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Explore every episode of the podcast Ring2, das Hamburg Logbuch

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TitlePub. DateDuration
Tiere, Feuer, Sensationen05 Apr 202600:18:22

Das Thema dieser Woche war tierisch. Nachdem Hamburg mit dem gestrandeten Wal vor Timmendorf mitfieberte – der inzwischen „unspektakulär“ vor Poel liegt; ob im Sterben oder sich erholend, ist unklar – besuchte unsere Stadt ein weiteres Wildtier und sorgte für Aufregung sowie Jagdszenen. Zurück blieben ein völlig erschöpftes Tier und eine schwer verletzte Altonaerin.

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Wo der überall entlanggewandert ist! Von Rissen kommend über die S1-Strecke nach Altona. Vorbei an der Kiezlegenden-Kneipe in Othmarschen bis in meinen Stadtteil. B. sagte am Abend: „Krass. In der Passage war ich ein paar Stunden vorher auch.“

Der Wolf kam uns nah, ohne dass die meisten von uns ihn gesehen haben. Inzwischen ist das jugendliche Raubtier nach Niedersachsen verbracht worden. Was aus seinem Opfer wurde? Darüber wird nicht weiter berichtet. (Passt irgendwie ins mediale Schema.)

Osterfeuer in Blankenese

Die Osterfeuer in Blankenese werden, wenn ihr diesen Letter lest, schon abgebrannt sein; letzter Feinstaub wabert vielleicht noch durch das enge Treppenviertel. Bei böigem Westwind hat die ganze Stadt etwas davon – hoffentlich habe ich die Fenster zugemacht. Meine Familie trifft sich am Sonnabend vor Ostern am Viereck-Feuer, einem der vier Feuer in Blankenese und Dockenhuden.

Seit Tagen haben die Bewohner des Geesthangs unter dem Süllberg Holz, Paletten und Weihnachtsbaumgerippe gesammelt und aufgetürmt. Es wurde bewacht, mit Bier begossen (auch mit dem, was nach der Digustation entweicht) und das eigentliche Fest schon einen Tag vor dem Einfall von 100.000 Touristen gefeiert. Vor dem Feuer ist das eigentliche Fest in Blankenese.

Das Viereck Osterfeuer in Blankenese vor ein paar Jahren, Foto: Philip Hauth

Am besten ohne Auto in Hamburg

Wer nicht muss, der fährt nicht mit dem Auto – weder zum Osterfeuer nach Blankenese (keine Parkplätze) noch zu Oma nach Bergedorf (weil die Spritpreise auch einmal am Tag erhöht, zu hoch sind). Dafür ist – danke, Donald – das Benzin einfach zu teuer. 2,22 Euro „schnapszahlt“ der Durchschnittspreis am 4. April. In der Spitze waren es über 2,40 Euro. Allerdings ist die Alternative, das Fahrrad oder der ÖPNV, oft keine. Okay, wir hatten diese Woche keinen Streik, allerdings flickt die Bahn dauernd an überalteter Infrastruktur herum, sodass Bahnfahren in Hamburg immer weniger Spaß macht. Gibt es eigentlich einen ÖPNV-Index für unsere Stadt? Wie hoch ist der Zugewinn an Umweltschutz, Geschwindigkeit (gegenüber Staustehern bspw.), Monetärem oder Bequemlichkeit, wenn ich das Auto stehen lasse? Das würde mich interessieren. (Ja, ich bin Verfechter des 9-Euro-Tickets – am besten sollte der öffentliche Nahverkehr sogar kostenlos sein.)

Für Fahrradfreundlichkeit gibt es ihn: den Copenhagenize Index. Was haben Städte wie Bonn, Utrecht oder Münster Hamburg voraus? Nachdem Hamburg schon 2019 nur Platz 20 einnahm (Tendenz sinkend) – zu langsam und willenlos erschien der Fortschritt zur Fahrradstadt –, flog die Hansestadt in diesem Jahr sogar komplett aus der Betrachtung. Und das in einer Stadt, in der die Grünen seit Jahrzehnten mitregieren.

Schlimm.

Ich habe das Gefühl, wir müssen uns die lebenswerte Stadt immer mehr gegen den Senat erkämpfen. Das gilt für den Verkehrskollaps wie für die fossile Liebe der Stadtkämmerer zu Schiffsdiesel und Kreuzfahrtschiffen – ja, AIDA timet sein Auslaufen nicht nur nach der Flut, sondern auch nach dem Anzünden der Osterfeuer. Fehlt nicht mehr viel, und die Stadt gibt auch das noch vor. (Von Olympia fange ich diese Woche gar nicht erst an. ;)

Gute Nachrichten gab es auch

Die ausgebüxte junge Frau aus Bergedorf ist von allein (und trotz Öffentlichkeitsfahndung) ohne Polizeieskorte am Karfreitag nach Hause zurückgekehrt. Ob sie Stubenarrest hat und nicht zum Osterfeuer darf, ist nicht bekannt. Die Schilleroper in St. Pauli, von der nur noch das rostende Gerippe steht, muss erhalten werden. Das hat – mal wieder – ein Gericht geurteilt. Passieren tut trotzdem seit Jahrzehnten nichts. Wenn es ein kleines widerständiges Symbol für Spekulantengier in unserer Stadt gibt, dann dieses.

Und was macht … der HSV? Der HSV spielt wieder Fußball und startet den Saisonendspurt mit einem Heimspiel gegen Augsburg. Ist Vuskovic, Hamburgs 80-Millionen-Mann, in Torlaune? Hat Ransford Energie tanken können gegen Deutschland? Alles ist angerichtet für ein Fußballfest gegen die formschwachen Fuggerer.

Und der FC St. Pauli? Die Boys in Brown besuchen ihre vermeintlichen Blutsbrüder in Berlin-Köpenick. Wieder startet verletzungsbedingt eine Notdefensive. Viel kann man also nicht erwarten im sechsten Endspiel der 2. Bundesliga-Saison – und vielleicht geht gerade deswegen was?

Hamburg ist nicht … Jamaika

Der Irrsinn der Woche kommt aus Kifferkreisen. Der NDR berichtet über eine Behördenposse, nachdem ein Cannabis-Anbauklub in Wilhelmsburg für ein Industriegebiet „zu leise und zu abgasarm produziert“. Deswegen wurde eine Betriebsgenehmigung nicht erteilt. Vielleicht sollten die Klubs daraus eine Tradition und Touristenattraktion machen – die werden in HH immer hofiert und geduldet. Lärm und Gestank sind da egal.

Wenn dir die Sterne nicht auf den Geist gehen …

Die Hamburger Schule hat mein Erwachsenwerden begleitet. Jetzt, nach 30 Jahren vergessen oder kurze „Ach ja“-Momente auf Geburtstagen, tingeln einige Vertreter dieser zwischen Kommerz und Subkultur verfassten Musikrichtung wieder durch die Gegend. Am Ostersonntag (also heute Abend!) spielen „Die Sterne“ im Übel & Gefährlich. Sogar der Eintritt ist mit gut 30 EUR einigermaßen angenehm für ein Revival.

… und wie wird das Wetter, Seemann?

Zunächst regiert weiter der Westwind. Teilweise böig. Gut ist an dieser Wetterlage, dass auch Schauer schnell weiterziehen. Mitte der Woche dreht der Wind auf Südost; es wird heiter bis wolkig, alles in allem „aprillig“. Die Temperaturen bleiben zweistellig. Immerhin.

Feiert ein frohes Ostern. Jetzt geht’s bergauf – allem Wahnsinn zum Trotz. Euer Erik

PS: Während wir Wölfe jagen und in Feuer starren, streiten sich Peterle Tschentscher und das CDU-Plößchen (Ploß) in Berlin weiter darüber, wer den Hamburger Hafen am liebsten hat. Das tun sie trotz der vielen Themen, die man in HH wirksam angehen könnte. Werdet mal erwachsen, ihr beiden!



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Morddrohung und trotzdem da28 Mar 202600:14:33

Moin Moin Hamburg,

es ist noch nicht mal April, und doch schickt uns der Atlantik sein Wetter. Graupel, Regen, an einem Tag mild, am nächsten ist wieder Winter.

0:14  Willkommen zum Hamburg-Podcast

1:48  Demonstration gegen digitale Gewalt

4:28  Handwerk statt Jurastudium

7:15 HSV und Nationalmannschaften

9:59 Der gestrandete Wal

10:25 Lob für den Podcast

11:43 Hamburg: Olympiaskepsis wächst

13:12 Veranstaltungstipps für die nächste Woche

Kein schönes Demowetter und doch kamen über Zwanzigtausend Menschen zum Rathausmarkt (22.000 lt. Veranstalterinnen), um gegen Digitale Gewalt zu demonstrieren. Collien Fernandez, die mit Ihrer Anzeige gegen ihren Exmann das ganze in Rollen brachte, war auch da - trotz Morddrohungen und unter Polizeischutz. Respekt!

