Explore every episode of the podcast Wirtschaft Welt und Weit
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| Österreich hängt noch immer am Tropf von Gazprom | 05 Sep 2024 | 00:28:53 | |
Fast zweieinhalb Jahre sind seit dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine vergangen, und noch immer ist Österreich extrem abhängig von russischem Gas. Gabriel Felbermayr, Direktor des Österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung (WIFO), bringt es im Podcast "Wirtschaft Welt & Weit" auf den Punkt: Ein paar Prozente erreichten das Land über Deutschland, aber "de facto kommt das ganze österreichische Gas aus Russland." Ein Blick auf die Pipelines erklärt, wie Österreich in die Abhängigkeit geraten ist: Das Land befindet sich am Ende des Ukraine-Transits, über den weiterhin russisches Gas nach Europa kommt. Abgewickelt werden die österreichischen Importe über den Öl-, Gas- und Chemiekonzern OMV, der Verträge mit der russischen Gazprom bis zum Jahr 2040 unterhält. Um hier wirklich durchzugreifen, bräuchte man schon einen "echten politischen Akt", sagt Felbermayr in der neuen Podcast-Folge. Bei der Abkehr von russischem Gas könnte Österreich jedoch ein anderes Abkommen in die Hände spielen. Denn Ende des Jahres läuft der Gastransitvertrag der Ukraine mit Gazprom aus. Ohne Verlängerung könnte Österreich gar kein Gas mehr aus Russland beziehen, erklärt Felbermayr: "Wenn Gazprom nicht mehr liefern kann, wäre das eigentlich für Österreich und die OMV ganz gut", so sein Fazit. Angst vor einem kalten Winter ist seiner Ansicht nach aktuell nicht nötig. Die österreichischen Gasspeicher sind gut gefüllt - und alternative Versorgungswege längst ausgelotet. Allerdings rechnet der Ökonom mit kurzfristigen Preissteigerungen um 20 bis 25 Prozent, die gerade bei energieintensiven Industrien für "eine gewisse Nervosität" sorgen. Georg Zachmann ist Experte für Energiemärkte bei der Brüsseler Denkfabrik Bruegel. Für ihn wäre ein gemeinsamer europäischer Schritt der "Königsweg", um von russischem Gas loszukommen. Zachmann spricht sich dafür aus, russisches Gas auf europäischer Ebene zu sanktionieren: "Russische Gasimporte politisch zu stoppen, würde die Firmen aus der Verantwortung entlassen, Strafzahlungen verhindern und es würde gleichzeitig dafür sorgen, Glaubwürdigkeit für Investoren in der Zukunft zu schaffen", erklärt Zachmann. Denn die EU-Staaten könnten dann nur gemeinsam über die Wiederaufnahme von Gasimporten entscheiden. Wie stehen die Chancen dafür? Wieviel russisches Gas kommt überhaupt aktuell noch nach Europa? Und wie ist eigentlich die Lage bei uns in Deutschland? Über diese und viele weitere Fragen spricht Host Andrea Sellmann mit den Ökonomen Gabriel Felbermayr und Georg Zachmann. Schreiben Sie Ihre Fragen, Kritik und Anmerkungen gern an www@n-tv.de. Unsere allgemeinen Datenschutzrichtlinien finden Sie unter https://datenschutz.ad-alliance.de/podcast.html Unsere allgemeinen Datenschutzrichtlinien finden Sie unter https://art19.com/privacy. Die Datenschutzrichtlinien für Kalifornien sind unter https://art19.com/privacy#do-not-sell-my-info abrufbar. | |||
| Für Venezuela ist der Ukraine-Krieg "geopolitisch ein Geschenk" | 29 Aug 2024 | 00:49:39 | |
Der Ausgang der Präsidentschaftswahl in Venezuela ist hochumstritten: Die regierungstreue Wahlbehörde kürte Nicolas Maduro mit rund 51 Prozent der Stimmen zum Sieger, allerdings ohne die Zahl der Stimmen im Detail offenzulegen. Die Opposition zweifelt das Ergebnis an - und hofft mehr als einen Monat nach der Wahl noch immer, Maduro mit friedlichem Protest und internationaler Hilfe absetzen zu können. Politisch ist einiges los in Venezuela, wo der autoritäre Präsident Maduro seit nunmehr elf Jahren das Sagen hat. Mauro Toldo, Finanzexperte der Dekabank, beobachtet Maduros Wirken schon seit Jahren und bringt dessen Prinzipien im Podcast "Wirtschaft Welt & Weit" folgendermaßen auf den Punkt: "Meine Freunde kriegen was, die anderen gehen leer aus." Die Wirtschaft des Landes ist für Toldo nur noch ein Schatten ihrer selbst. Venezuela steckt seit mehr als einem Jahrzehnt in einer schweren Wirtschaftskrise. In dem Land mit den größten gesicherten Erdölreserven weltweit habe es Zeiten gegeben, zu denen die Menschen kein Benzin mehr hatten, erinnert sich Toldo in der neuen Podcast-Folge. Inzwischen verzeichnet die Wirtschaft des Landes eine leichte Erholung, für die sich Maduro beim russischen Präsidenten Wladimir Putin bedanken kann: Denn venezolanisches Öl ist seit dem Ukraine-Krieg wieder gefragter. Das gelte nicht nur für traditionelle Partner Venezuelas, sondern auch für westliche Länder, erklärt Sabine Kurtenbach, Venezuela-Expertin des Giga-Instituts Hamburg. "Auch die USA möchten einigermaßen gute Beziehungen zu Venezuela, um das Öl zu importieren", so ihre Erklärung. Der Ukraine-Krieg sei "geopolitisch ein Geschenk für Venezuela und die Regierung Maduro". Wie sehen die Beziehungen zwischen Venezuela und Russland genau aus? Welche Rolle spielen Waffenlieferungen? Und wo steht Deutschland bei alledem? Für Sabine Kurtenbach ist der Wechsel auf nachhaltige Energien jedenfalls "das beste Rezept gegen solche autokratischen Herrscher, deren Macht auf Öl oder fossilen Brennstoffen beruht". Das und mehr bespricht Host Andrea Sellmann mit Sabine Kurtenbach und Mauro Toldo in der neuen Podcast-Folge. Dabei geht es um die Zukunft Venezuelas, die Chancen der Opposition auf einen Machtwechsel und die Auswirkungen der Wirtschaftskrise auf die Menschen im Land. Sabine Kurtenbach ist Interimspräsidentin des Giga-Institutes in Hamburg. Sie forscht dort zu Gewalt und sozialem Wandel, auch am Beispiel von Venezuela. Mauro Toldo ist Leiter Emerging Markets bei der Dekabank. Er ist zuständig für Länderrisikoanalyse - und er nimmt Venezuela auch deshalb so genau in den Blick, weil er selbst venezolanische Wurzeln hat. Schreiben Sie Ihre Fragen, Kritik und Anmerkungen gern an www@n-tv.de. Unsere allgemeinen Datenschutzrichtlinien finden Sie unter https://datenschutz.ad-alliance.de/podcast.html Unsere allgemeinen Datenschutzrichtlinien finden Sie unter https://art19.com/privacy. Die Datenschutzrichtlinien für Kalifornien sind unter https://art19.com/privacy#do-not-sell-my-info abrufbar. | |||
| Indiens neuer Stolz: "Die eigene Stimme wird in der Welt gehört" | 13 Jun 2024 | 00:35:19 | |
Indien ist Nummer eins - zumindest bei den Bevölkerungszahlen: Mehr als 1,4 Milliarden Menschen leben auf dem Subkontinent, aktuell sind es mehr als in China. Wirtschaftlich gesehen ist Indien die fünftgrößte Volkswirtschaft der Welt. Das Land ist auf Wachstumskurs und Premierminister Narendra Modi hat sich für seine neue Amtszeit viel vorgenommen: Indien soll drittgrößte Volkswirtschaft der Welt werden und damit Deutschland überholen. Nicht nur wirtschaftlich, sondern auch geopolitisch wird Indien immer wichtiger. Matthias Catón ist Leiter des Indo-German Centre for Business Excellence an der Frankfurt School. Er beobachtet diese Entwicklung ganz genau: In den wirtschaftlichen und politischen Eliten des Landes gebe es ein "großes Maß an Stolz über diese neue Sichtbarkeit", sagt Catón im Podcast "Wirtschaft Welt & Weit". Dabei orientiert sich Indien in verschiedene Richtungen: So zählt das Land etwa zu den G20-Staaten und ist Teil des Quadrilateralen Sicherheitsdialogs, kurz: Quad. Gemeinsam mit den USA, Japan und Australien macht sich Indien hier für einen freien Indopazifik stark. Indien zählt allerdings auch mit Russland und China zu den BRICS-Staaten. Die Beziehungen zu Russland seien historisch gewachsen, erklärt Christoph Mohr, Indien-Experte der Friedrich-Ebert-Stiftung. Schon zu Sowjet-Zeiten habe es "sehr belastbare Kooperationen" gegeben. Welche wirtschaftlichen Abhängigkeiten stecken dahinter? Und wie ist Indiens wirtschaftliche Situation einzuschätzen? Das Land will uns zwar überholen, ist aber auch viel größer als Deutschland. Welche Bedeutung hat Indien und wo steht es im Vergleich zur Wirtschaftsmacht China? Über diese und viele weitere Fragen spricht Host Andrea Sellmann mit ihren Gästen Matthias Catón und Christoph Mohr im ersten Teil dieses Podcast-Doppels zu Indien. Matthias Catón leitet das Indo-German Centre for Business Excellence an der Frankfurt School of Finance & Management, einem Thinktank zu deutsch-indischen Wirtschaftsbeziehungen. Der Politikwissenschaftler beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Themen der internationalen Politik und Wirtschaft und ist unter anderem Gastgeber des Podcasts "Business Diplomacy Today". Christoph Mohr ist Leiter des Indien-Büros der Friedrich-Ebert-Stiftung in Delhi. Schreiben Sie Ihre Fragen, Kritik und Anmerkungen an www@n-tv.de. Unsere allgemeinen Datenschutzrichtlinien finden Sie unter https://datenschutz.ad-alliance.de/podcast.html Unsere allgemeinen Datenschutzrichtlinien finden Sie unter https://art19.com/privacy. Die Datenschutzrichtlinien für Kalifornien sind unter https://art19.com/privacy#do-not-sell-my-info abrufbar. | |||
| Stark oder sterblich? Die EU steht vor "riesigen Aufgaben" | 05 Jun 2024 | 00:39:49 | |
Es war eine ernste Warnung, die Frankreichs Präsident Emmanuel Macron kürzlich zur Zukunft der Europäischen Union aussprach: "Wir müssen uns heute darüber im Klaren sein, dass unser Europa sterblich ist." Mikko Huotari, Direktor des Mercator Institute for China Studies (Merics), teilt die Sorge, spricht im Podcast "Wirtschaft Welt & Weit" von der "größten sicherheitspolitischen Krise Europas, die überhaupt erstmal überstanden werden muss." Für Huotari hat es höchste Priorität, "die europäische Sicherheit mit der Ukraine zusammen zu bewahren und herzustellen". Pünktlich zur Europawahl wagt die neue Podcast-Folge einen Blick von außen auf die EU. Für Julia Friedlander, Geschäftsführerin der Atlantik-Brücke, steht aus der Sicht der USA die Partnerschaft zu Europa im Vordergrund. Der chinesische Blickwinkel auf die EU ist hingegen ein anderer, wie Mikko Huotari beschreibt: "Ganz salopp gesagt, sie nervt", bringt der Merics-Direktor Pekings Perspektive auf den Punkt. Denn die EU übe Druck aus in großen strategischen Fragen wie Chinas Verhältnis zu Russland, ebenso durch ihre Handelspolitik und den Fokus auf Menschenrechtsfragen. Dabei richtet sich Pekings Blick auch nach Taiwan. China betrachtet Taiwan als abtrünnige Provinz und droht damit, die demokratisch regierte Insel mit militärischen Mitteln mit China zu vereinigen. Für die USA ist diese Krise laut Friedlander viel konkreter als für die EU: In Washington gehe es nicht um die Frage, ob die Taiwan-Krise eskaliert, sondern wann. Muss die EU diese Gefahr noch viel stärker auf dem Schirm haben? Schließlich hätte eine Eskalation massive Auswirkungen auf die Weltwirtschaft. Wie kann die Europäische Union die finanziellen Herausforderungen angehen, die durch neue sicherheitspolitische Herausforderungen entstehen? Was kann sie sich dabei in den USA abgucken? Und wie handlungsfähig ist die EU mit ihren aktuell 27 Mitgliedsstaaten? Über diese und viele weitere Themen spricht Host Andrea Sellmann mit Julia Friedlander und Mikko Huotari. Julia Friedlander ist Geschäftsführerin der Atlantik-Brücke. Die US-Amerikanerin hat dabei nicht nur die Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und Deutschland im Blick, sondern denkt von jeher die europäische Komponente mit. Zu den Forschungsschwerpunkten von Merics-Direktor Mikko Huotari zählen die chinesisch-europäischen Beziehungen. Schreiben Sie Ihre Fragen, Kritik und Anmerkungen an www@n-tv.de. Unsere allgemeinen Datenschutzrichtlinien finden Sie unter https://datenschutz.ad-alliance.de/podcast.html Unsere allgemeinen Datenschutzrichtlinien finden Sie unter https://art19.com/privacy. Die Datenschutzrichtlinien für Kalifornien sind unter https://art19.com/privacy#do-not-sell-my-info abrufbar. | |||
| Blendet "Bitcoin-Dikator" Bukele in El Salvador die Krypto-Community? | 23 May 2024 | 01:10:11 | |
El Salvador hat im September 2021 als erstes Land der Welt den Bitcoin als amtliches Zahlungsmittel eingeführt. Seitdem wird in El Salvador nicht nur der US-Dollar akzeptiert, sondern auch die Kryptowährung. Und der Präsident des Landes, Nayib Bukele, hat weitere Ideen. Der auch als "Bitcoin-Diktator" bekannte Landeschef träumt von Bitcoin-City, einer Stadt, die komplett aus Bitcoins finanziert und in der auch nur mit der Kryptowährung bezahlt werden soll. Für den Ökonomen Christian Ambrosius sind Bukeles Bitcoin-Pläne eher diffuse Ideen. Im Podcast "Wirtschaft Welt & Weit" berichtet er von seiner jüngsten Reise nach El Salvador. Von Bitcoin City habe er nichts gesehen, auch die Zukunft sieht er skeptisch: "Ich weiß nicht, ob irgendjemand noch daran glaubt", zweifelt Ambrosius in der neuen Podcast-Folge am ambitionierten Plan des Präsidenten. Auch wenn man an einigen Stränden mit Bitcoin bezahlen kann, führt die Kryptowährung bislang ein Nischendasein in dem zentralamerikanischen Land, berichtet Ambrosius. Die internationale Bitcoin-Community für El Salvador zu begeistern, habe ein klares Ziel: Es gehe darum, "ein anderes Image des Landes zu schaffen und vielleicht auch andere Leute anzuziehen und Geld ins Land zu locken." Über viele Jahre hinweg war El Salvador eines der gefährlichsten Länder der Welt. In vielen Vierteln hatten kriminelle Banden das Sagen, ein normales Leben war kaum mehr möglich, berichtet der Entwicklungsökonom José Salguero. Diese Bandengewalt hat Bukele mit einer großen Verhaftungswelle erfolgreich bekämpft, aber dabei auch demokratische Prinzipien ausgehebelt. Haben wir das ausreichend im Blick oder blendet Bukele die internationale Bitcoin-Community? Wofür steht der Präsident? Wie genau verändert Bukele das Land und welche Gefahren gehen davon für die Zukunft von El Salvador aus? Über diese und viele weitere Themen spricht Host Andrea Sellmann mit ihren Gästen Christian Ambrosius und José Salguero. Christian Ambrosius ist Ökonom und Experte für Zentralamerika von der Freien Universität Berlin. José Salguero ist Entwicklungsökonom sowie Sicherheits- und Friedensforscher. Er ist in El Salvador aufgewachsen und lebt seit neun Jahren in Deutschland. Aktuell forscht er zum Thema Refeudalisierung und Gewalt in El Salvador. Schreiben Sie Ihre Fragen, Kritik und Anmerkungen gern an www@n-tv.de. Unsere allgemeinen Datenschutzrichtlinien finden Sie unter https://datenschutz.ad-alliance.de/podcast.html Unsere allgemeinen Datenschutzrichtlinien finden Sie unter https://art19.com/privacy. Die Datenschutzrichtlinien für Kalifornien sind unter https://art19.com/privacy#do-not-sell-my-info abrufbar. | |||
| Estland ist der Cyber-Experte der NATO | 16 May 2024 | 00:57:17 | |
Estland ist direkter Nachbar Russlands, diese geografische Nähe beeinflusst ganz real den Alltag der Menschen: Viele Freiwillige trainieren am Wochenende im Wald, um ihr Territorium mit der Waffe verteidigen zu können, sollte es zu einem Übergriff Putins kommen. Doch die Menschen bereiten sich nicht nur auf ein physisches Angriffsszenario vor, sie wappnen sich auch für den Cyber-Krieg. Die Esten sind aus Erfahrung schlau: 2007 gab es einen Cyber-Angriff, der Russland zugeschrieben wurde. Florian Marcus ist Digital- und Sicherheitsexperte in Tallinn und hat den estnischen Umgang mit diesem Vorfall genau im Blick: Für ihn war die Hacker-Attacke eine Art Weckruf, "dass man sich proaktiv mit dem Thema Cybersicherheit auseinandersetzen muss", sagt Marcus im Podcast "Wirtschaft Welt & Weit". Genau das hat das Land getan: Tallinn ist heute Sitz des NATO Cooperative Cyber Defence Centre of Excellence (CCDCOE). In diesem NATO-Kompetenzzentrum für die Abwehr von Internetangriffen trainieren Experten aus verschiedenen Mitgliedstaaten, darunter Deutschland, für den Ernstfall. Florian Marcus berichtet in der neuen Podcast-Folge von großen Übungen, bei denen sich die Cyber-Profis gegenseitig auf die Probe stellen und gemeinsam an der Abwehr arbeiten: "Diese Learnings kann man in den Rest des Bündnisses mit reinnehmen, weil besonders auf der digitalen Ebene der Angreifer eben nicht der Nachbarstaat sein muss, sondern der Angriff von der anderen Seite der Weltkugel kommen kann", so Florian Marcus. Von diesen Erkenntnissen profitiert auch die Wirtschaft. Das weiß David Hoffmann, Wirtschaftsexperte der Auslandshandelskammer Baltikum. Wie sehen die deutsch-estnischen Wirtschaftsbeziehungen darüber hinaus aus? Wo liegen Chancen für deutsche Unternehmen? Und trübt die Sorge über die Nähe zu Russland die Handelsbeziehungen? In der neuen Podcast-Folge diskutiert Host Andrea Sellmann mit Florian Marcus über unsere vielfältigen Beziehungen zu Estland, das auch im zivilen Bereich als Vorreiter im Bereich der Digitalisierung dienen kann. Tallinn und Tartu sind schließlich bestens bekannt für ihre starke Startup-Szene, und Skype und Bolt sind Erfolgsgeschichten estnischen Ursprungs. Schreiben Sie Ihre Fragen, Kritik und Anmerkungen gern an www@n-tv.de. Unsere allgemeinen Datenschutzrichtlinien finden Sie unter https://datenschutz.ad-alliance.de/podcast.html. Unsere allgemeinen Datenschutzrichtlinien finden Sie unter https://art19.com/privacy. Die Datenschutzrichtlinien für Kalifornien sind unter https://art19.com/privacy#do-not-sell-my-info abrufbar. | |||
