinden so wichtig für uns Menschen ist und wie wir dahin kommen, entspannt darüber zu sprechen, weiß Lea Holzfurtner, Sexologin aus Berlin. „Sexcoaching ist ein sex-positiver, nicht-pathologisierender, zielorientierter und klientenzentrierter Ansatz, der einen Safe Space für seine Klienten kreiert und deren Selbstwirksamkeit fördert“, beschreibt sie ihre Arbeit.

Sie unterscheidet responsives oder spontanes Verlagen. Diesen Unterschied anzuerkennen bei sich selbst ist ein erster Schritt, sich von Druck und Erwartungshaltung zu befreien. Ganz wichtig: den Orgasmus auch zuzulassen. Das bedeutet, die Gedanken einmal abzuschalten, den entspannten Zustand genießen. Leichter gesagt als getan! Ein Trick: Statt sich Gedanken komplett zu verbieten, sie durch andere ersetzen. Durch Phantasien zum Beispiel und erotische Bilder, durch die man selbst ein hohes Erregungsniveau erreicht und leichter Genuss empfindet. Wer mag, erzählt seinem/seiner Partner:in vom eigenen Kopfkino.

Ein Anfang, seine inneren Bilder in Worte zu fassen, kann dabei sein, einfach einmal spielerisch das Wörtchen „Ja!“ auszusprechen, wenn es lustvoll heiß wird. So weiß der Partner, die Partnerin, was guttut, ohne, dass man gleich in ganzen Sätzen darüber reden muss.

Für Lea Holzfurter steht fest: Wir lernen Sexualität aus den falschen Quellen, denn Pornos, Bücher oder Artikel im Zeitschriften vermitteln ein Bild von Sex, dass kaum der Wirklichkeit entspricht und selten nur den Bedürfnissen der meisten Menschen. Wie also bekommen wir Wunsch und Wirklichkeit zusammen?

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Lea Holzfurtner ist zertifizierter Sexcoach und psychologische Beraterin. In ihrer Privatpraxis in Berlin hilft sie Menschen mit Vulva, die mit Orgasmus, Scham oder Schuldgefühlen zu kämpfen haben, ein befriedigendes, genussvolles und aufregendes Sexualleben zu führen. Mehr über sie erfährst du auf ihrer Website www.leaholzfurtner.de

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Umfrage & Thalia-Gutscheine zu gewinnen!

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Hier geht's zur Umfrage*: https://www.surveymonkey.de/r/apropospsychologie

Danke, dass Ihr dabei seid!
Euer Podcast-Team

*Gültig vom 21.12.2022-08.01.2023

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Apropos ... Gelassenheit!07 Dec 202200:30:52

Warum wir psychisch flexibel werden sollten

Es gibt Werkzeuge, um bei Stress, Trauer oder den ganz alltäglichen Belastungen in Balance zu bleiben. Sie wirken gut, wenn wir unsere psychische Flexibilität bewahren konnten. Dazu gehört vor allen Dingen eines: Akzeptanz. Einerseits der Situation, die wir gerade erleben, anderseits unserer eigenen Grenzen. Denn die schieben wir gern weit von uns. Es gilt als erstrebenswert, sich jeder Herausforderung zu stellen, jede Hürde mit Bravour zu nehmen, alle Hindernisse „tough“ und ohne Selbstmitleid aus dem Weg zu schaffen.

Aber muss das so sein? Wäre ein anderes Verhalten nicht gesünder für uns? Vielleicht sogar effizienter, als sich allem und jedem entgegen zu stemmen? Darüber spreche ich heute mit Diana Huth aus Hamburg. Sie ist Psychologin und Medienproduzentin und hat 2022 die Firma ACTITUDE gegründet, ein Unternehmen, das Online-Kurse zur Resilienz- und Stressbewältigung anbietet, um die emotionalen Herausforderungen des Lebens zu meistern. Und dies – wie der Name vermuten lässt – auf der Basis der ACT, der verhaltenstherapeutischen Akzeptanz- und Commitment-Therapie.

Akzeptanz steht dabei dafür, dass wir Dinge, die wir nicht ändern können, annehmen. Commitment bezieht sich auf den Mut, Dinge zu verändern, um der Mensch zu werden, der man sein möchte.

„Du kannst die Wellen nicht stoppen, doch du kannst lernen auf ihnen zu surfen“, sagt Jon Kabat-Zinn. Oder, um ein ähnliches Bild zu verwenden: Versuche einmal, einen prall mit Luft gefüllten Wasserball unter Wasser zu drücken. Wie lange kannst Du ihn so halten? Wie lange kannst Du Dein Problem ausblenden, bevor es mit aller Kraft wieder durchdrückt?

Viele von uns sind damit sozialisiert worden, sich „an den Riemen zu reißen“, sich eine schier unendlich belastbare „Ich-schaff-das-schon-Mentalität“ anzueignen. „Wir müssen uns gar nicht jeder Riesenwelle stellen“, erklärt Diana Huth, „Wir können vielmehr üben, die Dinge anders zu sehen. Sich einer anrollenden Welle zum Beispiel nicht frontal entgegenzusetzen, sondern sich seitlich zu stellen, um der Welle so eine viel geringere Angriffsfläche zu bieten.“

Was du in stressigen Phasen außerdem für dich tun kannst, welcher Stresstyp du bist und welche Entspannungsübungen dir deshalb am besten helfen, erzählt mir Diana Huth in der heutigen Podcastfolge. Übrigens entspannt sie selbst ganz hervorragend mit der buddhistischen Kampfkunst Shaolin!

