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Explore every episode of the podcast Radetzkystrasse 1

Dive into the complete episode list for Radetzkystrasse 1. Each episode is cataloged with detailed descriptions, making it easy to find and explore specific topics. Keep track of all episodes from your favorite podcast and never miss a moment of insightful content.

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TitlePub. DateDuration
Über Anfänge in Literatur und Leben mit Ulrike Draesner und Anne Sauer11 Apr 202500:45:51

„Anfänge sind großartige Illusionen“, sagt die vielfachausgezeichnete Autorin Ulrike Draesner. In dieser ersten Folge spricht sie mit Frauke Kühn über die Magie literarischer Romananfänge, über die Schönheit des Schreibens – und über die Anfänge, die das Leben selbst uns schenkt oderzumutet.

Anlässlich der Eröffnung des neu gestalteten LiteraturhausesVorarlberg haben wir den „Anfang“ ins Zentrum gestellt: Was bedeutet es, neu zu beginnen? Wann haben Menschen zuletzt etwas zum ersten Mal gemacht? Und welcheAnfänge bleiben im Gedächtnis – weil sie leicht oder schwer gefallen sind?

Weil auch für uns ein neuer Weg beginnt, spricht Fraukeaußerdem mit der Literaturvermittlerin, Autorin und Podcasterin Anne Sauer. Gemeinsam fragen sie: Was kann ein Literaturhaus heute sein? Und welche Empfehlungen gibt es für einen geglückten Anfang?

Teaser: Radetzkystrasse 1 - jetzt neu!04 Apr 202500:00:50

Herzlich Willkommen in der Radetzkystrasse 1 - der Podcast des Literaturhauses Vorarlberg. Wir öffnen eine Tür ins Literaturhaus – für alle, die in die Welt der Sprache eintauchen möchten. In unserem neuen Podcast nehmen wir euch mit hinter die Kulissen, lassen Autor:innen, Veranstalter:innen und das Publikum zu Wort kommen und bieten spannende Einblicke in unsere Literaturveranstaltungen.

Ihr habt eine Veranstaltung verpasst? Kein Problem! Hier gibt’s Gespräche, Eindrücke und Hintergründe – jederzeit und überall. Hört rein und bleibt dran an den Geschichten, die unser Literaturhaus bewegen!

Ab Freitag, dem 11. April - überall, wo es Podcasts gibt.

Von der Faszination der Vergangenheit in der Gegenwart28 Jun 202400:41:17

Unter seinen Händen und denen seines Teams erwachen derzeit sämtliche Holzarbeiten der Villa Franziska und Iwan Rosenthal wieder zum Leben. Er entdeckt, erforscht, befundet und enttarnt. Dabei findet er auch ein Stück Neuschwanstein in dem denkmalgeschützten Gebäude. Sein Herz aber hängt an den alten für lange Zeit geheimnisvoll versteckten Fenstern der Villa und an einer alten Flügeltür, die dem Haus vor vielen Jahren verloren ging und die nun wieder gefunden werden wollte.

Seit 1984 ist Helge Bartschs Familienunternehmen Bartsch-Restaurierungen in Immenstadt im Allgäu länderübergreifend in der Baudenkmalpflege, Möbelrestaurierung, der Bauforschung sowie der Möbel- Bau- und Beschlagsrekonstruktion tätig. 2015 wurde das Team für seine besonderen Leistungen mit dem Bundespreis für Denkmalpflege im Schreinerhandwerk ausgezeichnet. Heute spricht Helge mit Frauke in der Radetzkystraße 1 über seine umfassende Arbeit in der Villa, in die das Literaturhaus Vorarlberg einziehen wird und geht auch der Frage nach, wann ein Denkmal denn eigentlich ein Denkmal ist.

Lieber Helge, wir freuen uns auf den Herbst, denn du musst unbedingt für eine zweite Folge zu uns kommen!


Foto: ©Bartsch Restaurierungen

Wie man Jugendliche für das Lesen begeistert14 Jun 202400:25:04

Als Autor, Literaturvermittler und Verlagsgründer hat sich Stephan Sigg auf eine jugendliche Zielgruppe spezialisiert. Seine inhaltlichen Schwerpunkte sind Leseförderung, Nachhaltigkeit und Gerechtigkeit. Er möchte Literatur, die sich mit den Themen der Jugendlichen beschäftigt, in einfacher Sprache fördern und gründete gemeinsam mit seinen Kolleg:innen Alice Gabathuler und Tom Zai in der Schweiz den „da bux“ Verlag. „Kleine Bücher – großer Inhalt“ lautet das Motto. 

In diesem Jahr begleitet Stephan Sigg die Volksschüler:innen der jüngsten writers:class des Literaturhauses Vorarlberg und kommt durch kleine Schreibimpulse mit ihnen ins Erzählen und Fantasieren. Kinder, die gerade erst das Schreiben gelernt haben, erhalten bei ihm die Möglichkeit, das Handwerk zu erforschen und sich mit einfachen Worten, aber viel Spaß, selbst besser kennenzulernen. 

In seinen Büchern vermittelt Stephan Sigg vor allem gesellschaftliche Grundwerte wie Respekt, Dankbarkeit und Toleranz und bietet Jugendlichen somit die Chance, Antworten auf ihre Fragen zu finden. Darüber, wie Stephan Sigg gerade Jugendliche, die das Lesen hassen, zum Lesen bringt und woran es liegt, dass die Lesekompetenz bei Jugendlichen aktuell abnimmt, spricht er mit Jenny in der Radetzkystraße 1. 

Vielen Dank für das nette Gespräch, Stephan Sigg. 

Foto © Matthias Frager / A Downstairs Affair 

Über die Sehnsucht, in Vergessenheit zu geraten31 May 202400:39:15

Wer sich dem Debütroman Nincshof der jungen österreichischen Autorin Johanna Sebauer als Leser:in öffnet, dem öffnet sich nicht weniger als ein ganzes Dorf. Ein Dorf, das im Seewinkel im österreichischen Burgenland, am Rande zu Ungarn liegt. Ein Dorf, in dem sich die Grenzen zwischen Fakten und Fiktion, Mythen und Gegenwartsthemen auflösen. Ein Dorf, das die Sehnsucht hat, in Vergessenheit zu geraten, denn, davon sind einige Dorfbewohner fest überzeugt, wer vergessen ist, lebt endlich in Ruhe und absoluter Freiheit. Schnell zeigt sich jedoch, wie schwer es ist, ein Dorf von der Bildfläche verschwinden zu lassen, vor allem im Zeitalter von Internet und Wikipedia. 

In der Radetzkystrasse 1 spricht Johanna Sebauer mit Frauke über die Sehnsucht, in Vergessenheit zu geraten, über das Leben auf dem Dorf und in der Stadt, über den Moment, in dem ihr Buch für sie zum ersten Mal als Hörbuch ‘laut’ wurde, ihre Lektorin Annette Weber und über ihren Onkel Kurt, der für das frühe Manuskript von Nincshof eine nicht unerhebliche Rolle spielt. 

Vielen Dank für das so lebendige Gespräch, Johanna Sebauer

Danke auch an das Team der Stadtbibliothek Dornbirn, das uns nicht nur ihre Räumlichkeiten für die Aufnahme vor der Lesung zur Verfügung gestellt hat, sondern uns früh über Johanna Sebauers Lesung in Dornbirn informiert hat, so dass wir die Möglichkeit hatten, die Autorin um dieses Gespräch anzufragen. Schön war’s. Sehr sogar! 

Sebauer, Johanna: Nincshof, DuMont 2023.

Von der Ewigkeit und dem richtigen Zeitpunkt17 May 202400:33:43

Direkt beim Steinbruch Tiergarten und der Autobahn A3 in Mels im Kanton St. Gallen in der Ost-Schweiz steht es: ein kleines Häuschen. Laut dem Bundesamt für Straßen rauschen täglich rund 40.000 Motorenfahrzeuge an ihm vorbei, dazu kommen dutzende Züge. Eingebettet zwischen Straße und Schienenstrang und derart hoch frequentiert kämpft das kleine Häuschen auf dem Gelände eines 170 Jahren alten Steinbruchs seit vielen Jahren noch im Zerfallen tapfer gegen die Zeit. 

Die spannende Kunst- und Literaturinitiative «Oh, Darling, du zerfällst mir sehr» hat sich dem Häuschen, seinem Zerfall und dem alten Steinbruch mit leidenschaftlichem Forscherdrang hingegeben. In der Radetzkystrasse 1 spricht die Schweizer Autorin und Initiatorin des Projektes Andrea Keller mit Frauke darüber, was sich dabei alles unerwartet an die Oberfläche gespielt hat oder aus den Tiefen geborgen und freigelegt wurde. Ein kurzweiliges Gespräch über die Ruhe der Ewigkeit, das Vergängliche und den Gedanken, dass wir alle Zeit weder verlieren noch gewinnen können. 

Im Anschluss an das Gespräch hört ihr Gedichte von Tanja Kummer, Gabriella Alvaraz-Hummel, Barbara Schibli und Martina Caluori, die im Rahmen des Projektes entstanden sind. 

Vielen Dank für dieses so schöne Gespräch, liebe Andrea

Oh Darling, du zerfällst mir sehr!   

