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"Ich glaube, wir haben da was" – ein Chatbot aus 100 Fachbüchern | Interview mit Jörg Strohbach04 Oct 202600:39:39

Wie wird aus 100 Fachbüchern ein KI-Chatbot? Und warum entscheidet sich das nicht im Sprachmodell, sondern in der Art, wie die Inhalte vorliegen?

In dieser Folge spreche ich mit Jörg Strohbach, der die Digitale Produktion Fachbuch beim Hanser Verlag in München leitet, über plastics.ai – den ersten KI-Chatbot für Kunststofftechnik. Entstanden ist er an einem verregneten Februar-Wochenende: Jörg liest einen Artikel über RAG-Systeme, es macht Klick, und zwei Tage später steht er mit einem fertigen Prototyp bei seinem Chef. Also nicht nur mit einer PowerPoint-Folie, sondern mit etwas, das man anfassen kann.

Wir sprechen darüber, warum ein Prototyp jedes Pitch-Deck schlägt, was strukturierte Daten damit zu tun haben und warum XML für so ein Projekt Gold wert ist. Jörg erklärt – inklusive Quietscheentchen für jeden Fachbegriff – was Chunks und Embeddings sind, wo es bei mathematischen Formeln, großen Tabellen und Bildern richtig knirscht und warum der Verlag bewusst auf offene Standards wie DocBook setzt statt auf einen eigenen Haus-Standard.

Und natürlich über die eigentliche Grenze: Wann ist ein Prototyp kein Prototyp mehr? Wann muss man ihn abgeben an jemanden, der das Handwerk versteht, damit aus einer Wochenend-Spielerei ein belastbares Produkt wird?

Eine Folge für alle in Verlagen und Bildungsorganisationen, die ihre eigenen Inhalte für KI nutzbar machen wollen – mit viel Praxis, einer ordentlichen Portion Humor und der Erkenntnis, dass man sich vor allem auf den Weg machen und trauen muss.

Über Jörg Strohbach

Jörg Strohbach leitet die Digitale Produktion Fachbuch beim Carl Hanser Verlag in München. Er ist gelernter Schriftsetzer, war 15 Jahre in der digitalen Druckvorstufe, danach Hersteller beim Hanser Verlag – bevor er auf die digitale Seite wechselte.

Über Dr. Christina Lauer

Ich unterstütze Verlage und Bildungsunternehmen dabei, Content, Prozesse und Menschen fit zu machen für das KI-Zeitalter.

"Keine Kästchen im Org-Chart für KI" | Interview mit Dr. Tina Dingel20 Sep 202600:43:15

Was hat KI eigentlich mit Organisationsentwicklung zu tun? Eine ganze Menge – aber vielleicht anders, als viele Unternehmen gerade denken.

In dieser Folge spreche ich mit Dr. Tina Dingel, Organisationsberaterin, systemischem Coach und langjähriger Führungskraft, darüber, warum Transformation selten an der Technologie allein scheitert.

Wir sprechen über ungeklärte Rollen, Konflikte, Veränderungsmüdigkeit und die Frage, was integre Führung eigentlich bedeutet, wenn niemand genau weiß, was technologisch als Nächstes kommt.

Und natürlich über KI: Sollte sie irgendwann als „Kollegin“ im Organigramm auftauchen? Was passiert, wenn wir Maschinen vermenschlichen? Und müssen wir unsere alten Prozesse wirklich erst analysieren – oder sollten wir ganz anders anfangen?

Eine Folge über Führung, Verantwortung und Organisationen im Wandel – mit einigen ziemlich klaren Meinungen und der Erkenntnis, dass KI vielleicht weniger neue Führungsmodelle braucht, als wir denken.

Über Dr. Tina Dingel

Tina Dingel ist Organisationsberaterin, systemischer Coach und erfahrene Führungskraft. Nach ihrer Promotion in Neuerer Geschichte war sie viele Jahre in der Wirtschaft tätig, unter anderem bei PayPal sowie als CEO von Clue und Steady. Heute begleitet sie Organisationen und Führungskräfte bei Veränderungs- und Entwicklungsprozessen.

Über Dr. Christina Lauer

Ich unterstütze Verlage und Bildungsunternehmen dabei, Content, Prozesse und Menschen fit zu machen für das KI-Zeitalter.

Wenn das Qualitätsargument jeden Change blockiert | Wissen2Go mit Dr. Christina Lauer07 Sep 202600:11:34

Wer in einem Verlag oder einer Bildungsorganisation etwas verändern will, kennt den Moment, in dem die Diskussion endet, bevor sie richtig angefangen hat:

„Das können wir so nicht machen, das entspricht nicht unseren Qualitätsansprüchen."