Die Zivilgesellschaft funktioniert, trotz des administrativen Layers, der weiter Politik macht, als sähe man die tausenden von Menschen nicht, die sich die Mühe machen sich auf und ihre Stimmen hörbar zu machen.

Spaltarsch nennt man es, wenn im Skat beide Teams (Lange Farbe, kurzer Weg) dieselbe Punktzahl haben. So sieht es aktuell bei der Zustimmung für Olympia aus. Und wie beim Skat, wären 50% Zustimmung zu wenig, wenn man alle Trümpfe auf der Hand hat, wie der Hamburger Senat in diesem Fall.

Und da hat sich die Nachricht, dass das IOC Trans-Menschen ausschließen will, noch gar nicht durchgearbeitet in den Umfragen.

Der Senat versucht es dennoch - mit einem vesteckten Ass im Ärmel. In Schulen wird über Olympia “informiert” - allerdings nur mit genehmem Unterichtsmaterial. Tricksen, täuschen und sich dann wundern. Wieso muss ich gerade an die SPD denken? Schlimm.

Ich kann das nicht belegen, aber vielleicht hat der Anstieg von Kokain- und Ketaminspuren (ja, das ist das Zeug, dass Elon Musk antreibt) im Hamburger Grundwasser was damit zu tun? Ist ja seelisch auch anstrengend, sich gegen die Realität zu stellen, permanent und mit lauter Halbwahrheiten. Ich möchte kein Politiker sein derzeit.

***

Ich würde gerne ein Handwerk können, greife aber mit zwei linken Händen in die Welt und zu hibbelig bin ich auch. (Bloggen und Podcastern passt da besser). Aber für alle anderen, vor allem die jüngeren Hamburger:innen hab ich eine Idee: vergesst das Jurastudium und BWL (ist nicht nur langweilig und sinnlos, ihr werdet höchstwahrscheinlich noch vor dem 2. Examen von Kollege AI ersetzt) - lernt ein Handwerk! Und übernehmt eines der florierenden Betriebe in Hamburg und Umgebung, die händeringend (sic!) eine Nachfolgerin suchen; wie diese 140 Jahre alte Etuimanufaktur.

Handarbeit ist anscheinend auch noch in den Hamburger Grundbuchämtern angesagt. Und was wäre dieser Letter ohne eine Staumeldung?

Wartezeiten für Grundbuchangelegenheiten von eineinhalb Jahren und länger sind an den Hamburger Amtsgerichten zurzeit keine Seltenheit. Für Bauherren hat das zum Teil teure Konsequenzen. Gerade wer sein erstes Eigenheim hat, hat oft Anspruch auf günstige Förderkredite von der Investitions- und Förderbank (IFB) in Hamburg. NDR

… und was macht der HSV?

Der schimpft in letzter Zeit vor allem über seinen Flügelstürmer Königsdörffer. Schade, dass auch Hamburger Fans immer einen Sündenbock brauchen - ist hier wohl doch nicht so anders, als anderswo. Die Profis des HSV sind derweil auf Länderspielreise und erholen sich von dem Geschimpfe - und für Königsdörffer erfüllt sich unerwartet ein Traum:

Der Kicker weiß …nu flatterte eine positive Nachricht für Königsdörffer herein: Ghanas Nationaltrainer Otto Addo hat ihn für die Länderspiele in Wien am 27. März gegen Österreich und in Stuttgart am 30. März gegen Deutschland nachnominiert.

Und beim FC St. Pauli?

Ist auch Handarbeit angesagt. Nach den Patzern im letzten Heimspiel gegen Freiburg hatte Vasilj mit der bosnischen Nationalmannschaft ein besseres Händchen. Er hielt einen Elfmeter und ermöglichte so das kleine Fußballwunder: Bosnien Herzegowina spielt am Dienstag gegen Italien um eines der letzten WM-Tickets.

Geht doch, Hamburg

Stau auf den Autobahnen und in Ämtern, vermodernde Infrastruktur und nun auch noch kaputtes Geläute bei Hamburgs Wahrzeichen, dem Michel.

Während die Stadt tatsächlich überlegt, schweren LKW zu verbieten über die Köhlbrandbrücke zu fahren (weil marode), stellte sich die Reparatur der Glocken am Michel als Wunderheilung heraus.

”Nach einer halben Stunde war der Schaden am Gestänge und am Gewinde behoben” - weiß der NDR

Hamburg ist nicht … Timmendorfer Strand

Sei ehrlich, du hast die Nachrichten über den gestrandeten Wal am Ostseestrand von Timmendorf auch verfolgt, oder? Und aufgeatmet, als die norddeutsche Menschheit alles in Bewegung gesetzt hat, um das erschöpfte Tier zu befreien.

Timmendorfer Strand ist ja die Riviera Barmbeks, also sowas wie der feuchte Vorgarten Hamburgs. Da wird es euch freuen, dass die Schwimmbagger dem Wal eine Rutsche gebaut haben, mit der er in die offene Ostsee entschwinden konnte.

Unbestätigten Gefühlen zufolge, mischt sich in die Freude, dass “ihr” Wal es heute Nacht zurück ins offene Wasser der Ostsee geschafft hat, auch ein wenig Ärger. Er hätte sich wenigstens gedulden können, bis Sonnenaufgang. Ihr wisst schon, wegen Insta... 😉

Und was macht man nu mit den Tonnen an bestellten Würsten, Bierfässern und Musikanten fürs Wochenende? Vielleicht nach Wismar umlenken, denn dort ist das arme Tier ein weiteres Mal gestrandet. Die Ostsee, von Seglern liebevoll “unsere feuchte Wiese” genannt, weil sie so flach ist, ist eben kein geeignetes Revier für Pottwale. Zuviel Menschen, zuviel Sandbänke, zuviel Lärm.

Österliches und in eigener Sache …

Ich habe von Medienmachern, die ich selbst lese und mag, Lob für diesen Letter bekommen. Das freut mich sehr. Ich mache das aus Spaß und neben meinem Beruf als Agile Coach meist am Sonnabend (wenn andere auf den Markt gehen). Es kostet Mühe, diesen Letter und Podcast zu produzieren - ich würde mich also freuen, wenn ihr mir den Gegenwert für einen Galao am Schulterblatt in die Kaffekasse werft. Oder ein Abo abschließt.

Eine fröhliche Vorosterwoche in der schönsten Stadt für Dich.Danke fürs Lesen

Tusentak für 1.000 Hörer:innen meines Hamburg Podcast: https://fyyd.de/podcast/ring2-das-hamburg-logbuch/0

Ihr seid toll!

DeinErik

tl; dr: Was letzte Woche los war

* Großdemo am Rathausmarkt: Rund 22.000 Menschen demonstrierten gegen sexualisierte Gewalt. Auslöser waren die schweren Vorwürfe der Schauspielerin Collien Fernandes gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen.

* Quellen: Hamburger Tagesjournal, Abendblatt

* Olympia-Skepsis wächst: Das geplante Referendum für die Spiele 2026/2030 spaltet die Stadt. Laut einer aktuellen Umfrage stehen 50 % der Hamburger dem Projekt kritisch gegenüber.

* Quellen: NDR, Hamburger Tagesjournal

* „Zurück in die Zukunft“: Das neue Musical feierte am 22. März Premiere. Während Marty McFly auf der Bühne den Fluxkompensator zündet, stand in der echten Welt der Verkehr dank Hochbahn-Streiks zeitweise komplett still.

* Quellen: hamburg.de, Hashtag Hamburg (Bluesky/Mastodon)

* Drogen-Check im Gulli: Ein EU-Abwasserbericht sorgte für Gesprächsstoff – die Werte für Kokain und Ketamin in Hamburgs Kanalisation steigen weiter an.

* Quelle: Hamburger Tagesjournal

* Wirtschaft & Hafen: Blohm+Voss hat angekündigt, künftig verstärkt auf den Bau von Seedrohnen zu setzen, während der Verkauf von Luxusimmobilien in der HafenCity stockt.

* Quellen: Abendblatt, Hamburger Tagesjournal

Meine Tipps für nächste Woche

Donnerstag, 2. April 2026

* Analog Festival: Lokale Bandkultur im Nachtasyl (u. a. mit Eat Me und Bleach TV). Start: 19:00 Uhr, Eintritt ca. 8 €.

Samstag, 4. April 2026

* Rap auf dem Wasser: Die Hamburger Rapperin Die P tritt auf der MS Stubnitz auf. Ein Muss für Fans von Boombap und Elb-Vibes.

