Fast zehn Jahre Lebenshof – Realtalk über Reue, Wendepunkte und die schönste Geschichte auf der Wiese
Nach neun Jahren Lebenshof haben wir uns mal selbst auf die Couch gelegt: Was bereuen wir? Was hat uns geprägt? Was würden wir heute anders machen? Vorbereitet haben wir uns bewusst nicht – wir wussten beide nicht, was der andere antworten würde.
Vorher gibt es Neuigkeiten von der Ellswiese und einen Termin, an dem ihr uns treffen könnt.
Auflösung Intro-MelodieLetzte Woche war es "Mila Superstar" – und ihr habt richtig geraten. Diese Woche gibt es wieder ein gesummtes Rätsel. Deine Vermutung gerne in die Instagram-Kommentare.
Abschied von LizzyUnsere Rennmaus Lizzy ist gestorben – nach einer Ohrentzündung mit Eiter hinterm Trommelfell und einem Eingriff in Narkose ging es von Sonntag auf Montag zusehends bergab. Ihr Partner Mel ist wieder ziemlich fit, das Ziel ist eine neue Partnermaus, sobald er stabil genug für eine Vergesellschaftung ist.
- Ein geöffnetes Trommelfell wächst nicht wieder nach
- Warum man bei Kaninchen sehr genau schauen muss, welches Mittel ins Ohr darf – manche sind hinterm Trommelfell toxisch
Samstag: Infostand in NürnbergWir sind auf dem Hinterwäldchen-Fest – Premiere, gemütlich, mit Vorträgen, vielen Infoständen und veganem syrischem Essen. Die Stände sind von 13 bis 20 Uhr da, die Veranstaltung läuft bis 22 Uhr. Alle Infos bei @veganvernetzt.de
Was wir bereuenEhrlich: nichts Grundlegendes. Was uns geärgert hat, waren bauliche Entscheidungen – der Stabmattenzaun mit fünf Zentimeter Maschen, der Linoleumboden. Alles gelöst, nur mit mehr Zeit, Geld und Aufwand.
Was sich verändert hatDie Verantwortung, kein Urlaub, kein Feierabend, kein Sonntag ohne To-do-Liste. Und auf der anderen Seite: die Insel der Glückseligkeit, morgens fünf Minuten bei den Schafen sitzen – und die Menschen, die wir ohne Lebenshof nie kennengelernt hätten.
Was wir unterschätzt habenDass ein Achtstundentag hier eine völlige Fehlinterpretation war. Dazu die schiere Menge: Paletten Einstreu, 25 Ballen im Lager, wöchentlich Frischfutter im Lieferwagen, Kartons, Müll, Wäsche. Und die Abgabeanfragen, bei denen man fast immer Nein sagen muss.
Was uns geprägt hatDie Suche nach guter tiermedizinischer Versorgung – und die Skepsis, die davon geblieben ist. Der Umgang mit Leben und Tod, wenn er zum Alltag gehört. Und die drei Flaschenlämmer, bei denen wir keinen Plan hatten und die heute über die Weide laufen.
Das Schönste: PaulineSie kam als Lamm mit entzündeten Gelenken und einem Sprunggelenk, das nicht zusammengewachsen war. Nach Absagen, Röntgenbildern und einer OP in Berlin mit Fixateur läuft sie heute mit der Herde mit. Die schönste Geschichte, die wir hier erlebt haben.
Das SchlimmsteDiego, den Lutz allein gefunden hat. Und Lotti, die eingeschläfert werden musste, ohne Partnertier an ihrer Seite – seitdem fährt niemand mehr allein in die Praxis.
Würden wir es nochmal machen?Ja. Ohne Zweifel. Nur mit anderen Ställen.
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