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Mit Dora Kaprálová über Winterschlaf, Sehnsucht und das Verspielte der mitteleuropäischen Tradition
dimanche 8 décembre 2024 • Durée 20:58
„Vielleicht ist es eine Katastrophe für meine Zukunft, aber ich denke, dass Ironie uns nicht rettet, aber doch etwas Sentimentalität und Pathos."
Einen Winter lang hat die tschechische Autorin Dora Kaprálová einen Text über die Sehnsucht zu einem anderen geschrieben. In Winterbuch der Liebe dreht sie den Blick um, der bei Péter Esterházy in seinem Buch Eine Frau auftaucht, wartet nicht auf die Liebe, sondern schaut mit beiläufiger Sehnsucht auf die Nähe zu anderen, sei es ein Müllmann, Jamie Oliver, eine Jugendliebe ... In gewitzter, liebevoller Sentimentalität entsteht ein Reigen über Vorstellungen von Männlichkeit, Beziehung, Weiblichkeit. Eine fragmentarische Sprache der Liebe.
„Hier schreibt eine Feministin – aber eine, die ihre Position nicht verteidigen muss und deshalb auch Nachsicht üben kann. Und die sich zu wilder Weiblichkeit bekennt: ,Wir sind Sklaven unserer Sehnsucht.’“
Irmtraud Gutschke, der Freitag
Dora Kaprálová wurde 1975 in Brno, Tschechien, geboren, und lebt mit ihren zwei Töchtern in Berlin. Die Journalistin und Autorin studierte Dramaturgie und Drehbuch an der Janáček Akademie für Darstellende Künste in Brno. Ihre Arbeiten wurde mit vielen Preisen ausgezeichnet, davon zweimal mit dem deutsch-tschechischen Journalistenpreis (2016, 2017). Winterbuch der Liebe (2024) ist ihr Debüt bei mikrotext in der Übersetzung von Nataša von Kopp.
Mit Isobel Markus über die guten Geschichten beim Dating, Erwartungen und das Schreiben für Freundinnen
dimanche 28 juillet 2024 • Durée 18:15
"Alle erleben solche Geschichten und das ist wahrscheinlich gar nichts Neues, dachte ich, aber als es dann hieß, das musst du unbedingt aufschreiben, dachte ich, ok."
Seit Corona ist das Online-Dating mehr in der Mitte der Gesellschaft angekommen, findet die Autorin Isobel Markus. Im mikrotext-Podcast erzählt sie davon, wie ihr ihr Dating-Roman entstanden ist. Wie im 19. Jahrhundert habe man sich während der Pandemie zum Spazierengehen im Park verabredet und es seien auch Freundschaften entstanden. Mit einem "lachenden Augen", sagt Isobel Markus, habe sie die skurrilen und seltsamen Begegnungen in eine Romanform überführt. Das Besondere ist: Der Roman schafft, eine typische Erlebensform des digitalen und analogen Kennenlernens des 21. Jahrhunderts zu erzählen, und dabei neben der Suche nach Liebe, heraus aus der Einsamkeit, auch Freundschaften und erzählte Chats in die Handlung organisch einzubauen.
„Aus glitzernd komischen, dramaturgisch gut getimten Szenen, interessanten Informationen über die Verdauungsprodukte von Wombats und der richtigen Portion Beziehungsphilosophie hat Isobel Markus einen rasant unterhaltsamen Roman gebastelt, der ganz ohne die Klischees des Genres auskommt.“
Felix Müller, Berliner Morgenpost
Isobel Markus ist freie Autorin und lebt in Berlin. Sie schreibt für die Berliner Szenen und weitere Rubriken der taz. Ihre Kurzgeschichten wurden in Literaturzeitschriften und Anthologien veröffentlicht und ins Arabische übersetzt. Bisher erschienen von ihr Stadt der ausgefallenen Leuchtbuchstaben (2021), Der Satz (2022) und Neues aus der Stadt der ausgefallenen Leuchtbuchstaben (2023), alle im Quintus Verlag. Dating-Roman ist ihr zweiter Roman und 2024 bei mikrotext erschienen. In der Lettrétage veranstaltet sie die senatsgeförderte Veranstaltungsreihe Berliner Salonage.
Mit Sarah Raich über die Leere, das Blau und Männer mit Autos
mardi 9 mars 2021 • Durée 18:12
Sarah Raich hat 11 Geschichten geschrieben, die faszinierend sind, dunkel, emotional. Nach der digitalen Premiere ihres Prosadebüts Dieses makellose Blau sprachen wir mit ihr über das Aufwachsen im ländlichen Niedersachsen und in Tirol, über das ziellose Herumstreunen, ein Abenteuerprojekt ihrer Kindheit, Männer, die Autos mehr als ein Gerät lieben, und natürlich die Farbe Blau.
Sarah Raich wurde 1979 geboren und ist im ländlichen Niedersachsen mit viel Leere und Natur aufgewachsen. Sie studierte in Berlin Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaften und arbeitete danach als Kreative in Agenturen. Im Herbst 2021 erscheint bei Piper Ivi ihr Jugendroman All that’s left. Dieses makellose Blau ist ihr Prosadebüt.
