Explore every episode of the podcast OHNE DEN HYPE mit Sven Saro
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Title
Pub. Date
Duration
181. Was bin ich eigentlich? manamolotovs Weg von der Medizin zur Kunst – über Identität, Unsicherheit & große Veränderungen
29 Jul 2024
01:23:58
Manchmal führt einen das Leben ja auf seltsame Wege. manamolotov hat da einen ziemlich wilden zu bieten. Sie war Chirurgin, ich glaube im dritten Assistenzjahr, also so richtig fertig und erstzunehmend und so, aber dann merkte sie dank eines Burnouts, dass dieser Weg sie garnicht glücklich machte. Die Gründe dafür, warum sie sich überhaupt solange dadurch gequält hat, sind auch nicht ganz so einfach, aber das erzählt sie alles selber. Und dann entdeckte sie die Illustration wieder für sich – und ich sage wieder, weil sie schon während des Medizinstudiums einen kreativen Abstecher nach Maastricht gemacht hatte. Manas Leben hatte also schon einige Irrungen und Wirrungen und für mich war es total spannend zu hören, wie sie da ihren Weg durch sucht. Denn solche Entscheidungen zu treffen und sich nicht festhalten zu lassen von dem, was man bisher gemacht hat, das ist in meinen Augen oft sehr schwierig.
180. Trial & Error ist meine Philosophie: Der kreative Allrounder Stefan Große Halbuer über Kickstarter, Start-Ups, Inspiration & Art-Block
22 Jul 2024
01:13:42
Stefan Große Halbuer, auf Instagram besser bekannt als Plastic Pen, hat sich selbst eine Menge Aufgaben aufgeladen. Sein Wunsch ist es zwar, dass die Arbeitsverteilung so wäre, dass er die meiste Zeit am iPad mit dem Zeichen verbringen könnte, aber ich fürchte dafür probiert er zu gerne Sachen aus. Er sagt selbst, Trial and Error ist seine Philosophie und für die Erfahrungen, die er machen durfte, hat er immer mit seiner Zeit bezahlt. Ehrlich gesagt klingt das für mich aber eigentlich nach einen sehr guten Deal.
René Spitz ist Designforscher, Mitglied des Vorstands der iF Design Foundation, Mitglied des Senats der Rheinischen Hochschule Köln und … ach, seine Titel kannst du auch einfach auf seiner Website lesen. Er promovierte 1997 mit einer Studie zur politischen Geschichte der Hochschule für Gestaltung Ulm, hat Bücher herausgebracht unter anderem zum Thema Otl Aicher, und man kann ihm regelmäßig lauschen, wenn er im WDR 3 zum Thema Design berichtet.
Robert Riegers Spezialität sind Interior- und Portraitfotografie und was mich besonders begeistert ist, dass er es geschafft hat, beides zu verbinden. Zu seinen sehr diversen Kunden gehören unter anderem Architectural Digest, Esquire, Adobe, Brand Eins, Monocle, die New York Times, Audemars Piguet, das ZEITmagazin, Mr Porter, Google und und und.
80. Luuk de Leeuw, Quality and Innovation Manager at Swapfiets
22 Jun 2022
00:42:28
We talked about the bike shop Luuk used to run, about how the design process at Swapfiets works, about e-bikes, about his personal goal to design a fully circular bike by 2025, and about the best way to open a beer bottle without a bottle opener.
79. Christian Hundertmark (C100), Designer & Künstler
01 Jun 2022
01:05:54
Normalerweise bin ich mit meinen Gästen ja eigentlich alleine und die Gespräche werden oft recht intim, aber diesmal saßen Christian und ich im Rahmen der Munich Creative Business Week im vollbesetzten USM Haller Showroom in München vor Publikum. Erstaunlicherweise hat das unser Gespräch aber, glaube ich zumindest, kaum beeinflusst. Vielen Dank nochmal an alle die dabei waren, an USM Haller für die wirklich sehr beeindruckende Gastfreundschaft an diesem Abend und natürlich auch an die MCBW.
Christian arbeitet als Designer hauptsächlich als One-Man-Show, so wie ich das auch jahrelang gemacht habe, aber in seiner künstlerischen Arbeit geht es oft um Zusammenarbeit, wie in dem Graffiti-inspirierten Projekt Layer Cake, dem Versus Project oder auch in seiner Buchserie »The Art of Rebellion«.
Wir sprachen unter anderem über seine Arbeit, seine Kunst, darüber was Leidenschaft alles vom Privatleben fordert, über die Vor- und Nachteile des Freelancer-Lebens und über Kunst im öffentlichen Raum.
🔗 Themen: 5:13 – Christians Initialzündung 6:05 – Die Arbeit als One-Man-Show 14:28 – Sein Studium als Kommunikationsdesigner 18:21 – Pappenkleben in der Agentur 20:13 – Das Freelancer-Leben 25:37 – Wenn man sich auf große Aufträge verlässt 28:27 – Über Akquise 34:31 – The Art of Rebellion (https://www.amazon.de/Art-Rebellion-Christian-Hundertmark/dp/3980747832) 41:32 – Wie die Beziehung unter der Arbeit litt 43:47 – Kunst im öffentichen Raum 48:55 – Layer Cake mit Patrick Hartl (https://layercake.org)
Mary Weber, auch bekannt als Fotomädchen, war 2021 Teil des Kernteams des Adobe Foto-Abo Projekts – aber darüber sprachen wir natürlich dann auch. Vom Theater, übers Fernsehen, Illustration und letztlich zur Fotografie – Marys Weg war alles andere als gradlinig. Und sie hat ihren Weg selbst gestaltet, ist ihrer Leidenschaft gefolgt, hat Chancen gesehen und genutzt. Und so hat sie es zu mittlerweile einer Viertelmillion Followern auf Instagram geschafft.
Wir sprachen über ihren sehr unkonventionellen Weg, die Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern, über ihre Zeit beim Fernsehen und Theater, über Performancedruck und darüber, wie man seine Karriere selbst steuern kann.
🔗 Themen: 3:01 – Wenn Dinge schief laufen 5:19 – Wie man zu einer Viertelmillion Folowern auf Instagram kommt 10:52 – Über die Auswahl von Sponsoring-Partnern 14:44 – Marys Jugend auf dem Land 17:13 – Regieassistenz am Theater 19:10 – Ihre Zeit beim Fernsehen 23:32 – Das Zurückbesinnen auf die Fotografie 27:23 – Ihre Illustratiosnarbeit während der Schwangerschaft 33:44 – Der Weg zu Instagram 39:39 – Wie sie zu Kooperationspartnern kam 42:27 – Das Projekt mit Adobe 52:30 – Performancedruck 55:26 – Die Karriere selbst steuern 59:44 – Marys Alltag wähtend der Pandemie 1:04:38 – Die Kommunikation mit ihren Followern
Mogli, geboren als Selima Taibi, hat sich als Indiekünstlerin einen Namen gemacht. Und ich bin besonders beeindruckt davon, dass sie sich diesen Weg wirklich selbst gebahnt hat. Sie ist mit elf alleine zum Vorsingen für den Kinderchor der Frankfurter Oper gegangen, sie hat per Crowdfunding die Finanzierung ihres ersten Albums organisiert, hat gemeinsam mit ihrem damaligen Freund eine Reisedoku ins Kino und auf Netflix gebracht und auch für ihr neuestes Album, steuert sie mit ihrem Team die gesamte Kommunikation. Und all das ganz ohne Label.
Wir sprachen über ihren Weg, über das Umfeld, in dem sie aufgewachsen ist, über Hochsensibilität, über Kreativität und Selbstbestimmtheit und natürlich über ihr neues Album.
