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Explore every episode of the podcast Ö1 Radiokolleg

Dive into the complete episode list for Ö1 Radiokolleg. Each episode is cataloged with detailed descriptions, making it easy to find and explore specific topics. Keep track of all episodes from your favorite podcast and never miss a moment of insightful content.

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TitlePub. DateDuration
Alte weise Frauen: Hildegunde Piza (12)29 Jul 202600:53:41

In der Chirurgie geht es um Millimeterarbeit, um Präzision und nicht zuletzt um Leben und Tod - und lange Zeit vor allem ausschließlich um Männer. Wenn man in den Operationssaal blickt, stellt sich nicht nur die medizinische Frage nach dem Eingriff, sondern auch die soziopolitische: Wer hat das Skalpell in der Hand? Geboren wurde Hildegunde Piza 1941 in Gröbming, in der Steiermark. In einer Welt, die von "Göttern in Weiß" dominiert wurde, musste sie sich ihren Platz am Operationstisch erkämpfen. Hildegunde Piza war in vielen Bereichen und Positionen die erste Frau: 1999 wurde Hildegunde Piza zur Vorständin der Universitätsklinik für Plastische und Wiederherstellungschirurgie in Innsbruck ernannt - die erste Leiterin einer derartigen Klinik im deutschsprachigen Raum und die erste Frau, die zur Universitätsprofessorin für Plastische Chirurgie ernannt wurde. Sie spricht mit Gastgeberin Alexandra Augustin über ihren Lebensweg. Und sie steht auch mit 85 Jahren noch im OP.

Alte weise Frauen: Beatrix Neundlinger (11)29 Jul 202601:00:37

In der Musik wie in der Gesellschaft gilt oft: Wer am lautesten schreit, wird gehört. Doch den "Ton anzugeben" bedeutet weit mehr, als nur die Lautstärke zu bestimmen. Es geht um Haltung, um Resonanz und um die Frage, wie man als Frau in einer oft männlich dominierten Branche den Takt vorgibt, ohne die eigene Stimme zu verlieren. Niemand verkörpert diesen Weg authentischer als Beatrix Neundlinger, Jahrgang 1947. Ihre Stimme prägt Österreich seit Jahrzehnten, politisch als auch musikalisch. Als Gründungsmitglied der legendären Formationen "Milestones" und "Schmetterlinge" schrieb sie österreichische Musikgeschichte, vor allem mit der "Proletenpassion". In dieser Folge von "Alte weise Frauen" spricht Beatrix Neundlinger mit Gastgeberin Alexandra Augustin über die Kunst, die eigene Stimme zu finden und sie beharrlich einzusetzen - auch für jene, deren Stimmen oft überhört werden.

Alte weise Frauen: Monika Rosen (3)27 Jul 202600:45:37

Die "alten weißen Männer" sind als Schlagwort seit den 2010er-Jahren allerorts ein Begriff. Gemeint sind damit Männer, die ihre gesellschaftlichen Privilegien nicht reflektieren und Ungleichgewichte nicht anerkennen. Der Ö1-Interviewpodcast "alte weise Frauen" ist eine Gegenantwort darauf: Zu Gast bei Alexandra Augustin sind ausschließlich Frauen über 60, um über gesellschaftspolitische Zustände im Kontext ihres eigenes Lebens zu reflektieren. Diesmal: Die Börsenexpertin Monika Rosen. Sie war über zwei Jahrzehnte lang Chefanalystin der Unicredit Bank Austria AG und nach insgesamt 33 Jahren am Börsenparkett ist Rosen seit 2022 im Un-ruhestand. In dieser Folge spricht Monika Rosen mit Alexandra Augustin darüber, wie Frauen finanzielle Unabhängigkeit erreichen können. Diese am 27.07.2026 auf Ö1 Campus gestreamte Sendung ist Teil des zeit- und kulturgeschichtlichen Archivs von oe1.ORF.at.

Das Trauma und seine Folgen (1)15 Apr 202600:21:37

Was ist ein seelisches Trauma? Gewalterfahrungen, aber auch andere Einschnitte im Leben hinterlassen Spuren in der Psyche und im Körper der Betroffenen. Mit der Heilung dieser Traumafolgestörungen beschäftigt sich die Psychotraumatologie. Der erste Teil widmet sich der Befunderhebung und Therapie psychischer Traumata.

Gestaltung: Christa Nebenführ. Redaktion: Monika Kalcsics. Gesendet in Ö1 am 13. 04. 2026.