| Luxemburg ist ein Paradies für Pendler | 02 May 2024 | 00:49:17 | |
Früher einmal stand Luxemburg für Eisen und Stahl. Heute ist das Land ein wichtiger internationaler Finanzplatz. Viele große Konzerne haben dort ihre Europa-Zentralen. Das Land zählt zu den Gründungsmitgliedern der Europäischen Union und bildet gemeinsam mit Brüssel und Straßburg das institutionelle Herz der EU. Gemessen an der Wirtschaftsleistung pro Kopf ist Luxemburg eines der reichsten Länder der Welt. Das Gehaltsniveau dort ist deutlich höher als in Deutschland. Das macht das kleine Land zu einem beliebten Arbeitsort für Grenzgänger aus Deutschland, Belgien und Frankreich, berichtet Wirtschaftsexperte Stefan Pelger im Podcast "Wirtschaft Welt & Weit": Je nach Wohnort "macht das nicht immer viel Freude, weil die Autobahnen voll sind und die Arbeitswege damit mühsam und lang werden", sagt Pelger, der als Präsident der Deutsch-Luxemburgischen Wirtschaftsinitiative (DLWI) beide Länder bestens kennt. Dazu kommt, dass viele Luxemburger angesichts hoher Immobilienpreise in ihrem Land beim Hauskauf gerne ins deutsche Grenzgebiet blicken. Wie sehen die Handelsbeziehungen zwischen Deutschland und Luxemburg ansonsten aus? Und wie positioniert sich unser kleinstes Nachbarland im Ukraine-Krieg? Und was hat das kleine Luxemburg der NATO zu bieten, zu deren Gründungsmitgliedern es gehört? In der neuen Podcast-Folge geht Host Andrea Sellmann gemeinsam mit Stefan Pelger und Lukas Spielberger auf Entdeckungsreise durch unser Nachbarland. Lukas Spielberger ist selbst Grenzgänger. Er lebt in Trier und forscht an der Universität Luxemburg zu europäischer politischer Ökonomie. Dabei hat er auch den dortigen Finanzplatz genau im Blick. Im Vergleich zu Frankfurt beschreibt er ihn als viel kleiner, aber durchaus innovativ. Luxemburg steht nicht nur für Fonds, sondern auch für Green Finance - und hat seiner Ansicht nach eine "klare Nische für sich selbst etabliert". Schreiben Sie Ihre Fragen, Kritik und Anmerkungen gern an www@n-tv.de. Unsere allgemeinen Datenschutzrichtlinien finden Sie unter https://datenschutz.ad-alliance.de/podcast.html. Unsere allgemeinen Datenschutzrichtlinien finden Sie unter https://art19.com/privacy. Die Datenschutzrichtlinien für Kalifornien sind unter https://art19.com/privacy#do-not-sell-my-info abrufbar. | |||
| Iran und Russland: Sanktionen - Abschreckung oder längst Alltag? | 25 Apr 2024 | 00:39:50 | |
Der Iran gehört neben Russland und Nordkorea zu den weltweit am stärksten sanktionierten Ländern. Vom Angriff auf Israel hat ihn das nicht abgehalten. Auch Russland, gegen das seit dem Angriffskrieg auf die Ukraine massiv Sanktionen verhängt wurden, setzt den Krieg nach mehr als zwei Jahren noch immer fort. Gerade bei großen Staaten sei eine unmittelbare Reaktion auf Sanktionen eher unwahrscheinlich, erklärt der Politologe Anton Peez im Podcast "Wirtschaft Welt & Weit". Der Iran werde nicht aufhören, Drohnen zu bauen, die Produktion könne sich allerdings verlangsamen und verteuern, sagt er. Zudem müsse der Iran bei der Herstellung möglicherweise auf minderwertiges Material zurückgreifen. Sanktionen wirken über Jahre, nicht Tage. Haben Russland und Iran die Folgen der Sanktionen längst einkalkuliert? Treiben wir etwa die Länder damit nicht nur enger zusammen, sondern auch verstärkt nach China? Und: Hätte ein schärferes Durchgreifen nach der Annexion der Krim durch Russland 2014 Putin in die Schranken weisen können? In der neuen Podcast-Folge spricht Host Andrea Sellmann mit Anton Peez über Sanktionen, Schlupflöcher und auch darüber, ob man den Erfolg überhaupt seriös messen kann. Anton Peez ist Politikwissenschaftler an der Goethe-Universität Frankfurt. Er forscht am Peace Research Institute Frankfurt (PRIF), das ist das Leibniz-Institut für Friedens- und Konfliktforschung. Anton Peez beschäftigt sich intensiv mit dem Thema Wirtschaftssanktionen und mit Normen in der internationalen Politik. Schreiben Sie Ihre Fragen, Kritik und Anmerkungen gern an www@n-tv.de. Unsere allgemeinen Datenschutzrichtlinien finden Sie unter https://datenschutz.ad-alliance.de/podcast.html Unsere allgemeinen Datenschutzrichtlinien finden Sie unter https://art19.com/privacy. Die Datenschutzrichtlinien für Kalifornien sind unter https://art19.com/privacy#do-not-sell-my-info abrufbar. | |||
| Wie Feinde kommunizieren: Iran und Israel setzen auf Angriff mit Ansage | 18 Apr 2024 | 00:40:04 | |
Die Lage ist brisant: Zum ersten Mal seit Bestehen der Islamischen Republik hat der Iran Israel direkt angegriffen. Israel lässt keinen Zweifel daran, auf diesen Angriff antworten zu wollen. Ein Spiel mit dem Feuer? Die Krisendiplomatie jedenfalls läuft auf Hochtouren. Im Podcast "Wirtschaft Welt & Weit" blicken wir auf die nahöstliche Logik, die die iranische Kommunikation nicht nur im Alltag, sondern auch in Kriegs- und Krisensituationen durchzieht. Andreas Reinicke ist Direktor des Deutschen Orient-Instituts in Berlin und verfügt über jahrzehntelange diplomatische Erfahrung. In der neuen Podcast-Folge spricht Host Andrea Sellmann mit ihm über die Besonderheiten der indirekten Kommunikation, die wir im Westen nicht immer sofort verstehen. Für den Iran, so Reinicke, war der Großangriff auf Israel eine "sehr ernste Warnung", die aber "keinen zerstörerischen Charakter" haben sollte. Welche Denkweise steckt dahinter? Wie schmal ist der Grad, auf dem sich die beiden verfeindeten Länder bewegen? Sollte sich die Situation verschärfen, hätte das Folgen auch für den Welthandel. Hat der Iran indirekt bereits eine Drohung ausgesprochen, die für Öltanker so wichtige Straße von Hormus zu blockieren? Mit Blick auf Jordanien und auch auf Saudi-Arabien wagt Reinicke aber auch zu träumen: Nie zuvor hätten arabische Staaten Israel aktiv verteidigt. In einer zwar fernen, aber idealen diplomatischen Welt könnte sich daraus eine "neue Chance für kollektive Sicherheit im Nahen Osten entwickeln." Andreas Reinicke ist Direktor des Deutschen Orient-Instituts in Berlin. Der Botschafter a.D. startete seine diplomatische Laufbahn in der Botschaft in Tel Aviv und war im Generalkonsulat in New York tätig. Die deutschen Interessen hat er als Botschafter im syrischen Damaskus und in Tunis vertreten. Weiterhin war er EU-Sonderbeauftragter für den Friedensprozess im Nahen Osten und Leiter des Vertretungsbüros bei der Palästinensischen Autonomiebehörde. Schreiben Sie Ihre Fragen, Kritik und Anmerkungen gern an www@n-tv.de. Unsere allgemeinen Datenschutzrichtlinien finden Sie unter https://datenschutz.ad-alliance.de/podcast.html Unsere allgemeinen Datenschutzrichtlinien finden Sie unter https://art19.com/privacy. Die Datenschutzrichtlinien für Kalifornien sind unter https://art19.com/privacy#do-not-sell-my-info abrufbar. | |||
| Medicon Valley als Erfolgsrezept: Abnehmspritze lässt dänische Wirtschaft zulegen | 11 Apr 2024 | 00:43:21 | |
Die Brücke über den Øresund ist eine wichtige Landverbindung zwischen Dänemark und Schweden: Das imposante Bauwerk sorgt für einen direkten Anschluss per Straße und Schiene zwischen Kopenhagen und Malmö. Es verbindet nicht nur die Menschen beider Länder, sondern auch das Medicon Valley. Benny Egholm Sørensen vom BVMW-Auslandsbüro Skandinavien beobachtet die Region schon lange: Im Bereich Life Science sei das Medicon Valley heute das zweitstärkste Cluster in Europa, erzählt er im Podcast "Wirtschaft Welt & Weit". Der Run auf Diabetesmedikamente, die auch beim Abnehmen helfen, hat den Börsenwert des Pharmaunternehmens Novo Nordisk wachsen lassen. Und der Erfolg der Branche treibt auch die dänische Wirtschaft insgesamt an. Doch es geht nicht nur um Profit, weiß Philipp Schröder, Professor für internationale Wirtschaft an der Universität Aarhus: Im Medicon Valley gebe es viele Stiftungen, die an die dänische Volkswirtschaft gebunden seien. Das ermögliche "Grundlagenforschung, die nicht unmittelbar einen wirtschaftlichen Gewinn hervorbringt", sagt Schröder in der neuen Podcast-Folge. Der Erfolg des Medicon Valleys lockt auch deutsche Unternehmen. Beim Schritt nach Skandinavien gilt es dabei aber einige Besonderheiten auf dem Schirm zu haben: Duzen ist Pflicht, berichten die Dänemark-Profis, und Statussymbole sind überflüssig: "Du darfst nicht mit dem großen Auto vorfahren", gibt Sørensen eine erste Hilfestellung für deutsche CEOs. Dafür braucht es umso mehr Vertrauen, denn das ist sozusagen die Währung der dänischen Wirtschaft. In der neuen Dänemark-Folge diskutiert Host Andrea Sellmann mit ihren beiden Gästen, welche Vorteile sich aus der dänischen Art und Weise des Wirtschaftens ganz konkret ergeben und wo die Stolpersteine für deutsche Chefs liegen könnten. Philipp Schröder stammt aus Berlin, lebt aber schon lange in Dänemark. Er ist Professor für internationale Wirtschaft an der School of Business and Social Sciences - Universität Aarhus. Und Benny Egholm Sørensen ist beim BVMW-Auslandsbüro im dänischen Silkeborg Ansprechpartner für deutsche Mittelständler, die sich für Skandinavien interessieren. Insgesamt berät er schon seit mehr als 30 Jahren deutsche Unternehmen beim Schritt auf den dänischen Markt. Schreiben Sie Ihre Fragen, Kritik und Anmerkungen gern an www@n-tv.de. Unsere allgemeinen Datenschutzrichtlinien finden Sie unter https://datenschutz.ad-alliance.de/podcast.html Unsere allgemeinen Datenschutzrichtlinien finden Sie unter https://art19.com/privacy. Die Datenschutzrichtlinien für Kalifornien sind unter https://art19.com/privacy#do-not-sell-my-info abrufbar. | |||
| Energie, Rüstung, Reedereien: Dänen und Deutsche kooperieren wie nie zuvor | 04 Apr 2024 | 00:35:32 | |
Bis auf die Landgrenze zu Deutschland grenzt Dänemark an allen Seiten ans Meer, und da pfeift der Wind oft ziemlich ordentlich: Schon 1991 haben die Dänen vor der Küste von Lolland den ersten Offshore-Windpark der Welt errichtet. Seither hat das Land stark an Expertise gewonnen und ist ein guter Energiepartner für Deutschland geworden. Benny Egholm Sørensen ebnet seit mehr als drei Jahrzehnten deutschen Unternehmen den Schritt nach Dänemark. Gerade im Energiesektor ist das Potenzial für grenzüberschreitende Kooperationen "unendlich". Deutsche Unternehmen "streben stark nach Dänemark, weil sie wissen, dass wir in diesem Bereich sehr stark sind", erzählt der Däne in der neuen Podcastfolge von "Wirtschaft Welt & Weit". Ein Trend, der sich seit dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine weiter intensiviert hat. Europa strebe nach "strategischer Autonomie", bestätigt Philipp Schröder, Professor für internationale Wirtschaft an der Universität Aarhus. So hat auch die Umwandlung von Windkraft in grünen Wasserstoff hohe Priorität in Dänemark. Das gilt nicht nur für Forschung und Entwicklung, sondern auch für die Infrastruktur: Eine Pipeline soll die deutsch-dänische Kooperation stärken. Wo rücken Deutschland und Dänemark ansonsten noch zusammen? In der neuen Podcastfolge schaut Host Andrea Sellmann mit ihren Gästen Benny Egholm Sørensen und Philipp Schröder auch auf den Bereich Rüstung, denn im militärischen Bereich sind unsere Nachbarn vor allem für ihre Radar- und Überwachungstechnik bekannt. Wie wichtig ist das für den Westen? Und was genau planen die Großreedereien? Die deutsche Hapag-Lloyd und die dänische Maersk wollen ab nächstem Jahr mit einem Teil ihrer Flotte partnerschaftlich unterwegs sein. Philipp Schröder stammt aus Berlin, lebt aber schon lange in Dänemark. Er ist Professor für internationale Wirtschaft an der School of Business and Social Sciences - Universität Aarhus. Und Benny Egholm Sørensen ist beim BVMW Auslandsbüro im dänischen Silkeborg Ansprechpartner für deutsche Mittelständler, die sich für Skandinavien interessieren. Insgesamt berät er schon seit mehr als 30 Jahren deutsche Mittelständler beim Schritt auf den dänischen Markt. Schreiben Sie Ihre Fragen, Kritik und Anmerkungen gern an www@n-tv.de. Unsere allgemeinen Datenschutzrichtlinien finden Sie unter https://datenschutz.ad-alliance.de/podcast.html Unsere allgemeinen Datenschutzrichtlinien finden Sie unter https://art19.com/privacy. Die Datenschutzrichtlinien für Kalifornien sind unter https://art19.com/privacy#do-not-sell-my-info abrufbar. | |||
| Hat die internationale Gemeinschaft in Haiti versagt? | 28 Mar 2024 | 01:02:08 | |
Haiti war der erste freie Staat in Lateinamerika. Nach einem geglückten Sklavenaufstand wurde der Ostteil der Karibikinsel Hispaniola bereits im Jahr 1804 unabhängig. Haiti hatte anderen Staaten damals viel voraus, berichtet Andrea Steinke, Haiti-Expertin am Centre for Humanitarian Action, im Podcast "Wirtschaft Welt & Weit". Denn allen Personen, die sich im Staatsgebiet aufhielten, wurden Bürgerrechte zugestanden. Zum damaligen Zeitpunkt haben das "weder die Republik Frankreich getan noch die Vereinigten Staaten von Amerika", konstatiert Steinke. Für sie ist Haiti damit "der erste wirklich moderne Staat". Trotzdem trägt Haiti bis heute schwer an seinem kolonialen Erbe. Denn auch nach der Unabhängigkeit 1804 waren die französischen Besitzansprüche nicht plötzlich vom Tisch. Haiti musste sich die Eigenständigkeit förmlich erkaufen. 1825 stimmte die junge Republik zu, hohe Entschädigungszahlungen an Frankreich zahlen. "Der Verlust des französischen Eigentums waren die versklavten Menschen", erklärt Steinke. "Dafür musste die Republik Haiti 150 Millionen Franc bezahlen." Das entspreche heutzutage einem Umtauschwert von 30 Milliarden Euro. Das Land musste "Kredite bei französischen Banken aufnehmen, die noch bis in die Mitte des letzten Jahrhunderts bezahlt wurden", beschreibt Steinke. Wenn heutzutage Gangs in der Hauptstadt Port-au-Prince kämpfen, dann ist dies ohne ausführlichen Blick in die Historie nicht einzuordnen. In der neuen Podcast-Folge spricht Host Andrea Sellmann deshalb mit Andrea Steinke und der Berliner Soziologin Carole Sambale über die schwierigen Startchancen des Karibikstaates, sein Verhältnis zu Frankreich, zu den USA und auch zu uns. Hat die internationale Gemeinschaft versagt - oder orientiert sie sich zu sehr an eigenen Interessen? Wie fremdbestimmt ist Haiti auch heute noch? Carole Sambale ist selbst in Haiti geboren und bringt uns das Land aus ihrer Perspektive näher. Sie bemängelt eine "gläserne Decke", die auch heute noch im Land existiere - und zu Aufstand oder aber auch zur Flucht aus dem Land führe. Können es Haitianerinnen und Haitianer wie sie, die im Ausland eine Heimat gefunden haben, schaffen, dass Haiti nicht nur auf dem Papier ein souveräner Staat ist, sondern auch als solcher behandelt wird? Und warum läuft es in der benachbarten Dominikanischen Republik besser? Die aktuelle Podcast-Folge liefert Hintergründe, die helfen, die aktuellen Nachrichten aus dem Karibikstaat, besser einordnen zu können. Schreiben Sie Ihre Fragen, Kritik und Anmerkungen gern an www@n-tv.de. Unsere allgemeinen Datenschutzrichtlinien finden Sie unter https://datenschutz.ad-alliance.de/podcast.html Unsere allgemeinen Datenschutzrichtlinien finden Sie unter https://art19.com/privacy. Die Datenschutzrichtlinien für Kalifornien sind unter https://art19.com/privacy#do-not-sell-my-info abrufbar. | |||
| Thailand steckt in "knallhartem Wettbewerb" | 22 Aug 2024 | 00:42:22 | |
