Back
Explore every episode of the podcast Orte und Worte
Dive into the complete episode list for Orte und Worte. Each episode is cataloged with detailed descriptions, making it easy to find and explore specific topics. Keep track of all episodes from your favorite podcast and never miss a moment of insightful content.
| Title | Pub. Date | Duration | |
|---|---|---|---|
| Mit Hannah Lühmann zwischen Neubauten in Ludwigsfelde | 20 Nov 2025 | 00:48:06 | |
In Hannah Lühmanns neuem Roman “Heimat” zieht eine Frau mit ihrer Familie in den Vorort einer Großstadt - und befreundet sich dort mit ultrakonservativen Tradwives. Das Dorfleben ist ambivalent: Eine Müttergruppe unterstützt sich zwar gegenseitig, aber hinter den sauberen Fassaden spielt sich anderes ab als auf den perfekt polierten Instagram Kanälen.
Als Inspiration für die Kulisse diente Lühmann dabei die Rousseaupark-Siedlung südlich von Berlin – aber nur auf google maps. Mit Anne-Dore fährt sie das erste Mal wirklich nach Ludwigsfelde. Sie gehen spazieren, sprechen mit Anwohnern und unterhalten sich beim Frühstück im Café Homebase über Tradwives, die Suche nach dem richtigen Leben und das Verhältnis von Fakt und Fiktion.
Der Ort
Die Rousseaupark-Siedlung in Ludwigsfelde https://www.rousseaupark.de/
Café Hombase in Ludwigsfelde https://homebase-cafe.de/
Das Buch
Hannah Lühmann "Heimat", Hanser blau, 176 Seiten, 22 Euro
Die Autorin
Hannah Lühmann wurde 1987 in Berlin geboren und hat u.a. als stellvertretende Feuilleton-Chefin der Zeitung "Die Welt" gearbeitet. Ihr Debüt "Auszeit" erschien 2021, "Heimat" ist ihr zweiter Roman
| |||
| Mit Marko Dinic in der Wiener Rathausbibliothek | 06 Nov 2025 | 00:43:29 | |
Im Jahr 1942 erklären die NS-Besatzer Serbien für "judenfrei". Es ist der Ausgangspunkt des Romans von Marko Dinic. Er erzählt aus acht verschiedenen Perspektiven, auch aus der eines Hundes mit einem Halsband mit hebräischen Schriftzeichen um den Hals.
Der letzte Jude Belgrads Isak Ras stolpert durch die Stadt, auf der Suche nach seiner Mutter. Wir begegnen einem Kollaborateur, einem Anarchistenpaar, einem jungen Rom, der zum Partisanen wird und in den 1990er Jahren einem Milizionär, der im Bosnienkrieg auf ein Buch schießt, das er für ein muslimisches hält. Zemun, heute Stadtteil von Belgrad, war einst auch Keimzelle des Zionismus – die Familie des Zionisten Theodor Herzl gehörte der jüdischen Gemeinde dort an.
Über den Donauraum als Raum der Gewalt, die Shoa in Serbien, die politische Aufgabe des Schriftstellers, literarische Traditionen und die Vielfalt der "Donauliteratur" hat sich Stephan Ozsváth mit Marko Dinic an seinem Schreibort unterhalten, der Wiener Rathausbibliothek.
Das Buch
Marko Dinic: "Das Buch der Gesichter". Zsolnay-Verlag. 464 Seiten, 28,00 Euro.
Stephan Ozsváth empfiehlt
Henrik Szántó: "Treppe aus Papier". Blessing. 224 Seiten, 23,00 Euro.
Marko Dinic empfiehlt
Ronya Othmann: "Rückkehr nach Syrien". Rowohlt. 192 Seiten, 22 Euro.
Der Ort
Wiener Rathausbibliothek
Der Autor
Marko Dinic wurde 1988 in Wien geboren, er wuchs in Belgrad auf. In Salzburg studierte der Autor mit serbischem Pass Germanistik und Jüdische Kulturgeschichte. Sein Debütroman "Die guten Tage" erzählt vom "Gastarbeiter-Express", einem Bus, der zwischen Wien und Belgrad verkehrt und der Verlorenheit der jungen serbischen Generation. Das "Buch der Gesichter" stand auf der Longlist für den Deutschen Buchpreis 2025.
| |||
| Mit Victor Schefé vom Bahnhof Zoo bis nach Berlin Schöneberg | 30 Oct 2025 | 00:50:02 | |
Tassilo wächst in der DDR auf, er weiß schon früh, dass er Jungs liebt. Außerdem liebt er Musik, Bücher und seine Mutter. Aber als Teenager stößt er plötzlich an Grenzen, die die Diktatur um ihn herumzieht. Und er erlebt einen Verrat, der ihn fürs Leben prägt. “Zwei, drei blaue Augen” erzählt vom großen Freiheitsdrang eines jungen Mannes zwischen Popmusik, ersten Lieben, Ausflügen nach Ost-Berlin, Jugendpsychiatrie und StaSi-Verhören. 1986 kann Tassilo, der sich bald in Victor umbenennt, endlich nach West-Berlin ausreisen.
Der international erfolgreiche Schauspieler Victor Schefé erzählt in seinem ersten Roman seine eigene Lebensgeschichte. Sein Buch ist eine Reise in ein untergegangenes Land, ein queerer Coming-Of-Age-Roman, ein Stück deutsch-deutsche Geschichte, die Story einer schmerzhaften Mutter-Sohn- Beziehung, und die rotzige, energiegeladene Erzählung eines Popmusikfans und schwulen Aktivisten.
Das Buch
Victor Schefé: "Zwei, drei blaue Augen", 470 Seiten, dtv.
Nadine Kreuzahler empfiehlt
Katerina Poladjan: "Goldstrand", 160 Seiten, S. Fischer.
Victor Schefé empfiehlt
Tilmann Lahme: "Thomas Mann. Ein Leben", 592 Seiten, dtv.
Miku Sophie Kühmel: "Hannah", 304 Seiten, S. Fischer.
Alles von James Baldwin, neu übersetzt von Miriam Mandelkow, dtv.
Der Ort
Spaziergang: Bahnhof Zoologischer Garten, S-Bahnsteig. Saturn im Europa Center. Schwuler Buchladen Prinz Eisenherz, Motzstraße 23, Berlin Schöneberg. Café Romeo und Romeo, Motzstraße 20.
Der Autor
Victor Schefé, 1967 in der DDR geboren, 1986 nach West-Berlin ausgereist. Erste Rollen als Schauspieler an Berliner Off-Theatern, bald danach Hauptrollen am Schauspielhaus Wien. Hat bisher in über achtzig Film- und TV-Produktionen mitgespielt, von "Tatort" bis "Bewegte Männer", auch international in "Bridge of Spies" unter der Regie von Steven Spielberg, im James-Bond-Film "Spectre" und in drei Staffeln "Borgia". "Zwei, drei blaue Augen" ist sein Romandebüt.
| |||
| Mit Jehona Kicaj an der Uni Hannover | 23 Oct 2025 | 00:50:06 | |
Sprachlosigkeit in Literatur übersetzen – das war Jehona Kicajs Impuls, um diesen Roman zu schreiben. Sprachlosigkeit über die Gräuel des Kosovo-Krieges. Den wollte sie aus der Perspektive einer Kosovarin im Exil erzählen.
Der Roman beginnt mit einer Szene beim Zahnarzt – Er findet heraus, dass die Protagonistin mit den Zähnen knirscht. Die Traumata der eigenen Familie, eines ganzen Landes arbeiten in ihrem Mund in der Nacht. Sie beginnt zu forschen: Was ist damals passiert?
Stephan Ozsváth war als Südosteuropa-Korrespondent selbst viel im Kosovo. Er sprach mit Jehona Kicaj über Literatur als Erinnerungsarbeit, den Widerstand der Kosovaren gegen die serbische Unterdrückung und den Buchstaben Ë – der ihr als Titel "perfekt" vorkommt, um die vererbten Traumata zu beschreiben.
Das Buch
Jehona Kicaj: "Ë", Wallstein-Verlag, 176 Seiten, 22 Euro
Stephan Ozsváth empfiehlt – mit Abstrichen
Nelio Biedermann: "Lázár", 336 Seiten, Rowohlt Berlin, 24 Euro
Jehona Kicaj empfiehlt
Lukas Bärfuss: "Die Krume Brot", 224 Seiten, Rowohlt Taschenbuch, 14 Euro
Der Ort
Universität Hannover und der Weg vom Hauptbahnhof dorthin
Die Autorin
Jehona Kicaj, 1991 in Suhareka im Kosovo geboren, in Göttingen aufgewachsen. Hat Germanistik, Philosophie und Literaturwissenschaft studiert. Hat den Verlag re:sonar mitgegründet, der "junge Literatur" herausbringt, darunter auch von Deutschen mit Migrationsbiographie. "Ë" ist Jehona Kicajs Debütroman. Sie hat dafür den Hanna-Preis der Stadt Hannover bekommen. Nominiert war sie auch für den Deutschen Buchpreis und den ZDF Aspekte Literaturpreis.
| |||
| Auf der Buchmesse mit Andrej Kurkow | 16 Oct 2025 | 00:36:00 | |
Andrej Kurkow hat den dritten Band seiner Samson-Reihe fertig geschrieben: "Samson und das galizische Bad". Die historische Krimireihe spielt im Jahr 1919, kurz nach der Februarrevolution, als Rotarmisten die Stadt Kiew einnahmen und die Ukraine um ihre Unabhängigkeit kämpfte.
Auf der ARD-Bühne auf der Frankfurter Buchmesse spricht der ukrainische Bestseller-Autor Andrej Kurkow mit Anne-Dore über die Wiederholung der Geschichte, über das Leben in Kiew zu Zeiten des Krieges und sein Verhältnis zur russischen und zur deutschen Sprache.
Das Buch
Andrej Kurkow: "Samson und das galizische Bad", aus dem Russischen von Johanna Marx und Claudia Zecher, mit Illustrationen von Juri Nikitin. Diogenes, 480 Seiten, 25,00 Euro.
Der Ort
Mitschnitte der Veranstaltungen auf der Literaturbühne von ARD, ZDF und 3sat sind zu finden in der ARD Audiothek. https://www.ardkultur.de
Der Autor
Andrej Kurkow wurde 1961 in der Sowjetunion geboren und wuchs in Kiew auf. Er ist Autor von erfolgreichen Büchern wie "Picknick auf dem Eis" oder „Graue Bienen“ und war bis 2022 Präsident des ukrainischen PEN. In der Samson-Reihe erschienen bisher "Samson und Nadjeschda", "Samson und das gestohlene Herz".
| |||
| Mit Fikri Anıl Altıntaş im Lieblingscafé | 09 Oct 2025 | 00:42:13 | |
"Zwischen uns liegt August" ist nicht nur Trauerbewältigung, sondern auch Trauerverständigung, sagt Fikri Anıl Altıntaş. In seinem zweiten Roman nimmt er als Sohn Abschied von seiner Mutter und versucht gleichzeitig sich der Frau und der Jugendlichen anzunähern, die sie jenseits der Mutterrolle war. Das Buch erzählt von der letzten Geburtstagsfeier, davon, wie sich Routinen in der Familie mit der Krebsdiagnose verändert haben, und es schlägt einen Bogen in die Kindheit der Mutter in der Türkei der 70er Jahre. In seinem Lieblingscafé in Berlin Prenzlauer Berg erzählt Fikri Nadine davon, wie Schreiben für ihn während der Trauer zur Notwendigkeit wurde, wie er in die türkische Geschichte abgetaucht ist und warum er Feminist ist. Das Buch Fikri Anıl Altıntaş: "Zwischen uns liegt August", 269 Seiten, C.H.Beck. Nadine Kreuzahler empfiehlt Maximilian Probst und Ursina Tossi (Hrsg.): "Die Philosophie des Tanzens", 240 Seiten, Mairisch. Fikri Anıl Altıntaş empfiehlt Sevgi Soysal: "Yıldırım Bölge Kadınlar Koğuşu (Yıldırım Area Women’s Ward)", 229 Seiten, İletişim Yayınları. Auf Deutsch von Sevgi Soysal: "Vor dem Morgengrauen", aus dem Türkischen übersetzt von Judith Braselmann-Aslantaş, Schöffling & Co. Der Ort Die Bekarei in Prenzlauer Berg – Ein Lieblingscafé von Fikri Anıl Altıntaş Der Autor Fikri Anıl Altıntaş, geboren 1992 in Wetzlar, lebt und arbeitet in Berlin. In seinen Texten, beschäftigt er sich mit Männlichkeiten, Antifeminismus und der (De)-Konstruktion von nicht-weißen, muslimisch gelesenen Männlichkeiten in Deutschland. Sein Debütroman "Im Morgen wächst ein Birnbaum" erschien 2023. | |||
| Mit Daniela Dröscher in der Staatsbibliothek zu Berlin | 02 Oct 2025 | 00:41:28 | |
Eine "Junge Frau mit Katze", einem "Japanfimmel" und vielen Ängsten im Gepäck gerät im neuen Roman von Daniela Dröscher in eine Lebenskrise. Ela heißt sie und wer "Lügen über meine Mutter" gelesen hat, erkennt sie wieder. Sie ist nun erwachsen und steckt im Prüfungsstress für ihre Promotion, als ihr Körper rebelliert. Verschiedenste Symptome werfen Ela aus der Bahn, eine Ärzte-Odyssee beginnt. Auf der Suche nach der Ursache setzt sie sich mit ihrem Verhältnis zum eigenen Körper, dem inneren Leistungsdruck, dem Schatten ihrer Mutter, Klasse und Kapitalismus auseinander.
