Der Podcast über aktuelles Songwriting in der Schweiz.
Von Daniela Weinmann & Simon Borer
aka Odd Beholder & Long Tall Jefferson
Spotify: https://open.spotify.com/show/7cALk5fZ7KCF3COrnwgSwk?si=1ac7e1acaba34098
Apple Podcasts: https://podcasts.apple.com/ch/podcast/songs-und-so/id1662812537
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In der vierten und letzten Folge dieser Staffel sind wir mit Catia Lanfranchi quasi den Spuren auf der Spur: Wir haben mit Catia über Momente der Inspiration gesprochen – in denen es passiert, dass man verstaubte Orgelpfeifen in einem alten Tessiner Haus von der Wand nimmt und damit beginnt zu improvisieren, oder in denen man die Grillen aufnimmt, oder in denen der Schlagzeuger zum ersten Mal einen Song versucht auf der Gitarre zu spielen. Und warum diese rohen, fast schon ungelenken Momente eine Aura haben, die man später im Studio kaum imitieren kann. Catia erzählt uns auch, wann es sich lohnt, in den Fluss zu springen statt nochmals einen Take aufzunehmen.
15 Big Zis
Wednesday, October 22, 2025 • Duration 59:10
Wo beginnt die Karriere einer der ikonisten Schweizer Rapperinnen der letzten 30 (!) Jahre? Auf einem Alpsommer natürlich. Da hat sie in ein kleines Journal ihre ersten Lyrics auf Hochdeutsch geschrieben. Big Zis hat alles schon erlebt. Polizeistunde an der Langstrasse. Eine Zürcher Hip-Hop Szene so klein, dass man sich an einer Kellerparty komplett versammeln kann. Kinder aufziehen links unten in der Musikindustrie. Als Finta-Rapperin an anderen Massstäben gemessen werden. Sie hat den weiten Space zwischen Jazz und Cypher ausgelotet, wieso auch nicht, da ja beides Improvisation zelebriert. Diskursfest am Strassenfest. Abe mitem Cis, ufe mit de Zis! Bigger geht es eigentlich nicht mehr.
14 Donat Kaufmann
Wednesday, October 15, 2025 • Duration 52:23
Wie schreibt man Songs zu fünft? Wir fragen Krautrocker Donat Kaufmann von One Sentence. Supervisor, wie Songwriting im Bandkontext funktionert. Was machen Songs aus, die durch lange Jams entstehen? Wie verständigt man sich darüber, was man gerade am machen ist? Wie findet man vom Gewirr zur Form? Was haben Loops damit zu tun?
Donat Kaufmann ist auch freischaffender Journalist und Aktivist, und die Auseinandersetzung mit Sprache und Kommunikation ist ihm sehr wichtig. Doch wer jetzt klare Ansagen in seiner Musik sucht, der wird enttäuscht: In der Hallsuppe verschwimmen Metaphern und Wortspiele, Slogans sucht man vergebens. In dieser Episode geht es um das Zeigen und Verstecken, das gemeinsame Ausprobieren und das einsame Kuratieren, um bandinternes Kauderwelsch. Und es wird viel gelacht, denn wo Musik und sich nahe Menschen zusammenkommen, wird’s rasch absurd. Wir lieben es.
13 Nativ
Wednesday, October 8, 2025 • Duration 48:03
Es ist ein busy Jahr für Thierry Gnahoré aka Nativ: Anfang Jahr erschien die EP «Antiphony», Ende Oktober droppt sein Album «Reset». Dazwischen haben wir den Schweizer Mundartrapper mit Wurzeln in der Elfenbeinküste getroffen und mit unseren Fragen behelligt. Wir wollten wissen: Was bedeutet Songwriting im Rap? Was passiert, wenn man die Sprachen vermischt und Schweizerdeutsch in den Trap-Flow zwängt? Was inspiriert und bewegt Nativ? Welche Lyrics schaffen es vom Rap auf die Strasse und wieso? Wir sprachen mit Nativ über sein Album «Marathon» (2022), die aktuelle EP «Antiphony» (2025) und erhielten schon den einen oder anderen Sneak Peek in den Prozess des neuen Albums «Reset», das am 31.10.2025 erscheinen wird.
12. Louis Jucker
Thursday, September 26, 2024 • Duration 58:33
Für die letzte Episode der zweiten Staffel reisten wir nach Lausanne in eine ehemalige Apotheke, in welcher sich der Musiker Louis Jucker gerade damit auseinandersetzte, inwiefern Songs Medizin sein können. Hier empfing er Gäste, die ihre Leiden schildern durften und in der Folge einen Song von Louis, direkt auf Vinyl geschnitten, nachhause geschickt bekamen. Umgeben von alten Audio- und Videogeräten aus dem Brocki, die zu Kunstobjekten umfunktioniert wurden, nahm er sich Zeit, mit uns darüber nachzudenken, wie sich die Auseinandersetzung mit alten Technologien auf sein Songwriting auswirkt, ob DYI eine Form des Aktivismus ist, und warum es befreiend sein kann, sich eine knisternde, rauschende oder „wobblige“ Aufnahme der eigenen Stimme anzuhören anstatt sich der glasklaren digitalen Ästhetik auszusetzen.
