Wir befragen außergewöhnliche Menschen – so lange, bis sie selbst erklären, dass jetzt “alles gesagt” sei. Ein Gespräch kann also zwölf Minuten oder drei Stunden dauern.
Die Interviewer, Christoph Amend, Editorial Director der ZEIT und Jochen Wegner, Chefredakteur der ZEIT, sind auf alles vorbereitet – und haben hunderte Fragen und meistens auch ein paar Spiele für ihren Gast dabei.
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Joschka Fischer, was trauen Sie Deutschland noch zu? Und der Welt?
Episode 148
Tuesday, September 22, 2026 • Duration 01:41:24
Er ist Deutschlands wichtigster Deuter der Weltpolitik, war Vizekanzler
und Außenminister – und ist nun zum zweiten Mal zu Gast im unendlichen
Podcast. Im April 2026 sprach Joschka Fischer in einer zeitlich
begrenzten Sonderfolge mit Jochen Wegner und Christoph Amend: (Fast)
»Alles gesagt?«, live aufgenommen zum 80. Geburtstag der ZEIT im
Deutschen Schauspielhaus in Hamburg. Auf vielfachen Wunsch setzt er das
allzu kurze Gespräch nun fort – am Tag nach der Landtagswahl in
Mecklenburg-Vorpommern und der Abgeordnetenhauswahl in Berlin.
Fischer erklärt, warum ihn der Triumph der AfD, einer Partei mit
»Elementen, die man als nationalsozialistisch bezeichnen muss«, nach
allem, was Deutschland zu verantworten hat, so tief trifft. Er spricht
über Antisemitismus von rechts und von links, über die Glaubwürdigkeit
von Friedrich Merz, den Absturz der CDU und die Gefahr, dass die AfD den
Platz der Konservativen einnehmen könnte. Das Rentensystem habe keine
Zukunft, warnt er – das sei keine Frage der Politik, sondern der
Mathematik. Und er beschreibt die deutsche Einheit als historischen
Übergangsprozess, bei dem unterschätzt wurde, dass zwei deutsche
Identitäten aufeinandertrafen, die bis heute nachwirken.
Es geht um die neuen Machtblöcke der Weltpolitik: Russland nennt Fischer
den »gefährlichsten Spieler«, Trumps Politik ein unfreiwilliges »Make
China Great«. Er erinnert sich an den 11. September 2001, als er, damals
Außenminister, in sein Vorzimmer kam und seine Mitarbeiter schockiert
vor dem Fernseher vorfand. Er erzählt von seiner Freundschaft mit
Madeleine Albright und davon, was er von ihr über »die gigantische
Verantwortung« einer amerikanischen Regierung lernte. Und er erklärt,
warum Europa eine eigene Sicherheitsgemeinschaft braucht – und
Deutschland dennoch keine Atomwaffen anstreben sollte.
Fischer schildert den Farbbeutelwurf auf dem Grünenparteitag 1999 in
Bielefeld – »ich hätte mich am liebsten auf den Kerl gestürzt« – und was
ihm bei Gerhard Schröders Auftritt in der »Elefantenrunde« nach der
Bundestagswahl 2005 durch den Kopf ging. Er spricht über Extinction
Rebellion und Fridays for Future und erläutert, warum Protestbewegungen
stets Gefahr laufen, ihrem eigenen Radikalismus zum Opfer zu fallen.
Außerdem erzählt er von seinen ersten Reisen per Anhalter nach
Frankreich und Italien – »mit dem Daumen hoch an der Autobahnausfahrt«
–, vom ersten Besuch in Großbritannien und vom Schock über das britische
Essen.
Joseph Martin Fischer wurde 1948 in Gerabronn geboren. Seine Eltern
waren als Heimatvertriebene aus Ungarn nach Deutschland gekommen. 1985
wurde er in weißen Nikes als hessischer Umweltminister vereidigt – als
erster grüner Minister in Deutschland – und war fortan als
»Turnschuhminister« bekannt.
Nach einer Stunde und 41 Minuten beendet Joschka Fischer das Gespräch
mit demselben Schlusswort wie im ersten Teil: »Tennessee«.
