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Explore every episode of the podcast 7 Tage 1 Song

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TitlePub. DateDuration
#234 Wolfgang Ambros - A Mensch möcht i bleibn02 Sep 202400:11:01

Mitmenschlichkeit ist das, was zählt – singt Wolfgang Ambros. Nicht alles zum Wettbewerb machen, nicht überall einen Preis draufkleben. Diese Sicht führt dazu, dass es auf einmal brauchbare und unbrauchbare Menschen gibt. Der Wert eines Menschen sollte nichts mit Leistungsfähigkeit, Aussehen oder Herkunft zu tun haben. Aber wir haben diese Gedanken in der Arbeitswelt, in den sozialen Medien und anderswo – es entsteht das Gefühl: ich muss mich ständig verschönern, schneller werden stärker werden, besser werden auf gar keinen Fall zu bleiben, wie ich bin.

Wolfgang Ambros singt – ich möchte ein Mensch BLEIBEN und genau dieses so bleiben wie ich bin ist wichtig – eben bleiben nicht irgendwas  werden um dann wertvoll zu sein. Erstmal bin ich so richtig wie ich bin und mein Menschsein ist unbedingt, ich muss keinen Bedingungen oder Vorgaben erfüllen, um ein Mensch zu sein.

Das hört sich erstmal alles normal an. Aber an vielen Stellen verschiebt sich das gerade. An immer mehr Stellen werden elementare Menschenrechte relativiert und zum Beispiel nationalen oder wirtschaftlichen Interessen untergeordnet. 

Im Podcast ist Judith Kohlenberger dabei, sie zeigt, wie eng unsere gesellschaftlich drängenden Probleme mit den Fragen von Migration und Flucht verknüpft sind. An den Grenzen der Europäische Union wird sich mehr und mehr von einem Konsens der Menschlichkeit verabschiedet, der auf den Zweiten Weltkrieg und den Holocaust folgte. Dieser Verlust von Menschlichkeit erreicht als zunehmende Härte und Abnahme der Mitmenschlichkeit zusehends auch das Innere unserer Gesellschaft und unseres Alltags.

Judith Kohlenberger erkennt in unserer Gesellschaft eine neue Härte, ein Grund dafür sind die „Grenzen der Gewalt“ Ihr Buch mit dem Titel hat den Untertitel „Wie Außengrenzen ins Innere wirken“. Anstatt immer mehr Härte, mehr Abschiebungen und höhere Zäune einzuführen appelliert Judith Kohlenberger für mehr Demokratie und Menschlichkeit. Gemeinsam möchte sie gegen Grenzgewalt vorgehen und die Gewalt begrenzen, nicht die Menschlichkeit. Wenn wir es dulden, dass unter bestimmten Voraussetzungen die Menschlichkeit nicht mehr gilt, oder, dass Flüchtlinge weniger Schutz ihres Lebens verdienen, dann verliert die Menschlichkeit als Ganzes ihren Wert, insofern ist dieses alte Lied von Wolfgang Ambros hochaktuell.

https://judithkohlenberger.com/about/

Foto © Roland Defrancesco 

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#233 Kempes Feinest - Naach verdrieve26 Aug 202400:15:25

Diese Folge ist anlässlich der 175 Jahrfeier des BSV Grevenbroich entstanden.

Die „Naach verdrieve“ - füreinander Licht sein, das Dunkle vertreiben. 

Ich finde Brauchtum kann ein Bild für funktionierende Gemeinschaft sein- wenn ich nicht mehr weiterweiß, sind da Menschen, die mich tragen. 

Von solchen Erfahrungen berichtet im Podcast Detlev Bley, Präsident des BSV Grevenbroich.

Geschichtliches dazu gibt es von Ulrich Herlitz.

Wir erleben zurzeit eine neue Härte, die dadurch entsteht, dass wir Mauern hochziehen und dadurch andere gar nicht mehr kennen, weil sie hinter den Mauern verschwinden oder wir sie in Schubladen gesteckt haben. Bei Star Wars gibt es die dunkle Seite der Macht, die nur an sich interessiert ist – die eigene Macht, das eigene Geld - anstatt sich füreinander zu interessieren herrscht die Angst selbst etwas zu verlieren, und so vertrauen wir unseren Vorurteilen mehr und verpassen uns zu begegnen. 

Der Song möchte Mut machen, die Schönheit des Wirs – des Zusammen zu entdecken.

 

Manchmol steiht mer janz allein
Em Rään un weiß nit wigger
E schwer Hätz op schwaache Bein
Doch et jeiht och schlimmer

 

Denn wo Leid es, sin och Fründe
Die alles für dich dunn
Noh'm Rään kütt die Su-u-u-unn (mhh)

 

Mir künne de Naach verdrieve
Mir han unsre eijene Wääch
Sulang mir zosamme blieve sinn mer Leech

 Nicole Kempermann liest ihren Songtext im Podcast vor – das freut mich sehr.

Foto © Kai Uwe Fischer

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#224 Joni Mitchell - Both Sides Now24 Jun 202400:10:28

In dieser Folge redet Sarah Benz über einem Lied von Joni Mitchell.

Auf YouTube könnt Ihr es auch von ihr gesungen hören

https://youtu.be/lYynC9p1fZA?si=9ui-RIs_6MnGMaVL

Sarah Benz arbeitet als Bestatterin, Trauerbegleiterin und Dozentin. Sie ist die Gründerin des Kurzfilmprojektes Sarggeschichten: das sind Kurzfilme zu den Themen Sterben, Tod, Trauer und Erinnern.  In diesen Filmen wird erklärt, was man alles gestalten kann, wenn ein wichtiger Mensch stirbt und bestattet werden muss. Dadurch macht Sarah Menschen Mut ihre Abschiede selbstbestimmt zu gestalten, so dass sie zu denen passen die gestorben sind und auch zu denen die sich verabschieden wollen. 

https://sarggeschichten.de

Joni Mitchell hat schon als junge Frau eine Menge erlebt. Nicht alles ging glatt und manches war zum Verzweifeln. Es ist eben nicht alles so schön eindeutig, wie wir manchmal denken und die Erkenntnis, dass alles zwei oder mehrere Seiten hat, kann mich milder machen, weil ich genauer hinsehe und so empfindsamer für die Mehrdeutigkeit werde. Das ist der Hintergrund mit dem sie mit 23 Jahren den Song „Both Sides Now“ schreibt.

I've looked at life that way -So singt Joni Mitchell – Sie reflektiert über die Liebe, das Leben und die Wolken und darüber, dass Liebe, Leben und Wolken unterschiedliche Seiten haben. Nur wenn ich mich auf diese Mehrdeutigkeit einlasse, nur wenn ich den Mut habe auch einmal Zweifel zuzulassen und nicht nur meine Seite als die einzig richtige zu nehmen, führt mich das zur Weisheit. So lautet die Botschaft des Liedes, dass wir die Schönheit des Lebens schätzen können, wenn wir es in all seinen Facetten erlebt haben.

In Sarahs Buch wird das ähnlich in Bezug auf den Tod beschrieben. Dort heißt es am Ende: „Der Tod ist immer da wird immer da sein. Er lässt sich nicht davon beeindrucken, ob wir mit ihm umgehen können oder nicht, aber dann, wenn wir uns dem Tod zuwenden, ihn ansehen, anstatt ihm den Rücken zuzukehren dann werden wir vielleicht auf eine ganz neue Weise spüren, wie zart und kostbar das Leben ist, werden behutsamer und liebevoller Miteinander in unserer Welt umgehen das ist vielleicht ein revolutionärer Gedanke oder ein törichter aber das ist unsere Hoffnung.“

Foto @ Joni Mitchell, Warner Brothers

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#134 Luke Bryan - Drink A Beer03 Oct 202200:08:55

Im Song zu dieser Folge sitzt der amerikanische Country Star Luke Bryan an einem Pier und trinkt ein Bier und denkt dabei an seine zwei verstorbenen Geschwister. Als er die Nachricht erhielt ging er spazieren, um seine Gedanken zu ordnen und landete irgendwie an dem Pier, wo er oft mit seinen Geschwistern gesessen hatte. Es war für ihn wie mit ihnen zusammen an diesem Ort dieses Bier zu trinken.

Zusammen ein Bier trinken oder auch für sich ein Bier trinken. Einfach mal aussteigen.

Es gibt so „Prost Gott“ Momente, da sitze ich und trinke ein Bier und denke so über das Leben nach und manchmal kommt dann so ein Extra dazu. Wer Durst hat, der komme zu mir und trinke, und aus ihm werden Ströme von lebendigem Wasser fließen. In diesem Moment ist es, als ob sich Jesus mit dazu setzt und sich ein Bier aufmacht, auch wenn ich ihn nicht sehe. Sein Rezept gegen unseren inneren Durst heißt nicht: Strengt euch an! Sondern: Kommen und trinken und überfließen – lass laufen!, nicht den Alkohol, aber die Tränen und die Trauer, tu dir keinen Zwang an.

Ich trinke gerne ein Kölsch und manchmal ärgere ich mich, dass es zur Zeit von Jesus kein Bier gegeben hat und Jesus nichts über Bier sagen konnte – aber es ist ja nicht verboten, sich das mal vorzustellen. Und so erzähle ich das Gleichnis vom Bier im Podcast. Jesus hat es damals in irgendeiner Eckkneipe erzählt. So geht es los: Als Jesus in die gut gefüllte Eckkneipe kam sprach er: „Ich sage euch: mit dem Glauben ist es wie mit einem frisch gezapften Glas Bier! …“ – den Rest kann man im Podcast hören.

Hier der Link zur Geschichte von Luke Bryan https://youtu.be/VceL90xkdyw

Foto @ Universal Music

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#133 Joan Jett - Bad Reputation26 Sep 202200:07:55

Der Sänger und Gitarrist der Foo Fighters, Dave Grohl hat einmal gesagt: „In a World full of Barbies, every Girl needs a Joan Jett!“ Das war der Ausgangpunkt dieses Podcasts. Joan Jett ist das Gegenteil von einer Barbie. Sie möchte nicht einfach nur dafür da sein,  die Erwartungen von anderen zu erfüllen und brav sein. Mit 12 Jahren war Joans einziger Weihnachtswunsch eine E-Gitarre, als sie diese bekam, wurde sie in eine Instrumental-Klasse für Mädchen gesteckt, neben Mädchen mit Querflöten, Geigen und Celli, die Bach spielten, war sie etwas fehl am Platz. Als der Lehrer dann zu ihr sagte: „Girls can’t play Rock’n’Roll“, verließ sie den Unterricht. Sie sagte später in einem Interview: “Tell me I can’t do something and you’ll make sure I’m gonna be doing it” und so heißt das in Bad Reputation:

And a girl can do what she wants to do
And that's what I'm gonna do
And I don't give a damn about my bad reputation

Ilka Werner, die Superintendentin des Kirchenkreises Solingen, redet im Podcast darüber als Frau sichtbar zu sein und sichtbar zu bleiben. Die unsichtbaren gläsernen Wände zu benennen und eben auch einzureißen, wo es geht. Rocken, wie Joan Jett sagt, bedeutet eben auch, keine Angst zu haben auch mal in die Mitte zu drängen. Es ist eben noch nicht Schluss mit dem Kampf ums Gesehenwerden und dem Achten auf Sprache, bis Gleichbehandlung eine Selbstverständlichkeit darstellt. Ilka war in Bonn auf der Simone de Beauvoir Ausstellung, der Kernsatz aus Simone de Beauvoirs Buch „Das andere Geschlecht“ kam ihr da wieder in den Kopf: „Man kommt nicht als Frau zur Welt, man wird es.“ Dieser Satz ist einer der Anfänge des Ausbruchs aus dem Patriarchat, aus der „Barbie-isierung“ von Frauen. Dieser Satz befreit aus der biologischen Falle, dieser Satz hilft bei den wichtigen Veränderungen und führt so auch weiter in die Freiheit. Joan Jett sagt auch, du bist nicht als Frau auf die Welt gekommen, du bist es geworden – UND wenn du unzufrieden bis, dreh den Verstärker auf und hör mir zu:

And a girl can do what she wants to do
And that's what I'm gonna do
And I don't give a damn about my bad reputation

Die Ausstellung in der Bundeskunsthalle ist noch bis zum 16.Oktober zu sehen https://www.bundeskunsthalle.de/simone-de-beauvoir.html

Den Songtext im Podcast liest Lisa

Foto © Magnolia Pictures

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#132 Lightning Hopkins - It's A Sin To Be Rich, It's A Low-Down Shame To Be Poor19 Sep 202200:09:41

Corona-Blues, den Blues haben wegen der ganzen Kriege auf der Welt.

Wo kann ich mit meiner Trauer und meiner Verzweiflung hin?

Der Blues war schon immer eine Musikform in der die Trauer Platz hatte, aber auch eine Musik, die die Trauer aufnehmen und sie verwandeln konnte. Die Trauer war nicht weg, aber aus der Verzweiflung über die miesen Zustände und das Leid entstanden durch die Musik Hoffnung und Mut gegen die schlimmen Zustände anzugehen.

Im Podcast spielt neben dem Musikstück der amerikanische Philosoph und Theologe Cornel West eine Rolle.

Cornel West fragt: „Was bedeutet es ein Mensch zu sein, angesichts von Leid, Übel, Katastrophen und Schmerz?“

Cornel West und Lightning Hopkins stellen die richtige Fragen für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft. Fragen, die aber leider schon immer gestellt wurden, aber irgendwie sind vor allem die Reichen und Mächtigen wenig an Antworten interessiert. Schon der Prophet Amos rückte die Frage nach Gerechtigkeit in den Mittelpunkt. Also alle Zeiten beschäftigten sich Menschen schon mit der Frage: Was bedeutet es menschlich zu sein, wenn es überall auf der Welt schlimmste Formen von Ausbeutung gibt? Haben wir vielleicht zu wenig hingesehen?– Und deshalb trauen sich machthungrige Menschen jetzt noch unverschämter nach mehr Macht zu greifen, weil sie denken: die anderen sind ja doch nur mit ihrem Geld und ihrem Besitz beschäftigt, die sehen nicht nach den anderen, da kann ich machen was ich will.

