Vier Kinder auf dem Schulhof, eines davon ist das Ziel. Und dein Kind lacht mit. Zeitsprung: Ein paar Jahre später eskaliert es im Klassenchat, und dein Kind setzt ein lachendes Emoji darunter. Viele Eltern fragen sich dann, ob mit ihrem Kind etwas nicht stimmt oder ob sie etwas falsch gemacht haben. In dieser Solo-Folge erklärt Thorsten, warum das die falsche Frage ist.
Es geht darum, was in so einem Moment in der Gruppe eigentlich passiert, warum Erklären und Wertevermittlung an dieser Stelle wenig ausrichten und warum Kinder mit ADHS früher und härter in diese Lage geraten. Am Ende stehen drei konkrete Handlungsoptionen für Eltern von Grundschulkindern genauso wie für Eltern von Jugendlichen.
In dieser Folge:
- Warum Nicht-Mitmachen für manche Kinder den Platz in der Gruppe kostet
- Wie Gruppen eskalieren, ohne dass jemand eine Entscheidung trifft
- Was zu Risiko- und Schutzfaktoren tatsächlich untersucht ist
- Wiederholte Ablehnung, Impulsivität und der „Ist mir doch egal"-Panzer
- Wenn das eigene Kind angefangen hat
- Was sich zwischen Grundschule und Jugend ändert
- Drei Schritte: ein zweiter Ort, Gespräche jenseits von „Joa, war okay", der eigene Ton über Schwäche
Erwähnt in dieser Folge:
Folge 048: Hör auf, pass auf, mach endlich: Raus aus der Kritik-Spirale bei ADHS
Begleitung für Eltern:
https://academy.calmi.com
Quellen:
Wolfowicz, Litmanovitz, Weisburd & Hasisi (2021): Cognitive and behavioral radicalization – A systematic review of the putative risk and protective factors. Campbell Systematic Reviews 17(3), e1174.
https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/cl2.1174
Gershoff & Grogan-Kaylor (2016): Spanking and child outcomes – Old controversies and new meta-analyses. Journal of Family Psychology 30(4), 453–469.
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/27055181/
Ludeke & Krueger (2013): Authoritarianism as a personality trait – Evidence from a longitudinal behavior genetic study. Personality and Individual Differences 55(5), 480–484.
https://doi.org/10.1016/j.paid.2013.04.015
Kleppestø et al. (2024): The genetic underpinnings of right-wing authoritarianism and social dominance orientation explain political attitudes beyond Big Five personality. Journal of Personality 92(6), 1744–1758.
https://doi.org/10.1111/jopy.12921
Zur Einordnung: Die Befunde zu Familie und Umfeld stammen überwiegend aus Querschnittsstudien. Sie zeigen Zusammenhänge, keine Ursachen.