🔗 Themen: 3:04 – Was zum Release ihres Albums gehört 10:01 – Das Umfeld in dem sie aufgewachsen ist 18:07 – Über Hochsensibilität 26:20 – Kreativität und Selbstbestimmtheit 28:40 – Im Kinderchor der Frankfurter Oper 32:50 – Die Story ihres neuen Albums 37:01 – Ihre Teilnahme bei The Voice 42:47 – Die Produktion ihrer Doku »Expedition Happiness« 48:30 – Das zweite Album: Wanderer 53:55 – Als was sie wahrgenommen wird 59:06 – Die Dinge ändern sich 1:05:48 – Tastemaker vs. Early Adopter
David Fischer startete vor 17 Jahren einen kleinen Blog namens Highsnobiety und heute ist daraus eines der größten meinungsbildenden Online-Magazine im Bereich Streetwear geworden mit fast 200 Mitarbeitern. Ich nenn es jetzt einfach mal Magazin, auch wenn Highsnobiety sehr viele unterschiedliche Kanäle bedient. Also Hype-Culture und Ohne den Hype – man könnte ja meinen, das passt nicht wirklich zusammen, aber wir sprachen eben ohne viel Hype über den Hype. Okay, sorry dafür, aber es war sehr spannend von Mr. Snob persönlich alles über seine Anfänge zu erfahren, darüber wie er teilweise bis zu 40 Posts am Tag ganz alleine produziert hat, über die Meilensteine seiner Firma und über sein Privatleben.
🔗 Themen: 2:38 – Der Drop der Omega Moonswatch 6:00 – Die Jordans in der Jugend 11:41 – 18-jährige mit 1000-Euro-Schuhen 15:55 – Austauschjahr in Boulder, Colorado 24:42 – Der Beginn von Highsnobiety 32:48 – Wie der Blog gewachsen ist 37:43 – Wie das Geschäft heute funktioniert 46:59 – Über Kollaborationen 51:58 – Die ersten Angestellten 56:05 – Die Vermarktung von HS 1:02:53 – Website vs. IG-Account vs. App 1:09:15 – Träume verwirklichen 1:12:01 – Die aktuelle Generation von Kreativen im Fashion-Bereich 1:18:58 – Davids Verhältnis zu aktuellen Trends
Es war eine Lehrerin, die Theresa dazu ermutigt hat, die Kamera überhaupt erstmal in die Hand zu nehmen und so hat sie dann 2013 einen österreichischen Jugendfotocontest gewonnen, ohne überhaupt selbst eine Kamera zu besitzen. Und dann ging irgendwie alles ganz schnell – die erste Ausstellung, die erste Veröffentlichung in einem Magazin und dann beschloss sie nach New York zu gehen und ihres eigenen Glückes Schmiedin zu werden. Nach einem Jahr in New York zog sie dann nach Berlin, aber war eigentlich fast andauernd auf der ganzen Welt unterwegs für Kunden wie Puma und Montblanc. Aber die Pandemie und die letzten zwei Jahre haben sie zum einem Umdenken bewegt und genau darüber sprachen wir viel.
🔗 Themen: 4:43 – Die Corona-Zeit in Salzburg bei der Mama 11:32 – Die Arbeit mit Montblanc 13:28 – Theresas ersten Erfahungen mit der Kamera 15:56 – Ihre Zeit in New York 18:44 – Netzwerken 27:17 – Die Kraft des Universums 32:59 – Wie sie zu Montblanc kam 36:57 – Experimente für H&M 39:53 – Die Rückkehr aus New York 43:38 – Das Umdenken 50:30 – Wie sich die Dinge ändern 53:47 – Anders sein 57:54 – Was die Zukunft bringt
Die heutige Folge fällt mal etwas aus dem Rahmen. Ich hatte nämlich das Vergnügen das Gespräch mit Axel gemeinsam mit Christine Moosmann, der Chefredakteurin des Grafikmagazins, führen zu dürfen. Und das wir zu dritt waren ist nicht die einzige Besonderheit – durch diese Konstellation gibt es begleitend zum Podcast in der aktuellen Ausgabe des Grafikmagazin auch einen Artikel über Axels Studio. Verpass das auf keinen Fall, du hast nicht alle Tage die Gelegenheit so einen visuellen Einblick ergänzend zu einem Podcast zu bekommen. Oder ist der Podcast ergänzend zum Artikel? Naja, wie auch immer, die aktuelle Ausgabe des Grafikmagazins kannst du ab sofort in ausgewählten Zeitschriftenläden finden oder direkt auf grafikmagazin.de bestellen. Und halt Augen und Ohren offen, wie gesagt, das wird wahrscheinlich nicht das einzige Mal sein, dass wir was gemeinsam machen.
Axel Rössler ist Grafiker und Künstler aus Frankfurt mit Liebe zum Handwerk. Er uns seine Frau Ellen gründeten 2014 das Siebdruckstudio Print Now – Riot Later in den USA, wo sie die nächsten fünf Jahre auch gelebt und gearbeitet haben. Seit 2019 sind sie wieder zurück in Deutschland und haben sich ganz dem textilen Siebdruck gewidmet und loten vor allem die gestalterischen Möglichkeiten des Stoffmusterdrucks aus.
🔗 Themen: 4:01 – Die Zeit in Arizona 12:52 – Grafikdesigner oder Künstler? 13:33 – Axels Hintergrund 17:28 – Axels erster Kontakt mit Design 19:25 – Das Lehramtstudium 22:41 – Der Umstieg auf den Computer 28:30 – Analoges vs digitales Arbeiten 35:06 – Über Trends 39:46 – Oskar Fischinger: https://en.wikipedia.org/wiki/Oskar_Fischinger 40:29 – Félix Beltrán: https://en.wikipedia.org/wiki/Félix_Alberto_Beltrán_Concepción 42:56 – Über die Kunst der Knappheit 45:28 – Die Rückkehr nach Deutschland 46:34 – Harwood Steiger: https://en.wikipedia.org/wiki/Sophie_and_Harwood_Steiger 53:48 – Das Video auf YouTube: https://www.youtube.com/watch?v=lb7TVa1jSzk 55:30 – Über finanziellen Erfolg 1:05:37 – Über das Proaktivwerden
73. Jean-Remy von Matt will die volle Young-Artist-Experience
20 Apr 2022
01:34:28
Jean-Remy von Matt ist vielleicht der bekannteste Werber Deutschlands. Er wurde 1952 in Brüssel geboren, zog dann als Jugendlicher in die Schweiz und später nach Deutschland, wo er unter anderen bei Ogilvy & Mather, BBDO und Springer & Jacoby arbeitete bevor er 1991 im Alter von bereits 39 Jahren gemeinsam mit Holger Jung die Agentur Jung von Matt gründete.
Aber anstatt einfach nur mal wieder die Erfolgsgeschichte von Jung von Matt durchzukauen, sprachen wir über sein Leben und seine persönlichen Erfahrungen, wie den Stress, der mit dem Erfolg kam, darüber was er in all der Zeit gelernt hat, über die Werbung als Wettrüsten, über die Vorzüge des Rentnerlebens und darüber, dass er jetzt die volle Young-Artist-Experience will und zwar mit dem ganzen Struggle, der vielleicht dazu gehört.
Ich besuchte Jonas zu Hause in seiner Wahlheimat Berlin und ab dem ersten Moment, in dem ich in seine Loftwohnung kam, wusste ich, dass ich mir keine Sorgen machen brauchte. Wir stiegen sofort ein und unterhielten uns bei Drip-Coffee über Fotografie, die Arbeit und darüber wie irre die Welt scheinbar langsam wird. Und als wir dann die Mikros anhatten erzählte mir Jonas von der steilen Lernkurve beim Skaten, von seinem Leben in dem kleinen Dorf aus dem er ursprünglich kommt, von der frühen Prägung durch Leute wie Spike Jonze, von der Zeit nach dem Abi als er als Assistent für den Fotografen Joachim Baldauf arbeitete, von der Zeit in London, von der Uni, von dem Projekt Truth or Dare, das dann auf Nowness erschien und letztlich zu dem Job mit Kendrick führte, und er verriet mir, woran er jetzt gerade so arbeitet.
Ich finde ja, Jonas hat es irgendwie geschafft so eine ganz eigene Parallelwelt zu erschaffen, in der er scheinbar alle seine Arbeiten produziert, denn ich muss nur ein paar Sekunden von seinen Videos sehen und dann weiß ich schon: Das war Jonas Lindstroem. Am besten schaust du dir einfach mal Truth or Dare an, denn ich glaube, dass ist bis heute noch ein fantastischer Einstieg in seine Arbeit. Den Link dazu hab ich dir in die Shownotes gepackt.