In seinen Schriften stellt Cornell West das Leiden der Menschen in den Mittelpunkt. Ihm ist es wichtig die Würde aller Menschen in den Blick zu nehmen. Wenn nur die Reichen, Schönen und Mächtigen gut leben und dann auch noch die Welt nach ihren Interessen gestalten, nennt das Cornel West „die Bedrohung durch das Nichts“ – hier ist für Cornel West dann Jesus jemand ganz aktuelles – denn er ist Vorbild dafür sich gegen die Strukturen der Macht aufzulehnen sich nicht kaufen zu lassen – durch sein Verhalten stellt sich Jesus gegen die Realitäten von Ungerechtigkeit, Ausgrenzung, Erniedrigung und Missachtung.

Hier gibt es einen kleinen Eindruck zu Blues und Cornel West

https://youtu.be/w-u-Cxry4Jc

Foto: © Davon Music

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#131 Pharrell Williams - Freedom12 Sep 202200:09:37

Neben dem Song geht es in dieser Podcastfolge um den Basketballspieler Bill Russell, der Ende Juli diesen Jahres mit 88 Jahren gestorben ist. Er bezog zu seiner Zeit, unter schwierigeren Umständen, immer wieder Stellung gegen Rassismus. 1963 nahm er am legendären Marsch der Bürgerrechtler nach Washington teil und erlebte dort Martin Luther Kings „I have a Dream“-Rede. Dass Russell auch und gerade in seiner sportlichen Heimat Boston rassistisch angegangen wurde, lag auch an seiner recht eigenwilligen Mischung aus Stolz und Demut. „Ich bin kein Basketballspieler!“, betonte er wiederholt, „Basketball spielen ist bloß, was ich tue, aber nicht, was ich bin.“ Russell wollte damit deutlich machen, dass er nicht einfach auf Kommando das macht, was andere von ihm verlangen. Sehr genau machte er immer wieder auf rassistische Vorstellungen aufmerksam, insbesondere später auch als Trainer – er war der erste schwarze Trainer in der NBA, viele Menschen hielten damals PoC nicht für intelligent und strategisch genug eine Mannschaft zu trainieren – damals haben sich nicht alle Menschen gefreut als Bill Russell auch als Trainer Meister wurde. Erst kurz vor seinem Tod näherten sich die NBA und er an und er erhielt dann die Auszeichnungen, die ihm eigentlich schon lange zustanden.

Mit dem Wirtschaftsgymnasium des Berufskollegs habe ich über den Song und das Video „Freedom“ von Pharrell Williams gesprochen. Das Video macht deutlich, wie wichtig es ist unabhängig zu sein, aber es zeigt auch die vielfältigen Ausbeutungsstrukturen gegenüber Menschen und Umwelt in unserer Welt auf. Im Video wird Muhammad Ali gezeigt, der sich auch immer für Menschenrechte eingesetzt hatte. Von dort haben wir überlegt, ob es reicht „nur“ ein guter Sportler zu sein, um als Vorbild zu gelten.

Ausgehend von diesen Fragestellungen haben wir über das Leben von Bill Russell gearbeitet. Er ist ein leider viel zu unbekanntes Vorbild, obwohl er mehr NBA Meisterschaften gewonnen hat als Michael Jordan und Kobe Bryant zusammen. Bill Russel und der Song wollen dazu anstiften sich für Freedom einzusetzen, nicht nur für seinen eigenen, sondern auch den für alle.

Es lohnt sich einige Videos über Bill Russel anzusehen.

Die offizielle Dokumentation der NBA https://youtu.be/hidc8qac4SE

Die Auszeichnung für sein Lebenswerk der NBA 2017 https://youtu.be/11uzH-QUDxk

Barack Obama gratuliert Bill Russell https://youtu.be/WI8eL5nAamc

Bill Russell in seinen eigenen Worten https://youtu.be/cmaKo8WqdT0

Wegen rassistischen Zuständen in einer Stadt boykottiert Bill Russel ein Basketballspiel https://youtu.be/zScpGk_BQlg

Foto © Kevin Murray, Sony Music

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#130 Emmy Meli - I Am Woman05 Sep 202200:10:09

Der Song von dieser Woche war schon ein Hit auf TikTok, bevor das Lied überhaupt fertig war. Emmy Meli hatte dort 5.000 Follower und stellte den Refrain ins Netz, dann ging es Schlag auf Schlag, viele Frauen posteten dazu Bilder von sich und was sie alles schaffen. Und so hat der Song sein Ziel erreicht: Frauen Mut und Kraft zu schenken, stark zu sein und so sein zu dürfen, wie sie möchten. Der Song möchte helfen sich über Beschämungen und Rollenbilder hinwegzusetzen und zu sagen: „I am woman, I am fearless, I am sexy, I'm divine, I'm unbeatable, I'm creative, Honey, you can get in line.“

Bei Fabienne hat es eine Weile gedauert, bis sie als Frau so leben konnte, wie sie es wollte und nicht mehr versucht hat, sich in das Förmchen zu quetschen, welches ihr die Kirche oder die Gesellschaft hingelegt haben. Fabienne hat dabei dann festgestellt, dass es einfach auch ganz andere Bilder dafür gibt, wie eine Frau aussehen- und leben kann und dass sie dieses Bild auch selbst neugestalten kann.

Der Song von Emmy Meli und die Worte von Fabienne zeigen, dass ich meinen Lebensrhythmus selbst bestimmen kann – ich suche die Steine für mein Persönlichkeitsmosaik selbst zusammen und kann dabei auch immer wieder Steine austauschen. Ich kann aus ganz vielen Steinen wählen, bin ich gerade Theologin oder Bademeisterin, muss ich hart für die Sicherheit eintreten oder trösten, es gibt so viele Facetten und es wäre ja langweilig, wenn Eigenschaften einfach nur vom Geschlecht abhängen würden. „I am woman, I am fearless, I am feminine, I am masculine, I am anything I want, I'm electric, I'm bass, I'm the beat of my own drum”. Fabienne sagt in Gedanke 3: “Es geht doch darum, dass viele Menschen Freiheit erfahren, also dass sie eben nicht irgendwelchen Kategorien entsprechen müssen oder in irgendwelche Schubladen passen müssen, sondern dass wir selbst entscheiden dürfen, wie wir unser Leben oder unser Geschlecht gestalten wollen.“ Also nur Mut und haut so richtig auf eure Pauke.

Ein Impuls mit Fabienne den Podcast zu machen, war dieser Blogeintrag von ihr: https://www.reflab.ch/wie-weiblich-bin-ich/

Den Songtexte liest meine Kollegin Julia.

Foto © Emmy Meli Music

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#129 Herbert Grönemeyer - Mensch29 Aug 202200:11:21

Vor 20 Jahren am 30.08.2002 erschien das Album „Mensch“ von Herbert Grönemeyer. Im Podcast geht es um den Titelsong. Im Album und in diesem Song klingt Herbert Grönemeyers Verarbeitung der Ereignisse aus dem Jahr 1998 durch, in dieser Zeit waren innerhalb einer Woche seine Frau und einer seiner Brüder verstorben.

Was bedeutet Menschsein? Spielt da der Glauben eine Rolle? Grönemeyer singt vom Himmel, von der Hoffnung und von der Liebe. Der Mensch heißt Mensch, weil er hofft und liebt, weil er mitfühlt und vergibt.

Als Christ kann ich sagen, dass hier Herbert Grönemeyer für mich von Nachfolge singt. Es geht darum, wie wir füreinander Mensch sein können. Füreinander da zu sein und die Last des anderen zu tragen, dies passiert oft in Katastrophenfällen - einfach so - Martin erzählt in Gedanke 2 wie der Song „Mensch“ für ihn zum Soundtrack des Elbehochwassers 2002 wurde. In Gedanke 3 überlegen wir dann, welche Bedeutung der Song heute haben könnte, welche Kraft der Song gibt, mit Trauer umzugehen.

Herbert Grönemeyer singt von Dingen, die tragen, aber mitten hinein in diese Lebensenergien bricht der Schmerz: du fehlst. Du fehlst, diese Ernüchterung, das Fehlen seiner Frau, die ihm vielleicht am meisten Geborgenheit geschenkt hat. Verluste von Menschen, die wir geliebt haben, gehören zum Menschsein dazu,sie sind Bestandteil des Lebens, wie alles andere auch, eben das Unbeschwerte und Freie, das Schwärmen und Erzählen, das Lachen und miteinander auf dem Weg sein. Das alles gehört zusammen und macht Menschsein aus und am Ende eines Prozesses kann ich dann sagen „du fehlst“ aber ich kann auch sagen: „Es ist ok“.

Aaron ist Redakteur bei der Evangelischen Kirche im Rheinland und betreut dort die Social-Media-Accounts. Vorher war er als Journalist im Musikbereich tätig.

Martin hat schon bei einigen Folgen mitgemacht, er hat mit mir zusammen im Rheinland das Vikariat gemacht ist dann aber in den Osten Deutschlands gegangen. Zur Zeit ist er Gefängnisseelsorger in Berlin, Tegel.

Den Songtext liest  Kim.

Foto © Antoine Melis

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#128 Oasis - Cigarettes & Alcohol22 Aug 202200:11:14

Haben Religion und Rausch was miteinander zu tun?

Manuel Dubach hat darüber ein Buch geschrieben „Trunkenheit im Alten Testament“, auf der Plattform RefLab konnte er im Format „Ausgeglaubt“ darüber nachdenken – „Wohnt Gott im Rausch?“ da musste ich Manuel einfach verpflichten. Und ich freue mich, dass er dabei ist und über „Cigarettes & Alcohol“ spricht. Ich bekenne, dass ich als Nichtraucher, ab dem dritten Kölsch auch gerne ein Zigarettchen rauche. Ich halte mich zwar für vernünftig, aber ich mag auch dieses Spiel mit der Unvernunft. Also:

You could wait for a lifetime
To spend your days in the sunshine

oder lieber nicht warten und einfach das Leben in der Sonne genießen.

Die breitbeinige Pose mit Bierflasche in der Hand und Zigarette im Mundwinkel ist eine interessante Option – ab wann wird das peinlich?– oder ist es ok, sich immer wieder mal auszuklinken?

Im Podcast geht es daher auch darum: Wann darf ich denn was trinken? Wer kann und darf etwas trinken? Welches Verhältnis hat das Trinken zur Gemeinschaft? Welche Gefahren hat der Alkohol?

Im Podcast bringt Manuel auf wunderbare Weise die Gallagher Brüder Noel und Liam und die biblischen Texte in einen Dialog. Vielleicht habt ihr ja Lust ein Bier aufzumachen, den Oasis Song so richtig laut zu hören und dann den Podcast. Wenn ihr anschließend dann noch einmal den Oasis Song hört, könnt ihr ja überlegen, ob ihr ein zweites Bier aufmacht, oder vielleicht doch ein Wasser trinkt.

Hier geht es zum Podcast von RefLab https://www.reflab.ch/wohnt-gott-im-rausch/

Zum Buch geht es über diesen Link https://shop.kohlhammer.de/trunkenheit-im-alten-testament-978-3-17-020765-3.html

Foto © Paula Torres Rey

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#127 Thees Uhlmann - Junkies und Scientologen15 Aug 202200:08:27

Diese Woche geht es um das Titelstück des 2019er Albums von Thees Uhlmann. Hier breitet Thees Uhlmann die Arme aus. Er ist bereit alle zu umarmen – er möchte Menschen mit seiner Begeisterung für die kleinen tollen Momente des normalen Lebens begeistern. Im Song bekommen alle seine Liebe und liebevolle Blicke.

Ich werde von dieser Stimmung immer gepackt und es ist einer dieser Songs, die mich auch beim 100sten Anhören noch anrühren, es ist eine Hymne gegen das Ausschließen und gegen Vorurteile, es ist ein Liebesbrief an alle die es immer wieder versuchen auch wenn es oft nicht klappt, weil die Welt fies und gemein ist.

Im Refrain singt Thees, dass er zu Besuch kommt, egal ob im Gefängnis von Stammheim oder im Bundeskanzleramt. „Besuchen“ bedeutet hier einfach: bereit sein sich zu nahe zu kommen, egal wo. Ich komme in dein Haus, wie Jesus zu Zachäus sagt oder wie Thees sagt, ich trink `ne Dose Bier mit dir. Nicht von oben herab, sondern liebevoll, offen für die Nöte der Menschen und nicht mit einem Vorwurf starten – der ja oft schnell gesellschaftlich in der Luft liegt.

In diesen Begegnungen in diesem Besuchen steckt die Hoffnung, dass sich die Welt noch ändert, dass auch, wenn die Dinge ihren Lauf nehmen, die Chance besteht, dass es doch noch gut ausgeht. Diese Hoffnung steckt auch im Vater Unser, wenn gebetet wird: „Dein Reich komme“ – das bedeutet dann eigentlich auch „die Zukunft ist ungeschrieben“ – die Zukunft ist noch frei - noch nicht besetzt, auch nicht besetzt von denen, die meinen sie können alles bestimmen, die satt, selbstsicher und selbstzufrieden auf ihrem Thron sitzen und meinen sie sind die Königin oder der König der Welt. Denen lacht Thees entgegen, na ihr mächtigen Bestimmer – eins ist sicher: „die Zukunft ist ungeschrieben, sie ist so schön vakant“.

Thees Uhlmann singt sein Lied mit den Zweifelnden und Suchenden in dieser Welt. Das macht mir Mut: Ich gebe mich nicht zufrieden, wie hier alles läuft und wie es verteilt ist. Ich schaue mit einem warmen solidarischen Blick auf die, die zu kurz kommen. Und teile mit ihnen „mein ungebrochenes Unverständnis gegenüber der Welt“ .

In Gedanke 3 darf ich ein Orginal Audio von Thees Uhlmann verwenden, welches er für SoS Humanity eingesprochen hat.