Wie man eine Dorfbibliothek aus dem Dornröschenschlaf weckt03 May 202400:30:09

Eine kleine Dorfbibliothek hat andere Herausforderungen zu meistern, als eine Landesbibliothek. Als die Sozialpädagogin Margit Brunner Gohm vor zehn Jahren die Leitung der Bibliothek Satteins übernahm, nutzte sie die Gelegenheit hier eine eher antiquariatsmäßig geführte Bibliothek aus ihrem Dornröschenschlaf aufzuwecken und in eine moderne Bibliothek zu verwandeln. Es geht um Chancengleichheit, Antidiskriminierung, Nachhaltigkeit, Umweltschutz und ein gutes Miteinander. Auch eine Bibliothek am Land, die anders genutzt wird, als in der Stadt kann Wertehaltungen vermitteln und sozialpolitisches Engagement zeigen, findet Margit Brunner Gohm. Im Gespräch mit Jenny redet sie über die wichtige Rolle, die Bibliotheken als dritter Raum in der Gesellschaft einnehmen, über Leseförderung bei Kindern und Jugendlichen und über ihr Kindersachbuch „Anna und Paul entdecken Vorarlberg“, das sie mit großem Aufwand selbst publizierte.


Vielen Dank für das schöne Gespräch, Margit Brunner Gohm!

Warum es nicht schadet, die Fantasie zu trainieren19 Apr 202400:34:46

Er hat 2024 den Hans Christian Andersen Award für sein Lebenswerk erhalten, den renommiertesten internationalen Kinderbuchpreis. Mit mehr als 150 Gedichten, Kurzgeschichten und Erzählungen für Kinder bereichert Heinz Janisch jung und alt. Weil sein Großvater stets mit ihm Wolkenbilder angeschaut hatte, wurde Heinz Janisch Geschichtenerzähler. Seine Ideen fliegen ihm zu, landen auf Zetteln und in eigens dafür hergerichteten Schatzkisten, bis sie schließlich in die Köpfe der Kinder fliegen. Heinz Janisch geht mit Buchstaben, Wörtern und Sprache so leichtfüßig und verspielt um, wie kaum ein anderer Kinderbuchautor. Mit seinem ORF Format „Menschenbilder“ hat er ungewöhnliche, berühmte und ausgezeichnete Menschen interviewt und genoss es, ihren Lebensgeschichten stundenlang zuzuhören. Als Autor liebt er es dagegen, wenn die Kinder ihm Fragen stellen: „Warum bist du alt? Hast du eine Katze und wieso hast du lange Haare?“ Über die Magie der Sprache und warum es nicht schadet, die Fantasie zu trainieren, redet Jenny mit Heinz Janisch in der Radetzkystrasse 1.  

  

Vielen Dank für das angenehme und inspirierende Gespräch, Heinz Janisch. 

  

Und vielen Dank der Stadtbücherei Bregenz, die uns ihre Räumlichkeiten und ihre Zeit für dieses Interview geliehen haben.

Wenn die widrigsten Bedingungen zur Chance werden05 Apr 202400:43:44

Der letzte Abend eines jungen Paares im hochsommerlichen Hannover kurz vor dem Umzug nach Berlin. Noch einmal sollen alle Freund:innen zusammenkommen, um gemeinsam Abschied zu feiern. Doch der Abend verläuft anders als geplant. Erst verbrennt die Lasagne, geladene Gäste sagen kurzfristig ab, ungeladene stehen plötzlich vor der Tür und sitzen schließlich am Tisch. Rund um diese turbulente Szenerie offenbaren sich von Minute zu Minute die wunden Punkte aller Figuren dieses Kammerspiels und es faltet sich das fragile Beziehungsgeflecht zwischen Lisa und Clemens auf. 

Der Vorarlberger Schauspieler und Drehbuchautor Sebastian Jakob Doppelbauer schrieb gemeinsam mit Lukas Nathrath das Drehbuch und übernahm mit der Figur Clemens eine der beiden Hauptrollen. Ein nuancenreiches Spiel, das ihm prompt eine Nominierung als Bester Nachwuchsschauspieler beim Max Ophüls-Preis 2023 einbrachte. In der Radetzkystrasse 1 spricht Sebastian mit Frauke nicht nur über das Schauspiel und die Sprache, sondern auch darüber, was es bedeutet, mit knappen Mitteln, ein Drehbuch in drei Wochen zu schreiben, einen Film in vier Wochen zu drehen und warum gerade dann Preise ein Game Changer sein können. 

Vielen Dank für das schöne Gespräch, Sebastian Jakob Doppelbauer

Über das Buch als objet du désir22 Mar 202400:45:04

Die rötlich leuchtende Hausfassade ist bereits aus der Entfernung gut zu erkennen. Etwas näher offenbart sich ein warm erleuchtetes Schaufenster, mit schönsten Büchern in der Auslage. Über der schmalen Eingangstreppe hängt ein altmodisch anmutendes Schild mit der Aufschrift: Edition Moderne. Avantgarde seit 1981 - der Klassiker. In einer kleinen Seitenstraße mitten in der Weltstadt Zürich ist hier mit der Edition Moderne der älteste unabhängige Comic Verlag des deutschsprachigen Raumes und der einzige der Deutschschweiz zu Hause. Ein Verlag der sich mit Haut und Haar der narrativen Zeichnung verschrieben hat und mit seinem Programm weltbekannte und preisgekrönte Comic- und Graphic Novel-Autor:innen ebenso wie spannende Newcomer:innen vertritt. 

In der Radetzkystrasse 1 berichtet Julia Marti, die den Verlag gemeinsam mit Marie-France Lombardo leitet, über das Glück und die Herausforderungen der Verlagsführung in der Comicbranche, über Buchgestaltung und die Zusammenarbeit mit Autor:innen, über Panels und Gutter und über ein Crowdfunding, das als Liebeserklärung verstanden werden darf. 

 

Vielen Dank für das feine Gespräch, Julia Marti! 

 

www.editionmoderne.ch 

 

Lika Nüssli: Starkes Ding 

Lucas Harari: Der Magnet 

Matthias Gnehm: Gläserne Gedanken 

Rina Jost: Weg 

Jaques Tardi: Ich, René Tardi, Kriegsgefangener im Stalag IIB 

Sheree Domingo, Patrick Spät: Madame Choi und die Monster 

Marjane Satrapi: Persepolis 

Nando von Arb: Fürchten lernen 

Hier geht’s zu Julias exklusiven Graphic Novel-Tipp!  

Foto © Anne Morgenstern

Wie nähert man sich der Lebensgeschichte des eigenen Vaters an?08 Mar 202400:42:10

Die Radetzkystrasse 1 ist zurück und macht gleich zum Auftakt einen Ausflug in die Schweiz! Wir sind zu Gast in St. Gallen und treffen die Schweizer Künstlerin Lika Nüssli in ihrem Atelier. Frauke spricht mit der preisgekrönten, leidenschaftlichen Grenzgängerin zwischen verschiedensten Kultursparten. Neben ihrer Aktions- und Videokunst, der Malerei oder einem Daumenkino für das Literaturhaus Vorarlberg, lässt sie auch als Autorin in ihren Graphic Novels Bild und Text auf eindrückliche Weise aufeinandertreffen. 

Nachdem ihr Comic ‘Vergiss dich nicht’ intensive Bilder für ihre an Demenz erkrankte Mutter und damit für das Erinnern und Vergessen schafft, erzählt ihre aktuelle Graphic Novel ‘Starkes Ding’ die Kindheits- und Jugendjahre ihres Vaters in der Schweiz. Mit 11 Jahren wird Ernst Nüssli als Kinderknecht, als Verdingkind gegen Bezahlung auf den Hof eines fremden Bauern gegeben. Es folgen entbehrungsreiche Jahre, die sich tief in die Biographie und das Wesen des Vaters eingeschrieben haben. Mitten im Lockdown, hunderte Kilometer voneinander entfernt, kommen Lika und ihr Vater am Telefon über seine Vergangenheit ins Gespräch. Es entspinnt sich ein langandauernder intensiver Dialog, aus dem die Idee für das ‘Starke Ding’ entspringt und in dem die Tochter ihrem Vater als Junge und schließlich sich selbst nachspürt. 


Vielen Dank Lika Nüssli für das bewegende Gespräch! 


Die Radetzkystrasse 1 erscheint jetzt für euch alle zwei Wochen, dafür aber mit längeren Gesprächen. Einverstanden? 


https://likanuessli.ch 

https://www.editionmoderne.ch 

https://www.editionmoderne.ch/buch/starkes-ding/ 

https://vexer.ch/products/vergiss-dich-nicht 

https://literatur.ist/event/daumenkino-sich-und-der-sprache-begegnen/ 

 

Wenn Vieles im Verborgenen bleibt31 Dec 202300:25:29

Für Ingrid Maria Kloser liegt die Faszination im Dazwischen, in dem, was zwischen den Zeilen passiert, in der Stille, die sich in einem Gespräch ausbreiten kann, bevor ein Wort – die Sprache - die Lücke wieder füllt. Mit einem feinen Gespür für dieses Zwischenmenschliche und die stillen Übergänge des Alltäglichen hat sie ihre Erzählung “Jakob geht Heim” (2022, Kollektiv Verlag) verfasst und spricht mit Jenny Spiegel über Geschichten, die im Verborgenen liegen, wie die Niemandskinder – Kinder marokkanischer Soldaten – die auch in Vorarlberg existierten und dennoch tabuisiert wurden.

Danke, Ingrid Maria Kloser, für das feine Gespräch! 


