Explore every episode of the podcast Angelesen! Audio-Buchjournal des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr
| Title | Pub. Date | Duration | |
|---|---|---|---|
| Die große Illusion- Eckart Conze | 29 Aug 2024 | 00:18:17 | |
In dieser Folge von "Angelesen" Dem Buchjournal des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr stellen wir das Buch von Eckart Conze, Die große Illusion. Versailles 1919 und die Neuordnung der Welt vor. Es erschien 2018 im Siedler-Verlag. Der Historiker Eckart Conze ist Inhaber des Lehrstuhls für Neuere und Neueste Geschichte an der Philipps-Universität Marburg und Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr . Im vorliegenden Werk befasst er sich mit der Versailler Friedenskonferenz von 1919. Hier hatten sich die Sieger des Ersten Weltkriegs das Ziel gesetzt, eine neue Weltordnung zu etablieren, die Frieden und Freiheit dauerhaft sichern sollte. Sie scheiterten spektakulär, dem Ersten Weltkrieg folgte rund 20 Jahre später der zweite. Detailliert untersucht Conze die Gründe dieses Scheiterns. Deren wichtigster war die mangelnde Bereitschaft der großen westlichen Staaten, die neue Weltordnung durch aktives Eintreten für Multilateralismus und kollektive Sicherheit zu konsolidieren. FazitEckart Conze hat eine umfangreiche Nachkriegsgeschichte der Bundesrepublik Deutschland vorgelegt. Der Ansatz, die Geschichte der BRD seit 1945 als Suche nach Sicherheit zu interpretieren und daraus die Politik- und Gesellschaftsgeschichte abzuleiten, erscheint plausibel. Conze berücksichtigt umfassend und höchst instruktiv die Politik-, Kultur- und Gesellschaftsgeschichte und zeichnet sich durch eine hervorragende Lesbarkeit aus. Ein gut gelungenes Beispiel großer Zeitgeschichtsschreibung. Artikeltext: Christoph Kuhl | |||
| Der Hitlerputsch | 15 Aug 2024 | 00:16:31 | |
In dieser Folge von "Angelesen", dem Buchjournal des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr stellen wir das Buch von Peter Tauber, Der Hitlerputsch 1923 vor. Es erschien im Jahr 2023 im Reclam-Verlag. In der Nacht vom 8. auf den 9. November 1923 versuchte Adolf Hitler in München die Macht an sich zu reißen, um von dort den Putsch nach Berlin zu tragen. Der Hitlerputsch stellt den letzten Akt in einer Reihe von Herausforderungen dar, denen sich die junge Weimarer Republik im Krisenjahr 1923 ausgesetzt sah. Im ersten Teil seines Buches beschreibt Peter Tauber die Versuche verschiedenster Akteure von Links und Rechts, die verfassungsmäßige Ordnung zu beseitigen. Den zentralen Teil seiner Arbeit stellt anschließend der Putsch und sein Verlauf selbst dar. Zahlreiche handelnde Akteure auf beiden Seiten werden den Lesern vorgestellt und der Verlauf des Umsturzversuches wird minutiös nachgezeichnet. Abschließend erläutert Tauber die Nachwirkungen des Putsches und die Instrumentalisierung sowie Mythisierung durch die Nazis im Dritten Reich. Ein wesentlicher Erfolgsfaktor, vielleicht der entscheidende, für den Putschversuch wäre die Mithilfe der bewaffneten Macht im Staat – vor allem der Reichswehr – gewesen. 1923 hatte Hitler die Reichswehr allerdings nicht unter Kontrolle. Erst nach 1933 gab die Reichswehrführung den Anspruch, die Geschicke der Nation politisch mitzugestalten, nach und nach auf und ließ sich auf eine Funktionselite reduzieren. Aus der Reichswehr wurde die Wehrmacht und diese war dann ein Instrument des Vernichtungs- und Eroberungskrieges. FazitPeter Taubers Buch ist eine äußerst gelungene Zusammenfassung der Ereignisse um den 9. November 1923. Sie ist flüssig zu lesen und dabei äußerst spannend. Die tiefen Einblicke in Gedankenwelt und Handeln der weniger berühmten Akteure des 9. November, die die Verfassung der Republik und den Rechtsstaat schützten, verschaffen der historisch präzisen Darstellung eine erzählerisch ästhetische Komponente. Zugleich zeigt uns Peter Tauber mit seinem Buch vor allem eins: Demokratie und Rechtsstaat scheitern nicht einfach. Sie werden von Demokratiefeinden aktiv bekämpft. Und ihr Überleben oder Untergang hängen ab von der Bereitschaft und Fähigkeit der Demokratinnen und Demokraten, sie zu schützen. Artikeltext und Sprechtext: Martin Schulz | |||
| Der vergebliche Krieg. 20 Jahre Bundeswehr in Afghanistan | 11 Apr 2024 | 00:22:30 | |
In dieser Folge von ANGELESEN! Dem Buchjournal des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr stellen wir das Buch von André Uzulis „Der vergebliche Krieg. 20 Jahre Bundeswehr in Afghanistan. Geschichte und Bilanz" vor. Es erschien 2024 im Miles-Verlag. 20 Jahre ihrer etwa 70-jährigen Geschichte war die Bundeswehr in Afghanistan im Einsatz - mit mehr als 90000 Soldatinnen und Soldaten. Das fremde Land, seine Konflikte und ein Einsatz, dem kein Erfolg beschieden war, verbindet die Männer und Frauen, die für Deutschland am Hindukusch gedient haben. Deutschland und die internationale Gemeinschaft wollten Afghanistan zu einem besseren Land machen - doch der Krieg dort, so stellt es sich in der Rückschau dar war vergeblich. Bislang fehlte ein Überblick über die Vorgeschichte und die Geschichte des Bundeswehrengagements in Afghanistan. Diese Lücke soll mit der vorliegenden Publikation geschlossen werden. Autor und FazitAndré Uzulis ist Journalist, Historiker und Buchautor. Seit 2020 ist er Chefredakteur der sicherheitspolitischen Zeitschrift Loyal. Der Autor zieht in "Der vergebliche Krieg - 20 Jahre Bundeswehr in Afghanistan" Bilanz. In kompakter, gut lesbarer Darstellung zeichnet er Ursachen und Verlauf des Engagements am Hindukusch nach und kommt zu dem Schluss, dass der Einsatz von Anfang an unter keinem guten Stern stand. Text gelesen von: Christoph Jan Longen | |||
| Die Nordatlantische Allianz und Finnland | 04 Apr 2024 | 00:16:47 | |
„ANGELESEN! Das Buchjournal des Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr“ stellt in dieser Folge das Buch von Agilolf Kesselring „Die Nordatlantische Allianz und Finnland“ vor. Das Buch erschien 2013 als Band 8 in der Reihe „Entstehung und Probleme des atlantischen Bündnisses“, herausgegeben vom Militärgeschichtlichen Forschungsamt. Basierend auf bislang unveröffentlichten Dokumenten aus den Brüsseler NATO-Archiven sowie amerikanischen, britischen, deutschen diplomatischen und militärisch-nachrichtendienstlichen Berichten untersucht der Autor die Haltung der Nordatlantischen Allianz gegenüber dem durch eine Defensivallianz mit der Sowjetunion verbundenen, neutralen Finnland. Die regionale Perspektive Finnlands kommt unter den Gesichtspunkten des globalen Konfliktes zwischen détente, containment und roll back in den Blick. Finnland war dabei keineswegs nur Paradebeispiel "friedlicher Koexistenz". Das Ringen um das ostwärts der NATO-Nordflanke gelegene Finnland war ein Kampf um dessen wahrgenommene Zugehörigkeit zwischen Ost und West. Dr. Agilolf Keßelring ist Historiker und lebt in Finnland. Er war von 1992 bis 2006 Offizier der Bundeswehr und dabei von 2002 bis 2006 Mitarbeiter des damaligen Militärgeschichtlichen Forschungsamts in Potsdam, dem Vorgänger des ZMSBw. Text und gelesen von: Stefan Maximilian Brenner | |||
| Die Taliban. Geschichte, Politik, Ideologie | 28 Mar 2024 | 00:19:43 | |
In dieser Folge von „Angelesen“, dem Buchjournal des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr, stellen wir das Buch von Conrad Schetter und Katja Mielke: „Die Taliban. Geschichte, Politik, Ideologie“ vor. Das Werk erschien im Jahr 2022 im Verlag C. H. Beck. „Wer sind die Taliban?“ Diese Frage beschäftigt die Forschung seit über zwei Jahrzehnten. Die von den Vereinigten Staaten geführte westliche Militärintervention begann Ende 2001, erreichte zehn Jahre später mit der massiven Truppenaufstockung ihren Höhepunkt und wurde im August 2021 beendet. Die Bilder von der chaotischen Evakuierung der verbliebenen USUnited States-Truppen, ihrer Verbündeten und zahlreicher afghanischer Menschen haben sich in unser kollektives Bildgedächtnis eingeprägt. In Deutschland beschäftigen sich gleich zwei Ausschüsse des Bundestages mit dem Afghanistan-Einsatz und seinem Ende. Seitdem sind die Taliban in Kabul an der Macht. Wer sind die Taliban? Diese Frage warf der Forscher Conrad Schetter bereits im Jahr 2013 in einer Publikation auf und beantwortete sie in gleich im Untertitel seines Aufsatzes: Lifestyle zwischen Stammeskultur, Islamismus und Globalisierung. Eine detailliertere Antwort auf diese komplexe Frage liefert das knappe, doch höchst informative Buch von Schetter und Katja Mielke. FazitConrad Schetter ist Professor für Friedens- und Konfliktforschung an der Universität Bonn und wissenschaftlicher Direktor des Bonn International Centre for Conflict Studies (BICCBonn International Center for Conversion). Sprechtext: Dr. Martin Rink | |||
| Die neue Weltunordnung vor. Wie sich der Westen selbst zerstört vor. | 21 Mar 2024 | 00:18:53 | |
In dieser Folge von "Angelesen", dem Buchjournal des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr, stellen wir das Buch von Peter Neumann, Die neue Weltunordnung vor. Wie sich der Westen selbst zerstört vor. Das Werk erschien im Jahr 2022 im Rowohlt Verlag. Russland beginnt einen Angriffskrieg gegen die Ukraine, nur wenige Monate zuvor erleben die USA in Afghanistan ein außenpolitisches Debakel, und längst ist der Systemrivale China zur entscheidenden Supermacht aufgestiegen – der Westen steckt in einer nie da gewesenen Krise. Dabei schien der Siegeszug noch vor kurzem unaufhaltsam: Nach dem Ende des Kalten Krieges setzte sich im ehemaligen Ostblock die demokratische Marktwirtschaft durch, Russland wurde vom Feind zum Partner, selbst China wandte sich dem Kapitalismus zu. Dann die große Wende: Die Terroranschläge von 9/11 erschütterten den Westen, der amerikanische «War on Terror» destabilisierte eine ganze Weltregion, der «Arabische Frühling» brachte am Ende nur neue Autokratien hervor, und mit der Annexion der Krim verschärfte sich die Konfrontation mit Russland. Anstelle einer liberalen Weltordnung ist eine neue Weltunordnung entstanden. FazitPeter Neumann, geboren 1974 in Würzburg, ist Professor für Sicherheitsstudien am King's College London und leitet das International Centre for the Study of Radicalisation (ICSR), das weltweit bekannteste Forschungsinstitut zum Thema Radikalisierung und Terrorismus. Nach dem Studium der Politikwissenschaft in Berlin und Belfast promovierte Peter Neumann am King's College London über den Nordirlandkonflikt. Vor seiner wissenschaftlichen Karriere arbeitete er als Radiojournalist in Berlin. Peter R. Neumann, international gefragter Experte für Terrorismus und Geopolitik, zeigt, wie dies geschehen konnte und was jetzt passieren muss. Ein schonungsloser Blick auf die aktuelle Lage des Westens, der sich auf fatale Weise selbst überschätzt hat. Artikeltext: Dr. Stefan Brenner | |||
| Der neue Kriegsroman | 14 Mar 2024 | 00:16:40 | |
In dieser Folge von „Angelesen“, dem Buchjournal des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr, stellen wir das Buch von Monika Wolting: „Der neue Kriegsroman. Repräsentationen des Afghanistankriegs in der deutschen Gegenwartsliteratur“ vor. Das Werk erschien im Jahr 2019 im Universitätsverlag Winter Heidelberg. Monika Małgorzata Wolting (* 16. Mai 1972 in Słupsk, Polen, geb. Dziuba) ist eine polnische Germanistin und Literaturwissenschaftlerin. Sie ist Ordentliche Professorin für Neuere Deutsche Literatur am Lehrstuhl für deutsche Literatur und Kultur nach 1945 des Germanistikinstituts an der Universität Wrocław (Breslau). Vorliegende Studie behandelt die aktuelle deutschsprachige Kriegs- und Heimkehrerliteratur, wie sie insbesondere in der Folge des Afghanistankrieges entstanden ist. Der Afghanistaneinsatz der Bundeswehr wird zum neuen Erzählstoff. FazitDie neuen Kriege generieren eine neue Raum-Zeit-Struktur, in der Figuren agieren, deren Funktion es ist, Irritationen in gesellschaftliche und politische Systeme einzubringen und eine Kritik bestehender Werte, Normen wie auch gesellschaftlich verbindlicher Toleranzvorstellungen zu leisten. Zu den neuen literarischen Figuren zählen: der Bundeswehrsoldat der postheroischen Gesellschaft, der traumatisierte Veteran, der Statist der Kriegsaktivitäten, die Bundeswehrsoldatin, der investigative Kriegsreporter sowie die vor den Gräueln des Krieges Geflüchteten. Den Band runden Autorengespräche mit Dorothea Dieckmann, Jochen Rausch und Norbert Scheuer ab. Sprechtext: Katrin Grosser | |||