Produktion: Pool Artists
Redaktion: Sophie Hübner, Hannah Schraven, Vincent Mank
Gästemanagement: Paula Georgi, Anna Vahldick
Fragen, Kritik, Anregungen? Schreiben Sie eine Mail an:
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Wolfram Weimer, übersteht das die CDU? Und Friedrich Merz?
Episode 147
Monday, September 14, 2026 • Duration 04:25:14
Wolfram Weimer ist Kulturstaatsminister der Bundesregierung – und einer
der umstrittensten Amtsinhaber, die dieses Ressort bisher hatte. Er
arbeitete als Journalist, Verleger und Medienunternehmer, bevor ihn
Friedrich Merz 2025 ins Kabinett holte. Jetzt ist er zu Gast im
unendlichen Podcast.
Im Gespräch geht es um Weimers Rolle als Kulturstaatsminister, um die
heftige Kritik, die seine Berufung von Beginn an begleitet hat, und um
sein freundschaftliches Verhältnis zu Friedrich Merz. Wolfram Weimer
spricht über den Erfolg der AfD, über die Krise der CDU und über seine
eigenen Fehler im Amt. Er schwärmt vom Erfolg des grünen Politikers Cem
Özdemir in Baden-Württemberg und erklärt, wie er selbst zum Feindbild
der Rechten wurde.
Wenige Tage nach dem Wahlerfolg der AfD in Sachsen-Anhalt kreist das
Gespräch auch um die politische Mitte in Deutschland, die nach Weimers
Eindruck zu lange zu still geblieben ist. Er spricht über einen Wandel
in der öffentlichen Debatte von Verteilungs- hin zu Identitätsfragen und
darüber, dass historische Orte und nationale Symbole nicht
Rechtsradikalen überlassen werden dürften.
Wolfram Weimer erinnert sich an sein Studium in Frankfurt, an seine
Rebellion gegen 68er-Lehrer und -Professoren und an den Kauf seiner
ersten Aktie als Student. Er spricht darüber, dass sich für ihn die Zeit
zwischen dem Fall der Mauer 1989 und dem 11. September 2001 so angefühlt
habe, als habe sich das Modell einer liberalen marktwirtschaftlichen
Gesellschaft durchgesetzt – und warum diese vermeintliche Gewissheit
gegenwärtig zu zerbrechen drohe.
Wolfram Weimer wurde 1964 in Gelnhausen geboren. Er wuchs in einem
Lehrerhaushalt auf und verbrachte einen Teil seiner Kindheit in
Portugal. Später studierte er Geschichte, Germanistik und
Politikwissenschaft und promovierte über die Bank of North America.
Seine journalistische Karriere begann er bei der »Frankfurter
Allgemeinen Zeitung«, später wurde er Chefredakteur der Tageszeitung
»Die Welt«. 2004 gründete er das politische Magazin »Cicero«, dessen
Redaktion er als Verleger und Chefredakteur führte. 2011 wurde er
kurzzeitig Chefredakteur des Magazins "Focus", 2012 gründete er
gemeinsam mit seiner Frau das Unternehmen Weimer Media Group.
Nach 4 Stunden und 25 Minuten beendet Wolfram Weimer das Gespräch. Denn
das kann bei »Alles gesagt?« nur der Gast.
Produktion: Pool Artists
Redaktion: Sophie Hübner, Hannah Schraven, Vincent Mank, Sophia Hubel
(freie Redakteurin)
Gästemanagement: Paula Georgi, Anna Vahldick
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Caroline Wahl, wie schreibt man Bestseller?
Episode 145
Wednesday, August 26, 2026 • Duration 02:58:11
Caroline Wahl wurde mit ihrem Debütroman 22 Bahnen schlagartig zu einem
der bekanntesten Namen der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur. Das
Buch stand monatelang auf der Bestsellerliste und verkaufte sich über
eine Million Mal. Jetzt ist der »Shootingstar der deutschen Literatur«,
wie der Spiegel schrieb, zu Gast im unendlichen Podcast.