Nadine und Daniela treffen sich in der Berliner Staatsbibliothek. Hier hat Daniela selbst tagelang an ihrer Promotion gearbeitet. Die beiden sprechen über autofiktionale Literatur, über Burn-Out, Herkunft und Klasse.
Das Buch
Daniela Dröscher: "Junge Frau mit Katze", 320 Seiten, Kiepenheuer & Witsch.
Nadine Kreuzahler empfiehlt
Volha Hapeyeva: "Die Verteidigung der Poesie in Zeiten dauernden Exils", 72 Seiten, Verbrecher Verlag.
Daniela Dröscher empfiehlt
Emma Holten: "Unter Wert. Warum Care-Arbeit seit Jahrhunderten nicht zählt", aus dem Dänischen von Marieke Heimburger, 288 Seiten, dtv.
Der Ort
Staatsbibliothek zu Berlin, Potsdamer Straße
Die Autorin
Daniela Dröscher, 1977 geboren, aufgewachsen in Rheinland-Pfalz, lebt in Berlin. 2009 erschien ihr Debütroman "Die Lichter des George Psalmanazar" erschien 2009 und wird nun unter dem Titel "Der falsche Japaner" neu aufgelegt. Seitdem sind Romane, ein Erzählband und der Essay "Zeige deine Klasse" erschienen. Ihr Roman "Lügen über meine Mutter" (2022) wurde zum Bestseller und für den Deutschen Buchpreis nominiert. Die Verfilmung kommt bald ins Kino.
| |||
| Mit Andrea Sawatzki über den Dächern Berlins | 25 Sep 2025 | 00:32:52 | |
Erst der Vater, jetzt die Mutter: In "Brunnenstraße" erzählte die Film- und Fernseh-Schauspielerin Andrea Sawatzki autofiktional von der Demenz ihres Vaters. In ihrem neuen Roman "Biarritz" geht es um ein schwieriges Mutter-Tochter-Verhältnis. Ein großes Schweigen, Schuldgefühle, Sehnsüchte und Schmerz stehen zwischen Emmi und Hannah. An ihrem neuen, wieder autofiktionalen Roman hat Andrea Sawatzki drei Jahre gearbeitet und ihn fast nicht zu Ende geschrieben.
Warum ihr das Buch diesmal so schwergefallen ist, warum sie aus Wut mit 50 anfing, Romane zu schreiben, was es mit Biarritz auf sich hat, und welche Literatur sie liest, erzählt Andrea Sawatzki im Gespräch mit Nadine in der rbb Dachlounge im 14. Stock über den Dächern Berlins.
Das Buch
Andrea Sawatzki: "Biarritz", 160 Seiten, Piper
Nadine Kreuzahler empfiehlt
Volker Kutscher und Kat Menschik: "Westend", Illustrierte Lieblingsbücher Band 20, 112 Seiten, Galiani Berlin
Andrea Sawatzki empfiehlt
Alex Schulman: "Vergiss mich", aus dem Schwedischen übersetzt von Hanna Granz, 256 Seiten, dtv
Der Ort
Studio 14 – die rbb Dachlounge
| |||
| Orte und Worte – die Bühne zum Blühen bringen mit Georgi Gospodinov | 19 Sep 2025 | 00:48:37 | |
Das neue Buch des bulgarischen Schriftstellers Georgi Gospodinov beginnt mit einem starken Satz: Mein Vater war Gärtner, jetzt ist er ein Garten. "Der Gärtner und der Tod" ist ein leises, poetisches Buch über den Vater und über das Sterben und das Leben - voll mit rettenden Geschichten gegen den Tod.
Anne-Dore hat mit Georgi Gospodinov auf dem 25. Internationalen Literaturfestival Berlin gesprochen. Der begnadete Erzähler sprach auf Bulgarisch (mit Simultanübersetzung) über den blühenden Garten seines Vaters, die Vätergeneration im Sozialismus, das "ich" als Figur und die Botanik, die immer ein bisschen mehr über den Tod weiß als wir Menschen.
Der Ort
Mehr über das Internationale Literaturfestival unter https://literaturfestival.com
Das Buch
Georgi Gospodinov: Der Gärtner und der Tod, aus dem Bulgarischen von Alexander Sitzmann, Aufbau Verlag, 240 Seiten, 24 Euro.
Der Autor
Georgi Gospodinov wurde 1968 geboren und lebt in Sofia. Für seinen Roman "Zeitzuflucht" erhielt er 2023 den International Booker Prize. U.a. erschienen von ihm bisher "Natürlicher Roman", "Physik der Schmermut", "Zeitzuflucht"
| |||
| Mit Tim Staffel am Wasserspiel im Kreuzberger Viktoriapark | 11 Sep 2025 | 00:48:56 | |
Wasser ist das "blaue Gold". Weltweit hat der Run auf die natürliche Ressource begonnen. In Tim Staffels neuem Roman "Wasserspiel" übernimmt ein globaler Wasserkonzern die Kontrolle über das Wasser in Lüren, einer fiktiven deutschen Kleinstadt. Jugendliche leisten Widerstand, in einem Camp errichten sie ein kleines Utopia, ernten ihr eigenes Wasser. Unterstützt werden sie von einem alten Lürener, einem Wasser-Vlogger, der auf die Machenschaften des Konzerns aufmerksam macht.
Stephan Ozsváth hat Tim Staffel am Wasserspiel im Kreuzberger Viktoriapark getroffen und erfahren, wie Tim Staffel als Museumswächter vom Horst-Wessel-Lied beschallt wurde, dass er gleichzeitig mehrere Bücher liest und dass er mittlerweile beim Schreiben keine Musik mehr hören kann.
Das Buch von Tim Staffel, über das wir im Podcast reden
Tim Staffel: "Wasserspiel", 320 Seiten, Kanon, 26 Euro.
Stephan Ozsváth empfiehlt
Sarah Kuratle: Chimäre, Otto Müller Verlag, 23 Euro.
Tim Staffel empfiehlt
Richard Powers: Die Wurzeln des Lebens. S.Fischer, 624 Seiten, 19 Euro.
André Gide: Stirb und werde, dtv. Antiquarisch.
Der Ort
Wasserspiel im Viktoriapark in Berlin-Kreuzberg.
Der Autor
Tim Staffel, ist 1965 in Kassel geboren. Er studierte Angewandte Theaterwissenschaften in Gießen. Er schreibt Romane, Hörspiele und Theaterstücke. Er war Dozent für Szenische Künste an der Universität Hildesheim. Er lebt in Berlin.
| |||
| Orte und Worte live mit Andrea Sawatzki - kommt vorbei! | 08 Sep 2025 | 00:01:12 | |
Nadine hat Andrea Sawatzki mit ihrem neuen Roman "Biarritz" bei "Orte und Worte" zu Gast. Es geht um Mütter und Töchter, Sehnsüchte und Prägungen. Und ihr könnt diesmal live dabei sein! Es wird Geburtstag gefeiert: Das rbb24 Inforadio wird 30 – und ihr seid eingeladen. Am 15. September in der rbb Dachlounge in Berlin ab 15.30 Uhr.
Nicht nur "Orte und Worte" bringt eine Podcastfolge auf die Bühne, sondern auch das Team von "7 Tage wach" und Linda Zervakis mit "Berlin-Code".
Einfach hier anmelden: https://www.inforadio.de/dossier/2025/30-jahre-rbb24-inforadio/events/podcast-event.html
| |||
| Daniela Krien und Helga Schubert über Glaube, Liebe, Hoffnung | 17 Jul 2025 | 01:05:22 | |
Die Autorinnen Helga Schubert und Daniela Krien gehören zwar unterschiedlichen Generationen an, doch sie haben einiges gemeinsam: Sie sind Bestsellerautorinnen, vom Leben in der DDR geprägt, pflegen enge Angehörige - und beide sind gläubig.
Orte und Worte hat sie im Rahmen des Literaturfestivals lit:potsdam getroffen. Unter dem Titel "Glaube, Liebe, Hoffnung" sprachen sie mit Anne-Dore über Kraftquellen, Wendepunkte ihres Lebens und Sinnhaftigkeit. Vor ausverkauftem Haus im großen Saal des Orangerieschlosses in Potsdam erzählten sie, welche Rolle die Religion in ihrem Alltag spielt, wie sie mit Momenten der Verzweiflung umgehen, wie sie Zeit zum Schreiben finden und wie der Glaube als Geisteshaltung ihre Bücher prägt.
Das Buch von Helga Schubert, über das wir im Podcast reden
Helga Schubert "Der heutige Tag. Ein Stundenbuch der Liebe", 272 Seiten, dtv
Das Buch von Daniela Krien, über das wir im Podcast reden
Daniela Krien "Mein drittes Leben", 304 Seiten, Diogenes
Der Ort
Orangerieschloss im Park Sanssouci in Potsdam, dieses Jahr wichtiger Veranstaltungsort der Lit:Potsdam https://www.litpotsdam.de
Die Autorinnen
Daniela Krien, Jahrgang 1975, hat Bestseller wie "Die Liebe im Ernstfall" und "Der Brand" geschrieben. Ihr Roman "Irgendwann werden wir uns alles erzählen" wurde verfilmt. Sie lebt in Leipzig.
Helga Schubert, geboren 1940, gewann mit 80 Jahren den Bachmannpreis, mit der Geschichte "Vom Aufstehen". Seither erscheinen Neuauflagen und neue Bücher von ihr bei dtv.
| |||
| Zu Hause bei Comic-Autorin Ulli Lust | 10 Jul 2025 | 00:49:43 | |
Ulli Lust hat sich schon in ihren früheren Comics und Graphic Novels mit Frauenbildern und Geschlechterrollen auseinandergesetzt. In ihrem Comic "Die Frau als Mensch" geht sie zurück an die Anfänge der Geschichte. Bei ihren Recherchen fand sie Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern, Höhlenmalereien und Statuetten von selbstbewussten Frauen mit ausladenden Brüsten und sichtbarer Vagina, Fürsorge und Kooperation statt Krieg und Aggression. Gerade hat sie für ihren Band den Deutschen Sachbuchpreis bekommen.
Nadine hat Ulli Lust in ihrem Arbeits- und Schlafzimmer besucht, in ihrem Zuhause zwischen Zeichenbrett und Matratze. Warum Ulli Lust genauso leben will, wie ihre Anfänge als Comicautorin waren und wie "Die Frau als Mensch" entstanden ist, erzählt die Wahl-Berlinerin mit Wiener Wurzeln in dieser Folge.
Ulli Lust empfiehlt
Robert Sapolsky: "Gewalt und Mitgefühl - die Biologie des menschlichen Verhaltens", Übersetzt aus dem Englischen von Hainer Kober, Antoinette Gittinger , 1024 Seiten, Hanser.
Nadine empfiehlt
Barbi Marković: "Stehlen, Schimpfen, Spielen", 144 Seiten, Rowohlt Hundert Augen.
Das Buch
Ulli Lust: "Die Frau als Mensch. Am Anfang der Geschichte", 256 Seiten, Reprodukt.
Die Autorin
Ulli Lust ist eine der renommiertesten Comic-Autorinnen. Neben ihren autofiktionalen Graphic Novels "Heute ist der letzte Tag vom Rest meines Lebens" und "Wie ich versuchte ein guter Mensch zu sein" veröffentlichte sie zahlreiche Comicreportagen und ist seit 2013 Professorin für Comic und Illustration an der Hochschule Hannover.
| |||
| Mit Ricarda Messner über den Dächern Berlins | 03 Jul 2025 | 00:51:41 | |
Sie haben Tür an Tür gelebt in einem Haus in Berlin-Charlottenburg. Fünf Jahre nach dem Tod ihrer Großmutter räumt sie deren Wohnung aus, rettet Gegenstände, die die Geschichte der weitverzweigten Familie erzählen: Einen kleinen Kochtopf, Musikkassetten des Großvaters, Dokumente, die vom Holocaust erzählen, den in Riga ermordeten Familienmitgliedern. Den Vaternamen darf sie nicht annehmen, bescheiden die Behörden. Er gehört ihr nicht. Ricarda Messner nimmt uns mit in die Wohnungen, aber auch die Geschichten der weitverzweigten Familie. Die Wurzeln reichen von Berlin in die Sowjetrepublik Lettland und ins Rigaer Ghetto. Wo der Name wohnt - eine Gedenkstätte zwischen Buchdeckeln.
Stephan Ozsváth empfiehlt
Hervé Le Tellier "Der Name an der Wand", übersetzt von Romy Ritte, Jürgen Ritte, 160 Seiten, Rowohlt Hundert Augen.
Ricarda Messner empfiehlt
George Perec "Träume von Räumen", übersetzt von Eugen Helmlé, 160 Seiten, DIAPHANES.
Das Buch
Ricarda Messner "Wo der Name wohnt", 170 Seiten, Suhrkamp.
Der Ort
Der radio3-Kultursalon in Studio 14 – Die rbb Dachlounge
Die Autorin
Ricarda Messner, 1989 in Berlin geboren. Mitgründerin und Herausgeberin von "Flaneur" – die Zeitschrift widmet sich in jeder Ausgabe einer Straße in einer anderen Stadt. "Wo der Name wohnt" ist ihr Debütroman, er wurde mit dem Alfred-Döblin-Stipendium gefördert.
| |||
| Mit Jaqueline Scheiber in der Wiener Burggasse | 26 Jun 2025 | 00:52:53 | |
Architektin Klara hat Schwierigkeiten, Nähe zuzulassen. Und dann geschieht es doch. KlackKlack, und schon hat sich Balázs in ihr Herz geschlichen, den sie immer wieder rüde zurückweist, wenn er zu nett wird. Der Ungar ist Bühnentechniker beim Theater, er wollte nicht in Orbáns Ungarn leben. Nach einer feucht-fröhlichen Party wacht Klara auf, Balázs liegt neben ihr – tot.