* Natürlich das Osterfeuer in Blankenese. Ich bin ja qua Geburt Team Viereck - wie man bei der ZEIT Online nachlesen kann.

Die ganze Woche

* Frühlingsdom: Das Heiligengeistfeld bleibt der Place-to-be für gebrannte Mandeln und Hummeln im Bauch. Und dieses Wochenende stören auch keine Fußballfans!



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Von der Arktis bis nach Palma de Mallorca10 Jan 202600:33:42

In dieser Episode des Logbuch-Laut-Podcasts lade ich euch ein, mit mir in die faszinierende Welt der Logbücher einzutauchen. Ich präsentiere eine Auswahl historischer Logbucheinträge, beginnend mit dem Weltumsegler James Cook, dessen poetische Beschreibungen des Ozeans und seiner Herausforderungen zum Nachdenken anregen. Weiter geht es mit Henri David Thoreaus Gedanken über Kälte und Einsamkeit, die uns unsere Menschlichkeit näherbringen. Zudem teile ich Geschichten von Walfängern und Matrosen, die die brutale Realität des Lebens zur See thematisieren. Persönlich hat der 11. Januar für mich eine besondere Bedeutung, und ich schließe die Episode mit meinen eigenen Reflexionen über den heutigen Lebensstil und unsere Verbindung zur Natur ab.


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Heute ist Dein Digitaler Unabhängigkeitstag04 Jan 202600:17:39

Fediverse, am 4. Januar 2026


Elon Musk dreht völlig durch, Mark Zuckerberg verkauft die Daten Deiner Mutter und Jeff Bezos dreht dir überteuerten Ramsch an - weil er weiss, dass du heiß drauf bist. Jaja, das weißt Du alles, aber …


Es gibt ein großes Aber und das ist dummerweise unsere Bequemlichkeit. Es stört im Alltag wenig, wenn der Algorithmus als Türsteher fungiert oder Gmail Deine E-Mails liest; Du hast ja nix zu verbergen.


Aber was ist, wenn sich der Wind dreht? Was ist, wenn das Auge des US-Faschismus dich trifft und dir Konten, E-Mails und der Zugang zu digitalen Welt gesperrt wird. Stimmen verschwinden in Filtern, das Recht, sich zu artikulieren von seelenlosen Bots langsam zerfasert. Es gibt Themen im Netz, da streitest du Abende lang, nur um zu lernen, dass du dich mit russischen Bots geprügelt hast - du wirst dabei müde - die nicht.


Weißt Du, was das Problem am Internet ist?Es führen zu viele Links nach rechts.- Marc Uwe Klings Känguru


Zeit für mehr Autonomie - Zeit für den DI.day


Links und eine Einladung:


* Jeden 1. Sonntag im Monat rufen wir den Digital Independence Day aus. Anleitungen und Idee, wie das geht, findest du auf der Kampagnenwebsite.


* Marc Uwe Kling und das Känguru sind auch dabei


* Einladung: Du bist HHer, magst St. Pauli, wohnst vielleicht im Viertel? Dann komm zu stpauli.social. Du bist herzlich eingeladen.


* Eine Handreichung hab ich in meinem Blog für Dich zusammengestellt - zusammen mit einem Starter Pack, damit Du gleich Gleichgesinnte treffen kannst.


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Neujahr durch die Gezeiten03 Jan 202600:10:08

In dieser Episode präsentiere ich eine einzigartige Sammlung von Neujahrs-Logbucheinträgen aus vier Jahrhunderten. Ich verknüpfe meinen Substack-Newsletter mit Podcasts, um historische Perspektiven auf die Gedanken und Erlebnisse vergangener Persönlichkeiten zu bieten.


Wir hören unter anderem von Harry McNeish, dem Zimmermann der Endurance-Expedition, Samuel Pepys, der das Chaos seiner Zeit schildert, Virginia Woolf, die ihre Gedanken zum Erwachsenwerden reflektiert, und George Washington, der Alltag nach dem Unabhängigkeitskrieg dokumentiert.


Ich lade euch ein, Feedback zu dieser neuen Erzählweise zu geben und über ähnliche Projekte in der Zukunft nachzudenken.


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Weihnachten, Dezember, kann man den Winter vorlesen?17 Dec 202500:29:06

(Vorlese-Podcast) - Winter, Weihnachten - Melancholie und Kerzenschein. Ein Vorlesepodcast für die letzten besinnlichen Tage des Jahres. Und immer kommt Regen darin vor ;)


Alle Ebooks und 1 Kaffe für den Vorleser gibts hier: https://ko-fi.com/ring2/shop


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Mallorca ohne Ballermann – Logbuch Laut03 Dec 202500:34:16

Mallorca im Frühling, Mallorca die Lieblingsinsel meiner Kindheit (Hallo Erobique 😉) Kaum eine Urlaubsinsel hat so viele Facetten, vor allem in der kurzen Zeit, bevor die Ballermänner kommen. Ein Logbuch Laut Podcast mit Texten aus meinem Blog.


Die Texte, die ich in diesem Podcast lese und erkläre:


Die werden mit Kopf gegessen.
Frühling auf Mallorca
Rote Badehose
Mallorcas versteckter Ursprung
Gerhart in Algaida
Südost-Wind bringt den Frühling
Strandbagger
Bonus: der Ballermann-Hit 2026


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Neues und Altes aus Blankenese19 Nov 202500:28:03

In dieser Episode von Logbuch laut tauche ich in die Geschichten und Traditionen von Blankenese ein, einem Stadtteil, der mir besonders am Herzen liegt.


Inspiriert von einem Artikel im Hamburger Abendblatt, reflektiere ich über die untypischen Diebstähle in der wohlhabenden Nachbarschaft und die sozialen Dynamiken zwischen den traditionsbewussten Blankenesern und den neu zugezogenen Wohlhabenden. Ich bespreche lebendige Traditionen wie die Osterfeuer und die Herausforderungen, mit denen die Anwohner bei der Verteidigung ihrer Bräuche gegenüber bürokratischen Regulierungen konfrontiert sind. Darüber hinaus teile ich persönliche Anekdoten über meine Vorfahren und erinnere mich an meine Kindheitserlebnisse, die die Entwicklung dieser besonderen Region und meine Verbindung dazu prägen.


Im Blog:


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Die Dänische Sydsee — Logbuch Laut08 Nov 202500:19:36

Die dänische Sydsee, Seglerparadies in Dänemark und bestes Mittel gegen den Winterblus, sich Geschichten vom Sommertörn vorlesen zu lassen.


Blogposts/ Orte aus dem Podcast:



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Logbuch Laut - Restart mit Teaser18 Jun 202500:07:46

Moin und willkommen zu meinem Restart meines Blog begleitenden Podcast. Hier als Testaufnahme.

Die erste Teaser-Episode liest diesen Logbucheintrag an:

Format: Wöchentlicher Episodenrückblick
Inhalt: Der Autor (oder eine Stimme des Vertrauens) liest ausgewählte Blogeinträge ein, ergänzt sie mit spontanen Gedanken, Kontext, Anekdoten oder Kommentaren „zwischen den Zeilen“.
Besonderheit: So entsteht ein persönliches Audio-Logbuch – nah an der Lesestimme, aber mit zusätzlicher Tiefe.

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Frühling auf Mallorca24 Mar 202400:35:25
500 Zeichen on Tour: Podcast-Episode vier nimmt euch mit in den Frühling auf den Balearen.Abonniere meine 500 Zeichen am MorgenSpendier mir einen Ko-Fi.Texte in diesem Podcast:Teile diesen Podcast gerne, wenn er Dir gefällt. Und sende mir gerne Feedback zu diesem Podcast.Ahoi.

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Politischer Januar - Geisterhafter Februar11 Feb 202400:33:34
In Hamburg regnet es Vorfrühling, der dieses Jahr durchaus politisch ausfällt. Themen in diesem Podcast_ POP-Renaissance, Grünkohl- und Pesto-Rezepte, Politisches – alles in 500 Zeichen. Vorgelesen und erläutert im 500 Zeichen Podcast – Episode zwei.

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Frühling mit Findling 22 Mar 202600:13:07

Moin Moin Hamburg. Wir machen das Dutzend voll. Also: Das war die KW 12 in der schönsten Stadt

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Dieses Wochenende blieb man am besten dort, wo man gerade war. Ver.di streikt mal wieder, die A7 bietet keine Alternative. Wie kommt der HSV eigentlich nach Dortmund – oder zurück? Mein Schulfreund Nils und ich radelten früher zum Volkspark, Schülerkarte fünf Mark. Dazu aber ein annern Mal mehr …

Wer ein Fahrrad hat, kam diese Woche am leichtesten durch unsere Stadt. Zum Glück spielte das Wetter mit. Seit Freitag, 15:46 Uhr, herrscht nun auch kosmisch Frühling. Die Patronen an den Bäumen explodieren. Der Verkehrssenator wünschte sich, Hamburgs Brücken stünden so stabil wie das Hoch über Europa.