Jeannette Bohné ist Screenwriterin, Copywriterin und seit kurzen Kreativgeschäftsführerin für Serviceplan Berlin. Viel mehr als all diese Titel ist sie für mich aber vor allem eine Person, die für sich beschlossen hat in ihrem Leben etwas zu verkörpern, dass sie radikale Authentizität nennt. Authentizität ist allerdings nicht nur oft schwer zu leben, sondern auch auszusprechen – wir sind beide ein paar mal dadurch gestolpert. Das hält sie aber wirklich noch davon ab, das zu verkörpern. Ich war begeistert, ich versuche das nämlich auch und bisher hat mir dafür noch eine Name gefehlt.
71. Schauspieler Clemens Schick über seinen Weg, Realität und das Leben im Kloster
06 Apr 2022
01:22:22
Ich war diesmal irgendwie aufgeregt und ich kann garnicht so richtig sagen warum, denn um von Clemens Berühmtheit eingeschüchtert zu sein, dafür wusste ich wie schon letztes Jahr bei Mark Forster eigentlich viel zu wenig über ihn. Vielleicht war es einfach, weil Clemens sich als Schauspieler in so einem ganz anderen Feld bewegt, als dem, das mir selbst vertraut ist. Aber wiederum genau deshalb war ich auch so gespannt darauf, ihm einfach mal eine Stunde lang Fragen stellen zu können.
Eine Sache, die ich besonders schön fand war, dass wir offen über die Geschichten, die wir anderen und uns selbst erzählen gesprochen haben und darüber wie Ideen zur Realität werden. Wir fingen aber ganz vorne an, mit seiner Kindheit in Stuttgart und der bei fast allen meinen Gästen eher problematischen Schulzeit – und mir ging’s ja genauso. Er erzählte über seine Entscheidung, Schauspieler zu werden, auch wenn seine Eltern nicht davon begeistert waren, über die sechs Monate, die er im Kloster verbracht hat, und die anschließende Zeit in Berlin, über das Theater und den Film und das Drehbuch, das er gerade schreibt.
Wir sprachen aber auch über die Frage nach dem Talent, über seinen Job in einer Osho-Disco, über Religion, darüber wie man sich auf Pressearbeit vorbereitet in einer Zeit, in der es scheinbar nur noch Gut und Böse gibt und über seine Zusammenarbeit mit Dylan Moran, einem meiner Lieblingskomiker.
70. Publisher Götz Offergeld über Scheitern und wieder aufstehen
30 Mar 2022
02:25:59
Götz Offergeld hat schon ein sehr bewegtes Leben geführt – und ich glaube, das ist noch sehr vorsichtig ausgedrückt. Wir führten ein sehr ehrliches Gespräch über die Höhen und Tiefen in seinem Leben und seiner Karriere. Vom Tennisplatz, über den Laufsteg, zur Zusammenarbeit mit den ganz Großen der Modeszene, dann der Absturz bis hin zur vorübergehenden Obdachlosigkeit und dann wieder zurück nach ganz oben mit seinem Verlag Off One’s Rocker und dem OOR Studio.
Er ist ziemlich bekannt in der Designszene, heute wahrscheinlich vor allem als der Verleger diverser, sehr erfolgreicher Magazine, wie Numero Berlin und Fräulein, aber auch als Creative Director für Kampagnen und Shoots für High Fashion und Luxus Brands.
Wir nahmen uns heute mal richtig Zeit und auch wenn er das sonst nicht so gerne tut, sprachen wir eben über seinen Werdegang, die schwierige Schulzeit, darüber wie er zum Modeln kam, über seinen Kontakt zu Menschen wie Versace, Alexander McQueen und Haider Ackermann, über seine Zeit als Head-Stylist für MTV, aber eben auch über viel Persönliches, wie die Zeit in der er mit dem Druck einfach nicht mehr klargekommen ist, dem anschließenden Aufenthalt in einer Klinik und darüber wie es ist, zu scheitern und dann wieder mühsam aufzustehen.
Aber außerdem ging es auch um Elektroautos, Gleichberechtigung, um die Zukunft von Magazinen und seine Zusammenarbeit mit ein paar anderen Personen, die schon hier im Podcast waren, wie Mario Lombardo, Mike Meiré und Mirko Borsche. Die Folgen findest du natürlich immer noch im Archiv.
69. Julien Riganti über Zeitmanagement, Studium und 8000Watt
24 Mar 2022
01:25:48
Als ich in Frankfurt ankam konnte ich vom Bahnhof aus quasi in die Hotelbar fallen, wo ich Julien traf. Nach Zugreisen ist man ja selten so ganz frisch, aber mit Julien lief’s sofort. Er ist einfach so ein Kerl, mit dem man sofort los quatschen kann, auch wenn man sich noch garnicht kennt. Gut, einer seiner vielen Jobs ist natürlich auch Sportinterviews während der Tour de France zu führen, also würde man vielleicht ein gewisses Talent in der Richtung vermuten.
Auch wenn’s mir immer noch schwer fällt, Juliens Projekte alle klar vor mir zu sehen, muss ich sagen, dass es mir nach unserem Gespräch schon so scheint, dass er bei all der Lockerheit doch ganz schön kontrolliert vorgeht. Bei all dem funky Design und Rennradtouren durch die Marokkanische Wüste, kann man mit ihm genauso gut über ETFs und Taskmanagment sprechen.
Aber abgesehen davon sprachen wir natürlich auch seinen Werdegang bisher, über sein Studium an der HFG Offenbach – unter anderem bei Eike König, über seine ersten Produkte, über seine Zeit als Surflehrer, unsere geteilte Liebe zu den Kanaren, über seinen frühen Projekte, über seine Legasthenie und wie es damit in der Schule war, über seine Berichterstattungen, natürlich über 8000watt und darüber, wie man seine Talente am besten nutzt.
Falls du den Podcast noch nicht abonniert hast, ist jetzt der beste Zeitpunkt dafür. Jede Woche ein offenes und ehrliches Gespräch mit Menschen aus Design, Kunst und Kultur. Abonnier den Podcast also jetzt gleich kostenlos direkt dort, wo du gerade hörst.
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Ich fuhr mit der S-Bahn Richtung Berlin-Köpenick und dann immer weiter um Kai schließlich in einem alten Stasibau am Müggelsee zu treffen. Da hat er nämlich sein Studio und ich war hin und weg von dem morbiden Ambiente des Gebäudes, besonders von dem langsam vor sich hin rottendenden Auditorium in dem wir dann auch noch ein paar Fotos geschossen haben.
Dieses Gespräch war mal wieder eine schöne Gelegenheit, meine absolute Ignoranz zu einem Thema vor Publikum darzustellen. Aber Graffiti ist nunmal auch per Definition schon Subkultur und genau darüber unterhielten wir uns unter anderem. Außerdem erzählte Kai von seinen Anfängen mit dem Sprühen in Köpenick, von seinem Grafikstudium, von seinem Verhältnis zum Kunstunterricht und wie sich das Dank der richtigen Lehrerin auf einmal verändert hat. Und wir unterhielten uns über seine Einflüsse, über die Selbstvermarktung als Künstler, den Porsche, den er letztes Jahr bemalt hat, die Zukunft seiner Arbeit und über Perfektion als Tod der Kunst.
You’ve already guessed it but this is another one in English. Julian came to Berlin for an exhibition but he lives in San Diego and I jumped on the opportunity to talk to him while he was in town.
But let’s be honest – I’m 40 now and Julian is the kind of guy I wouldn’t know about if I didn’t hang out with people way cooler than me. In this case Götz Offergeld of NUMÉRO Magazine was the one who brought him over and also the one who told me about him. But that’s just another example of how unsuited I really am to do this podcast. Julian is well known for his very distinctive style and also for having worked with the likes of Kanye, Beyonce, Gosha and other people that don’t really need a surname.
But while I really love his visual work what I connected with most was his music. Which reminds me so much of really mellow surf movies from the 90s. And that probably the highest compliment I can give.
We talked about boundaries, being true to your own vision, working with other artists, about Julian living the cliche dream of being an artist in Japan, about working with Kanye, and so much more.