Das Trauma und seine Folgen (2)15 Apr 202600:22:10

Wie verläuft ein traumatischer Prozess?
Katia erfuhr in der 15. Schwangerschaftswoche, dass ihr Kind nicht lebensfähig sein würde. Es war ein Wunschkind, auf das die Zukunftsplanung Katias und ihres Partners ausgerichtet gewesen war. Kurz darauf zerbrach auch die Beziehung an diesem Schicksalsschlag. Katia war plötzlich mit den Auswirkungen von zwei aufeinander folgenden Verlusten konfrontiert. Sie litt unter einer schwerwiegenden posttraumatischen Belastungsstörung. Mit welchen Symptomen sie zu kämpfen hatte und wie sie diese bewältigen konnte, davon handelt der zweite Teil. Dabei wird die sequentielle Traumatisierung vorgestellt. Sie ist neben dem Schocktrauma, das wie ein Blitz einschlägt, und dem Entwicklungstrauma, das durch Vernachlässigung, Abwertung und Missbrauch in der Kindheit entsteht, das dritte Erklärungsmodell für die Entwicklung und Therapie von Traumafolgestörungen.

Gestaltung: Christa Nebenführ. Redaktion: Monika Kalcsics. Gesendet in Ö1 am 14. 04. 2026.

Das Trauma und seine Folgen (3)15 Apr 202600:21:44

Wie können Traumafolgestörungen therapiert werden?
Der Traumaforscher Bessel van der Kolk erläutert in seinem Standardwerk "Verkörperter Schrecken", dass wir uns das Unbewusste nicht als eine Art vergessenen Traum vorstellen müssen, der irgendwo in den Tiefen unserer Erinnerung schlummert, sondern dass Traumata körperliche Vorgänge und Verbindungen auslösen und speichern. Diese Muster zwischen Gehirn, Nervenbahnen und inneren Organen sind die traumatische Erinnerung. Die dritte Folge beschäftigt sich mit verschiedenen Arten der körperorientierten Traumatherapie wie Neurofeedback und EMDR. Zudem wird auf die Bedeutung der Ausbildung von Bezugspersonen für das Erkennen von Traumatisierungen und den sensiblen Umgang damit hingewiesen.

Gestaltung: Christa Nebenführ. Redaktion: Monika Kalcsics. Gesendet in Ö1 am 15. 04. 2026.

Das Trauma und seine Folgen (4)15 Apr 202600:21:56

Gibt es falsche Traumaerinnerungen?
Die Traumatherapie muss sich auch Kritikpunkten stellen. Der Bedeutendste liegt in der Fehleinschätzung des Tatsacheninhalts in Traumaberichten. Es kann vorkommen, dass Menschen sich an traumatische Situationen erinnern, die objektiv nie stattgefunden haben. Man spricht dann von einer "False Memory". Diese kann durch andere Personen suggestiv verstärkt oder eingepflanzt werden, oftmals im Rahmen therapeutischer Prozesse. Brisanz bekommt dieses Syndrom, wenn es in Gerichtsprozessen zur alleinigen Beweisführung verwendet wird. Dadurch kam es seit den 1990er Jahren zu nachgewiesenen juristischen Fehlurteilen und drastischen Bestrafungen Unschuldiger. Psychiater, Therapeuten und Neurowissenschaftler legen in der vierten Folge dar, ob die Unterscheidung zwischen echter und falscher Erinnerungen sowie Lügen überhaupt eindeutig getroffen werden kann.

Gestaltung: Christa Nebenführ. Redaktion: Monika Kalcsics. Gesendet in Ö1 am 16. 04. 2026.

100 Songs: "Über sieben Brücken musst du gehn"10 Apr 202600:20:02

Im real existierenden Sozialismus sollten in der DDR inmitten blühender Landschaften menschenwürdige Arbeit geschaffen werden und ein Bollwerk gegen feindliche Klassenkräfte entstehen. Doch Mitte der 1970er Jahre wurde die Kluft zum Westen immer deutlicher sichtbar. In dieser Atmosphäre wurde "Über Sieben Brücken musst du gehen" für die Verfilmung einer Liebesgeschichte zwischen einer Deutschen und einem Polen geschrieben. Ein Cover des Westdeutschen Peter Maffay verhalf dem Song auch auf der anderen Seite der Zone - in der Bundesrepublik - zu enormer Bekanntheit.

Diese Folge wurde in Ö1 am 07. 04. 2026 gesendet und ist Teil der Serie "100 Songs. Geschichte wird gemacht" und auch im kultur- und zeitgeschichtlichen Archiv von Ö1 zu finden:
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100 Songs: "Plastic Love"10 Apr 202600:20:04

In den 1980ern lief die japanische Wirtschaft auf Hochtouren und schloss langsam zu den Vereinigten Staaten von Amerika auf. Citypop wurde zum klingenden Ausdruck eines urbanen, hochtechnisierten und konsumfreudigen Lebensgefühls, das sich mit Walkman und tragbaren Kassettenspielern überall hin transportieren ließ. Als Citypop während der 2010er Jahre in Europa und den USA wiederentdeckt wurde, stießen vor allem anspruchsvolle und smoothe Songs, die sich an Erwachsene richteten, auf großen Zuspruch. Dabei wurde der relativ unbekannte Song "Plastic Love" von Mariya Takeuchi von 1984 weltweit bekannt. In "Plastic Love" träumt ihre Protagonistin von einem ausgelassenen Leben in der Stadt, nachdem sie verlassen wurde.