If the weather goes high, we go low.

In Bramfeld graben sie für die U5. Keine große Leistung, in Hamburg graben sie immer irgendwo. Aber diese Woche fanden sie etwas: einen Findling. 22 Tonnen Eiszeit-Granit. Ein baupsychologischer Endgegner aus der Erdgeschichte. Die ZEIT Elbvertiefung analysiert das richtig: Das Ding lag dort 200.000 Jahre rum, störte niemanden, und jetzt kommt die Hochbahn und braucht einen Spezialkran. Und was machen wir Hamburger? Wir suchen via Social Media einen Namen für den Brocken. Als bräuchte der Stein plötzlich eine Identität, nur weil er ans Licht kommt. Wahrscheinlich heißt er bald „Steini McSteinface“ und steht als Denkmal in Bramfeld, während Osdorf weiter auf seine U-Bahn wartet. Das ist das Ding mit der U5: Wir planen und planen, am Ende finden wir einen Stein und alles verzögert sich.

Nur der kurze Olaf wird noch kürzer.

Offiziell natürlich Elbtower. Eine Geschichte, die niemand mehr ohne Ärger in der Stimme erzählt. Da steht dieser Stumpf in der HafenCity, seit fast zweieinhalb Jahren, wie ein abgebrochener Zahn. Wir dachten: Das wird eh nichts mehr. Der bleibt so stehen wie die Neubauruinen im Spanien der 80er, als den Bauherren in Malaga das Geld ausging. Aber jetzt meldet das Abendblatt: Positiver Bauvorbescheid!

Dieter Becken und sein Konsortium dürfen weitermachen. Aber – und das ist der eigentliche Witz – der Turm wird gestutzt. Von 245 auf 199 Meter. Ein typischer Hamburger Kompromiss. Wir wollen hoch hinaus, kriegen dann aber Höhenangst vor der eigenen Courage und dem leeren Geldbeutel. Plötzlich fehlen 46 Meter. Die Aussichtsplattform wandert vom 55. in den 43. Stock. Du stehst dann da oben und denkst: „Mensch, 50 Meter höher wäre es schöner gewesen, ich sehe nicht mal den neuen Findling.“

Dass dort jetzt ein Naturkundemuseum einzieht, ist auch so eine verfilzte Geschichte. Oben Luxushotel, unten ausgestopfte Tiere, die die Miete bezahlen.

Peter Tschentscher streitet derweil mit dem maritimen Koordinator der Bundesregierung, Christoph Ploß, über Konzepte und die Frage, wer mehr Ahnung vom Hafen hat. Ein Gezerre, wie es nur eine Stadt kennt, die gleichzeitig Weltstadt sein will und dann doch nur eine Ansammlung zugezogener Politprovinzeier ist, die sich gegenseitig nicht das Spiegelei auf dem Labskaus gönnen.

Der Umgang des Senates mit dem Hafen, die explodierenden Kosten für die Schlickverbrennungsanlage und das Sponsoring des „gekürzten Olafs“ zeigen jedem, wie die Stadt mit unserem Geld umgeht. Ich habe mich geirrt: Wir müssen gar nicht nach Paris schauen, um über Olympia zu entscheiden. Die aktuellen Zustände in unserer Stadt reichen, um vor dem Risiko Olympia zu gruseln.

Jazz = Birdland

Die Mopo empfahl für dieses Wochenende das Urban Jazz Festival im Birdland. Jazz ist die Musik Hamburgs und die der Baustellen: Niemand weiß genau, wann der nächste Ton kommt und wie er ins Bestehende passt. Alles improvisiert. Am Ende wundert man sich (zumindest in der Musik), dass es irgendwie harmonisch klingt.

Wer es verpasst hat, der kann am kommenden Donnerstag zur legendären Jam Session in den 40-jährigen Jazzklub schnuppern. Der Eintritt ist frei.

Kostenlos bleibt auch die luftige Fahrt über die Köhlbrandbrücke. Die kostet allerdings uns alle viel Geld: laut Senat jährlich über 10 Millionen Euro Unterhalt, nur damit sie nicht in die Elbe fällt, bevor wir sie 2042 – also quasi übermorgen, in Hamburger Baujahren gerechnet – endlich ersetzen.

Was lernen wir aus dieser Woche? Wir bauen Türme und kürzen sie. Wir finden Steine und taufen sie. Wir streiken und stauen. Jazz bleibt unsere Medizin, wenn alles zu viel wird.

Setzt euch am besten mit dem Rücken zum „Alten Schweden“ und dem Gesicht zur Elbe in die Sonne. Lasst Peter einen guten Mann sein. (Davon gibt es in Hamburg eh immer weniger.)

Und dann ist da ja noch … der HSV.

FRÜHLING!, eine Jahreszeit vor der sich der geneigte HSV Fan gruselt.

Ob das 3:2 in Dortmund nach einer zwei-Tore-Führung schon durch dieses besondere Frühlingsgefühl zustande kam? Was wohl mein Schulfreund Nils dazu sagt? Wenn eure Kollegen leicht verschnupft ins Büro kommt und dem Hamburger SV die Daumen drückt, dann ist das auch eine Form der Allergie.

Beim FC St. Pauli freut man sich auf Philipp Treu. Und hofft darauf, dass die Vorbilder aus Freiburg müde und hochmütig genug sind, damit die Punkte am Millerntor bleiben.

Vielen Dank fürs Lesen und Hören. Teilt diesen Letter bitte in euren Netzwerken.

Dein Erik.

(Nach Diktat verreist, mit dem Rad zum Millerntor)

Hamburg ist nicht … Rostock

In Rostock geht man das Thema Obdachlosigkeit anders an. Grundidee eines neuen Modellversuches, der bisher ein knappes Dutzend Menschen zu einem eigenen Appartment verhalf, ist die Erkenntnis, dass die eigenen vier Wände die Grundlage für eine Besserung im Leben sind. Diese Binse ist in HH leider noch unbekannt.

Quellenverzeichnis

* Hamburger Tagesjournal: Berichte über den Ulmen-Fernandes-Konflikt, den SPD-Parteitag und die VHH-Streiks (März 2026).

* Mopo.de: Kulturhighlights zum Jazz Festival im Birdland und Veranstaltungstipps (März 2026).

* Abendblatt.de: Details zum neuen Investor und dem Bauvorbescheid für den Elbtower.

* ZEIT Elbvertiefung: Hintergründe zum Eiszeitbrocken in Bramfeld und den U5-Planungen.

PS. Sag mal, schreibt meine Schlussredaktion, willst du gar nichts über Collien Fernandez und Christian Ulmen schreiben?

Ehrlich gesagt: nein. Das Thema ist so schlimm wie abstrus. Mit dem glossigen hier Format treffe ich da nur daneben.

Allerdings hat sich vor ein paar Jahren der Vorhang der digitalen Gewalt, der vor allem Frauen hilflos ausgeliefert sind, kurz auch für mich gelüftet.

Als schlimme Männer 2008 in Blog-Kommentarspalten ihr Unwesen trieben, bat mich eine Co-Bloggerin bei „Blogfrei“, für sie zu übernehmen; sie brauchte eine Pause. Was ich dort moderieren musste, war so fies – eine eigene Welt, die ich als weißer Hetero-Mann nicht kannte. Ich war nach diesem Abend völlig fertig, obwohl mich nichts von dem Dreck direkt treffen konnte. Seitdem ahne ich, wie es Frauen regelmäßig online geht.



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Winter— Beobachtungen15 Jan 202400:18:21
Im Winter denke ich an den Sommer. Im Sommer nicht.Willkommen zu meiner ersten Episode meines Podcasts, der die Serie „500 Zeichen am Morgen“ begleiten soll. Erscheint immer Montags alle vierzehn Tage – so bummelig 2x im Monat.Ich lese die 500 Zeichen Postings der letzten zwei Wochen vor und erzähle Hintergründe zu den ja sehr kurzen Geschichten.Vielen Dank an meine drei Supporter, die mir ein Bier oder einen Kaffe ausgebenGib auch Du mir einen Kaffe aus – via Ko-FiVorgelesene Postings:500 Zeichen am Morgen – S01E01Moderator teilt Alltagsgeschichten, spricht über Bio-Bauer, Segelausflug und wachsende Tulpen. Nächste Episode in zwei Wochen. Danke an die Unterstützer!