Wie bei vielen meiner Gästen, stieß ich auch auf Julia, als ich einfach ein bisschen auf Instagram rumgescrollt habe. Julias Fotos machten mir aber sofort Wanderlust. Und das kommt nicht von ungefähr, denn sie hat auch permanent itchy feet, wie man so schön sagt. Tatsächlich hat sie in ihrem Leben noch nie ein Auto besessen, in dem sie nicht auch schlafen konnte und vor Kurzem erst hat sie ihren Mercedes Sprinter gegen einen Land Rover mit Dachzelt getaucht. Und der heißt natürlich Disco.
Wir trafen uns im Friends Space, wo ich ziemlich genau ein Jahr zuvor schon Tim Seifert von Friends of Friends getroffen hatte, kurz bevor die ihre neue Website gelauncht hatten. Hast du die eigentlich schon gesehen? Friends of Friends hat dort auch immer noch das ganze Archiv ihrer Interviews aus all den Jahren, die sie schon aktiv sind und ich muss ja zugeben, dass die sicher auch eine Inspiration für OHNE DEN HYPE waren.
Julia und ich unterhielten uns natürlich über das Reisen im Auto, darüber wie sie zur Fotografie kam – von der Arbeit in der Jugendredaktion bis zur Meisterausbildung (sie ging nämlich den handwerklichen Weg) – über den Einfluss ihrer Mutter, die Grafikerin war, und natürlich auch über die Adobe Residency, die sie 2017 bekam und die sicher auch einiges in ihrer Karriere bewegt hat.
Muss man zu Mirko noch viel sagen? Er ist der Creative Director des wöchentlich erscheinenden ZEIT magazins, zu seinen Kunden gehören unter anderem Balenciaga, Rimowa, die Bayerische Staatsoper, Highsnobiety, Inter Mailand und Supreme. Ach ja und er sagt, was er denkt, auch wenn das mal ungemütlich sein kann. Und vor sowas habe ich ganz schön Respekt.
Wir fingen ganz am Anfang an und er erzählte erstmal von seiner Jugend in München und von seiner frühen Liebe zum Graffiti. Wir sprachen aber auch über seinen sehr ungewöhnlichen Ausbildungsweg, über seinen Celebrity-Status in der Designszene und darüber wie wenig Leute sowas außerhalb unserer kleinen Bubble eigentlich interessiert, darüber, wie ihn sein früher Erfolg in der Werbebranche verändert hat und ihm das aber erst klar wurde, als ein Freund ihm das direkt ins Gesicht gesagt hat, über Hype, Fame, Canabis, darüber, wie er seinen Ausstieg plant und noch vieles mehr.
Timos Spezialität sind 3D-Illustrationen und die macht er vor allem sehr viel für Magazine und Zeitungen, wie die Zeit, FAZ, Financial Times, Medium, das SZ-Magazin, die New York Times, und und und.
Sein Stil war gerade am Anfang beeinflusst von Science-Fiction-Welten und da ich gerade komplett in der Dune-Serie gefangen bin – ich hab gerade mit dem vierten Buch angefangen – hat das auch sehr gut gepasst.
Wir sprachen aber natürlich nicht nur über Science Fiction, sondern auch darüber, wie er zu seinem Stil gefunden hat, über den Einfluss von Videospielen auf seine Arbeit, über seine Jugend in Frankfurt, über Computer, über seine Zeit mit Eike König – der ja nun schon zwei Mal zu Gast war bei OHNE DEN HYPE, über Timos Weg aus dem Studium in die Arbeitswelt, über Label, die man sich selbst so gibt und über seine Zeit in China.
Und vor allem in der zweiten Hälfte dieses Gesprächs wurde es sehr intim und wir sprachen über Selbstwertgefühl, Bringschuld, Existenzangst, die Angst vor Ablehnung, Therapie und Dinge, die man erstmal für sich lernen muss.
63. Christian Mio Loclair, Künstler & Programmierer
09 Feb 2022
01:13:17
Mios Arbeit ist eine Mischung aus Forschung und digitaler Kunst. Mit Algorithmen, Daten und digitalen Geräten erschafft er Skulpturen, Videoarbeiten und Installationen. Und außerdem ist er aber auch noch Tänzer und er macht nicht nur irgendeine Art von Tanz, sondern besonders passenderweise Robotertanz. Wenn ich das jetzt so sage, klingt das vielleicht etwas seltsam, aber schau mal in das Video rein, dass ich in den Shownotes verlinkt habe.
Wir trafen uns in seiner Dachgeschosswohnung in Berlin. Und während es draußen langsam dunkel wurde, fingen wir schnell das philosophieren an, denn ich muss zugeben eine von seinen Arbeiten hat echt was mit mit gemacht – Narciss ist ein Computer, der versucht, sich selbst zu begreifen. Und genau wie gute Kunst das tun sollte, hat mich diese Arbeit bewegt, zum Nachdenken angeregt und nicht mehr losgelassen.
Wir sprachen aber auch über digitale Kunst im Verhältnis zu traditioneller Kunst, über seine oft jahrelangen Produktionen, darüber, wie er im damaligen Ost-Berlin überhaupt zum Programmieren kam, über seine Liebe zum Hip-Hop und Tanz, über Bubbles, über den Unterschied zwischen Computern und Gehirnen, über den Frankenstein-Moment in seiner Kunst, darüber wie die Entwicklung von Technologie unsere menschliche Entwicklung überholt hat und darüber, wie es ist seine Helden kennenzulernen.
Mario Lombardo prägte als einer der bekanntesten Grafikdesigner hierzulande viele Jahre lang die Designszene. Aber nachdem sein Studio immer weiter gewachsen war, entschied er sich nach etlichen erfolgreichen Jahren für einen anderen Weg. Und genau das interessierte mich ganz besonders an ihm – der Mut und die Erkenntnis, dass man auch etwas anderes machen darf, wenn die Karriere eigentlich prima läuft.
Heute bestimmen zwei Aufgaben seinen Arbeitsalltag – einerseits das Parfümhaus Atelier Oblique, das er 2016 gründete, und andererseits arbeitet er aber auch immer noch als Grafikdesigner, heute allerdings als One-Man-Army, ganz ohne Angestellte. Wenn du anrufst, stehen die Chancen also gut, dass du ihn direkt erwischt.
Vielleicht hilft dieses Gespräch ein paar Leuten dabei, ihn endlich wieder in eine Schublade stecken zu können – das scheint uns ja oft sehr wichtig zu sein. Aber genau über diese Art von Schubladendenken unterhielten wir uns unter anderem auch. Und außerdem sprachen wir über seine frühe Musikkarriere, über seine Schulzeit und das Schulsystem allgemein, über die Flucht seiner Familie aus Argentinien Ende der Siebziger, darüber, wie das Designbüro so groß geworden ist, über die Müdigkeit, die mit dem Wachstum kam, über den langen Prozess, das Büro zu schließen und wieder alleine zu arbeiten, darüber, dass er manchmal die Aufregung auch ein bisschen vermisst, darüber, wie die Sache mit den Düften anfing, von dem Verlangen nach Zugehörigkeit, über das Älterwerden, über das was ihm wichtig ist und über eine Reise nach Amerika mit Schmuck im Wert von drei Millionen Euro im Handgepäck.
Bevor Florian seine Karriere als Illustrator begonnen hat, war er selbst schon sein erster Kunde, beziehungsweise seine Punk-Band AYS. Mit der Band war er auch schon sehr erfolgreich und tourte durch die ganze Welt, aber er hatte nicht das Bedürfnis, damit seinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Was ich super finde, denn ich komm ja gerade immer mehr auf den Trichter, dass es vielleicht ganz gut ist, nicht jede Leidenschaft zum Job zu machen.
Wir haben uns unterhalten über die Punk-Mentalität, die seinen Werdegang geformt hat, über Reisen, seine eigene kreative Entwicklung und seinen ersten richtig großen Auftrag, der dann ironischerweise dazu geführt hat, dass er sein Studium geschmissen hat, unmittelbar nachdem er vom ADC zum Student des Jahres 2013 auserkoren wurde.