Mit Ruth Herzberg über Liebe und Fiktionen und eine offene Frage
lundi 22 février 2021 • Durée 18:18
Wie man mit einem Mann unglücklich wird, so heißt der Roman von Ruth Herzberg. Die Autorin kam zum Signieren in unser Verlagsbüro und wir sprachen über das, was das Schreiben über Liebe und auch Sex für Ruth Herzberg ausmacht. Über das Werden und das Vergehen von Beziehungen. Und wir enden mit einer offenen Frage an euch!
Ruth Herzberg wurde 1975 in Ost-Berlin geboren. Sie lebt und schreibt in Berlin-Prenzlauer Berg. Nach einem Drehbuch-Studium an der Filmhochschule Konrad Wolf in Babelsberg widmet sie sich hauptberuflich dem Schreiben von Prosa. 2014 erschien Wie man mit einem Mann glücklich wird, eine Sammlung von Kurztexten. 2021 kam Ruth Herzbergs Romandebüt Wie man mit einem Mann unglücklich wird heraus, von dem bereits die Filmrechte verkauft wurden. Der Roman Die aktuelle Situation war 2022 die Fortsetzung ihres erfolgreichen Debüts, mit Von A bis Z gibt mikrotext auch dem zeichnerischen Werk der Autorin eine Bühne.
Mit Sandra und Kersty Grether über Musikerinnen*-Aktivismus, alten Musikjournalismus und Lieblings-Raps
samedi 7 mars 2020 • Durée 11:52
In diesem Podcast gab es eine Challenge: Wer schafft es, einen Lieblings-Songtext auswendig zu rappen? (Ok, alle, sogar in Stereo). Die Musikerinnen Kerstin und Sandra Grether, die auch als Band "Doctorella" bekannt sind, erzählen, was sie motiviert, das Songbook ICH BRAUCHE EINE GENIE mit den besten Texten von meist deutschsprachigen Musikerinnen* herauszugeben: feministisch, divers, intersektional. Sie sind traurig über einen verlorengegangenen Text über "Rock am Ring" aus weiblicher Sicht. Und sind froh über das Sterben von Musikmagazinen, welche außer Lady Gaga keine Musikerinnen* auf dem Cover zeigen wollten.
Sandra Grether und Kersty Grether gelten als Erfinderinnen des Pop-Feminismus in Deutschland. In der von ihnen herausgegebenen umfassenden und empowernden Sammlung von Lyrics und dazugehörigen Illustrationen hiesiger Musikerinnen wird ein neues Selbstverständnis im Umgang mit Politik, Alltag, Ich und Liebe sichtbar: kämpferisch, divers, zärtlich, nachdenklich, lustig, queer, selbstbewusst, gekonnt. Frei nach dem Motto ihres Indie-Labels Bohemian Strawberry Records: Weil es nichts Schöneres gibt, als einer Frau zuzuhören.
With Alan Mills about Trump, the pandemic and the Coyote, totem animal of our times
mardi 3 mars 2020 • Durée 14:46
The writer Alan Mills, originally from Guatemala, has been living in Europe for quite a while now. We met him during the German „lockdown light“ during the second Covid-19 wave in Germany for an interview outdoors. As Trump had just been defeated in the US elections, we revisited the ideas that Alan has developed in his literary essay Hacking Coyote. His thought-provoking book is mixing digital resistance, Mayan knowledge, hacking theory and popular culture. It takes the coyote as the key figure for trickster philosophy. What a metaphor for the times we are living in.
Alan Mills was born in Guatemala in 1979. Over the past ten years, he has lived in Buenos Aires, São Paulo, Paris, Madrid and Leipzig and has read at poetry festivals in Europe and Latin America. He currently lives in Berlin and Vienna, where he is writing a doctoral thesis on contemporary Latin American literature, particularly indigenist science fiction. He has published the books Marca de agua, Síncopes (also published in French), Pasan poesía en la televisión apagada and the e-book Eine Subkultur der Träume. On Twitter. The original English version of his essay Hacking Coyote was published by mikrotext. His Twitter account is @alan1000s. In 2018, he was included in the Hay Festival's #bogota39 list of the most interesting Spanish-language authors under 39 worldwide.
Mit Wirmuesstenmalreden über antirassistischen Aktivismus und ihr Mitmachbuch
lundi 17 février 2020 • Durée 08:53
Die drei mehrgewichtigen Indigenous und Women of Color Esin, Julia und Nats betreiben unter Wirmuesstenmalreden einen erfolgreichen Instagram-Kanal und Blog, in dem sie auf Problematiken unserer Gesellschaft wie Rassismus und Diskriminierung aufklären. Als wir mit Julia von Wirmuesstenmalreden im Januar 2020 vor Publikum gesprochen haben, schrieben sie noch an dem antirassistischen Mitmachbuch Dear Discrimination, das dann im Herbst 2020 bei mikrotext erschienen ist. Julia hat uns erzählt, wie das Kollektiv arbeitet, erläutert White Fragility und die Spendenkampagnen für Bi_Poc-Community-Mitglieder. Das Headerbild stammt von der Illustration Hannah Marc. Sie hat das gesamte Buch illustriert.