Diese Folge wurde in Ö1 am 08. 04. 2026 gesendet und ist Teil der Serie "100 Songs. Geschichte wird gemacht" und auch im kultur- und zeitgeschichtlichen Archiv von Ö1 zu finden:
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100 Songs: "Little Dark Age"10 Apr 202600:18:18

USA, 2018:
Ein dunkles Zeitalter war angebrochen, das stand für die Band MGMT nach der Wahl von Donald Trump zum Präsidenten der USA fest. Das Duo war Mitte der 2000er Jahre mit unbeschwerten Hits über das Leben als Teenager weltbekannt geworden. Danach war es jedoch still um die Band geworden. Das Album "Little Dark Age" entstand über mehrere Jahre und wurde 2018 veröffentlicht. Der Titelsong - inspiriert durch Synthesizer aus der späten Sowjet-Ära - wird zu einem klaustrophobischen Panoptikum, in dem persönliche Ängste mit gesellschaftlichen Abgründen verschmelzen, während im Video Gothic Horror auf Symbolismus und Dekadenz trafen.

Diese Folge wurde in Ö1 am 09. 04. 2026 gesendet und ist Teil der Serie "100 Songs. Geschichte wird gemacht" und auch im kultur- und zeitgeschichtlichen Archiv von Ö1 zu finden:
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Mit Hirn durchs Leben (1)09 Apr 202600:13:37

Was kann der Sinn meines Lebens sein?
Brauche ich eine Familie und Kinder, um Sinn zu finden? Werden wir zu sehr von Sozialen Medien in Beschlag genommen, so dass wir den Sinn unseres eigenen Lebens verpassen? Sind wir nur noch wie Sisyphos, der jeden Tag denselben Stein auf den Berg rollt? Wie kann man die "Trotzmacht des Geistes" gegen alle Widrigkeiten stärken? Mit diesen Fragen hat sich der Psychiater und Logotherapeut Viktor Frankl auseinandergesetzt. Wie und warum man trotzdem "Ja zum Leben" sagen sollte, können wir von Frankl und seinen Lebenserfahrungen lernen.

Gestaltung: Lisz Hirn und Ulrike Schmitzer. Redaktion: Ulrike Schmitzer. Gesendet im Ö1 Radiokolleg am 7. 04. 2026.

Die neue Serie "Mit Hirn durchs Leben" gibt es auch als eigenen Podcast zum Abonnieren. Weitere Informationen: https://oe1.orf.at/mithirn

Mit Hirn durchs Leben (2)09 Apr 202600:13:51

Wie kann ich trotz Klimakrise optimistsch bleiben?
Eine Generation fühlt sich hilflos und wartet nur mehr, bis die Jüngeren das Sagen haben und endlich die Kehrwende schaffen. Unser Lebensstil - unsere "Routine der Ausschweifung" - wie das der französische Romancier Pascal Bruckner nannte, hat Folgen für alle. Kann ich trotz der ökologischen Krise noch Kinder in die Welt setzen? Darf ich glücklich sein, während die Eiskappen schmelzen und die Ozeane kippen? Was kann ich gegen meine Hilflosigkeit tun? Lisz Hirn lässt Menschen in dieser philosophischen Praxis zu Wort kommen und befragt die großen Philosophinnen und Philosophen nach ihren Überlegungen zu einer Utopie von Morgen.

Gestaltung: Lisz Hirn und Ulrike Schmitzer. Redaktion: Ulrike Schmitzer. Gesendet im Ö1 Radiokolleg am 8. 04. 2026.

Die neue Serie "Mit Hirn durchs Leben" gibt es auch als eigenen Podcast zum Abonnieren. Weitere Informationen: https://oe1.orf.at/mithirn

Mit Hirn durchs Leben (3)09 Apr 202600:13:51

Wie wirken sich die Kriege auf unser Leben aus?
Es herrscht wieder Krieg - im Nahen Osten, in Europa, in Afrika. Für die Philosophen waren kriegerische Auseinandersetzungen immer schon ein wichtiges Thema. Besonders Simone Weil kann uns mit ihren Überlegungen noch heute hilfreich sein. Wenn Gewalt das Zentrum aller menschlichen Beziehungen darstellt, dann heißt es, dass wir von ihr ausgehend denken müssen, um einen Umgang damit zu finden. Wie verändert sich eine Gesellschaft, wenn die Macht des Stärkeren unantastbar wird? Wie gelingt trotz dieser neuen Herausforderungen ein gutes Zusammenleben?