Kai Langer ist Head of Design bei BMW i – der Elektrosparte von BMW. Er ist seit 18 Jahren bei der Firma, aber sein Weg zum Autodesign war auch nicht der gradlinigste. Bevor er dazu kam, gab es auch schon einen kleinen Abstecher in die Musik mit seiner Punkband und letztendlich war es seine Kunstlehrerin, die dann den entscheidenden Anstoß dazu gegeben hat, dass er sich überhaupt erst für seinen Studienplatz in Pforzheim beworben hat.
Ich traf Kai nach Arbeitsschluss in einem vollisolierten Tonstudio, in dem ich in bester OHNE DEN HYPE Manier, erstmal das Fenster aufgerissen habe, damit alles nicht zu perfekt klingt. Kai hat sich richtig viel Zeit für mich genommen und mir nicht nur eine Menge Fragen beantwortet, sondern auch einige Denkanstöße geliefert.
Wir unterhielten uns unter anderem darüber, wie er in 18 Jahren bei BMW dahin gekommen ist, wo er nun ist, über seine zwei Talente, die Musik und das Zeichnen, darüber, wie er ins Design gerutscht ist, darüber, was man Menschen beibringen kann und was nicht, über soziale Verantwortung, die Zukunft und Science-Fiction-Filme, darüber, wie wir Menschen auf Veränderung reagieren, über den Vision Circular bei BMW, über Recycling und darüber, wie sich seine Arbeit bei BMW mit wachsender Verantwortung verändert hat.
Vor ein paar Monaten wurde ich gefragt, ob ich ein Panel für Gore-Tex hosten möchte, das von Keller X im Goldwin Store in München ausgerichtet wurde – und versüßt wurde mir das Ganze dann auch durch die Tatsache, dass Pangea mit von der Partie sein würde. Ein paar E-Mails später war alles unter Dach und Fach und nun hieß es nur noch eine Weile warten, bis wir dann vor Kurzem auf einmal gemeinsam auf dem Dach eines Münchner Hotels standen.
Pangea – oder eigentlich Johannes Höhn, wie er im richtigen Leben bekannt ist – ist Fotograf, Videograf, und einer der Gründer des Fotografie-Kollektivs German Roamers. Und mit dem Kollektiv als Plattform und seinem eigenen Account kommt er auf Instagram auf mehr als eine Dreiviertel Million Follower. Aber wir haben uns auch darüber unterhalten, dass diese Zahlen nicht immer ganz so aussagekräftig sind.
Ausserdem unterhielten wir uns über seinen Podcast „Uff...okay!“, über die Jugendliebe, die wir beiden teilen – das Inlineskaten, über sein Studium an der Sporthochschule, über seinen Weg von Video zur Fotografie … und zurück, über Sneakerculture, Konsumkultur, die Absurdität von Brandkampagnen und wie die sich verändern durch die Zusammenarbeit mit einzelnen Contentcreatorn, darüber, ob es noch einen Unterschied zwischen Creatorn und Influencern gibt, natürlich über die German Roamers, über Buzzwordbingo, Engagement und Followerzahlen, und darüber, dass man sich selbst Platz machen muss, um seine Leidenschaft weiterentwickeln zu können.
59. Esra Gülmen doesn't want to talk about design anymore
12 Jan 2022
01:07:59
Esra Gülmen is a Berlin-based artist and designer from Turkey. Well, actually when we met she had just ended her very successful design career to be able to spend all of her time on her art. But that was a topic that we did not talk about while the tape was rolling since it wasn’t quite official yet. But I think you can hear in our conversation that her career in advertising is something that she had already kind of said good-bye to in her mind.
Esra has won many, many awards during her time in big agencies and she has worked with the biggest clients you can imagine, like Coca-Cola and McDonalds. And during all that time what made her work so special was the same thing that comes out in her art – and that’s her humor. She has a way of repackaging complex and sometimes touchy topic and ideas and showing them in a witty and poignant way. And that’s also what had attracted me to her work.
It took me a few months to convince her to come on the show, since, as she said herself, she sometimes tends to overthink things. But I’m very happy that I persisted and that she finally said yes, as I really enjoyed our talk.
By the way we met at the art gallery HVW8 in Berlin where she was part of a group show at the time. I feel I should mention that since I butchered their name during the episode more than once.
Eigentlich habe ich mir ja jetzt gerade eine kleine Winterpause eingeräumt, aber zur Feier des Tages gibt es heute noch eine kleine Bonusfolge, die mal etwas aus dem gewohnten Rahmen fällt. Ich habe euch auf Instagram gebeten, mir eure Fragen zu schicken und eben diese werden heute beantwortet. Und damit ich nicht nur alleine vorm Mikro sitze habe ich mir dazu Verstärkung geholt: Conny Mirbach ist ein hervorragender Fotograf, war schon mal zu Gast, bevor OHNE DEN HYPE überhaupt ein Podcast war und ich freue mich sagen zu können, dass er auch ein guter Freund geworden ist. Conny und ich gehen also eure Fragen durch und unterhalten uns auch darüber hinaus ein bisschen über das Podcasten; Gear als Fetisch; Fotografie; persönliche Entwicklungen; Inspiration; darüber, wie man Interviews führt; über selbstständiges Arbeiten; meinen Hintergrund; wie man mit Leuten in Kontakt bleibt – und und und.
Ich hoffe, du hast Spaß mit diesem etwas anderen Format und wenn du mir eine kleine Freude machen möchtest, dann kannst du OHNE DEN HYPE in deiner Lieblingspodcastapp bewerten. In Spotify ist das ein ganz neues Feature und in Apple Podcasts kennst du das ja vielleicht schon – da kannst du sogar noch einen Kommentar hinterlassen, falls du die Zeit hast. Deine Bewertung hilft anderen Leuten, diesen Podcast zu finden und das hilft wiederum mir ganz konkret dabei, auch neue Folgen produzieren zu können.
Am 13. Januar geht es dann wie gewohnt weiter im Programm, mit einer sehr charmanten und erfolgreichen Künstlerin aus der Türkei, die aber seit ein paar Jahren in Berlin lebt und die gerade erst ihre sehr erfolgreiche Designkarriere aufgegeben hat, um sich ganz auf ihre Kunst zu konzentrieren. Aber wer das ist, siehst du dann im Januar.
Und jetzt erstmal viel Spaß mit Conny Mirbach und dem Jahresrückblick 2021.
OHNE DEN HYPE hat sich ja fast schon etwas verselbstständig und während ich Anfang des Jahres in eben diesem Atelier noch ganz kleinlaut bei einem meiner persönlichen Helden anklopfte, konnte ich diesmal, keine 12 Monate später, mich quasi schon auf ein Gespräch mit einem alten Bekannten freuen. Du wirst es dir ja schon denken können, ich besuchte Eike König mal wieder in Berlin-Kreuzberg.
Beim letzten Mal wollte ich Eike überhaupt erstmal kennenlernen – wo kommt er her, wie tickt er so und wie kam er an den Punkt, an dem er eben damals war. Aber diesmal interessierte mich eine ganz spezielle Sache, und zwar seine Kunst und der Sprung, den er da gemacht hat – aus dem Design zur Kunst.
Und so sprachen wir über das Stipendium in der Villa Massimo der Deutschen Akademie in Rom, mit dem er seine Kunstkarriere gestartet hat. Darüber, dass er – bevor das bei ihm selbst losging – andere Designer ein wenig belächelt hat, die den Sprung gewagt hatten, über den Drang, nach all der digitalen Arbeit wieder etwas Analoges zu machen, darüber wie Abhängigkeiten gestaltet werden, über die Position seiner Agentur Hort heute, über die Bedeutung von Sprache in seiner Arbeit, über sein Atelier in Kreuzberg, über das Spiel mit neuen Materialien, NFTs, über Karma, Copyright und Kopien, und darüber, ob er in Zukunft überhaupt noch Design machen wird.
Ich könnte Eike ja ewig zuhören aber nach etwa einer Stunde wollte ich ihn eigentlich gehen lassen, weil ich wusste, dass er noch Termine an dem Tag hatte, aber dann sprachen wir doch nochmal fast genauso lange weiter.