Wir verabschieden uns mit dieser Folge in die Weihnachtspause und freuen uns auf ein Wiederhören mit euch in 2024!

Wenn eine Freundschaft zum Rückzugsort wird20 Dec 202400:18:12

Heute haben wir gleich zwei besondere Gäste bei uns in der Radetzkystrasse 1 zu Gast. Zum einen Petra Pellini, die mit einem Auszug aus ihrem Buch „Der Bademeister ohne Himmel“ 2021 mit dem Vorarlberger Literaturpreis ausgezeichnet wurde zum anderen unsere Kollegin Marina Höfler, die das Interview geführt hat. Das Gespräch hat bereits im August stattgefunden. Wir freuen uns euch hiermit Marina als weitere Podcast-Stimme vorzustellen, die Frauke und Jenny ab der 8. Staffel der Radetzkystraße 1 begleiten wird. Mit dieser besonderen Folge verabschieden wir uns heute schon in die Weihnachtspause. Im neuen Jahr gehen wir zu dritt in die Podcast-Werkstatt und kommen, pünktlich zur Eröffnung des Literaturhauses Vorarlberg im April 2025, mit einer frisch renovierten Radetzkystraße 1 zu euch zurück! Lasst euch überraschen! 

 

Die 15-jährige Linda ist mit ihrem Leben alles andere als glücklich. Auch der demenzkranke Hubert hadert mit seiner Situation. In der Freundschaft, die zwischen den beiden entsteht, können beide sein, wie sie sind: Ohne Leistungsdruck und Erwartungen von außen. Die Freundschaft wird zum Rückzugsort. Marina Höfler hat mit Petra Pellini über ihren Roman „Der Bademeister ohne Himmel“ gesprochen, der 2024 bei Rowohlt erschienen ist und der die besondere Freundschaft zwischen zwei Menschen thematisiert, die auf den ersten Blick nicht viel gemeinsam haben. Der Roman zeigt, wie gut es tun kann, einander Geschichten zu erzählen und macht gleichzeitig darauf aufmerksam, dass sich der gesellschaftliche Umgang sowohl mit Jugendlichen als auch mit demenzkranken Menschen ändern muss. Außerdem unterhält sich Marina mit Petra darüber, wie sie ihren Instagram-Account bespielt und warum sie Schwimmbäder so sehr liebt.  

  

Danke an dieser Stelle an die Bücherei Hohenems, die uns ihre Räumlichkeiten für die Aufnahme zur Verfügung gestellt hat. „Der Bademeister ohne Himmel“ ist mittlerweile in 6. Auflage erschienen und wird gerade ins Südkoreanische und Tschechische übersetzt.  
 

Vielen Dank für das feine und schöne Gespräch, Petra Pellini!

Wenn dir klar wird, dass dir niemand zuhört17 Nov 202300:31:06

Er hatte nie die Absicht, Moderator oder Radiostimme zu werden, und kann auch nicht genau sagen, wie es eigentlich dazu gekommen ist. Aber Dominic Dapré kann genau erklären, warum Podcasts so erfolgreich sind und worauf es bei einem guten Podcast ankommt. Er ist eine der Stimmen des "Guten Morgen"-Teams von ORF Radio Vorarlberg und unterhält wöchentlich zusammen mit seinem Kollegen Christian Suter die Zuhörer:innen im sogenannten Laber-Podcast "Kaktuskuscheln". In dieser Folge plaudert er auch mit Jenny Spiegel über Authentizität, die Freude am Zuhören und die "writers:class on air" an der HAK Lustenau, bei der er als Referent tätig sein durfte und die ihn schon mehr als einmal überrascht hat. 

Vielen Dank für das unterhaltsame Gespräch, Dominic Dapré

Wenn Sprache verletzt10 Nov 202300:27:30

Als eine von 100 Autor:innen publiziert Nora Bendzko in dem Wörterbuch “Vielfalt. Das andere Wörterbuch” (Duden, 2023). Ihr Wort ist “Mischling”. Ein Begriff mit dem sie sich als junge deutsche Frau mit marokkanischen Wurzeln nur schwer identifizieren kann. Nora Bendzko ist Autorin, Sängerin und Lektorin mit dem Schwerpunkt sensitivity reading. Hierbei durchleuchtet sie Texte mit Blick auf rassistische Formulierungen oder kulturelle Vorbehalte, die zu einem negativen Menschenbild führen, beleidigen und ausgrenzen können. “Ich fühle mich in meiner Arbeit oft missverstanden”, gesteht sie im Gespräch mit Jenny Spiegel und spielt damit auf die feindlichen Reaktionen an, die sie als sensitivity reader durchaus zu spüren bekommt. In der Radetzkystrasse 1 spricht sie über eine zeitgemäße Sprache, wann kulturelle Aneignung geschieht und ob die künstlerische Freiheit durch eine progressive Sprache eingeschränkt wird. 

 

Vielen Dank für das schöne Gespräch, Nora Bendzko!

Wie Weltliteratur für Kinder zugänglich wird03 Nov 202300:24:58

Die Nische rettet ihr Überleben, erklärt Anna Kindermann im Gespräch mit Jenny Spiegel. Nächstes Jahr feiert der Kindermann Verlag das 30-jährige Bestehen und blickt auf eine spannende Geschichte im Kinderbuchsektor zurück. Verlagsgründerin Barbara Kindermann wollte Weltliteratur für Kinder zugänglich machen. Ausschlaggebend für die Idee war damals ihre Tochter Anna Kindermann, die den Verlag vor drei Jahren übernommen und um die Reihen "Sagen für Kinder", "modernes Bilderbuch" und "Kinder entdecken berühmte Leute" erweitert hat. Anna Kindermann erzählt in der Radetzkystrasse 1, wie es ihr gelingt, Klassiker der Weltliteratur wie E.T.A. Hoffmanns "Der Sandmann", William Shakespeares "Der Sturm" oder Johann Wolfgang von Goethes "Der Zauberlehrling" kindgerecht umzuschreiben und Sagen wie "Der gehörnte Siegfried" von Gustav Schwab neu zu erzählen ("Siegfried, der Drachentöter", 2023, Kindermann Verlag). 

Vielen Dank für das schöne Gespräch, Anna Kindermann!

Wenn Heimweh zum Schreiben inspiriert27 Oct 202300:21:24

Großes Heimweh hat Marlene Kilga dazu gebracht in Kanada Kriminalgeschichten über einen Feldkircher Inspektor zu schreiben. „Es war, wie ein kleiner Heimatbesuch“, erklärt sie im Gespräch mit Jenny Spiegel. Chefinspektor Finster, Inspektor Schwärzler , Abteilungsinspektorin Fleur Günther und Martha, die Figur, die große Parallelen zu Marlenes Welt aufzeigt, sind die Hauptfiguren der Kriminalromane, die in und um Feldkirch spielen. Meistens sind die Fälle mit einem lokalen Mythos, einer Sage oder einer ungeklärten Begebenheit verknüpft und machen die Geschichten mythisch-schaurig, trotz dem für das Genre typischen Spiel mit Fakten. In der Radetzkystrasse 1 lässt Marlene Kilga einen Blick hinter die Kulissen ihres Schreibprozesses blicken, erzählt davon, wie die Einsamkeit im Ausland sie zum Schreiben gebracht hat und lässt uns spüren, wie spannend der Weg für angehende Autor:innen sein kann.  
  

Vielen Dank für das schöne Gespräch, Marlene Kilga

Wenn die Kraft der Sprache in der eigenen Geschichte liegt20 Oct 202300:26:12

Mit dem Wunsch, einem geschriebenen Text mehr Aufmerksamkeit zu schenken, startete Doris Büchel die 'Edition: Onepage' – das Magazin, das auch ein Plakat ist. „Am besten eine Seite, ein Text, ein Gedicht“, sagt sie im Gespräch mit Jenny Spiegel in der Radetzkystrasse 1. Sie ist eine Schreiberin, die auf ihrem Weg schon durch mehrere Zimmer gegangen ist, um auf das Format zu stoßen, das sie am liebsten bedient: Das Memoir. Außerdem bietet sie würdezentrierte Therapie im Hospiz Werdenberg an. Bei dieser Methode verfasst sie Briefe und Geschichten für Menschen, die schwer krank sind und das Bedürfnis haben, ihre eigene Geschichte festzuhalten. Doris Büchel hört zu, stellt Fragen und dokumentiert auf eine sensible und respektvolle Art und Weise die Worte und Geschichten von schwerkranken Patient:innen. Im Podcast erzählt Doris, wann sich die eigentliche Magie der eigenen Geschichte entfaltet und welche Kraft Sprache in dem Moment für sie und für alle Zuhörenden hat.  

Vielen Dank für das nette und offene Gespräch, liebe Doris

Von einer, die auszog, das Kümmern zu verlernen13 Oct 202300:34:56

Die Kinder machen Matura, werden flügge und verlassen die Familienwohnung. Damit beginnt nicht nur ein neuer Lebensabschnitt für die Heranwachsenden, sondern auch für ihre Mutter, die nun aus der zu großen Wohnung in eine kleinere umziehen muss. Es gilt die Habseligkeiten und damit auch die Erinnerungen auszusortieren. Was darf mit umziehen? Was wird verkauft? Was verschenkt? Was entsorgt?