Danach ist Stille. Gegen Qualität lässt sich schwer argumentieren – vor allem, wenn niemand im Raum genau sagen kann, was damit gemeint ist.

In dieser Wissen2Go-Folge nehme ich mir genau diesen Moment vor. Den Satz habe ich in 20 Jahren Verlags- und Bildungsarbeit in zahlreichen Meetings gehört und dann meistens dieselbe Rückfrage gestellt:

Was heißt Qualität hier konkret – für dich, für deinen Bereich, für das Unternehmen? Und woran würde ein Kunde das überhaupt merken?

Solange die Antwort vage bleibt, wird Qualität zum Blocker, gegen den niemand ankommt. Sobald die Kriterien auf dem Tisch liegen, wird daraus eine Frage, die man prüfen kann.

Durch KI wird das noch dringlicher. Wer Inhalte automatisiert erzeugen, prüfen oder ausspielen will, muss einer Maschine erklären, was ein gutes Ergebnis ist – und merkt dabei, dass vieles von dem, was wir seit Jahren Qualität nennen, nie aufgeschrieben wurde.

Ich sortiere die verschiedenen Arten von Qualität. Und ich zeige, wie man das eigene Qualitätsverständnis explizit macht.

Über Dr. Christina Lauer:

Ich unterstütze Verlage und Bildungsunternehmen dabei, Content- Prozesse und Menschen fit zu machen für das KI-Zeitalter.

"Eine Ambivalenz, die schwer auszuhalten ist" | Interview mit Dr. Stefanie Herr25 Aug 202600:34:49

Sprachmodelle trainieren mit unlizenziertem Verlagscontent, ohne zu fragen und ohne zu zahlen. Gleichzeitig stehen genau diese Verlage vor der Frage, ob und wie sie generative KI selbst einsetzen sollen.

Dr. Stefanie Herr, Leitung Transformation beim Börsenverein des Deutschen Buchhandels, nennt das eine Ambivalenz, die man kaum aushalten kann – und trotzdem müssen Verlage sie aushalten, jeden Tag.

Wir sprechen über die KI-Studie 2026 der IG Digital, für die der Börsenverein knapp 200 Fach- und Führungskräfte aus Verlagen befragt hat.

Wir reden darüber, warum sich Ratgeberverlage, Kinderbuchverlage und Wissenschaftsverlage in ihrer KI-Haltung fundamental unterscheiden, warum RAG-Modelle vielversprechend sind, aber am Vertrieb hängen, und warum nur 6 Prozent der Verlage gezielt Mitarbeitende mit KI-Kompetenz einstellen.

Und am Ende verrät Stefanie uns noch, welches Erlebnis mit KI dazu geführt hat, dass sie sich heute immer wieder bewusst macht: Es ist nur eine Maschine.

Erwähnte Studien

Über Dr. Stefanie Herr

Dr. Stefanie Herr ist promovierte Politikwissenschaftlerin und leitet seit März 2026 als Mitglied der Geschäftsführung den Bereich Transformation beim Börsenverein des Deutschen Buchhandels.

Über Dr. Christina Lauer
Ich mache Content, Prozesse und Menschen fit für das KI-Zeitalter. Ich komme selbst aus der Verlagswelt – 15 Jahre Führungsverantwortung in Redaktion und Lektorat, bevor ich 2026 in die Beratung gewechselt bin. Deshalb kenne ich den Alltag, über den Stefanie und ich in dieser Folge sprechen, aus eigener Erfahrung. Mehr auf christina-lauer.de.

Der digitale Dachboden: KI macht nur das Licht an | Wissen2Go mit Dr. Christina Lauer29 Jul 202600:24:24

Ein Fachverlag, sechs Wochen bis eine neue Regelung in Kraft tritt, 400 betroffene Inhalte.

Jemand sagt: "Kein Problem, dafür bauen wir einen KI-Agenten." Sofort macht sich Erleichterung breit – obwohl noch niemand weiß, welche der 400 Dateien überhaupt die gültigen sind.

In dieser Folge nehme ich mir den Reflex vor, bei sehr unterschiedlichen Problemen zuerst an KI zu denken.

Ich erkläre, welche vier Denkverzerrungen (Biases) dabei ungewollt mitlaufen – und warum KI oft nur sichtbar macht, was vorher schon unaufgeräumt war.

Ein Bild zieht sich durch die Folge: KI als Licht auf dem digitalen Dachboden. Das Licht zeigt die unbeschrifteten Kisten und vergessenen Ordner – aufgeräumt hat damit allerdings noch niemand.