In dieser ersten regulären Episode des 500 Zeichen Podcasts begrüßt Erik seine Hörer herzlich und wünscht ihnen ein frohes neues Jahr. Er plant, dieses Jahr wieder regelmäßig zu podcasten und vielleicht auch das ein oder andere Experiment auszuprobieren. Erik ist erstaunt, dass seine Nullnummer bereits 50 Hörer hatte, obwohl er ein relativ unbekannter Podcaster ist. Das Thema des Podcasts sind die 500 Zeichen Artikel, die Erik regelmäßig per Newsletter, Blog, Fediverse, Facebook oder Instagram veröffentlicht. In diesen Artikeln teilt er Gedanken, Anekdoten und kleine Geschichten aus dem Alltag. Manchmal experimentiert er auch mit Gedichten oder Dialogen. Er erklärt, dass seine Supporter ihn ermutigt haben, dass es nicht schlimm ist, wenn mal ein 500-Zeichen-Posting langweilig ist, da bereits in ein oder zwei Tagen ein neues kommen wird, das zur aktuellen Gemütslage passt. Erik freut sich über Feedback von seinen Abonnenten und teilt seine Kontaktdaten für Rückmeldungen mit. Für die ersten 14 Tage des Jahres hat Erik geplant, ein paar 500 Zeichen Postings vorzulesen und über sie zu erzählen. Die ersten beiden Geschichten handeln von einem Blogbeitrag über Wellness als Rebellion und einer Erfahrung in Ägypten, bei der Erik ein Zitat über das Vertrauen in Gottes Plan kennengelernt hat. Erik erzählt auch von einer Begegnung mit dem Biobauern Gunnar und seinen Gedanken über die Qualität von frischer Milch. Schließlich erzählt er von einem Segelausflug durch die dänische Südsee und reflektiert über Erinnerungen und ihre positive Wirkung auf die Stimmung in schwierigen Zeiten. Er beendet die Episode mit der Geschichte von Tulpen in einem Glas, die trotz des Abschneidens weiterwachsen und sich zum Licht hin strecken. Erik bedankt sich bei den drei Personen, die ihn unterstützen, und kündigt an, dass die nächste Episode in zwei Wochen erscheinen wird.

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Podcast Nullnummer: “500 Zeichen am Morgen”13 Nov 202300:07:28

Moin,

wer mich kennt, der weiß, dass ich gerne schreibe und auch gerne podcaste. Ich verbinde das immer wieder und nu wird es Zeit, das auch für die “500 Zeichen am Morgen” auszuprobieren.

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Hamburgs Olympiaträume überschminken die Realität15 Mar 202600:21:11

Logbuch KW 11: Goldrausch an der Alster, Sanierungsstau im Viertel

Moin Hamburg! In dieser Folge schauen wir hinter die glänzende Fassade der Hansestadt im März 2026. Während der Senat das 4,8-Milliarden-Scheckheft für Olympia zückt, bröckelt an anderer Stelle der Putz – und zwar gewaltig.

Erik nimmt euch mit auf eine Tour durch eine Stadt der Kontraste:

Die 4,8-Milliarden-Wette: Warum die Hamburger Olympia-Kalkulation eher nach „Lottogewinn“ als nach ehrbarem Kaufmann klingt.

Schönrechner vs. Realität: Während wir von den fünf Ringen träumen, macht das Holthusenbad wegen Einsturzgefahr dicht. Ein Paradebeispiel für „selektive Knappheit“.

Exzellenz auf dem Trockenen: Die Uni Hamburg glänzt auf dem Papier, aber der „Rumpf“ leckt – zwischen Sanierungsstau und Wohnungsnot.

Vorsicht, Paris-Syndrom: Ein ernüchternder Blick auf die Seine. Was Hamburg aus den „nachhaltigen“ Spielen von 2024 (nicht) gelernt hat – von Gentrifizierung bis zum Wartungsschock.

Lichtblick Alster: Wie ein Kompromiss zwischen Paddlern und Naturschutz zeigt, dass es auch ohne Beton-Milliarden geht.

Außerdem im Logbuch: Ein kurzes Update zum HSV und St. Pauli – zwischen mühsamem Aufstiegskampf und der Suche nach neuer Energie.

Geld ist immer da – man muss es nur für das Richtige wollen. Klar zur Wende!



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Hamburg spürt die Hitze des Krieges im milden Frühling07 Mar 202600:13:41

Freitag, 6. März 2026. 07:14 Uhr. Der Ring 2, die Ringstraße, die das Innen in Hamburg seit den 50ern vom Außen trennt. Vom Winter gegerbtes Asphaltgrau und darüber liegt der Geruch von Diesel, der heute Morgen 20% teurer ist als noch ein Tag zuvor. An der Jet-Tankstelle beim Stadtpark leuchtet die Anzeige: Diesel 2,14 Euro. Ein Mann in einer verwaschenen Jacke starrt auf die Zapfsäule, als wäre sie ein Orakel, das ihm gerade den Untergang prophezeit hat. Er drückt den Hebel nicht ganz durch, er dosiert ihn, Milliliter für Milliliter, als würde er flüssiges Gold in seinen alten Toyota füllen. Das habe ich in meinen 20ern auch so gemacht als ewig klammer Student. Seitdem galt Volltanken ohne auf den Preis zu achten als verdienter Alltagsluxus. Das ist nu voebei. Danke Donald.

Es ist die Woche 10 im Jahr 2026, und das große Metathema, das über dieser Stadt schwebt wie der frühe Nebel über der Alster, ist Energie. Aber nicht nur die Energie, die wir in Kilowattstunden messen oder in Litern bezahlen. Es ist auch die soziale Energie, die Hitze des Krieges, die auch bei uns ankommt und die des Frühlings, die uns Hamburgerinnen auf die Straßen und Plätze treiben.

In dieser Woche fühlt sich Hamburg an wie ein Seismograph, dessen Nadel mit jedem Raketeneinschlag im fernen Nahen Osten erzittert. Wir blicken auf die Elbe und blinzeln in die schon starke Mittagssonne, aber vor Augen haben wir die Feuer im Persischen Golf. Das ist die Realität in dieser Woche: Die Geopolitik hat auch Hamburgs Öffentlichkeit erreicht.

Das Grollen im Osten: Hamburg als Exil und als Echoraum

Wenn man das „Hamburger Tagesjournal“ in diesen Tagen in der Inbox findet, grüßt Mathias Adler nicht mehr nur mit dem Wetter oder der neuesten Posse aus dem Rathaus. Es ist der „Irankrieg“, der die Zeilen füllt. Es ist kein Krieg mehr, den man wegscrollen kann. Er ist hier. In den Gesichtern der Menschen auf dem Steindamm, in der betäubenden Stille vor der Blauen Moschee, die immer noch wie selbstverständlich am Ufer der Außenalster steht.

Die iranische Community in Hamburg – mit rund 25.000 Menschen eine der größten in Europa – lebt in dieser Woche im Ausnahmezustand. Während die Nachrichten von Drohnenangriffen auf Isfahan und der Blockade der Straße von Hormus berichten, sitzen die Menschen im „Teheran“ am Steindamm vor ihren Telefonen. Es ist eine kinetische Energie, aus Sorgen gespeist und dieser euphorischen Hoffnung, das trotz Gewalt und Tod nun doch sich alles zum Guten wandelt. Irgendwie.

Die MOPO berichtet von spontanen Mahnwachen vor dem Generalkonsulat der Iranischen Republik an der Bebelallee. Es ist eine seltsame Mischung aus Hoffnung auf einen Sturz des Regimes und der nackten Sorge vor dem, was mit den Familien in der Heimat passiert. In Hamburg-Nord, wo viele Exil-Iraner der ersten Generation leben, ist die Stimmung bleiern. Die Stadt ist in dieser Woche ein Resonanzkörper für den Schmerz eines fernen Landes.

Vollmond und keine Streiks

Mitte der Woche war Vollmond. Der Mond hing über dem Hamburger Hafen wie eine überbelichtete Werbetafel. Fehlte nur noch, dass da groß “Eine Chance für alle” drauf zu lesen gewesen wäre.

Seit Wochen mal kein Streik. Obwohl ich persönlich die Sperrung der S-Bahn-Strecke von Altona über Sternschanze und Dammtor als ähnlich große Beeinträchtigung werte.

Hamburg baut. Und sucht Geld.

NDR 90,3 meldete am Donnerstag den neuesten Stand zum A7-Deckel in Altona. Es geht voran, aber im Schneckentempo. Die Stadt baut an ihrer Zukunft, während die Gegenwart ihr die Mittel entzieht. Die Kriegsflation, befeuert durch die Unsicherheit im Nahen Osten und die Lobbyisten im Bund, frisst sich durch die Hamburger Haushalte.