Mit ihrem aktuellen Buch 'Eine vollständige Liste aller Dinge, die ich vergessen habe' fügt die Autorin Doris Knecht ihrer Werkliste nicht nur ganz sicher einen weiteren Beststeller hinzu, sondern auch einen Buchtitel, der irritiert und in Erinnerung bleibt. In der Radetzkystrasse 1 spricht die bekannte Falter-Kolumnistin mit Frauke Kühn über das Vergessen und das Verzeihen, darüber, wie man Erinnerungen auf die Waage legt, welchen wunderbaren Einfluss Hunde auf nestflüchtige Kinder haben können und darüber, was es für den Schreibprozess bedeutet, wenn biographische mit fiktionalen Momenten in Berührung gehen.


Vielen Dank für das nette Gespräch, Doris Knecht!

Von der Poesie des flüchtigen Moments06 Oct 202300:42:19

Der Hohenemser Künstler Lorenz Helfer hält in seinen Werken immer wieder die scheinbar flüchtige Bewegung an. Vor allem mit Öl, aber auch mit Dispersionsfarbe begibt er sich auf die andauernde ruhige Suche nach dem Neuen, der Herausforderung. Stets in der Andeutung verbleibend lässt er Darstellungen mit detailpräziser Wirkung entstehen. Er reduziert das Gesehene auf wenige Striche, malt das Licht, pointiert mit Farbe, malt und übermalt. 

Für das Literaturhaus Vorarlberg hat sich Lorenz Helfer im Rahmen der Daumenkino-Kollektion ‚Großes kleines Kino‘ zu einer Miniatur einladen lassen. Mit Kugelschreiber und rotem Buntstift spürt Lorenz Helfer in den 50 Bildern seines Daumenkinos ‘Wortgefecht’ dem Moment nach, in dem Sprache Menschen in die Begegnung führt und Raum für Berührung schafft. 

In der Radetzkystrasse 1 spricht Lorenz Helfer gemeinsam mit Frauke über seine überdimensionale Hausfassadenkunst und über die Herausforderungen des Mikroformats Daumenkino, mit dem er erste Erfahrungen bereits zu Schulzeiten im Religionsunterricht sammelte. 

Er erzählt, welche der Charaktereigenschaften von Sprüh-, Dispersions- und Ölfarbe ihn faszinieren, wo man in Vorarlberg heute noch ein echtes Helfer-Graffiti sehen kann und von der Einschränkung, die ihm immer wieder die größte Inspiration ist. 

 

Danke für das schöne Gespräch, Lorenz

Was passiert, wenn Gesundheit und Literatur gemeinsame Sache machen?29 Sep 202300:23:49

Es ist klein, quirlig, flauschig, frech, neugierig, fast immer hungrig und verfügt über phantastische Fähigkeiten – wenn es sich denn richtig gut ernährt. Die Rede ist vom kleinen Schmeck. Seit Sommer 2023 fliegt, hüpft, rennt und turnt es durch die Schulklassen der Vorarlberger Volksschulen. Erdacht von der Kinderbuchautorin Jenny Dietrich und illustriert von Lisa Althaus, hat es im Rahmen eines Hörspielprojektes des aks Gesundheit Bregenz nicht nur das Licht der Welt erblickt, sondern blitzschnell die Herzen der Kinder und ihrer Eltern im Sturm erobert. In der Radetzkystrasse 1 erzählt Marlene Brettenhofer, Projektleiterin des aks Gesundheit Bregenz, wie es zu diese außergewöhnliche Kooperation mit dem Literaturhaus Vorarlberg kam, die nicht nur Literatur und Gesundheit verbindet, sondern vor allem darauf zielt, Kinder auf spielerische Weise in das Thema ‚gesunde Ernährung‘ eintauchen zu lassen. Außerdem blickt sie zurück auf die Entstehungsphase und berichtet, wie viele Köpfe, Hände, Kinderstimmen, Profisprecher:innen und Herzen es gebraucht hat, um ein Hörspiel für Kinder zu produzieren. Am Ende kommt dann auch die wichtigste Person, das kleine Schmeck, endlich zu Wort! Freut euch auf ein unterhaltsames und interessantes Gespräch und eine leckere Kostprobe des Hörspiels ‚Das kleine Schmeck‘!

Danke, Marlene, für das schöne Gespräch!


Mehr Infos zum kleinen Schmeck!

Ihr möchtet mehr vom kleinen Schmeck hören? Dann schnell zu YouTube!

Mit der Kraft der Sprache Zeichen gegen Partnergewalt setzen22 Sep 202300:29:25

Ein erschreckend großer Teil an Frauen ist in den eigenen vier Wänden dauerhaft häuslicher Gewalt ausgesetzt. Dabei bewirken subtile Mechanismen, dass betroffene Frauen in vielen Fällen in den gewaltgeprägten Beziehungen verbleiben. Die Initiative StoP (Stadteil ohne Partnergewalt) setzt es sich zum Ziel das Thema der Partnergewalt öffentlich sichtbar zu machen. Es gilt, nicht nur die betroffenen Frauen, sondern vor allen Dingen auch ihr Umfeld, von der Nachbarin bis zu verschiedenen Gesellschaftsgruppen, für das Moment der häuslichen Gewalt zu sensibilisieren, sie in einem zweiten Schritt über Handlungsmöglichkeiten zu informieren und schließlich ganz generell die Zivilcourage der Einzelnen zu stärken. Dafür arbeitet die Projektleiterin von StoP in Vorarlberg, Nikola Furtenbach, neben den gängigen Opferschutzeinrichtungen auch mit unterschiedlichsten Partner:innen vom Faschingsverein bis zum Fußballclub zusammen. Ihr Ziel ist ein gut sichtbares, deutliches gemeinsames Auftreten der Gesellschaft gegen die Gewalt an Frauen. 

In Kooperation mit dem Theater Kosmos in Bregenz startet StoP das Theaterprojekt ‚Die Zelle‘, die das Thema der häuslichen Gewalt anhand der Erinnerungen der Protagonistin Franziska aufarbeitet. Für Text und Regie der Collagenartigen Inszenierung zeichnet die deutsche Theaterpädagogin und Regisseurin Constance Cauers verantwortlich. Im Podcast gibt sie Einblick in ihre Arbeit als ästhetische Forscherin, die immer wieder in Zusammenarbeit mit sogenannten Expert:innen des Alltags wichtigen Themen nachspürt und diese inszeniert. Dabei macht sie ihre Stücke mit Vorliebe jenseits der Mauern künstlerischer Institutionen erlebbar. Auch für ‚Die Zelle‘ verwandelt sie die vermeintlich private Angelegenheit der häuslichen Gewalt in ausgewählten Leerständen oder auch Ateliers jenseits der Distanz einer Theaterbühne zum öffentlichen Akt mit intensiver Wirkung. 

 

Danke an Nikola Furtenbach und Constance Cauers für das so wichtige Gespräch! 


”Die Zelle” mit Caroline Weber in der Hauptrolle startet am Donnerstag, 28. September in Bregenz und wandet dann zu verschiedenen Veranstaltungsorten in Vorarlberg. Alle Infos zum Premierenstart und weiteren Aufführungen findet ihr auf der Seite des Theater Kosmos Bregenz. 

Über das Glück im Schreiben15 Sep 202300:31:03

Anna Ospelt hat mit ihrem aktuellen Buch ‚Frühe Pflanzung‘ eine besondere Erzählform, nämlich einen lyrischen Essay in die Umsetzung gebracht. Das Wochenbett mit ihrer Tochter war eine Zeit, die für die Autorin von großer Erschöpfung geprägt war, in der sich aber auch viele neue Bilder und Gedanken aufgetan haben. In kurzen völlig zweckfreien Notizen ist es ihr gelungen, sich auch in dieser kräftezehrenden Zeit das Schreiben zu bewahren. Monate später erkennt sie, dass in diesen Notizen spannender Stoff verborgen liegt und beginnt das Erlebte und Empfundene, das Gehörte und Gedachte in ein Buch zu verwandeln. Entstanden ist eine Sammlung von Kurztexten, die an Haikus erinnern und einen dünnen, aber niemals sich verwirrenden Faden durch das Mutter-Werden und Mutter-Sein spinnen. In der Radetzkystrasse 1 erzählt die Autorin von den Herausforderungen dieser Lebensphase, von den großen Fragen, Ängsten, Erwartungen und von dem Glück, das in all dem und für sie selbst vor allem auch im Schreiben verborgen liegt.


Vielen Dank für das schöne Gespräch, Anna Ospelt!


Ospelt, Anna: Frühe Pflanzung, Limmat Verlag, 2023.

Über das vermeintliche Nichtstun06 Dec 202400:30:43

Als einer der bekanntesten österreichischen Kinder-Songwriter hat er sich einen Namen gemacht: Matthäus Bär. Nachdem er seine Musikkarriere beendet hat, widmet er sich nun dem Schreiben von Kinderbüchern. „Ich muss sagen, dass die Sprache eigentlich immer im Vordergrund gestanden ist“, erzählt Matthäus im Gespräch mit Jenny und verweist auf seine Leidenschaft, an Texten zu arbeiten – sei es in der Musik oder in der Literatur. 

2024 ist sein erstes Kinderbuch „Drei Wasserschweine brennen durch“ im dtv Verlag erschienen. Darin büxen drei gelangweilte Wasserschweine aus ihrem Zoogehege aus, um das „Mehr“ zu finden – das Mehr im Leben, das Mehr in der Welt. Während Teil zwei dieser humorvollen Tier-Reihe bereits beim Verlag liegt, erzählt Matthäus in der Radetzkystraße 1, wie er versucht, Familie und Kreativität unter einen Hut zu bringen, warum ihn die drei Wasserschweine schon lange begleiten und weshalb er ein vermeintliches Nichtstun als so inspirierend empfindet. 