| Deutsche Krieger. Vom Kaiserreich zur Berliner Republik - eine Militärgeschichte | 07 Mar 2024 | 00:17:24 | |
In dieser Folge von "Angelesen", dem Buchjournal des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr stellen wir das Buch von Sönke Neitzel: "Deutsche Krieger. Vom Kaiserreich zur Berliner Republik - eine Militärgeschichte" vor. Das Werk erschien im Jahr 2020 im Propyläen Verlag. Sönke Neitzel, geboren 1968 in Hamburg, studierte in Mainz Geschichte, Politikwissenschaft und Publizisitk. Er war Professor für Modern History an der University of Glasgow, für International History an der London School of Economics und hat seit 2015 den Lehrstuhl für Militärgeschichte/Kulturgeschichte der Gewalt an der Universität Potsdam inne. Ein Leutnant des Kaiserreichs, ein Offizier der Wehrmacht und ein Zugführer der Task Force Kunduz des Jahres 2010 haben mehr gemeinsam, als wir glauben. Zu diesem überraschenden Schluss kommt Sönke Neitzel, der die deutsche „Kriegerkultur“ in all ihren Facetten untersucht. Seine Bilanz: Soldaten folgen der Binnenlogik des Militärs, sie sollen kämpfen und auch töten. Das gilt für die großen Schlachten im Ersten Weltkrieg, den verbrecherischen Angriffskrieg der Wehrmacht und aber auch für die Auslandseinsätze der Bundeswehr. FazitIn einer großen historischen Analyse durchmisst Neitzel das Spannungsfeld zwischen Gesellschaft und Militär und zeigt, wie sich die Kultur des Krieges über die Epochen veränderte. 75 Jahre nach Kriegsende geht es darum, das ambivalente Verhältnis der Deutschen zu ihrer Armee neu zu bestimmen. Dieses Buch liefert die Grundlagen. | |||
| Leben nach Afghanistan | 29 Feb 2024 | 00:17:25 | |
In dieser Folge von "Angelesen", dem Buchjournal des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr, stellen wir Ihnen das Buch das von Anja Seiffert und Julius Heß: "Leben nach Afghanistan. Die Soldaten und Veteranen der Generation Einsatz der Bundeswehr" vor. Das Werk erschien im Jahr 2020 am ZMSBw. Dr. Anja Seiffert studierte Germanistik, Politikwissenschaft und Soziologie in Göttingen und Berlin. Promotion in Politikwissenschaft an der Freien Universität Berlin. Wissenschaftliche Mitarbeiterin u.a. an der Freien Universität Berlin, am SOWI und wissenschaftliche Referentin und Büroleiterin im Bundestag. Danach war sie im ZMSBw als Projektbereichsleiterin in der Abteilung Einsatz tätig und ist heute koordinierende Referentin der Enquete-Kommission Afghanistan für die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Deutschen Bundestag. Dr. Julius Heß studierte Soziologie, Geschichte und Philosophie in Hamburg und Paris. Abgeschlossenes Promotionsprojekt zur quantitativen Gewaltursachenforschung. Von 2012 bis 2019 wissenschaftlicher Mitarbeiter im Projektbereich "Einsatzbegleitung und Einsatzdokumentation" am ZMSBw. Danach war er Referent im Auswärtigen Amt und ist heute im Bereich der Datengewinnung zur deutschen Außen- und Sicherheitspolitik im Bundeskanzleramt tätig. Das ZMSBw begleitete und befragte die Angehörigen des 22. Kontingents ISAF über einen Zeitraum von mehr als vier Jahren – vor dem Einsatz, während des Einsatzes in Afghanistan, etwa sechs Wochen nach der Rückkehr und dann nochmals drei Jahre später. FazitDie Studie zeichnet ein differenziertes Bild des Einsatzes und der Lebensrealität von (Einsatz-)Soldaten und Veteranen. Die Einsatzrückkehrer haben die Erfahrungen des Einsatzes überwiegend positiv in ihr Selbstbild integriert. Viele sagen, an dem Einsatz gewachsen zu sein, fühlen sich gelassener, psychisch belastbarer und wissen das Leben in Deutschland jetzt mehr zu schätzen. Das gilt aber nicht für alle Soldaten und Veteranen des Kontingents. Ein kleinerer Teil berichtet von anhaltenden körperlichen oder seelischen Verletzungen sowie von Fremdheitsgefühlen im Alltag. Die Kontingentangehörigen haben eine der intensivsten Phasen des Engagements der Bundeswehr in Afghanistan erlebt. Das ist an ihnen nicht spurlos vorbeigegangen. Vielen fällt es schwer, außerhalb des Kameradenkreis über ihre Erfahrungen zu sprechen. Artikeltext: Dr. Stefan Brenner | |||
| Die Bundeswehr in Afghanistan. Militärische Handlungslogik in internationalen Konflikten | 22 Feb 2024 | 00:24:12 | |
In dieser Folge von "Angelesen", dem Buchjournal des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr stellen wir das Buch von Philipp Münch, "Die Bundeswehr in Afghanistan. Militärische Handlungslogik in internationalen Konflikten" vor. Das Werk erschien im Jahr 2015 im Rombach Verlag. Sowohl für die NATO als auch für die Bundeswehr stellte die International Security Assistance Force (ISAF) in Afghanistan den intensivsten und verlustreichsten Einsatz ihrer Geschichte dar. Über die genaue Praxis dieser vielfach als problematisch gesehenen militärischen Mission ist jedoch wenig bekannt. In seinem Buch "Die Bundeswehr in Afghanistan. Militärische Handlungslogik in internationalen Konflikten" untersucht Philipp Münch erstmals auf breiter Quellenbasis und in historischer Perspektive die Handlungslogik der Bundeswehr in Afghanistan, ebenso die relevanten politischen Entscheidungen. Münch analysiert eingehend, wie die Verantwortlichen den Auslandseinsatz strategisch und operativ planten, wie sie mit afghanischen Machthabern umgingen, wie das Nachrichtenwesen funktionierte und wie die Bundeswehr Gewalt anwendete. Die Ergebnisse werden eingebettet in eine Untersuchung der lokalen afghanischen Verhältnisse, unter denen die Bundeswehr agierte. Das Buch erschien 2015 im Rombach-Verlag in Freiburg. Dr. Philipp Münch ist Projektbereichsleiter Deutsche Sicherheitspolitik und Bundeswehr im Forschungsbereich Sicherheitspolitik und Streitkräfte am Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr in Potsdam. Artikeltext: Dr. Stefan Brenner | |||
| Die Bundeswehr in Afghanistan-Sadat Hadjer | 15 Feb 2024 | 00:13:56 | |
In dieser Folge von "Angelesen", dem Buchjournal des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr stellen wir das Buch von Tahmina Sadat Hadjer: "Die Bundeswehr in Afghanistan: Zivil-militärische Zusammenarbeit" vor. Es erschien 2010 im Bouvier Verlag. In dem Buch "Die Bundeswehr in Afghanistan: Zivil-militärische Zusammenarbeit" unt ersucht Tahmina Sadat Hadjer das Konzept der Bundeswehr zur zivil-militärischen Zusammenarbeit. Am Beispiel des Afghanistaneinsatzes der Bundeswehr geht sie der Frage nach, inwieweit die praktische Umsetzung dieses Konzepts den eigenen Ansprüchen gerecht wird. Sie nimmt dabei die von der Bundeswehr geführten Provincial#en Reconstruction#en Teams und deren Verhältnis zur afghanischen Bevölkerung sowie zu Nichtregierungsorganisationen und Internationalen Organisationen in den Blickpunkt. FazitIn diesem Zusammenhang beleuchtet die Autorin kritisch die deutschen Besonderheiten in der Praxis der vernetzten Sicherheit. Sie berücksichtigt dabei beide Sichtweisen – sowohl die zivile als auch die militärische. Hadjers Prognose, der Afghanistaneinsatz würde die Institutionalisierung der zivil-militärischen Zusammenarbeit stärken, hat sich allerdings in der Praxis nicht bewahrheitet. Dr. Tahmina Sadat Hadjer ist eine Politikwissenschaftlerin, die 2013 an der Universität Konstanz zum Thema: Spoiler or#en Stabilizer? Assessing the Role of Private Military and#en Security Companies in Armed Conflicts promoviert hat. Artikeltext: Dr. Stefan Brenner | |||
| Das Afghanistan-Tagebuch „Hier ist Krieg!“ von Markus Götz | 08 Feb 2024 | 00:23:24 | |
In dieser Folge von "Angelesen", dem Buchjournal des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr stellen wir das Buch von Markus Götz, "Hier ist Krieg." Afghanistan-Tagebuch 2010, hrsg. von Christian Hartmann vor.Das Werk erschien im Jahr 2021 im Verlag Vandenhoeck & Ruprecht. Diese Buchreihe des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr befasst sich mit ausgewählten Aspekten zur Einsatzgeschichte der Bundeswehr seit 1991. Der Herausgeber dieser Quelle, Dr. Christian Hartmann, ehemaliger Leiter der Abteilung Einsatz am Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr ist in der zeit- und militärgeschichtlichen Forschung kein Unbekannter. Er hat viele Bücher zur Geschichte der Wehrmacht und des Zweiten Weltkriegs publiziert und gilt als Experte für historische Editionen; seine bekannteste ist eine Kritische Edition von Hitlers Schrift „Mein Kampf“. Markus Götz ist Stabsfeldwebel, Angehöriger der Panzertruppe bei der Bundeswehr und privater Buchautor. FazitDer Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan ist nicht gut ausgegangen – nicht gut für uns, nicht gut für viele Afghanen und nicht gut für die Afghaninnen. Das wirft viele Fragen auf. Inzwischen richtet sich die öffentliche Wahrnehmung auf den Krieg in der Ukraine, während sich die Bundeswehr wieder auf die Bündnis- und Landesverteidigung fokussiert. Der Einsatz in Afghanistan scheint dahinter zurückzutreten. Doch kommen wir auch in diesem Fall nicht darum, uns dieser Vergangenheit zu stellen – sie zu beschreiben, darüber nachzudenken und unsere Lehren daraus zu ziehen. Aber wie? Ein erster Schritt ist auch hier eine Sammlung und Sichtung der Artikeltext und Sprechtext: Dr. Uwe Hartmann | |||
| Der Siebenjährige Krieg | 01 Aug 2024 | 00:19:56 | |
In dieser Folge von "Angelesen", dem Buchjournal des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr stellen wir das Buch von Gerhard P. Groß, Der Siebenjährige Krieg 1756–1763 vor. Es erschien im Jahr 2023 im Reclam-Verlag. Was hat der erste US-amerikanische Präsident, George Washington, mit dem Siebenjährigen Krieg zu tun? Welche Rolle spielte Preußen in diesem Krieg? Wie sah der Soldatenalltag aus was charakterisiert eigentlich die schiefe Schlachtordnung? Diese und zahlreiche andere spannende Fragen beantwortet Gerhard P. Groß in seiner Darstellung des Siebenjährigen Krieges. In großer Breite entfaltet der Autor ein Panorama des weltumspannenden Konfliktes. Dabei nimmt er den Leser mit auf eine militärgeschichtliche Reise von den Kolonien Nordamerikas über die Weltmeere nach Asien und ins Herz Europas. Obwohl seine Darstellung aus vorwiegend preußischer Sicht geschrieben ist, hat sie auch eine stark globalgeschichtliche Perspektive. Der Autor beschreibt nicht nur die Geschehnisse des Krieges, sondern erläutert abschließend auch die Mythenbildungen rund um Friedrich den Großen sowie die Schlacht von Leuthen. Gerhard P. Groß ist Historiker und war Leiter des Forschungsbereichs Militärgeschichte bis 1945 am Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr in Potsdam. FazitGerhard P. Groß' Der Siebenjährige Krieg bietet einen kenntnisreichen und angenehm zu lesenden Überblick über einen der komplexesten Konflikte der Geschichte. Groß versteht es, dass Geschichtsschreibung auch immer bedeutet, Geschichten zu erzählen. Bereits das einführende Kapitel vermag es, die Leser in den Bann des Buches und der Epoche zu ziehen. Der Autor beleuchtet alle relevanten Schauplätze des Konfliktes, wobei der Schwerpunkt auf Europa liegt. Zugleich wird die weltumspannende Dimension des Kriegs deutlich. Der Siebenjährige Krieg von Gerhard P. Groß eignet sich hervorragend als Abendlektüre und zum Einstieg in das Thema und die Epoche. Die Literaturhinweise am Ende bieten die Möglichkeit, sich vertiefend mit dem Thema auseinanderzusetzen. Artikeltext: Martin Schulz | |||
| Einsatz ohne Krieg? Die Bundeswehr nach 1990 zwischen politischem Auftrag und militärischer Wirklichkeit“ | 01 Feb 2024 | 00:18:14 | |
In dieser Folge von „Angelesen“, dem Buchjournal des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr, stellen wir das Buch „Einsatz ohne Krieg? Die Bundeswehr nach 1990 zwischen politischem Auftrag und militärischer Wirklichkeit“ vor. Es wurde 2021 von Jochen Maurer und Martin Rink herausgegeben. Das Buch „Einsatz ohne Krieg? Die Bundeswehr nach 1990 zwischen politischem Auftrag und militärischer Wirklichkeit“ Der Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan war in vielerlei Hinsicht paradox. Dessen politische Ziele und die Kommunikation darüber passten einfach nicht zusammen. Aber auch das Handeln der Truppe vor Ort war durchaus widersprüchlich. Der Sammelband arbeitet die wesentlichen Defizite des Einsatzes der Bundeswehr in Afghanistan heraus. Deutlich wird: Interventionen produzieren Paradoxien. Das Gute zu wollen kann dazu führen, das Böse zu schaffen. Das passiert umso eher, wenn die politischen Ziele nicht klar und verständlich kommuniziert werden und die grundsätzliche Kontingenz von Krieg ausgeblendet wird. FazitDie Autoren des Sammelbandes „Einsatz ohne Krieg? Die Bundeswehr nach 1990 zwischen politischem Auftrag und militärischer Wirklichkeit“ kommen zu Ergebnissen, welche die laufende Evaluation des Afghanistaneinsatzes der Enquetekommission des Deutschen Bundestages beeinflussen dürften. Bis dahin bleibt der Sammelband die wohl wichtigste Quelle für dessen kritische Analyse. Zu dieser komplexen Einsatzgeschichte der Bundeswehr eröffnet der vorliegende Band Zugänge aus der Perspektive der Militärgeschichte, der Sozialwissenschaften sowie aus der Sicht von ausgewählten Zeitzeugen. Artikeltext und Sprechtext: Dr. Uwe Hartmann | |||