In ihrem Debütroman beschreibt Jaqueline Scheiber, wie der Schock und die Trauer die Wohnung neu erscheinen lässt. Sie vermisst die Altbauwohnung mit "DreimeterDreißig" Deckenhöhe neu und rekonstruiert die Liebesbeziehung zu Balázs. Stephan Ozsváth spricht mit Jaqueline Scheiber auf einem Spaziergang über die Wiener Burggasse über Manisches Schreiben, die Arbeit mit Süchtigen, Offenheit im Internet und das Ungarn von Viktor Orbán.
Stephan Ozsváth empfiehlt
Krisztián Grecsó: Lange nicht gesehen, Claasen, 412 Seiten.
Jaqueline Scheiber empfiehlt
Annika Decker: Zwei vernünftige Erwachsene, die sich mal nackt gesehen haben, dtv, 446 Seiten.
Das Buch
Jaqueline Schreiber "dreimeterdreißig", 224 Seiten, leykam.
Der Ort
Burggasse Wien, hier spielt der Roman und in dem Viertel lebt Jaqueline Scheiber.
Die Autorin
Jaqueline Scheiber, 1993 im Burgenland geboren, Mutter Ungarin, Vater Wiener. Hat als Sozialarbeiterin unter anderem mit Drogenabhängigen und Alkoholsüchtigen gearbeitet. Instagram-Influencerin "Minusgold", Podcasterin und Literaturbloggerin. Nennt sich selbst bi-polar. Als 23-Jährige wachte sie neben ihrem Partner auf, er war tot. Sie gründete mit anderen jungen Trauernden den "Young Widow/ers Dinner Club". Ableger gibt es mittlerweile auch in der Schweiz und Deutschland.
| |||
| Mit Sophie Sumburane auf dem Campus am Neuen Palais in Potsdam | 19 Jun 2025 | 00:45:29 | |
Mit Krimis hat Sophie Sumburane es in den Bachmannwettbewerb in Klagenfurt geschafft, in diese altehrwürdige Show der Literaturkritik, wo 14 Autorinnen und Autorinnen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz gegeneinander um die Wette lesen. Sophie glaubt sogar, dass sie die erste Krimi-Autorin überhaupt sein könnte, die teilnimmt. Es gebe eine Entwicklung, sagt Sophie, Kriminalromane würde heute nicht mehr nur als Genre-Literatur abgetan.
Auf dem Campus am Neuen Palais in Sanssouci hat sich Nadine mit der Potsdamerin getroffen. Dort spielen Teile von Sophies letztem Roman "Tote Winkel", der um das Trauma einer Vergewaltigung kreist. Die beiden sprechen über feministische Krimi-Literatur und Sophies Engagement gegen Rassismus und rechte Gewalt.
Nadine Kreuzahler empfiehlt
Ocean Vuong: "Der Kaiser der Freude", aus dem Englischen übersetzt von Anne Kristin Mittag und Nikolaus Stingl, 582 Seiten, Hanser.
Sophie Sumburane empfiehlt
Myriam Leroy: "Rote Augen", aus dem Französischen übersetzt von Daniela Högerle, 176 Seiten, Edition Nautilus.
Stephan empfiehlt
Sándor Márai: "Die jungen Rebellen", übersetzt von Ernö Zeltner, 288 Seiten, Piper Verlag.
Goran Petrović: "Ein Sternenzelt aus Stuck", übersetzt von Mirjana und Klaus Wittmann, 200 Seiten, dtv.
Das Buch
Sophie Sumburane: "Tote Winkel", 200 Seiten, Edition Nautilus.
Der Ort
Campus am Neuen Palais der Universität Potsdam, Park Sanssouci
Die Autorin
Sophie Sumburane, geboren 1987 in Potsdam, schreibt Kriminalromane, Essays, Hörspiele und Kurzgeschichten. In diesem Jahr ist sie zum Bachmannwettbewerb nach Klagenfurt eingeladen. Sie engagiert sich gegen Rassismus und Rechtsextremismus und ist Teil des Netzwerks "Herland - Feministischer Realismus in der Kriminalliteratur".
| |||
| Mit Nell Zink an den Schauplätzen von "Sister Europe" | 12 Jun 2025 | 00:47:28 | |
Aus Virginia, USA, nach Brandenburg: Die Schriftstellerin Nell Zink lebt seit 25 Jahren in Deutschland, seit 2013 in Bad Belzig im Fläming. Dort hat Nadine sie schon mal getroffen für Orte und Worte. Nells neues Buch "Sister Europe" ist ein Berlin-Roman. Er spielt an einem einzigen Tag und einer einzigen Nacht. Ein bunt zusammengewürfelte Feiergesellschaft schleicht sich von einer Literaturpreis-Verleihung im leicht abgerockten Interconti-Hotel in den nächtlichen Tiergarten und diskutiert über alle möglichen Themen der Gegenwart. Geschlecht, Identität, Herkunft, Klimawandel, Kapital, Liebe. Nell und Nadine besuchen die Schauplätze des Romans und unterhalten sich über ein No-Future-Gefühl, die USA unter Trump, Bücher und Verdrängungstechniken.
Nadine Kreuzahler empfiehlt
Bernardine Evaristo: "Blondes Herz", aus dem Englischen von Tanja Handels, Klett-Cotta, 288 Seiten.
Nell Zink empfiehlt
Rita Bullwinkel: "Schlaglicht", aus dem Englischen von Christiane Neudecker, 256 Seiten, Aufbau Verlag.
Das Buch
Nell Zink "Sister Europe", aus dem Englischen von Tobias Schnettler, 272 Seiten, Rowohlt.
Der Ort
Hotel Intercontinental, Budapester Straße in Berlin Charlottenburg; Rosa-Luxemburg-Denkmal, Café am Neuen See im Tiergarten.
Die Autorin
Nell Zink, 1964 in Kalifornien geboren, im ländlichen Virginia aufgewachsen. Lebt seit 25 Jahren in Deutschland, hat an der Universität Tübingen in Medienwissenschaft promoviert. Erst mit 50 ihren ersten Roman veröffentlicht: Der Mauerläufer. Seitdem hat sie mehrere Romane geschrieben und war für den National Book Award nominiert. Sie lebt in Bad Belzig, Brandenburg.
| |||
| Mit Katharina Köller am Wiener Donaukanal | 05 Jun 2025 | 00:50:08 | |
Sie trägt knallgelbe Schuhe, als sie zum "Flex" am Donaukanal kommt, einem Nachtclub, den sie als Jugendliche auch viel besucht hat, und der ein Schauplatz in ihrem Roman "Wild wuchern" ist. Ihr Roman handelt von dem Ausbruch aus einer toxischen Beziehung und der Wiederannäherung der beiden Cousinen Marie und Johanna. Die naturliebende Johanna lebt als Einsiedlerin in einer Hütte in den Tiroler Bergen. Dort sucht Marie Zuflucht. Stephan Ozsváth sprach mit ihr über das Schreiben in "Slots", die das Kleinkind lässt, den Ärger über die Frage, warum toxische Männer sind wie sie sind, die Poesie von Wein-Beschreibungen, und warum sie als Autorin einen Instagram-Account braucht.
Stephan Ozsváth empfiehlt
Andrea Tompa: "Omertà". Suhrkamp, 954 Seiten.
Katharina Köller empfiehlt
Bücher von Mareike Fallwickl, etwa "Und alle so still", Rowohlt, 368 Seiten.
Das Buch
Katharina Köller: "Wild wuchern", 208 Seiten, Penguin.
Der Ort
Das "Flex" am Wiener Donaukanal.
Die Autorin
Katharina Köller, 1984 in Eisenhüttenstadt im Burgenland geboren. Hat Philosophie und Schauspiel studiert. Drückt sich vielfältig kreativ aus: Mit Comics, Performances, als Theaterschauspielerin, als Roman-Autorin. "Wild wuchern" ist ihr zweiter Roman und aus dem Theaterstück "Windhöhe" entstanden. Ihr Debüt "Was ich im Wasser sah" ist mit dem Phantastikpreis der Stadt Wetzlar ausgezeichnet worden. Sie lebt mit ihrer Familie jetzt in Innsbruck.
| |||
| Natasha Brown und ein Gespräch mit Goldbarren | 29 May 2025 | 00:38:50 | |
Bei ihrem Besuch in der rbb-Dachlounge brachte die englische Bestsellerautorin Natasha Brown einen Goldbarren mit, passend zu ihrem neuen Roman, in dem in einer Kernszene jemand mit einem Goldbarren fast erschlagen wird. "Von allgemeiner Gültigkeit" ist eine kritische Gesellschaftsanalyse über u.a. die Aufmerksamkeitsökonomie, aber auch über Klassismus und Herkunft.
Die Schauspielerin Benita Sarah Bailey las Auszüge des Romans und Natasha Brown erzählte im Gespräch mit Anne-Dore von ihrer Entscheidung, ihren Job im Bankenwesen ruhen zu lassen, von ihrem Erfolg als Autorin und dem Wunsch, das Schreiben niemals zum Brotberuf zu machen. Und natürlich wurde auch die Frage nach der Echtheit des mitgebrachten Goldbarrens geklärt.
Der Ort
rbb Dachlounge https://studio14-dierbbdachlounge.de
Das Buch
Natasha Brown: "Von allgemeiner Gültigkeit" ist bei Suhrkamp in der Übersetzung von Eva Bonné erschienen, hat 160 Seiten und kostet 23,00 Euro.
Die Autorin
Natasha Brown wuchs in London auf, studierte Mathematik und arbeitete viele Jahre im Bankenwesen, bevor sie sich dem Schreiben zuwandte. Ihr Debüt "Zusammenkunft" (Englisch: "Assembly" erschien 2021) und war ein weltweiter Erfolg. "Von allgemeiner Gültigkeit" ist ihr zweiter Roman.
| |||
| In der Seilbahn mit Annett Gröschner | 22 May 2025 | 00:49:23 | |
In ihrem neuen Roman "Schwebende Lasten" erzählt Annett Gröschner die Lebensgeschichte einer Frau, die 1913 in Magdeburg geboren wird und zwei Weltkriege, Diktaturen und Demokratien übersteht. Die Liebe zu den Blumen bestimmt ihr Leben, sie arbeitet als Blumenbinderin, später dann als Kranführerin.
Für den Blick von oben treffen sich Anne-Dore und Annett Gröschner zum Seilbahnfahren. Sie schweben über die Gärten der Welt in Marzahn-Hellersdorf, steigen aus und begeben sich zwischen blühenden Frühlingsblumen auf die Spuren von Hannah.
Und auch wenn diese auf den ersten Blick keine typische Heldin ist, so ist sie es auf den zweiten Blick eben doch: Weil sie uneitel ist, anpacken kann, immer weiterkämpft und mit ihrer Biografie stellvertretend steht für viele weibliche Lebenswege im 20. Jahrhundert.
Das Buch
Annett Gröschner: "Schwebende Lasten", C.H. Beck, 282 Seiten, 26 Euro
Die Autorin
Annett Gröschner wurde 1964 in Magdeburg geboren und zog 1983 nach Berlin-Prenzlauer Berg. Ihr literarisches Debut "Moskauer Eis" kam 2000 heraus, sie hat auch zahlreiche Artikel und Sachbücher veröffentlicht, zuletzt (zusammen mit Wenke Seemann und Peggy Mädler) "Drei ostdeutsche Frauen betrinken sich und gründen den idealen Staat".
Der Ort
Die Gärten der Welt in Marzahn-Hellersdorf www.gaertenderwelt.de. Zur Seilbahn gibt es zwei Eingänge, einer auf der Marzahner und einer auf der Hellersdorfer Seite.
Annett empfiehlt
Fabian Saul: "Die Trauer der Tangente", Matthes & Seitz, 320 Seiten, 26 Euro
Anne-Dore empfiehlt
Stefanie Jaksch: "Über das Helle. Radikale Zuversicht in herausfordernden Zeiten", Haymon Verlag, 216 Seiten, 22,90 Euro
| |||
| Mit Clemens Böckmann unterwegs in Leipzig | 15 May 2025 | 00:46:50 | |
Das Stasi-Museum "Runde Ecke", der Markt mit seinen früheren Untergrundmessehallen, eine versteckte Parkbank – all das sind Schauplätze im Debüt-Roman "Was du kriegen kannst". Clemens Böckmann erzählt darin von einem Autor, der durch Zufall eine Frau kennenlernt, die ihm seine Lebensgeschichte anvertraut.
Eine Frau, die Opfer und Täterin zugleich ist. Uta hat in der DDR für die Stasi spioniert und als Prostituierte gearbeitet, erst freiwillig, dann unter Zwang. Der Roman beruht auf einer Begegnung im echten Leben und ist eine Collage aus Gesprächen, Ich-Erzählung, Stasi-Berichten, Protokollen und Aktennotizen. Ein Rechercheroman über die DDR, über Vertrauen, und den Versuch, eine Lebensgeschichte zu durchdringen. Wie erzählen wir uns Erinnerungen und wie gehen wir damit um, dass sie nie verlässlich sein können?
Clemens und Nadine spazieren durch Leipzig, zu den Schauplätzen des Romans, und sprechen darüber.