Ich beziehe mich im Podcast auf zwei Bibelstellen: Zachäus steht im 19.Kapitel des Lukasevangelium und das mit dem Herz aus Stein und Fleisch steht bei Jeremia 31,33 aber auch noch an anderen Stellen.

https://sos-humanity.org/ueber-uns/?gclid=CjwKCAjw6MKXBhA5EiwANWLODHYjuwI9yHJdZwmFwoS2m0T1DnqAYe-ZTMHQ1DjJiQMDxWzc5ctmJhoC7jIQAvD_BwE

Foto: © Ingo Pertrammer

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#126 The Police - Hole In My Life08 Aug 202200:07:45

In dieser Folge geht es um die Löcher, die wir in unserem Leben empfinden. Die Welt ist nicht perfekt, sondern brüchig voller Löcher. Irgendwie fehlt etwas und The Police singen, dass etwas im Leben fehlt, dass es ein Loch in ihrem Leben gibt. Es fühlt sich an, als wäre da etwas aus ihrem Leben herausgeschnitten worden. Dieses Loch, diese Wunde macht sie so verletzlich und unheilbar krank, dass sie G*tt um Hilfe bitten: „God help me please“.

Bei der Vorstellung eines Lochs im Leben denkt Nina im Podcast an die jüdische Zimzum-Lehre. Zimzum ist ursprünglich ein Begriff der Kabbala und meint Zusammenziehung, Selbstbeschränkung oder Rückzug G*ttes vor der Erschaffung der Welt. Nina stellt sich das so vor: Bevor G*tt die Welt erschuf, war G*tt überall und alles war G*tt. Damit dann da überhaupt Raum für etwas Neues, also für die Schöpfung entstehen konnte, musste sich G*tt erst einmal zurückziehen, sich selbst begrenzen. G*tt zog sich zusammen und so entstand eine Leere, ein Loch in Gott. Und in dieses Loch hinein erschuf er die Welt.

Es ist gut, dass wir diese Leere spüren. Denn sie erinnert uns daran, dass wir erst in der Gottesbegegnung heil und ganz werden. Sting und The Police haben also recht, dass sie G*tt bitten, ihre Leere zu füllen.

In den miesen Zeiten in unserem Leben - in den Löchern, stellen wir fest – Mensch, im Loch ist ja Raum für Begegnung. Wir dürfen rufen und flehen „God help me please“

Und vielleicht erfahren wir dann etwas von dem „W“ von dem Nina spricht, welches aus dem Hole – „Loch“ ein Whole „ganz“ macht – wie zum Beispiel das „W“ in Warmherzigkeit  oder das „W“ in wir, wenn ich merke ich sitze da nicht alleine in meinem Loch, sondern da ist eine Hand, die meine Hand hält, ein Ohr, das mir wirklich zuhört, ein Auge, das mich so sieht wie ich bin.

Mit Gottes Hilfe können wir im Gebet, im Gottesdienst oder im Zusammensein mit anderen Menschen unsere Einsamkeit und Leere überwinden. Dann ist – zumindest kurz – kein hole, kein Loch mehr in unserem Leben, sondern unser Leben wird whole mit w, also ganz.

Nina ist Dekanin im evangelischen Kirchenkreis Landshut.

Foto © Janette Beckman, A&M Records

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#125 Bläck Fööss - Unger´m Adler01 Aug 202200:10:26

Mit einem 9€ Ticket besteht ja die Möglichkeit einfach häufiger in eine Stadt in der Nähe zu fahren und sich vielleicht auch Dinge anzusehen, die abseits der ganz bekannten Sehenswürdigkeiten sind.

Mein Vorschlag ist der Friedenspark in Köln. Vom Chlodwigplatz aus, muss man ca. 10 Minuten laufen und wenn du Zeit hast, kannst du dann am Rhein entlang zurück in die Innenstadt laufen.

Eine Fahrt in den Friedenspark ist auch ein wenig wie mit dem 9€ Ticket nach New York zu fahren, denn wie im Central Park in New York gibt es dort auch einen Kreis in dem "Imagine" in der Mitte steht. Dieser Song von John Lennon, der die Vorstellung von Frieden besingt ist aber nicht das eigentlicheThema unseres Podcastes.

Das Thema des Podcasts ist der Song „Unger´m Adler“ der Bläck Fööss. Dieser Song hat aber Berührungspunkte mit dem Song Imagine, denn dort heißt es:

Et Levve, dat jeit wigger, verdeck sin nur die Spure, 
verjesse darf mer't nie. 
Doch die em Kreech jefalle für falsche Illusione, 
han nix mih dovun.

Die Bläck Fööss besingen in ihrem Lied ein anderes Denkmal im Friedenspark nämlich einen großen Bronzeadler, dieser wurde nach dem ersten Weltkrieg dort aufgestellt für die gefallenen Soldaten, allerdings noch mit dem Propaganda Gedanken „Im Felde unbesiegt“ und wegen diesen falschen Illusionen gab es dann bald wieder Krieg.

Heute hat der Adler eine andere Bedeutung und in der Ansagen zu diesem Song sagt Bläck Fööss Bassist Hanz Thodam folgendes: „Solang der Adler auf seinem Stein bleibt und nicht mehr fliegt, solange wir Menschen Konflikte nicht mit Waffen und Gewalt lösen, haben wir die Möglichkeit in Frieden und Freiheit zu leben, indem wir Toleranz gegenüber Glauben und Meinungen anderer, indem wir die Grenzen in unseren Herzen und in unseren Köpfen überwinden, um uns näherzukommen, gegenseitig versuchen zu verstehen und Mitgefühl zu entwickeln.“

Da treffen sich dann wieder die beiden Songs „Imagine“ und „Ungerm Adler“.

Et Levve, dat jeit wigger, verdeck sin nur die Spure,
verjesse darf mer't nie.

Neben den beschriebenen Denkmälern gibt es im Friedenspark noch ein Andenken an Hans Abraham Ochs, der von Hitler-Jugend Jungen mit 8 Jahren vor den Augen seiner Mutter und seines kleinen Bruders zu Tode geprügelt wurde. (Die Stolpersteine liegen am alten Wohnhaus, Trajanstraße 41 und an der Titusstraße 26 auf der Parkseite)

Es ist wichtig, dass wir wach bleiben, dass wir Mut haben gegen die Anfänge von Ausgrenzung und Machtmissbrauch vorzugehen – dafür hilft es sich auch mal auf den Weg zu machen und Orte zu besuchen, die von diesen Spuren erzählen – ich kann dabei das Lied der Black Fööss hören und den Frieden im Friedenspark genießen.

Ich habe mich sehr darüber gefreut, dass Hanz Thodam von den Bläck Fööss für diesen Podcast seine Bühnenansage zu unserem Song eingesprochen hat, außerdem wird der Songtext von seinem Bandkollegen Erry Stoklosa gelesen.

Foto: © Leonie Handrick

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#223 The Kills - Doing It To Death17 Jun 202400:12:03

Die Liebe zur Musik bringt Menschen zusammen. Das sind immer wieder wunderbare Erfahrungen, die das Leben reicher, schöner und bunter machen – mich hat die Musik mit Marcus S. Kleiner zusammengebracht und er erzählt euch heute von einem ganz besonderen Song in seinem Leben und einem besonderen Menschen in seinem Leben – Also aufpassen! – es geht um alles – es geht um Leben und Tod.

Außerdem geht es auch darum, warum es manchmal notwendig ist, in einer Zugtoilette zu tanzen.

Marcus S. Kleiner macht in einem Podcast mit - Fugengold – warum ist so ein Song, wie der von The Kills, für mich Fugengold?  Weil er etwas zusammenhält, was droht auseinander zu driften – Sex und Leben, Tod und Liebe - in noch nicht einmal 5 Minuten und dazu noch ein Video, was ganz viele Räume aufmacht selbst zu denken: Wie sehen dann eigentlich meine Gedanken zu Tod und Leben aus – und je klarer ich das habe, desto stabiler wird meine Haltung – und mit einer klaren Haltung öffnen sich Möglichkeitsräume.

Liebe, Musik und Kunst können diese Möglichkeitsräume über Leben und Tod hinaus ausdehnen – da gibt es dann eine Trotzkraft – auch wenn der Tod droht, sage ich trotzdem ja zum Leben und zur Liebe und zu Menschen.

 

Die Homepage von Marcus S. Kleiner

https://medienkulturanalyse.de/wp/

Foto @ Myles Hendrik

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#124 Madonna - Vogue25 Jul 202200:10:43

Anne mag Mode, schon früh schlug ihr Herz für Glitzer und Fashion. Sie hat Lust daran sich zurecht zu machen.

Sie erzählt im Podcast von ihrem ersten schicken Outfit einem schwarzen Turnanzug, sie erzählt von Alicia Silverstone und Kate Moss und natürlich von Madonna. Sie erzählt aber auch von einem Klima in der Theologie und der Kirche, welches schicke Kleidung als Eskapismus zur Seite tut. Wo vor allem Männer dann Frauen sagen, wie sie aufzutreten haben.

Madonna singt in Vogue:

All you need is your own imagination
So use it that's what it's for
Go inside, for your finest inspiration
Your dreams will open the door

Und das passt auch zu Anne, denn sie hat Freude an einem guten Look – ein gelungenes Outfit ist für sie ein Kickstart in den Tag, ein Ausdruck von Vitalität, Inspiration und auch Bestandteil ihres Selbstbewusstseins. Sie fühlt sich wohl und sicher, weil eben ihre Kleidung und ihr Typ übereinstimmen.

So lernen wir mit Anne, dass Mode nicht gottlos ist. Im Gegenteil jedes Selfie, das Anne mag ist ein Dank an ihre Schöpferin und jedes Kleid, in dem sie sich gefällt, lobt G*tt, der sie wunderbar gemacht hat. Dabei ist es dann egal wie die Beine aussehen, die unter dem Rock rauskommen, denn es geht nicht um Perfektion, sondern es geht um dieses wirklich beglückende Gefühl sich in etwas zu hüllen, das einfach gefällt. Deswegen sagt Anne: „Danke Gott für die Mode, einfach mal so, das hast du wirklich gut gemacht.“

Einige Songtexte werden von Puja gelesen

Das Buch, auf das Anne hinweist: Robert Covolo – Fashion Theology

Foto: © Universal Music

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#123 Finna - Overscheiß18 Jul 202200:09:19

Der Song von Finna, will Mut machen die Körpervielfalt zu feiern. Songs wie „Overscheiß“ helfen den Weg zur Selbstliebe zu finden und leisten gerade auch mit dem provokanten Video einen Beitrag dazu, sich selbst zu mögen und Rollenklischees in Frage zu stellen.

In der Podcastfolge geht es daher um Kommentare über das Äußere. Täglich werden wir mit unheimlich vielen Bildern konfrontiert. Vieles in der Werbung funktioniert so, dass wir Bilder vorgehalten bekommen, mit der Aufforderungen diesen Bildern zu entsprechen. Und das führt dann dazu, dass wir selbst dann manchmal unabsichtlich Teil dieser Vorgaben durch die Bilder werden. Wir fangen an, Menschen ungefragt etwas zu ihrem Äußeren zu sagen. Wir meinen das manchmal gar nicht böse, aber das unreflektierte Nachplappern von Körperbildern kann ganz schön verletzen – daher gefällt es mir, dass Finna rappt – „Spar dir deine Scheißkommentare“.

Ich finde: Es sollte in jedem Kopf so eine Schranke sein – muss ich jetzt wirklich etwas über das Äußere einer Person sagen – NEIN!  - Muss ich nicht und musst du nicht. Deshalb: kommentiere NIE ungebeten den Körper eines Menschen. Der Körper ist etwas ganz Persönliches und sollte respektiert und geachtet werden als das, was er ist - ein wunderbarer Organismus, der mich leben und die Welt erfahren lässt, der das Haus meiner Seele meiner Persönlichkeit ist. Also: „Spar dir deine Scheißkommentare!“

Manche Menschen grenzen Menschen aus, nur weil diese anders aussehen, als der von der Gesellschaft vermittelte Ideal-Mensch. Julia erzählt in Gedanke 2 dieser Folge davon, wie sie es geschafft hat sich selbst zu akzeptieren, wie sie ist – denn eigentlich sollte es keine Rolle spielen welche Kleidergröße ich trage. Julia nennt diesen Weg „Selbstliebereise“.

In Gedanke 3 beleuchtet Prof. Dr. Claudia Luck Sikorski von der Gesundheitshochschule Gera unser Gerede über den Körper wissenschaftlich.

Julia Linke aus Gedanke 2 gehört zum Team der Alten Feuerwache Grevenbroich, die Kinder- Jugend- und Familienförderung betreibt.

Ein Link zu Gedanke 3

https://www.srh-gesundheitshochschule.de/unsere-hochschule/hochschulteam/claudia-luck-sikorski/

Foto: © Katja Ruge

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#122 Red Hot Chili Peppers - Under the Bridge11 Jul 202200:09:13

Am 5.Juli war Tobi aus Köln auf dem Konzert der Red Hot Chili Peppers. Direkt im Anschluss an das Konzert hat er seine Gedanken zu seinem Lieblingssong der Gruppe für unseren Podcast aufgenommen.

Ein Thema des Songs ist Sehnsucht. Nach was sehne ich mich eigentlich? Am bekanntesten ist wahrscheinlich die Sehnsucht geliebt zu werden. Diese Sehnsucht begleitet uns von Beginn unseres Lebens an.

Bei der Sehnsucht gibt es zwei Gefahren: Die eine Gefahr ist, dass unser Sehnen sich zu schnell erfüllt - dann besteht die Gefahr, dass sie zur Gewohnheit, dass sie alltäglich wird, dass ich sie nicht mehr wahrnehme, dass ich sie nicht mehr zu schätzen weiß.

Die zweite Gefahr bei der Sehnsucht ist, dass sie sich nicht erfüllt, dass sie nicht erwidert wird, dass ich dieser Sehnsucht nachlaufe, ohne jemals etwas von ihrer Erfüllung zu spüren. 