| „Lebensscherben – Hoffnungsspuren" Bernhard R. Kroener | 25 Jan 2024 | 00:17:26 | |
In dieser Folge von "Angelesen", dem Buchjournal des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr, stellen wir das von Bernhard R. Kroener geschriebene 2-bändige Buch „Lebensscherben – Hoffnungsspuren. Eine Familie aus Schlesien in den Stürmen des 20. Jahrhunderts. Eine dokumentarische Erzählung“ vor. Das Werk erschien 2023 im Carola Hartmann Miles-Verlag in Berlin. „Bernhard R. Kroener, vormals Professor für Militärgeschichte – Kulturgeschichte der Gewalt an der Universität Potsdam, hat die Geschichte seiner aus Schlesien stammenden Familie niedergeschrieben. Im Mittelpunkt stehen die drei Brüder Werner, Johannes und Bernhard, einer davon der Vater von Kroener, die den krieg miterleben und erleiden mussten. Zwei von ihnen haben den Krieg nicht überlebt. Die Rest-Familie fand schließlich nach dem Krieg in Vallendar am Rhein wieder zusammen. Ihre Heimat in Breslau gab sie auf. Diese Familiengeschichte gibt einen tiefen Einblick in das von den Wirren der Zeit beeinflusste Leben einer bürgerlichen katholischen Familie. FazitDas gut lesbare und hier und da durchaus humorige Buch "Lebensscherben – Hoffnungsspuren. Eine Familie aus Schlesien in den Stürmen des 20. Jahrhunderts. Eine dokumentarische Erzählung" gewinnt angesichts des Leidens ukrainischer Familien im Krieg eine besondere Aktualität. Es ist mehr als nur eine Familiengeschichte. Jetzt, wo der Krieg in Europa wieder angekommen ist und Fernsehbilder die Wohnzimmer fluten, manche der Zuschauer schon wieder abstumpfen und selbst bei der Bild andere Themen wichtiger scheinen, ist es ratsam, sich den Lebensverhältnissen von Menschen in Diktatur und Krieg zuzuwenden. Produktion: Bundeswehr/Heiner Möllers | |||
| Deutsche Blauhelme in Afrika. Die Bundesrepublik Deutschland und die Missionen der Vereinten Nationen Anfang der 1990er Jahre | 18 Jan 2024 | 00:17:14 | |
In dieser Folge von „Angelesen“, dem Buchjournal des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr, stellen wir das von Torsten Konopka „Deutsche Blauhelme in Afrika. Die Bundesrepublik Deutschland und die Missionen der Vereinten Nationen Anfang der 1990er Jahre“ vor. Seit Ende der 1980er Jahre nimmt die Bundesrepublik Deutschland mit Polizisten und Soldaten an Missionen der Vereinten Nationen teil. Der Weg in die ersten Beteiligungen war jedoch weder gradlinig, noch waren die ersten Beteiligungen vorhersehbar und unumgänglich. Die ersten Beteiligungen der Bundesrepublik Deutschland an Missionen der Vereinten Nationen gingen auf einen meist sehr komplexen Aushandlungsprozess zwischen den verschiedenen, am Prozess beteiligten Bundesministerien zurück. Dies waren in erster Linie das Auswärtige Amt, das Bundesministerium der Verteidigung, das Bundesministerium des Innern sowie das Bundeskanzleramt. Durch eine umfangreiche Auswertung von Ministerialakten arbeitet der Autor die unterschiedlichen Standpunkte dieser Ministerien heraus. Dabei wird deutlich, dass es Anfang der 1990er Jahre in der Bundesregierung keine einheitliche Linie in Bezug auf die Entsendung der Bundeswehr oder des Bundesgrenzschutzes in Missionen der Vereinten Nationen gab. Vielmehr verfolgte jedes Ressort eigene Interessen, sodass Beteiligungen letzten Endes immer auf einen Kompromiss zurückgingen, der nicht unbedingt mit dem Bedarf der Vereinten Nationen übereinstimmte. FazitDer Autor, Torsten Konopka, gibt wichtige Informationen zum Verständnis der ersten Auslandsentsendungen des Bundesgrenzschutzes und der Bundeswehr in Missionen der Vereinten Nationen. Diese bieten eine wichtige Grundlage zum Verständnis jüngerer Auslandseinsätze wie im Kosovo, in Afghanistan oder in Mali. Das Buch „Deutsche Blauhelme in Afrika. Die Bundesrepublik Deutschland und die Missionen der Vereinten Nationen Anfang der 1990er Jahre“ wurde 2023 veröffentlicht. Das Buch trägt zur politischen und militärgeschichtlichen Analyse der Ursprünge der frühen Auslandsmissionen der Bundeswehr bei. Artikeltext und Sprechtext: ZMSBw Autorenteam | |||
| Handbuch Innere Führung, 2023 | 11 Jan 2024 | 00:18:26 | |
In dieser Folge von „Angelesen“, dem Buchjournal des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr, stellen wir das vom Zentrum Innere Führung im November 2023 neu herausgegebene Handbuch Innere Führung vor. Das Zentrum Innere Führung setzt sich als national anerkannte und international vernetzte Ausbildungseinrichtung der Bundeswehr mit Leitfunktion für die Weiterentwicklung, Gestaltung und Vermittlung der Inneren Führung ein. Seine Expertise, seine Kompetenzen und sein Leistungsangebot bilden den Rahmen für Bildung und Zertifizierung aller Ausbildungseinrichtungen der Bundeswehr in allen Fragen und Handlungsfeldern der werteorientierten Führungs- und Organisationskultur. Gleichzeitig ist das Zentrum Innere Führung die zentrale Bildungsinstitution zur Weiterentwicklung individueller Führungskompetenzen. Im Kern zielen die Grundsätze der Inneren Führung auf die Einsatzbereitschaft der Bundeswehr. Der Wille zur Eigeninitiative und zur Übernahme von Verantwortung bleibt trotz der enormen Technologisierung unabdingbar für den Erfolg in Krieg und Einsatz. Zudem wächst mit der Erfahrung die eigene Resilienz und die der Gruppe. Herausfordernde Aufgaben können so selbstbestimmt gemeistert werden. Die Gestaltung des militärischen Dienstes orientiert sich an aus der Kriegswirklichkeit abgeleiteten erzieherischen Zielen, 365 Tage im Jahr. Zur Ungewissheit des Krieges gehört, dass Informationen widersprüchlich oder lückenhaft sind. In solchen Situationen helfen die Werte des Grundgesetzes und die Grundsätze der Inneren Führung. Sie sind ein verlässlicher Kompass, an dem die Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr jederzeit ihr Handeln vertrauensvoll ausrichten können. FazitDie Innere Führung ist, das zeigen die Themen dieses Handbuchs, eine umfassende Konzeption. Sicherheitspolitische Analysen, Kriegs- und Konfliktbilder, die Beziehungen zwischen Politik, Gesellschaft und Militär und schließlich die Menschenführung in der Bundeswehr wie auch das Selbstverständnis ihrer Angehörigen – all dies bindet die Innere Führung zu einem harmonischen Ganzen zusammen. Der Gedankenreichtum vieler Generationen in der Bundeswehr, aber auch in Politik und Gesellschaft, spiegelt sich darin wider. Dabei ist die Innere Führung weder Dogma noch unverbindliche geistige Spielerei. Sie ist eine überaus praxisnahe Konzeption, die zur Weiterentwicklung einlädt. In diesem Handbuch finden sich viele individuelle Angebote zur Befassung mit den wirklich wichtigen Fragen für alle Angehörigen der Bundeswehr. Es soll ermutigen, Verantwortung zu übernehmen. Innere Führung bedarf der verständlichen und beispielhaften Darstellung und der Erläuterung aus der Praxis heraus. Zum Verständnis der Grundprinzipien und ihrer Anwendung ist dieses Handbuch hilfreich, eben um die Inhalte der Konzeption der Inneren Führung für alle Angehörigen der Bundeswehr fassbar zu machen und die Einsatzbereitschaft der Führungs- und Organisationskultur der Bundeswehr zu verdeutlichen. Jeder und jede Interessierte findet in diesem Buch neben einer Klärung der Begrifflichkeiten Anregungen und individuelle Beschreibungen der Schlüsselbegriffe der Inneren Führung aus dem Leben für das Leben. Artikeltext: Dr. Stefan Brenner | |||
| Erziehung in der Bundeswehr. Konzeption und Implementierung militärischer Erziehungsgrundsätze in der Aufbauphase der Bundeswehr 1950 bis 1965 | 04 Jan 2024 | 00:18:14 | |
In dieser Folge von "Angelesen", dem Buchjournal des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr, stellen wir das Buch von Kai Uwe Bormann: "Erziehung in der Bundeswehr. Konzeption und Implementierung militärischer Erziehungsgrundsätze in der Aufbauphase der Bundeswehr 1950 bis 1965" vor. Es erschien 2021 im De Gruyter Verlag. Die Stimmen, die einen Mentalitätswandel deutscher Soldatinnen und Soldaten und Mut zur Erziehung fordern, werden immer lauter. Was ist aber mit Erziehung eigentlich gemeint? Hierüber scheint nur wenig Klarheit zu bestehen. Daher ist Kai Uwe Bormanns Buch über "Erziehung in der Bundeswehr" so wichtig. Der Autor rekonstruiert die Bemühungen der Gründergeneration der Bundeswehr, ein angemessenes Erziehungsverständnis für eine möglichst schlagkräftige Bundeswehr zu finden. Nicht zuletzt durch die Hinzuziehung der bekanntesten Universitätspädagogen der damaligen Zeit war das Ergebnis beeindruckend. Soviel sei an dieser Stelle bereits verraten: Soldatische Erziehung ist Erwachsenenerziehung. Sie erkennt die Persönlichkeit von Soldatinnen und Soldaten an und hilft ihnen dabei, Einstellungen und Tugenden zu entwickeln, die für die Erfüllung ihres Auftrags wichtig sind. Tradierte Vorstellungen einer Entpersönlichung mit einem anschließenden Neuaufbau einer Person haben hier keinen Platz. Ganz im Gegenteil: Erziehung ist begrenzt auf eine "indirekte Erziehung". Vorgesetzte sollen die äußeren Rahmenbedingungen des Dienstes so gestalten und dabei so führen und ausbilden, dass Soldatinnen und Soldaten ihr Verantwortungsbewusstsein schärfen und selbständiges Handeln einüben können. FazitDr. Kai Uwe Bormann ist Militärhistoriker am ZMSBw in Potsdam. In seinem Buch "Erziehung in der Bundeswehr, Konzeption und Implementierung militärischer Erziehungsgrundsätze in der Aufbauphase der Bundeswehr 1950-1965" geht er auch auf ministerielle Gedankenspiele über die Aufstellung von Sonderbataillonen für renitente Soldaten sowie die damaligen Erwartungen der westdeutschen Bevölkerung ein. Vielen Deutschen war die Erziehung "missratener Söhne" wichtiger als der Verteidigungsauftrag. Das Buch erschien 2021 im De Gruyter Verlag. | |||
| Das vergessene Gedenken. | 21 Dec 2023 | 00:19:02 | |
In dieser Folge von Angelesen, dem Buchjournal des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr stellen wir das Buch von Julia Katharina Nordmann: „Das vergessene Gedenken. Die Trauer- und Gedenkkultur der Bundeswehr“ vor. Es erschien 2022 im De Gruyter Oldenbourg Verlag. Julia Katharina Nordmann stellt in ihrer Dissertation die Entwicklung der Trauer- und Gedenkkultur in der Bundeswehr von deren Anfängen bis zur Gegenwart dar. Sie untersucht die Gründe dafür, dass das Gedenken an im Dienst ums Leben gekommene Soldaten jahrzehntelang ausschließlich bundeswehrintern und abseits der breiten Öffentlichkeit stattfand und hebt die entscheidende Rolle hervor, die die Auslandseinsätze für den Wandel des Gedenkens und seine Verlagerung in die Öffentlichkeit spielten. In den Auslandseinsätzen starben Bundeswehrsoldaten erstmals nicht bei Unfällen, sondern durch Feindeinwirkung. Seit 2008 wurde dieser Kameraden in öffentlichen Zeremonien gedacht. 2009 wurde das öffentlich zugängliche zentrale Ehrenmal der Bundeswehr eingeweiht, das das Gedenken an alle im Dienst ums Leben gekommenen Bundeswehrangehörigen ebenso wachhält wie der 2014 eröffnete „Wald der Erinnerung“ in Potsdam-Schwielowsee. FazitDas Thema des Buches: „Das vergessene Gedenken. Die Trauer- und Gedenkkultur der Bundeswehr“ richtet sich an ein breites an militärischen Fragen interessiertes Publikum. Der Autorin ist es gelungen, mit reichhaltigen Quellen, eine überzeugende Studie darzustellen die souverän die verschiedenen systematischen Linien und Verflechtungen der Trauer- und Gedenkkultur in der Bundeswehr aufzeigt. Außerdem zeigt das Buch den langen und mühsamen Prozess, der Einführung des öffentlichen Gedenkens und wie heute in vielfältiger Weise die Toten der Bundeswehr gewürdigt werden. Artikeltext: Dr. Stefan Brenner | |||
| Innere Führung auf dem Prüfstand | 14 Dec 2023 | 00:18:56 | |