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Wer mehr wissen möchte über Diana Huth und die achtsamkeitsbasierte ACT, wird hier fündig: www.Actitude.de

Viele Entspannungstipps gibt Diana auch im Podcast „Die Aufwärtsspirale“ auf Spotify | Apple
oder sieh dir die Übungen an auf YouTube
Auf Instagram findest du sie hier: Instagram

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Fragen, Ideen, Themenwünsche? Schreib an Marion und Saskia vom Podcast-Team: podcast@junfermann.de

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Apropos ... Hochbegabung!30 Nov 202200:33:43

Andrea Brackmann

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Apropos ... Hochbegabte Kinder!09 Nov 202200:42:55

Mythos Wunderkind?

Woran zeigt sich, ob mein Kind hochbegabt ist? Kann es im Alter von zwei Jahren flüssig sprechen und lernt eine Fremdsprache, hat es im Kleinkindalter sich selbst das Klavierspielen beigebracht und diskutiert im Grundschulalter über Quantenphysik? Sind es die schulischen Überflieger, die Alleskönner, die kleinen Genies?

Als hochbegabt gilt, wer in einem Intelligenztest einen IQ von mindestens 130 erreicht; das entspricht 2-3% der Menschen. Doch Vorsicht vor Tests im Internet, die nicht aussagekräftig sind, warnt Melanie Mewes, Begabungspsychologische Beraterin aus Hannover: „Die Intelligenzdiagnostik gehört in die Hände von spezialisierten Pycholog:innen oder Psychotherpeut:innen, die eine differenzierte Diagnose stellen. Wenn es zugleich Anzeichen auf ADHS oder das Asperger-Syndrom gibt, ist der/die Kinder- und Jugendpsychiater:in die erste Adresse“, erklärt sie.

Doch ein „Wunderkind“ ist nicht gleich hochbegabt. Denn Begabung beschreibt lediglich das leistungsbezogene Potenzial eines Menschen. Hochbegabung ist dabei in der Tat ein besonderes Potenzial, das aber nicht ohne weiteres gleichzusetzen ist mit Höchstleistung. Ein herausragender Notenschnitt in der Schule hat also mit Hochbegabung noch nicht viel zu tun.

Nicht selten äußert sich ein herausragender IQ auch im genauen Gegenteil und wird in der Kita oder Schule gar nicht bemerkt, erklärt Melanie Mewes. Gerade hochbegabte Jungen neigen zu Unangepasstheit, Zappeligkeit, Wut, erhöhter Aggressionsbereitschaft, zu ständigem Diskutieren und zum in Frage stellen von Regeln.

Neben diesem externalisierten auffälligen Verhalten überwiegt bei hochbegabten Mädchen eine internalisierende, also nach innen gerichteter Verhaltensweise, die sich in Rückzug oder sehr ausgeprägter Umweltanpassung zeigen kann. Auch das Meiden von Gruppen Gleichaltriger kann ein Indiz für Hochbegabung sein. Oft fällt das ungewöhnliche viele Fragen auf: Woher kam das erste Affenbaby, bevor es Affeneltern gab? Warum heißt es Zahnpasta, obwohl man sich doch mehrere Zähne putzt, also „Zähnepasta“ richtig wäre?

Hochbegabte Kinder haben oft eine besondere Merkfähigkeit, ein fehlender Satz in der Gute-Nach-Geschichte fällt sofort auf. Sie habe auch schon in der Kita eine sehr schnelle Auffassungsgabe, können Erlernte ohne Probleme schnell auf andere Kontexte übertragen.

Aber reicht all das schon, um beim eigenen Kind Hochbegabung zu erkennen? Wie kann ich als Elternteil reagieren? Vor welchen Herausforderungen stehen Pädagog:innen, wenn sie besondere Fähigkeiten vermuten und wir können sie Eltern unterstützen?

Denn es wird nicht leichter für Eltern, wenn zur Hochbegabung auch die Hochsensibilität noch hinzukommt. Ein verbreitetes Phänomen. Die besondere Ausprägung ist dann nicht nur auf kognitive Fähigkeiten begrenzt, sondern auch auf emotionale. Das führt schnell zu einer Reizüberflutung. Manch ein Kind lädt sich den Kummer der Welt auf seine Schultern.

Melanie Mewes beschreibt Situationen aus ihrem Beratungsalltag und gibt Tipps, wie wir es hochbegabten Kindern und ihrem Umfeld leichter machen können.

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Melanie Mewes ist Begabungspsychologische Beraterin (BPB), Beraterin für Hochsensibilität bei Kindern und Jugendlichen (IFLW) und Bachelor-Psychologin für Angewandte Psychologie, B.Sc.

Mehr über sie erfährst du auf ihrer Webseite: www.begabungsberatung-mewes.de

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Apropos ... Gute Entscheidungen!26 Oct 202201:03:17

Freiheit oder Fluch: Die Qual der Wahl

Ist der Studiengang richtig? Die Hochzeit? Der Umzug? Das Haus? Wie beeinflussen Werte, frühe Prägungen und gerade vorherrschende Gefühle unsere Entscheidungen? Inwiefern ist das Belohnungssystem daran beteiligt, was wir gerade für das Beste halten? Je klarer wir diese Komponenten für uns einordnen können, so die Erfahrung von Dr. Thomas Bergner aus 25-jähriger Beratungstätigkeit, desto erfolgreicher treffen wir unsere Entscheidungen.

Die überragende Mehrheit aller Entscheidungen treffen wir unbewusst. Zu Beispiel setzen wir beim Spazierengehen einen Schritt nach dem anderen, ohne groß darüber nachzudenken. Wir habe diese Entscheidungen schon so oft getroffen und eingeübt, dass sie jetzt automatisch ablaufen. So wie Zähneputzen oder spontanes Bremsen an der roten Ampel.