Beides: die erfüllte Sehnsucht, die zur Gewohnheit wird und das Nichterfüllen unserer Sehnsucht, können uns Menschen krank machen, führen dazu, dass wir unsere Sehnsucht, das was uns lebendig macht, betäuben mit Drogen, mit Alkohol, mit zu viel Zucker und wir so vor lauter Sehnen süchtig werden.

Tobi ermuntert im Podcast sich Herzensplätze zu suchen, Haltepunkte für die aufgeregte Seele. „Take Me To The Place I Love“ - Herzensplatz bedeutet für Tobi einen Ort zu haben, an den ich mich zurückziehen kann, wo ich ganz für mich bin. Dieser Ort kann zuerst ein Ort außen sein, aber je mehr ich mich mit diesem Ort vertraut mache, desto stabiler wird dieser Ort auch in mir drin. Vielleicht kann ich ihn dann auch finden, wenn ich mich irgendwo hinsetze und ruhig werde – Tobi erzählt in Gedanke 3 wie großartig das ist, wenn ich diesen Ort immer bei mir trage, dass ich nicht einem physischen Ort, einer Landschaft, einem Platz hinterher laufen muss, sondern einen Ort in mir trage, an dem ich ganz sein kann, an dem ich bei mir sein kann – Take Me To The Place I Love.

Tobi ist bei Instagram als @stilletaucher und bei der Netzgemeinde @da_zwischen unterwegs. Sonst arbeitet er bei der Katholischen Kirche in Köln.

Foto: © Clara Balzary

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#121 Stromae - L´enfer04 Jul 202200:15:42

Diese Woche gibt es den ersten französischen Song in der 7Tage1Song Reihe. Ausgesucht hat ihn sich Paula Nowak, Studienleiterin Religionspädagogik, Schwerpunkt Mediendidaktik im Amt für kirchliche Dienste der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz.

Es geht um einen Song von Stromae, der L´enfer, Hölle heißt, hier wird von einer Person gesprochen, die schwierige Zeiten durchlebt, dunkle Gedanken hat, Ängste die sie antreiben, Stress und Unwohlsein - all das ist die Hölle durch die er geht. Trotzdem gibt es einen Hoffnungsschimmer, denn er spricht auch davon, dass er sich nicht allein fühlt angesichts der Tatsache dass ganz viele Menschen auf der Welt ein ähnliches Gefühl haben. Diese Hoffnung ist winzig und trotzdem ist sie existent. Wir sollten daher den Mut haben selbst über diese Gefühle zu sprechen und ohne Abwertung und schnelle Tipps zuhören, wenn jemand von seinen miesen Gefühlen erzählt.

Paula Nowak findet, dass gerade durch die musikalische Unterschiedlichkeit des Arrangements im Song - durch den Wechsel von Chor und Beat Drops – ein Gefühl entsteht, nicht allein zu sein. So kann der Song allen Menschen etwas bedeuten, denn auf einmal geht es nicht nur um totale Verlassenheit und Depression, sondern es geht dann generell um mentale Gesundheit, um persönliche Krisen, die jeder Mensch haben kann. Daher kann auch jede und jeder diesen Song fühlen. Der Chor zeigt: du bist getragen, du verlierst in deiner Trauer, in deinem Gefühl versagt zu haben, nicht deine Würde – wir, als Chor, haben zwar keine Lösung für dein Problem, aber wir können dir Würde und Respekt schenken. So beginnt der Weg aus der Hölle.

Die französischen Texte werden von Manon gelesen.

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#120 Puhdys - Wenn ein Mensch lebt27 Jun 202200:10:21

Wenn ein Mensch lebt von den Puhdys ist untrennbar mit dem Film „Die Legende von Paul und Paula“ verbunden. Wie eng Musik und Film zusammenhängen, zeigt sich am Anfang des Songs, die Geräusche kommen von einem einstürzenden Haus aus dem Film.

Manchmal muss etwas kaputt gemacht werden, damit der Blick sich weiten kann oder damit Raum für neues entsteht. Von allem handelt der Film und auch der Song.

In Gedanke 1 des Podcasts erzählt Ute, wie es für sie in Leipzig war als dieser Film in die Kinos kam.

In den weiteren Gedanken stellt sich Heidi die Frage: Was bedeutet es: „Wenn ein Mensch lebt“? Dafür ist es wichtig zu lieben, aber dazu ist es dann notwendig auch die richtigen Momente zu finden. „Ein jegliches hat seine Zeit“ heißt es im Song angelehnt an die Bibel – aufbauen und niederreißen – wichtig ist es herauszufinden – was ist JETZT dran. Wenn ich mich nur schicksalsergeben treiben lasse und nicht versuche auch mal die Möglichkeiten beim Schopf zu packen – dann halte ich mein Leben nur aus und lebe es nicht. Entscheidungen und auch Streit stehen an – die traurigen Momente, die daraus entstehen sind der Preis, den wir dafür bezahlen, lieben zu können.

Foto © Kaskara

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#119 Van Halen - Jump20 Jun 202200:09:22

Van Halen und Jump, ich denke niemand, die oder der in den 80ern gelebt hat, kennt diesen Song nicht. Diese Fanfare am Anfang und dann sofort die erste Zeile des Songs: I get up and nothin' gets me down.

Mit jedem Ton jedem Schlagzeugschlag wird mir zugerufen – Hey, Spring, dir gehört die ganze Welt. Dafür braucht es Mut. Da darf ich mich nicht zu schnell runterziehen lassen.

Also – Mut haben – den Sprung wagen – Jump

Der Polizeiseelsorger Matthias Zöller denkt in dieser Folge über den „Sprung“ nach, was bedeutet es den sicheren Boden unter den Füßen zu verlassen und ins Unbekannte zu springen. Was macht da Angst. Welche Gedankensprünge müssen Polizistinnen und Polizisten schaffen, um auf der einen Seite das Gewaltmonopol zu vertreten und auf der anderen Seite Mitmensch zu sein.

Matthias Zöller denkt mit dem Psalmbeter (Psalm 18,30) Mit meinem Gott kann ich über Mauern springen. Er ist der Überzeugung, dass ich den Sprung  über all die Mauern die mich so einengen, nicht alleine meistern muss. Gott will, dass sich die Mauern um mich herum, die Masken die ich trage, das was mich einengt und mein Leben einsperrt, überwinde. Mein neues besseres gutes Leben gewinnen ich, wenn ich den Mut haben zu springen und darauf zu vertrauen dass da einer ist der mit mir springt.

Instagram @polizeiseelsorger_zoeller

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#118 Harry Styles - Daydreaming13 Jun 202200:09:28

Ich denke Harry Styles wird sehr bald ein echter Superstar sein. Vor fünf Jahren verließ der ehemalige Bäckereifachverkäufer aus Mittelengland die Boyband One Direction; fest davon überzeugt, in Amerika das große Glück zu machen. Inzwischen ist er jetzt mit seinem 3.Album oben angekommen – die Zeitschrift Rolling Stone kann ihn „Mick Jagger für unser aufgeklärtes Zeitalter“ nennen. In unserem Podcast geht es um einen Song von seinem neuen Album Harry´s House“ und zwar „Daydreaming“

Da lohnt sich doch die Frage: Was macht Träume stark, woher kommt ihre Kraft?

Hier geht es um Träume, die aus der Liebe kommen,  bei Harry Styles ist es die Liebe zur Musik der 70er Jahre und anderen Musikerinnen und Musikern vor ihm, die er vermischt, die er zitiert und die ihm Kraft gegeben hat loszuziehen – so ist es wichtig, dass wir uns inspirieren lassen und eben über die Zeit hinausschauen können.

Musik inspiriert und Tagträumer inspirieren und geben Kraft.

So give me all of your love, give me something to dream about

Im Podcast überlege ich, ob die Tagträume von Harry Styles etwas mit den Gesellschaft-verändernden Träumen von Martin Luther King zu tun haben könnten. Natürlich weiß ich, dass Harry Styles nicht Martin Luther King ist – aber ich bin auch nicht Martin Luther King – Harry Styles Song mit der Aufforderung zum Tagträumen, lädt uns alle ein von der Liebe zu träumen und so in den Traum von einer gewaltfreien Welt voller Liebe hineinzurutschen - von einem Traum vom Himmel auf Erden, von himmlischen Gefühlen – dieser Traum kann die Türen zum Hass in meinem Kopf zuschließen. Denn das große Ziel dieses Traums ist nicht die Vernichtung der Feinde, sondern Liebe und Versöhnung – bei Harry und bei Martin und vielleicht auch bei dir?

It just feels right
When you give me all of your love, give me something to dream about

Die Songtexte werden von Tamara Pelmer und ihrer Tochter gelesen.

Foto: © Columbia Records

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#117 Candan Erçetin- Yalan06 Jun 202200:09:57

Gast in Folge 117 ist Sara Cicek, bei Instagram auch bekannt als Psychologie Cicek. Sie ist 29 Jahre alt und hat zunächst eine Ausbildung als Erzieherin absolviert und sich anschließend in therapeutischer Richtung weitergebildet.

Warum hören wir in dieser Woche einen türkischen Song? Sara Cicek ist mehrsprachig in Deutschland aufgewachsen - die Sprache die wir sprechen, dient nicht nur zur Kommunikation, sie ist ein Teil unserer Identität und mit unseren Emotionen verknüpft.

Vielleicht habt ihr euch auch schon mal ertappt: Manche Sprachen haben ein gutes Ansehen bei uns und manche ein schlechtes. Ein englischer, französischer oder ein italienischer Akzent gilt oft als schick - „Super du kannst zwei Sprachen“. Wenn es dann ein russischer, arabischer oder türkischer Akzent ist – heißt es schnell, hoffentlich kannst du irgendwann mal richtig deutsch. Dem hält die Sängerin Candan Erçetin entgegen: Die Berge wissen nicht Bescheid – denen ist es egal - Berg ist Berg und so sollte es bei den Menschen auch sein: Mensch ist Mensch.

Wir sollten die Mehrsprachigkeit, andere Kulturen und Glaubensrichtungen als Ressourcen sehen. Es würde uns helfen, wenn wir uns mit Neugierde begegnen, statt mit Ängsten und Unsicherheiten. Wie viel wir voneinander lernen können! Allein die Sicht und die Wahrnehmung, ich finde es jedes Mal faszinierend, wenn mir jemand von seiner Sprache etwas beibringt. Ich lerne nicht nur daran, sondern lerne die Person auch besser kennen.

Lasst uns sensibler aufeinander zugehen und erkennen, dass die Sprache ein Teil unserer Persönlichkeit ist, die wir nun mal nicht ablegen können. Denn „auf der Welt ist außer dem Tod alles andere eine Lüge“, wie es im Song heißt.

Übrigens bedeutet Saras Nachname „Cicek“ übersetzt Blume.

Sara Ciceks YouTube Kanal hier gibt es zu verschiedenen Situationen Videos auf türkisch und deutsch. https://www.youtube.com/channel/UCexD-q7yp-x0i7aXL0raNXQ/videos

Foto © Homepage Candan Erçetin

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#116 The War On Drugs - Change30 May 202200:09:36

Dieser Podcast ist mit Ilka Werner der Superintendentin des Kirchenkreises Solingen, dort findet über Pfingsten der „KirchenMorgen“ statt – „damit etwas aufgeht“ – Knospen, Samen, Türen, Rechnungen, die Sonne, Knoten, ein Hefeteig so viele Dinge können aufgehen und immer ist es dann anders und neu. Was bedeuten diese Veränderungen für uns?

Mit Hilfe des Songs „Change“ von The War On Drugs stellen wir Fragen nach Veränderung – im Lied heißt es „es ist verdammt schwer die Veränderung zu machen“ selbst wenn ich sie kenne.

Es ist verdammt hart eine Veränderung zu machen, es ist verdammt hart durch eine Tür in eine neue Welt, in einen neuen Tag zu gehen – selbst wenn dort Rettung zu erwarten ist. Zu gerne klammern wir uns an das Vergangene, an das Bekannte, manchmal sogar dann wenn es nicht gut ist, denn das Bekannte kenne ich ja, die Muster sind vertraut, es ist vielleicht nicht schön, aber ich finde mich zurecht – wie wäre es, wenn alles plötzlich ganz anders ist – so beginnt Rettung: „But it's so damn hard to make that change“

Wer den Podcast vor Pfingsten hört kann noch schnell nach Solingen fahren.

Informationen gibt es hier:

http://www.kirchenmorgen.de/

http://www.klingenkirche.de/

Foto © Shawn Blackbrill/Warner

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#115 Aretha Franklin - Respect23 May 202200:13:02

In der neuen Folge geht es um den Song „Respect“ von Aretha Franklin und das Buch „Mutig Grenzen setzen“, welches Luitgardis Parasie zusammen mit ihrem Mann geschrieben hat. Im Buch geht es darum, Grenzen zu ziehen und dabei ein gutes Gewissen zu haben – das fällt manchmal ganz schön schwer. Dieses Buch erzählt Geschichten, wie es gelingen kann. Die klare Aussage des Buches: Es gibt Hoffnung trotz verletzter Grenzen.

Aretha Franklin ist ein gelungenes Beispiel dafür. Mutig Grenzen setzen, das war ihr Lebensthema. Das Lied „Respect“ ist dabei wie ein einziger Schrei: Respektiert meine Grenzen! Im Podcast geht Luitgardis Parasie an den einzelnen Buchstaben des Wortes entlang und gibt Tipps fürs Grenzen setzen. Wer bin ich eigentlich? Was gibt mir Kraft? Von welchen falschen Vorstellungen muss ich mich befreien? – Für ein „E“ wird der Begriff „echt sein“ gewählt – dies ist so leicht gesagt und so schwer gelebt. Aretha erkennt für sich: Die Musik wird dich retten. Ihr Gesang und ihr Glaube, mit dem sie sich ins Gottvertrauen hineinsingen konnte, waren ihre Rettung. In fesselnder Weise ist dies im Film „Amazing Grace“ festgehalten - ohne große Gesten nur mit ihrer Stimme, singt Aretha Franklin dort Gospel Songs in einer Kirche und wird eins mit der Musik, ihr gelingt alle Menschen in der Kirche miteinander zu verbinden – es ist ergreifend dies miterleben zu können – das ist wirklich sie – die Frau die da Amazing Grace singt, diese Frau ist Aretha Franklin – sich so zu öffnen, sich so zeigen zu können – da kann ich nur sagen: Respect!