Nadine Kreuzahler empfiehlt
Wolfgang Schiffer & Dinçer Güçyeter (Hrsg.): "Die Backstage eines Buches", 204 Seiten, Elif Verlag.
Bettina Wilpert: "Die Bärtige Frau", 187 Seiten, Verbrecher Verlag.
Clemens Böckmann empfiehlt
Christina Wessely: "Liebesmühe", 176 Seiten, Hanser Verlag.
Das Buch
Clemens Böckmann: "Was du kriegen kannst", 416 Seiten, Hanser.
Der Ort
Museum in der "Runden Ecke" mit dem Museum im Stasi-Bunker. Bürgerkomitee Leipzig e.V.
Der Leipziger Markt
Eine Parkbank
Der Autor
Clemens Böckmann, 1988 in Düsseldorf geboren, lebt in Leipzig, arbeitet als Autor für verschiedene Zeitungen, fürs Radio und im Dokumentarfilm. Er ist Herausgeber verschiedener Sachbücher zu NS-Verfolgung und Täterliteratur. 2024 veröffentlichte er die Prosaminiaturen "How I missed the war". "Was du kriegen kannst" ist sein erster Roman.
| |||
| Mit Susann Pásztor auf dem Friedhof | 08 May 2025 | 00:48:00 | |
Ein Friedhof ist für Susann Pásztor ein ganz normales Ausflugsziel. Hier geht sie gerne spazieren. Sie mag die Ruhe und den Frieden zwischen alten Grabsteinen. Seit die Schriftstellerin ehrenamtlich Sterbende begleitet, hat sie einen gelasseneren Blick auf den Tod bekommen. Auch in ihren Romanen ist das zu spüren. Tragik und Komik, Skurriles und Alltägliches liegen immer direkt nebeneinander. In "Und dann steht einer auf und öffnet das Fenster" etwa. Oder in ihrem neuen Roman "Von hier aus weiter". Ein Familien- und Freundschaftsroman, der Tod und Suizid behandelt, aber auch von Aufbruch, Loslassen und neuem Mut erzählt. Susann und Nadine haben sich auf einem der ältesten Friedhöfe Berlins getroffen: Dem St. Matthäus Kirchhof in Schöneberg. Sie haben die Gräber der Brüder Grimm gesucht, sich über den Sinn von Friedhöfen und den Tod unterhalten, und darüber, wie man heiter und leicht über ernste Themen schreibt.
Nadine Kreuzahler empfiehlt
Rachel Kushner: "See der Schöpfung", aus dem Englischen von Bettina Abarbanell, Rowohlt, 480 Seiten.
Susann Pásztor empfiehlt
Christine Koschmieder: "Frühjahrskollektion", Kanon Verlag, 288 Seiten.
Das Buch
Susann Pásztor: "Von hier aus weiter", 256 Seiten, KiWi.
Der Ort
St. Matthäus Kirchhof Berlin Schöneberg
Die Autorin
Susann Pásztor, Jahrgang 1957, lebt in Berlin, hat als Journalistin, Illustratorin und Übersetzerin von Sachbüchern gearbeitet, seit 15 Jahren schreibt sie Romane. "Und dann steht einer auf und öffnet das Fenster" wurde 2018 mit dem Evangelischen Buchpreis ausgezeichnet und für die ARD verfilmt. Außerdem ist sie ausgebildete ehrenamtliche Sterbebegleiterin.
Podcast-Tipp: The End
https://www.ardaudiothek.de/sendung/the-end/71608618/
| |||
| Am Spreeufer mit Katharina Hartwell | 01 May 2025 | 00:45:12 | |
Wie wuchs man als Mädchen in den 90er Jahren auf, mit welchen Schönheitsidealen, Rollen und Vorbildern? Und wie war es, in den Nuller Jahren erwachsen zu werden und in den Zehnern eine Familie zu gründen? Katharina Hartwell hat mit klugem soziologischem Blick und brillanter psychologischer Empathie über Wendepunkte und wichtige Bruchstellen einer weiblichen Biographie geschrieben. Der rote Faden des Romans ist eine Freundschaft: Mit 13 Jahren lernt Maren Inga kennen, und obwohl die beiden vieles trennt, begleiten sie sich durchs Leben.
Anne-Dore und Katharina Hartwell treffen sich am Spreeufer in Moabit und sprechen über Gleichberechtigung und Körperbilder, die Frage, wie man seine Träume mit der Familiengründung vereinbart und über die "Großen Lieben" jenseits der romantischen, die ein Leben prägen.
Das Buch
Katharina Hartwell: "Große Lieben", Berlin Verlag, 352 Seiten, 24,00 Euro.
Der Ort
Das Spreeufer in Moabit und die Buchkantine https://buchkantine.de
Katharina empfiehlt
"... mit zerrissenem Schlaf im Gesicht. Die Aufzeichnungen und Briefe des Arved von Sternheim. Band 2. Die Jahre 1943-1945", hg. von Normen Gangnus, 792 Seiten, Matthes und Seitz, 38,00 Euro.
Anne-Dore empfiehlt
Mirrianne Mahn: "Issa", 304 Seiten, Rowohlt, 24,00 Euro.
| |||
| Mit Feridun Zaimoglu auf einen Spaziergang durchs alte West-Berlin | 24 Apr 2025 | 00:50:42 | |
Spazierengehen ist für Feridun Zaimoglu essenziell, um schreiben zu können. Er bekommt dabei nicht nur den Kopf frei und bringt Körper und Gedanken in Bewegung, sondern spürt dabei auch dem Rhythmus der Sprache nach. "Es ist oft vorgekommen, dass ich dann die Wortfolge und den Rhythmus der Schrittfolge und dem Schritttempo angepasst habe", sagt er.
So sind auch die Sätze für seinen neuesten Roman "Sohn ohne Vater" entstanden. Ein Buch über Trauer und Verlust, Loslassen und Ankommen, ausgelöst durch den Tod des eigenen Vaters. Nadine hat sich mit Feridun für einen Spaziergang verabredet. Gemeinsam laufen sie durchs alte West-Berlin, an das der Autor, der in Kiel zu Hause ist, noch eigene Erinnerungen hat. Sie lassen sich treiben und sprechen über Prägungen, Trauer, Eigenarten, das Schreiben, Berlin vor und nach der Wende und natürlich über Bücher.
Nadine Kreuzahler empfiehlt
Franzobel: "Hundert Wörter für Schnee", Zsolnay, 528 Seiten, 28,00 Euro.
Feridun Zaimoglu empfiehlt
Eric Vuillard: "Die Tagesordnung", aus dem Französischen von Nicola Denis, Matthes & Seitz, 128 Seiten, Broschur 10,00 Euro.
Thomas Kunst: "WÜ", Gedichte, Suhrkamp, 173 Seiten, 24,00 Euro.
Das Buch
Feridun Zaimoglu: "Sohn ohne Vater", Kiepenheuer & Witsch, 288 Seiten, 24,00 Euro.
https://www.radiodrei.de/themen/literatur/rezensionen/buch/2025/02/feridun-zaimoglu-sohn-ohne-vater.html (Rezension)
Der Autor
Feridun Zaimoglu, geboren 1964, lebt seit seinem sechsten Lebensmonat in Deutschland. Seit über 40 Jahren lebt er in Kiel, wo er Kunst und Medizin studierte. Er schreibt Romane, Theaterstücke und Drehbücher und wurde für sein Schreiben vielfach ausgezeichnet. Zuletzt erschienen "Evangelio. Ein Luther-Roman" (2017), "Die Geschichte der Frau" (2019) und "Bewältigung" (2022).
Der Ort
Spaziergang von der Knesebeckstraße über den Savignyplatz und die Kantstraße zur Hardenbergstraße und zurück bis in die Autorenbuchhandlung am Savignyplatz.
| |||
| Mit Sara Gmuer in der "Platte" | 17 Apr 2025 | 00:53:17 | |
Achtzehnter Stock - so heisst der neue Roman von Sara Gmuer. In der Hauptrolle geht es um Wanda und ihre Tochter. Sie lebt in einem Plattenbau in Berlin-Lichtenberg, immer den Fernsehturm am Horizont im Blick. Er ist Symbol für ein besseres Leben. Wanda ist Schauspielerin, hat nie Geld und versucht den Spagat zwischen Liebesbeziehung mit einem Leinwandstar, Care-Arbeit und Dreharbeiten am Set. Sie scheitert - und gewinnt am Ende doch. Die Hausgemeinschaft in der Platte fängt sie auf, sie beißt sich durch.
Sara Gmuer kennt das Auf und Ab, diese Welten. Die Schweizerin war Rapperin, Model, Schauspielerin - ihr Debütroman "Karizma" dreht sich um eine Rapperin, die sich in der männerdominierten Szene durchsetzt. Heute lebt sie mit zwei Kindern und Mann in Berlin. Stephan Ozsváth hat sich mit ihr in Berlin-Lichtenberg in der "Platte" getroffen und sie zum Rappen animiert und mit ihr über Perfektionismus, Eitelkeit und Rap als Keimzelle von Literatur gesprochen.
Stephan Ozsváth empfiehlt
Ákos Doma: Das Haus in Limone, Jung&Jung, 304 Seiten.
Sara Gmuer empfiehlt
Akiz: Der Hund, hanserblau, 192 Seiten.
Das Buch
Sara Gmuer: "Achtzehnter Stock", hanserblau, 224 Seiten.
Der Ort
"Platte" an der Frankfurter Allee in Berlin-Lichtenberg, am U-Bahnhof Magdalenenstraße.
Die Autorin
Sara Gmuer, 1980 in Locarno geboren, in einem Bergdorf in der italienischen Schweiz aufgewachsen, Rapperin, Schauspielerin, Model. Ihr erster Roman "Karizma" wurde für seinen rotzigen Sound gefeiert. Heute lebt Sara Gmuer mit Mann und zwei Kindern in Berlin.
Der Song zum Buch
https://youtu.be/fHBLd2jnVJE?si=QT03GMg5ER39dU-V
| |||
| Mit Antje Rávik Strubel über den Dächern Berlins | 10 Apr 2025 | 00:46:02 | |
Der neue Roman von Antje Ravik Strubel führt mitten hinein in die Kultur- und Medienszene Berlins und Potsdams. Im Zentrum steht Hella Karl, Feuilletonchefin einer großen Tageszeitung. Einst löste sie mit einem Enthüllungsartikel einen Shitstorm aus, der einen gefeierten Berliner Theaterintendanten in Verruf und zu Fall brachte. Nun – nach seinem Suizid – gerät sie selbst ins Zentrum der medialen Erregungsspirale: Trägt sie etwa Schuld an seinem Tod?
"Der Einfluss der Fasane" ist eine brandaktuelle Geschichte mit viel bösem Witz und Lokalkolorit in Berlin und Potsdam. Ob es für den tyrannischen Theatermann ein reales Vorbild gibt, warum sie das Thema #metoo nicht loslässt und was es mit den Fasanen im Titel auf sich hat, darüber unterhält sich Nadine mit der Potsdamerin und Buchpreisträgerin 2021 Antje Ravik Strubel in der Dachlounge des rbb im Rahmen des Radio 3 Kultursalons mit Blick über die Hauptstadt.
Nadine Kreuzahler empfiehlt
Zach Williams: "Es werden schöne Tage kommen", aus dem Englischen von Bettina Abarbanell und Clemens J. Setz, dtv, 272 Seiten, 24,00 Euro.
Antje Rávik Strubel empfiehlt
Hjalmar Söderberg: "Doktor Glas", aus dem Schwedischen von Verena Reichel, Manesse Bibliothek, eBook, 15,99 Euro. (Hardcover nicht mehr lieferbar)
Monika Fargerholm: "Wer hat Bambi getötet?", aus dem Schwedischen von Antje Rávik Strubel, Residenz Verlag, 256 Seiten, 25,00 Euro.
Das Buch
Antje Rávik Strubel: "Der Einfluss der Fasane", 240 Seiten, S. FISCHER
Der Ort
Studio 14, die rbb Dachlounge. Programm und Informationen unter https://www.radiodrei.de/kultursalon
Die Autorin
Antje Rávik Strubel , geboren 1974 in Potsdam, aufgewachsen in Ludwigsfelde, lebt und arbeitet nach Lebensphasen in Berlin, den USA, Schweden und Finnland wieder in Potsdam. Für ihren Roman "Blaue Frau" wurde sie 2021 mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnet. "Der Einfluss der Fasane" ist ihr zehnter Roman, sie schreibt außerdem Essays und übersetzt aus dem Englischen und Schwedischen.
Podcast-Tipp: Berlin Code - aus dem ARD-Hauptstadtstudio mit Linda Zervakis
https://www.ardaudiothek.de/sendung/berlin-code-aus-dem-ard-hauptstadtstudio-mit-linda-zervakis/14053111/
| |||
| Mit Nikoletta Kiss in der Oranienburger Straße | 03 Apr 2025 | 00:43:19 | |
Márta und Teresa sind Kusinen, zusammen sind sie am Plattensee aufgewachsen. Dann zieht Teresa mit ihren Eltern nach Ost-Berlin. Márta folgt ihr in die Großstadt und taucht ein in die Literaturszene der DDR. Sie lieben den gleichen Mann, ein fatales Liebesdreieck entsteht - das sich in einem Städtedreieck entfaltet, Orte die auch Autorin Nikoletta Kiss etwas bedeuten:
Budapest, wo sie geboren wurde. Ost-Berlin, wo sie aufwuchs und BWL studierte. Und Wien, wo sie heute mit ihrer Familie lebt und als Verlagslektorin arbeitet. In "Rückkehr nach Budapest" nimmt sie uns mit in die Vorwendezeit, die Ostberliner Bohèmeszene und die der Budapester Dissidenten, die in Privatwohnungen Samisdat-Schriften herstellten.