Neben den automatisierten Entscheidungen gibt es weitere: Pseudo-rationale Entscheidungen beispielsweise, die eigentlich aus dem Bauch heraus getroffen werden können, aber mit von uns immer wieder aus unterschiedlichsten Perspektiven viel Zeitaufwand rational durchdacht werden. Die Urlaubsplanung ist ein gutes Beispiel dafür.

In der Schule lernen wir dann Verstandesentscheidungen. Sie sind Ergebnisse aus konsequentem Nachdenken und haben den Vorteil, dass man anschließend sagen kann: „Ich habe entschieden!“, ein Satz, der zu einem Gefühl von Selbstwirksamkeit führt. Das wiederum ist einer der wichtigsten Faktoren für seelische Gesundheit.

Bei jeder Entscheidung geht es letztlich um die Freiheit. Oder genauer gesagt: um unsere Entscheidungsfreiheit, so Thomas Bergner, denn sie gibt uns das Gefühl, grundsätzlich frei zu sein. Dabei ist unsere Motivation zu einer Entscheidung immer die Erwartung einer Belohnung. Diese Erwartungshaltung wird durch unsere Erfahrungen gestärkt.

Je weiter das Ziel der Motivation in der Zukunft liegt, umso attraktiver muss das Ziel sein. Die Klimakrise z.B. ist scheinbar noch Jahrzehnte entfernt, daher ist die Bereitschaft vieler, hier etwas zu unternehmen, eher gering oder nicht vorhanden. Zudem haben wir keinerlei Erfahrung, warum es gut sein sollte, sich für Klimaneutralität einzusetzen. Folglich fehlt die Motivation.

Außer drei verschiedenen Formen des Entscheidens differenziert Bergner auch zwei Typen von Entscheider:innen: die erfolgszuversichtlichen Typen, die eher optimistisch durchs Leben gehen und realistische Ziele verfolgen, und die misserfolgsängstlichen Typen, die im Gegensatz meist zu schwache Ziele oder viel zu hohe haben. Beiden gemeinsam ist: Egal wie sie sich verhalten, sie treffen damit eine Entscheidung. Denn: „Man kann sich nicht nicht entscheiden.“ Dieser Satz, den Bergner in Anlehnung an das Watzlawicksche Axiom „Man kann nicht nicht kommunizieren“ formuliert, bringt das Paradox der Entscheidungen auf den Punkt: Wir haben die Qual der Wahl.

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Dr. med. Thomas Bergner studierte Humanmedizin in Erlangen und München. Nach der Facharztausbildung zum Dermatologen, psychotherapeutischen und systemischen sowie Coaching-Ausbildungen, war er von 1993 bis 2002 in eigener Praxis im Raum München niedergelassen. Seit 1994 ist er als Coach für Führungskräfte mit dem Fokus auf Burnout-Prävention, Lösung von Überlastungsreaktionen und persönlichem Change-Management tätig.

Mehr gibt’s auf seiner Homepage: Dr.med. Thomas Bergner Homepage

Wenn du mehr wissen möchtest zum Thema „Entscheidungen“: Thomas Bergners neuestes Buch „Gute Entscheidungen treffen“ ist 2022 bei Klett-Cotta erschienen.

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Apropos ... toxische Beziehungen!12 Oct 202200:42:57

Du tust mir nicht gut!

Der Partner versteht mich nicht, die Freundin frotzelt ewig rum, der Kollege wälzt seine Arbeit auf mich ab, die Chefin übersieht mich tagtäglich. Wenn Menschen in und mit ihrem Leben unzufriedene sind, geht es im Kern eigentlich immer um ungute Beziehungen. Viele denken dabei sofort an eine Paarbeziehung, zum Beispiel mit einem Narzissten oder einer Narzisstin. Darum aber geht es in den seltensten Fällen, sagt Annika Felber, Systemische Beraterin und Coach. Es gehe vielmehr darum, eigenverantwortlich wieder in die Aktion zu kommen.

Woran aber erkenne ich, dass eine Beziehung einfach nicht mehr gesund ist? Wann ist es genug?

„Zentrale Aspekte sind“, so Annika Felber, „wenn ich bemerke, dass ich dauerhaft psychisch oder physisch leide, ich traurig bin, bedrückt, gestresst, und dennoch nicht in der Lage bin, daran etwas zu ändern bzw. diese schädliche Beziehung zu verlassen.“ In diesen Fällen spricht man von einer dysfunktionalen Beziehung.

Wichtiger Punkt dabei: es geht um Beziehungen, also etwas, das zwischen zwei oder mehreren Menschen passiert. „Es kommt immer ein wenig darauf an, wer einem gegenübersitzt“, fasst Felber zusammen. So können toxische Dynamiken besonders leicht dann entstehen, wenn zwei Menschen aufeinandertreffen, die wie ein Schlüssel zum Schloss passen. Soll heißen: Trifft zum Beispiel ein Gebertyp, der sich immer Kümmern möchte, auf einen Nehmertyp, ergibt sich möglicherweise eine Dynamik, die beide generieren, und die für beide toxisch ist. Beide sind in einer solchen Beziehung unglücklich.

Annika Felber hat sieben Merkmale einer Beziehung herausgearbeitet, die fast immer auf eine toxische Beziehung zutreffen. Meist gesellen sich weitere Merkmale hinzu. So muss beispielsweise die Ordnung stimmen, d.h. in einer Beziehung zwischen zwei Erwachsenen muss Augenhöhe herrschen. Sobald einer z.B. in eine Art Elternrolle rutscht, ist die Schieflage vorprogrammiert. Stimmen muss außerdem die Kosten-Nutzen-Rechnung, also der Ausgleich, wie der Systemiker sagt.