Bürgermeister Tschentscher wirkt in dieser Woche wie ein Kapitän, der versucht, ein Containerschiff durch ein Nadelöhr zu steuern. Während die Opposition im Rathaus über die Kosten der Unterbringung von Geflüchteten wettert – die Zahlen steigen wieder, vor allem durch Menschen, die vor den neuen Konflikten im Mittleren Osten fliehen –, versucht der Senat, Ruhe auszustrahlen. Doch die Ruhe ist brüchig. Das „Hamburger Tagesjournal“ merkte süffisant an, dass die „Hamburger Gelassenheit“ langsam in eine „Hamburger Starre“ übergeht.

Und dann ist da ja noch … der HSV:

So schnell kann das gehen. Da wähnst du dich nach einer starken Hinrunde, vor allem zu Hause im Volkspark, angekommen im Mittelfel der Bundesliga, die du als HSVer sowieso als dein angestammtes Spielfeld betrachtest. Und dann gibts zwei kraftlose Heimniederlagen.

Das kann mal passieren, aber doch nicht so. Es scheint, als hätte den HSV eine kollektive Frühjahrsmüdigkeit befallen. Am Samstag ging es zum vermeintlich blutleersten Team der Liga, den Konzernwölfen aus Wolfsburg.

HSV sorgt für vorzeitiges Verbrenneraus

Im dritten Spiel gegen eine Werkself in gut einer Woche hätte man auch gleich zum Elfmeterschießen übergehen können. Viel mehr Energie hatten beide nicht zu bieten. Immerhin: das Elfmeterschießen konnte der Hamburger SV für sich entscheiden. (Was lustigerweise auch die Fans des anderen HHer Klubs freuen dürfte)

Und der FC St. Pauli?

Am Millerntor bereitet man sich derweil auf das Spiel gegen Frankfurt vor. (Sonntag, 15:30 Uhr). Es ist die einzige Form von Eskapismus, die noch funktioniert: 90 Minuten lang so tun, als wäre die wichtigste Frage der Woche, ob Tomoya Andō wieder in der Startelf steht.

Der Puls der Fernwärme und das Versprechen von Morgen

Während die Welt am Persischen Golf brennt, graben wir in Hamburg den Boden auf. Hamburg Energie hat in dieser Woche den Startschuss für den massiven Fernwärmeausbau im Norden gegeben. 4,7 Kilometer neue Leitungen, eine Operation am offenen Herzen der Infrastruktur. Es ist die Ironie unserer Zeit: Wir planen die Klimaneutralität für 2045, bauen Wasserstoffnetze wie das „HH-WIN“, von dem Tschentscher und Fegebank träumen, während die Gegenwart uns mit der nackten Geopolitik ins Gesicht schlägt.

Die Schlussredaktion fragt, ob wir in HH unsere Fernwärme mit Gas oder Öl anfeuern? Das wäre dann ja auch irgendwie doof. Recherchen ergeben: Abwärme und Kohle heizen unseren Wasserdampf, der große Teile der Stadt wärmt (dieses Jahr noch, dann soll Wedel abgeschaltet werden). Das beruhigt auf eine merkwürdige Art.

In den Kneipen von Barmbek-Nord spricht niemand über den „Green Hydrogen Hub“ in Moorburg. Man spricht darüber, ob die Heizung im nächsten Winter noch bezahlbar ist, wenn die Straße von Hormus dicht bleibt und der Vermieter wegen der Merzschen Propaganda eine neue Gasheizung installiert.

Was war sonst noch?

* Kultur: In der Elbphilharmonie gab es ein Benefizkonzert für die Opfer im Iran. Die Hochkultur versucht, zu helfen, dem Chaos eine Struktur zu geben. Wenn Geigen gegen das Echo der Explosionen in Teheran anspielen, bleibt ein hilfloser Beigeschmack.

* Polizei: Erhöhte ihre Präsenz rund um die jüdischen Einrichtungen im Grindelviertel. Die Angst vor zusätzlichem Antisemitismus wächst mit jedem Tag, an dem der Konflikt im Osten eskaliert.

* Zeugen wider Willen: Rund 30.000 Deutsche sitzen derzeit in der Region fest, ein signifikanter Teil davon sind Hamburger Urlauber und Geschäftsleute (NDR Info, 02.03.2026). Was als luxuriöser Stopover oder Routine-Trip begann, ist für viele zum Albtraum geworden. Das „Hamburger Tagesjournal“ berichtet am Dienstag trocken, aber treffend von den „Zeugen mit Flugverbot“ (Tagesjournal, 03.03.2026).

Besonders dramatisch ist die Lage für jene, die auf den Kreuzfahrtschiffen von TUI Cruises festsitzen. Man muss sich das vorstellen: 2.500 Menschen an Bord, der Kapitän versichert, der Hafen sei „relativ safe“, während draußen die Lufträume von Dubai bis Oman dichtgemacht wurden (NDR Info, 02.03.2026).

Ottensen ist nicht Mailand

Gestern Abend schlendere ich durch Ottensen. Vor jedem Restaurant sitzen Menschen und genießen den lauen Spätwinterabend. Kaum klettert das Thermometer über 13 Grad, strömen die Hamburger aus ihren Altbauwohnungen und bevölkern die Straßen und Plätze. Nicht nur zum Protest, sondern auch um die Energie des Frühlings aufzunehmen, nach diesem langen frostigen Winter.

Junge Pinneberger trinken Cocktails vor der Rehbar in der Ottenser Hauptstraße, eine Freundin feiert ihren Geburtstag im Fischi. Es wird bis weit nach Sonnenuntergang draußen gebufft, gegrillt, gelacht und gestritten.

Der Iran ist derweil nicht weit weg. Er lebt mitten unter uns, in den Villen in Hochkamp, trinkt Tee mitten auf dem Steindamm, pendelt in der U3; er wartet in der Schlange beim Bäcker in Eppendorf und begegnet uns in den Schlagzeilen dieser Woche. Und sehr wahrscheinlich bleibt das auch nächste Woche so.

Moin und einen schönen Sonntag, euerErik

Anmerkungen der Schlussredaktion: “Sag mal, Erik, willst du gar nichts zum Saharastaub machen?”. Och nee, das ist mir zu boulevardesk, außerdem ist der ja nix Neues. Milchige Wärme, die in der Tagesschau das Prädikat “zu warm für die Jahreszeit” bekommt; wobei ich das irgendwie irreführend finde: wer weiß denn schon, was neuerdings “normal” ist?

Aber den internationalen feministischen Kampftag hätte ich beinahe verbaselt; typisch Mann. Nächste Woche findet für Interessierte bspw ein Female Maker Hub statt. Machen statt reden, finde ich gut. Reparieren statt Shoppen ist mal ne gute Idee.

PPS dieser Letter / Podcast erscheint wöchentlich am Sonntag und schaut auf die Woche in der schönsten Stadt. Er bleibt kostenlos und spamfrei. Wenn er Dir gefällt, teile ihn in deinen Sozialen Medien und spendiere dem Autor eine Galao oder ein Ratsherrn 0.0 via Ko-Fi…

Ich bedanke mich bei allen Spender:innen und Abonnenten. Werde doch auch eine:r:

Quellenverzeichnis: KW 10 (2026)

* Hamburger Tagesjournal (03.03.2026): Leitartikel von Mathias Adler zum „Wurmmond“ und der geopolitischen Lage.

* NDR 1 / 90,3 (05.03.2026): Bericht über die Bauverzögerungen an der A7 und die wirtschaftlichen Auswirkungen der Hafen-Unsicherheit.

* Hamburger Morgenpost (MOPO, 04.03.2026): „Angst um die Heimat“ – Reportage über die iranische Community in Hamburg und Mahnwachen in der Bebelallee.

* Hamburger Abendblatt (06.03.2026): Analyse der steigenden Energiepreise im Hamburger Stadtgebiet und der Reaktion des Senats auf die Flüchtlingszahlen.

* Polizeipressestelle Hamburg (07.03.2026): Meldung zur Sicherheitslage und dem Schutz religiöser Einrichtungen im Kontext der Nahost-Eskalation.



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17 Grad in HH — Frühlingsgefühle an der leeren Haltestelle01 Mar 202600:18:11

Moin Moin Hamburg. KW 9 · retroglossiert.

Siebzehn Grad bekamen wir in dieser Woche. Der Frühling ist da, die Natur explodiert und die Menschen strömen auf die Straßen, die Plätze, an den Fluss. Wie schnell der Schnee und das Eis auf der Elbe doch schmelzen, wenn der Atlantik warmen Wind über die Elbe schickt.

In Ottensen profitieren die Cafés, die in einer Sonnenschneise liegen. Dort sitzen die Hamburgerinnen zur Not übereinander — Hauptsache in die Sonne blinzeln. Die anderen müssen wohl oder übel noch ein wenig warten, bis die Sonne über die Häuserschluchten herüber luken kann. Das kann locker bis in den März dauern. Der Frühling ist früh dran.