In dieser Folge von "Angelesen" dem Buchjournal des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr stellen wir das Buch von Marcel Bohnert: "Innere Führung auf dem Prüfstand. Lehren aus dem Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr" vor. Marcel Bohnert, Dipl.-Päd., M.A., Jahrgang 1979, ist Oberstleutnant im Generalstabsdienst der Bundeswehr. Er war als Gruppenführer im Kosovo, als Kompaniechef in Afghanistan und als Militärberater im Irak eingesetzt. Bohnert hat über 100 Aufsätze zu militärischen Themen verfasst, die u.a. in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, dem Spiegel, der Österreichischen Militärischen Zeitschrift oder der Europäischen Sicherheit & Technik veröffentlicht wurden. Zu seinen vieldiskutierten Schriften zählen u.a. "Innere Führung auf dem Prüfstand", "Armee im Aufbruch" und "Die unsichtbaren Veteranen". Ist die Innere Führung, die ursprünglich für die Landes- und Bündnisverteidigungsarmee des Kalten Krieges konzipiert wurde, auch die passende Führungs- und Organisationskultur für die Einsatzarmee, die unter ganz anderen Rahmenbedingungen fernab von Heimat und Bündnisgebiet operiert? Mit dieser Frage befasst sich im vorliegenden Werk Marcel Bohnert, Oberstleutnant i. G., Afghanistanveteran und seit 2021 zweiter stellvertretender Bundesvorsitzender des Deutschen Bundeswehrverbandes. FazitMarcel Bohnert versucht in seinem Buch die Diskussion über die Innere Führung zu starten: Wo hat sie sich bewährt? Was sind die Probleme? Dabei will Bohnert das Prinzip nicht abschaffen, im Gegenteil. Für ihn ist es elementarer Bestandteil der deutschen Führungskultur. Dementsprechend übt der Autor zwar Kritik an der derzeitigen Umsetzung der Inneren Führung, liefert aber auch neue Denkanstöße, die u.a. nach der Zeitenwende von 2022 hilfreich sein können. Das Buch "Innere Führung auf dem Prüfstand. Lehren aus dem Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr“ erschien 2017 im GermanVeteransPublishing (GVP). Artikeltext: Dr. Stefan Brenner | |||
| Kritik der Inneren Führung | 07 Dec 2023 | 00:19:34 | |
In dieser Folge von Angelesen, dem Buchjournal des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr stellen wir das Buch von Thomas Wanninger: "Kritik der Inneren Führung. Eine Konzeption der Wehrhaftigkeit in der Demokratie" vor. Es erschien 2023 im Miles-Verlag. In der Aufbauphase der Bundeswehr wurde die Innere Führung als Konzept bezeichnet. Dies deutete darauf hin, dass die Arbeit daran noch längst nicht abgeschlossen war. Zudem gab es scharfe Kontroversen über ihre inhaltliche Ausgestaltung. Erst viele Jahre später war es üblich, von einer Konzeption der Inneren Führung zu sprechen. Thomas Wanninger zeigt in seinem Buch „Kritik der Inneren Führung“ auf, dass die Innere Führung noch längst keine Konzeption ist. Sie sei nur ein Konvolut an Grundsätzen, denen der innere Zusammenhang und eine tiefere Begründung fehle. Hinzu käme: Wie bei einer Bad Bank wurden unangenehme Themen an die Innere Führung ausgelagert. Kein Wunder also, dass ihre Akzeptanz in den Streitkräften unzureichend ist. Thomas Wanninger möchte die Innere Führung auf wenige Axiome begrenzen, die aus sich heraus einsichtig sind und den Soldatinnen und Soldaten eine klare Orientierung ermöglichen. FazitDr. phil. Thomas Wanninger (Jahrgang 1971) ist Oberstleutnant d.R. und kommt aus Regensburg. Bei der Bundeswehr diente er unter anderem bei der Gebirgsjägertruppe, als Kompaniechef, am Zentrum Innere Führung sowie als Referent in Höheren Kommandobehörden. Er engagiert sich auch in den sozialen Medien für die Innere Führung. Der Autor entwirft zuerst eine Systematik, aus der heraus fünf Axiome der Inneren Führung benannt werden. Es geht um ein Gesellschaftsprinzip, Demokratieprinzip und Personalitätsprinzip. Hinzu kommen ein Komplementärprinzip und Identitätsprinzip, wo die Einheit des Gegensätzlichen thematisiert wird. Für das Spezifische des Soldatenberufs, in dem mit der Waffe in der Hand die Freiheit verteidigt werden muss, ist das entscheidend. Aus diesen Überlegungen folgen Ansätze zu einer Vereinfachung der Bundeswehr. Man wird nicht umhinkommen, dem in demokratischer Haltung geübten Vorgesetzen Vertrauen und Gestaltungsfreiheit entgegenzubringen. Artikeltext: Dr. Stefan Brenner | |||
| Glücksgarant Bundeswehr? Ethische Schlaglichter auf einige neuere Studien des ZMSBw im Kontext von Sinn und Glück des Soldatenberufs, Innerer Führung und Einsatz-Ethos | 30 Nov 2023 | 00:15:40 | |
In dieser Folge von Angelesen, dem Buchjournal des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr, stellen wir das Buch von Christian Göbel: "Glücksgarant Bundeswehr? Ethische Schlaglichter auf einige neuere Studien des ZMSBw im Kontext von Sinn und Glück des Soldatenberufs, Innerer Führung und Einsatz-Ethos" vor. Prof. Dr. Dr. Christian Göbel studierte Philosophie und Theologie in Paderborn, München, Cambridge, Rom und Leiden. Nach Lehr- und Forschungstätigkeiten in Rom, Sonada (Indien) und Boston ist er seit 2008 Professor für Philosophie am Assumption College in Worcester (USA), wo er auch im Studiengang "Peace and#en Conflict Studies" lehrt. Seit 2015 ist Prof. Göbel Direktor des Rom-Campus der Hochschule. Weiterhin ist er Oberstleutnant der Reserve in der Bundeswehr. Die Bundeswehr hat zuletzt der Zufriedenheit ihrer Angehörigen erhöhte Aufmerksamkeit gewidmet. Die vorliegende Untersuchung begleitet dieses Vorgehen mit philosohischen Reflexionen und beleuchtet Gründe, die in der Personalwerbung, aber auch in der ethischen Verantwortung des Dienstgebers für die Soldatinnen und Soldaten liegen. Zugleich zeigt sich, dass die empirische Bestandsaufnahme von Zufriedenheitsfaktoren in Bildungsanstrengungen überführt werden sollte, die die Sinnhaftigkeit des Soldat seins verdeutlichen. Der Soldatenberuf bietet extrinsische wie intrinsische Motivation; er kann Zufriedenheit und Glück bereiten und darin attraktiv sein. FazitDas Buch "Glücksgarant Bundeswehr? Ethische Schlaglichter auf einige neuere Studien des ZMSBw im Kontext von Sinn und Glück des Soldatenberufs, Innerer Führung und Einsatz-Ethos" erschien im Jahr 2016 im Miles-Verlag. Der Soldatenberuf bietet extrinsische wie intrinsische Motivation; er kann Zufriedenheit und Glück bereiten und darin attraktiv sein. Die Studie liefert Argumente für eine Intensivierung der ethisch-politischen und menschlich-geistigen Bildung in der Bundeswehr. Inhaltlich schöpft diese aus dem Wertekontext der Inneren Führung, deren Relevanz auch für die "Generation Einsatz" unterstrichen wird. Artikeltext: Dr. Stefan Brenner | |||
| Innere Führung in Zahlen: Streitkräftebefragung 2013 | 23 Nov 2023 | 00:15:53 | |
In dieser Folge von "Angelesen", dem Buchjournal des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr stellen wir das Buch von Angela Dörfler-Diercken und Robert Kramer: "Innere Führung in Zahlen: Streitkräftebefragung 2013" vor. Es erschien 2014 im Miles-Verlag. Angelika Dörfler-Dierken, Ev. Theologin, war Projektbereichsleiterin für Innere Führung, Ethik und Militärseelsorge im Forschungsbereich Sicherheitspolitik und Streitkräfte am ZMSBw in Potsdam und apl. Prof. am Fachbereich Evangelische Theologie der Universität Hamburg. Sie befindet sich seit 2021 im Ruhestand. Dipl.-Kfm. Hauptmann Dr. Robert Kramer war wissenschaftlicher Mitarbeiter im Projektbereich „Personalgewinnung und Personalbindung“‘ im Forschungsbereich „Militärsoziologie“ des ZMSBw. Zuvor war er als Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Helmut-Schmidt-Universität Hamburg (Institut für Marketing) sowie am Sozialwissenschaftlichen Institut der Bundeswehr in Strausberg tätig. Sein Arbeitsschwerpunkt lag auf der Durchführung empirischer Studien, die Fragen der Arbeitgeberattraktivität, der Berufs- und Arbeitgeberwahl sowie der Unternehmenskommunikation untersuchen. Heute ist Kramer Market Insight Manager bei der Berlin-Chemie AG. In der Bundeswehrumfrage des Jahres 2013 wurden erstmals die Soldatinnen und Soldaten nach ihrer Kenntnis der ZDv 10/1 Innere Führung (2008), nach ihren Einstellungen gegenüber der Inneren Führung und nach ihren Erfahrungen mit der Umsetzung dieser Vorschrift in der Bundeswehr gefragt. Die repräsentativen Ergebnisse lassen die breite Zustimmung zur ZDv 10/1 Innere Führung (2008) ebenso erkennen wie Nachsteuerungsbedarf und Desiderate. Die vorliegende Untersuchung ist die erste empirisch gestützte Studie zur Inneren Führung. FazitAngelika Dörfler-Dierken und Robert Kramer haben Bekanntheit, Akzeptanz und Umsetzung der Inneren Führung in der Bundeswehr untersucht. Auf der Basis der Streitkräftebefragung 2013 haben die Autoren die erste empirisch-quantitative Analyse zur Inneren Führung vorgelegt. Die Untersuchung bietet neue Perspektiven für die Wahrnehmung der in der Zentralen Dienstvorschrift zur Inneren Führung festgeschriebenen Grundsätze und Normen. Sie regt in viel-fältiger Weise zu Austausch und Diskussion über die Umsetzung der Inneren Führung und zu deren Weiterentwicklung an. Artikeltext: Dr. Stefan Brenner | |||
| Denkmäler für den Widerstand gegen den Nationalsozialismus | 18 Jul 2024 | 00:11:16 | |
In dieser Folge von "Angelesen", dem Buchjournal des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr stellen wir das Buch von Josef D. Blotz, Denkmäler für den Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Topographie einer deutschen Erinnerungslandschaft am Beispiel des 20. Juli 1944 vor. Es erschien im Jahr 2024 in der Reihe "Beiträge zur Militärgeschichte". Widerstand gegen den Nationalsozialismus war eher eine Ausnahme, Denkmäler für den Widerstand sind es nicht: Rund 1.100 Denkmäler, Gedenktafeln, Ehrengräber, Büsten und Stolpersteine zur Erinnerung an den Widerstand und seine Persönlichkeiten erinnern heute an mehr als 280 Orten in Deutschland an den Widerstand unterschiedlicher Gruppen. Ausgehend von den Begrifflichkeiten "Widerstand" und "Denkmal" untersucht und beschreibt Josef Blotz die Erinnerungslandschaft im Überblick und geht hierbei sehr detailliert auf die verschiedenen Denkmäler, ihre geografische Verteilung sowie ihre gestalterischen Besonderheiten für verschiedene Formen des Widerstands ein. FazitDie Studie von Josef Blotz möchte dafür sensibilisieren und dazu animieren, genauer hinzuschauen und zu hinterfragen - wo begegnen uns in unserem Alltag Orte der Erinnerung oder Stolpersteine und welche Geschichte wollen uns diese Zeugen der Vergangenheit erzählen und was können wir von ihnen und aus der Geschichte lernen. Dieses Werk soll damit nicht so sehr die Geschichte des Widerstandes erzählen als vielmehr die Geschichte der Gesellschaft, die sich an diesen Widerstand erinnert. Josef Blotz war von 1975 bis zu seiner Pensionierung 2021 Offizier der Bundeswehr, zuletzt als Stellvertretender Kommandierender General des Eurokorps in Strasborg. Artikeltext: Katrin Grosser | |||
| Der gewollte Soldat und sein Wandel | 16 Nov 2023 | 00:16:20 | |
In dieser Folge von "Angelesen", dem Buchjournal des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr stellen wir das Buch von Frank Nägler: "Der gewollte Soldat und sein Wandel". Personelle Rüstung und Innere Führung in den Aufbaujahren der Bundeswehr 1956 bis 1964/65 vor. Es erschien 2010 im De Gruyter Oldenbourg Verlag. Fregattenkapitän a. D. Dr. Frank Nägler ist Marineoffizier, Historikerstabsoffizier im Ruhestand und ehemaliger Wissenschaftler des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr. Nägler wurde veröffentlichte u. a. zur Geschichte der Bundeswehr, zur Marinegeschichte, zum Liberalismus und zum Thema „Deutsche Jüdische Soldaten“. Das Projekt untersucht zunächst das bei Aufstellungsbeginn der Bundeswehr konzipierte Bild des Staatsbürgers in Uniform. Frank Nägler stellt hierbei konkurrierende Lesarten dieses Leitbildes vor und betrachtet sodann dessen Ausprägungen, wie sie in den einschlägigen Gesetzen, Vorschriften und Publikationen ihren Niederschlag gefunden haben. Schließlich wendet sich die Studie der bis 1964 vorgenommenen Aufstellung zu. Analysiert werden dabei die Folgen, welche die Rekrutierung und die damit einhergehenden Krisen für das Binnengefüge der Streitkräfte und für das Leitbild des Staatsbürgers in Uniform gehabt haben. FazitDie Reihe Sicherheitspolitik und Streitkräfte der Bundesrepublik Deutschland schließt nahtlos an das vierbändige Werk Anfänge westdeutscher Sicherheitspolitik an und schreibt die Geschichte der Bundeswehr fort. Für den interessierten Laien sind die umfangreiche Buch-Einleitung und die jeweiligen Kapiteleinführungen in Verbindung mit der präzisen Zusammenfassung bereits ausreichend, um die Materie weitgehend zu erfassen. Für den forschenden Kenner dagegen ist diese Neuerscheinung eine kaum versiegende Informationsquelle und Fundus eigener Fragestellungen. Artikeltext: Dr. Stefan Brenner | |||