 

Vielen Dank an die Arbeiterkammer Bibliothek Feldkirch, in der wir dieses schöne Gespräch führen durften und natürlich vielen Dank, Matthäus Bär!

Wie SPIEGEL-Bestseller entstehen08 Sep 202300:22:21

Stella Tack schreibt einen SPIEGEL-Bestseller nach dem anderen. Sie bedient die Genres Young Adult, New Adult, Romance und ist vor allem für ihr Subgenre Comedy Romance bekannt. Mit ihrer Familie wohnt sie inzwischen in Feldkirch und schreibt drei Bestseller pro Jahr. Im Gespräch mit Jenny Spiegel redet sie über ihre Arbeit als Autorin für Großverlage, warum das Cover und der Buchschnitt ausschlaggebend für den Erfolg sind und wie SPIEGEL-Bestseller in Wahrheit entstehen. 

  

Vielen Dank für das schöne Gespräch, Stella Tack! 

Über kopierte Städte, gläserne Gedanken und Utopien01 Sep 202300:29:24

Von kopierten Städten über die Wirkung von Ballungsräumen auf den Menschen bis hin zu der Frage, wie es wäre, wenn künstliche Intelligenz unsere Gedanken gläsern machen würde: der Architekt und preisgekrönte Graphic Novel-Autor Matthias Gnehm spürt mit großer Leidenschaft und Faszination zeitaktuellen Themen nach und übersetzt sie in grafisch wie erzählerisch eindrucksvolle Graphic Novels. 

Mit Frauke Kühn spricht er in der Radetzkystrasse 1 über seine Liebe zum Zeichnen und die große Freiheit beim Schreiben sowie über die Herausforderungen des Comiclesens, bei dem nicht nur Leerstellen gefüllt werden wollen, sondern auch sekundenschnell erfasste Bildsequenzen mit einem eher bremsenden Text eine Einheit bilden. Außerdem wirft Matthias Gnehm einen Blick in die Stadt der Zukunft, auf die Optionen der KI für das literarische Arbeiten, auf den Verlag edition moderne, der mit seinen Autor:innen immer wieder spannende neue Wege geht und auf Frankreich, das Land der neunten Kunst. 

 

Danke für das feine Gespräch, Matthias Gnehm

 

https://www.dietherapiederzeit.ch 

Über die Kraft von Literaturzeitschriften28 Jul 202300:21:15

Sie kommt als leichtes Format mit schönstem Layout daher: die Rede ist von der Literaturzeitschrift 'miromente'. Viermal pro Jahr versammelt sie unterschiedlichste literarische Stimmen, die sich mit kurzen Texten in der Literaturzeitschrift präsentieren. Verantwortlich dafür ist der Bregenzer Autor und Herausgeber Wolfgang Mörth. Seit fast 20 Jahren kuratiert und entwickelt er die Literaturzeitschrift 'miromente' und verschickt diese regelmäßig an rund 500 Abonnent:innen. Diese haben mit jeder Ausgabe die Möglichkeit, bewährte Stimmen zu genießen sowie neuen Stimmen zu entdecken. Ergänzt werden die Texte meistens von Grafiken und Zeichnungen ausgewählter bildnerischer Künstler:innen, die auf einer besonders intensiven Ebene den Dialog zu den Texten öffnen. In der Radetzkystrasse 1 erzählt Wolfgang Mörth von den Anfängen dieses feinen literarischen Mediums, wie es zu seinem Namen und seinem Untertitel ‘Zeitschrift für Gut und Bös’ kam und warum es so wichtig ist, den Büchermarkt und seine unzähligen monatlichen Neuerscheinungen mit dem Format der Literaturzeitschrift zu ergänzen. 

 

Danke für das feine Gespräch, Wolfgang Mörth!

www.miromente.at

Wie man Kinderbüchern zu Form und Stil verhilft21 Jul 202300:23:47

Seit mehr als 40 Jahren illustriert Lisa Althaus Bücher, vor allem Kinderbücher. Lisa Althaus ist Künstlerin, Illustratorin und Mitgründerin des Vereins Kunst Vorarlberg. Mit Jenny Spiegel unterhält sie sich über den großen Unterschied zwischen der Arbeit als Künstlerin und der Arbeit als Illustratorin. Sie klärt auf, wo die Herausforderung im künstlerischen Handwerk liegt, wenn man Sachbücher oder Fiktion illustriert, und inwiefern sich die Illustrationen von Erstlesebüchern zu Vorlesebüchern unterscheiden. Es geht um den Prozess der Illustration bei der Produktion eines Kinderbuches, sowohl zu analogen als auch zu digitalen Zeiten, um die Frage nach dem richtigen Zeichenstil und warum Lisa Althaus vor allem Pferdebilder gemalt hat. 

Vielen Dank für das schöne Gespräch, Lisa Althaus

Warum es sich lohnt, in unerforschte Gebiete aufzubrechen14 Jul 202300:17:26

Sie hat ein kleines Haus gestaltet, das hoffentlich eine große Wirkung entfaltet. In der Radetzkystrasse 1 spricht die Grafikdesignerin Johanna Amann mit Frauke Kühn über unser neues #tinyliteraturhaus. Außerdem wagen sich die beiden, mit einem Atlas ausgerüstet, in unerforschte Wissens- und Fühlgebiete vor. Ein spannender Weg, der sie nicht nur zur Philosophie, Medizin oder zur Literatur und zu einem der 13 schönsten Bücher Österreichs des Jahres 2021 führt, sondern auch nach Litauen bringt. 

 

Danke Johanna Amann für das feine Gespräch! 

Warum es wichtig ist, dass Graphic Novels dem Text noch eine zusätzliche Ebene geben - oder gerade nicht07 Jul 202300:39:54

Von Thomas Bernhard bis Prinz Gigahertz. Die Bandbreite des österreichischen Graphic Novel Autors Lukas Kummer ist beachtlich. Während er in den autobiographischen Erzählungen Bernhards, konsequent in schwarz weiß gehalten, mit minimalistisch eingesetzten grafischen Stilmitteln die für Bernhard typischen Elemente der endlosen Wiederholungen und der Überspitzung optisch zu großer Wirkung verhilft, schöpft er bei bei seinem eigenen Stoff Prinz Gigahertz auf gänzlich andere Weise aus dem Vollen. In dem Märchen, das starke Tendenzen zum Science Fiction und zur Fantasy hat, trifft neonfarbene Retro-Computerspiel-Ästhetik auf eine Hauptfigur, die durch eine postapokalyptische Landschaft und große Abenteuer zieht. In der Radetzkystrasse 1 spricht Lukas Kummer mit Frauke über seinen Arbeitsprozess, ein Daumenkino und darüber wie seine Liebe für Thomas Bernhards Texte gewachsen ist.

Vielen Dank für das feine Gespräch, Lukas Kummer!

Warum Literaturpreise unverzichtbar sind30 Jun 202300:53:06

Eine Lüge, eine verlorene Bibliothek, ein Albtraum ihres Vaters – die Biographie der siebenjährigen Julya Rabinowich scheint sich an einer Reihe von Zufällen zu entscheiden. Als eine der ersten Familien, erhält die ihre 1977 nach der Flucht aus der damaligen Sowjetunion, unter der Regierung Bruno Kreiskys die Genehmigung in Österreich zu bleiben. Die anfängliche Sprachlosigkeit erlebt das junge Mädchen, das bereits mit sieben Jahren erste eigene Kurzgeschichten verfasst, als Trauma – und dennoch liegt später genau in der deutschen Sprache und Literatur der eher blinde Fleck der in der russischen Sprache, Literatur und Kunst so versierten Eltern. Mit einer unerschütterlich überzeugten Großmutter, die ihrer Enkelin vorlebt, dass alles machbar ist, öffnet sich Julya Rabinowich mit dem Schreiben ihren Raum und ihre Welt in einer Familie, in der Konflikte und Abgründe gut überdeckt werden. In der Radetzkystrasse 1 spricht die mehrfach preisgekrönte Autorin mit Frauke Kühn über das Ankommen sowie darüber, was es bedeutet und wann es beginnt. Gemeinsam blicken sie aber auch hinter die Kulissen des 8. Hohenemser Literaturpreises und der Arbeit der Jury, der Julya Rabinowich neben dem Literaturkritiker Stefan Gmünder und der Literaturwissenschaftlerin Veronika Schuchter in diesem Jahr angehört hat. Julya Rabinowich erzählt, was sie am Siegertext überzeugen konnte und warum sie – als eine von vielen Nicht-Bachmannpreis-Träger:innen – Literaturpreise für unverzichtbar hält. 

Allen, die jetzt neugierig sind und den Träger des 8. Hohenemser Literaturpreises Bülent Kacan sowie seinen ausgezeichneten Text näher kennenlernen möchten, empfehlen wir den Literaturpodcast ‚auf Buchfühlung‘! Dort findet ihr ein ausführliches Interview mit dem Preisträger, geführt von drei Studentinnen der Universität Innsbruck! 