Das kommt in dieser Folge vor:

  • Warum der Satz „Dafür bauen wir einen KI-Agenten" in Meetings sofort Erleichterung auslöst – und was dabei überhört wird
  • Law of the Instrument: warum, wer gerade einen Hammer hat, überall Nägel sieht
  • Confirmation Bias und die Fragen, die im Projektalltag gern durchrutschen
  • Déformation professionnelle – wie aus einem gemischten Problem zu schnell ein reines Tool-Projekt wird
  • Automation Bias, erklärt am Beispiel des Navis
  • Und am Ende die Frage: Was ist hier eigentlich kaputt?


Über Christina Lauer:
Ich unterstütze Verlag und Bildungsunternehmen dabei Content, Prozesse und Menschen fit für das KI-Zeitalter zu machen.

90 Prozent weg – was bei der PDF-Konvertierung in XML verloren geht | Gespräch mit Elena Montero16 Jul 202600:25:01

Viele Verlage und Bildungsanbieter sitzen auf einem großen Schatz an PDF-Inhalten. Wer daraus jedoch ein RAG-System aufbauen möchte, steht vor einer Herausforderung, die häufig unterschätzt wird: PDFs sind für KI nicht automatisch nutzbar.

Gemeinsam mit Elena Montero habe ich darüber gesprochen, warum der eigentliche Engpass oft schon vor der KI beginnt – nämlich bei der Konvertierung in strukturierte Formate wie XML oder Markdown.

In dieser Episode geht es daher unter anderem darum:

  • warum die Wahl des Konvertierungswerkzeugs entscheidend ist,
  • weshalb ein auf den ersten Blick gutes Ergebnis täuschen kann,
  • welche Unterschiede sich zwischen LLMs und klassischen Konvertierungstools zeigen,
  • und warum es keine Universallösung für alle Dokumenttypen gibt.

Und Elena erzählt mir, wie es ist, im Jahr 2026 eine Ausbildung zur Mediengestalterin zu machen – einen Beruf, der durch KI massiv bedroht ist.

Über Elena Montero Maousidou:

Elena ist 18 Jahre alt und macht eine Ausbildung zur Mediengestalterin Digital/Print bei data2type und parsQube in Heidelberg, parallel zur Berufsschule an der Johannes-Gutenberg-Schule. Im Juni 2026 hat sie auf der XML Prague die Ergebnisse ihrer ersten eigenen Studie vorgestellt – ein Vergleich von sechs Tools zur Konvertierung von PDF in KI-lesbare Formate wie Markdown und XML.

Über Christina Lauer:

Christina unterstützt Verlage und Bildungsanbieter dabei, Content, Prozesse und Menschen fit für das KI-Zeitalter zu machen.

Loslassen lernen – wie DIN Media Lektorat und PM trennte | Interview mit Jessica Gutsche03 Jul 202600:40:25

Wer je ein Projekt von Grund auf entwickelt hat – Konzept, Autorenakquise, erstes Manuskript – und dann selbst lektorieren sollte, kennt das Gefühl. Das Baby liegt auf dem Tisch. Der eigentliche Job wartet. Beides geht nicht gleichzeitig gut.

Bei DIN Media haben sie das erkannt und getrennt, was in vielen Fachverlagen noch zusammengehört: Produktmanagement auf der einen Seite, Content Management auf der anderen.

Jessica Gutsche, Head of Content, hat diesen Prozess von innen erlebt und mitgestaltet – und erzählt, wie das wirklich gelaufen ist.

Wir reden darüber, wie aus Lektoratsassistenz-Rollen echte Content-Spezialistinnen und -Spezialisten wurden, wie man verhindert, dass aus getrennten Bereichen Silos entstehen, und warum DIN Media schon 2018 auf XML umgestellt hat – lange bevor irgendjemand laut über KI-ready Content geredet hat. Und über den Moment, an dem man als Führungskraft einfach sagen muss: Verstecken geht nicht.

Über Jessica Gutsche

Jessica Gutsche ist seit dreieinhalb Jahren Head of Content bei DIN Media in Berlin, einem Medienhaus, das seit über 100 Jahren Normen, Standards und technische Informationen publiziert. Davor hat sie in einem Berliner Wissenschaftsverlag und einer Verlagsagentur gearbeitet. Sie sitzt auf Podien des Börsenvereins und denkt laut darüber nach, wie Content strukturiert sein muss, damit er in zehn Jahren noch funktioniert – nicht nur für Menschen, sondern auch für Maschinen.

Über Dr. Christina Lauer

Was XML schon vor KI richtig gemacht hat | Wissen2Go mit Dr. Christina Lauer18 Jun 202600:13:22

XML gibt es seit den späten Neunzigern – erfunden, damit derselbe Inhalt als Buch, E-Book, Plattform und Vorlesefassung funktioniert, ohne dass jemand ihn vier Mal anfasst.