Im Gespräch erzählt Caroline Wahl, wie sie aus Frust über ihre Arbeit in
einem Verlag in Zürich ihren ersten Roman schrieb – in nur drei Monaten,
abends und am Wochenende. Sie berichtet von der Resonanz auf die ersten
Seiten, von der Auktion um das Manuskript, von ihrem kometenhaften
Erfolg und von Lesereisen durch kleine Städte, von einsamen Hotelzimmern
und Stofftieren als Begleitern unterwegs. Es geht um das Schreiben als
Sprung in andere Lebensrealitäten, um die jungen Frauen in ihren
Romanen, die sich unter schwierigen Bedingungen behaupten müssen, und um
die Frage, warum gerade sie solche Figuren erzählt, obwohl sie selbst
aus einer behüteten Familie stammt.
Caroline Wahl spricht über Erfolg und die Angst, ihn wieder zu
verlieren, über Öffentlichkeit und die Zuschreibungen, die mit ihr
einhergehen, über ihre Liebe zur Mathematik und über ihren neuen Roman:
die Geschichte einer jungen Hochstaplerin, die mit wechselnden
Identitäten durch soziale Welten driftet.
Caroline Wahl wurde 1995 in Mainz geboren, wuchs in Schriesheim bei
Heidelberg auf und lebt heute in Kiel. Ihre Mutter war
Grundschullehrerin, ihr Vater Chirurg. Früh fand sie über das Lesen zur
Literatur; später arbeitete sie in Verlagen. Ihr neuer Roman 1999 Meter
über dem Meer erscheint am 26. August 2026 bei Rowohlt.
Nach 2 Stunden und 58 Minuten beendet Caroline Wahl das Gespräch, denn
das darf bei Alles gesagt? nur die Gästin.
Produktion: Pool Artists
Redaktion: Svenja Heinrichs, Sophie Hübner, Vincent Mank, Hannah
Schraven,
Gästemanagement: Paula Georgi, Anna Vahldick
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Katja Hoyer, wie zerbricht eine Demokratie?
Episode 146
Tuesday, August 18, 2026 • Duration 05:31:02
Sie ist eine der bekanntesten deutschen Historikerinnen und gilt in
ihrer Wahlheimat Großbritannien als Deutschlanderklärerin. Sie wird
immer dann besonders aufmerksam gelesen, wenn es um die Frage geht, wie
Demokratien ins Wanken geraten. 2026 hat sie ein Buch zur Weimarer
Republik veröffentlicht, in dem sie von der jungen Demokratie und deren
Fall in den Nationalsozialismus erzählt. Jetzt ist Katja Hoyer zu Gast
im unendlichen Podcast.
Im Gespräch erklärt sie, welche Lehren wir heute aus der Weimarer
Republik ziehen können – und welche nicht. Sie erzählt, wie politische
Radikalisierung nicht im Abstrakten, sondern im Alltag beginnt, und
fragt, warum Menschen, die vorher eher unpolitisch waren, sich
autoritären Bewegungen zuwenden. Ihr Buch »Weimar: Glanz und Grauen der
deutschen Geschichte« berichtet auch anhand der Tagebücher des Weimarer
Bürgers Carl Weirich von diesen Prozessen.
Katja Hoyer spricht auch über das Thema, mit dem sie international
bekannt wurde: ihre Forschung zur DDR. Sie selbst ist 1985 in der
ehemaligen Wilhelm-Pieck-Stadt Guben in der DDR geboren. Ihr Vater war
Offizier in den Luftstreitkräften der NVA und Elektroingenieur, ihre
Mutter Lehrerin. Sie berichtet von ihrer Schulzeit in Brandenburg, von
ihrem »Dickschädel«, der ihr schon als Schülerin Ärger einbrachte, und
davon, wie sie sich mit Harry Potter und BBC-Hörspielen selbst Englisch
beibrachte. Heute lebt und schreibt sie in Großbritannien. Und berät
König Charles in britisch-deutschen Fragen.
Katja Hoyers Buch »Beyond the Wall«, in Deutschland 2023 unter dem Titel
»Diesseits der Mauer« erschienen, wurde in ihrer Wahlheimat viel gelesen
und in Deutschland kontrovers diskutiert. Im Podcast spricht sie über
ihre Methode, Geschichte nicht als Abfolge politischer Ereignisse,
sondern über die Lebenswirklichkeiten einzelner Menschen zu erzählen –
und warum das mitunter Diskussionen auslöst.
Nach 5 Stunden und 31 Minuten beendet Katja Hoyer das Gespräch, denn das
darf bei »Alles gesagt?« nur die Gästin.