11. Anna Erhard
Wednesday, September 18, 2024 • Duration 49:03
Nach dem Ende ihrer Band «Serafyn» ist Anna Erhard nach Berlin gezogen und hat sich neu erfunden. Gemeinsam mit ihrem Produzenten Pola Roy kreiert sie dort seither ihre schwer zu klassifizierende Musik, irgendwo zwischen Singer/Songwriter, Indie Rock und Spoken Word. Sie erzählt uns, wie sie das Alltägliche als Ausgangslage für ihre Songtexte nimmt, was die Horoskop-App «Co-Star» damit zu tun hat und warum sie froh ist, in einer Grossstadt zu leben.
10. Dachs
Wednesday, September 11, 2024 • Duration 53:58
Basil Kehl, Kopf und Kragen von „Dachs“, spricht mit uns über frühe Erfolgserlebnisse, Manuel Stahlberger am elterlichen Küchentisch und über das Freestylen auf Mundart als steile literarische Lernkurve und Jugendsünde zugleich. Ob „Selekta Automat“ oder „Pfluumebaum“ – wie sich welche Songs für ihn anfühlen und warum, dem versuchen wir auf den Grund zugehen. Basil verrät uns, um was es beim Song „Stabhochspringe“ geht, und es ist starke Kost. Die zweite Episode unserer zweiten Staffel ist ein schonungslos ehrliches Gespräch, in dem vieles offenbart wird, das schlussendlich trotzdem der Deutung entwischt.
9. Malummi
Wednesday, September 4, 2024 • Duration 46:38
Willkommen zur zweiten Staffel «Songs und so»!
Mit ihrem zweiten Album “The Universe Is Black” hatten Malummi den Durchbruch auf der Schweizer Indieszene und ein “Album Of The Year Award” von IndieSuisse folgte sogleich. Larissa und Giovanni erklären uns, wie sie aus ihren Wurzeln in Jazz, Bossa Nova und Rock zu ihrem ganz eigenen Sound gefunden haben, welchen Effekt Improvisation auf ihre Musik und auf ihr Live-Publikum hat und geben uns Einblick in ihre symbiotische Arbeitsweise sowohl im Songwriting- wie auch im Produktionsprozess.
8. Odd Beholder & Long Tall Jefferson (Live @ Sender Zürich)
Wednesday, May 24, 2023 • Duration 33:10
Dies ist eine etwas spezielle Episode, sie wurde am 4. Mai 2023 Live vor Publikum im Sender aufgenommen, dem Club von GDS.FM. Gleichzeitig ist es das Saisonfinale der ersten Staffel von «Songs und so». Die beiden Hosts Daniela & Simon aka Odd Beholder & Long Tall Jefferson haben in einer knapp zweijährigen intensiven Kollaboration gemeinsam Songs geschrieben und produziert. Diese sind am 5. Mai gebündelt auf der EP «Lost in Communication» erschienen.
Aus der gemeinsamen Songwriting-Arbeit ist auch die Idee für diesen Podcast entstanden. Auf der Bühne des Senders reden sie über die transformative Erfahrung des gemeinsamen Schreibens, beantworten Fragen, die von der Community via Instagram gestellt wurden, und stellen sich gegenseitig die kniffligen Fragen des Entweder-Oder-Spiels.
7. Laure Betris & Ursina Giger
Wednesday, February 15, 2023 • Duration 01:10:55
Viele Schweizer Songwriter:innen sagen, dass sie lieber in Englisch dichten, weil sie mit Schweizerdeutsch nur eine winzige Sprachcommunity ansprechen. In dieser Episode wollten wir herausfinden, wie es ist, wenn man sogar für eine schwindende Sprachcommunity schreibt. Wir luden zwei Musikerinnen ein, die in Sprachen schreiben, die vom Aussterben bedroht sind. Die meisten Schweizer:innen denken dabei natürlich zuerst an Rätoromanisch (das eigentlich eine Gruppe von mehreren Kleinstsprachen ist) - Ursina Giger, besser bekannt als URSINA, erzählt uns im Gespräch, wie es ist, wenn man als Bündnerin in Zürich lebt, perfekt Schweizerdeutsch spricht und erklären muss, dass das nicht die eigene Muttersprache ist - dass, ja, Rätoromanisch wirklich noch als Muttersprache gesprochen wird, und dass sie mit anderen Kinderliedern aufgewachsen ist als mit «Det äne am Bergli». Auch Laure Betris, eine Fribourger Musikerin, die unter dem Namen «Kassette» bekannt wurde, schreibt neuerdings Songs in einer Sprache, die vom Aussterben bedroht ist: In Aramäisch. Das bedeutet für sie sogar, dass sie die Sprache lernen muss. Eigentlich ist aramäisch ebenfalls ihre Muttersprache – oder besser gesagt: Vatersprache. Ihr Vater, der aus dem Nordirak in die Schweiz kam, behielt seine Sprache leider für sich - Laure hörte sie nur, wenn er mit den Verwandten am Telefon sprach. Als sie ihren Vater verlor, beschloss sie, Lieder auf Aramäisch zu komponieren und begann, sich mit Menschen zu treffen, die die Sprache noch sprechen. Wie ist es, mit fremden Menschen, die noch nie einen Song komponiert haben, zu schreiben und zu dichten? Wir wollten alles über diesen Prozess wissen.