Stephan Ozsváth hat Nikoletta Kiss in der Berliner Oranienburger Straße getroffen, wo die Schluss-Szene des Romans spielt.
Stephan Ozsváth empfiehlt
"An unseren Grenzen haben wir Angst, Emigration aus Ungarn". Hrsg. Zoltán Lesi, danube books. 192 Seiten. 22,00 Euro.
Nikoletta Kiss empfiehlt
Terézia Móra: "Muna oder die Hälfte des Lebens". Luchterhand. 448 Seiten. 25 Euro.
Das Buch
Nikoletta Kiss: "Rückkehr nach Budapest", 301 Seiten, Insel Verlag.
Der Ort
Oranienburger Straße, Friedrichstraße
Die Autorin
Nikoletta Kiss, 1978 in Budapest geboren, in Ost-Berlin aufgewachsen. BWL-Studium an der Humboldt-Universität. Nach Stationen in Australien und den USA lebt sie heute mit ihrer Familie in Wien und ist als Verlagslektorin tätig. "Rückkehr nach Budapest" ist ihr zweiter Roman. Er steht auf der Longlist des Puchheimer Buchpreises.
Podcast-Empfehlung
"The Dynasty" – here is Direkt36’s documentary about the economic empire of the Orbán family https://www.direkt36.hu/en/a-dinasztia-itt-a-direkt36-filmje-az-orban-csalad-gazdasagi-birodalmarol/
| |||
| Auf der Leipziger Buchmesse mit Franziska Hauser und Maren Wurster | 27 Mar 2025 | 00:35:14 | |
Im Zug zu einer gemeinsamen Lesung fing es an, erzählen Franziska Hauser und Maren Wurster. Die beiden Schriftstellerinnen, die eine 1975 in Ost-Berlin geboren und aufgewachsen, die andere 1976 im Schwabenland, reden über die eigene Prägung, darüber, wie sie aufgewachsen sind und dabei unbewusst heute dem gängigen Klischee der Ost- bzw. West-Frau entsprechen.
Auch 35 Jahre nach der Wiedervereinigung prägt das Großwerden in unterschiedlichen Gesellschaftssystemen Mutterschaft, die Liebe, Berufsweg? Und weil sie auf immer mehr Fragen und Themen stoßen, haben sie Autor*innen nach ihren Perspektiven gefragt und daraus eine Anthologie gemacht: "Ost*West*Frau" heißt sie.
Darüber hat Nadine mit den Maren Wurster und Franziska Hauser auf der gemeinsamen Bühne von ARD, ZDF und 3Sat auf der Leipziger Buchmesse gesprochen.
Buch dieser Folge
Maren Wurster, Franziska Hauser (Hrsg.) "Ost*West*Frau", Frankfurter Verlagsanstalt, 254 Seiten.
Autorinnen
Franziska Hauser, 1975 in Berlin-Pankow geboren und aufgewachsen, ist Fotografin und Schriftstellerin. Sie hat mehrere Romane veröffentlicht, "Die Gewitterschwimmerin" war 2018 für den Deutschen Buchpreis nominiert. Zuletzt erschien "Keine von ihnen". Sie hat zwei Kinder und lebt in Berlin.
Maren Wurster, 1976 im Schwabenland geboren und aufgewachsen, hat am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig studiert. Sie hat mehrere Romane veröffentlicht, sowie das Memoir "Papa stirbt, Mama auch", sowie das erzählende Sachbuch "Totenwache." Gerade erschien ihr neuer Roman: "Hier bleiben können wir auch nicht". Sie lebt mit ihrem Sohn im Wendland.
Nadine empfiehlt
Vigdis Hjorth "Wiederholung", S. Fischer, 160 Seiten, aus dem Norwegischen übersetzt von Gabriele Haefs
Anne-Dore empfiehlt
Kjersti Anfinnsen: "Letzte zärtliche Augenblicke", Septime Verlag, 180 Seiten, aus dem Norwegischen von Sabine Richter.
| |||
| Mit Zeruya Shalev im Berlin Verlag | 20 Mar 2025 | 00:34:22 | |
Als sie dieses Mal Berlin besuchte, stellte die israelische Autorin Zeruya Shalev keinen neuen Roman vor: Denn seit dem 7. Oktober 2023 und dem darauf folgenden Krieg kann sie nicht mehr schreiben. Andere Dinge sind jetzt drängender: Demonstrieren gehen, Grabreden schreiben, kritische Artikel und Essays veröffentlichen.
Anne-Dore hat die Bestsellerautorin im Berlin Verlag getroffen, in dem seit einem Vierteljahrhundert Shalevs Romane erscheinen. Sie sprechen über ihren momentanen Alltag, ihre Kritik an Netanjahus Politik, über den Roman, der in der Schublade wartet und Zeruya Shalev erzählt, warum sie schon als Fünfjährige Erzählungen von Franz Kafka kannte.
Die Autorin
Zeruya Shalev wurde 1959 im Kibbuz Kinneret am See Genezareth geboren und lebt heute in Haifa. Ihre Romane sind Bestseller, auf Deutsch erschienen u.a. "Liebesleben", "Mann und Frau", "Schmerz" und "Schicksal" – alle im Berlin Verlag, übersetzt von Mirjam Pressler bzw. Anne Birkenhauer.
Zeruya Shalev empfiehlt
Virginia Woolf: "Zum Leuchtturm", neu übersetzt von Antje Rávic Strubel, Anaconda Verlag, 288 Seiten 7,95 Euro.
Anne-Dore empfiehlt
Zeruya Shalev: "Nicht ich". 30 Jahre nach seinem ersten Erscheinen ist 2024 Zeruya Shalev Debüt das erste mal auf Deutsch erschienen. Eine wilde Geschichte über eine junge Frau, die Kind und Mann verlässt und ihre Sexualität auslebt. Übersetzt von Anne Birkenhauer, Berlin Verlag, 208 Seiten, 24,00 Euro.
| |||
| Mit Daniel Glattauer in einem Zug | 13 Mar 2025 | 00:48:38 | |
Eduard Brünhofer, gefeierter Autor von Liebesromanen, aktuell aber in einer Schreibkrise, sitzt im Zug - er fährt von Wien nach München und soll ein neues Projekt vorstellen. Mit im Abteil sitzt die Therapeutin Catrin Meyr, die ihm ein Gespräch über die Liebe abringt, auf das er zunächst keine Lust hat.
Es knistert gehörig im neuesten Roman von Bestsellerautor Daniel Glattauer. Man kann schmunzeln, man wird beim Lesen überrascht - und vor allem hat man großen Spaß an dieser Geschichte, findet unser Reporter. Obwohl Routinier, sind dem Autor Daniel Glattauer Schreibblockaden nicht fremd, wie er Stephan Ozsváth auf einer Zugfahrt erzählt hat. Ein Gespräch über die Lust und Unlust am Schreiben, die Freuden der Langzeitbeziehung und was Liebe wirklich ausmacht.
Stephan Ozsváth empfiehlt
Sasha Filipenko: Der ehemalige Sohn. Diogenes, 320 Seiten, 22 Euro.
Daniel Glattauer empfiehlt
Johanna Sebauer: Nincshof, Dumont-Verlag, 368 Seiten, Gebunden 22,70 Euro, Taschenbuch 14 Euro.
Hier geht es zur Orte-und-Worte-Folge mit Johanna Sebauer
https://www.ardaudiothek.de/episode/orte-und-worte/auf-der-suche-nach-nincshof-mit-johanna-sebauer/rbb/94675574/
Das Buch
Daniel Glattauer "In einem Zug", 208 Seiten, DuMont
Der Ort
Im Zug von Wien nach Tulln und zurück
Der Autor
Daniel Glattauer ist 1960 in Wien geboren, wo er auch lebt. Nach seinem Studium der Pädagogik und Kunstgeschichte wurde er Journalist, 20 Jahre schrieb er für die Tageszeitung "Der Standard" Gerichtsreportagen und Feuilletons. Der Durchbruch kam mit seinem Roman "Gut gegen Nordwind", es wurde in den Wiener Kammerspielen als Theaterstück uraufgeführt und mit Nora Tschirner verfilmt. Glattauers Werke wurden in drei Dutzend Sprachen übersetzt. "In einem Zug" ist sein autobiografischstes Buch, sagt er.
| |||
| Mit Bettina Wilpert am Frühstückstisch | 06 Mar 2025 | 00:46:26 | |
Bettina Wilpert und Nadine frühstücken beide gerne. Satt und zufrieden lässt es sich auch einfach besser reden. Darüber, wie Schwangerschaft, Geburt und Mutterschaft den Blick auf sich selbst und die Welt verändern und was eigentlich bei all dem mit dem Körper und dem Körperbild passiert. Darüber und über ihre eigene Mutterschaft, sexuelle Identität und den Geburtsvorgang schreibt Bettina in ihrem neuen Roman "Die bärtige Frau".
Der Verbrecher-Verlag nennt das "radikale Körperliteratur". Es geht um eine Frau zwischen eigenen Ansprüchen, Erwartungen der Gesellschaft und körperlichen Tatsachen. Bettina hat sich mit Nadine in ihrem alten Berliner Lieblingscafé zum Frühstück getroffen und sich auch darüber unterhalten, wie sich eine Geburt in Sprache übersetzen lässt, warum Bettina dieses Buch unbedingt schreiben musste und warum der weibliche Körper oft noch immer eine Tabuzone in der Literatur ist.
Nadine Kreuzahler empfiehlt
(Hrsg.) Sandra Kegel: "Prosaische Passionen: Die weibliche Moderne in 101 Short Stories", 928 Seiten, Manesse.
Bettina Wilpert empfiehlt
Maggie Nelson: "Die Argonauten", übersetzt aus dem Englischen von Jan Wiln, 192 Seiten, Hanser Berlin.
Das Buch
Bettina Wilpert: "Die bärtige Frau", 192 Seiten, Verbrecher Verlag.
Der Ort
Frühstückscafé und Bäckerei "Zimt & Mehl", Weigandufer 16, Berlin.
Die Autorin
Bettina Wilpert wurde 1989 in Bayern geboren, hat in Potsdam, Berlin und Leipzig Kulturwissenschaft, Anglistik und Literarisches Schreiben studiert und 2018 ihren vielfach ausgezeichneten Debüt-Roman "nichts, was uns passiert" veröffentlicht. 2022 erschien ihr zweiter Roman: "Herumtreiberinnen". Bettina lebt und arbeitet als Mutter von zwei Kindern in Leipzig.
| |||
| Mit dem Neuberliner Alhierd Bacharevič in der rbb Dachlounge | 28 Feb 2025 | 00:48:20 | |
In Belarus sind seine Bücher verboten, in Deutschland bekommt Alhierd Bacharevič dieses Jahr für seinen Roman "Europas Hunde" den Preis zur Europäischen Verständigung. Ein Buch über Sprache und Macht, wild, phantasievoll, politisch und schon insofern außergewöhnlich, weil er eine eigene Kunstsprache für den Roman erschaffen hat: Balbuta.
Für "Orte und Worte" hat Alhierd Bacharevič mit Anne-Dore in der Dachlounge des rbb über das Buch gesprochen - mit Blick auf Berlin, das seit kurzem sein neues Zuhause ist, denn seit 2020 leben er und seine Frau, die Lyrikerin Julia Cimafiejeva, an verschiedenen Orten im Exil. Ein Gespräch über die Stadt Berlin, über Kunstsprachen, Dys- und Utopien und den Glauben an die Kraft der Literatur.
Das Buch
Alhierd Bacharevič: "Europas Hunde", übersetzt von Thomas Weiler, ist bei Voland & Quist erschienen, hat 744 Seiten und kostet 36,00 Euro.
Alhierd Bacharevič empfiehlt
Julia Cimafiejeva: "Der Angststein". Gedichte. Aus Belarusischen von Tina Wünschmann sowie Thomas Weiler, Uljana Wolf und Lydia Nagel. Edition fotoTAPETA, Berlin 2022.
Jeny Bisky: "Berlin, Biographie einer großen Stadt". Aus dem märkischen Sand zur Großstadt, expandierte, zerstört wurde, wieder auferstand, heute einer der beliebtesten Orte Europas. Rowohlt Berlin Verlag. 976 Seiten, 38 Euro. Paperback 28,00 Eiro.
Der Autor
Alhierd Bacharevič wurde 1975 in Minsk geboren. Er hat zahlreiche Bücher geschrieben und u.a. Hans Magnus Enzensberger, Wilhelm Hauff und Jan Wagner ins Belarussische übertragen. Seit 2020 leben er und seine Frau im Exil, u.a. haben sie in Österreich, der Schweiz und Hamburg gelebt, vor kurzem sind sie nach Berlin gezogen. Am 26. März wird dem Autor für „Europas Hunde“ der Preis zur Europäischen Verständigung verliehen.
Der Ort
Studio 14, die rbb Dachlounge. Programm und Informationen unter https://www.radiodrei.de/kultursalon
| |||
| Mit Dmitrij Kapitelman im Supermarkt "Rossija" | 20 Feb 2025 | 00:47:22 | |
Es ist nicht nur getrockneter Fisch oder Pelmeni, die man in einem Supermarkt wie dem Leipziger "Magasin" findet, sondern auch ein osteuropäisches Lebensgefühl. Der Krieg Russlands gegen die Ukraine hat Gewissheiten zerstört, die Propaganda verschmutzt die Köpfe.