Wirtschaftlich ist Thailand viel mehr als ein Touristenziel: Das südostasiatische Land ist ein wichtiger Automobilproduzent und vor allem für japanische Hersteller ein wichtiger Standort. Aber auch einige deutsche Autobauer sind mit CKD-Fertigung in Thailand vertreten. Daniel Marek ist Wirtschaftsexperte für die ASEAN-Länder und kennt das Geschäft: "Man liefert Autoteile dorthin und setzt sie in Thailand zusammen", erklärt Marek im Podcast "Wirtschaft Welt & Weit". Ziel ist es, Zollschranken aus dem Weg zu gehen. Für Thailand ist Deutschland der wichtigste Handelspartner in der EU. Im vergangenen Jahr lag das bilaterale Handelsvolumen bei rund 14 Milliarden Euro. Wir importieren Elektronik-Vorprodukte genauso wie Meeresfrüchte. Andersrum liefert Deutschland vor allem Maschinen, um Thailands "recht diversifizierte Volkswirtschaft weiter aufzubauen und auszubauen", erklärt Marek. Für den Wirtschaftsexperten steht Thailand dabei in starkem Konkurrenzkampf mit seinen Nachbarländern. Zugleich ist das Land gesellschaftlich tief gespalten. Diese Spaltung zeigt sich in vielen Bereichen: Die wirtschaftliche Entwicklung konzentriert sich auf bestimmte Regionen und lässt andere zurück. Konservative Kräfte beschränken die Demokratiebewegung. Kritik am Königshaus wird als Majestätsbeleidigung geahndet. Gerade erst wurde die progressive Move-Forward-Partei durch das thailändische Verfassungsgericht verboten. Vanessa Steinmetz hat Thailand für die Friedrich-Naumann-Stiftung im Blick: "Es müsste sich einiges verändern, um diesen Zirkel zu durchbrechen." Steinmetz schildert ihre Hoffnungen für Thailand im Podcast folgendermaßen: "Ich wünsche den Menschen hier, dass die progressiven Kräfte, wenn sie die Unterstützung der Mehrheit bekommen, dann auch wirklich etwas ändern können." Mit Paetongtarn Shinawatra hat Thailand jedoch gerade erst eine neue konservative Premierministerin bekommen. Wofür genau steht sie? Wo lässt sich Thailand im Spannungsfeld zwischen China und den USA positionieren? Das Land ist, wie Steinmetz erklärt, bekannt für seine sogenannte "Bambusdiplomatie". Statt klar Position zu beziehen, bleibt es lieber zu allen Seiten flexibel und hält sich verschiedene Optionen offen. Dabei hat die thailändische Außenpolitik auch wirtschaftliche Aspekte im Sinn. All das ist Thema der neuen Podcast-Folge, in der Host Andrea Sellmann mit Daniel Marek und Vanessa Steinmetz zwei Thailand-Kenner zu Gast hat. Daniel Marek ist Regionalmanager ASEAN beim Ostasiatischen Verein OAV - German Asia-Pacific Business Association. Er beobachtet Thailand von Hamburg aus. Und Vanessa Steinmetz arbeitet für die Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit in der thailändischen Hauptstadt Bangkok. Sie ist Projektleiterin für Thailand, Myanmar und Vietnam. Schreiben Sie Ihre Fragen, Kritik und Anmerkungen gerne an www@n-tv.de. Unsere allgemeinen Datenschutzrichtlinien finden Sie unter https://datenschutz.ad-alliance.de/podcast.html Unsere allgemeinen Datenschutzrichtlinien finden Sie unter https://art19.com/privacy. Die Datenschutzrichtlinien für Kalifornien sind unter https://art19.com/privacy#do-not-sell-my-info abrufbar. | |||
| "72 Prozent Ferienwohnungen" in Top-Lage von Lissabon | 21 Mar 2024 | 00:53:42 | |
Portugal ist auch für deutsche Touristen ein beliebtes Reiseland. Nach dem Corona-Tief verzeichnet das Land inzwischen wieder Besucherrekorde. Das zeigt sich nicht nur an den Stränden der Algarve, sondern auch in Lissabon. Fabian Schmiedel ist Büroleiter der Friedrich-Ebert-Stiftung in Lissabon. Im Podcast "Wirtschaft Welt & Weit" berichtet er von einem Gespräch mit dem Bezirksbürgermeister von Santa Maria Maior, einem zentralen Bezirk Lissabons: "Dieser Bürgermeister hat uns erzählt, dass in seinem Einzugsgebiet 72 Prozent der Wohnungen Ferienwohnungen sind", berichtet Schmiedel. Hohe Mieten treiben die lokale Bevölkerung aus der Stadt - und sind auch ein Grund für den Rechtsruck bei den Neuwahlen, die gerade erst in Portugal stattfanden. Die rechtspopulistische Chega-Partei kam dabei auf 18 Prozent der Stimmen. Was bedeutet das für die Wirtschaft in Portugal? Diese Frage ist Thema der neuen Podcast-Folge. Schließlich sind die deutsch-portugiesischen Wirtschaftsbeziehungen beim Tourismus längst nicht ausgereizt. Kurze Wege und gut ausgebildete Arbeitskräfte, aber auch das vergleichsweise niedrige Lohnniveau machen Portugal zu einem guten Partner. Mehr als 600 deutsche Unternehmen haben in Portugal rund 70.000 direkte Arbeitsplätze geschaffen. Thorsten Kötschau leitet die Deutsch-Portugiesische Industrie- und Handelskammer und hat die bilateralen Wirtschaftsbeziehungen genau im Blick. Für ihn hat Portugal den Status einer "verlängerten Werkbank" längst verlassen: Oben auf der Exportliste der Portugiesen stünden Präzisionsteile für den Maschinenbau, Fahrzeuge und chemische Erzeugnisse, nicht etwa Textilien oder Lebensmittel, berichtet Kötschau. Für ihn sind es auch die vielen kleinen Unternehmen, die das Land stark machen: So sei Portugal etwa "führend in der Produktion von Fahrrädern geworden". Und Portugal hat auch vor dem Hintergrund der Energiewende reichlich Potenzial: Mithilfe von Solarenergie lässt sich grüner Wasserstoff produzieren. Außerdem verfügt das Land über riesige Lithiumvorkommen, mit denen man laut Kötschau "pro Jahr ungefähr eine halbe Million Batterien für Elektroautos herstellen könnte". Wie steht es um diese Projekte? Das diskutiert Host Andrea Sellmann mit ihren Gästen Fabian Schmiedel und Thorsten Kötschau in der neuen Podcast-Folge. Schreiben Sie Ihre Fragen, Kritik und Anmerkungen gern an www@n-tv.de. Unsere allgemeinen Datenschutzrichtlinien finden Sie unter https://datenschutz.ad-alliance.de/podcast.html Unsere allgemeinen Datenschutzrichtlinien finden Sie unter https://art19.com/privacy. Die Datenschutzrichtlinien für Kalifornien sind unter https://art19.com/privacy#do-not-sell-my-info abrufbar. | |||
| Nicaragua kopiert Putins Gesetze | 14 Mar 2024 | 01:00:56 | |
Freiheit und Demokratie sind Fremdwörter für die Menschen in Nicaragua: Seit 2007 lenkt Präsident Daniel Ortega die Geschicke des von Armut geprägten Landes. Und er hat dabei vor allem die Interessen seines Familienclans im Blick. Wer Ortegas Regime kritisiert, muss Haft und Enteignung fürchten. Viele politische Gegner, aber auch Journalisten, wurden unter Aberkennung der Staatsangehörigkeit abgeschoben. Die Basis dafür schafft sich Ortega selbst. Désirée Reder beschäftigt sich intensiv mit Nicaragua. Seit dort vor sechs Jahren die Protestbewegung blutig niedergeschlagen wurde, hat die Friedens- und Konfliktforscherin des German Institute for Global and Area Studies in Hamburg (GIGA) das Land verstärkt im Fokus. Im Podcast "Wirtschaft Welt & Weit" berichtet sie von einem Gesetz in Nicaragua, das inoffiziell "Ley Putin" genannt werde, weil es "eins zu eins abgeschrieben ist von einem russischen Gesetz". Daniel Ortega bedient sich also bei Russland, um staatliche Repression zu legitimieren. Auf der anderen Seite sei er selbst Vorbild für andere Regime, beispielsweise in El Salvador, wie Reder in der Podcast-Folge ausführt. Wie genau also lernen autokratische Herrscher voneinander? Und wie gefährlich ist das? Darüber diskutiert Host Andrea Sellmann mit Désirée Reder und Elisabeth Maigler Kluesserath, die für die Friedrich-Naumann-Stiftung mit Regimekritikern im Exil in Kontakt steht. Was berichten Ortegas Gegner über die Verhältnisse in Nicaragua? Was hat es mit der Präsenz russischer Soldaten in dem Land auf sich? Und welche Rolle spielt all das für die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Deutschland und Nicaragua? Die neue Podcast-Folge geht diesen Fragen nach. Elisabeth Maigler Kluesserath ist Projektleiterin für Zentralamerika bei der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit. Sie hat die Entwicklung in Nicaragua von Guatemala aus genau im Blick. Désirée Reder arbeitet für das GIGA-Institut in Hamburg. Ihr Forschungsschwerpunkt ist Frieden und Sicherheit in Zentralamerika. Schreiben Sie Ihre Fragen, Kritik und Anmerkungen gern an www@n-tv.de. Unsere allgemeinen Datenschutzrichtlinien finden Sie unter https://datenschutz.ad-alliance.de/podcast.html Unsere allgemeinen Datenschutzrichtlinien finden Sie unter https://art19.com/privacy. Die Datenschutzrichtlinien für Kalifornien sind unter https://art19.com/privacy#do-not-sell-my-info abrufbar. | |||
| Gut organisiert, top vernetzt: Ruanda ist der "place to be" in Ostafrika | 07 Mar 2024 | 00:54:01 | |
Das Land ist top organisiert, die Hauptstadt Kigali überzeugt durch saubere Straßen, aufgrund der Höhenlage erinnert selbst das Klima eher an Europa als an Afrika. Auch darüber hinaus klingt vieles in Ruanda sehr fortschrittlich: Im Parlament sitzen mehr Frauen als Männer, Plastiktüten sind seit 2008 verboten. Das 13-Millionen-Einwohner-Land ist der "place to be" in Ostafrika. Auf der Liste der Handelspartner Deutschlands liegt das ostafrikanische Binnenland zwar nur auf Platz 154. Der Blick auf die Wirtschaft lohnt aber trotzdem, vor allem im Bereich Gesundheit: Denn das deutsche Pharmaunternehmen Biontech baut dort gerade eine Impfstofffabrik für den afrikanischen Markt. Ein erster Teil wurde schon eröffnet. Insgesamt sollen umgerechnet rund 138 Millionen Euro investiert werden. Im Jahr 2025 sollen dort 100 Beschäftigte arbeiten. Ruanda-Kenner Lars Person beobachtet den Fortschritt des Werks ganz genau: "Das ist ein Leuchtturm-Projekt für das Land", sagt er in der neuen Folge des Podcasts "Wirtschaft Welt & Weit". Denn das Werk sei nicht nur für Ruanda, sondern für ganz Afrika wichtig. Für Ostafrika-Expertin Asmau Nitardy gehört auch die gute Digitalisierungsrate zu den Vorteilen des Landes. Wie kriegt Ruanda das hin? Und können wir uns vielleicht sogar etwas abgucken? Ist wirklich alles so positiv in Ruanda, wie es auf den ersten Blick scheint? Diese und viele weitere Themen diskutiert Host Andrea Sellmann mit ihren Gästen Lars Person und Asmau Nitardy in der neuen Podcast-Folge. Asmau Nitardy ist Ostafrika-Expertin des Afrika-Vereins der deutschen Wirtschaft. Das Thema Gesundheit zählt zu ihren Schwerpunkt-Themen. Lars Person hat lange als Unternehmensberater gearbeitet. Aktuell unterstützt er für die ICUnet.group Unternehmen beim Schritt nach Ostafrika. Besonders gut vernetzt ist er dabei in Ruanda. Schreiben Sie Ihre Fragen, Kritik und Anmerkungen gern an www@n-tv.de Unsere allgemeinen Datenschutzrichtlinien finden Sie unter https://datenschutz.ad-alliance.de/podcast.html Unsere allgemeinen Datenschutzrichtlinien finden Sie unter https://art19.com/privacy. Die Datenschutzrichtlinien für Kalifornien sind unter https://art19.com/privacy#do-not-sell-my-info abrufbar. | |||
| Bahrain ist "ein treuer Verbündeter" des Westens | 29 Feb 2024 | 00:43:05 | |
Der Inselstaat Bahrain liegt im Persischen Golf, direkt vor der Küste Saudi-Arabiens. Wirtschaftlich steht das Land für Öl und Petrochemie, also Chemieerzeugnisse, die auf Basis von Öl und Gas erzeugt werden. Außerdem ist Bahrain ein bedeutender Aluminiumproduzent. Motorsport-Fans ist es aufgrund der Formel 1 ein Begriff, die auch an diesem Wochenende für ihren Saisonauftakt wieder in dem kleinen Wüsten-Königreich zu Gast ist. Für Clemens Hach, den deutschen Botschafter in Bahrain, zählt vorrangig die große geostrategische Bedeutung: Für ihn ist das Land "ein sehr treuer Verbündeter, der sich ganz klar für die internationale Ordnung, für internationales Recht und für friedliche Konfliktlösung" einsetze, so Hach im Podcast "Wirtschaft Welt & Weit". Das zeigt sich aktuell auch im Roten Meer: Immer wieder attackieren dort vom Iran unterstützte islamistische Huthi-Milizen internationale Handelsschiffe, die den Seeweg durch den Suezkanal nutzen wollen. Bahrain zählt zu den Unterstützern westlicher Gegenmaßnahmen. Wie sieht diese Unterstützung aus? Wie positioniert sich Bahrain? Und was heißt das konkret für den Handel? Diese Frage beschäftigt die Wirtschaftsexpertin Dalia Samra-Rohte. Sie hat die Lieferketten-Problematik ganz genau im Blick: Vor Ort richte man sich darauf ein, dass es - sofern sich die Situation nicht entspanne - "zu Verzögerungen im Projektgeschäft kommen wird". Einige Unternehmen prüften bereits die rechtlichen Rahmenbedingungen, um sich gegenüber Kunden für verspätete Waren abzusichern. Über diese und viele weitere Themen diskutiert Host Andrea Sellmann mit ihren Gästen Clemens Hach und Dalia Samra-Rohte in der neuen Podcast-Folge. Clemens Hach ist Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Manama, der Hauptstadt des Königreichs Bahrain. Und Dalia Samra-Rohte ist Delegierte der Deutschen Wirtschaft für Saudi-Arabien, Bahrain und Jemen. Sie ist für die Auslandshandelskammer in Saudi-Arabien vor Ort und beobachtet die deutsch-bahrainischen Wirtschaftsbeziehungen von Riad aus. Schreiben Sie Ihre Fragen, Kritik und Anmerkungen gern an www@n-tv.de. Unsere allgemeinen Datenschutzrichtlinien finden Sie unter https://datenschutz.ad-alliance.de/podcast.html Unsere allgemeinen Datenschutzrichtlinien finden Sie unter https://art19.com/privacy. Die Datenschutzrichtlinien für Kalifornien sind unter https://art19.com/privacy#do-not-sell-my-info abrufbar. | |||
| Wohin steuert Russland? "Ein Regime, das sich immer weiter radikalisiert" | 22 Feb 2024 | 00:46:43 | |
Von Frieden keine Spur: Am 24. Februar 2022 sind russische Truppen in die Ukraine einmarschiert, seitdem kämpft das Land um seine Freiheit. Die Welt hat sich gewaltig verändert. Viele Bündnisse sind zerrüttet, andere Allianzen neu entstanden. Auch in Deutschland: Wir mussten lernen, wie sehr wir von russischem Gas abhängig waren und haben uns neue Energiepartner gesucht. Die Welt ist im Umbruch. Matthias Dembinski vom Peace Research Institute Frankfurt (PRIF) beobachtet das aus der Perspektive der Friedens- und Konfliktforschung: In der neuen Folge des Podcasts "Wirtschaft Welt & Weit" wagt er eine Prognose: "Meiner Einschätzung nach haben wir es in Russland mit einem Regime zu tun, das sich vor allem nach innen immer weiter radikalisiert", konstatiert Dembinski. Aber auch nach außen werde Russland gewalt- und zudem risikobereiter. Und er befürchtet, dass "diese Konfrontationsphase, die wir zurzeit erleben, über ein Ende dieses Krieges hinaus anhält". In der neuen Podcast-Folge berichtet er davon, wie das PRIF gemeinsam mit dem Berliner Kolleg Kalter Krieg des Instituts für Zeitgeschichte München - Berlin (IfZ) aus der Historie lernen will: Die Wissenschaftler versuchen, aus der Frühphase des Kalten Krieges Schlüsse für die aktuelle Situation zu ziehen. Und er wagt einen Blick auf die neue Weltordnung, auch aus anderer Perspektive: Betrachte man die wirtschaftliche und militärische Entwicklung, gebe längst China den Ton an: "Russland droht zunehmend zu einem Anhängsel chinesischer Macht zu werden", so Dembinski. Wo steht der Westen? Könnte es Donald Trump im Fall einer Wiederwahl in den USA gelingen, den Westen zu spalten? Und wo genau steht Europa? Diese und viele weitere Fragen bespricht Host Andrea Sellmann mit Matthias Dembinski in der neuen Podcast-Folge. Schreiben Sie Ihre Fragen, Kritik und Anmerkungen gern an www@n-tv.de Unsere allgemeinen Datenschutzrichtlinien finden Sie unter https://datenschutz.ad-alliance.de/podcast.html Unsere allgemeinen Datenschutzrichtlinien finden Sie unter https://art19.com/privacy. Die Datenschutzrichtlinien für Kalifornien sind unter https://art19.com/privacy#do-not-sell-my-info abrufbar. | |||
| Australien: Bei grünem Wasserstoff lohnt der Blick nach Down Under | 15 Feb 2024 | 00:42:34 | |
Australien liegt zwar auf der anderen Seite der Welt, ist aber trotzdem ein wichtiger Handelspartner für Deutschland. Im Jahr 2022 handelten wir Waren im Wert von fast 18 Milliarden Euro hin und her. Down Under gilt auch beim Thema grüner Wasserstoff als guter Partner, um die Energiewende in Deutschland voranzutreiben. Markus Wagner ist Experte für internationales Wirtschaftsrecht, lebt in Sydney und hat von dort aus beide Länder genau im Blick. Im Podcast "Wirtschaft Welt & Weit“ erzählt er vom Wasserstoffabkommen zwischen beiden Ländern: "Es gibt gezielte Bestrebungen der deutschen Bundesregierung, mit der australischen Regierung dieses Abkommen zu vertiefen und es auch auf wirtschaftlich tragfähige Füße zu stellen“, sagt Wagner in der neuen Podcast-Folge. Das Freihandelsabkommen zwischen der Europäischen Union und Australien ist jedoch vorläufig gescheitert. Warum ist man sich nicht einig geworden? Wie positioniert sich Down Under zu den USA, zum Krieg in der Ukraine und auch zu China? Wie agiert Australien im Spannungsfeld zwischen Washington und Peking? Schließlich gründet der australische Wohlstand auf dem jahrzehntelangen Export von Rohstoffen ins Reich der Mitte. Darüber spricht Host Andrea Sellmann mit ihren Gästen Markus Wagner und Christian Wirth in der neuen Podcast-Folge. Christian Wirth ist Politologe und analysiert Australien für die Stiftung Wissenschaft und Politik von Berlin aus. Markus Wagner ist Jura-Professor und Experte für internationales Wirtschaftsrecht an der University of Wollongong in Australien. Er forscht dort unter anderem zur Frage, wie Handel als Waffe eingesetzt wird. Schreiben Sie Ihre Fragen, Kritik und Anmerkungen gern an www@n-tv.de Unsere allgemeinen Datenschutzrichtlinien finden Sie unter https://datenschutz.ad-alliance.de/podcast.html Unsere allgemeinen Datenschutzrichtlinien finden Sie unter https://art19.com/privacy. Die Datenschutzrichtlinien für Kalifornien sind unter https://art19.com/privacy#do-not-sell-my-info abrufbar. | |||