Heute stellt sich heraus: Genau diese Vorarbeit ist auch das, was KI-Systeme brauchen, um zuverlässig mit Verlagsinhalten arbeiten zu können.

In dieser Folge erkläre ich, was XML eigentlich ist, was semantische Auszeichnung, Schemaprüfung und Metadaten damit zu tun haben – und warum eine KI, die nur Schriftgröße und Position sieht, raten muss, während eine KI auf sauber ausgezeichneten Daten das nicht muss.

Dazu ein Blick in Maschinenbau und Handel, die aus völlig anderen Gründen beim selben Prinzip gelandet sind. Und nach vorn: Warum Lizenzdeals, Chatbots und KI-gestützte Recherche genau diese Vorarbeit voraussetzen.

Die erste Ausgabe von Wissen2Go – der Reihe, in der ich Grundlagen erkläre, die bei KI den Unterschied machen.

Inhalt

[00:00] Neues Format: Wissen to go

[01:15] Neue Geschäftsmodelle in Verlagen – und wo die Lücke ist

[03:00] Die Randspalte, die KI falsch versteht

[05:00] XML: warum „was es ist" wichtiger ist als „wie es aussieht"

[07:30] Schema-Prüfung und Metadaten – das, was Markdown nicht kann

[10:30] Schulbuch, Maschinenbau, Handel – dieselbe Lösung aus drei Gründen

[12:30] Was du am Montag tun kannst

Über Christina Lauer:

Warum manche Verlage bei KI weit vorne sind – und andere nicht | Interview mit Carsten Schwab08 Jun 202600:38:28

Carsten Schwab hat als Buchhändler angefangen, dann Verlagswirtschaft in Stuttgart studiert und früh verstanden, dass Inhalte eine Struktur brauchen – bevor sie ein Produkt werden können. Bei S. Fischer hat er das mit dem XML-First-Workflow umgesetzt. Zur Buchmesse 2009 kamen die ersten direkt aus XML generierten ePubs auf den Markt.

Im Gespräch geht es darum, was seitdem passiert ist – und warum die Verlage, die damals diese Entscheidung getroffen haben, heute bei KI-Projekten einen echten Vorsprung haben. Carsten erklärt, wie RAG-Systeme funktionieren, warum kuratierte Verlagsinhalte genau der Rohstoff sind, den solche Systeme brauchen, und welche Frage er in jedem Gespräch zuerst stellt: Welches Problem eurer Kunden wollt ihr damit lösen?

Außerdem: Warum Softwareeinführungsprojekte scheitern, was die Taskforce IT Standards im Börsenverein entwickelt hat – und was sich an Rollen und Verantwortlichkeiten im Verlag ändern muss.

Für alle, die verstehen wollen, warum strukturierte Daten keine reine IT-Frage sind, sondern eine strategische Entscheidung.

[00:00] Gastvorstellung – Carsten Schwabs Weg vom Buchhändler zur XPS

[03:17] Die schwarze Kunst – wie aus Druckerschwärze Daten wurden

[09:14] XML-First bei S. Fischer – und was die Branche daraus gemacht hat

[21:14] Prozesse vor Software – was die Taskforce IT Standards entwickelt hat

[28:09] KI im Verlag: die eine Frage, die vorher geklärt sein muss

[44:06] Carstens persönliche KI-Erfahrung – und warum ihm die Fantasie fehlt

Mehr über Carsten:

Die Zeiten unschuldiger KI-Nutzung sind vorbei | Interview mit Prof. Dr. Katja Nettesheim27 Apr 202600:32:18

Vier von fünf Führungskräften haben keine KI-Strategie — aber 65 Prozent der Mitarbeitenden sind längst bereit. Katja Nettesheim, Strategieberaterin mit fast 20 Jahren Transformationserfahrung, erklärt, warum das kein Technologieproblem ist — und warum die Zeit des unschuldigen Ausprobierens vorbei ist.

  • [00:00] Die letzten Jahre unschuldiger KI-Nutzung — und warum sie enden
  • [03:07] Was in der KI-Transformation gerade nicht funktioniert
  • [05:40] 79 % ohne Strategie, 65 % bereit: Wie passt das zusammen?
  • [10:33] Hausaufgaben der digitalen Transformation — nachholen oder überspringen?
  • [14:49] Große Unternehmen und das Tempo-Problem: Schutzbehauptung oder Realität?
  • [19:46] Drei Perspektiven, ein Thema: Beraterin, CTrO, Aufsichtsrätin
  • [27:43] Was sich ändern muss, damit Worte Taten folgen
  • [31:02] Was KI für Katja persönlich verändert hat

Mehr über Katja Nettesheim:

Zum Nachlesen:


Über Christina

LinkedIn: www.linkedin.com/in/drchristinalauer

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