Siebzehn Prozent bekommen Frauen in HH durchschnittlich weniger Gehalt als Männer. Am Freitag “feierte” Deutschland seinen “Equal Pay Day” - den Tag, bis zu dem Frauen umsonst gearbeitet haben 2026. Die Hamburgerinnen müssten eigentlich noch bis zum 3. März warten, denn bundesweit liegen wir bei “nur” 16%.

Chapters

* 2:03 Frühlingsgefühle in Hamburg

* 4:39 Peters große Show

* 7:12 Streiks in Hamburg

* 11:04 HafenCity und der Wandel

* 12:04 HSV und seine Neuigkeiten

* 13:42 FC St. Pauli und der Druck

* 14:19 Hirsche im Hirschpark

* 15:37 Gute Nachrichten zum Schluss

Peters große Show

Donnerstagabend, kurz nach acht. Der Hamburger Hafen liegt vor einem irgendwie dunklen Himmel. Die Elbe schiebt sich schwarz und träge in Richtung Nordsee. Und dann — Licht. Also viel mehr Licht, als ohnehin schon im Hafen den Himmel verseucht.

Neunhundert Drohnen steigen auf, formieren sich über dem Wasser, malen pittoreske Piktogramme in den Nachthimmel: Schwimmer, Läufer, Sprinter, das Olympische Feuer. Dazu ein Motto, in leuchtenden Buchstaben, das sich so nur ein Sozialdemokrat ausdenken kann: „Olympia in Hamburg. Eine Chance für alle.”

Es war, so berichten geladene Zeug:innen, durchaus beeindruckend.

Die Show war nicht angekündigt. Sie war nicht öffentlich. Kaum eine Chance, sie zu sehen - schon gar nicht für alle.

Die Show war Teil der Senatspräsentation in der Elbphilharmonie — exklusiv, für geladene Gäste, für Politikerinnen und Olympia-Legenden, für die, die schon wissen, worum es geht. Die anderen, die zufällig unten am Wasser standen, haben einfach Glück gehabt.

Ich war zu Hause, wie die meisten Hamburger:innen. Was bedeutet, „Eine Chance für alle” krepiert als Slogan ziemlich früh.

Willkommen in Hamburg, Woche neun. Der Senat träumt groß und die Hochbahn streikt gleichzeitig. Das ist ein Widerspruch, den Peter Tschentscher auflösen muss, will er die Stadtgesellschaft für eine Olympiabewerbung gewinnen.

Die Bewegung “Nolympia” hat derweil Anfang der Woche ein Quorum übersprungen, und nun muss sich die Bürgerschaft mit den Gegner:innen von Olympia beschäftigen. Die Drohnenshow war dagegen einfach, Peter.

Ein Bürgermeister, der die Olympiabewerbung Hamburgs zum Muss hochjazzt, eine Promoshow nur für Gewogene offenbar von Steuerkohle bezahlt, darf sich vor der Auseinandersetzung mit seinen Bürgern ruhig ein wenig fürchten. Ich frage mich, oder ist er einfach nur arrogant?

Drei Uhr morgens, nichts fährt mehr

(Dieser Satz fiel nicht in der Spielbank Hamburg)

Dieser Blog/Letter erscheint so erst zum 2. Mal und gleich müsssen wir uns um ein Deja vu kümmern: Streik.

Ver.di hat mal wieder zu einem Warnstreik aufgerufen — Hochbahn und VHH, bis Sonntag früh. Diesmal sind nicht nur die Busse betroffen. Die U-Bahnen fahren auch nicht. Die Linien U1, U2, U3, U4: stehen. Die Busflotte: steht. Die Stadt: steht. Wer muss (also alle außer Bürgermeistern und Reedern), nimmt das Fahrrad oder die eigenen Beine.

Immerhin: Am Elbtunnel wird nicht mehr gestreikt, äh gesperrt. Die Lkw rollen wieder. Die Autos rollen wieder. Nur die Menschen in der Stadt, die Busse und U-Bahnen brauchen, die schauen in die Röhre. Das hat eine eigene Logik: In Hamburg läuft der Verkehr für Waren besser als der für Menschen. Diese Woche pulsiert nur der Hafen und Peters Ego.

In der Alster schwimmen Schwermetalle?

Das hat zumindest der BUND herausgefunden — oder genauer: befürchtet. Die Projektgruppe „Nein zu Olympia” warnt, dass bei Schwimmwettbewerben in der Außenalster Schlamm aufgewirbelt werden könnte, der Quecksilber und krebserzeugende Substanzen enthält. Die Stadt, verkündet das Tagesjournal trocken, „ist sich dieser Belastungen bislang nicht bewusst.”

Man muss das kurz sacken lassen. Hamburg bewirbt sich für Olympische Spiele. Man möchte Schwimmer in der Alster plantschen lassen. Und ist sich dabei der Schwermetalle im Boden nicht bewusst.

Das Finanzierungskonzept soll in der zweiten Märzhälfte vorgestellt werden. Ob ein Konzept für den Alsterschlamm dazugehört: unbekannt. Die Gegner der Bewerbung — die Initiative NOlympia hat über 17.000 Unterschriften gesammelt — dürften sich freuen.

A pros pos Finanzierung: Der Pariser Vizebürgermeister hat bei einem Frühstück gesagt, die Kosten seien kein Problem. Das reicht offenbar als Finanzierungsgrundlage, wenn man Olympiabefürworter in der Bürgerschaft ist. Ab Ende April kann per Briefwahl über die Bewerbung abgestimmt werden. Hamburg entscheidet dann, ob es ein neues Kapitel seiner Stadtgeschichte schreiben will — während die U-Bahnen streiken und die Alster vor sich hin schimmert.

(Naja, sagt mir gerade meine Schlussredaktion, das kann ja auch eine Chance für alle sein — (sic!) — so wie wenn man Besuch bekommt und all das aufräumt, was bisher liegen geblieben ist)

Danke, dass Du Ring2, das Hamburg Logbuch liest. Bei Gefallen, teile es doch bitte …

Hafen- statt Medienstadt

In der HafenCity beginnen die Bagger zu arbeiten, wo einmal Gruner + Jahr stehen sollte.

Baufeld 73 war jahrelang die Metapher für den Niedergang der deutschen Verlagslandschaft — ein reserviertes Grundstück für ein Verlagshaus, das es nicht mehr gibt. Jetzt baut dort eine andere Familie, statt den Jahrs die Familie Aponte, die hinter der Reederei MSC steht, eine neue Deutschlandzentrale. Sieben Stockwerke, über hundert Meter lang, fünfzehntausend Quadratmeter Glasfläche, direkt südlich der Deichtorhallen. Mindestens tausend Quadratmeter davon sollen öffentlich sein — Showroom, Restaurant. MSC ist Miteigentümer der HHLA und damit tief verankert in dieser Stadt. Wo ein Medienkonzern aufgehört hat zu existieren, beginnt ein Logistikimperium zu wachsen. Das ist kein Zufall. Das ist Hamburger Wirtschaftspolitik in Echtzeit.

Und dann ist da noch …. der HSV

Der HSV hat diese Woche sein Fankredit-Darlehen zurückgezahlt, das er in schlechten Zeiten benötigt hatte. Der Verein ist schuldenfrei. Verteidiger Luka Vusković hat seine Führerscheinprüfung bestanden. Für HSV-Fans hat der Führerschein von Vusković vermutlich dieselbe emotionale Bedeutung wie die Schuldenfreiheit des Vereins. Der FC Hollywood für Arme war gestern. Heute segelt der Dino steady.

Beim FC St. Pauli sprießen diese Woche die Krokusse nach dem Sieg gegen Werder besonders schön. Doch: anders als letzte Saison haben die Kiezkicker in dieser Saison auswärts (also außerhalb von Hamburg) noch kein einziges Spiel gewonnen. Trainer Alexander Blessin sagte am Freitag: „Wir wollen mehr.” Das klingt nach Trotz. Es klingt auch ein bisschen nach Pfeifen im Keller. Statt Platz 17 (die Zahl des Letters diese Woche) stehen die Boys in Brown auf einem Nichtabstiegsplatz (bis Sonntag mindestens), weil seine Stürmer plötzlich treffen und Vasilj wieder in alter Topform ist. Trotz nur gut 17% Siegchance.

Aus dem Hirschpark in Nienstedten wurden diese Woche drei Damwildhirsche nach Rissen umgesiedelt. Grund: Im Hirschpark war keine artgerechte Haltung mehr gewährleistet. Die Freunde des Hirschparks zweifeln das an. Was unstrittig ist: Den Hirschen wurden für den Transport die Geweihe entfernt.