Gestaltung: Lisz Hirn und Ulrike Schmitzer. Redaktion: Ulrike Schmitzer. Gesendet im Ö1 Radiokolleg am 9. 04. 2026.

Die neue Serie "Mit Hirn durchs Leben" gibt es auch als eigenen Podcast zum Abonnieren.
Weitere Informationen: https://oe1.orf.at/mithirn

Alte weise Frauen: Elfriede Hammerl (2)27 Jul 202600:47:49

Die "alten weißen Männer" sind als Schlagwort seit den 2010er-Jahren allerorts ein Begriff. Gemeint sind damit Männer, die ihre gesellschaftlichen Privilegien nicht reflektieren und Ungleichgewichte nicht anerkennen. Der Ö1-Interviewpodcast "alte weise Frauen" ist eine Gegenantwort darauf: Zu Gast bei Alexandra Augustin sind ausschließlich Frauen über 60, um über gesellschaftspolitische Zustände im Kontext ihres eigenes Lebens zu reflektieren. Der Ruf nach Gleichberechtigung, nach gleichen Rechten, gleichem Lohn und nach Anerkennung der Arbeit für Haushalt und Familie zieht sich wie ein roter Faden durch die Arbeit der Journalistin und Buchautorin Elfriede Hammerl. Seit den 1970er-Jahren verfasst Elfriede Hammerl ihre feministischen Kolumnen und Bücher. In dieser Folge spricht sie mit Alexandra Augustin darüber, was Frauen alles leisten. Diese am 27.07.2026 auf Ö1 Campus gestreamte Sendung ist Teil des zeit- und kulturgeschichtlichen Archivs von oe1.ORF.at.

Technik und Macht (1)08 Apr 202600:21:19

Wir befassen uns in diesem 3-Teiler mit dem Verhältnis von Technik und Macht - beginnend mit der Zeit der Aufklärung, in der Staaten erstmals als "mathematische Räume" und große Maschinen verstanden wurden. Die Geschichte des technokratischen Denkens führt bis in die Gegenwart, in der China auf Grundlage kybernetischer Modelle zu regieren versucht, das Department of Government Efficiency (DOGE) in den USA mittels Algorithmen Kürzungen vornimmt und in Albanien eine KI als virtuelle Ministerin angelobt wurde.

Gestaltung: Richard Brem. Redaktion. Sarah Kriesche. Gesendet in Ö1 am 07.09. 2026.

Technik und Macht (2)08 Apr 202600:21:31

In den frühen 1930er Jahren sorgte in den USA und Kanada eine Zeitlang die "Technocracy"-Bewegung für großes Aufsehen. Sie propagierte eine neue gesellschaftliche Ordnung, die sich ausschließlich auf Wissenschaft, Technik und Energiemanagement stützen und die bestehenden Nationalstaaten durch "Technate" ersetzen sollte. Zu den führenden Köpfen der "Technocracy"-Bewegung gehörte zu jener Zeit Joshua N. Haldeman, der Großvater von Elon Musk. Auch wenn die "Technocracy"-Bewegung damals vom "New Deal" des US-Präsidenten Franklin D. Roosevelt übertrumpft und politisch bedeutungslos gemacht wurde, so findet sich auch in der Gegenwart noch viel an ähnlich technokratischem Denken.

Gestaltung: Richard Brem. Redaktion: Sarah Kriesche. Gesendet in Ö1 am 08.04. 2026.

Technik und Macht (3)08 Apr 202600:21:33

Im September 2025 wurde in Albanien mit "Diella" zum weltweit ersten Mal eine KI als virtuelle Ministerin "angelobt". Ein symbolischer Akt, der aber deutlich machte, wie sehr Regierungen und Verwaltung in immer mehr Ländern auf Künstliche Intelligenz setzen. In den USA ging unter Präsident Trump und unter Mitwirkung von Elon Musk etwa zeitgleich das Department of Government Efficiency (DOGE) ans Werk, um mit Hilfe von Algorithmen radikale Kürzungen bei staatlichen Behörden vorzunehmen. Daneben gibt es quer durch die weltanschaulichen Lager auch noch andere Ansätze, die mit Hilfe von KI und digitalen Technologien Städte und den Staat neu erfinden möchten.

Gestaltung: Richard Brem. Redaktion: Sarah Kriesche. Gesendet in Ö1 am 9.04. 2026.