Das buchstabierte Respect im Podcast wird von Louise gesprochen.

Luitgards Buch ist im Brunnen Verlag erschienen – hier ein Link zur Hompage des Verlages

https://brunnen-verlag.de/mutig-grenzen-setzen-mit-gutem-gewissen.html

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#222 Planlos - Taschen voller Glück10 Jun 202400:09:02

Die Taschen voller Glück – das ist das, was ich als seelische Gesundheit beschreiben könnte – Seele ist sowas wie die Beziehung, die ich zu mir selbst habe. Ich verrate manchmal die Beziehung zu mir selbst, weil ich anderen Dinge nachlaufe – Geld, Macht oder so – ich gewinne vielleicht was, ich stehe gut da, aber seelisch habe ich Schmerzen – mir geht es nicht gut.

Planlos lassen in ihrer letzten Single die Gedanken kreisen.

Was wollte ich? Was will ich jetzt? Welche Rolle spielt es im Moment zu sein

Und warum ist es wichtig immer etwas Glück in der Tasche zu haben?

Jesus hat das auch so gemacht, der hat ganz oft eine Frage gestellt und die Menschen dann selbst denken lassen. Es gibt auch so eine „Taschen voller Glück“ Frage: „Was hilft es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt und nimmt doch Schaden an seiner Seele?“

Wenn ich den Kontakt zu anderen verliere und nur noch an das gewinnen denke, dann verliere ich meine Mitmenschen. Der Song kann daran erinnern – immer nur mehr haben wollen, immer ans „Gewinnen“ denken kann zu einer Sucht werden, in der ich mich selbst und die anderen verliere. 

Im Podcast erzählen Irene und Anja wie bei ihnen das Glück in die Taschen kommt.

Foto @ Planlos

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#114 Christin Nichols - Today I Choose Violence16 May 202200:07:38

Im Lied zum Podcast von dieser Woche geht es um blöde Sprüche von Männern. Der Song von Christin Nichols beginnt mit einer treibenden Basslinie und eine Aussage kommt nach der anderen, wie zum Beispiel „Für eine attraktive Frau bist du echt ganz schön clever“. Solche Sprüche sind nicht ok und viele dieser Sprüche sind sogar strafbar. Um solchen Sprüchen souveräner zu begegnen, macht in diesem Podcast die Präventionsbeauftragte Lydia Freienberg mit, sie arbeitet mit Schulklassen und anderen Projekten in einem Netzwerk zusammen, das sich gegen Gewalt gegenüber Frauen einsetzt.

Lydia Freienberg thematisiert auch die Aussage, dass sich Christin Nichols im Lied für Gewalt entscheidet, weil sie genug vom Wegschauen und höflich sein hat. Die sexistischen Strukturen, die sie so aggressiv machen, kommen in Sprüchen wie "Du musst an deinem Körper arbeiten, besonders an deinen Beinen" zum Vorschein.

Für uns alle ist es notwendig, uns selbst und die Strukturen, die wir verinnerlicht haben, wirklich zu hinterfragen. Das kann schmerzhaft sein – zu realisieren, dass wir eigentlich nur oberflächlich feministisch handelt und in Wirklichkeit eben doch ein Teil des Problems sind -  so kommt es zu Sprüchen wie: „selbst Schuld, wenn du dich so anziehst“.

Die Präventionsbeauftragte Lydia Freienberg sagt im Podcast, dass das Opfer niemals schuldig ist, sie zeigt Alternativen zur Gewalt auf.

Foto: ©Kay Ruhe

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#113 Bembers - Kaffee Schwarz09 May 202200:11:16

Ihr kennt sicher Gemeindehäuser und Kirchen, versucht euch mal vorzustellen wie der Kaffee dort ist. Meistens kommt er aus großen Kaffeemaschinen, dann steht er aufgewärmt in Thermoskannen auf den Tischen. Eventuell gibt es dazu auch die immer gleichen Keksmischungen. Jetzt stellt euch mal vor, wie es wäre, wenn es auf einmal eine Siebträgermaschine gäbe, wie in einer Kaffeebar. Der Kaffee wäre klein, stark und schwarz. Natürlich müsste gewartet werden, aber immer eine oder einer stände für einen Moment im Mittelpunkt mit seinen Bedürfnissen und Wünschen. Für mich hat das ganz viel mit der Zukunft der Kirche zu tun. Und ich denke die Frage „Thermoskanne“ oder „Siebträger“ kann helfen – sich zu überlegen, wie sehen Menschen von heute aus. Vielleicht kann auch das „Ereignis“ Kaffee kochen wieder stärker werden, Kirche als Ereignis und nicht als etwas Warmgehaltenes. Auch hat eine Siebträgermaschine keinen Filter und kann sogar Druck aufbauen – das finde ich auch wichtig, wenn es um das Wesentliche geht, keine Filter und auch Druck machen, wenn es notwendig ist. Natürlich gibt es in der Gesellschaft viel Latte Machiato und viel süßen Sirup, da sollten wir nicht versuchen mitzureden, sondern eben – immer vom Kaffee sprechen, der macht dieses Getränk ja aus.

Was ist für mich jetzt dieser Kaffee?

Dort, wo Menschen miteinander teilen, was ihnen Halt gibt im Leben - wer mir Halt gibt und mich trägt. Dort, wo ich G*tt erleben kann und spüre, dass ich Teil bin von einem großen Ganzen. So ist diese ganze Sache mit der Kirche ja auch entstanden – weil Menschen jemand getroffen haben, der ihnen in ihrem Alltag Hoffnung gegeben hat. Jesus wollte die Menschen nicht einfach wieder in die Synagoge holen, sondern er ging zu ihnen und sprach sie an, in ihrer Lebensrealität und mit ihren Fragen und Problemen. Es ging nicht darum, eine Religion zu pflegen oder zu verbreiten, sondern das zu teilen, was wirklich trägt im Leben. Was wirklich Sinn ergibt. Jesus sozusagen als Barista, der ganz persönlich etwas gibt, das Kraft schenkt und aufweckt und eben nicht die bekannten Kannen für alle auf den Tisch stellt.

Manchmal ärgere ich mich über Reformdiskussionen in der Kirche, weil sie irgendwie an Äußerlichkeiten stehen bleiben und nicht fragen, wofür steht „Kirche“ eigentlich – mir hilft da immer dieser Song vom Bembers – stark und pur, heiß und frisch - er will erstmal eine Besinnung auf das, worauf es bei Kaffee ankommt – und Kirche und Kaffee fangen ja beide mit „K“ an . Wie der Bembers kommt Rainer Fuchs aus Franken, er ist Studienleiter an der Evangelischen Akademie der evangelischen Kirche von Bayern, er liest im Podcast den Text vor und erzählt in Gedanke 2 von seiner Vision von Kirche - stark und pur!

Rainer Fuchs Webseite: https://www.bruderfuchs.de

Wertvolle Inspiration für den Gedanken 3 habe ich durch Evelyne Baumberger von RefLab.ch erhalten – und zwar aus diesem Video: https://youtu.be/ekAkoQtYoQM

Foto: © Agentur Streckenbach

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#112 Erykah Badu - The Healer02 May 202200:08:25

In der aktuellen Folge von 7Tage1Song spricht Ana Swartz über die heilende Kraft des HipHop. Wir erfahren auch, was die Kirche vielleicht vom HipHop lernen kann. Erykah Badu beschreibt in ihrem Song die religiöse und heilende Kraft dieser Musik, sie verwendet dabei religiöse Begriffe und öffnet diese hin zu einer universalen Gemeinschaft. Angesichts der Probleme auf diesem Planeten ist es sicher gut, hier nicht einfach drüber weg zu hören, sondern dranzubleiben. Was verhindern Hierarchien und Machtspiele – was brauchen wir, damit Gemeinschaft gelingt. Ana macht deutlich, dass HipHop für Ungerechtigkeiten sensibilisieren kann und für viele Menschen eine Ermächtigungsstrategie ist, ihre Geschichte zu Gehör zu bringen.

Weiter beschreibt Ana Swartz ihre eigene Entwicklung, wie sie durch HipHop mutiger und stärker geworden ist und welche Rolle dabei das Internet gespielt hat.

Ein neuer Mensch werden, als neuer Mensch leben, ist ein Gedanke, der in der Taufe steckt. Erykah Badu nimmt diesen Gedanken und verbindet ihn mit dem Kontakten und Beziehungen, die sich Menschen schenken können – die lebensspendende Energie des Wassers wird von ihr auf die Menschen übertragen, die sich gegenseitig unterstützen und tragen können und sich so Lebensenergie schenken.

Hier geht es zur Internetseite von Ana Swartz HipHop Podcast https://www.thehealerhiphop.com/

Foto: © Universal Music

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#111 Samy Deluxe - Superheld25 Apr 202200:08:35

In Folge 111 geht es um ein Gespräch, das Samy Deluxe mit seinem Kind führt. Ich bin darauf gekommen etwas was zu diesem Song zu machen, als ich eine Folge „Feministisch fromm Freischnauze“ auf YouTube gesehen hatte, dort ging es um die Haare von Rosita. Mich hat das so beeindruckt, dass ich Rosita angesprochen habe und wir haben dann zusammen mit einer Friseurinnenklasse von mir über Instagram zum Thema Haare und Identität gechattet. Für mich und meine Schülerinnen hat das in vielen Bereichen die Augen geöffnet. Und daher hoffe ich, dass diese Folge mit Rosita auch andere Menschen bereichernd empfinden.

Manchmal übt eine Mehrheitsgesellschaft mit ihren Schönheitsstandards und dem so unscheinbar daherkommenden Wort „normal“ Druck aus. Druck, dem zum Beispiel die Mutter von Rosita ausgesetzt war.

Der Podcast sagt: Identität ist immer auch eine Konstruktion – die Gesellschaft wirft dir jede Menge Steine dazu hin, die scheinen erstmal auch alle zusammen zu passen – aber aufpassen, nimm nicht alles was dir hingeworfen wird. Erkämpfe dir die Freiheit Architekt*in von deiner Identität zu sein. Das ist manchmal hart – aber es entsteht durch diese Freiheit auch eine Kraft, ein Durchhaltevermögen – und eine Selbst-Versicherung – dass ich sein darf wer ich möchte. Samy Deluxe - sagt seinem Kind im Song du darfst ein Superheld sein, auch wenn du schwarz bist und für mich bist du ein Superheld. Auch Rosita erzählt von dieser Erfahrung. So wie es im Song heißt: Heldinnen und Helden kommen in allen Farben und Formen.

Die Folge von feministisch fromm FREISCHNAUZE könnt ihr hier finden: https://youtu.be/y0yZNLGvAeo mit dabei auch Lena Müller bei Instagram @metablabla

Bei Instagram auch mal hier schauen: @feminstischfromfreischnauze @rositakadler @dahairr

Foto: © Marie Schmidt

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#110 Dolly Parton - Red Shoes18 Apr 202200:11:05

In dieser Folge geht es um Glaube, Freiheit und Abenteuer - Glaube, Freiheit und Abenteuer, das ist etwas, was Dolly Parton, Mira Ungewitter und mich verbindet. In Miras Buch „Roadtrip mit Gott“ endet jede Kapitelüberschrift mit „frei“ – sie unterstreicht an Jesus Christus das Befreiende - mit Dolly Parton gesprochen „die roten Schuh“ Momente, in denen ich mich frei, sicher und selbstbewusst fühle, weil mir Menschen für diesen Weg die passenden roten Schuhe schenken. Dolly Parton nimmt ein Bild aus ihrer Kindheit, was wir vielleicht auch alle kennen - in großen (roten) Schuhen durch das Haus laufen – dabei fühle ich mich groß und erwachsen. Wie ist es, wenn ich Momente, in denen ich mich groß und frei fühle, geschenkt bekomme? Welche Menschen haben mir Begegnungen geschenkt, wo ich das erlebt habe? Das sind die Themen dieses Podcasts.

Als Mensch und Lehrer ist es mir wichtig, dass Entwicklung in Freiheit geschieht – für mich stellen Druck und Machtausübung keine gesunde Perspektive dar – ich finde das Faszinierende an Jesus ist, dass er Räume eröffnet, um in den roten Schuhen durchs Leben gehen zu können – Glaube sollte etwas sein, das frei und mutiger macht, Glaube sollte so etwas sein wie die roten Schuhe in diesem Song.

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#109 Brings - Liebe gewinnt11 Apr 202200:10:01

Karneval eine Stadt verwandelt sich ins Jeckenland – positiv Bekloppte – die sich nicht mit Gewalt und Ausgrenzung abfinden, die sich einfach so umarmen und bunt sind, und diese Buntheit in die Welt spritzen – voller Sehnsucht, dass die Liebe gewinnt.

Mein erschöpftes Herz bekommt Kraft durch das Eintauchen in diese Gemeinschaft – und noch lieber als sonst, lauter als sonst mit einer Mischung aus Verzweiflung, Wut und Hoffnung habe ich dieses Jahr gesungen: Liebe gewinnt

Diese Sehnsucht war dann auch an der Friedensdemonstration an Rosenmontag in Köln zu spüren.

Die tollen Tage, in denen gefeiert wurde, dass die Welt anders sein könnte- bunt, fröhlich, liebevoll, gemeinschaftlich sind aber vorbei. Jetzt liegt Karneval lange hinter uns, wir sind bewusst oder unbewusst, durch die Fastenzeit gegangen. Ostern, der Frühling das Leben steht wenigstens bei der Natur vor der Tür und lacht uns ins Gesicht.