Produktion: Pool Artists
Redaktion: Sophie Hübner, Hannah Schraven, Vincent Mank
Gästemanagement: Paula Georgi, Anna Vahldick
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Maren Kroymann, was ist guter Humor?
Episode 144
Thursday, July 30, 2026 • Duration 05:36:55
Sie ist Schauspielerin und Kabarettistin, Musikerin und Entertainerin.
Einem Millionenpublikum wurde sie durch die TV-Serie »Oh Gott, Herr
Pfarrer« bekannt, später war sie die Hauptdarstellerin in den nach ihr
benannten Comedyserien »Nachtschwester Kroymann« und »Kroymann«. Und
jetzt ist Maren Kroymann zu Gast im unendlichen Podcast.
Maren Kroymann wurde 1949 im niedersächsischen Walsrode geboren und ist
in Tübingen aufgewachsen. Ihr Vater war Professor für Klassische
Philologie, ihre Mutter Romanistin. In den 1970er-Jahren zog sie nach
West-Berlin und studierte auf Lehramt; 1977 bestand sie das Erste
Staatsexamen. Mit ihrem Bühnenprogramm »Auf du und du mit dem
Stöckelschuh« wurde Maren Kroymann 1982 dem Kabarettpublikum bekannt,
von 1985 an trat sie regelmäßig in der legendären TV-Kabarettsendung
»Scheibenwischer« auf. Sie wurde mehrfach mit dem Grimme-Preis und mit
dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnet. Ihr wurden das
Bundesverdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland und der
Verdienstorden des Landes Berlin verliehen.
Mit Christoph Amend und Jochen Wegner spricht Maren Kroymann über ihren
Weg auf die Bühne und die Rollen ihres Lebens, über Humor und Feminismus
– und über die Leihmutterschaftsdebatte, die der Politiker Jens Spahn
ausgelöst hat. Sie erinnert sich an ihre schwäbische Heimat, an prägende
Aufenthalte in Paris und in den USA – und an ihr Coming-out in den
1990er-Jahren. Außerdem erzählt sie, wie sie während ihres Studiums in
den 1970er-Jahren wegen ihrer politischen Haltung von konservativen
Professoren auf eine »schwarze Liste« gesetzt wurde.
Nach 5 Stunden und 37 Minuten beendet Maren Kroymann das Gespräch, denn
das darf bei »Alles gesagt?« nur die Gästin.
Produktion: Pool Artists
Redaktion: Sophie Hübner, Hannah Schraven, Vincent Mank, Sophia Hubel
(Freie Mitarbeit)
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Lavinia Heisenberg, müssen wir Einstein neu denken?
Episode 143
Thursday, July 2, 2026 • Duration 05:41:54
Sie gehört zu den profiliertesten Gravitationsforscherinnen ihrer
Generation und befasst sich mit den größten Fragen der Physik: Wie
funktioniert das Universum – und reicht Einsteins Relativitätstheorie
wirklich aus, um es zu beschreiben? Jetzt ist die Physikerin Lavinia
Heisenberg zu Gast im unendlichen Podcast. Sie spricht über ihre
Forschung zur Schwerkraft, neue Perspektiven auf Einstein und darüber,
ob Gravitonen womöglich eine Masse haben.
Im Gespräch erzählt Heisenberg, wie früh ihre Faszination für den Kosmos
begann. Als Kind sei der Mond für sie eine Konstante gewesen, er habe
sie durch verschiedene Lebensphasen und die vielen Umzüge begleitet, die
sie damals erlebte. Früh stand für sie fest, dass sie Astronautin werden
wollte. Beinahe wäre der Traum in Erfüllung gegangen: Sie bewarb sich
für das ESA-Astronautenprogramm und kam unter die letzten 30.
Außerdem geht es um Heisenbergs Wissenschaft – um Gravitation, um die
Grenzen bestehender Theorien und um ihre Lust, diese neu zu denken.
Lavinia Heisenberg studierte Physik in Heidelberg, nachdem sie zuvor
auch Medizin und Psychologie in Betracht gezogen hatte. Sie hat in
vielen verschiedenen Ländern geforscht, spricht sechs Sprachen fließend
und sagt selbst, dass man in jeder Sprache die Welt mit anderen Augen
sieht.