Die Sudetendeutschen. Offene Wunden (1)30 Mar 202600:22:00

Odsun. Die Vertreibung.
Vor 80 Jahren atmeten viele auf: Der Zweite Weltkrieg war vorbei. Wenige Kilometer hinter der Grenze zur Tschechoslowakei begann indes ein grauenhafter Exodus. 143 Verordnungen, die als "Benes-Dekrete" bekannt wurden, erklärten als Vergeltung für den NS-Terror die deutsche Bevölkerungsgruppe pauschal zu Staatsfeinden. Sie verlor alle Rechte, wurde vertrieben und enteignet. Inzwischen sind die Wunden überwiegend verheilt - aber nicht vollständig. Wurde die Geschichte ohne Tabus aufgearbeitet? Dezember 1945 bis Dezember 1946: Rund 3 Millionen Einwohner:innen deutscher Nationalität wurden gezwungen, ihre Heimat im damaligen Böhmen, Mähren und auch der Slowakei, zu verlassen. Manche gingen gleich, andere wurden mit Gewalt vertrieben.

Gestaltung: Ute Maurnböck. Redaktion: Ulrike Schmitzer. Gesendet in Ö1 am 30.03. 2026.

Die Sudetendeutschen. Offene Wunden (2)30 Mar 202600:22:06

Mnichovska zrada. Der Münchner Verrat.
Seit der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 gewann die "Heim ins Reich"-Bewegung unter den Sudetendeutschen immer mehr Anhänger. Sie wurde von Deutschland gefördert und zielte darauf ab, das Sudetenland von Prag zu lösen. Im März 1938 wies Hitler den Vorsitzenden der Sudetendeutschen Partei, Konrad Henlein, an, der tschechoslowakischen Regierung bewusst unannehmbare Forderungen zu stellen, um jede Möglichkeit eines Kompromisses auszuschließen.

Mit dem "Münchner Abkommen", das bis heute in Tschechien und der Slowakei der "Münchner Verrat" genannt wird, erzwang Deutschland die Abtretung des Sudetenlandes, es wurde zum deutschen Reichsgau.

Gestaltung: Ute Maurnböck. Redaktion: Ulrike Schmitzer. Gesendet in Ö1 am 31.3. 2026.

Die Sudetendeutschen. Offene Wunden (3)30 Mar 202600:22:05

Nasi Nemci. Unsere Deutschen.

Jahrhundertelang lebten Deutsche und Tschechen neben- und miteinander. Böhmische Fürsten luden deutsche Siedler ab dem 12. Jahrhundert ein, die dünn besiedelten Gebiete zu entwickeln, insbesondere die reichen Bergregionen. Das führte zu einer starken deutschen Präsenz.
Sie prägten die Stadtentwicklung, viele Städte wie Brünn oder Prag waren hauptsächlich deutschsprachig. Innerhalb des österreichischen-ungarischen Kaiserreichs nahmen sie oft eine bevorzugte Stellung ein, besonders in Verwaltung, Wirtschaft und Bildung, was zu Spannungen mit der tschechischen Nationalbewegung führte. Dennoch gab es eine weitgehend friedliche Koexistenz, die Sudetendeutschen wurden von den Tschechen "Unsere Deutschen" genannt.

Gestaltung: Ute Maurnböck. Redaktion: Ulrike Schmitzer. Gesendet in Ö1 am 1.4. 2026.

Die Sudetendeutschen. Offene Wunden (4)30 Mar 202600:22:14

Usmireni - Versöhnung?
1997 akzeptierten deutsche Vertriebenenverbände die gemeinsame Erklärung der tschechischen und deutschen Regierung. Darin bedauerte die deutsche Seite das Unrecht durch die nationalsozialistischen Verbrechen, die tschechische die Vertreibung, Aussiedlung und Enteignung der Sudetendeutschen.
Knapp 20 Jahre später verzichtete die Sudetendeutsche Landsmannschaft offiziell auf "Wiedergewinnung der Heimat" und eine "Restitution oder gleichwertigen Entschädigung".
Heute gibt es zahlreiche Kooperationen, Studienprogramme, Versöhnungsmärsche und Veranstaltungen, die das Miteinander in den Vordergrund stellen. Dennoch lehnte das tschechische Abgeordnetenhaus noch 2009 Bemühungen ab, die Nachkriegs-Eigentumsverhältnisse zu ändern und Häuser oder Grundstücke zu restituieren.

Gestaltung: Ute Maurnböck. Redaktion: Ulrike Schmitzer. Gesendet in Ö1 am 2 .4. 2026.

Der Fachkräftemangel (1)26 Mar 202600:13:01

Ursachen des Mangels.