Die Feier des Lebens ist Ostern – und das feiern wir ja bald:

Aber vorher: Jesus stirbt. Brutal und ungerecht. Kein Gericht kann das aufhalten. Und selbst G*tt blickt sehenden Auges in diese Gewalt. Sein Sohn, getötet von Menschen, die denken, das Richtige zu tun. Kein Wunder rettet Jesus aus den imperialen Interessen der Großmacht. Kein himmlischer Gegenschlag, der das römische Reich in Schutt und Asche legt, ereignet sich.

Aber, es gibt einen ganz kleinen Anfang, eine Hoffnung, dass die Geschichte weitergeht. Dass es etwas gibt, was danach kommt. Auferstehung - Ostern. Ein leeres Grab. Neues Leben. Jedenfalls hatten viele Menschen, die mit Jesus gelebt, gegessen, getrunken, gefeiert hatten, das Gefühl – es ist etwas passiert, dass die Gewissheit geschenkt hat: Liebe, ist stärker als der Tod. Liebe gewinnt.

Natürlich weiß ich, dass eine Geschichte von einem leeren Grab schon etwas ganz schön verrücktes ist. Aber gleichzeitig, befreit es davon zu meinen, die Logik hat immer das letzte Wort. Das leere Grab hat ganz vielen Menschen die Kraft gegeben, daran zu glauben, dass Krieg, Gewalt und Tod nicht die einzigen Mächte sind, die in der Welt wirken.

G*tt oder die Liebe oder Beziehungen, die stimmen, wirken auch, sie haben eine ganz andere Kraft, Wucht und Macht als Raketen, Panzer und Befehle – die Macht der Liebe hat mit Unterdrückung nichts zu tun – und ist ganz oft Händchen haltend mit dem Wunder unterwegs.

Wir werden frei sein
Wenn wir uns lieben
Es wird vorbei sein
Mit all den Kriegen
Wir sind Brüder
Wir sind Schwestern
Ganz egal wo wir sind
Glaub mir
Die Liebe gewinnt

Im Podcast dabei sind ganz viele Menschen, die mit mir Karneval gefeiert haben.

Im Podcast wird auf viele Karnevalslieder Bezug genommen – dazu gibt es eine Playlist:

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#108 Kelvyn Colt - Hope/IWonder04 Apr 202200:08:25

Die aktuelle Podcast Folge geht auf meinen Schüler Scott zurück. Er wollte gerne seine Geschichte erzählen. Mit 11 wurde ihm bewusst, dass seine Identität männlich ist und mit 14 hat er sich dann geoutet. Inzwischen ist seine Transition, seine Geschlechtsumwandlung, fast abgeschlossen. Er hat sich den Song für diese Woche ausgesucht, damit wir alle einfach mal zuhören und nicht gleich urteilen – also das zu machen, was Kelvyn Colt in seinem Song singt „I wonder what it means to be like you / Through ups and downs on the path you choose“ Lange Zeit war auch die Theologie nicht in der Lage, sich auf Diversität einzulassen, es wurde auf den biblischen Bilder beharrt, wie man sie seit Ewigkeiten verstanden hatte – dabei bieten die Texte sogar Spielräume an, die im Podcast von Monika Egger, Dozentin für Bibelhebräisch an der Universität Luzern, Erzählerin und Redaktionsmitglied der feministisch-theologischen Zeitschrift FAMA, erläutert werden. Sie zeigt, dass wir auch ganz anders aus dem Hebräischen übersetzen können.

Den ganzen Artikel gibt es unter diesem Link: https://www.reli.ch/fehluebersetzungen-mit-folgen-korrekturen-zur-biblischen-schoepfungsordnung/

Think positive, but read the energies

Scott sagt, dass es wichtig ist, nach vorne zu blicken und positiv zu sein. Aber es ist gut sich auch mit den Energien zu beschäftigen, die auf mich einwirken. Scott und Kelvyn Colt geben uns den Rat, sich das alles in Ruhe anzuschauen und auch mal in die Schuhe des anderen zu steigen, aber dann eben auch zu erkennen – es ist mein Leben, es ist mein Kopf und meine Gedanken. Wenn ich nicht auf das höre, was gut für mich ist, dann gehe ich vor die Hunde. Nicht alle Menschen, müssen solche schwerwiegenden Entscheidungen bezüglich ihrer Identität treffen wie Scott, aber gerade deswegen, können wir alle daraus lernen. Um es mit Scott zu sagen: Die Sache ist, wie lerne ich den empathischen Blick für das große Ganze?

Portrait von Kelvyn Colt bei Germania https://youtu.be/L6CJtNDs_ig

Seite von Monika Egger der Universität Luzern

https://www.unilu.ch/fakultaeten/tf/professuren/exegese-des-alten-testaments/mitarbeitende/monika-egger/#tab=c385

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#107 Adele - Easy On Me28 Mar 202200:11:18

Im Song zum Podcast singt Adele: "Go easy on me, Baby" – Sei nicht so streng zu mir – es ist ein Song der den Anfang einer neuen Lebensphase und das Ende einer alten Lebensphase beschreibt. Der Song ist sehr persönlich – Adele kehrt ihr Innerstes nach außen. Die Botschaft lautet: Fehler gehören im Leben dazu, untergehen gehört dazu, getragen-werden gehört dazu. Mit mir im Podcast ist Aki Hild – sie denkt über das Wasser im Song nach – ich kann untergehen, aber es kann mich auch tragen. Adele stellt im Song fest, dass alles ausprobiert wurde, aber es gibt keinen Spielraum mehr, es wird nie wieder wie früher.

Adele bittet „behandle mich sanft” – “lass mich weiter in Dein Leben“ auch wenn wir kein Paar mehr sind.

An diesem Punkt schaut Aki Hild im Podcast noch einmal genauer hin. Und stellt mit Adele und für uns die Frage, die wir uns alle immer wieder stellen sollten: Wer bin ich eigentlich und für wen? Wie hängen Beziehungen, Anpassungen und Veränderungen zusammen – wie finde ich eine Balance zwischen mir, den anderen und dem was dem Leben einen Sinn und Halt gibt. Und was ist eigentlich, wenn ich mich so verändert habe, dass alte Beziehungsmuster nicht mehr passen?

Aki Hild ist Promotionsstudentin der Evangelischen Theologie in Frankfurt und Tübingen. Bei Instagram heißt sie @akihild.

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#106 The Beach Boys - God Only Knows22 Mar 202200:11:53

Dieses wunderbare Liebeslied ist der Song, der in der Abschluss-Szene des Films „Tatsächlich Liebe“ läuft – und so kommen wir auch zu meinen Gästen in dieser Folge Nina und Bernd. Sie machen einen Podcast „5 Minuten Tatsächlich Liebe“ – dort sprechen sie bis zum Dezember 2023 also insgesamt 27 Folgen lang, immer über 5 Minuten dieses Films. Dazu brauchen sie so ungefähr 60 Minuten – hier schaffen sie es aber kürzer – die knapp 3 Minuten des Songs schaffen wir in etwa 10 Minuten.

Mit dem Album Pet Sounds, auf dem unserer Song erschien, wollte Brian Wilson dem klassischen Thema des Pop – Junge trifft Mädchen – eine neue Dimension geben.

So haben wir es hier mit einem romantischen Lied über die Zweifel an der Liebe im Angesicht der Ewigkeit zu tun. Dafür stehen die Fragen: Was weiß Gott? Oder was bedeuten die Sterne über uns? Kann ich wissen, ob die Liebe ewig hält? Darf ich es dann trotzdem riskieren mit der Liebe?

Der 7Tage1Song Podcast und Nina&Bernd wollen da keine allgemeingültige Antwort geben, sondern Mut machen, immer wieder den Song zu hören und mit Hilfe der Ideen im Podcast selbst zu denken. Viel Spaß

Interessant Seiten bei Instagram zu dieser Folge: @weibsvolk_anwesend @bernd_504 @5Minutentatsaechlichliebe

Foto: © Capitol Foto Archive

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#105 Melane - Ubuntu15 Mar 202200:13:29

Wir haben die Audios für diesen Podcast vor dem Krieg aufgenommen, aber es passt trotzdem – Melane und Quinton beschäftigen sich beide mit der Frage, wie können wir zu einer Gesellschaft zusammenfinden, in der nicht einfach die Mächtigen ihren Interessen durchsetzen. Angesichts der Herausforderungen, vor denen wir stehen ist das überlebenswichtig. Vielleicht sollten wir unser Denken mit Ubuntu bereichern, denn dort werden gemeinschaftsstiftende Akzente gesetzt.

Neben der Musik engagiert sich Melane bei @beautifulcolours__ unter der Überschrift „I love my Migrationsvordergrund“ geht es um Empowerment, Sichbarkeit und Widerstand gegen miese Strukturen. Melane möchte ein Selbstbewusstsein wecken, das sich traut sich selbst zum Thema zu machen – für ein wir zu streiten, in dem wirklich alle vorkommen und das nicht von den Mächtigen oder einfach einer Mehrheit bestimmt wird. Die Welt ist bunt und wir sitzen alle in einem Boot, was ja Ubuntu wörtlich übersetzt bedeutet. Es geht also um das Verhältnis von Ich und Wir – Quinton  gibt am Anfang jedes Gedanken einige Impulse aus der Ubuntu Philosophie.

Da wir dieses mal die Künstlerin selbst in der Folge haben, erzählt sie dann auch gleich über mehrere ihrer Songs. Außerdem hat Melane eine Masterarbeit mit dem Titel „Schwarze Identitätsverhandlungen in der Gattung des HipHop“ geschrieben – da ist es ja dann auch spannend, kann jemand, die so fit in der Metaebene ist auch wirklich HipHop Musik, ich finde schon, Songs gibt es in der Playlist und Gedanken dazu in Gedanke 3. In allen 3 Gedanken und in allen Musikstücken geht es um Identität und die Spannung zwischen Ich und Wir. Es geht auch um Respekt und Wahrnehmung von Diversität und darum anderen Lebensphilosophien und Ansätze wirklich zu begegnen und diese nicht gleich wegzuwischen oder einfach aus den verschiedensten Gründe zu vergessen oder zu verschweigen. Ein aktuelles und wichtiges Thema.

@pator_vanniekamp @thisismelane dort findet Ihr sie bei Instagram

Foto: © Georg Karlstetter

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#221 Jan Delay - Irgendwie, Irgendwo, Irgendwann03 Jun 202400:08:32

Liebe wird aus Mut gemacht
Denk nicht lange nach 
Wir fahren auf Feuerrädern

Richtung Zukunft durch die Nacht

 

Wir fahren auf Feuerrädern, es ist gut, wenn „Feuer“ drin ist – und es ist gut, wenn es bei allem Feuer auch immer die Momente gibt wo es Geduldsfäden gibt, die dafür sorgen, das die Route Richtung Zukunft nicht vor lauter Feuer in den Rädern aus dem Blick gerät.

Wenn das nicht klappt, dann werden die Geduldsfäden zu Zündschnüren – das passiert und wenn wir eng zusammen sind, dann sind Explosionen schon so, dass andere was abbekommen. In diesen Situationen ist die Liebe ein besonderes Geschenk.

Gib mir die Hand – wir machen das Beste draus – wir richten uns ein – es wird gut und wir bauen uns überall einen Raum für Zärtlichkeit und Miteinander – in unserem Regierungssitz regiert die Zärtlichkeit und wir sind da voller Hoffnung das es immer irgendwie, irgendwo und irgendwann klappt.

 

Dieser Podcast ist eine Traupredigt für euch alle – der Vers war - Wo du hingehst, da will ich auch hingehen; wo du bleibst, da bleibe ich auch.

Gib mir die Hand – Liebe wird aus Mut gemacht.

Im Podcast wird L.I.E.B.E. buchstabiert – wie würdest Du Liebe buchstabieren?

Liebe wird aus Mut gemacht

Es geht darum die Hoffnung, die Chancen zu ergreifen im Moment zu leben – die Zweifel loszulassen und die Möglichkeiten zu umarmen, die sich bieten. Und in Beziehung dem ganzen Durcheinander dieser Welt die Hoffnung auf ein gutes Leben entgegenzusetzen.

Foto © Thomas Leidig

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#104 Niels Frevert - Ich möchte mich gern von mir trennen08 Mar 202200:10:31

In dieser Folge geht es um einen Song von Hildegard Knef, den Niels Frevert gecovert hat. In diesen Zeiten voller Krisen, habe ich manchmal den Wunsch, einfach mit allem nichts zu tun zu haben – weglaufen - weit weg - dorthin, wo es sicher ist. Egoistisch will ich mich verschließen vor den Verwerfungen dieser Welt. Auch vor den Verwerfungen in mir. Vor den Bildern und Gedanken, die ein  Krieg in mir auslöst. Der Krieg in dieser Welt. Der Krieg in meiner Familiengeschichte. Im Podcast erzählt Christina von Ihren Empfindungen.

Einfach die Augen zu machen. Sich einfach von sich selbst trennen.

Da geht es darum zu meinen, dass Dinge die ich nicht ausspreche, nicht da sind. Das ich, wenn ich etwas von mir trenne, davonkomme. Aber das ist leider Selbstbetrug. „Ich möcht mich so gern von mir trennen“ Christina sagt im Podcast, dass sie sich bei allem Zittern, allen Aggressionen, eben nicht von sich selbst trennen kann. So komme ich aus allem nur raus, wenn die Beziehungen stimmen - die zu mir selbst, die zu den Mitmenschen und die zu dem was Sinn gibt. Beziehungen wachsen und werden stabil, wenn wir uns Zuwendung, Liebe und heilsame Begegnungen schenken, die das Trennende heilen.