Heisenberg spricht auch über ihren Weg durch eine Wissenschaft, in der
Frauen bis heute unterrepräsentiert sind. Weil an ihrer Schule kein
Physik-Leistungskurs zustande kam, musste sie sich zu Beginn des
Studiums vieles selbst erarbeiten. Sie erzählt von Professoren, die ihr
vom Fach abrieten. Aufhalten ließ sie sich davon nicht: Sie beendete ihr
Studium als eine der Besten ihres Jahrgangs. Für schlechte Tage greift
sie noch immer zu ihrer »Mondtherapie«, wie sie die Methode selbst
lachend im Podcast nennt. Nach fünf Stunden und 43 Minuten beendet sie
das Gespräch, denn das darf bei »Alles gesagt?« nur die Gästin.
Produktion: Pool Artists
Redaktion: Sophie Hübner, Hannah Schraven, Vincent Mank
Freie Mitarbeit: Svenja Heinrichs
Gästemanagement: Paula Georgi, Anna Vahldick
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Sebastian Fitzek, wie schreibt man einen Thriller? (Teil 2)
Episode 142
Thursday, June 18, 2026 • Duration 06:25:39
Er zählt mit mehr als 20 Millionen verkauften Büchern zu den
erfolgreichsten deutschsprachigen Schriftstellern unserer Zeit. Und er
ist der einzige Gast in der Geschichte von Alles gesagt?, dessen Folge
nicht von ihm selbst, sondern vom Veranstaltungsort beendet wurde – nach
drei Stunden und 39 Minuten. Nach der denkwürdigen Aufzeichnung in der
Elbphilharmonie ist Sebastian Fitzek jetzt wie versprochen zurück –
diesmal im Audimax der Universität Hamburg, im Rahmen der Langen Nacht
der ZEIT, live vor 1.200 Gästen.
2026 feiert Sebastian Fitzek sein 20. Jubiläum als Autor. Am 3. Juni
2006 erschien sein Debüt Die Therapie, mittlerweile hat er mehr als 30
Bücher veröffentlicht. Im Gespräch berichtet er, was seit dem Abbruch in
der Elbphilharmonie geschehen ist – von der Veröffentlichung seines
Thrillers Der Nachbar und seinem Gastauftritt bei Gute Zeiten, schlechte
Zeiten über seinen Ausflug ins Horrorgenre mit dem gemeinsam mit Annika
Strauss geschriebenen Roman REM bis hin zu den beiden großen
Jubiläumsshows in der Berliner Waldbühne – zwei, weil die Nachfrage so
groß war.
Fitzek spricht außerdem über seine Erfahrungen als Vater von fünf
Kindern – über Bildschirmzeit, Social Media und das Schul- und
Bildungssystem. Er beobachtet die wachsende Polarisierung in Deutschland
mit Sorge und erklärt, warum er es mutig findet, wenn Künstler wie Bruce
Springsteen oder Herbert Grönemeyer sich politisch positionieren – und
warum er selbst sich lieber zurückhält.
Gemeinsam mit dem Publikum plottet Fitzek live einen Thriller und gibt
dabei Einblicke in sein Handwerk: wie er Ideen über Jahre entwickelt,
warum er allen Versuchungen der Marktforschung widersteht – und dass er
bei jedem neuen Buch immer noch Zweifel hat, ob es gut genug ist. Er
verteidigt den inhabergeführten Buchhandel. Und er beschreibt seine
Treue zu Berlin – obwohl er 40 Jahre gebraucht hat, um die Stadt zu
mögen.
Sebastian David Fitzek wurde 1971 in Berlin geboren und ist in der
Charlottenburger Siedlung Eichkamp aufgewachsen. Er studierte Jura,
promovierte im Urheberrecht und machte Karriere im Privatradio als
Chefredakteur und Programmchef mehrerer Sender, bevor er sich ganz dem
Schreiben widmete. Neben Thrillern hat Sebastian Fitzek auch
Kinderbücher und Komödien geschrieben. Für seine Psychothriller wurde er
unter anderem mit dem Europäischen Preis für Kriminalliteratur
ausgezeichnet.
Nach sechs Stunden und 25 Minuten spricht Sebastian Fitzek schließlich
das im ersten Teil vereinbarte Schlusswort: »Löschkanone«.