| Handbuch Innere Führung von 1957 | 09 Nov 2023 | 00:21:49 | |
In dieser Folge von Angelesen, dem Buchjournal des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr, stellen wir das "Handbuch Innere Führung" in seiner Ursprungsfassung vor. Das Werk erschien im Jahr 1957. Es wurde letztmalig 1972 in fünfter unveränderter Auflage in der Bundeswehr verteilt. Die Entstehungsbedingungen des „gelben Buchs“ (Koller) waren 1956/57 nicht einfach, die gestellte Aufgabe nicht weniger. Für den Aufbau der Bundeswehr war ein Tempo angesetzt, das die Zeit der Heeresvermehrung in den 30er Jahren noch übertraf. Alles geschah gleichzeitig – Wehrgesetzgebung, Organisationsaufbau und Aufstellung. Was man glaubte entbehren zu können, wurde gekürzt und vertagt. Dazu gehörte, trotz anderslautender Bekenntnisse, die Gründlichkeit der Führerausbildung, die Ausgestaltung der Inneren Ordnung und damit die Über- und Umsetzung der Leitvorstellungen der neuen Konzeption Innere Führung, die im Amt Blank entwickelt worden war. Vorschriften und Ausbildungshilfen waren Mangelware. Hier sprang das „Handbuch“ ein. Darin waren Texte versammelt, die auf Referate der ersten Offizierlehrgänge zurückgriffen oder noch ausstehende Vorschriften erläuterten. Mit Beiträgen über den Eid, das Leitbild des Staatsbürgers in Uniform, die soldatische Tradition und den 20. Juli 1944 steuerte Graf Baudissin knapp die Hälfte des Bandes bei. Andere Beiträge befassten sich mit den Leitsätzen für Menschenführer, Gruppenselbstarbeit, Truppen-Information und Truppen-Betreuung. Heraus kam – so der Untertitel – eine „Hilfe zur Klärung der Begriffe“, die sich im Grundsätzlichen bewegte, aber auch handfeste Handlungsanweisungen, Führungshilfen und Erfahrungswissen anbot. FazitNicht nur die Form des „Handbuchs“ war anders als gewohnt, auch der Inhalt barg seinerzeit Sprengstoff. Der Denk- und Handlungsanleitung, die die Militärreformer den Soldaten vorlegten, lag eine Kernthese zugrunde: Militärische Schlagkraft, soldatische Professionalität und demokratische Lebensform sind vereinbar: „Verteidigungswert ist, was lebenswert ist.“ Damit war der Rechtsstatus des Soldaten als Staatsbürger gemeint, aber auch die Ausgestaltung des militärischen Erfahrungsraums, die Dienstgestaltung und das Vorgesetztenverhältnis, die Kräftigung von Teamgeist und Mitwirkung. Ziel war ein „freiheitliches Binnengefüge“ der neuen Armee, in der sich Rechte und Pflichten, Hierarchie und Partnerschaft die Waage halten. Beflügelt wurde dieser Ansatz von der Überzeugung, dass parlamentarische Demokratie, industrielle Arbeitsbeziehungen, liberale Gesellschaft und eine moderne Militärverfassung einander nicht ausschließen. Das „Handbuch“ sprach eine deutliche Sprache, wenn es unterstrich, dass „sittliche, geistige und seelische Kräfte mehr noch als fachliches Können den Wert des Soldaten in Frieden und Krieg bestimmen.“ Der Soldat konnte „eingebürgert“ werden, ohne an „abwehrbereiter Kriegstüchtigkeit“ zu verlieren. Es wäre eine lohnende Herausforderung, die heute zwischen Gesellschaft, Politik und Militär bestehenden Synergien mit der gleichen Ernsthaftigkeit zu entfalten! Artikeltext und Sprechtext: Dr. Uwe Hartmann | |||
| Der Flakon | 02 Nov 2023 | 00:13:40 | |
In dieser Folge von Angelesen, dem Buchjournal des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr, stellen wir den historischen Roman von Hans Pleschinski, Der Flakon vor. Das Werk erschien im Jahr 2023 im C.H. Beck-Verlag. Deutsche Geschichte und heimliche HeldinnenIm August 1756 überfällt Friedrich der Große ohne Kriegserklärung Sachsen. Vor der hochgerüsteten preußischen Armee flüchtet Friedrich August, Herrscher über Sachsen und Polen, zusammen mit seinem Premierminister Heinrich von Brühl, nach Warschau. Aber die Reichsgräfin von Brühl bleibt in Dresden und kapituliert nicht, während das Land geplündert wird. Sie schmiedet einen Plan... Getarnt durch ein Pseudonym, macht sie sich mit ihrer Kammerzofe auf den mühevollen Weg nach Leipzig, wo Friedrich der Große seine Audienzen hält. Kann man durch eine beherzte Tat die Geschichte verändern, einen barbarischen Krieg beenden? In seinem neuen ebenso unterhaltsamen wie kenntnisreichen Roman erzählt Hans Pleschinski von einem wenig bekannten Ereignis der deutschen Geschichte und von heimlichen Heldinnen. Der AutorHans Pleschinski lebt als freier Autor in München. Er veröffentlichte u.a. die Romane "Ludwigshöhe" (2008), "Königsallee" (2013), der ein Bestseller wurde, "Wiesenstein" (2018) und "Am Götterbaum" (2021), den Band "Verbot der Nüchternheit. Kleines Brevier für ein besseres Leben" (2007), gab die Briefe der Madame de Pompadour, den Briefwechsel Voltaire-Friedrich der Große, eine Auswahl aus dem Tagebuch des Herzogs von Croÿ und die Lebenserinnerungen der Else Sohn-Rethel heraus. Er erhielt u.a. den Hannelore-Greve-Preis (2006), denNicolas-Born-Preis (2008), den Literaturpreis der Stadt München (2014) und den Literaturpreis der Konrad Adenauer-Stiftung (2020). Er wurde 2012 zum Chevalier dans L’Ordre des Arts et des Lettres der Republik Frankreich ernannt. Hans Pleschinski ist Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste. Artikeltext und Sprechtext: Dr. Harald Potempa | |||
| Der Stahlhelm - Bund der Frontsoldaten | 26 Oct 2023 | 00:14:32 | |
In dieser Folge von Angelesen, dem Buchjournal des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr, stellen wir das Buch von Dennis Werberg: "Der Stahlhelm - Bund der Frontsoldaten. Eine Veteranenorganisation und ihr Verhältnis zum Nationalsozialismus" aus der Reihe "Zeitalter der Weltkriege" vor. Major Dr. Dennis Werberg ist Historikerstabsoffizier im Forschungsbereich Deutsche Militärgeschichte bis 1945 am Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr in Potsdam. Als eine der großen Veteranenorganisationen und rechte Sammlungsbewegung war der "Stahlhelm – Bund der Frontsoldaten" ein bedeutender politischer Akteur der Weimarer Republik. Er stand in einem äußerst ambivalenten Verhältnis zum aufstrebenden Nationalsozialismus. Einerseits konkurrierten sie um die Vorherrschaft innerhalb des nationalen Lagers, andererseits erkannten beide Seiten den Nutzen einer Kooperation. Insbesondere den einfachen Stahlhelm-Mitgliedern erschien die NS-Bewegung als attraktive Alternative, die ihre Ziele zu erreichen schien. Die Konkurrenz steigerte sich 1931/32 zur erbitterten Feindschaft. Nach der Eingliederung eines Großteils der Bundesmitglieder in die SA im Jahr 1933 sah sich der Rest-Bund immer heftigeren Repressalien ausgesetzt, bevor er 1935 aufgelöst wurde. 1951 neu gegründet, konnte er nicht an seine früheren Erfolge anknüpfen. Mehrere Spaltungen beschleunigten den Niedergang der Organisation. Artikeltext und Sprechtext: Dr. Winfried Heinemann | |||
| Der Sport des Militärs | 19 Oct 2023 | 00:16:30 | |
In dieser Folge von Angelesen, dem Buchjournal des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr, stellen wir das Buch von Martin Elbe und Frank Reichherzer: "Der Sport des Militärs. Perspektiven aus Forschung, Lehre und Praxis" vor. Es erschien 2023 im De Gruyter Oldenbourg Verlag. Prof. Dr. Martin Elbe ist Projektleiter im Forschungsbereich Militärsoziologie am Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr und Vorsitzender des Arbeitskreises Militär und Sozialwissenschaften e. V.. Wissenschaftlicher Oberrat Dr. Frank Reichherzer ist wissenschaftlicher Mitarbeiter im Forschungsbereich Militärgeschichte bis 1945 am Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr und Projektleiter des Leitthemas „Militär und Gewalt“ im Rahmen der Agenda 2028 des ZMSBw. Dieses Buch ist das erste umfassende Werk, das sich dem Zusammenhang von Sport und Militär aus verschiedenen Blickwinkeln nähert: sozialwissenschaftlich, historisch, sportwissenschaftlich und psychologisch. Der Schwerpunkt des Bandes liegt auf dem 20. Jahrhundert. FazitSport hatte im Militär seit je einen hohen Stellenwert. Seine Bedeutung geht über körperliche Ertüchtigung weit hinaus. Dieser Sammelband, in dem neben Sozialwissenschaftlern und Historikern auch Sportmediziner und -Psychologen zu Wort kommen, geht sowohl den aktuellen Bezügen als auch der historischen Dimension des Themas nach. Bei der Darstellung des aktuellen Beziehungsgeflechts zwischen Sport und Militär steht die Bundeswehr im Vordergrund. Die historische Relevanz des Themas wird anhand von Beiträgen deutlich, die sich schwerpunktmäßig mit dem 20. Jahrhundert beschäftigen. Artikeltext: Dr. Stefan Brenner | |||
| Das Große Hauptquartier im Ersten Weltkrieg | 12 Oct 2023 | 00:16:32 | |
In dieser Folge von Angelesen, dem Buchjournal des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr, stellen wir das Buch von Gerhard P. Groß, "Das Große Hauptquartier im Ersten Weltkrieg" aus der Reihe "Zeitalter der Weltkriege" vor. Das Werk erschien im Jahr 2022 im De Gruyter-Oldenbourg Verlag. Gerhard P. Groß ist Historiker und Oberst a. D. der Bundeswehr. Er war langjährig in leitenden Funktionen im Militärgeschichtlichen Forschungsamt der Bundeswehr und am ZMSBw wissenschaftlich tätig. Das 20. Jahrhundert ist entscheidend durch die beiden Weltkriege 1914 bis 1918 und 1939 bis 1945 geprägt worden. Sie veränderten die politische Landkarte der Welt, forderten Millionen und Abermillionen Opfer und prägten sich tief in das kollektive Gedächtnis ein. Die Reihe "Zeitalter der Weltkriege" des ZMSBw widmet sich diesen grundstürzenden Ereignissen. Sie versteht den Ersten und Zweiten Weltkrieg sowie die Zwischenkriegszeit als Einheit und operiert mit den Methoden der modernen Militärgeschichtsschreibung. Fazit1914 trat Deutschland mit dem Großen Hauptquartier als zentralem Führungsinstrument in den Krieg ein. In ihm versammelten sich neben Kaiser Wilhelm II. die wichtigsten politischen und militärischen Entscheidungsträger des Kaiserreichs. Diese Studie fragt nicht nur danach, was das Große Hauptquartier war, sondern wie man dort Führung organisierte, wie Entscheidungsprozesse abliefen und wie zeitgemäß es war. Die Studie von Gerhard P. Groß geht weit über eine Organisationsgeschichte hinaus. Sie ist zugleich ein institutionelles Psychogramm, das die Lebensrealität im Großen Hauptquartier abbildet und untersucht, welche Einflüsse der Alltag auf Führungsentscheidungen hatte – kurz: wie dieser militärische Stab funktionierte. Artikeltext: Dr. Stefan Brenner | |||
| Vom Kadetten bis zum Admiral | 05 Oct 2023 | 00:15:46 | |
In dieser Folge von Angelesen, dem Buchjournal des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr, stellen wir das Buch von Christian Jentzsch "Vom Kadetten bis zum Admiral. Das britische und deutsche Seeoffizierkorps 1871-1914" vor. Das Werk erschien im Jahr 2018 im De Gruyter-Oldenborg Verlag. Fregattenkapitän Christian Jentzsch ist Historikeroffizier und wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung Forschung im Bereich Einsatzgeschichte am Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr. Das 20. Jahrhundert ist entscheidend durch die beiden Weltkriege 1914 bis 1918 und 1939 bis 1945 geprägt worden. Sie veränderten die politische Landkarte der Welt, forderten Millionen und Abermillionen Opfer und prägten sich tief in das kollektive Gedächtnis ein. Die Reihe "Zeitalter der Weltkriege" des ZMSBw widmet sich diesen grundstürzenden Ereignissen. Sie versteht den Ersten und Zweiten Weltkrieg sowie die Zwischenkriegszeit als Einheit und operiert mit den Methoden der modernen Militärgeschichtsschreibung. FazitDie Royal Navy und die Kaiserliche Marine erlebten seit dem letzten Drittel des 19. Jahrhunderts einen grundlegenden Wandel. Prägten anfangs Segelschiffhybride als Hauptkampfmittel die beiden Flotten, dominierten sie Großkampfschiffe vor Beginn des Ersten Weltkrieges. Aber auch U-Boote und Seeflugzeuge spielten eine zunehmende Rolle. Vor allem die drastischen technologischen und gesellschaftlichen Entwicklungen wirkten sich auf die Aufgaben, Rekrutierung und Ausbildung der Offiziere aus. Christian Jentzsch untersucht, wie das Seeoffizierkorps der Kaiserlichen Marine und das Executive Officer Corps der Royal Navy auf die Herausforderungen reagierten. Artikeltext: Dr. Stefan Brenner | |||