| Kaffee, Tourismus, Technologie: Costa Rica ist ein guter Partner für Deutschland | 08 Feb 2024 | 00:46:54 | |
Der Ursprung unserer Geschäftsbeziehungen mit Costa Rica liegt weit zurück: Im 18. Jahrhundert trieben deutsche Auswanderer dort Anbau von Kaffee voran und exportierten die Kaffeebohnen bald in die alte Heimat. Wirtschaftsexperte Christian Schauer kennt die heutigen Handelsbeziehungen genauso gut wie die Historie. Im Podcast "Wirtschaft Welt & Weit" entdeckt er Parallelen zwischen beiden Ländern: "Costa Rica ist ein bisschen wie der Süden Deutschlands", sagt Schauer in der neuen Podcast-Folge. Beide seien mit der Landwirtschaft groß geworden. Danach habe sich Costa Rica, ähnlich wie Bayern und Baden-Württemberg, schnell entwickelt. Heutzutage ist Costa Rica für Deutschland ein kleiner, aber verlässlicher Handelspartner in Zentralamerika. Evelyn Gaiser hat das Land für die Konrad-Adenauer-Stiftung im Blick - und stellt fest, dass es im Gegensatz zum schwächelnden Deutschland 2023 wirtschaftlich um 5,1 Prozent gewachsen ist, "was ja angesichts der geopolitischen Weltlage doch schon beachtenswert ist". Das Land exportiert hochwertige Medizintechnik, Mess- und Regeltechnik und Elektronik. Seine Energie gewinnt es vornehmlich aus Wasserkraft. Je nachdem, wie viel es regnet, kann der Bedarf zu 98, manchmal auch 99 Prozent aus erneuerbaren Energien gedeckt werden. Schauer berichtet in der neuen Podcast-Folge auch davon, dass Costa Rica in Lateinamerika bei der E-Mobilität weit vorn sei. In seinem Alltag gibt es "kaum einen Ort, an dem man mehr als 30 Kilometer fahren muss, um zu einer öffentlichen Ladestation zu kommen." Und ein weiterer Ausbau der E-Mobilität biete wirtschaftliches Potenzial - auch für deutsche Unternehmen. Allerdings gibt es auch Schattenseiten. So hat Evelyn Gaiser zuletzt einen rapiden Anstieg der Mordrate beobachtet: "2023 war das gewalttätigste Jahr in der jüngeren Geschichte", sagt sie. Diese Morde seien oft auf die organisierte Drogenkriminalität zurückzuführen: "Meistens geht es um Abrechnungen, Rache und Territorialkämpfe", erklärt sie in der neuen Podcast-Folge. Hat das auch Auswirkungen auf Costa Rica als Reiseziel? Schließlich ist Ökotourismus eine wichtige Einnahmequelle für das Land. Diese und viele weitere Fragen klärt Host Andrea Sellmann mit ihren beiden Gästen in der neuen Podcast-Folge. Christian Schauer ist Geschäftsführer der Deutsch-Costaricanischen Industrie- und Handelskammer. Und Evelyn Gaiser leitet das Auslandsbüro der Konrad-Adenauer-Stiftung. Beide arbeiten in San José, der Hauptstadt von Costa Rica. Schreiben Sie Ihre Fragen, Kritik und Anmerkungen gern an www@n-tv.de. Unsere allgemeinen Datenschutzrichtlinien finden Sie unter https://datenschutz.ad-alliance.de/podcast.html Unsere allgemeinen Datenschutzrichtlinien finden Sie unter https://art19.com/privacy. Die Datenschutzrichtlinien für Kalifornien sind unter https://art19.com/privacy#do-not-sell-my-info abrufbar. | |||
| Geysire, Gletscher, Geothermie: Island ist ein Paradies für Rechenzentren | 01 Feb 2024 | 00:55:59 | |
Wer an Island denkt, hat schnell Gletscher, Geysire und bunt schillernde Polarlichter vor Augen: Naturgewalten wie diese machen die Insel am Rande des Europäischen Nordmeeres zu einem beliebten Ziel für Touristen. Die heißen Quellen locken aber nicht nur Besucher, sie machen die Insel auch zum Paradies für Geothermie. Rund ein Drittel des isländischen Strombedarfs wird auf diese Weise gedeckt. Dank Wasserkraft ist auch die restliche Energie grün und günstig. Wirtschaftlich hat Island mehr zu bieten als Tourismus und den traditionellen Fischfang. Längst wird die Insel als Eldorado für energieintensive Unternehmen gehandelt. Neben der Aluminiumindustrie sind das vorwiegend Rechenzentren, die kühle Außentemperaturen als weiteren Standortvorteil sehen. Doch wie groß ist die Gefahr durch Erdbeben und vulkanische Aktivitäten? Die Isländerin Baddý Sonja Breidert hält die aktuelle Situation für brisanter als beim Ausbruch des Eyjafjallajökull, der im Jahr 2010 mit einer riesigen Aschewolke den europäischen Flugverkehr lahmlegte: Island gehe "in eine Ära, in der viel mehr Vulkanausbrüche passieren werden", berichtet sie im Podcast "Wirtschaft Welt & Weit". Infrastruktur und auch Tourismusziele seien aktuell näher dran - und deshalb auch viel gefährdeter. Wie sorgt Island vor? In der neuen Podcast-Folge diskutiert Host Andrea Sellmann mit Baddý Sonja Breidert und dem Politikwissenschaftler Tobias Etzold über das isländische Mindset im Umgang mit der Gefahr. Reicht das aus, um ausländische Unternehmen zu beruhigen? Was kann sich die deutsche Wirtschaft sonst noch abschauen bei der Insel, die zwar europäisch denkt, aber ihre Unabhängigkeit unbedingt bewahren will? Wo liegen die wirtschaftlichen Potenziale? Das und mehr ist Thema der neuen Podcast-Folge. Tobias Etzold ist Politikwissenschaftler am Norwegischen Institut für Internationale Beziehungen in Oslo und hat die nordeuropäischen Staaten, darunter auch Island, von dort aus im Blick. Baddý Sonja Breidert ist Vorstandsmitglied der Deutsch-Isländischen Außenhandelskammer. Die gebürtige Isländerin kennt beide Länder aus dem eigenen Geschäftsleben ganz genau, denn sie leitet eine Digitalagentur mit Standorten in Reykjavík und Frankfurt am Main. Schreiben Sie Ihre Fragen, Kritik und Anmerkungen gern an www@n-tv.de. Unsere allgemeinen Datenschutzrichtlinien finden Sie unter https://datenschutz.ad-alliance.de/podcast.html Unsere allgemeinen Datenschutzrichtlinien finden Sie unter https://art19.com/privacy. Die Datenschutzrichtlinien für Kalifornien sind unter https://art19.com/privacy#do-not-sell-my-info abrufbar. | |||
| Jung und gut ausgebildet - ist Jordanien unser Fachkräfte-Joker? | 25 Jan 2024 | 00:54:57 | |
Jordanien ist ein Land zwischen Tradition und Moderne. Wer die Hauptstadt Amman besucht, entdeckt geschichtsträchtige Ruinen neben Hochhäusern der Neuzeit. Jordanien ist außerdem direkter Nachbar von Syrien und Israel und damit geografisch nah dran an den Krisenherden des Nahen Osten. Das Land gilt als enger Verbündeter des Westens. Auch die wirtschaftlichen Beziehungen wirken gefestigt. Deutschland ist ein wichtiger Handelspartner für Jordanien, das stark auf Importe angewiesen ist. Detlef Gürtler beobachtet die Wirtschaftsbeziehungen zwischen beiden Ländern für Germany Trade & Invest seit Jahren. Viele junge Jordanier seien gut ausgebildet, aber unterbeschäftigt, berichtet er in "Wirtschaft Welt & Weit". Gingen diese Menschen fort, um Arbeit zu finden, dann meist in die Golfstaaten. Ein Umstand mit Potenzial, meint Gürtler: "Genauso gut könnte das auch nach Westen gehen", erklärt er in der neuen Podcast-Folge - und berichtet von einem Zentrum für Arbeitsmobilität, das "eine solche Fachkräftemigration in Richtung Deutschland fördern soll. Da kann viel draus werden." Auf offizieller Ebene stimmen die Beziehungen. Doch wie sehr verändert der Krieg zwischen Israel und der Hamas das Deutschland-Bild innerhalb der Bevölkerung? Schätzungen zufolge hat mehr als die Hälfte der jordanischen Bevölkerung palästinensische Wurzeln. Deutschland sei seit dem Angriff der Hamas auf Israel "deutlich unbeliebter" geworden, sagt André Bank, Politikwissenschaftler beim GIGA-Institut Hamburg. Wie sehr wird das durchschlagen? Wo liegt sonst noch Potenzial in den deutsch-jordanischen Wirtschaftsbeziehungen? Wie groß ist die Gefahr, dass auch Jordanien in den Nahost-Krieg reingezogen wird? Diese und viele weitere Fragen diskutiert Host Mary Abdelaziz-Ditzow mit ihren Gästen André Bank und Detlef Gürtler in der neuen Podcast-Folge. André Bank ist Politikwissenschaftler und Nahost-Experte beim German Institute for Global and Area Studies (GIGA) in Hamburg. Und Detlef Gürtler arbeitet als Korrespondent bei Germany Trade & Invest, also bei der Wirtschaftsförderungsgesellschaft der Bundesrepublik Deutschland. Er ist dort unter anderem für die Marktbeobachtung von Jordanien zuständig. Schreiben Sie Ihre Fragen, Kritik und Anmerkungen gern an www@n-tv.de. Unsere allgemeinen Datenschutzrichtlinien finden Sie unter https://datenschutz.ad-alliance.de/podcast.html Unsere allgemeinen Datenschutzrichtlinien finden Sie unter https://art19.com/privacy. Die Datenschutzrichtlinien für Kalifornien sind unter https://art19.com/privacy#do-not-sell-my-info abrufbar. | |||
| Chancen auch für deutsche Firmen: Zypern sucht Anschluss ans europäische Stromnetz | 18 Jan 2024 | 00:52:42 | |
Zypern ist nach Sizilien und Sardinien die drittgrößte Insel im Mittelmeer. Seit einem halben Jahrhundert ist sie faktisch geteilt: Es gibt einen griechischen Teil, die Republik Zypern, und einen türkischen, die Türkische Republik Nordzypern, die international aber nur von der Türkei anerkannt wird. Trotz der Teilung ist Zypern seit 2004 Mitglied der EU. Wichtigster Handelspartner des Landes ist Griechenland. Doch auch aus deutscher Perspektive ist das Land spannend - vor allem im Bereich Energie. Stefan Nolte, Präsident der Cyprus Germany Business Association, berichtet im Podcast "Wirtschaft Welt & Weit" von Plänen, Zypern mit einem Unterseekabel energetisch ans Festland anzubinden. Sollte dieses Großprojekt tatsächlich umgesetzt werden, könnte es auch für Unternehmen aus Deutschland interessant sein. Und bereits jetzt nutzen deutsche Unternehmen Chancen, die sich im Zuge der Energiewende auf der Insel bieten. "Deutschland möchte sich als neuer Energiepartner Zyperns positionieren", erklärt Nolte - auch mit Blick auf den Bereich Offshore-Windkraft. In der neuen Podcastfolge diskutiert Host Mary Abdelaziz-Ditzow mit Nolte und dem Politikwissenschaftler Thomas Diez auch über die geopolitische Bedeutung der geteilten Insel. Dabei geht es nicht nur um das Verhältnis zwischen griechischen und türkischen Zyprern, sondern auch um den Konflikt zwischen Griechenland und der Türkei. Welche Begehrlichkeiten wecken die Gasvorkommen vor der Küste Zyperns? Und wie steht es um das Verhältnis zu Russland? Thomas Diez ist Politikwissenschaftler an der Universität Tübingen. Stefan Nolte lebt seit 1999 auf der Insel - zuerst im türkischen Teil, und jetzt seit nunmehr 16 Jahren im griechischen Teil. Er ist Präsident der Cyprus Germany Business Association in Nikosia. Schreiben Sie Ihre Fragen, Kritik und Anmerkungen gern an www@n-tv.de. Unsere allgemeinen Datenschutzrichtlinien finden Sie unter https://datenschutz.ad-alliance.de/podcast.html Unsere allgemeinen Datenschutzrichtlinien finden Sie unter https://art19.com/privacy. Die Datenschutzrichtlinien für Kalifornien sind unter https://art19.com/privacy#do-not-sell-my-info abrufbar. | |||
| Ölboom: Wird Guyana das Katar Lateinamerikas? | 15 Aug 2024 | 00:44:13 | |
Guyana ist reich an Erdöl. Vor der Küste der Essequibo-Region liegen riesige Ölfelder, die erst in den letzten neun Jahren entdeckt wurden. Und das schwarze Gold lässt die Wirtschaft des Landes boomen: Im Jahr 2022 war Guyana mit einem Plus von rund 62 Prozent die am schnellsten wachsende Volkswirtschaft weltweit. Aktuell legt Guyanas Wirtschaft um knapp ein Drittel jährlich zu. Bis zum Jahr 2029 erwarten Experten weiteres Wachstum von 20 Prozent pro Jahr. Für Edwin Schuh, Wirtschaftsexperte von Germany Trade & Invest, könnte Guyana im optimalen Fall vielleicht sogar "eine Art lateinamerikanischer Golfstaat" werden, sagt Schuh im Podcast "Wirtschaft Welt & Weit". Größter Player beim guyanischen Ölboom ist das US-Unternehmen Exxon Mobile, das über die Förderlizenzen verfügt. Guyana selbst profitiert von Förderabgaben in Milliardenhöhe. Fließen diese Gelder künftig in den Ausbau des Gesundheitssektors, in Straßenbau und Infrastrukturprojekte, können laut Schuh auch deutsche Unternehmen profitieren. Doch anders als etwa der Bau von Krankenhäusern spalten Straßenbauprojekte die Bevölkerung. Denn Guyana besteht zu mehr als 80 Prozent aus schützenswertem Regenwald. Klimaschützer lehnen derartige Eingriffe vehement ab. Auch dem Lateinamerika-Kenner Christian Cwik liegt Guyanas Natur sehr am Herzen. Darüber hinaus hält Cwik eine Autobahn durch den Regenwald generell für wenig praktikabel: Diese Pläne kenne er schon seit Jahrzehnten, erzählt er im Podcast, und nicht mal eine Brücke sei bisher fertiggestellt worden: "Da ist das Geld in Korruptionssümpfen versunken", so seine Beobachtungen. Zudem warnt Cwik vor radikalen Veränderungen in Guyana: Die Einnahmen aus dem Ölboom sollten seiner Ansicht nach so verteilt werden, dass Guyana eine "sanfte Entwicklung" nehmen kann: "Wir werden sehen, ob sowas im 21. Jahrhundert vielleicht möglich ist", sagt der Historiker. "Im 20. Jahrhundert war das nicht möglich." Ist das Öl Fluch und Segen gleichermaßen? Welche Rolle spielt Deutschland vor dem Hintergrund der Energiewende als Abnehmer fossiler Energieträger? Und wie brisant ist eigentlich der Grenzstreit zwischen Guyana und seinem westlichen Nachbarland Venezuela, das die rohstoffreiche Essequibo-Region für sich beansprucht? Diese und viele weitere Fragen bespricht Host Andrea Sellmann mit ihren Gästen Edwin Schuh und Christian Cwik in der neuen Podcast-Folge. Edwin Schuh ist Wirtschaftsexperte für Mexiko und die Karibik bei Germany Trade & Invest, der Außenwirtschaftsagentur des Bundes. Er beobachtet die Entwicklung in Guyana von Mexiko aus. Christian Cwik ist Historiker am Zentrum für Inter-Amerikanische Studien an der Universität Graz. Auf seinen Forschungsreisen war er selbst in Guyana unterwegs. Er berichtet also aus eigener Erfahrung über das Land. Schreiben Sie Ihre Fragen, Kritik und Anmerkungen gerne an www@n-tv.de. Unsere allgemeinen Datenschutzrichtlinien finden Sie unter https://datenschutz.ad-alliance.de/podcast.html Unsere allgemeinen Datenschutzrichtlinien finden Sie unter https://art19.com/privacy. Die Datenschutzrichtlinien für Kalifornien sind unter https://art19.com/privacy#do-not-sell-my-info abrufbar. | |||
| Mit dem Hafen Antwerpen: "Flandern ist das Powerhaus für uns in Belgien" | 04 Jan 2024 | 00:55:03 | |
Brüssel steht bei vielen Menschen als Erstes auf der Agenda, wenn sie an Belgien denken. Schließlich ist die belgische Hauptstadt als EU-Machtzentrum allgegenwärtig. Und doch ist sie neben Flandern und der Wallonie nur eine von drei Regionen, die unser Nachbarland ausmachen. Während die Wallonie mit dem Wegfall von Kohle und Stahl kämpfen musste, verfügt Flandern über einen Zugang zur Nordsee und den Hafen in Antwerpen. Für Markus Bangen, Chef des Duisburger Hafens, ist diese Region ganz klar "das Powerhaus für uns in Belgien". Und das gilt es auszubauen. Eine gute Partnerschaft ist für Bangen die Basis der Geschäftsbeziehung zwischen den Häfen Duisburg und Antwerpen. "Wir haben beide unsere Stärken, und die ergänzen sich sehr gut", erzählt er im Podcast "Wirtschaft Welt & Weit". Antwerpen schaut dabei in Richtung See, Duisburg auf die Versorgung des Ballungsraums Rhein-Ruhr. Beim Zukunftsthema grüner Wasserstoff setzen die Häfen auf Kooperation: Die Transformation der Industrie lasse sich nur mithilfe von Importen realisieren, erklärt Hafenchef Bangen. Antwerpen sei einer der Hotspots für den Umschlag von Wasserstoff, bereits bestehende Pipeline-Verbindungen würden in Zukunft auch dafür genutzt. Vor dem Hintergrund des weltweiten Wettbewerbs ist beiden Seiten "sehr bewusst, dass wir momentan um unseren Standort kämpfen". Das geht für Bangen nur gemeinsam: Die Zusammenarbeit mit dem Hafen Antwerpen laufe unaufgeregt und auf Augenhöhe ab - frei nach dem Motto: "Wir machen einfach mal und freuen uns, wenn es erfolgreich war." Ist das "belgische Understatement" der Grund dafür, dass viele Deutsche so wenig über unseren direkten Nachbarn wissen? Sabine Schmitz vom Belgien-Zentrum der Universität Paderborn will das ändern und bringt uns in der neuen Podcast-Folge die unterschiedlichen Regionen, Sprachgemeinschaften und Parlamente der Belgier ein Stück näher. Und sie berichtet von weiterem Wirtschaftspotenzial - etwa in der Halbleiterbranche. Host Mary Abdelaziz-Ditzow diskutiert in dieser Podcast-Folge mit Sabine Schmitz und Markus Bangen über die belgischen Eigenarten, die gemeinsamen Zukunftschancen und den unterschiedlichen Umgang mit chinesischen Investoren in Deutschland und Belgien. Markus Bangen ist Vorstandschef von Duisport, der Duisburger Hafen AG. Er hat viele wirtschaftliche Bande geknüpft mit unseren belgischen Nachbarn, insbesondere mit dem Hafen Antwerpen. Sabine Schmitz ist Professorin an der Universität Paderborn und Vorsitzende des dortigen Belgien-Zentrums. Ziel der Einrichtung ist es, Deutschland und Belgien einander näherzubringen soll - und das in vielen unterschiedlichen Disziplinen wie Geschichte, Kultur und natürlich auch Wirtschaft. +++ Unsere allgemeinen Datenschutzrichtlinien finden Sie unter https://datenschutz.ad-alliance.de/podcast.html +++ Unsere allgemeinen Datenschutzrichtlinien finden Sie unter https://art19.com/privacy. Die Datenschutzrichtlinien für Kalifornien sind unter https://art19.com/privacy#do-not-sell-my-info abrufbar. | |||