Vielen Dank für das schöne Gespräch, Julya Rabinowich

Wie Scheitern doch zu Erfolg führen kann23 Jun 202300:38:18

Sie hat alles falsch gemacht, was man als motivierte Autorin mit dem ersten Manuskript in der Hand falsch machen kann. Kinder- und Jugendbuchautorin Irmgard Kramer erzählt von dem Beginn ihrer Karriere und warum aller Anfang mit dem Scheitern beginnt. Ihrem sehnlichsten Wunsch, Kinder- und Jugendbuchautorin zu werden, konnte trotz allem nichts im Wege stehen. Selbst ihr 600 Seiten langes Ursprungsmanuskript zu ihrem 2019 mit dem Österreichischen Kinder- und Jugendliteraturpreis ausgezeichneten Roman „17 Erkenntnisse über Leander Blum“ (Loewe Verlag, 2018) musste ihren eigenen Erkenntnissen geopfert werden. Mit Jenny Spiegel redet sie über das Glück der Naivität, wieso sich vieler ihrer Geschichten um Häuser drehen, und macht neugierig auf einen Weg, den sie gemeinsam mit dem Literaturhaus Vorarlberg gehen wird.  
  

Vielen Dank für das schöne Gespräch, Irmgard Kramer

Wenn der Inhalt eines Buches seine Ästhetik bestimmt16 Jun 202300:23:05

Das Ginkoblatt prägt sein Firmenlogo und steht mit der fast geteilten Blattform, die miteinander verbunden ist, obwohl sie doch getrennte Wege zu gehen scheint, für die beiden großen Bereiche seiner Arbeit. Denn Kurt Dornig ist Grafikdesigner und Illustrator mit Schwerpunkt Buchgestaltung. Am liebsten bezeichnet er sich selbst als Gestalter, weil der Begriff seine Arbeit am besten umfasst. Im Gespräch mit Jenny Spiegel beschreibt Kurt Dornig seine Arbeit als Juror bei den Wettbewerben „Die schönsten deutschen Bücher“ und „Die schönsten Bücher aus aller Welt“ und beantwortet die Frage, wie Ästhetik in der Buchgestaltung bewertet werden kann. Der von ihm gestaltete Werkkatalog „Wir kommen total verklebt auf die Welt“ wurde 2021 beim Wettbewerb „Die schönsten Bücher Österreichs“ ausgezeichnet. Wieso seiner Meinung nach kein Buch ohne Fokus auf den Inhalt schön gestaltet werden kann, beantwortet er in dieser Folge. 

Vielen Dank für das schöne Gespräch, Kurt Dornig!

Warum die Kultur des Vorlesens nicht unterschätzt werden soll09 Jun 202300:17:47

"Es geht nicht um den pädagogischen oder unterhaltenden Wert beim Lesen von Kinderbüchern, sondern ums Eintauchen in andere Welten und vor allem lesen, lesen, lesen", findet Naemi Sander. Sie ist Kulturvermittlerin und Pädagogin für Kinder- und Jugendliteratur in der Stadtbibliothek Dornbirn. Hier entwirft sie vielseitige Projekte für Kinder, um ihr Interesse an Literatur und Geschichten zu wecken. Ein großes Ziel ihrer Arbeit ist die Leseförderung und der Erhalt einer aktiven Vorlesekultur. Mit Jenny Spiegel unterhält sie sich über die Kraft des Vorlesens für Bildung, Sprache und Kultur von Kindern, über die Bibliothek der Zukunft und über den Wert der Kinder- und Jugendliteratur in der Buchbranche. 
   

Vielen Dank für das schöne Gespräch, Naemi Sander. 

Über die Befreiung beim Schreiben22 Nov 202400:36:44

Drei jugendliche Freunde, die kaum unterschiedlicher sein könnten. Unter ungewöhnlichen Umständen treffen Ali mit palästinensischen Wurzeln und der Syrer Tarek auf Vincent, der gutbürgerlich im Einfamilienhaus in aufgeräumten aber eher kühlen Verhältnissen aufwächst. In seinem aktuellen Roman ‘Pink Elephant’ erzählt Autor Luca Kieser von einer Teenager-Freundschaft, die drei Jungs aus unterschiedlichen Lebensrealitäten zusammenwachsen lässt. Während sich in Deutschland das WM-Sommermärchen anbahnt, erleben Tarek, Ali und Vincent, wie Alltagsrassismus auf unbewusst gelebte Privilegien trifft. 

Mit Frauke spricht Luca Kieser, dessen Debütroman ‘Da war etwas im Wasser’ 2023 für den Deutschen Buchpreis nominiert war, über die dringende Frage nach Zugehörigkeit und darüber wie sich sein Schreibprozess zu diesem komplexen Thema gestaltet hat. 

Vielen Dank für das tolle Gespräch, Luca Kieser

Über Neugier, Mikrogeschichten und Zeit02 Jun 202300:17:09

Grafikerin, Poetry Slammerin, Studentin, Coach, writers:class-Autorin und Mutter Katy Bayer verkörpert viele Aufgaben und Personen in einem. Dazu findet sie auch noch Zeit zu Stricken, Schreiben, Fotografieren und ihrer Neugierde nachzugehen. Als writers:class-Autorin begibt sie sich mit jugendlichen Schüler:innen einmal pro Monat in einen kreativen Schreibprozess, der beide Seiten des Projekts stets neu inspiriert. So sammelt Katy die Mikrogeschichten, die sich im Klassenzimmer ergeben und erzählt diese im Account des Literaturhauses @literaturhaus auf TikTok. Mit Jenny Spiegel redet sie über die Kraft von Kreativität, Rhythmus und über ihre unstillbare Neugier.  


Vielen Dank für das schöne Gespräch, Katy Bayer

Über das besondere Erleben von Literatur und Natur26 May 202300:21:51

Alpateliers, Lesewanderung und das Vorarlberger Jazzorchester! Diese vielfältigen Formate stehen für das Literaturfest Kleinwalsertal, das seine Seiten bereits zum dritten Mal in der bekannten Tourismusdestination aufschlägt. Gemäß dem Thema ‚sein‘ lädt das Fest mit dem Untertitel ‚Wanderung zwischen Wort und Tal‘ dazu ein, sich mit den Autor:innen Sascha Garzetti, Antonie Schneider, Nils Nußbaumer oder auch Carolyn Amann auf eine Lesewanderung zu besonderen Orten und Texten aufzumachen. Eine Wanderung, bei der die Besucher:innen nicht nur einander und der einzigartigen Natur, sondern immer wieder auch sich selbst begegnen werden. Darüber hinaus kreiert das Literaturfest verschiedene erlebnisreiche wie unwiederholbare Momente. Neben dem Klassiker der Lesewanderung und dem fulminanten Abschluss des Festes am Sonntag für den das Vorarlberger Jazzorchester und die Autorin Carolyn Amann deren Text ‚Petit Mal‘ gemeinsam auf die Bühne bringen, starten zum ersten Mal die Alpateliers: Fünf junge Künstler:innen aus städtischen Kontexten beziehen für fünf Tage fünf abgelegene Alphütten – und führen Tagebuch. Zum Auftakt des Festes kommen die Autor:innen Romina Nikolić, Samuel Kramer und Valeria Anna Lampert sowie der Musiker Philip Yaeger und der Fotograf Dominik Buder zurück ins Tal, begegnen sich dort zum ersten Mal und performen im Alpwerk ihre Tagebucheinträge. Projektleiterin und Kulturmanagerin Katharina Kleiter blickt in der Radetzkystrasse 1 gemeinsam mit Frauke Kühn auf das Festivalprogramm und berichtet, warum es so reizvoll ist, wenn der eine oder andere Programmpunkt bis zum letzten Moment ein weißes Blatt bleibt, auf dem alles passieren kann. 
 

Vielen Dank für das schöne Gespräch, Katharina Kleiter! 
 

Das Literaturfest Kleinwalsertal findet vom 24.-25. Juni statt. Alle Informationen gibt es hier auf einen Klick

Wer gehört dazu? Über den Begriff der Klasse in der Literatur19 May 202300:33:19

Mit ihrem Roman ‚Die verschissene Zeit‘ führt die Autorin Barbi Marković ihre Leser:innen in das Belgrad der 90er Jahre. Drei Teenager, deren Alltag zu einem großen Teil aus Warten, Hoffen und Perspektivlosigkeit besteht, geraten in ein spektakuläres Zeitmaschen-Abenteuer, das sie in einem aufregenden Hin und Her durch die ‚Allneunziger‘ schickt. Wanja, Marko und Kasandra erleben eine Dekade, in der sich Krieg, Inflation und der Zerfall ihres Landes die Klinke in die Hand geben – ein kaputtes Jahrzehnt, das die Menschen auf direktem Weg von einer klassenlosen in eine Klassengesellschaft überführt. Was aber ist Klasse? Wo und wie zeigt sie sich und warum greift die zeitgenössische Literatur den Begriff der Klasse wieder vermehrt auf? Diese Fragen standen in diesem Jahr im Mittelpunkt der Feldkircher Literaturtage am Theater am Saumarkt. In der Radetzkystrasse 1 sprechen die Literaturvermittlerin Marie-Rose Rodewald-Cerha und Barbi Marković über Merkmale und Auswirkungen der Diskriminierung aufgrund der sozialen Herkunft und darüber, was die Literatur dieser hoch aktuellen, umfassenden gesellschaftspolitischen Problematik entgegenzusetzen hat.

Vielen Dank für das schöne Gespräch, Barbi Marković und Marie-Rose Rodewald-Cerha!


Marković, Barbi: Die verschissene Zeit, Residenz Verlag, 2021

Hooks, Bell: Die Bedeutung von Klasse, 4. Auflage, Unrast Verlag, 2022.