Produktion: Pool Artists
Redaktion: Sophie Hübner, Hannah Schraven, Vincent Mank, Sophia Hubel
Freie Mitarbeit: Svenja Heinrichs
Gästemanagement: Paula Georgi, Anna Vahldick
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Scott Galloway, how broken is the American dream?
Episode 140
Thursday, May 28, 2026 • Duration 02:01:18
Scott Galloway is an entrepreneur, professor, bestselling author,
investor, and podcast host. Over the past decades, he has founded
several companies, taught brand strategy, and become one of the most
prominent public commentators on technology, business, and society. Now
he was live on stage of the never-ending podcast, on the sidelines of
the OMR Festival in Hamburg.
Scott Galloway grew up in California as the son of two immigrants and
was raised largely by his mother, a secretary, after his father left the
family. He describes his childhood as »remarkably unremarkable«: there
was little money, but also a society that, in his telling, still gave
ordinary children a real chance to build an extraordinary life.
At school and university, Galloway was not a prodigy. He says he had
average grades, initially failed to get into UCLA, appealed the
decision, was admitted as a »native son of California«, and graduated
with a GPA of 2.27. After a short and, by his own account, uneasy stint
at Morgan Stanley, he went to business school, discovered brand
strategy, and founded the consulting firm Prophet — the first of several
companies that made him wealthy and, as he openly recounts, twice
brought him back to losing that wealth again.
Today, Scott Galloway is one of the most visible commentators on
technology, business, and masculinity. In this conversation, he speaks
about the social damage caused by online platforms, the opportunities
and illusions of American capitalism, the risks and promises of
artificial intelligence, and the reasons why he believes drugs like
GLP-1 may change society even more profoundly than AI.
After two hours and one minute, Scott Galloway ends the conversation, as
only the guest can do so on Alles gesagt?.
Production: Pool Artists
Editors: Sophie Hübner, Hannah Schraven, Vincent Mank
Additional Research: Svenja Heinrichs
Guest Management: Paula Georgi, Anna Vahldick
Questions, criticism, suggestions? Write to: allesgesagt@zeit.de
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Deutsche KI-Übersetzung: Scott Galloway, funktioniert der amerikanische Traum noch?
Episode 141
Thursday, May 28, 2026 • Duration 01:54:52
Scott Galloway ist Unternehmer, Professor, Bestsellerautor, Investor und
Podcast-Host. In den vergangenen Jahrzehnten hat er mehrere Unternehmen
gegründet, Markenstrategie gelehrt und sich zu einem der bekanntesten
öffentlichen Kommentatoren zu Technologie, Wirtschaft und Gesellschaft
entwickelt. Jetzt war er live auf der Bühne des unendlichen Podcasts, am
Rande des OMR Festivals in Hamburg.
Dies ist die KI-Übersetzung des englischen Originalgesprächs. Sie ist
nur für Podcastabonnenten der ZEIT zugänglich. Ein kostenloses
Probeabonnement gibt es bei https://www.zeit.de/podcastabo.
Galloway wuchs in Kalifornien als Sohn zweier Einwanderer auf und wurde
nach dem Weggang seines Vaters größtenteils von seiner Mutter
großgezogen, die als Sekretärin arbeitete. Seine Kindheit beschreibt er
als »bemerkenswert unspektakulär«: Es habe wenig Geld gegeben, aber auch
eine Gesellschaft, die ganz gewöhnlichen Kindern eine echte Chance bot,
ein außergewöhnliches Leben aufzubauen.
In Schule und Universität galt Galloway nach seinen Erzählungen nicht
als Ausnahmetalent. Er habe nur durchschnittliche Noten gehabt, sei
zunächst an der UCLA abgelehnt worden, habe Widerspruch eingelegt und
schließlich als »native son of California« doch einen Studienplatz
erhalten — mit einem Abschlussdurchschnitt von 2,27. Nach einer kurzen
und, wie er selbst sagt, unerquicklich verlaufenen Zeit bei Morgan
Stanley ging er an die Business-School, entdeckte seine Leidenschaft für
Markenstrategie und gründete die Beratungsfirma Prophet — das erste von
mehreren Unternehmen, die ihn wohlhabend machten und ihn, wie er offen
erzählt, zweimal auch wieder einen Großteil dieses Vermögens verlieren
ließen.