Ich bin quasi im Hirschpark aufgewachsen und kann berichten: die Hirsche hatten es nie leicht in dem Park. Nervende Kinder, besoffene Nachtschwärmer, die sie mit Pommes füttern und lebensmüde Frauen, die sich neben dem Gehege erhängen. Im Klövensteen geht es ihnen sicher besser. Da ist es bekanntlich sehr ruhig.

—》Ob der Park umbenannt werden muss, stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest.

Die gute Nachricht der Woche zum Schluss …

Steuerfreiheit für die Süderstraße

Gleichzeitig hat Hamburg beschlossen, die Hundesteuer für adoptierte Tierheimhunde drei Jahre lang auszusetzen. Das ist eine echte, unkomplizierte, gute Nachricht. Keine versteckten Kosten, kein Senatsbeschluss mit Hintertür, kein Finanzierungskonzept, das erst in der zweiten Märzhälfte kommt. Einfach: wer einen Hund aus dem Tierheim holt, zahlt drei Jahre keine Steuer.

*Wuff.

— aufgeschrieben/ eingesprochen von Erik Hauth in Hamburg Altona am 28. Februar 2026

Feedback-Ecke:



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Ring2 - das Hamburg Logbuch21 Feb 202600:20:40

Moin Moin Hamburg,

vielen Dank für das Feedback zu meiner Kolumnen-Nullnummer “Hamburg, du doofes Schlagloch”.

Ich verarbeite in diesem Podcast meine eigene Medienkritik, Lob (Danke C.) und Tadel (Danke B.).

Hamburg ist nicht Berlin als Rubrik ist gebongt; einen Sidekick brauche ich noch - und mehr Anekdoten braucht es auch…

Ah ja, eine Frage noch:

Chapters

0:20 Einführung in den Podcast

2:01 Feedback und Interaktion

3:19 Geschichten aus dem Bloggen

4:54 Anekdoten und persönliche Erlebnisse

6:33 Hamburg ist nicht Berlin

6:55 Einblick in den Newsletter

12:36 Glosse über Verkehrsprobleme

17:41 HSV und Hamburger Fußball

19:57 Abschluss und Umfrage



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Café und andere Infusionen07 Feb 202600:12:06

Thema: Kaffe, Kaffee, Caffé, als Espresso, Galao oder aus der großen Kanne

Kaffe spielt in meinen Geschichten eine der wichtigen Nebenrollen; Zeit das wichtige Getränk zur Hauptfigur zu machen - für einen Podcast.

Ich lese aus Logbucheinträgen von 2013 bis 2025:

* Kaffe zum Fang

* Bunte Kaffeflecken

* Stille Sucht

* Als Caffè Cortado

* Flüchtige Liebe

alle Kaffe-Logs im Blog lesen

PS als Bonus gibts morgen noch einen Text von Benny Miller (Wenn dir das hier zu wenig Text war ;)

PPS Vielen Dank, Tom, für das nette Feedback. Tom hört meine Texte gerne bei der Fahrt zur Arbeit. Wo lest und hört ihr mich? Bitte melden …



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Kaffeonkel31 Jan 202600:15:59

Kaffee trinke ich länger als Bier. Und habe nie länger als einen Tag auf ihn verzichtet.

Früher, als wir uns die Nächte in Medienlaboren und im frühen Internet um die Ohren geschlagen haben, literweise aus großen silbernen Kannen. Heute kleiner und schwarzer als Espresso.

Drei Espressi sind es im Schnitt. Mal schwarz, mal als Schweizer Melange mit ein Spritzerchen Kakao. Etwas, was es früher bei Lufthansa an jedem Gate kostenlos zur Frankfurter Zeitung gab.

Eine stille Sucht, die ich mit allen teile, die ich kenne.

Chapters

0:05 Einführung in die Kaffeewelt

3:10 Kaffee und Krimis

9:32 Die Reise zum Kaffee-Nerd

12:28 Kaffee und schlechte Laune

14:05 Nu mach ich mir n 2.

Ein Bekenntnis zum Druck

Ich bin ein Kaffeeonkel. Das ist kein Titel, das ist eine Diagnose. Es ist die Wahrheit, die mir jeden Morgen erstellt wird, bevor die erste Tasse meine Synapsen flutet. In dieser Episode habe ich versucht, das in Worte zu fassen – 500 Zeichen Mastodon-Lyrik verlängert zu einem Audio-Manifest über die einzige Substanz, die ich mir jeden verdammten Tag zuführe - als Longo quasi. Bier? Kann ich lassen. Aber Kaffee ist das Benzin, das diesen Motor am Laufen hält.

Zornig dunkel und literweise

Erinnert ihr euch an die Zeit, als wir noch unsterblich waren? In den Medienlaboren der Neunziger, im “frühen Internet”. Da tranken wir keine “Notes of Apple and Rose”. Wir tranken Schlamm. Er kam aus riesigen silbernen Kannen, er war zornig dunkel und schmeckte im Abgang ein bisschen angebrannt. Wir haben ihn uns literweise in die Hälse gekippt, heiß und gnadenlos, wie das Leben selbst. Wir waren in unseren Zwanzigern, unsere Mägen waren aus Eisen, und wir brauchten diesen Treibstoff, um den Mantel der Müdigkeit zu zerreißen.

Heute ist alles kleiner, schwärzer, konzentrierter. Drei Espressi. Das ist mein Maß. Keine Milch. Um Himmels willen, keine Milch. Ich habe dieses ganze “Latte Fantastic”-Gedöns nie verstanden. Ein Dreiviertelliter weiße Babynahrung mit einem lütten Schuss Koffein? Das ist kein Getränk, das ist ekelhaft. Ich will den reinen Stoff.

Die italienische Verschwörung

In der Episode erzähle ich von meiner ersten Espressomaschine (die noch heute unseren Morgen startet). Ich stand bei diesen zwei wunderbaren Italienern in der Juliusstraße, umgeben von Chrom-Monstern, die so viel kosten wie eine Niere. Und ich fragte: “Was kauft man, wenn man pleite ist, aber das Leben italienisch starten will?” Und sie flüsterten mir zu, als würden sie mir Staatsgeheimnisse verraten: “Kauf ‘ne DeLonghi. Aber sag es nicht unseren Eltern”. Und genau das habe ich getan. Eine Maschine, die Wasser heiß macht und es mit Druck durch Pulver jagt. Mehr braucht der Mensch nicht. Kochendes Wasser, Druck, Erlösung. Die Alltagsvariante von Glaube, Liebe, Hoffnung.

Kommissare auf Entzug

Es gibt einen Grund, warum skandinavische Kommissare Kaffee trinken und deutsche Tatort-Ermittler Bier. Der Deutsche will betäuben, der Schwede will wach bleiben, um klar in den Abgrund zu schauen. Wenn ein Autor nicht weiterweiß, lässt er seinen Kommissar Kaffee kochen. Es ist das universellste Ritual des Universums. Nimm einem Menschen das Essen weg – er wird hungrig. Nimm ihm den Kaffee – und du hast eine Revolution. Nichts macht Menschen so aggressiv wie der Entzug ihrer Droge.

Hört euch die Episode an. Es ist ein Experiment. Ein Text, eine Stimme, eine Sucht. Und dann kommt rüber zu stpauli.social. Da gibt es auch für euch 500 Zeichen Platz, für eure kleinen Neurosen.

Aber erst mal: Kaffee. Schwarz. Jetzt.



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Benjamin hört Stimmen28 Jan 202600:23:07

Heute geistern aber viele Leute in meinen Gedanken herum. Morgens beim Kaffe muss ich an den Abstieg der USA denken, die einst von einem Schauspieler als Präsidenten geführt wurden, dann von einem Kriegshelden und nu (wieder) von einem Reality TV Star. In Staffel 2 geht alles den Bach runter.

Ich schaue immer beim ersten Schluck auf die schutzlos im Wind wiegenden klammen Finger der Birke gegenüber, und denke den ersten Gedanken des Tages: Was kommt als nächstes? Hätte Hollywood nicht jemanden zu bieten? Mark Ruffalo vielleicht - der ist auch bei Substack und hat ne ganz coole Attitude.

Heute Nachmittag sitze ich beim Tee, da springt ein Gedanke über KI-Modelle mir in den Kopf: Wenn die den Stil eines jeden kopieren, remixen und erweitern können, dann könnte ich doch auch meine Texte von anderen Autoren schreiben lesen lassen. Oder von Kombinationen. Von “Benjamin Miller” bspw. oder “Philippe Keruac”. Wie würde sich das anfühlen, wenn Henry Miller und Benjamin von Stuckrad-Barre - also eigentlich ihre energiehungrigen Sprachmodelle, meinen Podcast “anhörten”, den über arktische Logbücher vielleicht, und darüber schrieben?

OK, Benni Miller, dann wollen wir mal:



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