Wie erzählt man 100 Millionen Jahre Geschichte auf 100 Buchseiten?12 May 202300:24:39

Als das vorarlberg museum coronabedingt geschlossen war, nutzten die beiden Kulturvermittlerinnen Elvira Flora und Claudia Schwarz die Zeit, um sich ihren langersehnten Wunsch zu erfüllen und schrieben, zeichneten und konzipierten ihr interaktives Kindersachbuch „Vorarlberg erzählt – Die große Geschichte vom kleinen Land“, das 2022 im Tyrolia Verlag erschienen ist. Ein Buch, das mit Rätseln, Bildern, Wimmelbildern, Fotos, Sach- und Erzähltext die vielen kleinen Geschichten der Vorarlberger Geschichte erzählt. Jenny Spiegel redet mit Elvira und Claudia über die Herausforderung 160.000 Objekte aus dem Museumdepot zu erfassen, wie es sich anfühlt Geschichtensammlerin zu sein und warum gerade Hohenems in Bezug auf die Vorarlberger Literaturgeschichte eine besondere Rolle spielt. Außerdem gehen sie den Fragen nach, wie das vorarlberg museum die junge Genration ins Museum lockt und wie ein Museum der Zukunft agieren kann.  


Vielen Dank für das schöne Gespräch, Elvira Flora und Claudia Schwarz!  

Über die Kraft der Sprache und ein Daumenkino05 May 202300:21:49

Die preisgekrönte Autorin und Illustratorin Raffaela Schöbitz schafft das, was auf den ersten Blick unmöglich scheint: Sie faltet die große Welt der griechischen Mythologie auf der kleinen Fläche das Daumenkinos auf. Mit der Figur der treuen Penelope, die in Homers Odyssee über 20 Jahre auf ihren Mann Odysseus wartet, entwirft Raffaela Schöbitz für die Daumenkino-Edition ‚Großes kleines Kino‘ des Literaturhauses Vorarlberg eine bild- und sprachgewaltige Geschichte über das Erzählen. Penelope, die gleichermaßen in ihrem Schicksal gefangen ist und dessen Fäden doch selbst in die Hand nimmt, wird zum Sinnbild für die Frage, welche Erzählfäden sich in welche Kontexte einweben und wem die Geschichte gehört, wenn die Erzählerin dahinter längst zu Staub zerfallen ist. In der Radetzkystrasse 1 spricht die Autorin, deren Kinderbuch ,Graue Riesen' 2020 in die Kollektion des Österreichischen Kinder- und Jugendbuchpreises aufgenommen wurde, mit Frauke Kühn über die emanzipatorischer Kraft dieser antiken Frauenfigur, über feine Verknüpfungen zur Villa Franziska und Iwan Rosenthal in Hohenems, über das Zeichnen im Kopf und über Bilder, die mehr erzählen als der Text. Außerdem verrät sie, warum man ihr Daumenkino von hinten und vorn erleben kann.  
  

Vielen Dank für das schöne Gespräch, Raffaela Schöbitz 
Hier findet ihr alle Informationen zum Daumenkino

Warum der Wald ein Schatzort ist24 Mar 202300:21:53

Die Geheimnisse des Waldes – ein Buch, das der Förster, Waldpädagoge und Autor Jürgen Thomas Ernst eigentlich gar nicht schreiben wollte. Glücklicherweise scheint sein Verleger über beste Überredungskünste zu verfügen. Nach sieben Romanen gibt Jürgen Thomas Ernst deshalb nun in seinem ersten Sachbuch Einblicke in den Wald, die viele seiner Leser:innen so wahrscheinlich noch nie gesehen haben. Die Langsamkeit und Achtsamkeit, die der Autor als kleines Kind auf dem Hof seiner Großeltern und auf Streifzügen mit seiner Großmutter im Wald erleben durfte, haben den Naturliebhaber schon in frühen Jahren geprägt. In der Radetzkystrasse 1 blickt Jürgen Thomas Ernst mit Frauke Kühn auf diese frühen Erlebnisse zurück und erzählt davon, wie er diese Art, die Natur und damit auch Wesentliches über sich selbst zu erfahren, bis heute an Erwachsene, vor allem aber an Kinder weitergibt. Mit seinem Buch bringt der Autor den Wald auf vielfältige Weise wieder als Schatzort in unser Bewusstsein. Ein Ort, der sich nicht nur als Lösungsort für so manches menschliches Weh erweist, sondern sich auch als ein starkes soziales Gefüge darstellt.  


Vielen Dank für das feine Gespräch, ⁠Jürgen Thomas Ernst⁠


Mit dieser Folge verabschieden wir uns in eine kleine Frühjahrspause! Wir freuen uns auf ein Wiederhören mit euch am 5. Mai 2023!  

 
Jürgen Thomas Ernst: Geheimnisse des Waldes, 2023, braumüller.

Von Bachverliebungen und Meererfahrungen17 Mar 202300:23:57

Wenn Sprache und Musik wie Wellen fließen, geht in Siljarosa Schletterer das Lyrikherz auf. 2022 erschien ihr erster Lyrikband „azur ton nähe - flussdiktate“ im Limbus Verlag. Für die Flussdiktate hat die Lyrikerin, Autorin und Kulturvermittlerin der Fluss- und Seenlandschaft Mitteleuropas zugehört und den Wörtern gelauscht, die in den Wellen wohnen. „Bäche sprechen ihre eigenen Sprachen“, schreibt die Autorin und taucht im Gespräch mit Frauke Kühn tiefer in die Seelen eines jedes Flusses oder Baches ein, der ihr begegnet ist. Diese Bachverliebungen stehen für Siljarosas Überzeugung, dass in der Natur einem immer wieder das DU begegnen wird. Es geht um die Kraft des nature writings, den Klang von Sprache, eine Literaturlandschaft, die auch von Preisen und Stipendien bestimmt wird und um die Bewegung des Wassers, sowohl in der Natur als auch in der Sprache.

Vielen Dank für das feine Gespräch, Siljarosa Schletterer!

Zwei Bäume und ein Literaturhaus10 Mar 202300:23:34

Ganz allmählich schlägt das Literaturhaus Vorarlberg in der sich noch in der Renovierung befindlichen Villa Franziska und Iwan Rosenthal in Hohenems seine Wurzeln. Im Park des 1890 erbauten Hauses stehen zwei eng ineinander verschlungene Bäume. Zumindest einer davon, bewohnt den Garten bereits seit rund 130 Jahren. Nach einem langen Dornröschenschlaf stehen die Bäume nun aufgrund der Sanierung der Villa und der Umgestaltung des Parkareals inmitten einer beeindruckenden Baustelle.  

Der Vorarlberger Baumpfleger Stefan Gieselbrecht und sein Team haben beide Bäume im Blick und stellen über präventive Maßnahmen sicher, dass sie die Aktivitäten auf der Baustelle unbeschadet überstehen. In der Radetzkystrasse 1 spricht er mit Frauke Kühn darüber, welche Gefahren für Bäume auf Baustellen und in den Gärten lauern, welche Methoden er anwendet, um Baumschäden zu erkennen und zu heilen und warum vor allem alter Baumbestand unbedingt erhalten werden muss. Dabei wird mit jedem Satz Stefan Gieselbrechts tiefe Leidenschaft für das Verstehen der Lebensabläufe und der Anatomie des Baumes spürbar. Eine Leidenschaft, die ihn schon bis zu 50 Meter in die Höhe geführt hat und deshalb nicht nur Kenntnisse über verschiedenste Baumfragen, sondern vor allen Dingen auch spezielle Seilklettertechniken voraussetzt.  

Rund um die beiden Bäume hinter dem Literaturhaus Vorarlberg zeigt sich Stefan Gieselbrecht zuversichtlich. Er geht davon aus, dass sie im später öffentlichen Park des Areals den Besucher:innen noch viele Jahrzehnte lang Freude und Schatten spenden werden!

Vielen Dank für das feine Gespräch, Stefan Gieselbrecht!

Wie viel Kunst steckt im Lektorat?03 Mar 202300:18:28

Genauso wie Rohdiamanten einem Schliff unterzogen werden,ist es auch das Ziel des Lektorats, einen Text vor seiner Publikation in seine größte Strahlkraft zu bringen. Aber woran erkennen Lektor:innendas Potenzial eines Texts und wie kann dieses wirkungsvoll sichtbar gemacht werden ohne die Handschrift der Autor:innen, das Wasserzeichen eines Textes, zu verwischen? Wie gehen Lektor:innenmit Autor:innen über deren Herzenswerk ins Gespräch und an die Arbeit?  
 
Evelyn Bubich, selbst Autorin, Veranstalterin und Rezensentin, vor allem aber Lektorin, spricht in der Radetzkystrasse 1 gemeinsam mit Frauke Kühn über die verschiedenen Ebenen eines Lektoratsprozesses. Die gebürtige Klagenfurterin gibt Einblick in ihre Zusammenarbeit mit Autor:innen, erzählt aber auch vom Umgang mit dem eigenen Text in dieser sensiblen Phase des Schreibprozesses, von den besonderen Herausforderungen des Lyrik-Lektorats und von der Unsichtbarkeit der Lektor:innen außerhalb des Literaturbetriebs.

Vielen Dank für das feine Gespräch, Evelyn Bubich!