Die jüdisch-ukrainisch-moldauische Familie Kapitelman hat so einen Laden wie den "Rossija" in Berlin-Charlottenburg in den 1990er Jahren in Leipzig aufgemacht. In zwei Teilen erzählt Dmitrij Kapitelman vom Leben in der Diaspora und wie der Krieg in Köpfe und Leben der Verwandten und Freunde in der alten Heimat kriecht.
Kann man trotzdem die russische Sprache lieben? Antworten gibt "Russische Spezialitäten". Stephan Ozsváth hat sich beim Einkauf mit dem Autor über die Waren in den Auslagen, die Lage in der Ukraine, Heimat, das Schreiben und die Liebe zur russischen Sprache unterhalten – zwischen den engen Regalen des Supermarktes "Rossija".
Stephan Ozsváth empfiehlt
Paavo Matsin: "Gogols Disko", 176 Seiten, Homunculus Verlag, 21 Euro
Dmitrij Kapitelman empfiehlt
Oliver Lovrenski: "Bruder, wenn wir nicht family sind, wer dann", Hanser Berlin, 256 Seiten, 22 Euro
Das Buch
"Russische Spezialitäten", Hanser Berlin, 192 Seiten, 23 Euro
Der Ort
Supermarkt "Rossija", S-Bhf Charlottenburg
Der Autor
Dmitrij Kapitelman wird 1986 in Kijiv geboren. Sein Vater Leonid ist Mathematiker mit jüdischen Wurzeln. Seine Mutter Vera Romashkan stammt aus Moldau. Als sogenannte "Kontingentflüchtlinge" kommen sie in den 1990er Jahren nach Leipzig.
Aus Furcht vor antisemitischen Ressentiments hat Dmitrij Kapitelman zunächst Zeitungstexte mit dem Nachnamen seiner Mutter unterzeichnet. "Russische Spezialitäten" ist sein dritter Roman. Die beiden Vorgänger wurden ausgezeichnet.
Dmitrij Kapitelman setzt sich in seinen Büchern mit seiner Herkunft und dem Leben in Deutschland und der Ukraine auseinander. Den Begriff "Heimat" mag er nicht. Er gehört zu den Mitbegründern des PEN Berlin.
Podcast-Empfehlung
"Ostausschuss der Salonkolumnisten" auf Apple Podcasts
https://podcasts.apple.com/de/podcast/ostausschuss-der-salonkolumnisten/id1641873299
| |||
| Mit Drehbuchautorin Beliban zu Stolberg in einem kurdischen Restaurant | 13 Feb 2025 | 00:47:03 | |
Beliban zu Stolberg schreibt Drehbücher und Romane. Mit Nadine unterhält sie sich zum Start der Berlinale – den Internationalen Filmfestspielen von Berlin – über ihre Arbeit. Sie erzählt, warum das Schreiben für den Film sich für sie wie die Arbeit einer Designerin oder Tischlerin anfühlt, während sie die Kreation von Prosa eher mit dem Wachsen einer Pflanze vergleicht.
Die in Berlin lebende Autorin arbeitet in Writer's Rooms, als Headautorin oder Junior Producerin an Konzepten und Drehbüchern für Krimi-Serien, Spielfilme und Telenovelas. 2023 ist ihr Roman "Zweistromland" erschienen – eine Geschichte über eine familiäre Spurensuche in den kurdischen Gebieten der Türkei.
Nadine Kreuzahler empfiehlt
Luca Kieser: "Pink Elephant", 304 Seiten, Blessing Verlag
Beliban zu Stolberg empfiehlt
"Mein Name ist Ausländer | Benim Adım Yabancı", Deutsch – Türkisch, Gedichte von Semra Ertan, herausgegeben von Zühal Bilir-Meier, Cana Bilir-Meier, 240 Seiten, Edition Assemblage
Das Buch
Beliban zu Stolberg: "Zweistromland", 208 Seiten, Kanon Verlag
Der Ort
Restaurant "Lasan", Adalbertstraße 96, Berlin Kreuzberg
Die Autorin
Beliban zu Stolberg wurde 1993 als Tochter einer deutschen Mutter und eines kurdischen Vaters in Husum geboren und wuchs in Hamburg auf. Sie studierte Drehbuch an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin und arbeitet seitdem als Drehbuchautorin für Kino, TV und Streamingdienste. 2023 erschien ihr erster Roman: "Zweistromland". Im Moment arbeitet sie an ihrem zweiten Roman.
| |||
| Mit Rabea Edel im "Moviemento Kino" in Berlin Kreuzberg | 06 Feb 2025 | 00:43:44 | |
Die Schriftstellerin Rabea Edel geht ins Kino, wenn sie mal eine Pause braucht vom Schreiben oder neue Kraft sucht. Ihr neuer Roman "Portrait meiner Mutter mit Geistern" ist gerade erschienen und liest sich wie ein Film, findet Nadine. Die generationenübergreifende Mütter-Töchter-Geschichte führt hinein in die Traumata einer Familie und des ganzen 20. Jahrhunderts. Das Buch ist eine Hommage an Rabea Edels Mutter.
Im Independent-Kino Moviemento in Berlin Kreuzberg unterhalten sich Rabea und Nadine über Recherchen in der Familie, filmisches Denken, Bücher und die Liebe zum Kino.
Nadine Kreuzahler empfiehlt
Die Romane von Abbas Khider, z.B.:
"Die Ohrfeige", Hanser Verlag, 224 Seiten
"Der Erinnerungsfälscher", Hanser Verlag, 128 Seiten
Rabea Edel empfiehlt
Dani Shapiro: "Inheritance. A Memoir of Genealogy, Paternity, and Love", 272 Seiten, Gardners Books
Das Buch
Rabea Edel: "Portrait meiner Mutter mit Geistern", 396 Seiten, C.H.Beck.
Der Ort
Moviemento Kino Berlin Kreuzberg
Die Autorin
Rabea Edel, geboren 1982 in Bremerhaven, lebt heute an der Mosel und in Berlin. Sie ist nicht nur Schriftstellerin, sondern auch Fotografin. Ihr Debütroman "Das Wasser, in dem wir schlafen" erschien 20006, danach folgten der Roman "Ein dunkler Moment" (2011), das Hörspiel "Ihre Geister sehen" (2021) und das Fotobuch "A second beating heart" (2021).
| |||
| Mit Susanne Gregor am Wiener Hauptbahnhof | 30 Jan 2025 | 00:44:29 | |
Paulina verdient als alleinerziehende Krankenschwester in der Slowakei zuwenig, um ihren beiden Jungs eine Zukunft bieten zu können. So entschließt sie sich, zwei Wochen im Monat in Oberösterreich in einer Familie die alte Mutter zu pflegen, die nach einem Schlaganfall Hilfe braucht. Während sie in Österreich zur unverzichtbaren Familienmanagerin wird, entgleitet ihr ihr eigenes Leben in der Slowakei. "Halbe Leben" erzählt von einem Beziehungsgeflecht zwischen Ost und West, vom Dienen und Herrschen, von gegenseitigen Abhängigkeiten und einer modernen Dienstleistungsgesellschaft, die Menschen erster und zweiter Klasse kennt.
Stephan Ozsváth hat die Autorin Susanne Gregor am Wiener Hauptbahnhof getroffen, einem Transitort, wo die Dienstleister aus dem Osten zum Arbeiten ankommen und nach Dienstschluss wieder in die Nachbarländer fahren. Ein Gespräch über Brain Drain, weibliche Care-Arbeit, slowakischen Kulturkampf und eine Identität zwischen den Stühlen.
Stephan Ozsváth empfiehlt
Daniel Stögerer: "Luzia – Kindheit zwischen zwei Kriegen", Edition Keiper, 136 Seiten.
Susanne Gregor empfiehlt
Paul Lynch: "Das Lied des Propheten", Klett-Cotta, 320 Seiten.
Samantha Harvey: "Umlaufbahnen", dtv, 224 Seiten.
Das Buch
Susanne Gregor: "Halbe Leben", 192 Seiten, Zsolnay.
Der Ort
Wiener Hauptbahnhof
Die Autorin
Susanne Gregor, 1981 in Žilina (Slowakei) geboren als Zuzana Gregorova. Im Alter von neun Jahren kam sie mit ihren Eltern nach Oberösterreich. Studium der Germanistik und Publizistik in Salzburg. 2010 Exil-Literaturpreis für den Roman "Territorien", sie unterrichtet neben ihrer Tätigkeit als Autorin Deutsch als Fremdsprache in Wien. "Halbe Leben" ist ihr sechster Roman.
| |||
| Mit Olga Grjasnowa im Jüdischen Museum Wien | 23 Jan 2025 | 00:43:52 | |
Lou ist Kunsthistorikerin, aber nach einer Fehlgeburt traumatisiert. Ihr Mann Sergej ist Konzertpianist am Rande des Burnout. Ihre Tochter Rosa bringt aus dem Kindergarten verstörende Fragen mit, etwa ob ein gewisser "Herr Hitler" das Tagebuch der Anne-Frank geschrieben habe. Und dann ist da noch die 90-jährige Tante – die als einzige Überlebende des Holocaust - über die Erinnerung wacht und sie manipuliert. Zu ihrem Ehrentag kommt die verstreute ex-sowjetische Familie in ein heruntergekommenes Hotel auf den Kanaren. Eine jüdische Identitätssuche.
Olga Grjasnowa erzählt in Wien über das Schreiben-Lehren, das Schreiben-Können zwischen Babysitter und eigenem Anspruch, über fluide Identitäten und Mehrsprachigkeit.
Stephan Ozsváth empfiehlt
Ferenc Karinthy: "Das goldene Zeitalter". Schirmer Graf. 128 Seiten.
Miklós Vámos: "Das Buch der Väter". Btb. 512 Seiten. Als E-Book erhältlich.
Olga Grjasnowa empfiehlt
Alle Bücher von Sigrid Núnez
Percival Everett: "Die Bäume", Heyne-Verlag 368 Seiten.
Percival Everett: "James", Carl Hanser Verlag, 336 Seiten
Das Buch
Olga Grjasnowa. "Juli, August, September", 224 Seiten, Hanser.
Der Ort
Jüdisches Museum Wien
Die Autorin
Olga Grjasnowa, 1984 in Baku in eine russisch-jüdische Familie geboren. Mit 12 Jahren kam sie mit ihren Eltern nach Deutschland. Sie schreibt Romane, Theaterstücke und Essays. Sie war auch Kolumnistin im rbb24 Inforadio (100 Sekunden Leben). Mit ihrer Familie lebt sie in Wien. Dort ist sie seit März 2023 Professorin am Institut für Sprachkunst an der Universität der Angewandten Künste.
| |||
| Mit David Wagner über den Dächern Berlins | 16 Jan 2025 | 00:49:39 | |
Orte und Worte war wieder live im Studio 14 der rbb Dachlounge hoch über den Dächern Berlins. Die Lichter der Stadt glitzerten dabei fast so verführerisch durch die Fenster wie der Bosporus in Istanbul. Dorthin, auf einen Roadtrip durch die Türkei, geht es mit dem neuen Roman "Verkin" von David Wagner.
Verkin ist der Name einer kosmopolitischen Frau und Unternehmerin, einer Türkin und Armenierin, die sieben Sprachen spricht und fast genauso viele Ehemänner hatte, in Paris, New York und Düsseldorf lebte, und überall vor Ort gewesen zu sein schien, wo gerade zufällig Weltgeschichte passierte.
Wie David Wagner mit Fakten und Fiktion spielt, wie er Istanbul und die echte Verkin erlebt hat, und inwiefern sein Roman auch vom Völkermord an den Armeniern und den politisch-historischen Verhältnissen in der Türkei erzählt, hört ihr in dieser Folge.
Das Buch
David Wagner "Verkin", 400 Seiten, Rowohlt
Der Autor
David Wagner, 1971 geboren, schreibt Romane, Essays, Erzählungen, Feuilletons. "Meine nachtblaue Hose" war im Jahr 2000 sein Debütroman. 2013 bekam er für "Leben" den Preis der Leipziger Buchmesse, 2019 veröffentlichte er den Roman "Der vergessliche Riese" über seinen demenzkranken Vater. Als Großstadtflaneur erkundet er in Büchern wie "Verlaufen in Berlin" oder "Vier Äpfel" Orte wie Supermärkte, Hotels und seine Wahlheimat Berlin. "Verkin" ist sein fünfter Roman.
Nadine Kreuzahler empfiehlt
Ulrike Edschmid: "Die letzte Patientin", Suhrkamp, 111 Seiten
David Wagner empfiehlt
Helmut Graf Moltke: "Briefe über Zustände und Begebenheiten in der Türkei aus den Jahren 1835 – 1839, Hansebooks, 444 Seiten
Robert Walser: "Der Spaziergang", Suhrkamp Insel, 117 Seiten Cao Xueqin: Der Traum der roten Kammer, aus dem Chinesischen von Franz Kuhn, Suhrkamp, 831 Seiten
Der Ort Studio 14 – Die rbb Dachlounge
| |||
| Im eigenen Zimmer von Julia Schoch | 09 Jan 2025 | 00:48:36 | |
Auf ihren Schreibtischen hat Julia Schoch gerade die letzten zehn Jahre zusammengeräumt. Denn mit "Wild nach einem wilden Traum" ist ihre Trilogie fertig, in der sie, so der Untertitel, die "Biographie einer Frau" erkundet. Dieses Mal ist der Erzählmotor eine Affäre mit einem Katalanen, eine Begegnung, die in der Rückschau Erkenntnisse, Ereignisse und Erinnerungen in Gang setzt, u.a. an einen Wald in Mecklenburg-Vorpommern und die Freundschaft eines Mädchens mit einem Soldaten.