Warum Ordnung und Ausgleich so entscheidend sind, erklärt mir Annika Felber. Sie ist systemische Beraterin (DGsP – Deutsche Gesellschaft für systemische Pädagogik) in eigener Praxis in Koblenz und Mitglied in der Deutschen Gesellschaft für systemische Therapie, Beratung und Familientherapie e.V. (DGSF).

Ihr Buch „Du tust mir nicht gut!“ erscheint im Oktober 2022. Sie beschreibt es als einen Hybrid aus Sachbuch und Workbook: Neben Übungen gibt es Checklisten bzw. kleine Tests, mit denen man sich selbst die Frage beantworten kann, wie es denn um eine Freundschaft oder in der Partnerschaft etc. aus.

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Apropos ... Drogen neu denken!28 Sep 202200:40:13

Rauschmittel als Heilmittel: Mit Drogen gegen Traumata

Bei bewusstseinsverändernden Substanzen denken wir schnell an Drogen: wie Heroin, LSD oder Chrystal Meth, und haben schmuddelige Bahnhofsviertel vor unserem inneren Auge. Die positiven Effekte von Drogen oder von Methoden, mit deren Hilfe das Bewusstsein beeinflusst werden kann, sind wenig bekannt, die Forschung dazu zu wenig beachtet.

„Jeder Mensch sollte sich stärker mit seinem eigenen Bewusstsein auseinandersetzen!“, fordert deshalb die Anästhesistin und Notfallmedizinerin Dr. Andrea Jungaberle. „Das eigene Bewusstsein ist morgens nach dem Aufwachen ein ganz anderes, als in dem Moment, wo man auf die Autobahn auffährt, und wieder anders vor dem ersten Espresso oder nach dem dritten Glas Rotwein.“

Unter „Drogen“ versteht Andrea Jungaberle alle Substanzen, die mit unserer Psycho-Biologie interagieren, also auf hirnorganischer Ebene eingreifen in unsere Bewusstseinsprozesse. Dazu gehören auch Nikotin, Alkohol, Kaffee, Zucker und starke Schmerzmittel, Antidepressiva, aber eben auch LSD und Chrystal Meth. Andrea Jungaberle betont: „Nicht alles, was erlaubt ist, ist gut und gesund. Und nicht alles was verboten ist, ist an sich schon schädlich.“ In Deutschland werden psychoaktive Substanzen zu oft sofort verteufelt, nur das Risiko gesehen, nicht aber die nachweislich vorhandenen positiven Effekte. Anders dagegen in der Schweiz, wo rund 20 Psychiater eine offizielle Sondergenehmigung haben, nach Einzelentscheidungen Patient:innne auch z.B. mit LDS und MDMA, dem als „Partydroge“ Ectasy bekannten Amphetaminderivat, zu behandeln.

Andrea Jungaberle verweist auf den eigentlichen Wortsinn von „Psychodelikum“. So sind bewusstseinsverändernde Substanzen als Methoden zum Verändern des Wachbewusstseins, also zum „Öffnen des Bewusstseins““, vergleichbar mit verschiedenen Eingangstüren, und zwar zu ein und demselben Raum. Auch Pranayama, die Atemtechnik im Yoga, kann durchaus geeignet dazu sein, den „Geist zu offenbaren“ (griech. psycho + delos). Ob Trance, Trommelkreise, Massage, Sexualität, monochromes Atmen, Meditationen oder substanzgebundene Mittel: Nicht alles funktioniert bei jedem. Man muss ausprobieren.

Wie das unter therapeutischer Anleitung aussehen kann, erfahre ich im Gespräch mit Dr. Andrea Jungaberle genauso wie die Richtigstellung, dass ich während der Narkose für eine OP eben nicht einfach schlafe: ich gebe mein ganzes Bewusstsein, mein Leben, für eine gewisse Zeit wirklich in die Hände eines anderen Menschen.

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Dr. med. Andrea Jungaberle ist ärztliche Leiterin der OVID-Kliniken, Anästhesistin und Notfallmedizinerin, medizinische und ethische Beraterin des Vorstands der Mind-Foundation und Yoga-Lehrerin. Außerdem forscht sie in der psychedelischen Therapie. Mehr über sie kannst Du auf ihrer Webseite lesen: Andrea – Jungaberle

Mehr darüber, wie man Drogen neu denken kann, erfährst Du in Dr. Andrea Jungaberles Buch „Yoga, Tee und LSD – Bewusstseinsveränderung in Wissenschaft und Alltag“, das in unserem Partnerverlag, dem Schattauer-Verlag, erschienen ist.

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Apropos ... Stimme!14 Sep 202201:01:51

Der Ton macht die Musik

Stimme bewusster wahrnehmen, gezielt trainieren, wirkungsvoll einsetzen. Überzeugend vor Menschen sprechen, bei der Präsentation im Job punkten, im privaten Gespräch nicht nur die richtigen Worte finden, sondern auch den Ton treffen. Gar nicht so leicht, wenn man das Rampenlicht eher scheut oder einfach weniger extrovertiert ist.

Jeder hat aber viel verborgenes Potenzial in seiner Stimme. Ein Schatz, der gehoben werden kann. Wie das geht, weiß Stimmtrainerin und Mezzosopran Uta Christina Georg. Sie ist überzeugt: „Wer das Ohr beleidigt, dringt nicht zur Seele vor“ (Quntilian).