Der Taufschein Amerikas oder die meistgesuchte Karte der Welt24 Feb 202300:27:16

Wer Amerika wann entdeckt hat, ist kein Geheimnis. Doch welcher Irrtum hat dazu geführt, dass der Kontinent ganz offensichtlich nicht nach seinem Entdecker Christoph Kolumbus benannt wurde und welche Rolle spielt die Vorarlberger Montfortstadt Feldkirch in diesem Zusammenhang?  

Diese spannende Geschichte, die gleichzeitig ein Seefahrerabenteuer und ein Meilenstein der historischen Kartographie ist und darüber hinaus von einem 380 Jahre langen Dornröschenschlaf erzählt, faltet Dr. Philipp Schöbi im Gespräch mit Frauke Kühn in der Radetzkystrasse 1 auf. Der Mathematiker, der mit einer großen Lieben zur Literatur und einem unerschütterlichen Forschergeist ausgestattet ist, bahnt einen Weg durch die Irrtümer und Annahmen des 15. Jahrhunderts, die zur Entdeckung und Benennung Amerikas geführt haben. Er erzählt von Zufällen und fraglichen Ereignissen, die den Lauf der Geschichte bestimmt haben, und nimmt uns mit auf eine Odyssee von Amerika bis ins Vorarlberger Unterland. Er erzählt von dem allerersten schriftlichen Beleg Amerikas und davon, wie die neue Welt erstmals aufs Papier kam. Ein Papier das knapp 400 Jahre wie vom Erdboden verschluckt schien und Anfang des 20. Jahrhunderts von Pater Josef Fischer der Stella Matutina in Feldkirch als Sensationsfund wieder aufgestöbert wurde.

Vielen Dank für das feine Gespräch, Philipp Schöbi!

Schöbi, Philipp: „Die Wiederentdeckung von Amerikas Taufschein – Wie ein Pater der Stella Matutina, Josef Fischer SJ, die längst verschollene Geburtsurkunde Amerikas wiederfand“, in: Montfort, Zeitschrift für Geschichte Vorarlbergs, 74. Jahrgang, Band 2, Studien Verlag 2022, S. 55-80.

Über die Unschärfen der Sprache08 Nov 202400:36:48

Von ‚your are wonderful‘ bis zu dem, was ‚wir sollen‘, vom 6 Meter in die Höhe aufgestellten Schreibstift bis hin zum 15 Meter langen liegenden Teppich: der Vorarlberger Künstler Marbod Fritsch macht seit vielen Jahren kontinuierlich mit seinen Kunstwerken auf sich aufmerksam. Immer wieder avanciert die Sprache in seinen Arbeiten zur Hauptdarstellerin. 

Marbod Fritsch spielt mit Bedeutungsebenen, die er verdichtet oder überlagert, allerdings ohne dabei je zu überschreiben. Marbod Fritsch führt unseren Blick durch die Oberfläche über mehrere Ebenen in die Tiefe. Dabei macht er Kontexte sichtbar und lässt einen Bedeutungsraum entstehen, in dem Spannung und Berührung stattfinden. 

In der Radetzkystraße 1 spricht Marbod Fritsch mit Frauke über das ewigen Ringen um die Idee, die Unschärfen der Sprache und darüber, wie wichtig es für ihn ist, sich immer wieder an die Ränder des Ungewissen zu bewegen, wenn er mit der Linie den Raum dividiert und Kunst schafft, die den Menschen auf direkte Weise betrifft. 

Danke für das so schöne Gespräch, Marbod Fritsch

Es gibt kein letztes Wort17 Feb 202300:23:05

Mit kraftvoller Ruhe lässt Sarah Kuratle ihre Texte nach außen frei. Ihr Anliegen ist es, ihre Worte nicht nur im Arbeitszimmer, sondern auch dort laut werden zu lassen, wo sie andere Menschen erreichen können. Die Autorin und Bibliothekarin, geboren in Bad Ischl, studierte und lebte zwischenzeitlich in Graz und Wien, bis sie sich nun in Vorarlberg niedergelassen hat. Einer der Gründe dafür ist / mag die Nähe zur nichtmenschlichen Welt am Land sein, die für Sarah Kuratle besonders bedeutungsvoll sowohl fürs Schreiben als auch für das Leben ist.

Im Gespräch mit Frauke Kühn schildert die Schriftstellerin, wie sie mit dem Erfolg ihres im Otto Salzmüller Verlag erschienen Debütromans Greta und Jannis. Vor acht oder einhundert Jahren umgeht und ob er ihr Schreiben beeinflusst. Sarah Kuratle erzählt die tragische Liebesgeschichte rund um Greta und Jannis in unzähligen Fragmenten, die sich nach ihren ganz eigenen magischen Gesetzmäßigkeiten wieder zusammenfügen. Zeitsprünge, Perspektiven oder auch Motivanleihen aus Märchen oder Musik werden zum Erzählstrom, der die Leser:innen mitzieht und sie einlädt sich von der ganz eigenen Rhythmik und Melodie der Autorin tragen zu lassen. Dabei entsteht der Eindruck, als gäbe es in Sarah Kuratles Geschichten kein letztes Wort und kein Ende, sondern ein immerwährendes Erzählen.

In der Radetzkystrasse 1 gibt die junge Autorin Einblick, wie sie beim Schreiben ein feines Netz zwischen scheinbar Gegensätzlichem webt, und damit nicht weniger als die große Wahrheit erzählt über das Märchenhafte und das Wahre, über die Zeitlosigkeit der Liebe und ihre Tabus, über die Gegenwart und ihre Vergangenheit.

Vielen Dank für das feine Gespräch, Sarah Kuratle!

Was ist wirklich wirklich und richtig richtig?10 Feb 202300:21:47

Obwohl die Jugend bekanntlich vergänglich ist, gibt es Themen und Fragen, die sich bereits in jungen Jahren in die Köpfe der Heranwachsenden graben und diese wohl lebenslänglich nie mehr verlassen. Schriftsteller Andreas Jungwirth besucht in seinen Jugendromanen persönliche Erfahrungen und Erinnerungen und geht dabei dem zeitlosen Streben nach Authentizität, Wirklichkeit und Liebe auf den Grund. Der in Linz geborene Autor und Schauspieler hat am Wiener Konservatorium Schauspiel studiert und sich im deutschsprachigen Raum auch im Theater und vor allen Dingen durch das Hörspiel etabliert. Zu Gast in der Radetzkystrasse 1 erläutert Andreas Jungwirth den Reiz, sich mit seinen Erzählungen an junge Menschen zu wenden. Gemeinsam mit Frauke Kühn vergleicht er die Jugend der 70er mit der von heute. Außerdem gibt er Einblick, wie Hören und Lesen erlernt werden können und wie er mit seinen jugendlichen Leser:innen in den Austausch geht.

Vielen Dank für das feine Gespräch, Andreas Jungwirth!

Wie schreibt eine Hörende?03 Feb 202300:22:34

Frieda Paris ist Autorin, stammt aus Ulm und studiert Sprachkunst im Masterstudiengang an der Angewandten in Wien. Zu Gast in der Radetzkystrasse 1 schildert sie ihre Liebe zum Hören und wie sie diese Leidenschaft mit dem Schreiben verknüpft. Sie erzählt, wie das Hörspiel ihren Ruhepuls flattern lässt und ihre Wahrnehmung andere Wege geht, wenn sie dort stehen bleibt, wo andere weitergehen, ohne sich umzublicken. Aus dem Gesehenen, vor allem aber aus dem Gehörten schöpft sie Inspiration und vermittelt beides in ihren Texten - auch in ihrer Lyrik, in der Zeit und Raum andere, nicht lineare Wege gehen. Räume in denen auch die Leser:innen aufblitzen. Bevor Frieda am Ende der Folge aus ihrem aktuellen Langgedicht ‚Im Handgelenk ein Vogel‘ liest, geht sie dem Bild nach, wie es um die Lyrik auf dem Büchermarkt bestellt wäre, wenn diese unter den gleichen Voraussetzungen wie so mancher Thriller starten könnte.

Vielen Dank für das feine Gespräch, Frieda Paris!

Was macht schöne Bücher schön?27 Jan 202300:18:41

Denise Sterr hat Verlagsherstellung studiert und öffnet damit in der Radetzkystrasse 1 heute eine Tür zu einem ganz besonders schönen Bereich des Literaturbetriebs, denn Denise Sterr ist freie Buchgestalterin. Mit ihrer stark handwerklich geprägten Arbeit entscheidet sie, wie Bücher, die wir im Buchladen erwerben, aussehen und vor allem, wie sie sich anfühlen. Ob Prägung, offener Schnitt oder Leineneinband – bei all dem geht Denise Sterrs Herz auf. Während viele ein Buch erwerben, weil sie der Autor/die Autorin anspricht, der Titel oder vor allem der Inhalt, kauft Denise Sterr immer wieder Bücher, weil sie sich einfach schön anfühlen. Nach Carlsen in Hamburg, Piper in München und dem Klaus Wagenbach Verlag in Berlin lebt sie nun in Vorarlberg. In der Radetzkystrasse 1 leuchtet Denise Sterr mit Frauke Kühn die Zusammenhänge zwischen Buchinhalt und -form sowie die Parameter aus, die bei der Buchgestaltung eine Rolle spielen und sie erinnert sich an die Kunst des Wartens als ein Buch, das für sie in der Gestaltung besonders herausragend war.  

Vielen Dank für das feine Gespräch, Denise Sterr!

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