Christina findet ihr bei Instagram unter @ankerplatz_gera

Foto: © Uli Neumann

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#103 Funny van Dannen - Heb mich höher01 Mar 202200:08:52

In dieser Folge geht es um die Erschöpfung, die daraus kommt, dass wir jetzt so lange Zeit in der Corona Krise stecken, aber es einfach keine Klarheit gibt, wie lange dauert das denn noch. Jetzt kommt dann noch die Kriegsgefahr dazu – dieses Ausgeliefert-Sein, raubt so viel Energie. Irgendwie fühle ich mich müde, mürbe und ohnmächtig. Alles worauf ich stehe, steht irgendwie in Gefahr bröselig zu werden. In dem Song für diese Woche fühle ich mich von Funny van Dannen in den Arm genommen, er formuliert meine Klage und adressiert sie direkt an G*tt – „Hey Gott, ich möchte auch was sehen – heb mich mal was höher, damit ich mehr Überblick über mein Leben bekomme.“ 

Funny van Dannen singt davon, wie ein Kind zu sein. Und dieses Kind ist das Gegenüber von dem was mich höher heben könnte, das was Sinn gibt oder die Kraft, die mich wieder nach oben bekommt. Ich nenne diese Kraft G*tt – und Glaube bedeutet für mich nicht, es ist alles klar, oder ich habe Gewissheit, oft ist Glaube so wie in diesem Song – eher ein Ort oder eine Adresse für meine Fragen, für meine Verzweiflung. 

Im Podcast führt Andrea bei Instagram @segens_sachen einen Dialog mit dem Song. Sie legt unser Müdesein unser Mürbesein G*tt ans Ohr – mit der Hoffnung, dass sich all unsere Erschöpfung in Perspektive und Liebe auflöst. kann sagen:

Schick mir doch mal was runter von deinem Himmel, G*tt, ja?

Eine Pause am liebsten, die wäre jetzt gut

Einmal blau machen – eine kurze, blaue Pause mehr als sonst.

Andreas Blog im Netz: https://www.segenssachen.de

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#102 Tom Petty - I Won´t Back Down22 Feb 202200:10:49

Matthias (bei Instagram @propstix) erzählt in dieser Folge die Geschichte des Songs „I Won´t Back Down“ von Tom Petty – manchmal schlägt das Leben hart zu und es gibt dann keinen „easy way out“, da ist es wichtig für sich klar zu haben, was ist eigentlich mein Standpunkt und wie stehe ich zu den anderen Menschen.  Einen klarer Standpunkt haben, da landen wir dann in Gedanke 2 bei Martin Luther, mit Matthias überlege ich, wie der Song von Tom Petty oder die Interpretation von Johnny Cash mit Martin Luther zusammenhängen könnten. So weit sind ja „Hier stehe ich, ich kann nicht anders“ und „I Won´t Back Down“ gar nicht auseinander. Martin Luther war sich klar aus welchen Quellen seine Wahrheit kommt und so ist sein „I Won´t Back Down“ aus Worms auch heute noch inspirierend. Leider treffen wir heute auf immer mehr Menschen, die ihre Standpunkte  mit „ich weiche nicht zurück“ vertreten und dabei häufig mit Gewalt und Rücksichtslosigkeit daherkommen – wir versuchen in der Folge den Unterschied zwischen Selbstgerechtigkeit und eine klare Position haben aufzuzeigen.

Foto: © Martyn Atkins

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#101 Mikroboy - Raus mit der schlechten Luft, rein mit der guten15 Feb 202200:08:44

Heute geht es um das Atmen: Raus mit der schlechten Luft, rein mit der guten. Das bedeutet in der Übertragung: meine Müdigkeit und meine Wut rauszulassen und etwas gutes, frisches in mich rein zu lassen. Atmen hat durch Corona eine ganz neue Bedeutung bekommen – so ganz frei durchatmen kann ich nicht mehr. Es ist selbstverständlich eine Maske zu tragen und Rücksicht zu nehmen. Aber es ist wichtig, dass ich bei all dem vernünftig und kontrolliert sein, nicht vergesse – ich brauchen die Momente, wo ich wirklich frei und tief durchatmen kann, für mich – und auch einmal das wegpusten kann, was keinen Sauerstoff, keine Lebensenergie enthält.

In dieser Folge ist Nina Maria dabei, sie ist Pfarrerin und Yogalehrerin und ihr Instagram Account hat einen Namen, der wie eine Überschrift für unsere Folge klingt @atmen.glauben.leben - Sie hilft uns in der Folge beim "raus mit der schlechten Luft". Denn wir brauchen die frische Luft aber auch die Hoffnung und den Glauben, um unser Leben zu leben und nicht nur auszuhalten. In Gedanke 2 zeigt dir Nina Maria eine Atemübung, die zum Song passt: Bring mich irgendwo hin, weil ich immer noch atme, weil sich noch Etwas regt in mir drin. In Gedanke 3 lernst du ein Foto von dem zu machen, was sich in dir drin regt und dir Energie schenkt.

Foto: © Mikorboy©Guerilla Music

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#100 Cat Ballou - Du bes nit allein08 Feb 202200:13:37

In dieser Folge hören wir zwei echte Kölsche Funke rut-wieß vun 1823 - Boris und Steffen, oder auch Jereech, Knubbelführer des III Knubbels, und sein Knubbelfreund Senk – die beiden sprechen heute über ein Lied von Cat Ballou, was davon erzählt, auch in schweren Zeiten an der Gemeinschaft festzuhalten. „Do bes nit allein / Irjendwo es och för dich ne Stän / D'r för dich leuchtet, ejal wo du bes / Wenn d'r Wääch och noch so düster es“

Du bes nit allein – das brauchen wir als Menschen immer wieder und das brauchen auch die Orte an denen wir uns versammeln und das brauchen auch die Künstlerinnen und Künstler, die uns die Herzen froh machen. 

Traditionen und Rituale können dabei helfen Menschen in der Not nicht alleine zu lassen. „Du bist nicht alleine, auch wenn der Weg düster ist“. Viele Vereine sind im 19.Jahrhundert gegründet worden, um sich zusammen zu tun und so die Welt besser zu machen. Sie wollten  zeigen – wir lassen niemand im Regen stehen. Steffen und Boris, beschreiben im Podcast, wie das heute aktuell gelebt und gefeiert wird.

Ich finde die Botschaft unglaublich wichtig, dass keiner allein gelassen wird – und reden und singen alleine hilft da nicht, Aktionen und Rituale sind schon wichtig – im Podcast bekommt Ihr einen Eindruck wie lebendig das bei den Roten Funken gelebt wird.

Foto: © Basti Sevastos

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#99 SDP - Unikat01 Feb 202200:08:13

In dieser Folge geht es um die Einmaligkeit jedes Menschen. Vor wenigen Tagen gab es Zeugnisse, da geht das schnell vergessen, dass jeder Mensch ein Unikat, etwas besonderes ist. Bei Zeugnissen geht es leider oft eher darum zu finden, was nicht stimmt. Mit den Erzieherinnen am Berufskolleg Grevenbroich habe ich mich mit der Frage beschäftigt „Warum ist jeder Mensch einmalig?“  Und da kam dann aus der Klasse der Vorschlag das Lied „Unikat“ zu hören. Und das hat dann ja wirklich gut gepasst. Jeder Mensch ist einmalig - ein Unikat, mit seinen Macken und Besonderheiten, jede und jeder sieht anders aus und es gibt keinen doppelt, jeder ein Unikat und keine Massenware.  Die Bibel sagt, dass G*tt uns schon genau kennt und eine Vorstellung von uns hat, bevor wir geboren werden. In Psalm 139 ist die Rede davon, dass wir wunderbar gemacht sind. Das jeder Mensch ein Wunder ist, weil wir, trotz aller Forschung nicht ganz hinter dieses Geheimnis kommen, warum wir jetzt so sind, wie wir sind und trotz fast gleicher DNA so unterschiedlich. Die Bibel antwortet da so: Weil G*tt mit jedem Menschen etwas vorhat, hat sie jedem auch einen bestimmten Charakter gegeben. Jede und jeder fühlt anders, hat andere Meinungen, einen anderen Geschmack, Vorlieben, usw. und es ist spannend, herauszufinden, was G*tt mit mir vor hat, welche Gaben und Aufgaben er für mich bereit hält. Wir müssen G*tt einfach danach fragen und in Beziehungen zu unseren Mitmenschen treten, durch diese Begegnung können wir auch herausfinden wir bunt und abwechslungsreich G*tt ist.

Lieben Dank an alle, die mitgemacht haben.

Foto: © Jeremia Anetor

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#98 Danger Dan, Max Herre – Mir kann nichts passieren25 Jan 202200:08:46

Etwas verspätet, aber noch rechtzeitig, meine Podcastfolge zur Jahreslosung 2022 - Jesus Christus spricht: Wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen (Johannes 6,37). Im wunderbaren Song dazu geht es um Solidarität und Freundschaft in schwierigen Zeiten. Es geht um Freundschaft, die die ganze Welt umspannt und Freundschaft, die sich auch von Fehlern im System nicht zurückschrecken lässt.  Im Song kommt der Zuspruch zum Klingen, dass egal was passiert – es Menschen gibt, die für einen da sind. Viel zu selten drückt man das aus, wie wichtig die Menschen sind, auf die ich zählen kann. Max Herre und Danger Dan können aushelfen, sie schicken uns ein Lied, das kann ich immerhin mit anderen teilen und es können meine Worte werden, wenn ich nicht weiß wie ich es sagen soll, wie dankbar ich für die Freundschaft bin.

„Mir kann nichts passieren“ – was für ein toller Satz und wie schön ist das Gefühl, wenn ich Menschen habe, die mir dieses Gefühl schenken können.

Aus den Augen aus dem Sinn? – dieser Song will uns daran erinnern wie wichtig es ist jemanden zu haben, wo im Notfall noch ein Bett frei ist, ein Platz im Tisch zu haben ist oder auch nur ein Ohr am Telefon. Der Song spricht von schweren Schicksalen und harten Zeiten, aber meint trotzdem, dass der Zusammenhalt, die Liebe zueinander stärker sind – als alles Schlimme in dem man stecken kann – kein Rezept aber Verbundenheit aus der Mut wächst, das möchte dieser Song vermitteln.

In Gedanke 2 und 3 hören wir Sara und Luisa mit Ihren Gedanken zur Jahreslosung. Sara macht klar, bei G*tt sind wir eigentlich schon drin und die Jahreslosung ist richtiger übersetzt mit: „Wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen“ - dies bedeutet, G*tt wird mich nicht rauswerfen, ich bin eingeladen und schon dabei beim Fest mit G*tt! Ich darf, so wie ich bin an der Hausparty im Innenhof teilnehmen. Luisa vergleicht dann die Jahreslosung mit sich und ihrem Handy,  Jesus würde niemanden aus seiner Kontaktliste werfen, sondern wir bleiben da drin. Er würde auch nicht einfach die Nummer wechseln. Luisa erwähnt in diesem Zusammenhang auch Lukas 10,20 „Freut euch aber, dass eure Namen im Himmel geschrieben sind.“ Wir stehen sozusagen auf der Freundinnen und Freundesliste G*ttes. Wir sind gehalten und dort gut aufgehoben.

Wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen

Immer wenn der Zweifel dich zerfrisst
Und immer wenn du ganz alleine bist
Immer wenn du nicht mehr weißt, wohin mit dir
Hab' ich 'ne offene Tür

Schaut mal bei Instagram bei Sara und Luisa vorbei @sara3klang @keine_lu_mit_ou

Foto: © check your head/Jaro Suffner

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#97 Kummer, Fred Rabe - Alles wird gut18 Jan 202200:09:32

„Alles wird gut“ – mich hat der Song sofort gepackt, die Spannung in dem Song zwischen den negativen Rap-Teilen, in denen viele Dinge gennant werden, die nicht stimmen, die falsch laufen - und dem Refrain mit dem sehr eingängigen „Alles wird gut“.  Vielleicht geht es Dir auch so, nach dem Hören des Song, bleibt das "Alles wird gut" als Ohrwurm im Kopf, die schlechten Sachen sind weg. Was hilft mir eigentlich, wenn ich bedroht bin, wenn ich gekränkt werde, wenn es nicht mehr weiter geht wie bisher. Im Podcast hören wir dazu den Krankenhausseelsorger Georg Breu.

Georg Breu erzählt davon, dass er als Seelsorger keine Medizin wie ein Arzt bringen kann und die Uhr auch nicht weiterdrehen kann, bis die Krankheit vorbei ist, außerdem bringt er auch keine Leistungen wie eine Versicherung. Aber er bringt sich selbst mit seinem Glauben und seiner Hoffnung mit ein – sein „Alles wird gut“ ist kein Zauberstab, sondern Beistand in den Situationen, wo ich etwas „mitmachen muss“. „Mitmachen“ ist hier ein interessantes Wort, ich mache etwas mit, aber scheinbar nicht alleine, wer macht denn da eigentlich mit beim Mitmachen?

Wenn in unser Leiden, in unsere ausweglosen Situationen eine neue Perspektive kommt, dann kommt durch die Trümmer unseres Lebens etwas Neues – ein Licht, im Vater Unser lautet das „Alles wird gut“ - „Dein Reich komme“. Das passiert nicht sofort, aber die Hoffnung existiert, dass das Schlimme, in dem ich jetzt drin stecke, nicht das letzte Wort haben wird - "Alles wird gut"!

Foto: © Philipp Gladsome

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#96 Simple Plan - Astronaut11 Jan 202200:10:43

Theresa ist Psychologin und ich freue mich, dass sie in dieser Folge zum Thema "Einsamkeit" dabei ist. Sie lehrt und forscht zum Thema Motivation und Studienerfolg. Auf den ersten Blick hat das nicht viel mit Einsamkeit zu tun, aber auch nur auf den ersten Blick. Denn gerade in der heutigen Zeit, während der Corona-Pandemie, berichten immer mehr Menschen über das Gefühl von Einsamkeit. Einsamkeit, also das Gefühl dass es einem an bedeutungsvollen sozialen Beziehungen fehlt, ist sehr subjektiv. Manchmal kann man sich in einem Raum voller Menschen oder einer Beziehung einsamer fühlen, als allein gemütlich auf dem Sofa.  Bei der Einsamkeit geht es weniger darum, ob eine andere Person anwesend ist, sondern vielmehr darum, dass echte Nähe fehlt. Einsamkeit hat also etwas mit Beziehung und Kommunikation zu tun und zu gelingender Beziehung gehören immer mindestens zwei - man kann nun mal nicht alleine eine Freundschaft oder eine Beziehung führen. Doch, wie findet man dann den Weg aus der Einsamkeit? Eine Gesprächspartnerin oder ein Gesprächspartner sind manchmal das einzigste was hilft, damit ich mich nicht von allen verlassen und unverstanden fühle. Theresa hat beim Zuhörtelefon die Erfahrung gemacht, dass es ganz oft schon reicht, mit seinem Anliegen oder Problem auf offene Ohren zu treffen. Dort hat sie als Zuhörerin selbst ganz oft den Telefonhörer abgenommen und ihrem unbekannten Gegenüber gesagt, „Hallo – ich höre dir zu – ich bin für dich da“ – und sie hat es da auch genauso gemeint.