| Geopolitik im Nahen Osten: "Für arabische Großmächte ist der Jemen eine militärische Spielwiese" | 20 Dec 2023 | 00:54:06 | |
Durch den Krieg in Nahost gerät auch der Jemen in den Fokus der Weltöffentlichkeit: Die dort ansässigen bewaffneten Huthi-Rebellen stellen sich auf die Seite der Hamas und beschießen Israel mit Drohnen und Raketen. Außerdem greifen sie an der jemenitischen Küste verstärkt internationale Handelsschiffe an, um diese daran zu hindern, das Rote Meer in Richtung Israel zu passieren. Erste Reedereien ändern ihre Routen, die USA schmieden eine Allianz, um die Schifffahrt zu schützen. Bereits im Jahr 2014 haben die Huthi-Rebellen die jemenitische Hauptstadt Sanaa und große Teile des Landes unter ihre Kontrolle gebracht. Warum wird in dem Land überhaupt gekämpft? Und zu welchen gesellschaftlichen Spaltungen hat das geführt? Diese Fragen stehen im Mittelpunkt der neuen Folge des Podcasts "Wirtschaft Welt & Weit". Der Staatswissenschaftler Said AlDailami ist im Jemen geboren. Für ihn geht es in den Kämpfen um die Interessen Saudi-Arabiens und der Vereinigten Arabischen Emirate: Beide Länder wollen laut AlDailami ihre jeweilige Machtposition auf der Arabischen Halbinsel stärken: Der Jemen mit dem Hafen in Aden und seinen Erdölfeldern sei für beide geostrategisch von Interesse - und eine Möglichkeit, Kriegserfahrung zu sammeln. Für ihn haben die Regionalmächte in dem Land "eine tolle Spielweise gefunden, wo sie ihre Militärmacht ausüben und sich ausprobieren können - und das leider auf dem Rücken der Jemeniten", erklärt AlDailami. Wie sehr leidet die Bevölkerung vor Ort? Zwei von drei Menschen im Jemen sind auf humanitäre Hilfe angewiesen. Hat das Land am Horn von Afrika eine Chance auf Frieden oder wird die Situation jetzt noch weiter eskalieren? Über dies und mehr diskutiert Host Mary Abdelaziz-Ditzow mit ihren Gästen Said AlDailami und Alexander Weissenburger in der neuen Podcast-Folge. Alexander Weissenburger ist Islamwissenschaftler und Nahost-Experte am Institut für Sozialanthropologie der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Er kennt sich besonders gut aus mit der Ideologie der Huthi-Rebellen. Said AlDailami ist promovierter Staatswissenschaftler und ehemaliger Bundeswehroffizier. Er stammt aus einer politisch einflussreichen jemenitischen Familie und arbeitet aktuell in der Entwicklungszusammenarbeit. Mit seinem Verein Hayati Karamati fördert er Hilfsprojekte im Jemen und engagiert sich dabei ganz besonders für Kinder, die unter den Kämpfen im Land leiden. Zudem gibt er seinem Geburtsland auch als Buchautor eine Stimme. Schreiben Sie Ihre Fragen, Kritik und Anmerkungen gern an www@n-tv.de Unsere allgemeinen Datenschutzrichtlinien finden Sie unter https://datenschutz.ad-alliance.de/podcast.html Unsere allgemeinen Datenschutzrichtlinien finden Sie unter https://art19.com/privacy. Die Datenschutzrichtlinien für Kalifornien sind unter https://art19.com/privacy#do-not-sell-my-info abrufbar. | |||
| Nach der Wahl in Argentinien: Schafft Milei neue Chancen für deutsche Unternehmen? | 14 Dec 2023 | 01:06:01 | |
Hohe Inflation und Staatsverschuldung, Korruption und ein aufgeblähter Staatsapparat: Argentiniens Probleme sind vielfältig. Der Ökonom Federico Foders kennt sie ganz genau, denn er selbst ist vor über 50 Jahren aus dem südamerikanischen Land nach Deutschland ausgewandert. Er wartet schon lange darauf, dass sich die Lage in Argentinien verbessert. Javier Milei habe im Wahlkampf die Nachricht vermittelt, dass es auch anders gehe, sagt Foders im Podcast "Wirtschaft Welt & Weit". "Ob das besser wird, das werden wir sehen." Mileis Wunschliste ist groß: Viele Ministerien will der neue Präsident streichen, den argentinischen Peso abschaffen, den US-Dollar einführen. Doch was wird von seinen Parolen bleiben? Was ist überhaupt umsetzbar? Susanne Käss leitet das Auslandsbüro der Konrad-Adenauer-Stiftung in Buenos Aires und kennt die politischen Mehrheiten: "Er wird immer darauf angewiesen sein, Bündnisse mit anderen Parteien zu stricken, weil er allein überhaupt nicht regieren kann", erklärt Käss in der neuen Podcast-Folge. Schafft Argentinien eine Kehrtwende? Und inwieweit könnten sich jetzt die Rahmenbedingungen für deutsche Unternehmen verbessern? Argentinien ist reich an Lithium, einem Rohstoff, der für die Produktion von E-Auto-Akkus benötigt wird. Ist das Land bisher ein zu riskantes Pflaster für deutsche Unternehmen? Oder was steckt sonst dahinter, dass China uns beim argentinischen Lithium den Rang abläuft? Diese und viele weitere Fragen diskutiert Host Mary Abdelaziz-Ditzow mit ihren Gästen Federico Foders und Susanne Käss in der neuen Podcast-Folge. Federico Foders ist Präsident des Internationalen Wirtschaftssenats und emeritierter Professor für Volkswirtschaftslehre am Kiel Institut für Weltwirtschaft. Argentinien ist sein Geburtsland. Und Susanne Käss leitet das Auslandsbüro der Konrad-Adenauer-Stiftung in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires. Sie lebt seit 2022 im Argentinien. Schreiben Sie Ihre Fragen, Kritik und Anmerkungen gern an www@n-tv.de +++ Unsere allgemeinen Datenschutzrichtlinien finden Sie unter https://datenschutz.ad-alliance.de/podcast.html +++ Unsere allgemeinen Datenschutzrichtlinien finden Sie unter https://art19.com/privacy. Die Datenschutzrichtlinien für Kalifornien sind unter https://art19.com/privacy#do-not-sell-my-info abrufbar. | |||
| Wie korrupt ist der Libanon? Das Machtkartell sitzt die Wirtschaftskrise aus | 07 Dec 2023 | 00:44:29 | |
Wer an Beirut denkt, hat schnell die Bilder vom 4. August 2020 vor Augen: Rund 2750 Tonnen Ammoniumnitrat explodierten und legten das Hafenviertel in Schutt und Asche. Mehr als drei Jahre später wird die Verantwortung für die Katastrophe noch immer hin- und hergeschoben. Für Ralf Erbel, Libanon-Experte der Friedrich-Naumann-Stiftung, ist dieser Fall "symptomatisch für die Krise, in der sich der Libanon befindet". Erbel fasst es in der neuen Podcast-Folge sehr direkt zusammen: Das politische System des Landes "ist korrupt, bereichert sich selbst, leistet aber praktisch nichts für die Bevölkerung". Es beruht auf dem konfessionellen Proporz der unterschiedlichen Religionsgemeinschaften. Für libanesische Politiker steht nach Ansicht von Kritikern nicht immer das Wohl der Bevölkerung, sondern vielmehr die eigene Community an erster Stelle. Wie kann sich dieses System halten, obwohl schon vor Jahren viele Libanesen dagegen auf die Straße gingen? Wie genau funktioniert das Machtkartell? Welche Rolle spielen wir eigentlich dabei? Lange wurde Deutschland aus libanesischer Perspektive sehr positiv wahrgenommen, doch in letzter Zeit hat das Deutschland-Bild im Libanon gelitten. Dabei sind wir nach den USA und der EU der drittgrößte Geldgeber für humanitäre Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit. Was hat sich verändert? Was ist für die Zukunft zu erwarten? Diese und viele weitere Fragen diskutiert Host Mary Abdelaziz-Ditzow mit den Libanon-Kennern Ralf Erbel und Andreas Böhm in der neuen Podcast-Folge. Andreas Böhm ist Nahost-Experte an der Universität St. Gallen und beschäftigt sich seit vielen Jahren mit dem Land. Der Halb-Libanese Ralf Erbel leitet aktuell das Referat MENA und Subsahara-Afrika der Friedrich-Naumann-Stiftung. Zuvor war er von der jordanischen Hauptstadt Amman aus für die Stiftungsarbeit im Libanon zuständig. Bei dieser Folge handelt es sich um den zweiten Teil einer Doppelfolge zum Libanon. Der erste Teil hat sich mit der aktuellen Situation des Landes und dem Eskalationspotenzial im Nahen Osten durch die pro-iranischen Hisbollah-Miliz befasst. Schreiben Sie Ihre Fragen, Kritik und Anmerkungen gern an www@n-tv.de +++ Unsere allgemeinen Datenschutzrichtlinien finden Sie unter https://datenschutz.ad-alliance.de/podcast.html +++ Unsere allgemeinen Datenschutzrichtlinien finden Sie unter https://art19.com/privacy. Die Datenschutzrichtlinien für Kalifornien sind unter https://art19.com/privacy#do-not-sell-my-info abrufbar. | |||
| Die "Schizophrenie" der Hisbollah im Kampf gegen Israel | 29 Nov 2023 | 00:31:39 | |
Nach dem verheerenden Terrorangriff der Hamas auf Israel kommt es auch an der israelisch-libanesischen Grenze immer wieder zu Konfrontationen mit der pro-iranischen Hisbollah-Miliz, die vom Libanon aus agiert. Beobachter sprechen von der schwersten Eskalation seit dem zweiten Libanon-Krieg im Jahr 2006. Wie brisant ist die Lage und welche Rolle spielt der Libanon im Krieg zwischen Israel und der Hamas? Darüber diskutieren zwei Nahost-Experten in der neuen Folge des Podcasts "Wirtschaft Welt & Weit". Ralf Erbel, Libanon-Experte der Friedrich-Naumann-Stiftung, analysiert in dieser Podcast-Folge die Denkweise der Hisbollah - und spricht von "Schizophrenie": Auf der einen Seite versuche die Miliz, das Image einer "furchtlosen - in der Selbstperzeption - Widerstandsbewegung gegen Israel" aufrechtzuerhalten. Auf der anderen Seite wolle sie sich dabei aber nicht auf eine weitere Eskalation einlassen. Denn damit würde sie die Zerstörung des Libanon riskieren. Nahost-Experte Andreas Böhm fasst es so zusammen: "Israel würde die lebenswichtige Infrastruktur des Libanon lahmlegen. Und diese Drohung ist durchaus ernst zu nehmen." Wie groß ist also die Gefahr einer Gewaltspirale, die den Libanon noch tiefer als bisher involviert? Darüber diskutiert Host Mary Abdelaziz-Ditzow mit Ralf Erbel und Andreas Böhm in der neuen Podcast-Folge. Andreas Böhm ist Nahost-Experte an der Universität St. Gallen und beschäftigt sich schon seit vielen Jahren mit dem Libanon. Und der Halb-Libanese Ralf Erbel leitet aktuell das Referat MENA und Subsahara-Afrika der Friedrich-Naumann-Stiftung. Zuvor war er von der jordanischen Hauptstadt Amman aus für die Stiftungsarbeit im Libanon zuständig. Und schon jetzt der Hinweis: In der nächsten Woche beschäftigt sich dieselbe Runde dann ganz konkret mit der wirtschaftlichen Lage des Landes und den deutsch-libanesischen Wirtschaftsbeziehungen. Schreiben Sie Ihre Fragen, Kritik und Anmerkungen gern an www@n-tv.de +++ Unsere allgemeinen Datenschutzrichtlinien finden Sie unter https://datenschutz.ad-alliance.de/podcast.html +++ Unsere allgemeinen Datenschutzrichtlinien finden Sie unter https://art19.com/privacy. Die Datenschutzrichtlinien für Kalifornien sind unter https://art19.com/privacy#do-not-sell-my-info abrufbar. | |||
| Israels Nachbar: Welche Rolle spielt Syrien im aktuellen Nahost-Krieg? | 23 Nov 2023 | 01:20:12 | |
Seit 2011 leidet die syrische Bevölkerung unter den Kriegszuständen in ihrem Land. Was als Protest gegen das Assad-Regime begann, endete in einem Krieg, in dem zunehmend mehr Konfliktparteien eine Rolle spielten. In Syrien ging und geht es um die Verteidigung von Menschenrechten, um Religion, Geopolitik und um Wirtschaft. Heute, mehr als zwölf Jahre nach dem Arabischen Frühling, als Millionen Menschen gegen Unterdrückung und für mehr Freiheit auf die Straße gingen, hat Bashar al-Assad in Syrien noch immer das Sagen. Allerdings haben sich die Machtverhältnisse verändert. Die vom Iran unterstützte schiitische Hisbollah-Miliz etwa werde nicht mehr wie früher von Syrien kontrolliert, erklärt der Nahost-Experte Carsten Wieland im Podcast "Wirtschaft Welt & Weit". Inzwischen hätten die Hisbollah und der Iran Assad "mehr oder weniger in der Hand", sagt Wieland, der viele Jahre Berater mehrerer UN-Sonderbeauftragter für Syrien war. "Jetzt stehen die iranischen Milizen bis genau an den Golan. Und das ist eine Bedrohung Israels", so Wieland in der neuen Podcast-Folge. Experten befürchten, dass sich der Krieg zwischen Israel und der Hamas auf den gesamten Nahen Osten ausweiten könnte. Auch Regine Schwab, Syrien-Expertin beim Peace Research Institute Frankfurt (PRIF), sieht die Gefahr einer Eskalation. Längst gibt es Angriffe und Gegenangriffe - nicht nur von Israel, sondern auch vonseiten der USA, die aktuell mit 900 Soldaten in Syrien stationiert sind. Die Vereinigten Staaten haben Luftangriffe gegen pro-iranische Milizen geflogen. Sollte es amerikanische Todesopfer geben, könnte das die Situation nach Ansicht von Regine Schwab schnell verschärfen. Welche Rolle spielt Syrien aktuell im Nahen Osten? Wie mächtig ist die Assad-Familie? Auch wenn die Politik des Assad-Regimes bis heute auf große internationale Ablehnung stößt, ist Syrien seit einem halben Jahr wieder zurück in den Reihen der Arabischen Liga. Welchen Einfluss hat diese Entwicklung auf Syrien? Wird das Land die Bedingungen der Arabischen Liga erfüllen? Um dies und mehr geht es bei "Wirtschaft Welt & Weit". In der neuen Podcast-Folge beleuchtet Host Mary Abdelaziz-Ditzow mit Carsten Wieland und Regine Schwab die Lage in Syrien ganz genau: von den unterschiedlichen Gruppierungen im Bürgerkrieg über die Rolle Russlands und der Vereinigten Staaten hin zu wirtschaftlichen Faktoren. Beide Gäste kennen die arabische Welt und vor allem Syrien ganz genau und bieten daher viele Einblicke: Carsten Wieland hat als Berater mehrerer UN-Sonderbeauftragter für Syrien aktiv dabei geholfen, im Bürgerkrieg zu vermitteln. Er ist Diplomat, Autor, Berater und Fellow am Genfer Institut für Sicherheitspolitik (GCSP) und am Osloer Friedensforschungsinstitut (PRIO). Regine Schwab hat genaue Kenntnisse über die vielen Oppositionsgruppen im syrischen Bürgerkrieg. Ihre Dissertation über das komplexe Machtgefüge wurde 2022 mit dem Christiane-Rajewsky-Preis der Arbeitsgemeinschaft für Friedens- und Konfliktforschung ausgezeichnet. Schreiben Sie Ihre Fragen, Kritik und Anmerkungen gern an podcasts@ntv.de +++ Unsere allgemeinen Datenschutzrichtlinien finden Sie unter https://datenschutz.ad-alliance.de/podcast.html +++ Unsere allgemeinen Datenschutzrichtlinien finden Sie unter https://art19.com/privacy. Die Datenschutzrichtlinien für Kalifornien sind unter https://art19.com/privacy#do-not-sell-my-info abrufbar. | |||
| Singapur dient deutschen Firmen als Tor nach Asien | 16 Nov 2023 | 00:45:33 | |
Wer nach Singapur fliegt, muss am Changi-Airport nicht viel Zeit einkalkulieren. Denn der internationale Flughafen des kleinen Inselstaates funktioniert äußerst effizient. Geschäftsleute wissen das sehr zu schätzen, berichtet Dominique Herold, die als Geschäftsführerin des German Centre Singapur deutsche Unternehmen beim Schritt nach Südostasien unterstützt: "Man versucht immer den Rekord zu brechen, wenn man wieder nach Singapur einfliegt", erzählt sie im Podcast "Wirtschaft Welt & Weit". Vom Touchdown auf der Landebahn bis nach draußen könne man es in nur 20 Minuten schaffen. Der Flughafen ist eine Art Visitenkarte für Singapur. Denn auch sonst legt das Land gerne mal den Turbo ein. Für den ASEAN-Experten Daniel Müller gehört es gewissermaßen zur DNA des Inselstaates, immer einen Tick "schneller, besser und smarter" zu sein als andere. Die Menschen seien sich des schwierigen geopolitischen Umfelds bewusst und stets darum bemüht, die große Abhängigkeit Singapurs bei Rohstoffen, Energie oder Nahrungsmittel zumindest ein Stückweit auszugleichen. Diese Denkweise schlage sich auch auf die Geschäftskultur nieder, berichtet Müller: "Und davon profitieren die Unternehmen." Über 2000 deutsche Firmen sind aktuell in Singapur aktiv. Neben einem guten Geschäftsklima führt auch die Nähe zu anderen ASEAN-Staaten dazu, dass das Land als Sprungbrett für ganz Südostasien gilt. Wo genau liegt das Zukunftspotenzial? Welche Branchen sind besonders gefragt? Und wie positioniert sich das multikulturelle Singapur im Spannungsfeld zwischen dem Westen und China? Über das und mehr diskutiert Host Mary Abdelaziz-Ditzow in der neuen Podcast-Folge mit ihren Gästen Dominique Herold und Daniel Müller. Dominique Herold lebt schon seit sechs Jahren in Singapur. Seit drei Jahren leitet sie das dortige German Centre for Industry and Trade und bietet Eindrücke aus erster Hand. Daniel Müller hingegen schaut von außen auf Singapur und hat dabei immer auch die Nachbarstaaten genau im Blick: Er ist Regionalmanager ASEAN beim OAV - German-Asia-Pacific Business Association. Schreiben Sie Ihre Fragen, Kritik und Anmerkungen gern an podcasts@ntv.de. +++ Unsere allgemeinen Datenschutzrichtlinien finden Sie unter https://datenschutz.ad-alliance.de/podcast.html +++ Unsere allgemeinen Datenschutzrichtlinien finden Sie unter https://art19.com/privacy. Die Datenschutzrichtlinien für Kalifornien sind unter https://art19.com/privacy#do-not-sell-my-info abrufbar. | |||