Soll heißen: Wenn wir sprechen senden wir unbewusst viele kleine Mikroirritationen mit aus. Sie hindern dem Empfänger der Nachricht daran, sie störungsfrei zu hören. Was mitschwingt sind Botschaften, die der Sender oder Sprecher gar nicht äußern wollte, die aber beeinflussen, wie der Inhalt wahrgenommen wird – im schlimmsten Falle: ob überhaupt! Gemeint ist dabei nicht ein häufiges Räuspern, ein sehr gepresstes Sprechen oder ein ständiges Zischeln, wie es bei den Lauten „s““ und „z“ gerade am Mikrofon häufig ist. Dagegen hilft übrigens „der kleine Hai“: „Sonst saßen Sänger selbst am See.“
Wenn jemand etwas sagt, sollte es „rundum stimmig“ sein: Körper, Geist und Stimme müssen zusammenpassen.

Mach‘ einmal folgenden Versuch: Gehe in eine gebeugte Körperhaltung, lass die Schultern hängen und den Kopf, die Arme schlenkern lustlos nebenher. Und nun sprich einmal: „Ich schaffe das!“ Nun streck dich, mach dich groß, die Brust nach vorn, beide Beine fest am Boden, aufrecht und mit wachem Blick nach vorn und sag: „Oh je, mir gehts so schlecht.“

Na, hast du etwas bemerkt?

Was also macht z.B. eine gelungene Präsentation aus? Inhalt, Stimme und Körpersprache. Klar, aber was ist am wichtigsten? Untersuchen haben gezeigt: Auf den Inhalt entfallen ganze 7 %, während die Stimme zu 38% am Erfolg beteiligt ist, die Körpersprache sogar zu 55%.
Diese Wirkung ist u.a. evolutionär bedingt. Denn: Bevor wir Laute verwendet haben, hat der Mensch sich bewegt. Und erst ganz zum Schluss hat der Mensch die Sprache gelernt.

Verblüffend! Darüber und wie meine Stimme meine Emotionen spiegelt, ob ich mich auch stimmlich verstellen kann und wie man eigentlich sein „Brustregister“ bespielt spreche ich mit Uta Christina Georg. Sie ist klassische Sängerin und Dozentin für Gesang an der HfMT Köln. Darüber hinaus ist sie Coach, wingwave-Coach und als Expertin für Stimmigkeit Inhaberin von „Stimme. Bühne. Coaching“. Mit ihren Klientinnen und Klienten arbeitet sie zu Themen wie Präsentation, Ausstrahlung, innere und äußere Haltung.

Mehr über sie und ihre Arbeit findet du auf ihrer Homepage: www.stimme-buehne-coaching.com

 Viele praktische Technikübungen gibt in Uta Christina Georgs Buch „Rundum stimmig!“, das 2022 erschienen ist.

Rundum stimmig! | Junfermann Verlag

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Apropos ... Pacing bei Erschöpfung! – Was ist das eigentlich?12 Jun 202400:43:21

Mit den Covid-Jahren, Long-Covid und Post-Vac ist das Chronische Erschöpfungssyndrom, auch „Chronisches Fatigue-Syndrom" genannt stärker ins Bewusstsein gerückt. Zwei, die darunter leiden sind Andrea Brackmann und Katharina Jänicke. Bei ihnen ist nicht Corona, sondern eine lang zurückliegende Infektion Grund dafür, dass sie ihren Alltag nur stark eingeschränkt bewältigen können. Beide haben die Pacing-Methode für sich entdeckt, die es zwar schon länger gibt, aber im Zusammenhang mit Corona mit guten Erfolgen angewandt wird.

Über chronische Erschöpfungszustände

Andrea Brackmann und Katharina Jänicke berichten aus der Perspektive der eigenen Betroffenheit heraus und geben gleichzeitig Hilfestellung. Sie erzählen von ihren Symptomen, von niederschmetternden, aber auch 100aufhellenden Phasen ihres eher „unsichtbaren“  Chronischen Erschöpfungssyndroms (ME/CFS), deren Ursachen Corona, aber auch eine Influenza oder das Pfeiffersche Drüsenfieber sein können. Bis zur Diagnose kann es lange dauern. Heilbar ist das ME/CFS nicht, man kann aber die Symptome lindern. 

Long-Covid und das ME/CFS sind sich in ihren Symptomen ähnlich. Zu ihnen zählen Geruchsirritationen, Verwirrtheit, Brain-Fog oder Entkräftung. Energielos und komplett ans Bett gefesselt zu sein, weil der Körper bereits mit alltäglichen Aufgaben überfordert ist: davon erzählen die beiden genauso, wie davon, zu lernen, mit Energien zu haushalten.

Wie Pacing helfen kann

Die Pacing-Methode, die bislang nur in wenigen Fatigue-Kliniken oder auch Psychotherapie-Praxen angewandt wird, setzt auf Selbstbeobachtung und Selbstwahrnehmung. Ziel ist, zunächst in sich hineinzuhorchen, um dann mit spezifischen Strategien sich selbst zu steuern und den Tag so zu strukturieren, ohne sich zu überfordern. Dazu gehören den Puls zu beobachten, mehr Pausen einzulegen oder Aktivitäten zu verändern wie beim Zubereiten von Mahlzeiten den Stuhl zu benutzen, statt zu stehen.

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Katharina Jänicke hat einen Master in Clinical Casework und verfügt über umfassende Kenntnisse und Fähigkeiten im Bereich der klinischen Sozialarbeit.
Andrea Brackmann ist Psychologin und Verhaltenstherapeutin. Gemeinsam haben sie ein Buch über die Pacing-Methode geschrieben. 

Buchtipp: Andrea Brackmann, Katharina Jänicke: „Long Covid und Chronisches Erschöpfungssyndrom lindern“, Klett Cotta-Verlag 2024

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Apropos ... Aromatherapie!31 Aug 202200:49:22

Apropos … Aromatherapie!

Heilen mit Düften?