Anne-Dore trifft die Potsdamer Autorin in ihrem Arbeitszimmer in der Innenstadt, in dem Schoch seit 15 Jahren schreibt. Sie sprechen über das Verhältnis von Erzählen und Schreiben, über Fahrstuhlreisen durch die Zeiten und über die Einsamkeit der Erinnerung.
Das Buch
Julia Schoch: "Wild nach einem wilden Traum. Biographie einer Frau", dtv Verlag, 176 Seiten, 23,00 Euro.
Julia Schoch empfiehlt
"Der Ekel" von Jean-Paul Sartre, z.B. bei rororo, 252 Seiten, 15,00 Euro.
Der Ort
Julia Schochs Arbeitszimmer in der Potsdamer Innenstadt
Die Autorin
Julia Schoch wurde 1974 in Bad Saarow geboren und lebt in Potsdam. Für ihre Bücher, u.a "Der Körper des Salamanders", "Mit der Geschwindigkeit des Sommers" und "Schöne Seelen und Komplizen" hat sie zahlreiche Preise gewonnen. 2022 erschien mit "Das Vorkommnis" der erste Teil ihrer "Biographie einer Frau", 2023 folgte "Das Liebespaar des Jahrhunderts". "Wild nach einem wilden Traum" ist der Abschluss.
| |||
| Mit Maria-Christina Piwowarski beim Lieblingsitaliener | 02 Jan 2025 | 00:47:26 | |
Maria-Christina Piwowarski war zehn Jahre lang Buchhändlerin in Berlin, bevor sie sich selbständig machte als Moderatorin, Podcasterin und Bookfluencerin. Auf verschiedenen Kanälen vermittelt sie Literatur und spricht darüber. Ein Wendepunkt in ihrem Leben. Als sie dann auch noch eine lange Beziehung beendete, wuchs ihre Sehnsucht nach passenden Texten über U-Turns, Krisen und Abzweigungen im Leben. Der Sammelband "Und ich" – wurde geboren mit 20 Texten von Schriftstellerinnen wie Zsuzsa Bánk, Marica Bodrožić, Ann Cotten, Olga Grjasnowa, Gabriele von Arnim.
Maria hat sich mit Nadine bei ihrem Lieblingsitaliener verabredet, um über Wendepunkte im Leben, das Lesen und Schreiben, die beste Carbonara und natürlich über Bücher zu sprechen.
Nadine Kreuzahler empfiehlt
Ling Ma: "Glückscollage", aus dem Englischen übersetzt von Zoe Beck, 213 Seiten, Culturbooks.
Maria-Christina Piwowarski empfiehlt
Samantha Harvey: "Umlaufbahnen", aus dem Englischen von Julia Wolf, 224 Seiten, dtv.
Das Buch von Maria-Christina Piwowarski, über das wir im Podcast reden
Maria-Christina Piwowarski: "Und ich – 20 Geschichten über Wendepunkte im Leben", 268 Seiten, park x Ullstein.
Der Ort
Das italienische Restaurant "DaPiada" in Berlin Mitte
Die Autorin
Maria-Christina Piwowarski, aufgewachsen in einem kleinen Dorf in der Magdeburger Börde, hat lange als Buchhändlerin bei "Ocelot" in Berlin gearbeitet, saß in Literaturjurys und spricht seit 2019 mit Ludwig Lohmann in ihrem Podcast "blauschwarzberlin" über Bücher. Sie moderiert Lesungen auf der Bühne und auf Instagram.
| |||
| Mit Manuela Tomic und bosnischen Teigschnecken im Wiener Pitawerk | 26 Dec 2024 | 00:48:29 | |
Großvater und Gastwirt Ivo versteckt die Dinare im Radio. Die Großmutter bekämpft Zahnschmerzen mit Zigaretten. Die Kinder flüchten in Geheimsprachen und unter Walkman-Kopfhörer. In "Zehnfingermärchen" erzählt Manuela Tomić von der Zwischenwelt des bosnischen Flüchtlingskindes, das sie selbst einmal war. Vom Leben ihrer Eltern, die sich als LKW-Fahrer und Putzfrau in Österreich durchschlagen müssen. Von Zähnen, die durch die Süßigkeiten der bosnischen Großmutter löchrig wurden.
Die Prosaminiaturen sind zuerst als Kolumnen in der Wiener Wochenzeitung "Die Furche" erschienen. Jedes Leben ist wert, erzählt zu werden. Das ist das Credo der Autorin, die Prosa, Lyrik und Hörspiele schreibt. Die "Zehnfingermärchen" setzen denen, die in der Öffentlichkeit oft unterbelichtet sind oder als Problem wahrgenommen werden, ein sprachmächtiges und augenzwinkerndes Denkmal: Migranten.
Stephan Ozsváth hat die Österreicherin bei bosnischen Teigschnecken am Wiener Westbahnhof getroffen.
Stephan Ozsváth empfiehlt
Maylis de Kerangal: Weiter nach Osten. Suhrkamp, 90 Seiten, 20 Euro.
Miljenko Jergović: Das verrückte Herz. Marlboro Sarajevo remastered. Suhrkamp. 304 Seiten, 25 Euro.
Damir Ovčina: Zwei Jahre Nacht. Rowohlt. 750 Seiten. 36 Euro.
Manuela Tomić empfiehlt
Isidora Sekulić: Briefe aus Norwegen. Friedenauer Presse. 120 Seiten. 18 Euro.
Octavio Paz: Der sprachgelehrte Affe. 131 Seiten. Antiquarisch.
Georges Perec: Was für ein kleines Moped mit verchromter Lenkstange steht dort im Hof? Diaphanes, 80 Seiten. 10 Euro.
Das Buch von Manuela Tomic, über das wir im Podcast reden
Manuela Tomic: Zehnfingermärchen. Wieser-Verlag. 108 Seiten, 21 Euro.
Der Ort
Pitawerk Wien, bosnischer Imbiss
Die Autorin
Manuela Tomic, 1988 in Sarajevo geboren, in Kärnten aufgewachsen. Bis 2024 Redakteurin der Wiener Wochenzeitung “Die Furche”. Schreibt Prosa, Lyrik und Hörspiele. Ihr Hörspiel “Bljiedi sati/Blasse Stunden” (ORF 2023) gewann in diesem Jahr den Prix Europa und den Prix Italia. Ab 4. Januar 2025 einen Monat lang hier zu hören:
https://www1.wdr.de/radio/wdr3/programm/sendungen/wdr3-hoerspiel/blasse-stunden-tomic-100.html
Podcast-Tipp
Dirk Auer: Balkan-Gambit – Bundeszentrale für politische Bildung:
https://www.bpb.de/mediathek/podcasts/balkangambit/
| |||
| Mit Lucy Fricke über den Dächern Berlins | 19 Dec 2024 | 00:50:54 | |
Orte und Worte hat Lucy Fricke quasi zu sich nach Hause eingeladen, ins Studio 14 – die Dachlounge des rbb. Live vor Publikum hat sich Nadine mit Lucy über ihren neuen Roman "Das Fest" unterhalten. Darin geht’s um einen 50. Geburtstag und all die Fragen, die die Mitte des Lebens aufwirft. Im Mittelpunkt steht Jakob, der nicht feiern will. Er pendelt zwischen Selbstmitleid und Weltschmerz, Resignation und Midlife Crisis. Wäre da nicht seine beste Freundin Ellen, die mit Torte und Champagner vor der Tür steht und für ihn heimlich einen Tag voller Überraschungen und Begegnungen inszeniert. Eine Reise in die Vergangenheit, die das Leben feiert.
Lucy hat gerade erst – am 14. Dezember – ihren eigenen 50. Geburtstag gefeiert. "Endlich!", sagt sie. Mit Nadine spricht sie über ihr Fest, das Älterwerden, Jugendträume und das Schreiben.
Bücher-Geschenktipps zu Weihnachten gibt es auch in dieser Folge.
Nadine Kreuzahler empfiehlt
Maria Christina Piwowarski (Hrsg.), "Und ich – 20 Geschichten über Wendepunkte des Lebens", Park Ullstein
Lucy Fricke empfiehlt
Maren Amini, "Ahmadjan und der Wiedehopf", Carlsen (Graphic Novel).
Das Buch
Lucy Fricke "Das Fest", 144 Seiten, Claassen
Der Ort
Kultursalon Radio 3 – Studio 14 in der Dachlounge des rbb
Die Autorin
Lucy Fricke lebt seit fast 25 Jahren in Berlin, geboren wurde sie 1974 in Hamburg. "Das Fest" ist ihr sechster Roman. "Töchter" wurde 2018 nicht nur ein in mehrere Sprachen übersetzter Bestseller, sondern auch mit Birgit Minichmayr und Alexandra Maria Lara in den Hauptrollen fürs Kino verfilmt. 2022 erschien ihr Roman "Die Diplomatin", der in Botschaftskreisen in Uruguay und Istanbul spielt.
| |||
| Mit John von Düffel über den Dächern Berlins | 12 Dec 2024 | 00:45:15 | |
35 Jahre nach dem gemeinsamen Philosophie Studium in Schottland trifft John von Düffel seine Kommilitonin Fiona wieder. In ihrer radikalen Art hat sie ihn sehr beeindruckt: Sie aß nichts bzw. wenig, kaufte nichts und wenn man fragte, was sie später machen wolle, sagte sie: "Ich möchte auf einem Stein sitzen und nachdenken". Jetzt möchte er anknüpfen an ihren damaligen Austausch und verabredet sich mit ihr in Edinburgh. Ein kluges philosophisches Gespräch beginnt, das den Dissens aushält und ohne erhobenen Zeigefinger zum Nachdenken anregt.
Anne-Dore hat sich mit John von Düffel in Studio 14 des rbb verabredet und spricht vor Publikum mit ihm über sein neues Buch "Ich möchte lieber nichts" - die Geschichte einer Frau, die wenig hatte und das Wesentliche zum Prinzip machte.
Das Buch
John von Düffel: "Ich möchte lieber nichts", Dumont, 208 Seiten, 24 Euro.
Der Autor
John von Düffel Jahrgang 1966 ist Autor zahlreicher Bücher, Theaterautor und Dramaturg, er war u.a. am Hamburger Thalia und am Deutschen Theater. Ab Sommer 2025 übernimmt er die Intendanz des E.T.A.-Hoffmann-Theaters in Bamberg.
Der Ort
Studio 14, die rbb Dachlounge. Programm und Informationen unter https://www.radiodrei.de/kultursalon
Podcast-Tipp: "Frei" von Lea Ypi
https://1.ard.de/lea-ypi-frei
| |||
| Büchertipps zu Weihnachten aus Anne-Dores Wohnzimmer | 05 Dec 2024 | 00:49:08 | |
Orte und Torte heißt es diesmal. Es gibt Kekse, Schokokuchen und Christstollen und jede Menge Büchertipps. Anne-Dore hat in ihr Wohnzimmer eingeladen, um sich mit Nadine und Stephan im adventlichen Kerzenschein über Jahreshighlights im Bücherregal auszutauschen. Welche Begegnung aus diesem Jahr, welcher Roman ist besonders im Gedächtnis geblieben? Eignen sich die Geschichten der Literaturnobelpreisträgerin Han Kang als Geschenk? Welches Buch verbinden die drei mit einer besonderen Phase im Leben?
Nadine Kreuzahler empfiehlt
Paula Fürstenberg: "Weltalltage", 320 Seiten, Kiepenheuer & Witsch.
Rainald Goetz: "Rave", 272 Seiten, Suhrkamp.
Rainald Goetz: "Celebration. Texte und Bilder zur Nacht", 278 Seiten, Suhrkamp.
Han Kang: "Die Vegetarierin", übersetzt von Ki-Hyang Lee , 190 Seiten, Aufbau Taschenbuch und als Hörbuch vorgelesen von Rike Schmidt, Devid Striesow und Thomas Loibl, Audio-CD, Argon Verlag.
Markus Thielemann: "Von Norden rollt ein Donner", 287 Seiten, C.H. Beck.
Anne-Dore Krohn empfiehlt
Katja Oskamp: "Die vorletzte Frau", 208 Seiten, park x ullstein.
Paul Auster: "Mond über Manhattan", aus dem Englischen übersetzt von Werner Schmitz, 416 Seiten, Rowohlt Taschenbuch.
Han Kang: "Weiß", übersetzt von Ki-Hyang Lee, 151 Seiten, Aufbau Verlag.
Christoph Peters' Berlin "Trilogie des gegenwärtigen Scheiterns": "Der Sandkasten" (2022), "Krähen im Park" (2023) und "Innerstädtischer Tod" (2024). Alle im Penguin Verlag.
Stephan Ozsváth empfiehlt
Gábor Fónyad: "Was noch kommt", 200 Seiten, Elster & Salis Wien.
Maria Bidian: "Das Pfauengemälde", 320 Seiten, Zsolnay.
Christ Stewart: "Unter den Zitronenbäumen. Ein Optimist in Andalusien", 284 Seiten, Goldmann Verlag.
Han Kang: "Menschenwerk", übersetzt von Ki-Hyang Lee, 222 Seiten, Aufbau Taschenbuch.
Vedran Džihić: "Ankommen", 112 Seiten, Kremayr & Scheriau.