| "Die Menschen im Gazastreifen werden nicht einfach verschwinden" | 25 Oct 2023 | 01:36:07 | |
Kaum ein Konflikt hat eine derart komplizierte und lange Geschichte wie der Nahost-Konflikt. Derzeit ist Entspannung nicht in Sicht - und doch wird eine Frage in der Weltgemeinschaft immer lauter: Wie kann die Region dauerhaft zur Ruhe kommen? Für den Nahost-Experten Martin Beck hat eine Zwei-Staaten-Lösung aktuell wenig Chancen auf Erfolg. "Da müsste dann wirklich eine Zeitenwende in Israel passieren, das sehe ich nicht", konstatiert Beck in der neuen Folge des Podcasts "Wirtschaft Welt & Weit". Andererseits gibt es auch kaum andere Optionen, von daher sei es dennoch sinnvoll, daran festzuhalten. Martin Beck ist Professor für Internationale Beziehungen und Sicherheitsstudien an der University of Kurdistan Hewlêr und vertritt derzeit an der Philipps-Universität Marburg die Professur für Politik des Nahen und Mittleren Ostens. In der aktuellen Podcast-Folge ordnet er nahezu den gesamten Nahen Osten ein. Er beschreibt, welche Länder in der Region offiziell Frieden mit Israel geschlossen haben und welche arabischen Länder sich in klarer Feindschaft mit Israel befinden. Zudem gibt es eine Reihe arabischer Nationen wie beispielsweise Katar, die sich mittig positionieren und in der aktuellen Situation eine Sonderrolle einnehmen. Diese Vermittler könnten nun noch eine viel wichtigere Rolle spielen, betont der Experte. Neben einer ausführlichen Analyse über die Freund- und Feindschaften innerhalb des Nahen Ostens geht Beck darauf ein, welche Rollen China, die USA und die EU einnehmen. Als engstem Verbündeten Israels ist den USA besonders an der Sicherheit des Landes gelegen. Gleichwohl raten die Amerikaner Israel zunehmend von einer Bodenoffensive im Gazastreifen ab. Dies könnte einen Flächenbrand in der Region auslösen und die Rolle der USA im Nahen Osten unter Umständen weiter schwächen, befürchten sie. Einige arabische Länder wenden sich derweil immer stärker von den USA ab und nähern sich dem Systemrivalen China an. China braucht Rohstoffe und verfolgt unter anderem deshalb geostrategische Interessen im Nahen Osten. Welche westlichen Großmächte wie auf den Konflikt einwirken können und ob es tatsächlich zu einer weiteren Eskalation kommen könnte, besprechen wir in dieser Folge von "Wirtschaft Welt & Weit". Schreiben Sie Ihre Fragen, Kritik und Anmerkungen gern an podcasts@ntv.de Unsere allgemeinen Datenschutzrichtlinien finden Sie unter https://art19.com/privacy. Die Datenschutzrichtlinien für Kalifornien sind unter https://art19.com/privacy#do-not-sell-my-info abrufbar. | |||
| Israelis vs. Palästinenser: Die leidvolle Geschichte hinter dem Nahost-Konflikt | 19 Oct 2023 | 01:20:09 | |
Als Reaktion auf den Antisemitismus in Europa im 19. Jahrhundert entstand der Zionismus. Hierbei handelt es sich um eine jüdische Bewegung, die einen selbstständigen Nationalstaat für Juden anstrebt. Dieser sollte nach verschiedenen Überlegungen schließlich im damaligen Palästina errichtet werden. Palästina war zu dieser Zeit ein Teil des Osmanischen Reiches. Religiös betrachten Juden dieses Gebiet im Nahen Osten als ihre Heimat. Im Laufe der Jahre wanderten in der Folge Zehntausende Juden nach Palästina ein, um sich dort dauerhaft niederzulassen. Im Zuge des Ersten Weltkriegs eroberten die Briten das palästinensische Areal. 1923 wurde Palästina schließlich britisches Mandatsgebiet. "Großbritannien hat damals beiden Seiten, den Juden und der arabisch-stämmigen Bevölkerung, territorial ein ähnliches Versprechen gemacht", sagt der israelische Historiker Meron Mendel im Podcast "Wirtschaft Welt & Weit". Hier habe der Konflikt, den wir heute sehen, bereits seinen Ursprung gehabt. Vehement zu eskalieren, drohte die Situation zwischen Juden und der arabisch-stämmigen Bevölkerung auf dem Gebiet jedoch erst nach dem Zweiten Weltkrieg. Hunderttausende Holocaust-Überlebende wollten Deutschland schnellstmöglich verlassen, nachdem die Nazis im Zweiten Weltkrieg sechs Millionen Juden ermordet hatten. In Deutschland konnten sie nicht bleiben. Und so machten sich die Überlebenden auf ins britische Mandatsgebiet Palästina. Hier nahm die Geschichte ihren Lauf. Wer hat recht und wer ist schuld? Die Antworten hierauf gehen - je nachdem, wen man fragt - weit auseinander. Frust, Wut und Hass wuchsen, je länger der Konflikt anhielt. Auf beiden Seiten haben sich in den folgenden Jahrzehnten Teile der Bevölkerung radikalisiert, erklärt Mendel. Streng religiöse orthodoxe Juden sowie radikal-islamische Gruppierungen beanspruchen jeweils das gesamte Gebiet für sich allein. Die zivilen Bevölkerungen unterlagen in den vergangenen Jahrzehnten unzähligen Kriegen, Konflikten und Menschenrechtsverletzungen. Ob eine Zwei-Staaten-Lösung nach der jüngsten Eskalation noch eine Chance hat, bleibt abzuwarten. Dafür muss eine gemeinsame Basis geschaffen werden, sagt Mendel. Doch ganz hoffnungslos sei das Vorhaben immer noch nicht, findet der Historiker. Was dafür notwendig wäre, beschreibt Mendel in dieser Podcast-Folge. Schreiben Sie Ihre Fragen, Kritik und Anmerkungen gern an podcasts@ntv.de +++ Unsere allgemeinen Datenschutzrichtlinien finden Sie unter https://datenschutz.ad-alliance.de/podcast.html +++ Unsere allgemeinen Datenschutzrichtlinien finden Sie unter https://art19.com/privacy. Die Datenschutzrichtlinien für Kalifornien sind unter https://art19.com/privacy#do-not-sell-my-info abrufbar. | |||
| Know-how von VW: Eine griechische Insel wird zum Eldorado für E-Mobilität | 12 Oct 2023 | 00:30:26 | |
Smart, nachhaltig und offen für Veränderung: So lässt sich die griechische Insel Astypalea beschreiben. Auf einer Fläche von gerade mal 96 Quadratkilometern bietet sie ideale Möglichkeiten, um grüne Transformation auf kleinem Raum Wirklichkeit werden zu lassen. Für den deutschen Wirtschaftswissenschaftler Jens Bastian ist das Projekt ein Paradebeispiel für deutsch-griechische Wirtschaftsbeziehungen. Die griechische Regierung und der deutsche Autobauer Volkswagen haben bereits 2021 gemeinsam den Startschuss für die Elektrifizierung der Insel gegeben. Innerhalb von fünf Jahren soll sich das Eiland in eine reine Elektroinsel verwandelt haben. Das geschieht nicht nur durch den Einsatz von E-Autos und Ladestationen. Auch das örtliche Elektrizitätswerk soll komplett auf erneuerbare Energien umgestellt werden. "Das kommt in Griechenland sehr gut an", berichtet Jens Bastian im Podcast "Wirtschaft Welt & Weit". Deutschen Unternehmen werde dadurch ein neues Image zugeschrieben: In der öffentlichen Wahrnehmung sei Deutschland bereits eng mit dem Thema Energietransformation verbunden, erzählt der Auswanderer, der seit 24 Jahren in Griechenland lebt. Ein Modell nur für Inseln oder auch fürs Festland? Und hat Griechenland, das lange Zeit im Sog der Finanzkrise stand, die schwierigen Jahre endgültig hinter sich gelassen? In der neuen Podcast-Folge diskutiert Host Mary Abdelaziz-Ditzow mit Jens Bastian und dem zweiten Griechenland-Experten Ascan Iredi über die Potenziale der bilateralen Wirtschaftsbeziehungen. Dabei darf natürlich der geopolitische Blick nicht fehlen. Und so geht es auch um das schwierige Verhältnis zwischen Griechenland und der benachbarten Türkei, das deutsche Unternehmen beim Schritt nach Griechenland nicht außer Acht lassen werden. Jens Bastian war zu Krisenzeiten Mitglied der sogenannten Task Force der EU-Kommission für Griechenland. Außerdem ist er Fellow am Centrum für angewandte Türkeistudien der Stiftung Wissenschaft und Politik, kennt sich also auch mit dem türkischen Nachbarn hervorragend aus. Ascan Iredi leitet das Portfoliomanagement der Plutos Vermögensverwaltung und beobachtet die deutsch-griechischen Wirtschaftsbeziehungen von außen aus der Perspektive eines Finanzmarktexperten. Schreiben Sie Ihre Fragen, Kritik und Anmerkungen gern an podcasts@ntv.de +++ Unsere allgemeinen Datenschutzrichtlinien finden Sie unter https://datenschutz.ad-alliance.de/podcast.html +++ Unsere allgemeinen Datenschutzrichtlinien finden Sie unter https://art19.com/privacy. Die Datenschutzrichtlinien für Kalifornien sind unter https://art19.com/privacy#do-not-sell-my-info abrufbar. | |||
| Ist Moldau stark genug für den Weg in die EU? | 01 Aug 2024 | 00:46:27 | |
Die Republik Moldau ist direktes Nachbarland der Ukraine und damit ganz nah dran am Krieg. Von Beginn an ließ die Regierung des Landes keinen Zweifel an ihrem pro-europäischen Kurs: Gerade erst wurden die EU-Beitrittsverhandlungen offiziell aufgenommen. Gleichzeitig aber sind die russischen Einflüsse in dem postsowjetischen Land immer noch groß. Der Politologe Hannes Meissner beobachtet die Situation in Moldau schon seit Jahren. "Russland versucht, das Land von innen heraus zu destabilisieren", sagt Meissner. Im Podcast "Wirtschaft Welt & Weit" spricht er über Moskaus hybride Kriegsführung - und von einer "Front innerhalb Moldaus". Prorussische Kräfte hätten noch immer viel Einfluss. Und die schwierige wirtschaftliche Situation des Landes spielt ihnen dabei in die Hände. Moldau ist eines der ärmsten Länder Europas und braucht dringend Reformen. Wichtigster Punkt sei dabei die Bekämpfung von Korruption, erklärt Ludwig Graf Westarp, der sich als Wirtschaftsexperte für die Beziehungen zwischen Deutschland und der Republik Moldau starkmacht. Und auch Meissner sagt, dass vor allem Justiz und Verwaltung dringend reformiert werden müssten. Denn gerade diese Bereiche seien besonders stark von alten Netzwerken durchzogen. Mehr Rechtssicherheit ist ein wichtiger Faktor, wenn Investoren über einen Schritt in die Republik Moldau nachdenken. Schafft das Land den Wandel und wird sich dabei auch die wirtschaftliche Situation des Landes verbessern? Bieten sich dabei Chancen auch für deutsche Unternehmen? Oder droht ein Umsturz im Sinne russischer Interessen? Über diese und viele weitere Fragen spricht Host Andrea Sellmann in der neuen Podcast-Folge mit Hannes Meissner und Ludwig Graf Westarp. Der Politikwissenschaftler Hannes Meissner ist Experte für postsowjetische Länder an der Hochschule für Wirtschaft, Management und Finance und an der Universität Wien. Außerdem berät er Unternehmen zu politischen Risikomanagementstrategien in diesen Ländern. Ludwig Graf Westarp beschäftigt sich schon seit vielen Jahren mit der Republik Moldau. Beim Bundesverband der mittelständischen Wirtschaft (BVMW) leitete er unter anderem das Auslandsbüro Republik Moldau. Sein Fokus liegt auf der Entwicklung der Wirtschaftsbeziehungen zwischen Deutschland und Moldau. Schreiben Sie Ihre Fragen, Kritik und Anmerkungen gerne an www@n-tv.de. Unsere allgemeinen Datenschutzrichtlinien finden Sie unter https://datenschutz.ad-alliance.de/podcast.html Unsere allgemeinen Datenschutzrichtlinien finden Sie unter https://art19.com/privacy. Die Datenschutzrichtlinien für Kalifornien sind unter https://art19.com/privacy#do-not-sell-my-info abrufbar. | |||
| Griechischer Hafen Piräus: Wie China europäische Handelsströme lenkt | 05 Oct 2023 | 00:33:48 | |
Am Hafen von Piräus wehen nicht nur griechische und europäische Flaggen, sondern auch chinesische. Denn der größte Hafen Griechenlands ist fest in der Hand chinesischer Investoren. Seit 2016 hat die chinesische Reederei Cosco dort als Mehrheitseigner unternehmerisch das Sagen. Der deutsche Wirtschaftswissenschaftler Jens Bastian lebt seit 24 Jahren in Griechenland. Er hat genau verfolgt, wie die maroden Hafenanlagen in den Jahren nach der Finanzkrise privatisiert wurden: "Damals haben wir China die Türen geöffnet", konstatiert Bastian im Podcast "Wirtschaft Welt & Weit". Europäische Investoren habe es nicht gegeben, und so war der Weg frei für China, den Hafen zu einer zentralen Drehscheibe auf dem Seeweg der neuen Seidenstraße auszubauen. Anderswo in Europa sind die Bestrebungen groß, kritische Infrastruktur stärker vor chinesischen Eingriffen zu schützen. So gab es in Deutschland etwa eine große öffentliche Diskussion um die chinesische Beteiligung an einem Hafenterminal in Hamburg - auch wenn diese vom Ausmaß nicht vergleichbar ist mit Piräus. Wie genau beeinflussen also chinesische Beteiligungen die weltweiten Handelsströme? Wo liegt das richtige Maß zwischen Offenheit und Abschottung, und haben wir da schon die richtige Balance gefunden? Diese Frage muss sich Europa stellen. Und Griechenland? Ist die starke chinesische Präsenz in Piräus das richtige Modell? Wie genau profitieren die Menschen vor Ort, und wie wichtig ist der neu erstarkte Hafen für die europäische Wirtschaft? In der neuen Podcast-Folge diskutiert Host Mary Abdelaziz-Ditzow diese und viele weitere Fragen mit ihren Gästen Jens Bastian und Ascan Iredi. Jens Bastian von der Stiftung Wissenschaft und Politik war zu Krisenzeiten Mitglied der sogenannten Taskforce der EU-Kommission für Griechenland und bietet uns Insights aus erster Hand. Ascan Iredi hingegen schaut von außen auf Griechenland. Er leitet das Portfoliomanagement bei der Plutos Vermögensverwaltung und beobachtet die deutsch-griechischen Wirtschaftsbeziehungen aus der Perspektive eines Finanzmarktexperten. Schreiben Sie Ihre Fragen, Kritik und Anmerkungen gern an podcasts@ntv.de Unsere allgemeinen Datenschutzrichtlinien finden Sie unter https://art19.com/privacy. Die Datenschutzrichtlinien für Kalifornien sind unter https://art19.com/privacy#do-not-sell-my-info abrufbar. | |||
| Deutschland oder China? In Ägypten macht "Made in Germany" das Rennen | 28 Sep 2023 | 00:46:57 | |
Maschinen aus Deutschland haben einen guten Ruf in Ägypten. Sie gelten als hochwertig und langlebig, sind allerdings meist auch teurer als chinesische Konkurrenzprodukte. In dem Land lernt man jedoch gerade, dass nicht immer der günstigste Preis den Ausschlag geben sollte - das jedenfalls berichtet Radmila Labus, die als Ägypten-Beauftragte des BVMW-Bundesverbands deutsche Mittelständler mit ägyptischen Unternehmern vernetzt. Zwar ist China mit großem Abstand wichtigstes Importland für Ägypten. Geht man aber ins Detail, sammeln deutsche Unternehmen immer öfter wichtige Punkte im Rennen um den ägyptischen Markt. Das zeigt sich etwa im Bereich Wasserwirtschaft, einem Sektor, dem angesichts knapper werdender Ressourcen höchste Priorität zukommt. Im Podcast "Wirtschaft Welt & Weit" berichtet Labus von Ausfällen chinesischer Technik, die die Stilllegung ganzer Produktionsanlagen zur Folge hatte: "Sie finden niemanden, der das reparieren kann." Derartige Folgekosten würden inzwischen immer öfter beim Kauf mitgedacht, bestätigt auch Leonard Klaßen, Ägypten-Experte der IHK München: Gerade in Schlüsselbranchen und strategisch wichtigen Betrieben "wird auf Qualität geachtet", sagt er in der neuen Podcast-Folge. Deutsche Unternehmen spielen somit den Vorteil aus, dass sie den Servicegedanken von vornherein abdecken und auch nach dem Kauf weiterhin Betreuung bieten. Wie viel Potenzial bietet das Land am Nil deutschen Unternehmen? Können gut ausgebildete Fachkräfte aus Ägypten womöglich sogar den Fachkräftemangel in Deutschland sichern? Oder überwiegen beim Blick nach Ägypten vielleicht doch die Risiken? Wie sehr hat etwa die Wirtschaft die angespannte Menschenrechtslage vor Ort im Blick? Über diese und viele weitere Themen spricht Host Mary Abdelaziz-Ditzow in der neuen Podcast-Folge mit Radmila Labus und Leonard Klaßen: Labus reist als Ägypten-Beauftragte des BVMW-Bundesverbands viel von Berlin und Kairo und liefert Eindrücke direkt aus dem Land. Leonard Klaßen ist als Länderreferent der IHK München zuständig für die MENA-Region, also für den Mittleren Osten und Nordafrika. Kürzlich erst war er auf einer Delegationsreise zum Thema Wasserwirtschaft in Ägypten vor Ort. Schreiben Sie Ihre Fragen, Kritik und Anmerkungen gern an podcasts@ntv.de. Unsere allgemeinen Datenschutzrichtlinien finden Sie unter https://datenschutz.ad-alliance.de/podcast.html Unsere allgemeinen Datenschutzrichtlinien finden Sie unter https://art19.com/privacy. Die Datenschutzrichtlinien für Kalifornien sind unter https://art19.com/privacy#do-not-sell-my-info abrufbar. | |||