Wirmuesstenmalreden ist ein netzaktivistisches Kollektiv von drei mehrgewichtigen Indigenous und Women of Color. Seit September 2018 bieten sie Black, Indigenous und People of Color eine Plattform der Repräsentation, des Austauschs und der Sichtbarkeit und schaffen einen Safer Space für ebendiese. Zu ihrer Arbeit gehört es auch, Vertreter*innen der Mehrheitsgesellschaft zu helfen, „Allys“, sogenannte Verbündete, zu werden und mehr Empathie für marginalisierte Gruppen zu entwickeln. Online leisten sie unermüdlich Community- und Bildungsarbeit – mutig und laut, wütend und empathisch!
Instagram: @wirmuesstenmalreden
Blog: https://wirmuesstenreden.blogspot.com/
Mit Michaela Maria Müller über Blumenkohl von nose to tail und das Essen der Zukunft
lundi 10 février 2020 • Durée 07:43
Was und wie wir essen, bestimmt sehr stark unseren Fußabdruck auf dieser Welt. Für das klimafreundliche Kochbuch Kochen mit Zukunft hat die Herausgeberin Michaela Maria Müller Food-Aktivist*innen und Köch*innen um ihre besten Rezepte gefragt, möglichst einfach sollen sie auch sein. Wir sprechen über Getreide, Fleisch, Resteverwertung. Und darüber, warum Michaela aber mit einem Büschel Petersilie zu diesem Podcastgespräch kam.
Michaela Maria Müller ist Autorin und Journalistin. Sie arbeitet unter anderem für taz. Die Tageszeitung, Die Zeit, Süddeutsche Zeitung. Ihre Bücher erscheinen im Frohmann Verlag. Sie wuchs auf einem Bauernhof mit einem großen Obst- und Gemüsegarten auf, was sie heute super findet. Sie begann ihr Leben in Berlin als Kellnerin, war Marktfrau in Kreuzberg und ist heute Köchin in ihrem Sonntagssalon. Für Gäste kocht sie am liebsten nach Gefühl, für das Klima auch mit Kochbuch.
Mit dem irakischen Autor Kadhem Khanjar zwischen Babylons Erbe und Schengen-Visa
dimanche 17 novembre 2019 • Durée 15:19
Der irakische Autor und Performer Kadhem Khanjar konnte mit einem Schengen-Visums(Danke, Schengen!) für seine Buchpremiere im Oktober 2019 nach Deutschland kommen. Wir haben das Gespräch mit ihm und seine Lesung in der Galerie fffriedrich in Frankfurt am Main auf Deutsch und Arabisch aus seinem Band Dieses Land gehört euch mitgeschnitten. Sandra Hetzl übersetzt, die Verlegerin stellt Fragen zu Messern. Denn: Messer sind keine Lösung. #dieseslandgehöreuch #claimyourcountry
Kadhem Khanjar ist Lyriker und Performer und wurde 1990 in der Nähe von Babylon geboren. Er lebt in Bagdad. Sein Gedichtband Picknick mit Sprengstoffgürtel erschien auf Arabisch bei Dar Makhtootat (Niederlande) und auf Französisch bei La Crypte, der Band Wir kämpfen zum Vergnügen erschien auf Französisch bei Pleine Page. Beide Gedichtbände sind 2019 bei mikrotext unter dem Titel Dieses Land gehört euch erschienen. Im Oktober 2019 ist Kadhem Khanjar Stipendiat des Literarischen Colloquiums Berlin.
Sandra Hetzl, geboren 1980 in München, übersetzt literarische Texte aus dem Arabischen, u.a. von Rasha Abbas, Haytham El Wardany, Kadhem Khanjar, Mohammad Al Attar, Bushra al-Maktari, Aref Hamza und Assaf Alassaf. Manchmal schreibt sie auch selbst. Sie ist Gründerin des Literaturkollektivs 10/11 für zeitgenössische arabische Literatur und des Literaturfestivals Downtown Spandau Medina.
Mit Björn Kuhligk über Abgerocktes, Straßenfotografie und Buntstifte
mardi 4 juin 2019 • Durée 09:16
„Das Kaputte, Abgerockte, Abgefuckte hat erstmal eine Hässlichkeit an sich“, findet der Lyriker Björn Kuhligk. Aber genau das funktioniert für ihn auch als „Stopper“, als auffälliger Hingucker. Und das ist schön. Er fotografiert in Hinterhöfen, auf Parkplätzen, menschenleere Orte, mit viel Zeit, ist zu Fuß unterwegs. Das Buch mit seiner skurrilen Smartphone-Straßenfotografie Schöne Orte ist im November 2019 erschienen und ein Muss für die LiebhaberInnen von menschenleeren Szenen.
Björn Kuhligk, 1975 in Berlin geboren, schreibt Gedichte, Glossen und Reiseliteratur. Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen. 2013 begann er, mit seinen Handy #schöneorte zu fotografieren und die Bilder auf Instagram und Facebook zu posten.