Die Gründe für den Fachkräftemangel in Österreich sind vielschichtig. Sie reichen vom demografischen Wandel, über die Zuwanderung von vielen nicht ausreichend qualifizierten Menschen, veränderten Arbeitsvorstellungen bis hin zu Engpässen in der Ausbildung. Die Folgen sind eingeschränkte Dienstleistungen und ein gebremstes Wirtschaftswachstum. Gelöst werden kann das Problem durch Investitionen in Bildung, Arbeitsbedingungen und Integration.

Gestaltung: Andreas Wolf. Redaktion: Monika Kalcsics. Gesendet in Ö1 am 23. 03. 2026.

Der Fachkräftemangel (2)26 Mar 202600:13:03

Betroffene Branchen.

Der Fachkräftemangel in Österreich trifft viele Branchen, einige Sektoren sind jedoch besonders stark davon betroffen. Vor allem der Tourismus und die Gastronomie kämpfen seit Jahren mit personellen Engpässen, etwa bei Köchen, Servicekräften und Hotelpersonal. Auch in den Bereichen Elementarpädagogik, sowie Gesundheits- und Sozialwesen - hier insbesondere Pflegekräfte und medizinisches Fachpersonal - werden Fachkräfte dringend gesucht.

Gestaltung: Andreas Wolf. Redaktion: Monika Kalcsics. Gesendet in Ö1 am 24. 03. 2026.

Der Fachkräftemangel (3)26 Mar 202600:13:08

Folgen für Wirtschaft und Gesellschaft.

Langfristig verschärft der Fachkräftemangel soziale Ungleichheiten und stellt den Wohlstand sowie die Versorgungssicherheit im Land vor große Herausforderungen.

Gestaltung: Andreas Wolf. Redaktion: Monika Kalcsics. Gesendet in Ö1 am 25. 03. 2026.

Alte weise Frauen: Christine Haiden (1)27 Jul 202600:46:18

Den Begriff der "alten weißen Männer" hat der US-amerikanische Altphilologe Bernard MacGregor Walker Knox einst geprägt: "The Oldest Dead White European Males" lautet sein 1993 erschienes Buch. Die "alten weißen Männer" sind als Schlagwort seit den 2010er-Jahren allerorts ein Begriff. Gemeint sind damit Männer, die ihre gesellschaftlichen Privilegien nicht reflektieren und Ungleichgewichte nicht anerkennen. Der Ö1-Interviewpodcast "alte weise Frauen" ist eine Gegenantwort darauf: Zu Gast sind ausschließlich Frauen über 60, um über gesellschaftspolitische Zustände im Kontext ihres eigenes Lebens zu reflektieren. In dieser Folge kommt die österreichische Journalistin und Autorin Christine Haiden zu Wort: Sie war fast 30 Jahre lang Chefredakteurin der Welt der Frauen . Sie spricht mit Gastgeberin Alexandra Augustin darüber, wie Frauen leben wollen. Diese am 27.07.2026 auf Ö1 Campus gestreamte Sendung ist Teil des zeit- und kulturgeschichtlichen Archivs von oe1.ORF.at.

Der Fachkräftemangel (4)26 Mar 202600:13:06

Strategien gegen den Mangel.

Um dem Fachkräftemangel in Österreich entgegenzuwirken, sind umfassende Maßnahmen erforderlich. Ein zentraler Hebel ist die Stärkung von Ausbildung und Weiterbildung, insbesondere in Mangelberufen und technischen Bereichen.

Gestaltung: Andreas Wolf. Redaktion: Monika Kalcsics. Gesendet in Ö1 am 26. 03. 2026.

Feel Yourself (1)25 Mar 202600:22:12

Wir leben in einer Gesellschaft des "Zuviel": Zu viel Essen, zu viel Medienkonsum, zu viel Schmerzmittel, zu viel Kritik und Selbstkritik, aber auch zu viel Sport, zu viel Krafttraining, zu viel Selbstoptimierung. Vieles wird heute über das Erscheinungsbild, Körper und Gesicht, verhandelt. Jugendlichkeit und Fitness gelten als Aushängeschild, Menschen mit Übergewicht werden als faul oder träge stigmatisiert. Doch was tun Menschen abseits der Norm? Und wie finden wir bei all den Vorgaben zu authentischem Körpergefühl und echter Körperwahrnehmung? Wir spüren diesen Fragen in "Felel Yourself" nach.

Gestaltung: Sabine NIkolay. Redaktion: Monika Kalcsics. Gesendet in Ö1 am 22.03. 2026.