| Kurze Lieferketten sparen Zeit und sichern Nachschub | 20 Sep 2023 | 00:38:31 | |
Wie ein Netz überspannen Lieferketten unseren Globus: Schiffe und Frachtflieger, Züge und LKW sorgen dafür, dass erst die Rohstoffe und dann die Waren ihren Weg von A nach B finden. Der weltweite Handel hat uns Wohlstand gebracht, doch er ist störanfällig. Die Corona-Pandemie hat uns das mehr als deutlich vor Augen geführt. Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine hat uns zudem gezeigt, dass wir auch nicht mehr mit jedem Land Handel treiben wollen. Auch wenn wir beim Gas inzwischen nicht mehr am Tropf von Russland hängen: In vielen anderen Bereichen ist unsere Abhängigkeit groß. Zum Beispiel bei Medikamenten. Von Indien und China aus bedienen wenige Hersteller den Weltmarkt, erklärt Matthias Weber, Finanzvorstand des Generika-Herstellers Hexal, im Podcast "Wirtschaft Welt & Weit". Dort seien die Lohnkosten am niedrigsten. "Wenn wir weiterhin günstige Arzneimittel haben wollen und damit auch einen Beitrag leisten zu einem erschwinglichen Gesundheitsbudget, sind wir darauf angewiesen, dass wir da einkaufen, wo es am günstigsten ist", so Weber. Und doch werden auch bei uns immer wieder Medikamente knapp. Brauchen wir also etwas weniger Globalisierung? Sollten wir weniger Waren um die halbe Welt schiffen und mehr in Deutschland produzieren? Oder noch stärker mit unseren europäischen Nachbarn zusammenarbeiten? Das verkürzt die Lieferketten und macht sie widerstandsfähiger, ist aber mit Investitionen verbunden. Wer trägt die Kosten? Und was ist uns Friendshoring, also der Handel mit Ländern, die unsere Werte teilen, wert? Über dies und mehr spricht Host Mary Abdelaziz-Ditzow in der neuen Podcast-Folge mit Gästen, die das Netz der Lieferketten aus ihrem Arbeitsalltag ganz genau kennen. Mit dabei ist neben Hexal-Finanzvorstand Matthias Weber auch Angela Titzrath, Vorstandschefin der Hamburger Hafen und Logistik AG, die den Einstieg der chinesischen Reederei Cosco bei einem Hafenterminal einzuschätzen weiß. Weitere Gäste sind Angelika Huber-Straßer, Regionalvorständin Süd bei der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG sowie Marion Höllinger, Vorstandssprecherin der HypoVereinsbank. Die Diskussionsrunde wurde auf dem Ludwig-Erhard-Gipfel aufgezeichnet. Schreiben Sie Ihre Fragen, Kritik und Anmerkungen gern an podcasts@ntv.de. Unsere allgemeinen Datenschutzrichtlinien finden Sie unter https://datenschutz.ad-alliance.de/podcast.html Unsere allgemeinen Datenschutzrichtlinien finden Sie unter https://art19.com/privacy. Die Datenschutzrichtlinien für Kalifornien sind unter https://art19.com/privacy#do-not-sell-my-info abrufbar. | |||
| Vietnam ist bei deutschen Firmen stark im Fokus | 14 Sep 2023 | 00:52:11 | |
Vietnam steht längst für mehr als Schuhe und Textilien, Kaffee und Pfeffer. Das südostasiatische Land ist innovativ und aufgeschlossen gegenüber neuen Technologien - und hat daher längst auch einen guten Ruf als Elektronikstandort. Im vergangenen Jahr handelten Vietnam und Deutschland Waren im Wert von rund 18 Milliarden Euro hin und her. Deutsche Importe aus Vietnam machten dabei mit 14,7 Milliarden Euro den Löwenanteil aus. Deutschland ist damit für Vietnam der wichtigste Handelspartner in der Europäischen Union. Umgekehrt sind auch Maschinen "Made in Germany" in Vietnam gefragt, ebenso wie Fahrzeuge und Chemieprodukte. Ludwig Graf Westarp, Leiter des Vietnam-Büros des Bundesverbands der mittelständischen Wirtschaft, sieht großes Potenzial für deutsche Unternehmen: "Vietnam ist ein Land voller Entwicklungen und auch als Absatzmarkt sehr spannend", erklärt Westarp im Podcast "Wirtschaft Welt & Weit". Das Land investiere in Infrastruktur, in Straßen, Häfen und Flughäfen. Auch beim Ausbau der erneuerbaren Energien sei nicht nur deutsche Expertise, sondern auch die dazugehörige Technologie gefragt. Wird der Boom anhalten? Wo genau liegen die Chancen für deutsche Unternehmen? Und schöpfen wir das Potenzial bereits aus? Oder sind wir noch zu zögerlich? Host Mary Abdelaziz-Ditzow diskutiert mit ihren Gästen Ludwig Graf Westarp und dem Logistik-Profi Eric Reuter über die deutsch-vietnamesischen Wirtschaftsbeziehungen und wagt auch eine geopolitische Einordnung: Aus europäischer Perspektive ist schließlich immer öfter von Vietnam als Alternative zu China die Rede. Kann das Land dem benachbarten Wirtschafts-Riesen wirklich Paroli bieten? Wie positioniert sich Vietnam im Spannungsfeld zwischen China und den USA? Und wie gegenüber Russland? Eric Reuter ist Vice President für Asien beim Speditions- und Supply-Chain-Anbieter Forto. Als Experte für Logistik und Lieferketten kennt er die Handelsbeziehungen zwischen Deutschland und Asien aus nächster Nähe. Und Ludwig Graf Westarp leitet das Vietnam-Büro des Bundesverbands der mittelständischen Wirtschaft. Außerdem ist er Gründer der in Deutschland und Vietnam tätigen Firma Skaro, die Unternehmen aus beiden Ländern vernetzt und beim Markteintritt unterstützt. Schreiben Sie Ihre Fragen, Kritik und Anmerkungen gern an podcasts@ntv.de. Unsere allgemeinen Datenschutzrichtlinien finden Sie unter https://datenschutz.ad-alliance.de/podcast.html Unsere allgemeinen Datenschutzrichtlinien finden Sie unter https://art19.com/privacy. Die Datenschutzrichtlinien für Kalifornien sind unter https://art19.com/privacy#do-not-sell-my-info abrufbar. | |||
| Tansanias Potenziale sind riesig: Verpasst Deutschland eine Chance? | 06 Sep 2023 | 00:40:36 | |
Tansania ist eines der politisch stabilen Länder auf dem afrikanischen Kontinent. Das Land verfügt über viele Rohstoffe, neben Gold etwa Grafit, Nickel und Eisenerz. Zudem hat es mit Samia Suhulu Hassan eine Staats- und Regierungschefin, die einen wirtschaftsfreundlichen Kurs eingeschlagen hat und das Thema Energie pusht. Trotzdem rangiert Tansania auf der Liste der deutschen Handelspartner nur auf Rang 108. Deutschland ist zwar ein wichtiger Partner der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Doch bei Investitionen hält sich Deutschland eher zurück. Julian Hilgers hat als Wirtschaftsjournalist den afrikanischen Kontinent genau im Blick. "Die Deutschen sind einfach sehr risikoscheu", erklärt Hilgers in der neuen Folge des Podcasts "Wirtschaft Welt & Weit". "Andere Länder machen das besser", berichtet Hilgers - Großbritannien und die Niederlande etwa, die auch mal Geld investierten, das sich nicht unmittelbar, sondern erst in einigen Jahren auszahle. Wo genau liegen die Chancen für deutsche Unternehmen in Tansania? Wie stark ist China dort schon vertreten? Und vor allem: Haben wir das Wohl der tansanischen Bevölkerung auch ausreichend im Blick? Über das und mehr diskutiert Host Mary Abdelaziz-Ditzow mit Julian Hilgers und Elisabeth Bollrich. Elisabeth Bollrich leitet das Büro der Friedrich-Ebert-Stiftung in der tansanischen Hafenstadt Daressalam. Julian Hilgers ist Host des Afrika-Podcasts "55 Countries" und aktuell in Tansania. Beide Gäste bieten frische Eindrücke direkt aus dem Land. Schreiben Sie Ihre Fragen, Kritik und Anmerkungen gern an www@n-tv.de Unsere allgemeinen Datenschutzrichtlinien finden Sie unter https://datenschutz.ad-alliance.de/podcast.html Unsere allgemeinen Datenschutzrichtlinien finden Sie unter https://art19.com/privacy. Die Datenschutzrichtlinien für Kalifornien sind unter https://art19.com/privacy#do-not-sell-my-info abrufbar. | |||
| Brasilien bietet "riesige Potenziale" für die deutsche Wirtschaft | 31 Aug 2023 | 00:44:52 | |
Brasilien ist weit mehr als Karneval und die Copacabana, sondern Deutschlands wichtigster Wirtschaftspartner in Südamerika. Allein im vergangenen Jahr handelten wir Waren im Wert von mehr als 22 Milliarden Euro hin und her. Für deutsche Unternehmen lohnt sich der Blick nach Brasilien, meint Politikwissenschaftler Peter Birle. "Es gibt riesige Potenziale, die jetzt erkannt werden", sagt er im Podcast "Wirtschaft Welt & Weit". Ob im Transportwesen, beim Ausbau von Bahnlinien oder im Energiesektor: Die Chancen sind breit gefächert. Karlheinz Kurt Naumann, der deutsche Unternehmen beim Schritt auf den brasilianischen Markt berät, kann nur zustimmen. Die Landwirtschaft des riesigen Flächenstaates biete große Chancen für den Maschinenbau, berichtet er im Podcast. Im Bereich der Elektrifizierung gebe es Milliardenprojekte. Das politische und kulturelle Umfeld in Brasilien erleichtert den Erfolg. Der Schritt nach Brasilien sei für deutsche Unternehmen leichter als beispielsweise nach China, sagt Birle. Auf lange Sicht müsse man in Brasilien weniger Risiken stemmen, "weil einfach fairer umgegangen wird mit ausländischen Unternehmen", so seine Beobachtungen. Wie genau kann die deutsche Wirtschaft in Brasilien teilhaben? Und wie positioniert sich das südamerikanische Land, das zwar den Ukraine-Krieg verurteilt, zugleich aber Sanktionen ablehnt? Diese und viele andere Fragen diskutiert Host Mary Abdelaziz-Ditzow mit ihren Gästen im zweiten Teil einer Doppelfolge zu Brasilien. Die Infos stammen auch diesmal direkt aus São Paulo: Karlheinz Kurt Naumann berät von dort aus deutsche Unternehmen und bietet Einblicke ins Land. Peter Birle, Politikwissenschaftler und wissenschaftlicher Direktor des Ibero-Amerikanischen Instituts - Preußischer Kulturbesitz war zur Aufzeichnung direkt vor Ort. Schreiben Sie Ihre Fragen, Kritik und Anmerkungen gern an www@n-tv.de Unsere allgemeinen Datenschutzrichtlinien finden Sie unter https://datenschutz.ad-alliance.de/podcast.html Unsere allgemeinen Datenschutzrichtlinien finden Sie unter https://art19.com/privacy. Die Datenschutzrichtlinien für Kalifornien sind unter https://art19.com/privacy#do-not-sell-my-info abrufbar. | |||
| Mercosur-Abkommen: Nichts als heiße Luft? | 23 Aug 2023 | 00:32:15 | |
Es wäre die größte Freihandelszone der Welt. Seit mehr als zwei Jahrzehnten diskutieren die Mercosur-Staaten Brasilien, Argentinien, Paraguay und Uruguay über ein Freihandelsabkommen mit der EU. Doch die Umsetzung dieses Mega-Deals hakt gewaltig. Nicht nur, weil die Verträge von sämtlichen EU-Mitgliedsstaaten ratifiziert werden müssten, sondern auch aufgrund starken Widerstands europäischer Landwirte. Das jedenfalls meint Karlheinz Kurt Naumann, der deutsche Unternehmen bei ihrem Markteintritt in Brasilien von São Paulo aus berät. Im Podcast "Wirtschaft Welt & Weit" erinnert er sich an einen Besuch in Deutschland zurück: "Zucker aus Brasilien - nein, danke", diese Aufschrift habe er während einer Fahrt auf der Autobahn auf einem Lkw lesen können. "Besonders in Deutschland und Frankreich ist zu merken, dass die Bauernlobby völlig gegen diese Freihandelszone ist", so Naumann. Viele Landwirte hätten Angst davor, "dass die riesige Produktivität, die wir in Brasilien im Agrarbereich haben, konkurrenzlose Produkte nach Europa hineinschwämmt". Wie stehen die Chancen, dass die größte Freihandelszone der Welt tatsächlich realisiert wird? Und was genau steckt geopolitisch dahinter? Für Peter Birle, Politikwissenschaftler und wissenschaftlicher Direktor des Ibero-Amerikanischen Instituts - Preußischer Kulturbesitz, geht der Deal schließlich weit über die ökonomische Komponente hinaus. Über das und mehr diskutiert Host Mary Abdelaziz-Ditzow mit Karlheinz Kurt Naumann und Peter Birle im ersten Teil einer Doppelfolge zu Brasilien. Der zweite Teil wird genauer auf die bilateralen Handelsbeziehungen zwischen Deutschland und Brasilien eingehen und ist für nächste Woche geplant. Unsere allgemeinen Datenschutzrichtlinien finden Sie unter https://datenschutz.ad-alliance.de/podcast.html Unsere allgemeinen Datenschutzrichtlinien finden Sie unter https://art19.com/privacy. Die Datenschutzrichtlinien für Kalifornien sind unter https://art19.com/privacy#do-not-sell-my-info abrufbar. | |||
| Dürfen wir von Rohstoffen aus Schwedens Arktis profitieren? | 17 Aug 2023 | 00:42:07 | |
Schweden ist einer der kleineren Anrainerstaaten der Arktis. Die Schlagzeilen, die das Land in diesem Jahr machte, waren dafür um so größer: Hoch im Norden, in der Nähe der Stadt Kiruna, feierte der staatliche Bergbaukonzern LKAB den europaweit größten Fund an Seltenen Erden. Die abbaubare Masse, so hieß es damals, soll bei über einer Million Tonnen liegen. Ob Smartphones, Laptops oder E-Motoren: Diese und viele andere Produkte können nur mithilfe Seltener Erden hergestellt werden. Bisher kommen diese vornehmlich aus China. Je stärker wir auf Elektromobilität setzen, umso größer wird der Bedarf. Kein Wunder, dass die Wirtschaft den schwedischen Fund genau im Blick hat. So auch Oliver Blank. Er ist Leiter European Affairs beim ZVEI, dem deutschen Verband für Elektro- und Digitalindustrie. "86 Prozent der geförderten Mengen an Seltenen Erden kommen aus China", konstatiert Blank im Podcast "Wirtschaft Welt & Weit". Sogar 98 Prozent werden in der Volksrepublik weiterverarbeitet. Europas Abhängigkeit von China ist enorm. Und doch sei der schwedische Fund aus Sicht der Industrie nur klein, erklärt Blank. Er werde jedenfalls "nicht ausreichen, um die Bedarfe der europäischen Industrie in den nächsten Jahren zu decken", sagt Blank in der neuen Podcast-Folge. Je stärker das ewige Eis schmilzt, umso wahrscheinlicher werden Funde wie der in Kiruna, umso leichter wird auch deren Ausbeutung. Doch darf die Industrie aus den Folgen des Klimawandels Profit schlagen? Was tut Europa, um den Klimaschutz weiter voranzubringen? Und warum meistert Schweden das Thema Elektromobilität besser als wir? Über dies und mehr diskutiert Host Mary Abdelaziz-Ditzow mit Oliver Blank in der Schweden-Folge von "Wirtschaft Welt & Weit". Ebenfalls dabei ist Michael Paul von der Stiftung Wissenschaft und Politik. Als Experte für Außen- und Sicherheitspolitik schaut er auf den bevorstehenden NATO-Beitritt Schwedens und nimmt das Land aus geopolitischer Perspektive in den Blick. Schreiben Sie Ihre Fragen, Kritik und Anmerkungen gern an www@n-tv.de Unsere allgemeinen Datenschutzrichtlinien finden Sie unter https://datenschutz.ad-alliance.de/podcast.html Unsere allgemeinen Datenschutzrichtlinien finden Sie unter https://art19.com/privacy. Die Datenschutzrichtlinien für Kalifornien sind unter https://art19.com/privacy#do-not-sell-my-info abrufbar. | |||
| Finnland ist das digitalste Land Europas | 02 Aug 2023 | 00:50:21 | |
Gäbe es in Europa eine Digitalisierungs-Meisterschaft, wäre Finnland der Sieger: Das digitale Identitätsmanagement, E-Rezepte und ein elektronisches Schulsystem gehören längst zum Alltag der Finnen. Digital, innovativ und open-minded: So lassen sich die Menschen in Finnland beschreiben. Viel selbstverständlicher als wir, leben sie längst einen digitalen Alltag und haben dadurch die Bürokratie ganz erheblich reduziert. Der Deutsch-Finne Jan Feller beobachtet das schon seit Jahren. "Wir sind in Deutschland in vielen Bereichen um Jahrzehnte hinterher", erzählt Feller, der als Geschäftsführer der Deutsch-Finnischen Handelskammer beide Länder im Blick hat. Mehr Digitalisierung erleichtert für ihn den wirtschaftlichen Alltag. "Wir haben immer wieder Unternehmen, die staunen, dass man Vertretungsbevollmächtigungen in einem zentralen Register nachgucken kann", so Feller im Podcast "Wirtschaft Welt & Weit". Der große Unterschied zu Deutschland ist für ihn das digitale Identitätsmanagement, das ursprünglich auf dem Internetbanking basiere und von den Banken als Dienstleistung angeboten werde. "Wenn ich mich mit meinem Internetbanking authentifiziere, können die Banken die Sozialversicherungsnummer auch an ein staatliches Portal liefern und mich damit sicher authentifizieren", erklärt Feller. "Das ist die Basis für alles im öffentlichen Dienst." Die Digitalisierung bietet im Alltag viele Vorteile, birgt aber auch Verwundbarkeiten. Mögliche Gefahren denken die Finnen deshalb von Anfang an mit. Im Bereich der digitalen Sicherheit sind ihre Unternehmen über die Landesgrenzen hinaus gefragt. Das gilt nicht nur im zivilen Bereich, sondern auch in der Verteidigung. Seit das Land offiziell NATO-Mitglied ist, dürfen finnische Unternehmen derartige IT-Sicherheitslösungen nicht mehr nur in Finnland vertreiben, sondern müssen auch andere NATO-Mitgliedsstaaten bedienen. In der neuen Podcast-Folge diskutiert Host Mary Abdelaziz-Ditzow mit Jan Feller und der finnischen Sicherheitsexpertin Minna Ålander vom Finnish Institute of International Affairs über die deutsch-finnischen Wirtschaftsbeziehungen. Wo können wir sonst noch von den Finnen lernen? In welchen Bereichen hat der Ukraine-Krieg unsere Zusammenarbeit weiter intensiviert? Und: Die drei gehen der Frage nach, warum die Lebensqualität im Norden höher ist als bei uns. Schreiben Sie Ihre Fragen, Kritik und Anmerkungen gern an www@n-tv.de Unsere allgemeinen Datenschutzrichtlinien finden Sie unter https://datenschutz.ad-alliance.de/podcast.html Unsere allgemeinen Datenschutzrichtlinien finden Sie unter https://art19.com/privacy. Die Datenschutzrichtlinien für Kalifornien sind unter https://art19.com/privacy#do-not-sell-my-info abrufbar. | |||
