Traue keiner Statistik, die Du nicht selbst gefälscht hast.
Eigentlich zucken wir immer innerlich zusammen, wenn jemand dieses Zitat in die Runde wirft.
Das ändert jedoch leider nichts daran, dass in Statistiken
gelegentlich betrogen wird. Es wäre doch großartig, wenn Statistik wiederrum in der Lage wäre, Betrug in der Statistik aufzudecken. Die Schlange, die sich hier
selbst in den Schwanz beißen kann, heißt: Benfordsches Gesetz.
Es regelt auf scheinbar mystische Weise die
Auftretenswahrscheinlichkeiten der ersten Ziffer von Zahlen in einem Datensatz. So soll nicht nur Wirtschaftsbetrug und Wahlmanipulation aufgedeckt werden, nein es soll sogar die Bielefeld-Verschwörung befeuern.
Unser Streuspanne-Team Sascha Feth, Jochen Fiedler und Esther Packullat gehen diesem ominösen Gesetz nach und klären, ob Finanzfahnder:innen jetzt arbeitslos werden, ob wir doch von einem zahnlosen Tiger sprechen. Wenn
der sich dann selbst in den Schwanz beißt, tut es wenigstens nicht weh.
Klingt spannend? Reinhören lohnt sich signifikant!
Wir erwähnen folgende Links, Artikel und Podcasts in der aktuellen Folge:
Bei der Wirtschaftsprüfung:
Tarek el Sehity, Erik Hoelzl, Erich Kirchler: Price developments after a nominal shock, Benford’s Law and psychological pricing after the euro introduction.
In: International Journal of Research in
Marketing, 22, Amsterdam 2005, Nr. 4, Dezember 2005, S. 471–480
Zur Wahlmanipulation:
Christian Breunig, Achim Goerres: Searching for electoral irregularities in an established democracy: Applying Benford’s Law tests to Bundestag elections in Unified
Germany. In: Electoral Studies (= Special Symposium on the Politics of Economic Crisis). Band 30, Nr. 3, 1. September 2011, S. 534–545
Boudewijn F. Roukema: Benford’s
Law anomalies in the 2009 Iranian presidential election
Joseph Deckert, Mikhail Myagkov und Peter C. Ordeshook: (PDF) Caltech/MIT Voting Technology Project Working Paper No. 9, 2010