Ist was dran an der Wirkung von Gerüchen auf die Gesundheit? Keine Frage beim allgemeinen Wohlbefinden: da hat jeder von uns schon einmal die Erfahrung gemacht, dass ein angenehmer Duft unsere Stimmung hebt! Erinnerungen an einen entspannten Urlaub weckt, das Gefühl von wohligem Geborgensein aus der Kindheit wieder wachruft oder einfach munter und gutgelaunt macht.

Aber Düfte und Gerüche können weit mehr als nur schön sein: Sie sind mit unseren ältesten Erinnerungen verknüpft. Ein Duft kann ein Erlebnis auf immer in uns speichern – und sich mit ebendiesem Geruch wieder hervorrufen lassen. Viele Erinnerungen sind dabei ganz unbewusst von uns mit einem bestimmten Geruch verknüpft abgespeichert.

Ingeborg Stadelmann, Hebamme, Aromatherapeutin, Autorin und Gründerin von Stadelmann Verlag und Stadelmann Natur, nutz die Kraft der Aromen und Düfte seit Jahrzehnen in der Geburtshilfe für die Kinder wie die Mütter. Denn als erste aller Sinne, die wir entwickeln, ist der Geruchssinn prägend für die Mutter-Kind-Bindung. So findet das Neugeborene nicht etwas tastend, sondern über den Geruch die Brust der Mutter.

Schon seit Jahren Teil der ganzheitlichen Naturheilkunde, nämlich der Phytotherapie, der Pflanzenheilkunde, zählt die Aromatherapie auch in der Medizin zu den sog. komplementären Methoden. Sie hat eine hilfreiche, gesundheitsfördernde Wirkung, die eine schulmedizinische Behandlung positiv verstärken kann, einen zusätzlichen Nutzen einbringt und in manchen Fällen sogar anstelle einer schulmedizinischen Behandlung treten kann. Die Aromatherapie wirkt sowohl über den Geruchssinn als auch über die Haut. 

Wissenschaftlich nachgewiesen wurde die Wirkung bestimmter Duftmoleküle in z.B. den ätherischen Ölen. Doch was hilft die nachgewiesene Wirkung eines Duftstoffes, wenn er vom Patienten als unangenehm empfunden wird! Dann kann die Wirkung nicht in dem Maße eintreten oder erst nach viel längerer Zeit oder in Verbindung mit anderen Düften als bei einem anderen Patienten.

Diese komplexen Zusammenhänge, wie man Düfte und Gerüche einsetzen kann in der Heilkunde, dass wir sie überhaupt beachten müssen, um eine heilsame Wirkung auf die menschliche Gesundheit zu erzielen, erläutert mir die Expertin Ingeborg Stadelmann in einem eindrücklichen Gespräch.

 

***

Ingeborg Stadelmann (*1956) ist freiberufliche Hebamme, dreifache Mutter und siebenfache Großmutter.

Sie ist Hebamme mit langjähriger homöopathischer Erfahrung, Aromatherapeutin, Heilpraktikerausbildung, Fortbildung Phytotherapie in der Medizin an der Universität Bochum, Referentin, Autorin und Gründerin von Stadelmann Verlag und Stadelmann Natur.

Seit 1988 ist die Fachfrau mit ihrer Expertise in beratender Funktion für die Bahnhof-Apotheke Kempten tätig, in der die mit Apotheker Dietmar Wolz gemeinsam entwickelten Original-Stadelmann®-Aromamischungen hergestellt werden. Sie ist dort zudem verantwortlich für das Fort- und Weiterbildungsprogramm, das gemeinsam mit dem Stadelmann-Verlag durchgeführt wird.  

Ingeborg Stadelmann wurde 1999 für Ihre Verdienste als Hebamme und Initiatorin einer der ersten Hebammenpraxen und dem Geburtshaus „Erdenlicht“ von der Kempt`ner Frauenliste mit dem „Goldenen Apfel“ ausgezeichnet. 2004 erhielt sie für ihre Verdienste die Brillant-Ehrenbrosche des Bayerischen Hebammen Landesverbandes.

Seit 2009 ist sie Präsidentin von Forum Essenzia e.V., und Herausgeberin der Fachzeitschrift F.O.R.UM für Aromatherapie, Aromapflege und Aromakultur.

 

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Apropos ... Große Gefühle!19 Aug 202200:37:10

Mut zum eigenen Gefühl

Stell dich nicht so an! Heul nicht rum! Gibt Schlimmeres! Wer in Kindheit und Jugend zu oft solche Sätze gehört hat, hat vielleicht nie gelernt, mit großen Gefühlen umzugehen, geschweige denn, sie zu zeigen. Es entsteht eine regelrechte Emotions-Phobie: an die Stelle der Gefühle tritt die Angst davor!

Dabei sind Gefühle, gerade auch die weniger angenehmen, für den Menschen ganz entscheidend, um sich angemessen zu verhalten, erklärt Dr. Veronika Stegmüller, Psychologin und Psychotherapeutin aus München. Natürlich sind eine tief empfundene Trauer, seelischer Schmerz oder Gefühle wie Ekel und Angst manchmal regelrecht zermürbend und auf den ersten Blick alles andere als erstrebenswert. Sie mobilisieren aber geistige und körperliche Kräfte in uns, die ohne diese Emotionen nicht ausgelöst worden wären.

„Fight – flight – freeze!“ Was in den Anfängen der Menschheit galt und überlebenswichtig war, ist auch heute noch eine notwendige Reaktion. Denn starke Emotionen geben uns eine Orientierung und steuern unser Verhalten. Wir kennen das von der Angst: Wer sie verspürt, hat ein Bedürfnis nach Sicherheit. Sie versetzt den Körper in eben jenen Zustand geistiger und körperlicher Höchstleistung, der nötig ist, sich der Situation angemessen zu verhalten: Kämpfen, flüchten oder erstarren.