Als ich Toms Fotos das erste Mal sah, wusste ich sofort, dass ich mit ihm sprechen wollte. Aber es dauerte etwa ein halbes Jahr, bis wir einen Termin fanden. Und in der Zwischenzeit ist bei ihm viel passiert. Als ich das erste Mal auf seine Website geschaut hatte, fuhr er noch zweigleisig, als Fotograf und als Kommunikationsdesigner. Aber in der Zwischenzeit hat er dem Design den Rücken zugekehrt und sich ganz auf die Luftbildfotografie spezialisiert. Und genau darüber sprachen wir dann auch viel, denn so etwas, also überhaupt mal ein so unkonventionelles Projekt zu starten und das dann auch durchzuziehen, das erfordert harte Entscheidungen und auch Risikobereitschaft.
Aber auch sonst gingen uns nicht die Themen aus. Wir sprachen über selbstgebaute Drohnen, über die vielen Arten in die Luft zu gehen, Nachbearbeitung von Bildern, über Zweifel an dem eigenen Weg, über das Anthropozän und die Veränderung, die der Mensch in der Umwelt bewirkt, darüber wie Künstler Zahlen und Fakten verpacken, über seine Arbeit für den BBC, National Geographic und anderen wissenschaftliche Magazine, über die Sinnhaftigkeit und den Mehrwert seiner Arbeit, über Roadtrips im Hubschrauber und vieles mehr.
Sarah Illenberger ist viel unterwegs, arbeitet in ihren Illustrationen viel mit Gegenständen und natürlichen Materialien und wollte schon immer viel ausprobieren. Und so gingen auch mal Brillanten in der Schmuckwerkstatt der Mutter verloren und Sarah durfte beim Neon-Magazin als einzige auch durchs Fenster rein und raus. Aber das ist einfach Sarah: Experimentierfreudig, ein wenig chaotisch irgendwie – und total sympathisch.
Es hatte ein paar Monate gedauert, bis wir einen Termin gefunden hatten, wo wir beide in Berlin waren, und auch während des Forward Festivals in Wien hatten wir uns knapp verpasst, aber jetzt hatte ich endlich die Gelegenheit, sie in ihrem Atelier zu besuchen – oder vielleicht sollte man lieber Werkstatt dazu sagen?
Wir unterhielten uns über ihre Slolex, die Uhr, die keine Uhr ist, die ich das erste Mal an Christoph Amends Handgelenk wahrgenommen hatte, über die Schmuckwerkstatt ihrer Mutter, über ihr eigenes Schmucklabel, das sie noch während des Studium in London gegründet hatte, über Grafikdesign als Verlegenheitslösung, die wahre Bedeutung des Begriffs Illustration, über Zusammenarbeit, Trittbrettfahrer und Plagiate, die richtige Auswahl ihrer Kunden, über Italien und ihre Verbindung zur Natur und über Kamele in Partyhüten.
Glitches, Dummheiten und fiktive Plateaus, die man nie erreicht
Ich hatte 48 Stunden in Wien und direkt aus dem Zug machte ich mich auf den Weg zu dem Fotografen Thomas Albdorf. Wir trafen wir uns in, wie er meinte, einem Ortsteil der Stadt, den ich als Tourist sonst wahrscheinlich nicht zu sehen bekommen hätte – aber genau das ist auch eine der Sachen, die ich am meisten zu schätzen gelernt habe, bei diesen Trips zu meinen Gästen: Das ich kein Tourist hier bin, sondern eine Aufgabe habe, die mich an Orte und in Situationen bringt, die ich sonst vielleicht niemals so erleben würde.
Thomas Arbeit ist sehr abstrakt – ich glaube, das ist fair so zu sagen. Und es ist wirklich toll, jemanden zu treffen, der quasi ohne Rücksicht auf Verluste sein Ding gemacht hat und der nun genau damit auch wahnsinnigen Erfolg hat. Neben seinen künstlerischen Projekten arbeitet er auch für Kunden wie Louis Vuitton, Balenciaga, Nike, Lacoste, Zara und viele mehr.
Mut, Zufälle und Design, das mehr kann, als nur funktionieren
Wir haben es in diesem Gespräch nicht geschafft, in Stefan Sagmeisters Lebensgeschichte bis zum heutigen Tag vorzudringen – dafür ist auf seinem Weg einfach zu viel passiert. Aber dafür hat Stefan heute mal sehr offen, persönlich und ohne Zeitdruck erzählt, wie es überhaupt dazu gekommen ist, dass er zu einem der bekanntesten Grafikdesigner der Welt geworden ist. Und wie wir immer wieder festgestellt haben, lag das nicht nur an seinem offensichtlichen Talent, sondern auch an vielen glücklichen Zufällen, von denen Stefan in diesem Gespräch erzählt.
Nach ein paar Mal wurde mir klar, dass ich für meinen heutigen Gast erst sagen sollte, was er macht, bevor ich mit seinem Namen einfalle. Ich besuchte den Kunstfotografen Boris Becker – aha, ja, genau deshalb – in seinem Studio in Köln. Boris war Teil der berühmten Becher-Klasse an der Düsseldorfer Kunstakademie und wenn man sich mit seinen Fotos beschäftigt wird schnell klar, dass er dort auch gut hingepasst hat. Seine Fotos hervorragend zu denen von seinen Vorgängern in der Klasse – von Candida Höfer, über Gursky, Thomas Ruff und Struth bis zu den Bechers selbst.
168. Modedesignerin Barbara Baum kehrt zurück als Fremde im eigene Land und erkundet Kultur und Mode des alpenländischen Raums
22 Apr 2024
01:21:51
Meine Gästin heute hat sich vor ein paar Jahren gefragt: Was habe ich noch nicht gemacht? Was Barbara Baum schon gemacht hatte, war eine ganze Karriere in der Modebranche. Sie lernte Kostümschneiderei in den 80ern, studierte in England zum Peak der britischen Modeausbildung, zur selben Zeit wie Alexander McQueen und John Galliano, sie bereiste Afrika und hat auf der Insel Lamu in Kenya eine Schneider-Handwerksschule aufgebaut, sie hat in Italien gearbeitet, sie hat die Illusion eines lückenlosen Lebenslaufs durchschaut und sie hat den Wert von Recherche in ihrem kreativen Prozess zu schätzen gelernt.
Ich hab mich diesmal ein bisschen aufs Glatteis gewagt. Ich muss zugeben, ich hab keine Ahnung von Oper, aber das ist schon ein Thema, in das ich zumindest gerne mal etwas mehr rein schnuppern würde. Und wie der Zufall es so will, lief mir dann Claus Guth über den Weg und Claus ist einer der bekanntesten Opernregisseure … überhaupt. Und ich muss sagen, dass war ein sehr schöner Einstieg in diese Welt, denn all die Vorurteile, die man über diese Szene vielleicht so hat – elitär und snobby– wischt Claus mit seiner ruhigen und super bodenständigen Art einfach mal so vom Tisch.
Er führte mich durch sein Leben mit allen Ups und Downs, von seiner Zeit in New York, gleich nach der Schule, über die Theaterausbildung – mit Hürden, seinen Weg zur Oper und die Erfolge und Misserfolge, die er auf dem Weg so hatte. Er erzählte ebenso von den Traumabenden, an denen er Befall einheimste, wie von den Aufführungen, wo er beinahe aus dem Theater gebuht wurde. Er sprach sehr offen und ehrlich über beides und dabei kamen immer wieder wirklich irre Geschichten ans Tageslicht. Und ganz nebenbei beantwortete er auch noch eine Menge doofer Frage meinerseits.
50. Mike Meiré · Codes, Kulturgepäck und Kampagneros
27 Oct 2021
01:36:37
Das erste Mal, dass ich mit Mike Meirés Arbeit bewusst in Kontakt gekommen bin, war Anfang der 2000er, als ich über das Wirtschaftsmagazin brand eins gestolpert bin, in dem Mike eine für damals total revolutionäre Mischung von klassischem Design und total innovativer Fotografie gezaubert hat.