| Genosse General! Die Militärelite der DDR in biographischen Skizzen | 28 Sep 2023 | 00:14:15 | |
19 Biographien von Generalen der anderen deutschen Armee stellen Hans Ehlert und Armin Wagner in ihrem Buch "Genosse General! Die Militärelite der DDR in biographischen Skizzen" vor. Der Sammelband erschien im Jahr 2002 im Christoph Links-Verlag Berlin. Am Aufbau der NVA wirkten rund 220 frühere Mitglieder der Kommunistischen Partei Deutschlands oder der SPD vor 1933 nun in Uniform mit, aber nicht alle als Offizier oder gar General. Mit ihnen dienten knapp 500 frühere Wehrmachoffiziere, darunter neun Generale. So sehr die ehemaligen Wehrmachtoffiziere mit ihrem Fachwissen in der NVA gebraucht wurden, so sehr begegneten der Staat und sein Überwachungsapparat ihnen mit Misstrauen. Exemplarisch werden hier die militärischen Lebenswege zweier NVA-Generale vorgestellt, die zuvor schon in der Wehrmacht Generale waren. Das Buch Genosse General! Die Militärelite der DDR in biographischen Skizzen erschien 2002 im Christoph Links-Verlag Berlin. Dr. Hans Ehlert (Oberst und später Amtschef des damaligen MGFA) und Dr. Armin Wagner (heute ebenfalls Oberst und ehemaliger Direktor des Militärhistorischen Museums der Bundeswehr in Dresden) stellen darin 19 weithin unbekannte Biographien von Generalen und Admiralen der DDR-Streitkräfte vor. Auch für nicht übermäßig an der NVA-Geschichte, sondern mehr an der der Reichswehr und Wehrmacht Interessierte, bietet der Sammelband spannende Lektüre. Artikeltext und Sprechtext: Dr. Klaus Storkmann | |||
| Spielball der Politik. Eine kurze Geschichte der Bundeswehr | 21 Sep 2023 | 00:15:23 | |
In dieser Folge von Angelesen, dem Buchjournal des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr stellen wir das Buch von Hauke Friederichs: "Spielball der Politik. Eine kurze Geschichte der Bundeswehr" vor. Das Werk erschien im Jahr 2023 im dtv Verlag. Dr. Hauke Friederichs ist Journalist und Bestseller-Autor. Der promovierte Historiker schreibt u.a. für ZEIT, SPIEGEL Geschichte und P.M. History. Er bereitet mit Leidenschaft Zeitgeschichte für ein breites Publikum auf. Er gilt als Bestsellerautor. Dieses Prädikat hat er sich mit seinem Buch „Funkenflug“ erworben, welches die Atmosphäre kurz vor Beginn des Zweiten Weltkrieges im heißen August 1939 zusammenfasst. In der „Welt am Sonntag“ hieß es dazu: „Hauke Friederichs hat aus allerlei Quellen ein faszinierendes und instruktives Panorama zusammengetragen.“ Hauke Friederichs beschreibt in einer sehr anschaulichen Weise die Geschichte der Bundeswehr von ihren Anfängen bis zur Zeitenwende. Es gelingt ihm, den Lesern wichtige Ereignisse der Bundeswehrgeschichte miterleben zu lassen, indem er Einblicke in die Motive der handelnden Personen gibt und ein stimmiges Abbild der damaligen Zeit entwirft. Im Mittelpunkt stehen dabei der Kampf um die Innere Führung, der Umgang der Politik mit der Bundeswehr sowie deren Auslandseinsätze nach Ende des Kalten Krieges. Deutlich wird dabei, dass die Bundeswehr von Voraussetzungen lebt, die sie selbst nicht schaffen kann. Sie ist auf den politischen Willen und das gesellschaftliche Umfeld angewiesen. FazitHauke Friederichs‘ Spielball der Politik ist ein guter und fundierter Grundkurs Bundeswehr. Ein kurzweiliges Geschichtsbuch und Geschenk an alle Staatsbürger in und vor allem ohne Uniform, die einen Blick in die Kaserne und in das Wesen der Bundeswehr riskieren wollen. Und dies gut erzählt, exemplarisch passend herausgearbeitet und auf Augenhöhe vom Autor dargeboten bekommen. Das Panorama der Bundeswehr ist das aktuelle Projekt des Autors, denn seine historischen Miniaturen über annähernd 70 Jahre Bundeswehr sind ebenfalls ein Panorama geworden. So lässt sich die Intension des Autors und zugleich die Stärke des Buches beschreiben. Ein solches Projekt ist nicht einfach zu stemmen, das griechische Wort „Pan-horama“ bringt es auf den Punkt: Es geht um die Zusammenschau von allem in einem Bild. Friederichs lädt uns also in eine Galerie der Bundeswehr ein, Bild folgt auf Bild. Es geht in den meisten Teilen um die konkreten und mit Namen zugeordneten Personen, deren Handeln und Denken, um daraus das historisch Essenzielle zu gewinnen. Die Stärke des Buches liegt dementsprechend nicht darin, bahnbrechende neue Forschungsergebnisse zu publizieren, sondern Bilder zu entwerfen, die Einblick in die Zeit und die handelnden Personen gewähren. Die wahre Kunst eines Historikers ist es, den Leser in eine Zeit mitzunehmen und darüber ein stimmiges Abbild zu entwerfen. Damit ist das Buch im besten Sinne populärwissenschaftlich. Artikeltext: Dr. Stefan Brenner | |||
| Deutsche Militärgeschichte in Europa | 14 Sep 2023 | 00:16:03 | |
In dieser Folge von Angelesen, dem Buchjournal des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr, stellen wir das Buch von Jörg Echternkamp und Christoph Nübel: "Deutsche Militärgeschichte 1945-1990. Repräsentation, Organisation und Tradition von Streitkräften in Demokratie und Diktatur" vor. Das Werk erschien im Jahr 2022 im C.H. Links-Verlag. Wissenschaftlicher Direktor Professor Dr. Jörg Echternkamp ist Historiker und leitet den Projektbereich Militärgeschichte den Projektbereich Internationale Militärgeschichte nach 1945 am Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr. Wissenschaftlicher Oberrat Dr. Christoph Nübel ist Historiker im Forschungsbereich Militärgeschichte nach 1945 am Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr. Mit der Buchreihe "Deutsch-deutsche Militärgeschichte" betreibt das Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr ein weiteres Großprojekt, dessen bisherige Erträge unser Wissen über die Geschichte der beiden deutschen Staaten in ihrem Wechselverhältnis zwischen 1949 und 1990 auf vielerlei Weise bereichern. Keiner näheren Begründung bedarf, dass in Zeiten der Staaten‑ und Blockkonfrontation dem Militär ein besonderer Stellenwert zukommt. Jörg Echternkamps und Christoph Nübels Band betrachtet - wie auch der 2021 erschienene Band zu Militär und Gesellschaft - erstmals die Militärgeschichte beider deutscher Staaten in der Nachkriegszeit gemeinsam und liefert zudem einen wichtigen methodischen Beitrag zur Militärgeschichte als Zeitgeschichte. FazitDie Streitkräfte spielten im Kalten Krieg eine Schlüsselrolle. Doch selbst neuere Veröffentlichungen zur deutschen Geschichte zwischen 1945 und 1990 blenden sie weitgehend aus. In diesem Band nehmen renommierte Fachleute aus Europa und den USA erstmals die DDR und die Bundesrepublik gemeinsam in den Blick. Wie waren Nationale Volksarmee und Bundeswehr organisiert? Auf welche Weise nutzten sie die "geteilte" Vergangenheit zur Traditionsstiftung? Wie stellten sich die beiden Seiten dar, und wie wurden sie wahrgenommen? Vergleich und Verflechtung einerseits, internationale Einordnung andererseits - dieses Vorgehen eint die 20 Beiträge. Thema und Methode sorgen für einen innovativen Beitrag zur deutschen Zeitgeschichte im Ost-West-Konflikt. Artikeltext: Dr. Stefan Brenner | |||
| Neues zum 20. Juli 1944? Ein Bücher-Überblick von Winfried Heinemann | 04 Jul 2024 | 00:13:30 | |
In dieser Folge von "Angelesen", dem Buchjournal des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr gibt der Militärhistoriker und langjährige Mitarbeiter des ZMSBw Winfried Heinemann einen Überblick über die neuere Literatur zum 20. Juli 1944. Noch mehr Neues zum Widerstand und zum 20. Juli 1944? Gibt es denn überhaupt noch etwas Neues zum 20. Juli 1944, das bisher noch nicht erforscht, aufgeschrieben oder verfilmt wurde? An welchen Werken und Autoren kommt man denn nicht vorbei, wenn man sich intensiv wissenschaftlich mit dem 20. Juli 1944 auseinandersetzen möchte und welche neue Literatur gibt gute, fundierte übersichtliche und lesenswerte Einblicke in die Thematik? Diesen Fragen widmet sich Winfried Heinemann in seinem Überblick. Das Standardwerk zum 20. Juli ist auch in heutiger Zeit immer noch das Buch "Widerstand-Staatsstreich und Attentat" von Peter Hoffmann aus dem Jahr 1969. Dass es in der militärhistorischen Forschung zu diesem Themenbereich aber auch immer noch Neues gibt, zeigt der Band „20. Juli 1944. Neue Forschungen zum Widerstand gegen Hitler“, aus der Reihe „Potsdamer Schriften“ des ZMSBw. Dieses Werk verdeutlicht in übersichtlicher Form sehr eindrücklich, wie neue Erkenntnisse aus neuen, teilweise auch ungewöhnlichen, Fragestellungen an bekannte "alte" Themen resultieren können. FazitWolfgang Benz widmet sich in seinem Werk "Im Widerstand" allen Formen oppositionellen Handelns im Dritten Reich. Johannes Tuchel und Uwe Neumärker liefern mit ihrem umfangreichen Werk "Der 20. Juli 1944 im Führerhauptquartier Wolfsschanze" eine präzise Abfolge der Geschehnisse um den 20. Juli 1944. Auch Niels Schröder beschreibt in seinem Werk "20. Juli 1944. Biografie eines Tages" minutiös die Abläufe am 20. Juli 1944 - allerdings mit grafischen Mitteln in Form einer "Graphic Novel". Wer sich also über den 20. Juli 1944 informieren will, findet in dieser Ausgabe des Buchjournals Angelesen zahlreiche wertvolle Hinweise von Winfried Heinemann auf neueste Literatur unterschiedlichster Art - von Monografien über Sammelbände bis hin zu Grafic Novels. Oberst a.D. Prof. Dr. Winfried Heinemann ist Militärhistoriker und Honorarprofessor an der Brandenburgisch-Technischen Universität Cottbus-Senftenberg. Er ist ehemaliger Mitarbeiter des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr in Potsdam. Artikeltext: Katrin Grosser | |||
| Militär und Gesellschaft in Ost- und Westdeutschland 1970-1990 | 07 Sep 2023 | 00:16:32 | |
In dieser Folge von Angelesen, dem Buchjournal des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr stellen wir das Buch von Jörg Echternkamp "Militär und Gesellschaft in Ost- und Westdeutschland 1970-1990" vor. Das Werk erschien im Jahr 2021 im C.H. Links-Verlag. Wissenschaftlicher Direktor Professor Dr. Jörg Echternkamp ist Historiker und leitet den Projektbereich Militärgeschichte den Projektbereich Internationale Militärgeschichte nach 1945 am Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr. Mit der Buchreihe "Deutsch-deutsche Militärgeschichte" betreibt das Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr (ZMSBw) ein weiteres Großprojekt, dessen bisherige Erträge unser Wissen über die Geschichte der beiden deutschen Staaten in ihrem Wechselverhältnis zwischen 1949 und 1990 auf vielerlei Weise bereichern. Keiner näheren Begründung bedarf, dass in Zeiten der Staaten‑ und Blockkonfrontation dem Militär ein besonderer Stellenwert zukommt. Jörg Echternkamps Band betrachtet erstmals die Militärgeschichte beider deutscher Staaten in der Nachkriegszeit gemeinsam und liefert zudem einen wichtigen methodischen Beitrag zur Militärgeschichte als Zeitgeschichte. FazitDie Streitkräfte spielten im Kalten Krieg eine Schlüsselrolle. Doch selbst neuere Veröffentlichungen zur deutschen Geschichte zwischen 1945 und 1990 blenden sie weitgehend aus. In diesem Band nehmen renommierte Fachleute aus Europa und den USA erstmals die DDR und die Bundesrepublik gemeinsam in den Blick. Wie waren Nationale Volksarmee und Bundeswehr organisiert? Auf welche Weise nutzten sie die "geteilte" Vergangenheit zur Traditionsstiftung? Wie stellten sich die beiden Seiten dar, und wie wurden sie wahrgenommen? Vergleich und Verflechtung einerseits, internationale Einordnung andererseits - dieses Vorgehen eint die 20 Beiträge. Thema und Methode sorgen für einen innovativen Beitrag zur deutschen Zeitgeschichte im Ost-West-Konflikt. Artikeltext: Dr. Stefan Brenner | |||
| Die Rudel-Affäre 1976 | 31 Aug 2023 | 00:17:08 | |
In dieser Folge von Angelesen, dem Buchjournal des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr stellen wir das Buch von Daniel Schilling, "Die Rudel-Affäre 1976. Genese, Wirkung und Folgen eines politischen Skandals" vor. Das Werk erschien im Jahr 2020 im Miles#de-Verlag. Die Frage nach dem richtigen Traditionsverständnis für die Bundeswehr wurde nicht selten im Nachgang von Skandalen beantwortet. Dazu gehört beispielsweise die sogenannte „Rudel-Affäre“. Im Herbst 1976 wurde Oberst a.D. Hans-Ulrich Rudel zu einem Traditionstreffen auf einen Fliegerhorst der Luftwaffe eingeladen. Dieser hatte in der jungen Bundesrepublik Deutschland mehrfach seine rechtsextremistische Gesinnung geäußert. Wie es zu der Einladung kam, wie Generale der Bundeswehr diese rechtfertigten, welche Konflikte dadurch mit der politischen Leitung des BMVg entstanden und wie dieser Skandal parteipolitisch genutzt wurde, schildert der Autor Daniel Schilling in seinem Buch. FazitRegierungsinspektor Daniel Schilling M.A. ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Referat Museums- und Sammlungswesen der Bundeswehr am Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr. | |||