| Türkei und Ungarn: Wieviel Macht haben Putins "Freunde" in der NATO? | 26 Jul 2023 | 00:28:56 | |
Wenn es nach Schweden ginge, so wäre das Land längst in der NATO. Denn seit Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine haben die Sorgen um die eigenen Staatsgrenzen stark zugenommen. 14 Monate hatte die Türkei diesen Wunsch blockiert, bis Präsident Recep Tayyip Erdoğan kurz vor dem Gipfel in Vilnius sein "Go" für Schweden gab. Wenn alles rund läuft, könnte das Land im Herbst offiziell Mitglied des westlichen Militärbündnisses werden. Doch der Zeitplan ist ambitioniert, denn zunächst muss das türkische Parlament noch das Beitrittsprotokoll ratifizieren. Die ehemalige NATO-Strategin Stefanie Babst beobachtet diesen Prozess gespannt: "Ich glaube das alles erst, wenn es in trockenen Tüchern ist", sagt Babst im Podcast "Wirtschaft Welt & Weit". Wenn die Abstimmung tatsächlich erst im Oktober erfolgen sollte, "dann läuft da noch sehr viel Wasser durch den Bosporus", so Babst in der neuen Folge. Außerdem warnt die Sicherheitsexpertin davor, dass es mit Ungarn einen zweiten Staat gibt, dessen Zustimmung noch erfolgen muss. Das Land sei energiepolitisch, wirtschaftlich und auch im Geiste ein enger Partner Russlands. Wenige Tage vor dem Gipfel erst habe der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán gesagt, dass er nach wie vor große Stücke auf Präsident Putin halte, erinnert Stefanie Babst. Wie mächtig sind Putins "Freunde" in der NATO? Werden sie Schwedens Weg in die NATO verzögern? Und drohen nach dem schwedischen Beitritt womöglich Machtspiele mit Russland im arktischen Eis? Die vierte und letzte Folge des NATO-Spezials wagt einen Blick in die Zukunft des westlichen Militärbündnisses und beleuchtet auch die Beziehungen zu China. Host Mary Abdelaziz-Ditzow diskutiert mit der Strategie-Expertin und Buchautorin Stefanie Babst, die über zwei Jahrzehnte in verschiedenen Führungspositionen im Internationalen Stab der NATO in Brüssel tätig war. Schreiben Sie Ihre Fragen, Kritik und Anmerkungen gern an www@n-tv.de Unsere allgemeinen Datenschutzrichtlinien finden Sie unter https://datenschutz.ad-alliance.de/podcast.html Unsere allgemeinen Datenschutzrichtlinien finden Sie unter https://art19.com/privacy. Die Datenschutzrichtlinien für Kalifornien sind unter https://art19.com/privacy#do-not-sell-my-info abrufbar. | |||
| Serbien wirft den Lithium-Turbo an | 25 Jul 2024 | 00:46:46 | |
Serbien ist ein Land zwischen Ost und West. Deutschland war im vergangenen Jahr wichtigster Import- und Exportpartner und seit 2012 ist der Balkanstaat EU-Beitrittskandidat. Andererseits pflegt Serbien freundschaftliche Beziehungen zu Russland und China ist ein wichtiger strategischer Partner. Beim Thema Lithium setzt Serbien nun aber auf die Europäische Union. Gerade erst wurde ein Rohstoffabkommen geschlossen, um die Lithium-Vorkommen im serbischen Jadar-Tal gemeinsam zu erschließen. Für Michael Harms, Geschäftsführer beim Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft, ist dieser Deal nicht nur wirtschaftlich, sondern auch geopolitisch bedeutsam. "Man hat damit eine stärkere Rolle Chinas durchkreuzt", sagt Harms im Podcast "Wirtschaft Welt & Weit". Durch den Lithium-Deal könnte Serbien zum ersten europäischen Land werden, das über die gesamte Wertschöpfungskette verfügt - vom Abbau des für Batterien so wichtigen Leichtmetalls bis hin zur Produktion von E-Autos. Zudem reduziert die EU ihre Abhängigkeit von China - und profitiert auch von kurzen Wegen. Wirtschaftlich lohnt sich der Deal demnach für beide Seiten. Doch wie steht es um die politische Bedeutung? Mario Holzner ist Balkan-Experte und Direktor des Wiener Instituts für Internationale Wirtschaftsvergleiche. Im Podcast spricht er vom Versuch des serbischen Präsidenten Aleksandar Vučić, sich die Rosinen herauszupicken, "wohl wissend, dass man der Europäischen Union nicht beitreten werde, solange das Kosovo-Problem nicht gelöst ist". Serbien erkennt die Unabhängigkeit des Kosovo anders als viele EU-Länder nicht an. Für Holzner gibt es bei dem Lithium-Deal um politische Interessen. "Wenn man bedenkt, dass Serbien den Westen dabei unterstützt, die Ukraine zu bewaffnen, dann gibt es hier Vorleistungen von der serbischen Seite, die natürlich entsprechende politische Gegengeschäfte einbeziehen", so Holzner. Beim Thema "Rechtsstaatlichkeit in Serbien" würden "beide Augen verschlossen", ebenso in der Causa Kosovo und bei der Frage, wie frei die Wahlen im Land sind. Derweil protestieren serbische Umweltaktivisten aus Sorge um Ackerböden und Grundwasser weiter gegen das Lithium-Projekt. Schieben wir diese Probleme einfach in ein Nicht-EU-Land ab? Und wer wird eigentlich die europäischen Abbaustandards in Serbien kontrollieren? Diese und viele weitere Fragen diskutiert Host Andrea Sellmann mit Michael Harms und Mario Holzner in der neuen Podcast-Folge. Schreiben Sie Ihre Fragen, Kritik und Anmerkungen gerne an www@n-tv.de. Unsere allgemeinen Datenschutzrichtlinien finden Sie unter https://datenschutz.ad-alliance.de/podcast.html Unsere allgemeinen Datenschutzrichtlinien finden Sie unter https://art19.com/privacy. Die Datenschutzrichtlinien für Kalifornien sind unter https://art19.com/privacy#do-not-sell-my-info abrufbar. | |||
| Drei Millionen Soldaten - ist die NATO militärisch stärker als Russland? | 20 Jul 2023 | 00:38:01 | |
Moralisch ist die Sache klar: Die 31 Mitgliedsstaaten der NATO positionieren sich fest an der Seite der Ukraine. Das wurde auf dem NATO-Gipfel in der litauischen Hauptstadt Vilnius mehr als deutlich. Doch auf eine formelle Einladung in das Militärbündnis hoffte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj nach wie vor vergeblich. Mehr als eine Zusicherung, dass die Ukraine nach Kriegsende NATO-Mitglied werden könne, war nicht drin. Die ehemalige NATO-Strategin Stefanie Babst kritisiert den Gipfel in Vilnius als "strategische Nullnummer". Sie habe sich mindestens eine Einladung zu Beitrittsgesprächen erhofft, erzählt sie im Podcast "Wirtschaft Welt & Weit". So signalisiere das Treffen Russland nur Folgendes: "Es muss die Präsenz der NATO nicht wirklich fürchten." Doch wie stark ist das Militärbündnis eigentlich? Die NATO habe mehr als drei Millionen Soldaten, sagt Babst in der neuen Podcast-Folge. "Aber das bedeutet natürlich nicht, dass alle diese Streitkräfte auch sofort kriegstauglich und einsetzbar sind". Das Bündnis verfüge über "sehr überzeugende militärische Möglichkeiten", die es aber nur für die eigene Verteidigung einzusetzen bereit sei. Auch wenn kein komplettes Lagebild vorliege: Rein numerisch seien die russischen Streitkräfte der NATO im konventionellen Bereich unterlegen. Doch Russland ist für das Bündnis auch eine aggressive Nuklearmacht - ein Fakt, mit dem Putin immer wieder drohe, die NATO und letztlich uns alle erpresse. Was also tun? Wie sollte die NATO damit umgehen? Darüber diskutiert Host Mary Abdelaziz-Ditzow im Podcast mit Stefanie Babst. Sie kennt die NATO sehr genau, denn sie war mehr als zwei Jahrzehnte in verschiedenen Führungspositionen im internationalen Stab des Militärbündnisses in Brüssel tätig. Schreiben Sie Ihre Fragen, Kritik und Anmerkungen gern an www@n-tv.de Unsere allgemeinen Datenschutzrichtlinien finden Sie unter https://datenschutz.ad-alliance.de/podcast.html Unsere allgemeinen Datenschutzrichtlinien finden Sie unter https://art19.com/privacy. Die Datenschutzrichtlinien für Kalifornien sind unter https://art19.com/privacy#do-not-sell-my-info abrufbar. | |||
| NATO-Osterweiterung: Was ist Putins Propaganda, was nicht? | 13 Jul 2023 | 00:45:52 | |
Es gibt keine Rechtfertigung für den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine. Sie ist ein freies Land und das muss sie auch in Zukunft bleiben. Trotzdem trauen wir uns ran an den Versuch, die russische Perspektive tiefer zu ergründen, um Fakten, Fake News und unterschiedliche Einordnungen voneinander zu trennen. Zeithistoriker streiten über die Frage, ob der Westen Russland in der Frage der NATO-Osterweiterung betrogen hat. Nach dem Kalten Krieg hat sich das westliche Verteidigungsbündnis neu interpretiert: Fortan wollte die NATO in Krisenherden weltweit schlichten und quasi "Stabilität exportieren". Osteuropäische Länder in das Bündnis zu integrieren, schien stabilitätspolitisch von Vorteil zu sein. Dabei aber gleichzeitig das Verhältnis zu Russland verbessern zu wollen, wertet der Politikwissenschaftler Matthias Dembinski im Nachhinein als eine "Quadratur des Kreises". Auf welchen Eckpfeilern beruht das Verhältnis der NATO zu Russland? Auf dem Gipfel in Bukarest im Jahr 2008 hatte die NATO der Ukraine und Georgien der Beitritt zugesagt, doch vollzogen wurde er nicht. Hätte die NATO dort klare Fakten schaffen müssen, statt sich auf einen Kompromiss zu einigen? Die neue Folge des Podcasts "Wirtschaft Welt & Weit" will helfen, die ambivalente Beziehung der NATO zu Russland einzuordnen. Was ist Fakt, was Putins Propaganda? Und vor allem: Was muss passieren, damit zumindest eine Chance auf Frieden erreicht wird? Über dies und mehr diskutiert Host Mary Abdelaziz-Ditzow mit Mathias Dembinski. Der Politikwissenschaftler des Leibniz-Instituts Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung ist auf europäische Sicherheit und die NATO spezialisiert. Aufgrund des NATO-Gipfels in Vilnius blickt "Wirtschaft Welt & Weit" diesen Monat mit einem vierteiligen Spezial auf das westliche Verteidigungsbündnis. Die erste Folge hat Basiswissen geschaffen und die NATO, ihre Funktionsweise und Historie erklärt. In Folge zwei diskutiert Mary Abdelaziz-Ditzow mit Matthias Dembinski über das ambivalente Verhältnis zwischen der NATO und Russland. Die beiden kommenden Folgen thematisieren die aktuellen Ereignisse des Gipfels in Litauen, helfen beim Einordnen und möchten zudem einen Blick in die Zukunft wagen. Schreiben Sie Ihre Fragen, Kritik und Anmerkungen gern an www@n-tv.de Unsere allgemeinen Datenschutzrichtlinien finden Sie unter https://datenschutz.ad-alliance.de/podcast.html Unsere allgemeinen Datenschutzrichtlinien finden Sie unter https://art19.com/privacy. Die Datenschutzrichtlinien für Kalifornien sind unter https://art19.com/privacy#do-not-sell-my-info abrufbar. | |||
| Wie sich die NATO mit "Out-of-area"-Einsätzen neu erfunden hat | 05 Jul 2023 | 00:29:10 | |
Kein Krieg in Europa: Das war schon 1949 bei der Gründung der NATO die Zielsetzung. Das westliche Verteidigungsbündnis hatte damals die zunehmende Bedrohung durch die Sowjetunion im Blick. Beide Seiten setzten dazu auf atomare Abschreckung. Deutschland war damals Frontstaat, erinnert sich der Politikwissenschaftler Matthias Dembinskt. Die Sorge vor einem dritten Weltkrieg war groß: "Alle fürchteten damals, dass sich dieser Krieg in Deutschland abspielen würde", sagt Dembinski im ntv-Podcast "Wirtschaft Welt & Weit“. Mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion änderte sich die Lage radikal. Die Zeit der Gegensätze war vorbei, kollektive Verteidigung verlor ihr Gewicht. Die NATO löste sich jedoch nicht auf, sondern passte sich an. Gemeinsam mit Russland arbeitete sie an einer eine gesamteuropäischen Friedensordnung, erklärt Dembinski in der neuen Podcast-Folge. Zudem startete sie sogenannte "Out-of-area"-Einsätze. Darunter versteht man Einsätze, die über das eigentliche Bündnisgebiet hinausgehen. Der NATO ging es laut Dembinski dabei vor allem um Stabilitätsexport. Denn in dem Maße, wie die Situation im ehemaligen Jugoslawien eskalierte, stieg die Sorge etwa vor Flüchtlingswellen und ihren Auswirkungen. Im Vorfeld des NATO-Gipfels in Vilnius blickt der Podcast "Wirtschaft Welt & Weit" in einem vierteiligen Spezial auf das westliche Verteidigungsbündnis, das seit dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine mit Putin wieder einen Gegenpart hat. Die erste Folge schafft Basiswissen, will einordnen und Werte, Ziele sowie Selbstverständnis der NATO im Detail beleuchten. Host Mary Abdelaziz-Ditzow diskutiert dazu mit Matthias Dembinski, der beim Leibniz-Institut Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung auf europäische Sicherheit spezialisiert ist und sich bestens mit der NATO auskennt. Die drei weiteren Folgen befassen sich mit dem Verhältnis der NATO zu Russland, werden die aktuellen Ereignissen des Gipfels in Litauen einordnen und einen Blick in die Zukunft wagen. Schreiben Sie Ihre Fragen, Kritik und Anmerkungen gern an www@n-tv.de Unsere allgemeinen Datenschutzrichtlinien finden Sie unter https://datenschutz.ad-alliance.de/podcast.html Unsere allgemeinen Datenschutzrichtlinien finden Sie unter https://art19.com/privacy. Die Datenschutzrichtlinien für Kalifornien sind unter https://art19.com/privacy#do-not-sell-my-info abrufbar. | |||
| Kriegsgefahr im Indopazifik: "Hinwendung zu dieser Region in dieser Stärke ist neu" | 22 Jun 2023 | 00:56:50 | |
Seit dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine steigt die Sorge, dass auch die Taiwan-Krise eskalieren könnte. Würde China Taiwan angreifen, hätte das massive Auswirkungen auf die Weltwirtschaft. Japan hat die Sicherheitslage im Indopazifik aus geografischen Gründen seit langem im Blick. Auch Tobias Kollakowski, Kapitänleutnant der Bundeswehr, kennt die Region Indopazifik genau. Kollakowski beobachtet, dass das Interesse des Westens in letzter Zeit zugenommen hat: Japan sei bereits länger Wertepartner Deutschlands, so Kollakowski im Podcast "Wirtschaft Welt & Weit": Doch unsere Hinwendung zu dieser Region in dieser Stärke sei neu, berichtet der Marineoffizier in der aktuellen Podcast-Folge. Als Bundeskanzler Olaf Scholz Japan im Frühjahr besuchte, nahm er das halbe Kabinett gleich mit. Und auch wirtschaftlich betrachten wir Japan längst nicht mehr als Konkurrenten, sondern als Partner, mit dem man zusammenarbeiten und von dem man auch lernen kann. Seit Jahren etwa versucht Japan, die Dominanz der Handelsmacht China im Indopazifik einzudämmen. So begegnen die Japaner etwa der chinesischen Seidenstraßeninitiative zum Ausbau der weltweiten Handelswege mit eigenen Infrastrukturprojekten in Ländern wie Indonesien, Myanmar, Thailand oder auch Indien. Dabei gehe es etwa um den Bau von Bahn- und Straßenprojekten, erklärt Franz Waldenberger, der als Ökonom Japan genau im Blick hat. Ziel dabei ist nicht nur, die eigene wirtschaftliche Präsenz zu erhöhen, sondern auch die Freiheit der Handelswege im Indopazifik zu erhalten. Kann das klappen? Welche Chancen ergeben sich daraus womöglich für die deutsche Wirtschaft? Und in welchen Bereichen können wir sonst noch von Japan lernen? Im Kampf gegen den Klimawandel etwa nimmt Japan deutsche Energiedörfer, die ihren Strom autark erzeugen, zum Vorbild. Bei der Kernkraft dagegen wählt das Land trotz der Atomkatastrophe in Fukushima vor zwölf Jahren einen ganz anderen Weg. Über das und mehr diskutiert Host Mary Abdelaziz-Ditzow mit ihren Gästen. Franz Waldenberger ist Direktor des Deutschen Instituts für Japanstudien in Tokio. Der Ökonom hat die japanische Wirtschaft schon seit mehr als drei Jahrzehnten genau im Blick und ist Experte für deutsch-japanischen Handelsbeziehungen. Kapitänleutnant Tobias Kollakowski ist Experte für die Sicherheitslage und die Handelswege im Indopazifik. Er arbeitet für das German Institute for Defence and Strategic Studies in Hamburg, einen Think-Tank der Bundeswehr. Schreiben Sie Ihre Fragen, Kritik und Anmerkungen gern an www@n-tv.de Unsere allgemeinen Datenschutzrichtlinien finden Sie unter https://datenschutz.ad-alliance.de/podcast.html Unsere allgemeinen Datenschutzrichtlinien finden Sie unter https://art19.com/privacy. Die Datenschutzrichtlinien für Kalifornien sind unter https://art19.com/privacy#do-not-sell-my-info abrufbar. | |||