Wir haben wirklich über Gott und die Welt gesprochen, von seinen Anfängen über seine Verbindung zur Musik, er erzählte viel, was hinter den Kulissen abgelaufen ist in der Zusammenarbeit mit wirklich großen Namen, und wir sprachen aber auch über Luxus, Verzicht und Veränderung in unserer Kultur. Aber trotzdem war uns beiden am Ende klar, dass unsere Unterhaltung eigentlich nicht nicht beendet war. Es wird also sicher nochmal eine Fortsetzung geben.
Ich hab das Gefühl, zu meinem heutigen Gast muss ich wirklich mal ein paar Worte vorab sagen. Philipp Dettmer, der Gründer und Head Writer des YouTube-Channels Kurzgesagt, ist nämlich wirklich nicht der Typ, der sich selber groß darstellen würde, aber genau deshalb fällt es sehr schwer so richtig zu fassen, wem man da eigentlich gegenüber sitzt. Philipp ist total bodenständig und bescheiden, macht einfach echt kein Fass auf, aber gleichzeitig ist er auch der Betreiber eines YouTube Channels mit mehr als 16 Millionen Abonnenten – das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Und auf dem Channel erklären er und sein Team mit cuten Animationen teils hochkomplexe Inhalte. Irgendwann wurde mir dann klar, was für einen enormen Einfluss er damit eigentlich auf die Welt hat.
Wir sprachen unter anderem über die Macht und die Verantwortung, die mit so einer Zahl von Abonnenten kommt und über Fehler, die er gemacht hat. Aber auch darüber, wie Philipp 2013 angefangen hat - ganz ohne Subscriber. Außerdem über die Art seiner Produktionen, seine Rolle in der Firma, die er da aufgebaut hat, Bias, fundierte Meinungen, Recherche und und und. Wir sprachen heute deutlich länger als eine Stunde – wir haben den Absprung einfach nicht geschafft.
Ich dachte ehrlich gesagt immer, der gestalten Verlag säße wahrscheinlich irgendwo in London oder L.A. – vielleicht verständlich, wenn man die Themenauswahl und den Style der Bücher so sieht. Und Robert meinte, mit der Vermutung bin ich auch nicht alleine, aber der gestalten Verlag sitzt tatsächlich mitten in Berlin.
Robert Klanten führte mich durch die Geschichte seines Verlags – von den Anfängen mit dem ersten Buch über Techno bis heute, wo er mit etwa 40 Mitarbeitern um die 40 bis 50 Bücher im Jahr produziert. Wir sprachen außerdem über den Umgang früher mit Copyright im seinem Business, über Flagshipstores, über Tribes, Identifikation und Hobbys, und darüber dass es oft auch wichtig ist, zu wissen, wovon man besser die Finger lässt.
Ich hatte diesmal das Glück, dass ich vor meinem Interview mit dem Galeristen Johann König schon ein paar Tage in Berlin mit meiner Freundin hatte. Und in der Zeit habe ich sie dann schon mal in Johanns Galerie geschleppt, um die gerade aktuelle Ausstellung von Daniel Arsham zu sehen – der ist nämlich einer meiner Lieblingskünstler. Das war das erste Mal, dass ich den Raum gesehen habe und ich muss sagen, Johann hat die alte Kirche Sankt Agnes in eine wirklich einmaligen Galerie verwandelt. Der brutalistische Bau wirkt jetzt, als wäre er genau für diesen Zweck gebaut worden. Ich könnte jetzt noch weiter darüber schwärmen, aber schau dir lieber ein paar von den Bildern auf meinem Instagram-Account an, oder noch besser, schau selber mal in Kreuzberg vorbei.
Johann hatte als Kind einen Unfall mit Schwarzpulverkügelchen, bei dem er fast komplett blind wurde. Heute, nach etlichen Operationen, hat er etwa 20 bis 30 % Sicht, aber das ist auch ein Auf und Ab, wie er nebenbei erwähnte. Ich wollte bewusst das Gespräch nicht zu sehr darauf lenken, weil ich lieber darüber sprechen wollte, was Johann aufgebaut hat, statt einen Unfall aus seiner Jugend, auch wenn der ein sehr dramatisches Erlebnis in seinem Leben war. Aber falls du mehr darüber erfahren möchtest, kann ich dir sein Buch „Der blinde Galerist“ sehr empfehlen, in dem er den Unfall und sein ganzes Leben bis 2019 sehr eindrücklich beschrieben hat.
Wir sprachen über seine Anfänge und darüber, dass er eigentlich noch nie etwas anderes gemacht hat, über seine Experimente mit MISA, der Kunst-Messe, die er in Sankt Agnes gegründet hat, über E-Commerce und NFTs, darüber, warum man nicht immer alles kaufen darf, was man gern haben möchte, und über Johanns unternehmerisches Talent. Ausserdem darüber, was Kunst bewirken kann und über den Künstler und Familienfreund der Königs On Kawara, dank dem sich mir das Prinzip Konzeptkunst überhaupt erst eröffnet hat.
46. Jo Stenuit, Design Director Mazda Motor Europe
29 Sep 2021
01:17:42
Mit Menschen wie Jo zu sprechen ist immer eine Überraschung. Der Design Director Mazda Motor Europe – wen soll man sich darunter vorstellen? Und die meisten Gespräche, die man mit Jo findet, gehen, wie man sich vorstellen kann, auch tief in die Materie. Aber wenn ich ehrlich bin, ich bin garnicht so der Gearhead. Designspezifikationen für Autos und Elektrotechnik – alles sicher total interessant, aber mich hat noch viel mehr interessiert, den Menschen Jo Stenuit kennenzulernen. Und ich wurde auch nicht enttäuscht.
Jo kommt sehr bedacht und ruhig daher, aber er meint, das kommt vielleicht so rüber, aber innen drin, da ist es überhaupt nicht ruhig. Und entsprechend hat er auch eine ganze Menge zu erzählen, über seinen Weg zum Autodesign, über die 25 Jahre, in denen er sich bei Mazda bis ganz nach oben gearbeitet hat, über seine Studienzeit in England, über die Zeit, die er in Japan verbracht hat und noch so vieles mehr.
Aber natürlich haben wir Autos nicht ganz ausgelassen und wir unterhielten uns also auch über Mazdas Designphilosophie, darüber, ob heute noch Klassiker entstehen können, über Jos private Autos und eine Liebe, die wir beide teilen: nämlich zu alten VW-Bussen – aber welcher Unmensch liebt die nicht?
Am Abend vor unserem Treffen schrieb mir Amandus noch eine E-Mail: „Ich habe nochmal nachgedacht …“ Oho. Aber es gab keinen Grund zur Beunruhigung, im Gegenteil, Amandus schrieb, er würde sich gern in der Herz-Jesu-Kirche in München treffen, nur einen Steinwurf weit von seinem Büro. Und es war, als hätte er meine Gedanken gelesen, denn genau dort wollte ich ihn auch am liebsten fotografieren.
Und so bekam ich eine Privatführung durch eine der spektakulärsten modernen Kirchen, die ich bisher sehen durfte. Die Herz-Jesu-Kirche ist, und da widerspricht Amandus mir sicher nicht, sein Meisterstück und mit diesem Gebäude gelang seinem Büro Ende der 90er auch der große Durchbruch. Und so spricht er heute noch stolz von „seiner Kirche“. Und ich finde das toll. Zu häufig wird uns eingetrichtert, wir dürften nicht stolz sein, und wir tun unsere harte Arbeit ab, als wäre es nichts gewesen. Natürlich gibt es auch Großmäuler, bei denen das genau anders ist, aber da gehört Amandus mit seiner ruhigen Art sicher nicht dazu. Und wenn du die Kirche selbst mal gesehen hast, wirst du das Wort Meisterstück sicher auch nicht übertrieben finden.
Aber wir sprachen natürlich auch noch über andere Themen. Über Ausschreibungen, über Nachhaltigkeit, neue Narrative, über Kunst und Fotografie und den geplanten Generationenwechsel in seinem Büro. Und ich habe immer noch Sachen ausgelassen. Ich habe mein Gespräch mit Amandus wirklich sehr genossen und ich hoffe, dir wird es ebenso gehen.
Ich hatte Michael Wiethaus schon letztes Jahr mal im Interview. Allerdings war OHNE DEN HYPE da noch kein Podcast und nachdem er wahrscheinlich der erste Gast war, in der Richtung, in der sich danach dann alles bewegt hat – also Design, Kunst und Kultur – dachte ich mir, es ist an der Zeit, ihn auch nochmal auf Band zu kriegen.