Leider, so erzählt Veronika Stegmüller, sind wir Menschen aber auch Meister im Vermeiden von unangenehmen Gefühlen. So wird als vermeidlichen Ausweg die Flucht in Alkohol, Drogen, Essen, Arbeit oder digitale Parallelwelten gesucht. Andere ziehen sich komplett zurück, gehen schlicht nicht mehr in die Situationen, die sie so belasten. Das Fatale: Diese Strategie hat zunächst einmal Erfolg! Die unangenehme Emotion bleibt aus oder wird merklich verkürzt, der Lerneffekt lautet: So mache ich es jetzt immer! Abhängigkeit oder Vereinsamung führen aber in eine Endlosspirale, meist früher oder später begleitet von Depressionen.

Was unmittelbar helfen kann: richtiges Atmen und Bewegung!

Im Podcast will ich, Mrion, mehr darüber wissen: Können solche simplen „Tricks“ wirklich gegen die Angst vor den eigenen Gefühlen helfen?

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Über Dr. Veronika Stegmüller erfährst du auf ihrer Homepage mehr: https://www.psychotherapie-stegmueller.de/

Ihr Buch “Gefühle surfen. Eine Reise zu dir selbst“ ist 2022 im Schattauer Verlag erschienen:

https://www.klett-cotta.de/buch/Verhaltenstherapie/Gefuehle_surfen/585706

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Du hast Themenvorschläge? Wünschst dir einen bestimmten Gast bei uns im Gespräch?

Schreib uns an podcast@junfermann.de!

Wir freuen uns und versuchen, deinen Wunsch umzusetzen!

Viele Grüße
Marion und Saskia vom Podcast-Team

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Apropos ... Karriere!03 Aug 202200:33:13

Werde Unternehmer:in in eigener Sache!

Ist der Traumjob immer noch der Traumjob? Oder haben sich mit der Zeit Präferenzen und Wertigkeiten verändert, sodass ein Spurwechsel guttun würde?

Dr. Claas Triebel, Psychologe in München, spricht von Laufbahnübergängen, zu denen man sich in bestimmten Lebensphasen besonders hingezogen fühlt. Zunächst ist das Ende der Schulzeit ist eine solche „Sollbruchstelle“, auch das Ende der Ausbildung oder des Studiums ist eine Gelegenheit, nochmal eine neue berufliche Richtung einzuschlagen. Der 40. Geburtstag ist für manch einen ein Datum, sich die Frage zu stellen, ob die eigene Karriere in die gewollte Richtung geht; bei vor allem Frauen, ist das Flüggewerden der Kinder oft Anlass zu beruflicher Neuorientierung.

Wann ist es Zeit, im Beruf nochmal neu zu starten? Kann es irgendwann zu spät sein? Wie sieht eine „gute“ Laufbahn heute aus?

Wie sehr darf man seinem Bauchgefühl trauen, wenn es um die persönlichen, beruflichen Kompetenzen geht? Wie wichtig ist die Marktorientierung? Dr. Claus Triebel erzählt aus seiner Praxis und erklärt, warum es so wichtig ist, sich drei Fragen zu beantworten: Wer bin ich? Was kann ich? Was will ich?

Seine Empfehlung: Machen! Anfangen und ruhig ausprobieren!

 ***

Dr. Claas Triebel ist Psychologe, Autor und Unternehmer in München. Er entwickelte die Kompetenzbilanz, ein Verfahren zur Entwicklung persönlicher Kompetenzen, die von „Stiftung Warentest“ als beste Karriere-Coaching-Methode bewertet wurde.

www.kompetenzenbilanz.de

Claas Triebel ist Gründer der Performplus GmbH, ein Coaching-Unternehmen, sowie der Growth Academy GmbH, ein Unternehmen, das sich mit der Digitalisierung von Lernen und Personalentwicklung in Unternehmen beschäftigt. Claas Triebel lebt mit seiner Familie in Gräfelfing bei München.

https://growth-academy.de

Sein Buch „Wer bin ich? Was kann ich? Was will ich?“ ist 2022 im Verlag Klett-Cotta erschienen.

Klett-Cotta – Claas Triebel Biographie, Bücher, Informationen

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Apropos ... Chronische Schmerzen bei Kindern und Jugendlichen20 Jul 202200:35:31

Jedes dritte Kind in Deutschland berichtet, in den letzten drei Monaten Schmerzen gehabt zu haben, viele von ihnen zum wiederholten Male. Oft wissen Eltern gar nichts davon. Wie aber erkenne ich das als Elternteil? Ab wann sind Schmerzen bei Kindern chronisch?

Dr. Lea Höfel, leitende Psychologin an der Kinderklinik Garmisch-Patenkirchen, erklärt: „Schmerz ist eine sensorische, emotionale Erfahrung, die nicht gleichzusetzen ist mit dem Auslöser des Schmerz‘. Jeder Mensch, jedes Kind nimmt ihn daher anders wahr.“

Zu den selbst von Fachleuten oft viel zu spät erkannten Schmerzen gehören auch solche, die eben nicht wie ein Beinbruch sichtbar sind. Bei kleineren Kindern sind dies oft Bauchschmerzen, bei Jugendlichen kommen vielfach Kopfschmerzen oder Rückenschmerzen hinzu, oder Schmerzen des Muskel- und Gelenksystems. Durch seelischen Stress kann aus einem solchen “normal“ akuten Schmerz ein chronischer Zustand werden.

Die Behandlung chronischer Schmerzen ist äußerst schwierig – gerade bei Kindern. Medikamente helfen hier nicht, bei Kindern sind sie ohnehin nicht geboten, bei Erwachsenen können z.B. Kopfschmerzen gerade durch Medikamente induziert werden.