Feel Yourself (2)25 Mar 202600:21:40

Überfluss - Dekadenz.
Wieviel essen und trinken wir und wieviel brauchen wir? Wieviel Sport machen wir, und wieviel Bewegung ist gesund? Das Phänomen, dass immer weniger Menschen ihren natürlichen Impulsen folgen (können), ist offensichtlich. Die Hälfte der Erwachsenen, ein Viertel der Jugendlichen und fast ein Drittel der Kinder in Österreich sind übergewichtig. Außerdem boomen Schönheits-OPs und Fitness-Besessene laufen bis zur Ermüdungsfraktur und stemmen Gewichte, bis die Gelenke kaputt sind. Spüren wir uns nicht mehr? Haben wir die natürliche Bremse verloren?
Wann ist es genug? Wann sind wir müde, satt oder erschöpft? Eine Suche im Dschungel der Vorgaben, guten Ratschläge, Influencervideos und Ratgeberliteratur.

Gestaltung: Sabine NIkolay. Redaktion: Monika Kalcsics. Gesendet in Ö1 am 24.03. 2026.

Feel Yourself (3)25 Mar 202600:22:03

Mangel - Askese.
Statt hemmungslosem Essen und Medienkonsum ist Hungern angesagt. Ein durchtrainierter Körper ohne Rundungen, ein flacher Bauch und der legendäre "Thigh-Gap" gelten als neue Ideale. Dass Mädchen und immer mehr Burschen sich fast zu Tode hungern, ist eine beängstigende und offensichtlich krankhafte Gegenbewegung zum Zuviel. Gleichzeitig gibt es religiös oder umweltpolitisch motivierte asketische Bewegungen, die die Kontrolle über eine immer unübersichtlichere Welt über den Körper erreichen wollen. Auch hier stellt sich die Frage: Spüren wir uns noch? Oder brauchen wir den Mangel, um uns zu spüren?

Gestaltung: Sabine NIkolay. Redaktion: Monika Kalcsics. Gesendet in Ö1 am 25.03. 2026.

Feel Yourself (4)25 Mar 202600:22:01

Biochemische Komponenten.
Mangel kann Kontrolle und Macht über sich selbst bedeuten und dazu noch dem hehren Ziel des Schutzes der Umwelt dienen. Mangel kann religiös konnotiert sein und Erleuchtung bringen oder ein Aufgehen in der Gemeinschaft ebenso wie die individuelle Verweigerung. Genauso ist es mit dem Überfluss: Ich esse und pfeife auf eure Ideale, bis ich so richtig satt und glücklich bin. Zwei Gegensätze, die dasselbe zum Ziel haben: Glückshormone auszuschütten, die Körper und Geist endlich die ersehnte Ruhe bringen. Was passiert in unserem Körper beim Zuviel? Und was beim Zuwenig? Und wie spüren wir es?

Gestaltung: Sabine Nikolay. Redaktion: Monika Kalcsics. Gesendet in Ö1 am 26.03. 2026.

Aufräumen (2)18 Mar 202600:51:42

Die Kraft des Aufräumens.

Aufräumen macht nicht nur den Haushalt neu: Aufräumen war immer auf mehr als eine bloße Tätigkeit. Aufräumen steht für Erneuerung und Neubeginn, schon im Bauerntum war Aufräumen ein gemeinschaftliches Ereignis. Im Christentum ist der Frühjahrsputz mit der Fastenzeit vor Ostern verbunden. Über die Kraft des Reinigens.

Gestaltung: Günter Kaindlstorfer, Kathrin Wimmer, Barbara Volfing, Diana Köhler, Claudia Unterweger. Redaktion: Alexandra Augustin. gesendet in Ö1 am 17.03. 2026.

Aufräumen (1)18 Mar 202600:51:36

Das Wesen der Unordnung.

Aufräumen war nie nur Wischen und Wegräumen: Es war auch immer ein Spiegel der Zeit und Gesellschaft, in der wir leben. Was sagt das Aufräumen über uns aus? Der Mensch neigt aus vielen Gründen zum Chaos: Seitdem wir in einer Wohlstandsgesellschaft leben, hat sich unser Besitz vervielfacht. Es sammeln sich zu viele Dinge an, was zu Unordnung und psychischer Belastung führen kann. Aufräumen kann jedoch auch dabei helfen, das Wohlbefinden zu steigern. Wieso eigentlich?

Gestaltung: Jonathan Scheucher, Désirée Prammer, Walter Gröbchen, Sabine Nikolay. Redaktion: Alexandra Augustin. Gesendet in Ö1 am 16.03. 2026.

Aufräumen (3)18 Mar 202600:51:45

Ordnung beginnt im Kopf.

Früher war Aufräumen eine lästige Pflicht - heute scheint es ein Lifestyle-Thema geworden zu sein: Marie Kondo und andere Aufräumcoaches predigen über die Leichtigkeit, die ein geregelter Haushalt angeblich auslöst. Daraus hat sich eine milliardenschwere Industrie entwickelt. Andere kämpfen mit Unordnung und Chaos: Wieso sind wir Menschen in Sachen Ordnung so unterschiedlich?