Judith Kohlenberger: "Gegen die neue Härte", 256 Seiten, dtv.
Manuela Tomić: "Zehnfingermärchen", Wieser Verlag.
Paula Fürstenberg empfiehlt:
Asmus Trautsch (Herausgeber): Martina Hefter: Tanzen- Verschriftlichung einer Installation mit dem Titel "Tanzen, eine Vorratskammer", 48 Seiten, Verlagshaus Berlin.
Katja Oskamp empfiehlt:
Katja Lange-Müller "Unser Ole", 240 Seiten, Kiepenheuer & Witsch.
Maria Bidian empfiehlt:
Dorothee Riese: wir sind hier für die Stille, Berlin Verlag, 240 Seiten.
Der Ort
Bei Anne-Dore zu Hause im Wohnzimmer
| |||
| Mit Noémi Kiss an der Donau | 28 Nov 2024 | 00:44:55 | |
Das Dorf liegt auf einer Donauinsel, die Bewohner hoffen auf den Messias. Sie haben ihre Träume, vergangene und aktuelle. Sie leben und sie sterben mit dem Fluss. Da sind die beiden Mädchen, die der Fluss mitreisst, das Pferd, das gerade noch gerettet wird, da ist Frau Holle im modernen Kontext westlicher Firmen mit östlicher Belegschaft und dem Traum vom Reichtum. Da ist die Journalistin aus Wien, die nach dem Golem sucht und für Internet-Clicks irgend etwas erfindet. Das Dorf dient als Kammerspiel, die Donau als großer Rahmen.
Noémi Kiss ist eine wichtige zeitgenössische Stimme der ungarischen Literatur. Die 50-jährige lebt selbst in Budapest und in dem Dorf Kisoroszi auf einer Insel im Fluss. Stephan Ozsváth war mit ihr auf der WIENER Donauinsel. Sie hat ihm erzählt, warum Reiten für Autor/inn/en gut ist, warum ungarische Literatur immer melancholisch ist und woher die Sehnsucht nach einem (neuen) Messias in Ungarn kommt.
Stephan Ozsváth empfiehlt
Han Kang: "Menschenwerk", atb, 222 Seiten, 12,00 Euro.
Noémi Kiss empfiehlt
Mohamed Mbougar Sarr: "Die geheimste Erinnerung der Menschen", Hanser, 448 Seiten, 27,00 Euro.
Péter Nádas: "Schauergeschichten", Rowohlt, 576 Seiten, 30,00 Euro.
Das Buch
Noémi Kiss: "Der Nebelmann. Geschichten von der Donau", 164 Seiten, danube books.
Der Ort
Die Donauinsel in Wien
Die Autorin
Noémi Kiss ist 1974 in Gödöllö geboren. Sie hat Hungarologie, Komparatistik und Soziologie studiert und über Paul Celan promoviert. Sie unterrichtet Literatur in Eger, schreibt für Zeitungen und Zeitschriften, auch in Deutschland. Für die ungarische Ausgabe der Erzählungen "Der Nebelmann" wurde sie mit dem Pál-Békés-Preis ausgezeichnet.
| |||
| Mit Roman Ehrlich in einer Videothek | 21 Nov 2024 | 00:45:42 | |
Eine Videothek ist Schauplatz im Roman “Videotime” von Roman Ehrlich. Hier leiht sich der Ich-Erzähler als Kind regelmäßig mit seinem Vater Filme aus und überspielt sie auf Leerkassetten. So entsteht eine private Piraten-Videothek. Jahrzehnte später besucht der Erzähler seinen Vater, die alte Videothek ist längst geschlossen. Aber plötzlich stößt er auf die alten Videokassetten. Erinnerungen strömen auf ihn ein.
Roman Ehrlich hat einen Familienroman geschrieben, der von Prägungen, Erinnerung und Fiktion erzählt. Vom Vor- und Zurückspulen und Überspielen. Von verzerrten Familien- und Rollenbildern.
Nadine und Roman treffen sich für diese Folge in einer Videothek in Britz in Berlin Neukölln, lassen Erinnerungen auf sich einströmen und unterhalten sich über Prägungen, Filme und das Schreiben.
Nadine Kreuzahler empfiehlt
Lorena Simmel: "Ferymont", 170 Seiten, Verbrecher Verlag.
Roman Ehrlich empfiehlt
Mara Genschel: "Midlife Prosa". Performative Erzählungen, 170 Seiten, Engeler Verlag.
Stephan empfiehlt
Miljenko Jergović: "Das verrückte Herz". Sarajevo Marlboro remastered. Erzählungen", Suhrkamp.
Das Buch
Roman Ehrlich "Videotime", 368 Seiten, S. Fischer.
Der Ort
Die Videothek "Videobox" in Britz in Berlin Neukölln
Der Autor
Roman Ehrlich, geboren 1983 in Aichach, aufgewachsen in Neuburg an der Donau, lebt in Berlin. Er hat am Deutschen Literaturinstitut Leipzig und an der Freien Universität Berlin studiert. Sein Debütroman "Das kalte Jahr" erschien 2013, 2020 stand er auf der Longlist Deutscher Buchpreis mit "Malé". Für seinen aktuellen Roman "Videotime" war er in diesem Jahr für den Wilhelm-Raabe-Literaturpreis nominiert.
| |||
| Mit Marica Bodrožić im Garten der Diaspora | 14 Nov 2024 | 00:46:01 | |
Marica Bodrožić liebt Bäume, Palmen, Sukkulenten und Feigen. Natur und Landschaften dienen ihr nicht nur als Krafttankstelle im Alltag. Auch ihr Schreiben tastet sich an Flora und Fauna entlang, in preisgekrönten Essays, Gedichten, Reisereportagen und Romanen. Auch in "Das Herzflorett" spielt das Verhältnis von Mensch und Natur eine große Rolle.
In dem autofiktionalen Roman erzählt Marica Bodrožić die Coming-Of-Age- und Selbstermächtigungsgeschichte eines Mädchens, das als Kind von Jugoslawien nach Deutschland kommt und sich mit Hilfe von Natur und Büchern aus einer Familie voller Gewalt befreien kann. Im Garten der Diaspora in der Michael-Blumenthal-Akademie des Jüdischen Museums unterhalten sich Nadine und Marica über Wurzeln, Verpflanzungen, Schreiben als Akt des Schauens, Bücher und den grünen Daumen.
Nadine Kreuzahler empfiehlt
Joachim Meyerhoff: "Man kann auch in die Höhe fallen", Kiepenheuer und Witsch, 368 Seiten.
Marica Bodrožić empfiehlt
Nadeschda Mandelstam: "Erinnerungen an Anna Achmatowa". Mit zeitgenössischem Bildmaterial. Aus dem Russischen von Christiane Körner. Nachwort von Pawel Nerler. Suhrkamp, 206 Seiten.
Das Buch
Marica Bodrožić: "Das Herzflorett", 288 Seiten, Penguin.
Der Ort
Der Garten der Diaspora | Jüdisches Museum Berlin
Die Autorin
Marica Bodrožić wurde 1973 in Dalmatien geboren. 1983 siedelte sie nach Hessen über. Sie schreibt Gedichte, Romane, Erzählungen und Essays, die in über sechzehn Sprachen übersetzt wurden. Sie hat in Frankreich, Spanien, den USA gelebt und wohnt heute mit ihrer Familie als freie Schriftstellerin in Berlin und in einem kleinen Dorf in Mecklenburg.
| |||
| Mit Anne Reinecke auf dem Tempelhofer Feld | 07 Nov 2024 | 00:49:55 | |
Das Berlin der Zukunft ist eine Insel, umgeben von einer hohen Mauer und nichts als dem Meer. So hat es sich die Schriftstellerin Anne Reinecke ausgedacht. In ihrem zweiten Roman "Hinter der Mauer der Ozean" ist unsere Gegenwart nur noch "die Alte Zeit". Die Natur hat sich die Stadt zurückgeholt. Nur noch fünf Menschen leben hier. Zum Beispiel in einem Hangar auf dem ehemaligen Flughafen Tempelhof. Heute sind die früheren Start- und Landebahnen eine große Freifläche mitten in der Stadt.
In ihrem Roman lässt Anne Reinecke hier Büffel grasen. Im echten Leben kommt die Schriftstellerin oft aufs Tempelhofer Feld, um nachzudenken und zu schreiben. Beim Spaziergang mit Nadine erzählt sie, warum sie eine Dystopie geschrieben hat, warum das Bild des ertrunkenen Flüchtlingsjungen Alan Kurdi im Text auftaucht, und dass das Tempelhofer Feld ihr einen ganz besonderen Moment im Leben geschenkt hat.
Die Autorin:
Anne Reinecke wurde 1978 in Meißen geboren, fünf Jahre vor dem Mauerfall reisten ihre Eltern mit ihr in den Westen aus. Sie ist Kunsthistorikerin und hat viele Jahre als Stadtführerin in Berlin, Potsdam und in der Gedenkstätte Sachsenhausen gearbeitet. 2018 erschien ihr erster Roman "Leinsee" über eine Liebe im Künstlermilieu.
Das Buch:
Anne Reinecke: "Hinter den Mauern der Ozean", Diogenes, 240 Seiten.
Buchtipps:
Katharina Peter: "Erzählung vom Schweigen", Matthes & Seitz, 244 Seiten.
Bov Bjerg: "Der Vorweiner", Claassen, 240 Seiten.
Bernhard Kegel: "Gras", Dörlemann, 384 Seiten.
| |||
| Mit Gaea Schoeters im Berliner Zoo | 31 Oct 2024 | 00:50:36 | |
Hunter White ist ein Wallstreet-Jongleur mit exzentrischer Ehefrau und teurem Hobby: Er liebt die Großwildjagd. Er will die Big Five voll machen, die Krönung wäre der Abschuss eines Nashorns. Wilderer machen den Plan zunichte. Sein Freund und Safari-Organisator van Heeren macht ihm ein alternatives Angebot: Ob er schon mal von den Big Six gehört hätte. Hunter White lässt sich auf die Menschenjagd ein. Seine "Beute" ist ein Eingeborener, sein Guide dessen bester Freund. Der Deal mit dem Stamm: Mit dem Geld für den Abschuss soll einer aus dem Stamm in den USA studieren dürfen. Eine schwindelerregende Safari in Grenzbereiche menschlicher Moral. Stephan Ozsváth war mit ihr unterwegs zu Giraffen, Elefanten und Nashörnern.
Stephan Ozsváth empfiehlt
Iida Turpeinen: Das Wunder des Lebens, 320 Seiten, S.Fischer Verlag.
Gaea Schoeters empfiehlt
Lara Taveirne: Wolf, 240 Seiten, Prometheus (derzeit nur auf Niederländisch).
Das Buch
Gaea Schoeters "Trophäe", 256 Seiten, Zsolnay.
Der Ort
Berliner Zoo
Die Autorin
Gaea Schoeters, ist eine flämische Autorin, Journalistin, Drehbuchschreiberin, Opern-Librettistin. Die 1976 geborene Autorin ist mit dem Motorrad durch den Nahen Osten und Zentralasien gereist. Den afrikanischen Schauplatz von "Trophäe" hat sie sich allerdings nur über YouTube-Videos erschlossen. Für die Lesungen in Deutschland hat sie eigens Deutsch gelernt. Sie gehört dem niederländisch-flämischen Autorinnenkollektiv Fixdit an, das sich für mehr Gleichberechtigung in der Literaturbranche einsetzt.
| |||
| Mit Ulla Lenze in Beelitz Heilstätten | 24 Oct 2024 | 00:47:51 | |
Die Arbeiterheilstätten Beelitz in Brandenburg waren Anfang des 20. Jahrhunderts die modernste Kureinrichtung Europas für Tuberkuloseerkrankte. Im Laufe der weiteren Geschichte dienten die in einem Wald verstreuten Gebäude als Lazarett und sowjetisches Krankenhaus, bis sie nach der Wende verfielen und zum "Lost Place" und Foto-Mekka wurden.
Die Schriftstellerin Ulla Lenze macht die Heilstätten zum Schauplatz ihres neuen Romans "Das Wohlbefinden". Sie spannt einen weiten Bogen von 120 Jahren bis in die Pandemiejahre von heute. Mit Nadine reist sie nach Beelitz und zurück in die Zeit. Es geht um verordnete Entspannung und Wellness-Apps, um Utopie und Spiritualität, um Frauenleben und Reisen nach Indien. Und natürlich um Bücher.
Nadine Kreuzahler empfiehlt
Thomas Mann, "Der Zauberberg", 100 Jahre Zauberberg Geschenkausgabe in Leinen, 1120 Seiten, S. Fischer Verlag.
Jan Schomburg, "Die Möglichkeit eines Wunders", 269 Seiten, dtv.
Ulla Lenze empfiehlt
Gabriele Reuter, "Aus guter Familie. Leidensgeschichte eines Mädchens", 270 Seiten, Reclam Verlag.
Das Buch
Ulla Lenze: "Das Wohlbefinden", 333 Seiten, Klett-Cotta.
Der Ort
Beelitz Heilstätten
Die Autorin
Ulla Lenze wurde 1973 in Mönchengladbach geboren, sie lebt in Buckow und Berlin. Mit 16 zog es sie für ein halbes Jahr nach Indien, seitdem reist sie immer wieder dorthin. Lesereisen und Stipendien führten sie auch nach Syrien, in den Irak und Iran, und in die USA. Ihr Werk wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. "Das Wohlbefinden" ist ihr sechster Roman.
| |||
© My Podcast Data · Independent project · Data from Apple & Spotify