| „Die Bundeswehr – von der Gründung bis zur Zeitenwende“. | 24 Aug 2023 | 00:17:47 | |
Der Politikwissenschaftler Wilfried von Bredow liefert eine kompakte Geschichte der Bundeswehr. Der Titel seines 2023 erschienenen Buches lautet „Die Bundeswehr – von der Gründung bis zur Zeitenwende“. Prof. Dr. Wilfried von Bredow lehrte an der Universität Marburg. Er hat zahlreiche Bücher und Artikel zu sicherheits- und militärpolitischen Fragen sowie zur Bundeswehr veröffentlicht. Wilfried von Bredow, ein exzellenter Kenner der Bundeswehr und kritischer Beobachter der Sicherheitspolitik Deutschland, beschreibt die Geschichte der Bundeswehr von ihren historischen Wurzeln in ihren Vorgängerarmeen bis hin zu den Herausforderungen, vor denen sie heute im Zuge der Zeitenwende steht. Er beschreibt sie als eine Armee, die in Bündnisstrukturen eingebettet und stark von gesellschaftspolitischen Entwicklungen beeinflusst ist. Kritisch weist er auf Phänomene wie überambitionierte Ziele bereits in ihrer Aufbauphase und unterfinanzierten Reformen vor allem der „Armee im Einsatz“ hin. Trotz aller Ungewissheit über die Zukunft sei klar, dass es keinen „Abschied vom Soldaten“ geben werde. Streitkräfte werden gebraucht und zwar mehr denn je. FazitDas Buch „Die Bundeswehr – von der Gründung bis zur Zeitenwende“ von Wilfried von Bredow ist 2023 im BeBra Verlag erschienen und bietet eine spannend geschriebene und auf 240 Seiten kompakte Darstellung der Geschichte der Bundeswehr von ihren historischen Wurzeln bis hin zu den Herausforderungen, vor denen sie heute als weltweit agierende Truppe steht. Wilfried von Bredow bettet die Entwicklungen in den gesellschaftlichen Kontext der jeweiligen Zeit ein und spart dabei auch Kritisches nicht aus. Für aktive und ehemalige Soldaten, für den militärpolitisch interessierten Leser, aber auch für Träger von Erziehung und Bildung ist dieses Buch besonders zu empfehlen. | |||
| Besuch im Soldatenhimmel. Ein wissenschaftlicher Reisebericht aus einer anderen Welt | 17 Aug 2023 | 00:13:55 | |
"Besuch im Soldatenhimmel. Ein wissenschaftlicher Reisebericht aus einer anderen Welt" – so lautet der Titel des von Martin Kutz verfassten und 2022 im Miles#en-Verlag erschienenen Buches. Es ist eine amüsante Allegorie auf das Traditionsverständnis der Bundeswehr. Tradition in der Bundeswehr ist ein Auswahlprozess. Nur Personen aus der Militärgeschichte, die bestimmte, für uns heute wichtige Kriterien erfüllen, haben eine Chance, als Namensgeber beispielsweise von Kasernen ausgewählt oder jungen Soldatinnen und Soldaten als Vorbild empfohlen zu werden. In seinem Reisebericht in den Soldatenhimmel schildert Martin Kutz anschaulich, warum Soldaten in der Hölle schmoren und wie sie unter dem ständigen Nacherleben ihrer Missetaten leiden müssen. Es gibt allerdings einen Ausweg aus der Hölle; er führt über das Fegefeuer in den Himmel. Detailliert beschreibt der Autor die Mitglieder und Aufgaben der Prüfungskommission, die über die Neuaufnahme in den Soldatenhimmel entscheidet. FazitWer sich mit dem Traditionsverständnis der Bundeswehr beschäftigen will, hat mit dem „Besuch im Soldatenhimmel“ eine vergnügliche Ergänzung zum Traditionserlass von 2018. Martin Kutz gelingt damit eine unterhaltsame Antwort auf die wichtige Frage, welche Persönlichkeiten aus der deutschen Militärgeschichte traditionsstiftend für uns sind. Er selbst ist 1939 geboren und war bis zu seiner Pensionierung wissenschaftlicher Direktor im Fachbereich Sozialwissenschaften der Führungsakademie der Bundeswehr. 2022 erschien das von Martin Kutz verfasste Buch im Miles#de-Verlag | |||
| „Oberst Reinhard Hauschild 1921 – 2005. Traditionsstifter für die Bundeswehr? Gedenkschrift zum 100. Geburtstag“ | 10 Aug 2023 | 00:10:24 | |
Die Reihe zur Gründergeneration der Bundeswehr wird fortgesetzt mit Oberst Reinhard Hauschild. In dieser Folge von Angelesen dem Buchjournal des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr stellen wir den Sammelband „Oberst Reinhard Hauschild 1921 – 2005. Traditionsstifter für die Bundeswehr? Gedenkschrift zum 100. Geburtstag“ vor. Anlässlich des 100. Geburtstages von Oberst Reinhard Hauschild (1921-2005) gedenkt die Truppe für Operative Kommunikation der Bundeswehr (OpKomBw) einem ihrer Gründerväter und Kommandeur des PSK-Senderbataillons 701. Die Herausgeber des Buches fragen im Untertitel, ob Oberst Hauschild als Traditionsstifter der Bundeswehr gelten könne. Dieser hatte sich zwar große Verdienste beim Aufbau der neuen deutschen Streitkräfte und ihrer Integration in die Gesellschaft erworben; im II. Weltkrieg diente er allerdings loyal bis zum Schluss. Er war, wie der Militärhistoriker Sönke Neitzel in seinem Großwort schreibt, von der Richtigkeit des Krieges überzeugt und zeigte wenig Verständnis für die Widerstandskämpfer um Stauffenberg. Die offene und mutige Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit nahm Hauschild ab 1945 vor, auch in Form von Veröffentlichungen. Die Verschwörer des 20. Juli wurden nun sein Vorbild. In der Betrachtung seiner Gesamtpersönlichkeit zeigt sich, dass er als Vorbild für die gesamte Bundeswehr dienen kann. FAZITDer Sammelband "Oberst Reinhard Hauschild 1921 – 2005. Traditionsstifter für die Bundeswehr? Gedenkschrift zum 100. Geburtstag" ist ein Beispiel dafür, wie sich Truppenteile und Verbände auf hohem Niveau mit ihren Vorbildern aus der Geschichte der Bundeswehr auseinandersetzen können. Die einzelnen Beiträge bieten darüber hinaus Anknüpfungspunkte für die militärhistorische Forschung zur Bundeswehr im Kalten Krieg. Der Sammelband erschien im Jahr 2021 im Berliner Miles#en-Verlag. Die Herausgeber des Bandes sind Dirk Drews und Stefan Gruhl. | |||
| Johannes Steinhoff: Wohin treibt die NATO? | 03 Aug 2023 | 00:15:20 | |
In dieser Folge von "Angelesen", dem Buchjournal des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr stellen wir das Buch von Johannes Steinhoff: Wohin treibt die NATO? Probleme der Verteidigung Westeuropas“ vor. Es erschien 1976 im Verlag Hoffmann und Campe in Hamburg sowie 1978 im Deutschen Taschenbuch Verlag (dtv). Zwei Jahre nach seinem Abschied vom Militär veröffentlichte General Johannes Steinhoff 1976 sein Buch „Wohin treibt die NATO?“ Der deutsche General, der zuletzt Vorsitzender des Militärausschusses der NATO, und damit höchster Soldat der Nordatlantischen Allianz war, setzt sich darin überaus kritisch mit dem damaligen Zustand des Bündnisses auseinander. Wenngleich es unter dem Eindruck der damaligen Blockkonfrontation mit dem Warschauer Pakt entstanden ist, beschreibt es immer noch vielfältige Probleme, die das einzige Militärbündnis der Welt auch heute noch hat. Der AutorJohannes Steinhoff (1913-1994) selbst war eine bemerkenswerte Persönlichkeit: Im Zweiten Weltkrieg ausschließlich in „Frontverwendungen“ als Jagdflieger eingesetzt, ist er vielen durch seine Brandverletzungen infolge eines Flugzeugabsturzes kurz vor Kriegsende in Erinnerung. Seit 1952 als Referent im Amt Blank stieg er ab 1956 in wenigen Jahren in Spitzenverwendungen in der Luftwaffe und in der NATO auf. Früh gewann er hohe Anerkennung bei den neuen Alliierten. Dass er dabei Konflikte nicht scheute zeigt sein Verhalten in der Starfighter-Krise 1966, als er gegen den Widerstand im Bundesverteidigungsministerium Kompetenzgewinne für sich als Inspekteur der Luftwaffe errang. Nach seiner aktiven Militärdienstzeit war er auch schriftstellerisch tätig und veröffentlichte zwei Bücher zu seinen Jahren in der Wehrmacht sowie einen Sammelband zu den Erfahrungen, die Deutsche im Zweiten Weltkrieg machten. | |||
| Karl-Adolf Zenker | 27 Jul 2023 | 00:15:21 | |
„Aus Liebe zur Seefahrt! Vizeadmiral Karl-Adolf Zenker“ - so lautet der Titel eines weiteren Beitrages aus dem Buch „Militärische Aufbaugenerationen der Bundeswehr 1955 bis 1970“, den wir in „Angelesen“, dem Buchjournal des ZMSBw, vorstellen. Herausgeber des 2011 erschienenen Sammelbandes sind die Militärhistoriker H. R. Hammerich und R. J. Schlaffer. Geschrieben hat den Beitrag der Militärhistoriker Burkhard Köster. Burkhard Kösters Beitrag über den zweiten Inspekteur der Marine, Karl-Adolf Zenker, ist ein lesenswertes Porträt eines Angehörigen der Gründungsgeneration der Bundeswehr. Deutlich wird, dass Admiral Zenker sich während seiner Dienstzeit und auch danach nicht selbstkritisch mit seiner Rolle im Zweiten Weltkrieg und mit seinem Selbstverständnis als apolitischen maritimen Fachmann auseinandergesetzt hat. Er sorgte sogar unbedacht für einen politischen Skandal, als er behauptete, die beiden Großadmirale Erich Raeder und Karl Dönitz hätten „sauber, anständig und ehrenhaft“ Krieg geführt. An beiden Personen, so Zenker weiter, „hafte kein Makel“; sie hätten nur ihre Pflicht getan. Zenkers Leistung für den Aufbau der Bundesmarine kann dagegen nicht hoch genug geschätzt werden. Insgesamt steht Zenker für den tüchtigen und marinekonservativ geprägten „Jawohl“-Offizier und nicht für den Typus eines kritisch denkenden und handelnden Offiziers, der auch Mut zum Abweichen beweist. Seine Verdienste um den Bundeswehr-Aufbau sollten gewürdigt werden, eine Tradition kann Zenker jedoch nicht begründen. Der hier thematisierte Beitrag „Aus Liebe zur Seefahrt! Vizeadmiral Karl-Adolf Zenker“ stammt aus der Feder des Historikers Burkhard Köster, der 2011 als Oberst im damaligen Militärgeschichtlichen Forschungsamtes der Bundeswehr in Potsdam arbeitete und zur Geschichte der Bundeswehr und Nato forschte. Die biographische Skizze porträtiert den zweiten Inspekteur der Marine als einen apolitisch denkenden Experten, der sich große Verdienste beim Aufbau der Bundesmarine erworben hat, seine apolitischen Einstellungen jedoch weiterhin pflegte. | |||
| General Josef Kammhuber | 20 Jul 2023 | 00:16:32 | |
„Seines Wertes bewusst! General Josef Kammhuber“ so lautet der Titel eines Beitrages von Wolfgang Schmidt aus dem Buch „Militärische Aufbaugenerationen der Bundeswehr 1955 bis 1970“, den wir in „Angelesen“, dem Buchjournal des ZMSBwZentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr vorstellen. Herausgeber des 2011 erschienenen Sammelbandes sind die Militärhistoriker Helmut R. Hammerich und Rudolf J. Schlaffer. General Josef Kammhuber´s in der Wehrmacht erworbene umfassende fachliche Qualifikation sprach für seine Wiedereinstellung. Er erkannte die Bedeutung der Technik für den Aufbau der neuen Luftwaffe sowie die Rolle der Atomwaffen für die Verteidigung des NATO-Bündnisgebietes. Bei der Suche nach geeigneten Waffensystemen setzte er sich für die Beschaffung der F-104 G Starfigher ein. Damit lag er ganz auf der Linie des Bundesministers der Verteidigung Franz Josef Strauß, der die Beförderung Kammhubers zum (Vier-Sterne-) General durchsetzte. Kammhuber gehörte zu denjenigen ehemaligen Wehrmachtsangehörigen, denen der Eintritt in die Bundeswehr als Armee in der Demokratie wenige Probleme bereitete. Seine technische Versiertheit und sein strategisches Denken machten ihn zu einem modernen General. Kammhuber war der erste Inspekteur der Luftwaffe und der einzige Inspekteur, der den Dienstgrad (Vier-Sterne-)General bekleidete. Die Idealvorstellungen des politisch mitdenkenden Offiziers einer Armee in der Demokratie erfüllte Josef Kammhuber nur bedingt. FazitDer hier thematisierte Beitrag „Seines Wertes bewusst! General Josef Kammhuber“ stammt von Wolfgang Schmidt und ist 2011 als Sammelband „Militärische Aufbaugenerationen der Bundeswehr 1955 bis 1970“ im „Oldenbourg Wissenschaftsverlag“ erschienen. Dr. Wolfgang Schmidt, Oberst, lehrt an der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg. In seinem Beitrag beschreibt er die herausragende Persönlichkeit von General Josef Kammhuber und würdigt seine Verdienste als Pionier der modernen Flugabwehr. Es ist eine lesenswerte biographische Skizze die den ersten Inspekteuer der Luftwaffe gut porträtiert. | |||
| Generalleutnant Hans Röttiger | 13 Jul 2023 | 00:12:46 | |