Ich weiß noch, wie ich ihn damals angeschrieben hatte und total nervös war dabei. Mixen ist eine absolute Lokallegende und jeder, der in München was mit Design zu tun hat, ist ihm schon über den Weg gelaufen. Und dann hat er innerhalb kürzester Zeit geantwortet und war einfach so dabei. Und das ist einfach Mixen – total easy going.
Mixen macht laut eigener Aussage gutbürgerliches Grafikdesign. Und so richtig bekannt wurde er wahrscheinlich mit den bayrischen Sprichworten, die er dann in seinen ganz eigenen Style verpackt hat und die jetzt in unzähligen Wohnzimmern, Büros und Cafes die Wände zieren.
Er erzählte mir, wie sich das Projekt überhaupt entwickelt hat, aber auch, wie sein Leben bis dahin verlaufen ist. Ich glaube, man kann sagen, dass er nicht den gradlinigsten Weg gegangen ist. Aber besonders das macht ihn jetzt vielleicht auch als Dozent so interessant. Aber auch darüber, also seine Lehrtätigkeit, unterhalten wir uns in dieser Folge. Und wir verraten außerdem auch, wie man das perfekte Spiegelei zubereitet, wenn man thailändisches Essen mag – denn Mixen ist selbst halb Thai.
Wir hatten keinen Plan, wo unser Gespräch hinführen sollte, aber gerade das hat uns eine Menge Raum gelassen. Ich muss aber auch ehrlich gestehen, dass mir der Arsch in bisschen auf Grundeis ging, als ich Mark Forster gestand, dass ich vor ein paar Wochen noch keine Ahnung hatte, wer er war. Aber wie oft kommt man schon in so eine Situation, dass man einen der bekanntesten Popstars Deutschlands kennenlernt, von dem man bis dahin noch nie gehört hatte. Deshalb habe ich ein bisschen gepokert und bin ziemlich unvorbereitet in dieses Gespräch gegangen, um eben gerade diese Experience voll auskosten zu können. Aber wer Mark kennt, kann sich wahrscheinlich denken, dass es nicht schwierig war, ein interessantes und auch sehr ehrliches Gespräch mit ihm zu führen.
42. Sarah Haugeneder (Kuratorin): Ich habe studiert, was meine Leidenschaft war
11 Aug 2021
00:58:57
Was kann ich viel über Sarah Haugeneder sagen? Und ich meine die Frage wirklich ernst, denn über ihren Hauptjob, die Leitung des Espace Louis Vuitton in München dürfen wir tatsächlich nicht sprechen. Aber zum Glück gibt es da noch ein anderes ziemlich großes Thema in ihrem Alltag und das ist die Kunstveranstaltung Various Others, die jedes Jahr einen ganzen Monat lang in ihrer Heimatstadt München zum Kulturherbst aufruft. Und das steht jetzt auch ziemlich bald wieder vor der Tür – am 9. September geht’s damit nämlich wieder los und es wird eine Menge Veranstaltungen geben bis zum 10.10. Falls du also zu der Zeit in München sein solltest, schau unbedingt mal auf die Website variousothers.com.
Neben der Veranstaltung unterhielten wir uns aber natürlich wie immer auch viel über meinen Gast selbst. Darüber wie Sarah zur Kunst kam, über ihre Liebe zur Renaissance und frühen Neuzeit, aber dann doch ihren Weg zur zeitgenössischen Kunst fand über ein Praktikum in der Sammlung Goetz.
Bei einem Thema wurden wir uns dann aber nicht ganz einig, nämlich wie wichtig es ist, Kunst tatsächlich live zu erleben. Wobei ich zugeben muss, dass unser Gespräch mich auch später noch zum Nachdenken angeregt hat und vielleicht, komme ich da nun doch etwas näher zu ihrer Sicht der Dinge.
167. 3D-Artist Vincent Schwenk über Panikattacken, alternative Geschäftsmodelle, 1000 True Fans und mehr Geld, als er zu hoffen gewagt hätte
15 Apr 2024
01:09:50
Eingestiegen sind wir gleich mal mit nicht ganz so leichter Kost – Vincent hat seit einiger Zeit mit einer Panikstörung zu kämpfen. Es ging aber natürlich auch noch um Dinge, die etwas näher an seiner Arbeit sind. Er gab mir eine kleine Einführung in die technischen Aspekte der 3D-Arbeit, er erzählte, wie er von der Fotografie zum Grafikdesign zu 3D gekommen ist, wir sprachen über das Älterwerden im Design, Geldsorgen, Stress, Bullshitting, über den Kampf mit den eigenen Bedürfnissen und seine Arbeit für Apple, über die er eigentlich garnicht sprechen darf.
Ana Saraiva ist eine Künstlerin aus München und studiert an der Akademie der bildenden Künste, allerdings muss ich dazu sagen, dass sie just vor ein paar Wochen erst nach Hamburg gezogen ist. Aber darüber erzählt sie selbst gleich auch noch.
Wir sprachen unter anderem natürlich über ihre Kunst, über ihre Bildhauerausbildung, an die sie ursprünglich über das Arbeitsamt kam, über Häkeln, das erste Buch, dass sie gelesen hat und das sie bis heute beeinflusst, über ihre Zeit als Model, über den Kunstmarkt heute und über das Meditation-Retreat, dass sie hervorragend für eine Pandemie vorbereitet hat.
Heute halte ich das Intro mal etwas kürzer, denn hoffentlich weißt du eh schon, dass heute der zweite Teil meines Gesprächs mit dem Designer Erik Spiekermann dran ist. Falls du also die Folge von letzter Woche noch nicht gehört hast, würde ich empfehlen, dass du das erstmal machst und dann im Anschluss gleich diese Folge hier hörst.
Im ersten Teil sprachen wir unter anderem über Rennräder, Schriftgestaltung, einige seiner großen Kunden, und darüber, wieviele Schriften man wirklich braucht.
Und heute wird es etwas persönlicher. Wir sprechen darüber, wie er überhaupt auf die Idee kam, Designer zu werden, warum er seine Firmenstrukturen ganz bewusst komplexer gestaltet hat, als er eigentlich für sinnvoll hielt und über seine bekanntermaßen große Klappe.
OHNE DEN HYPE war ja ein bisschen so eine Schnapsidee von mir. Ich wollte interessant Leuten kennenlernen, Fotos schießen, so wie ich es mir vorstellte und mal mit diesem Medium Podcast rumspielen. Und das ganze ist jetzt gerade mal etwas über ein halbes Jahr her und dann sitze ich auf einmal an einem Dienstag im Sommer bei einem der bekanntesten Namen der deutschen Designszene im Hinterhof und plaudere gemütlich zwei Stunden lang mit Erik Spiekermann. Das absurde in solchen Situationen ist immer, auf der einen Seite könnte an total Star-struck sein, wie der Engländer gerne sagt, aber das ist irgendwie schwierig, wenn der Gesprächspartner so offen und salopp über sein Leben und aus dem Nähkästchen plaudert.
Wie gesagt, wir haben uns etwas verquatscht – fast zwei Stunden, das ist ein bisschen länger, als ich diese Gespräche normalerweise gerne halte. Aber da ich dann auch mal einen kleinen Urlaub gebrauchen konnte, dachte ich mir, machen wir doch einmal mal zwei Folgen draus.
Also diese Woche hörst du den ersten Teil meines Gesprächs mit dem Designer Erik Spiekermann. Darin sprachen wir unter anderem über Rennräder, Schriftgestaltung, einige seiner großen Kunden, darüber, wieviele Schriften man wirklich braucht und über die Auswirkungen von gutem Corporate Design, über die ich so bis dahin noch garnicht nachgedacht hatte.
Und nächste Woche kommt dann die zweite Hälfte mit Erik, in der wir uns darüber unterhielten, wie er überhaupt auf die Idee kam, Designer zu werden, warum er seine Firmenstrukturen ganz bewusst komplexer gestaltet hat, als er vielleicht für sinnvoll hielt und über seine bekanntermaßen große Klappe.