Vielfach steckt hinter dem Schmerz etwas anderes: die Rückenschmerzen des Schülers entpuppen sich z.B. als Schulangst, die Bauchschmerzen sind durch stete Hänselei durch die Mitschüler verursacht. Das Aufzudecken braucht viel Zeit.

Zu den Fragen während einer gründlichen Schmerzanamnese gehören daher auch:

Gibt es soziale Belastungen? Gibt es Mobbing oder Ausgrenzungserfahrungen? Wie verhalten sich die Eltern? Wie lässt sich die Lebensführung positiv verändern?

Diese und viele weitere Aspekte chronischer Schmerzen, und was ich tun kann, wenn ich den Verdacht habe, dass mein Kind davon betroffen ist, erläutert mir heute Dr. Lea Höfel.

Dr. Lea Höfel leitet die Abteilung Zentrum für Schmerztherapie junger Menschen und den psychologischen Dienst an der Kinderklinik Garmisch-Partenkirchen gGmbH.

Ihr Buch "Chronische Schmerzen bei Kindern und Jugendlichen" ist letzten Monat bei Junfermann erschienen.

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Apropos ... wingwave!06 Jul 202200:55:03

Wie kann ich mit einem gesunden Selbstbewusstsein, mit Tatenlust und Freude das Leben meistern? Häufig steht einem guten, leichteren Leben etwas im Weg. Solche Blockaden aufzuspüren und möglichst rasch aufzulösen ist das Ziel von wingwave-Coaching.

„wingwave“ ist eine Kurzzeit-Coachingmethode, die erstaunlich schnell ein positives Emotions-Klima in der Erlebniswelt von Menschen schaffen kann. Cora Besser-Siegmund, Dipl.-Psychologin aus Hamburg, erklärt: „wingwave ist eine Kombination von Elementen aus dem NLP, einem Muskeltest aus der Kinesiologie und der Nutzung wacher REM-Phasen. Im Mittelpunkt steht dabei das Emotionscoaching.“

Die Methode nutzt die natürliche Informationsverarbeitung des Menschen, die zu großen Teilen während des Schlafs, in den sog. REM- oder Tiefschlafphasen stattfindet. In diesen Phasen bewegt der Mensch unbewusst die Augen hin und her. Es bewirkt, dass die beiden Gehirnhälften besser verbunden werden und zusammenarbeiten. Eine gute Verbindung der verschiedenen Bereiche im Gehirn verbessert z. B. die Merkfähigkeit und macht Gelerntes leichter abrufbar. Wer viele REM-Phasen im Schlaf hat, lernt leichter. Im Schlaf räumt das Gehirn quasi auf. Der Rat, „mal eine Nacht drüber zu schlafen“ ist also ein sehr sinnvoller.

Um diese Art der Informationsverarbeitung auch im wachen Zustand nutzen zu können, lassen sich die schnellen Augenbewegungen durch ein Hin- und Herwedeln mit der Hand vor den Augen herbeiführen. Zusammen mit dem Myostatik-Test und Elementen aus dem Neurolinguistischen Programmieren

Die Wirksamkeit dieser Methode wurde inzwischen auch wissenschaftlich bestätigt. Frank Weiland, Sportpsychologe bei der HSV Fußball AG, konnte in seiner Doktorarbeit nachweisen, dass Kinder, die mit wingwave gecoacht wurden, z. B. signifikant geringere Schulangst haben, als die, die nicht gecoacht wurden. Mehr noch: Viele gingen nach dem Kurzzeit-Coaching sogar mit Freude in die Schule!

Lola Siegmund, Wirtschaftspsychologin und selbst Mutter, bestätigt: „Die wingwave-Methode lässt Informationen schnell und punktgenau abrufen!“ Sie ergänzt: „Auch die Lieblingsmusik kann die Lernleistung steigern!“ Noch besser gelingt es, den wingwave-Effect zu nutzen, indem man z. B. wingwave-Musik hört: Mit exakt 63 Beats pro Minute geht sie von einem Ohr zum anderen. Für die wingwave-Musik wurden echte Musikinstrumente verwendet, keine Synthesizer. So verbessert sie, z. B. über die App, während der Arbeit oder der Lernzeit die Aufnahmefähigkeit, sie beruhigt und reduziert Anspannung.

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Wer mehr über diese wirksame Methode wissen möchten, dem sei das Buch „wingwave-Coaching für Kinder und Jugendliche“ Von Cora Besser-Siegmund und Lola Siegmund empfohlen.

Mehr zum EMDR im Coaching erfährst du auch in „wingwave-Coaching“, das Von Cora Besser-Siegmund und Harry Siegmund

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Cora Besser-Siegmund, Dipl.-Psychologin aus Hamburg, gründete vor mehr als 20 Jahren zusammen mit Ihrem Mann Harry Siegmund das Wingwave Institut. Seitdem sind über 8000 Menschen in Wingwave ausgebildet worden.

Lola Siegmund, B.A. Wirtschaftspsychologie mit Schwerpunkt Coaching und Training, Master-Studium „International Leadership“, Business-Coach, NLP- und wingwave-Lehrtrainerin.

Dipl.-Volkswirt Frank Weiland ist Sportpsychologie bei der HSV Fußball AG. Seine Schwerpunkte sind u.a. die sportpsychologische Beratung und Betreuung von Spitzensportlern in Training und Wettkampf und Führungskräftetrainings und -coachings. Seit 2009 bildet er in seinem Unternehmen „Kopfarbeit“ Tainer und Physiotherapeuten in Sportpsychologie aus und betreut Mannschaften und Einzelsportler. Derzeit promoviert er an der DSHS in Köln.

 

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