Wenn Du Dich einsam fühlst – hab keine Angst, dir Gesprächspartnerinnen oder Gesprächspartner zu suchen – hier einige Tipps:

Die Telefonseelsorge ist anonym, kostenlos und rund um die Uhr erreichbar. Die Telefonnummern sind 0 800 / 111 0 111 und 0 800 / 111 0 222.

Hier eine Übersicht über alle Nightlines in Europa: http://nightlines.eu

Weitere Informationen zu psychologischen Hilfen während der Corona-Krise: https://psychologische-coronahilfe.de

Foto: © Chapman Baehler

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#95 Daniel Norgren – Are We Running Out Of Love?04 Jan 202200:09:31

Bei diesem Song hat mich zuerst die Gitarre angesprochen. Sie hat so eine Sehnsucht in sich drin und gelichzeitig nimmt sie mich in dem Arm und trägt mich ein Stück raus aus dieser Welt. Sound, Melodie treffen meine Stimmung – ich bin irgendwie müde, aber nicht ganz ohne Perspektive – diese Verzerrung dieser Klang der Gitarre ist auch in mir. Das passt alles gut in die Epiphanias Zeit – das Licht kommt durch die Dunkelheit, es wird hell, ich erkenne etwas. Allerdings habe ich das Gefühl, dass das Dunkle seit der Pandemie kräftiger, stärker, ja dunkler und abgründiger und böser ist als vorher. Epiphanias bedeutet schon, es wird heller und klarer -aber dieses Licht, das da scheint, kennt die Dunkelheit, das Böse und Bedrohliche – es ist eben nicht die Nacht der Partys und tollen Konzerte.

Ich finde zu unserem Song passt irgendwie, von der Stimmung her, das Lied von Jochen Klepper „Die Nacht ist vorgedrungen“. Dunkelheit und Nacht - und die Sehnsucht nach Licht: Werden das Licht und die Liebe reichen, um das Dunkle und Böse kleiner zu machen. Wie wird die Frage „Are We Running Out Of Love?” beantwortet.

 „Are We Running Out Of Love?” - Geht uns die Liebe aus, wird sie knapp, ist der Tank der Zuneigung und der Mitmenschlichkeit leer?  „Die Nacht ist vorgedrungen“ reicht es für uns, kommen wir durch die Nacht? Jochen Klepper weiß,  wovon er redet, vielleicht sind die Menschen, die die Grausamkeit und die Ausweglosigkeiten kennen, sensibler uns die Liebe zu “verdichten” oder vielleicht singen Instrumente, die aus dem Müll geholt worden sind (wie die Gitarre von Daniel Norgren), anders von Zuneigung.

"Are We Running Out Of Love?" – geht uns die Liebe aus im Jahr 2022 – ich denke, wir erleben in der Krise viele Abgründe intensiver, die Zerrissenheit unserer Gesellschaft wird greifbarer – und da helfen keine Gesetze und Verordnungen mehr, um die Menschen zusammen zu bringen, sondern nur, das Erzählen und die Gestaltung von Begegnungen, die zeigen, unser Liebestank ist nicht leer, es gibt sogar Tankstellen, wir werden schuldig aber wir können weiter lieben und vergeben und das alleine ist die Rettung - "You see the light in life when you see love". 

Der Songtext wird von Arian gelesen.

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#220 Kettcar - Auch für mich 6.Stunde27 May 202400:10:37

Auf den ersten Blick ist der Song ein Song über das müde und erschöpft sein – wer kennt das nicht – 6.Stunde, kurz vor dem Klingeln. Trotz allem Zweifel an der Menschheit, trotz der Müdigkeit und Abgestumpftheit ist „Auch für mich 6. Stunde“ ein Lied mit Hoffnung – Ja, die Zeiten sind schon in vielem so, dass sie mir den Stecker ziehen und mich müde machen – aber mich hängen lassen, weil ich jetzt müde bin, da sollte ich mal drüber nachdenken – „komm ich bin müde, ihr seid müde – aber „Hey, es ist für mich und für euch 6.Stunde, wenn jeder ein wenig gibt dann können wir es bis zum Horizont schaffen.“

Auch musikalisch finde ich das sehr gelungen – die einsamen Akkorde am Anfang und dann nach dem letzten Text – wenn der Horizont erreicht, ist Gitarren und Schlagzeug satt – die reißen zusammen den Horizont auf – wenigsten für einen Moment, ich werde wachgerüttelt obwohl 6.Stunde ist – der Weg wird frei für einen Aufbruch. Bengalos in der Nacht

 

Zartheit – Bengalo - Horizont

In Gedanke 3 beziehe ich mich auf das Buch „Gegen den Hass“ von Carolin Emcke – sie schreibt: Gehasst wird ungenau. Präzise lässt sich nicht gut hassen. Mit der Präzision käme die Zartheit, das genaue Hinsehen oder Hinhören, mit der Präzision käme jene Differenzierung, die die einzelne Person als menschliches Wesen erkennt. Es geht um das genaue hinsehen, darum füreinander Licht zu sein und andere nicht versinken zu lassen. 

Ihr Buch beginnt mit Psalm 69,3-5 – für mich ist das ein „Auf für mich 6.Stunde – Psalm“:

»Ich bin versunken in tiefem Schlamm, 

wo kein Grund ist;
ich bin in Wassertiefen geraten,
und die Flut schwillt über mich her. 

Ich bin müde von meinem Rufen, 

vertrocknet ist meine Kehle. 

Meine Augen verzehren sich
im Harren auf meinen Gott.
Derer, die mich ohne Ursache hassen,
sind mehr als der Haare auf meinem Haupte.« 

Versunken im Schlamm, alleine gelassen, keinen Boden unter den Füßen, keinen Halt – ohne Ursache gehasst werden – Von einer Flutwelle weggerissen werden – das sind ganz schön heftige 6.Stunde Gefühle oder schlimmer sogar – Ich finde der Song von Kettcar hilft, mit den Gitarren zusammen eine Wand gegen den Hass zu bilden und uns dadurch zu helfen, wenn wir müde sind – einfach durch das Gefühl – ich und du, du und ich, wir sind nicht allein

Den Horizont erreichen

Ein Bengalo in der Nacht
Den Horizont erreichen

Foto © Andreas Hornoff

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#94 Beyoncé - Freedom28 Dec 202100:09:47

Mit meiner Kinderpflegerinnen Oberstufe Klasse habe ich über Anerkennung gesprochen und dabei immer wieder über das Album Lemonade und den Song Freedom von Beyoncés. „Wenn das Leben dir Zitronen gibt, dann mach Limonade daraus“ – Anerkennung gibt mir die Kraft, mit schweren Situationen zurecht zu kommen. Manchmal hilft es auch, wenn ich mich in einer Künstlerin wiederfinden kann, wenn ich mich in Aussagen eines Song erkannt fühle – dieser Energie waren wir auf der Spur. Eine gelungene Umsetzung dieses Themas ist das Video zum Girls Day 2016 für das Beyoncé ihren Song Freedom zur Verfügung gestellt hatte: https://youtu.be/3BMgV8jj9IU

Die Kinderpflegerinnen des BBZ Grevenbroich beschreiben, wie wichtig Anerkennung für die Entwicklung eines Kindes ist, sie erläutern, wie Sie dies als ausgebildete Pädagoginnen später in der Kita umsetzen werden. Aber auch nach der Kita hört das „Laufen für die Selbstbestimmung“ nicht auf. Beyoncé als Person, ihr Song und der Einsatz für die Rechte der Frauen waren unsere Schwerpunkte, mit denen wir über Anerkennung gesprochen haben und manchmal ist es ein harter Kampf um Anerkennung und bedeutet auch sich von Menschen und Strukturen zu trennen, die klein machen. Diese Trennungen sind manchmal bitter, aber können dann zu einem Teil meiner leckeren Freiheits-Limonade werden. 

Freedom, I can´t move. Freedom, cut me loose!

Foto: © Columbia/Sony

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#93 BAP - Dä letzte Winter em letzte Kreech21 Dec 202100:09:11

Heute geht es um die Herkunft der Krippe im Hause Niedecken – die Ahnen von BAP Sänger Wolfgang Niedecken werden im letzten Winter des 2.Weltkriegs aus der Stadt Köln nach Gera evakuiert und dort beginnt der Opa Krippenfiguren auszusägen – und den Rest regeln die Frauen, denn fast alle Männer waren ja mit Krieg beschäftigt und die Frauen kümmern sich ums Überleben. Schön wie Sie ihren Opa wertschätzen, indem sie nicht direkt lügen aber irgendwie ausgewählt ehrlich erzählen wo das Essen herkommt.

Letzten Endes geht es in dem Song um alles worauf es im Leben wirklich ankommt und in meinen Augen steht die Krippe und die Könige als Geschenkerfinder vor allem für das füreinander da sein – das was hinter den Geschenken steckt macht Weihnachten zum Fest der Liebe, nicht die Größe der Geschenkkartons. Die bescheidenen Gesten zählen um so mehr als sie sichtbar von Herzen kommen – heute, wo fast alles käuflich ist, sind diese Gesten immer schwieriger zu entdecken, der Song kann uns dabei helfen auf was es ankommt wenn wir uns bald wieder gegenseitig beschenken.

Ausgehend von den Tauschaktionen im Song kommen in den drei Geschichten vom Tauschen im und kurz nach dem Krieg aus meiner Familie vor. Sozusagen die Geschichten – wo ich sage: Hoch die Gläser auf die Frauen, die getauscht und gemacht haben, die für die Dinge des Lebens gekämpft haben. Bis heute ist es leider oft so: Die Männer kümmern sich ums Totschießen und die Frau sorgen dafür, dass das Leben weitergeht. Wenn Geld nichts wert ist, weil ich es nicht essen und anziehen kann, dann ist Tauschen angesagt – sonst bekommt man nichts. 

Ich kann euch alle nur ermuntern unterhaltet euch mit den ungefähr 80 jährigen über diese Zeit. Auch dafür sind die Festtage geeignet und sicher bekommt ihr Geschichten geschenkt, die das Leben reicher machen. Und es waren eben vor allen die Frauen, die für das Leben vor Ort gekämpft haben – auf sie, nicht nur zu Weihnachten – aber heute mal ganz besonders – Hoch die Gläser!

Foto: © Tina Niedecken

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#92 Fortuna Ehrenfeld - Das Imperium rudert zurück14 Dec 202100:10:38

Das Imperium, es schlägt nicht mehr. Es rudert jetzt zurück“ Im Podcast und im Song geht es daher um eine neue Art des Umgangs – das Imperium schlägt nicht mehr – also Macht und Gewalt hängen nicht mehr unteilbar zusammen – die neue Geschichte, macht die Herzen leichter, denn es wird nicht mehr mit Macht auf den Meinungen beharrt, sondern, es kann eben auch mal was zurückgenommen werden. Mit Fortuna Ehrenfeld tanzen wir sanft und klar mit den Gegensätzen.

Der Wille der Natur heißt Disko Disko
Der Wille der Natur ist sanft und klar

Der Todesstern hat ausgedient, jetzt bestimmt die Diskokugel, aber auch da kommt es auf bestimmte Dinge an. In Gedanke 2 empfiehlt uns eine Tanzspezialistin (@anneka.deg) klar zu sein und diese Klarheit mit Leichtigkeit zu verbinden, das macht es anderen Menschen leichter etwas mit uns zusammen zu machen. Die Spannung und die Klarheit sind einfach wichtig, um mit Freude zusammen zu arbeiten, denn sonst, geht schnell die Motivation verloren, weil unklar ist, was eigentlich los ist. Da kann dann leider nichts leuchten, weil da im menschlichen Miteinander ein Wackelkontakt ist – und es ist dann leider nicht der Booty der da wackelt.

In Gedanke 3 denkt Evelyne Baumberger (@evelyne_baum) vom RefLab (@reflab) der Schweiz über die Zeilen „Erst mal scheißegal und dann mal schauen“ und das „sanft und klar“ aus dem Song nach - Evelyne zitiert Brené Brown, eine populäre amerikanische Sozialforscherin - Brent Brown sagt: „Clear is kind.“ – Klarheit ist freundlich. Sie meint damit, dass es nicht hilft, um den heißen Brei zu reden, wenn man jemandem etwas zu sagen hat. Sondern, dass man es auf den Punkt bringt und sagt, was Sache ist. „Was im Kopf ist, muss jetzt halt raus“. Auf eine konstruktive Art, aber so dass die andere Person weiß, was man denkt. Ohne Kompromiss, ohne sich selber zu verleugnen. Das braucht Mut! Aber meist kommt diese Klarheit gar nicht so schlecht an, denn sie ist ehrlich. Wenn ich mir selbst gegenüber freundlich bin, beginnt etwas in mir zu leuchten. Und das strahlt auchauf mein Gegenüber aus. @fortuna_ehrenfeld

Und auf einmal fängt hier alles an zu leuchten
Erst mal scheißegal und dann mal schauen
Angst vorm Fliegen hat nichts zu bedeuten

In der Spotify Playlist findet ihr noch zwei weitere Songs von Fortuna Ehrenfeld und den "Shake Your Booty" Klassiker von KC & The Sunshine Band

Foto © Michael Hägele

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