Heute zählt Scott Galloway zu den bekanntesten Kommentatoren zu
Technologie, Wirtschaft – und Männlichkeit. Im Podcast spricht er über
die gesellschaftlichen Schäden digitaler Plattformen, über Chancen und
Illusionen des amerikanischen Kapitalismus, über Risiken und Versprechen
künstlicher Intelligenz und darüber, warum er glaubt, dass Medikamente
wie Ozempic die Gesellschaft womöglich noch tiefgreifender verändern
werden als KI.
Nach rund zwei Stunden beendet Scott Galloway das Gespräch, denn das
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Saba-Nur Cheema und Meron Mendel, wie geht jüdisch-muslimischer Dialog?
Episode 139
Thursday, May 21, 2026 • Duration 05:34:39
Sie sind das bekannteste muslimisch-jüdische Ehepaar Deutschlands und
setzen sich gegen Antisemitismus und Islamfeindlichkeit ein und für eine
offene Streitkultur. Jetzt sind Saba-Nur Cheema und Meron Mendel zu Gast
im unendlichen Podcast »Alles gesagt?«.
Im Gespräch erzählen die beiden, wie sie aufgewachsen sind: sie als
Tochter pakistanischer Geflüchteter in Frankfurt am Main, er in einem
streng sozialistischen Kibbuz in der israelischen Wüste. Cheema
berichtet von der Verfolgung der Ahmadiyya-Gemeinde in Pakistan, die
ihrer Mutter beinahe das Leben kostete, und davon, dass sie als
Grundschülerin das Tagebuch der Anne Frank las – eine Lektüre, die ihren
weiteren Weg maßgeblich prägte. Mendel erzählt von seiner Zeit in der
israelischen Armee, seinem Weg nach Deutschland und der Frage, warum er
ausgerechnet im Land der Täter seine Heimat fand.
Gemeinsam sprechen sie über den 7. Oktober und dessen Folgen für den
jüdisch-muslimischen Dialog, über die Documenta-Debatte, über
Antisemitismus und antimuslimischen Rassismus in Deutschland. Sie
erklären, warum sie ihr Urteilsvermögen nicht auslagern wollen und wie
sie es schaffen, als Paar über die schmerzhaftesten Konflikte der
Gegenwart zu streiten – und sich trotzdem einig zu sein.
Saba-Nur Cheema wurde 1987 in Frankfurt am Main geboren. Ihre Eltern
flohen aus Pakistan nach Deutschland. Sie studierte Politikwissenschaft
und Geschichte an der Goethe-Universität in Frankfurt, arbeitete als
pädagogische Leiterin an der Bildungsstätte Anne Frank, berät die
Bundesregierung zu Muslimfeindlichkeit und ist als
Antirassismustrainerin tätig. Am Tag der Aufnahme erschien ihre
Promotion, eine Studie zu Antisemitismus in der frühen Kindheit.
Meron Mendel wurde 1976 in Israel geboren und wuchs in einem Kibbuz auf.
Er studierte Geschichte und Erziehungswissenschaften in Haifa und
München und promovierte an der Goethe-Universität Frankfurt. Er leitet
die Bildungsstätte Anne Frank und ist seit 2021 Professor
für transnationale Soziale Arbeit an der Frankfurt University of
Applied Sciences. Das ZEITmagazin nannte ihn 2024 den »Public
Intellectual der Stunde«.
Seit fast fünf Jahren schreiben die beiden ihre gemeinsame Kolumne
»Muslimisch-jüdisches Abendbrot» in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung,
die auch als Buch erschienen ist. Sie erhielten für Ihre Arbeit das
Bundesverdienstkreuz und die Buber-Rosenzweig-Medaille.
Nach fünf Stunden und 34 Minuten beenden die beiden das Gespräch, denn
das kann bei Alles gesagt? nur die Gästin oder Gast.
Produktion: Pool Artists
Redaktion: Sophie Hübner, Hannah Schraven, Vincent Mank
Gästemanagement: Paula Georgi, Anna Vahldick
Fragen, Kritik, Anregungen? Schreiben Sie eine Mail an:
allesgesagt@zeit.de.
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