"Von der Freiheit der Gewissensentscheidung: Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Hans Röttiger" - so lautet der Titel eines Beitrages aus dem Buch "Militärische Aufbaugenerationen der Bundeswehr 1955 bis 1970", den wir in "Angelesen", dem Buchjournal des ZMSBw vorstellen. Herausgeber des 2011 erschienenen Sammelbandes sind die Militärhistoriker Helmut R. Hammerich und Rudolf J. Schlaffer. Generalleutnant Hans Röttiger bewährte sich als Frontoffizier im Ersten Weltkrieg und wurde in die Reichswehr übernommen. Danach rückte er in die Eliteränge der Wehrmacht auf. Seine besondere Expertise war die Organisation und der Einsatz der Panzertruppen. Als die Aufstellung einer westdeutschen Armee näher rückte, war Hans Röttiger bereit, seine bisherige Tätigkeit als Geschäftsführer in der Privatwirtschaft aufzugeben. Für seine Auswahl in die Bundeswehr sprach seine große Fachkompetenz in allen die Panzertruppe betreffenden Fragen. Wichtig waren auch seine moralischen Grundüberzeugungen, die er vor allem in der Endphase des Krieges in Italien gezeigt hatte. In der Bundeswehr wurde er schließlich der erste Inspekteur des Heeres, obwohl er in der Wehrmacht keine einzige Verwendung als Kommandeur oder Truppenführer durchlaufen hatte. In der Aufstellungsphase des Heeres setzte Röttiger die Brigade als Kernelement des Heeres durch und verwirklichte damit europaweit einen Standard in der beweglichen Gefechtsführung mit Panzern und Panzergrenadieren. Bereits 1959 empfahl die NATO seinen Mitgliedstaaten die Übernahme des deutschen Modells der Brigadegliederung, die bis in die Gegenwart hinein zum Muster der meisten NATO-Verbände geworden ist. Die Einnahme des Heeres in die Gliederung mit 12 Divisionen konnte Hans Röttiger jedoch nicht mehr miterleben. Er verstarb am 15. April 1960 im Amt. FazitDer hier thematisierte Beitrag „Von der Freiheit der Gewissensentscheidung: Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Hans Röttiger“ stammt von der Historikerin Prof. Kerstin von Lingen und ist 2011 als Sammelband im "Oldenbourg Wissenschaftsverlag" erschienen. Sie lehrte 2010 an der Universität Heidelberg. Seit dem 1. März 2019 ist Kerstin von Lingen Inhaberin der Professur für Zeitgeschichte (Vergleichende Diktatur-, Gewalt- und Genozidforschung) an der Universität Wien. Die biographische Skizze porträtiert Generalleutnant Hans Röttiger als einen typischen Vertreter der Gründungsgeneration der Bundeswehr und gibt vielfältige Einblicke in sein Leben. | |||
| Ulrich de Maizière | 06 Jul 2023 | 00:17:22 | |
"Ulrich de Maizière. General der Bonner Republik 1912 bis 2006" - so lautet der Titel des Buches von John Zimmermann, das wir in "Angelesen", dem Buchjournal des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr, vorstellen. Es ist 2012 im "De Gruyter Oldenbourg Verlag" erschienen. Die Biographie bietet einen tiefen Einblick in die militärische Karriere des Generals Ulrich de Maiziére. Dieser trat 1930 in die Reichswehr ein. Im Zweiten Weltkrieg hatte er sowohl frontnahe Führungsverwendungen als auch Dienstposten im Oberkommando des Heeres inne. In der Bundeswehr setzte er sich früh für die Verwirklichung des Konzepts der Inneren Führung ein. Seine Amtszeit als Generalinspekteur ist eng verbunden mit dem Blankeneser Erlass sowie den öffentlich ausgetragenen Kontroversen um die "Leutnante 70", die "Hauptleute von Unna" und die "Schnez-Studie". In den zahlreichen Auseinandersetzungen über Fragen von Selbstverständnis und Tradition wirkte General de Maiziére ausgleichend, ohne von seiner Absicht abzuweichen, die Innere Führung fest in der Bundeswehr zu verankern. Sein stark ausgeprägtes soldatisches Pflichtgefühl ließ ihn nicht am Widerstand gegen Hitler teilnehmen. Gleichwohl hatte er aus dieser Erfahrung gelernt und sich bis zu seinem Tod 2006 für die Bundeswehr als Armee in der Demokratie engagiert. Blankeneser Erlass, Bezeichnung für den Erlass des Bundesministeriums der Verteidigung vom 21.03.1970, der die Zuständigkeiten des Generalinspekteurs der Bundeswehr sowie der Inspekteure in der jeweiligen Teilstreitkraft festlegt. Das Buch „Ulrich de Maizière. General der Bonner Republik 1912 bis 2006“ von Dr. John Zimmermann (Leiter des Forschungsbereichs Deutsche Militärgeschichte bis 1945 am ZMSBw), ist 2012 im De Gruyter Oldenbourg Verlag erschienen und ist ein beeindruckendes Werk, das nicht nur für militärhistorisch Interessierte von Bedeutung ist, sondern auch für diejenigen, die sich für die deutsche Geschichte und politische Entwicklung der Bundesrepublik interessieren. | |||
| Winfried Heinemann. Unternehmen "Walküre". Eine Militärgeschichte des 20. Juli 1944 | 20 Jun 2024 | 00:13:44 | |
In dieser Folge von "Angelesen", dem Buchjournal des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr stellen wir das Buch von Winfried Heinemann. Unternehmen "Walküre". Eine Militärgeschichte des 20. Juli 1944 vor. Das Werk erschien im Jahr 2019 im DeGruyter Oldenbourg Verlag. Professor Dr. Winfried Heinemann (* 22. Dezember 1956 in Dortmund) ist ein pensionierter deutscher Offizier (Oberst a. D.) und Militärhistoriker. Er war zuletzt Chef des Stabes am Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr und ist seit 2014 Honorarprofessor an der Brandenburgisch Technischen Universität Cottbus-Senftenberg. Das 20. Jahrhundert ist entscheidend durch die beiden Weltkriege 1914 bis 1918 und 1939 bis 1945 geprägt worden. Sie veränderten die politische Landkarte der Welt, forderten Millionen und Abermillionen Opfer und prägten sich tief in das kollektive Gedächtnis ein. Die Reihe "Zeitalter der Weltkriege" des ZMSBw widmet sich diesen grundstürzenden Ereignissen. Sie versteht den Ersten und Zweiten Weltkrieg sowie die Zwischenkriegszeit als Einheit und operiert mit den Methoden der modernen Militärgeschichtsschreibung. FazitAm 20. Juli 1944 verübte ein Offizier ein Attentat auf Hitler. Stauffenberg und andere Heeresoffiziere versuchten, das NS-Regime zu stürzen und den ausweglosen Krieg zu beenden. War es nur ein "Aufstand des Gewissens"? In welcher militärischen Tradition standen die Verschwörer? Und welche militärischen Überlegungen lagen ihrem Handeln zugrunde? Der Band analysiert die Ereignisse aus einer spezifisch militärgeschichtlichen Perspektive und nimmt im Schwerpunkt die militärischen Umsturzplanungen in den Blick. Er fragt aber auch nach den Auswirkungen von Attentat und Staatsstreichversuch auf das Militär der Nachkriegszeit in West- und Ostdeutschland sowie in Österreich. Dass Stauffenberg und seine Mitverschwörer einer anderen Vorstellung von der Rolle des Militärs im Staat anhingen, machte es für die Nachkriegsarmeen nicht einfach, sich in die Tradition des Aufstandes gegen den Krieg und das verbrecherische Regime zu stellen. Artikeltext und Sprechtext: Winfried Heinemann | |||
| Johann Adolf Graf von Kielmansegg | 29 Jun 2023 | 00:16:59 | |
Das Buch "Graf von Kielmansegg" ist ein faszinierendes Werk, das sich mit dem Leben und Wirken des gleichnamigen Grafen auseinandersetzt. Es erschien im Jahr 2007 im Mittler-Verlag und ist eine umfassende und detaillierte Darstellung einer bedeutenden Persönlichkeit der deutschen Geschichte. Graf von Kielmansegg war eine bemerkenswerte Figur, die von 1906 bis 2006 lebte und eine wichtige Rolle in der Politik und Diplomatie spielte. Kielmansegg, Freund des Hitler-Attentäters Stauffenberg, war einer der Gründerväter der Bundeswehr. Bei der Erarbeitung der "Himmeroder Denkschrift" oder bei der Umwandlung des "Amtes Blank" spielte er eine entscheidende Rolle Das Buch zeichnet sein Leben von den frühen Jahren bis zu seinem Aufstieg zu einem der einflussreichsten Männer seiner Zeit nach. Es bietet einen tiefen Einblick in seine familiären Hintergründe, seine Ausbildung, seine politischen Ambitionen und seine Errungenschaften. Karl Feldmeyer war ein deutscher Journalist. Er beschäftigte sich insbesondere mit deutschlandpolitischen und sicherheitspolitischen Fragen. Feldmeyer war aufgrund seiner langjährige Korrespondententätigkeit ein ausgewiesener Experte der Politik und inneren Strukturen von CDU und CSU. 1978 erhielt er den Theodor Wolff-Preis des Bundesverbands deutscher Zeitungsverleger. Georg Meyer war Wissenschaftlicher Direktor des Militärgeschichtlichen Forschungsamtes in Freiburg. Bekannt wurde er vor allem durch seine beiden Großbeiträge in den Bänden 1 und 3 der Reihe „Anfänge westdeutscher Sicherheitspolitik“.
| |||
| Dem Frieden verpflichtet. Wolf Graf von Baudissin-Die Biografie | 22 Jun 2023 | 00:19:08 | |
In dieser Folge von "Angelesen", dem Audio-Buchjournal des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr stellen wir das Buch von Dagmar Bussiek, "Dem Frieden verpflichtet. Wolf Graf von Baudissin (1907-1993). Die Biografie" vor. Es erschien im Jahr 2021 im Nomos-Verlag. Wolf Graf von Baudissin war Offizier, Militärtheoretiker und Friedensforscher. Er begann seine militärische Karriere in der Reichswehr, machte im Zweiten Weltkrieg in Hitlers Wehrmacht den Westfeldzug mit und geriet 1941 in Afrika in britische Gefangenschaft. In der Aufbauphase der Bundeswehr wurde er zu einem der wichtigsten Vordenker der Inneren Führung, die sich am Leitbild des Staatsbürgers in Uniform orientiert. Von 1971 bis 1984 wirkte er als Gründungsdirektor des Instituts für Sicherheitspolitik und Friedensforschung (IFSH) an der Universität Hamburg. Die Historikerin und Hochschuldozentin Prof. apl. Dr. Dagmar Bussiek zeichnet Baudissins erstaunliche Lebensgeschichte auf breiter Quellenbasis nach. | |||
| Wolf Graf von Baudissin. 1907 – 1993. Modernisierer zwischen totalitärer Herrschaft und freiheitlicher Ordnung | 15 Jun 2023 | 00:19:20 | |
In dieser Folge von "Angelesen", dem Audio-Buchjournal des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr stellen wir das Buch von Rudolf Schlaffer und Wolfgang Schmidt „Wolf Graf v. Baudissin. 1907 – 1993. Modernisierer zwischen totalitärer Herrschaft und freiheitlicher Ordnung“ vor. Es erschien im Jahr 2007 im Oldenbourg-Verlag. Die AutorenDr. Rudolf Schlaffer ist ein deutscher Offizier (Oberstleutnant), Militärhistoriker und Museumsdirektor. Er kam 1999 als wissenschaftlicher Mitarbeiter an das Militärgeschichtliche Forschungsamt (MGFA). Zu seinen Forschungsgebieten gehört die „Militärgeschichte der Bundesrepublik Deutschland im Bündnis“. Von 2004 bis 2008 war er Redakteur der Militärgeschichtlichen Zeitschrift. 2006 wurde er bei Bernd Wegner an der Helmut-Schmidt-Universität mit der Dissertation Der Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestages: Konzeption, Formierung und Entwicklung des Amtes von Helmuth von Grolman zu Karl Wilhelm Berkhan zum Dr. phil. promoviert. Seit 2009 ist er Lehrbeauftragter am Historischen Institut der Universität Potsdam. 2013 übernahm er die Projektleitung „Strategie und Sicherheitspolitik der Bundesrepublik Deutschland“ am ZMSBw. Im Oktober 2021 hat Schlaffer in der Nachfolge von Armin Wagner die Direktion des Militärhistorischen Museums der Bundeswehr in Dresden (MHM) übernommen. Oberst Dr. Wolfgang Schmidt ist Historiker und Leitdozent an der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg. Von 2008 bis 2010 war er Leitdozent Militärgeschichte im Fachbereich Sicherheitspolitik und Strategie an der Führungsakademie der Bundeswehr (FüAkBw) in Hamburg. Seit 2010 ist er Leiter des dortigen Fachgebiets Gesellschaftsanalyse und Geschichte im Fachbereich Human- und Sozialwissenschaften. Seine Arbeitsschwerpunkte sind Militärgeschichte, Geschichte der Zivil-Militärischen Beziehungen und Kulturgeschichte der Streitkräfte. | |||
| Adolf Heusinger: Dienst eines Deutschen Soldaten 1915 bis 1964 | 08 Jun 2023 | 00:15:51 | |
Der Autor Dr. Georg Meyer (1939-2022) war ein deutscher Historiker und ehemaliger Wissenschaftlicher Direktor im Militärgeschichtlichen Forschungsamt in Freiburg i.Br. In seinem Buch beschreibt er den Lebensweg von Adolf Heusinger, der 1897 geboren, beide Weltkriege als Offizier erlebte und ab 1949/50 zu den Personen zählte, die den Aufbau der Bundeswehr gestalteten. Er war von 1956 bis 1961 erster Generalinspekteur der Bundeswehr und danach bis 1964 Chairman des NATO Militärausschuss. Heusinger starb 1982 an seinem Wohnsitz in Köln. Er war jedoch auch langjährig verantwortlich für die Operationsplanung und -führung der Wehrmacht im von Hitler vom Zaun gebrochenen eroberungs- und Vernichtungskrieg. Die Zeit spiegelt einen wechselvollen Lebensweg: Einst opportunistischer Karrierist der Wehrmacht, danach Gestalter der Streitkräfte in der Demokratie? | |||