Gestaltung: Juliane Lehmayer, Katrin Grabner, Sonja Bettel, Diana Köhler.
Redaktion: Alexandra Augustin. Gesendet in Ö1 am 18. 03. 2026.

Aufräumen (4)18 Mar 202600:51:50

Vom Ausmisten und Ankommen.

Viele Menschen suchen nach Ankern in einer immer lauter werdenden Welt. Es gibt Kurse und Retreats, um auch im Inneren Ruhe und Ordnung zu finden. Gleichzeitig wird immer mehr Arbeit ausgelagert: Computer, KI und Roboter übernehmen die lästigen Aufräum- und Putzarbeiten, damit wir Menschen mehr Zeit haben. Wir werden wir morgen Aufräumen?

Gestaltung: Juliane Lehmayer, Désirée Prammer, Kathrin Wimmer, Juliane Lehmayer. Redaktion: Alexandra Augustin. Gesendet in Ö1 am 19.03. 2026.

100 Songs - Geschichte wird gemacht: "Day O"13 Mar 202600:19:49

Calypso - ein afro-karibischer Musikstil aus Trinidad und Tobago - erlebte in den 1930ern einen ersten Boom in New York. Einer der berühmtesten Calypsos wurde 1952 zunächst von einem trinidadisch-britischen aufgenommen. "Day Dah Light" handelte von einer harten Nachtschicht am Dock und dem anbrechenden Schichtende. Erst die Version des New Yorker Musikers Harry Belafonte - 1956 hieß sie wahlweise "Banana Boat (Day O)" oder "Day O (The Banana Boat Song)" - verhalf dem Work-Song zu weltweiter Berühmtheit. Auf seinen populärsten Song war Harry Belafonte nicht sonderlich stolz - zu leicht ließ sich sein sozialrealistischer Inhalt überhören.

Diese Folge des Ö1 Podcasts "100 Songs - Geschichte wird gemachgt" wurde in Ö1 am 09. 03. 2026 gesendet und ist Teil des kultur- und zeitgeschichtlichen Archivs von Ö1:
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Fußball. Spiel des Lebens (1)03 Jul 202600:12:59

Fußball - einst der englischen Oberschicht vorbehalten - eroberte Europa und dann die ganze Welt. Warum fasziniert das Spiel? Ist es die Vogelschau? Die tiefgehende Analyse? Die hochemotionale Begeisterung für etwas, das eigentlich keine Rolle spielt? Der Umstand, dass auf dem Fußballplatz und den Rängen alle gleich und vereint sind? Was lernen wir aus dem Spiel - für uns selbst, über die Gesellschaft und für das Leben?

Episode 1: Teamarbeit.

Gestaltung: Sabine Nikolay. Redaktion: Monika Kalcsics. Gesendet in Ö1 am 29. 06. 2026.

100 Songs - Geschichte wird gemacht: "Anak"13 Mar 202600:19:59

"Anak" - Freddie Aguilar (Philippinen, 1978)

Rechtswissenschaften sollte Freddie Aguilar studieren, so wollte es sein Vater. Der 17-Jährige lief stattdessen von Zuhause - unweit der philippinischen Hauptstadt Manila - weg und schlug sich als Straßenmusiker durch. Seinen Song "Anak" - Tagalog für "Kind" - soll er in etwa einer Stunde geschrieben haben, kurz nachdem er seine Fehler eingesehen hatte. Der Song über einen reumütigen, verlorenen Sohn erwies sich auf dem ersten Metro Manila Popular Music Festival 1978 als internationales Sprungbrett für Freddie Aguilar; und bald schon soll er an die 30 Millionen Exemplare weltweit verkauft haben.

Diese Folge wurde in Ö1 am 10. 03. 2026 gesendet und ist Teil des kultur- und zeitgeschichtlichen Archivs von Ö1.

100 Songs - Geschichte wird gemacht: "Only Time"13 Mar 202600:19:53

Am 11. September 2001 wurden die USA zum Ziel von islamistischen Terroranschlägen, bei denen rund 3000 Menschen starben. Innen- und Außenpolitik sowie die kulturelle Landschaft veränderten sich dadurch grundlegend. Unmittelbar nach den Attentaten wurde der Song "Only Time" der irischen New-Age-Musikerin Enya besonders häufig zur Bilduntermalung in Fernsehsendern eingesetzt, während der Opfer gedacht werden sollte. Gerade in den USA und alliierten Ländern wie Kanada, Deutschland, Polen, aber auch der neutralen Schweiz und Österreich konnte sich "Only Time" sehr oft verkaufen. Die Kritiken waren dabei vernichtend. 20 Jahre später hat sich die Bewertung dieser Musikerin gedreht. "Enya ist überall", titelte ein weitschweifender Essay in einer tonangebenden Musikzeitschrift über ihren Einfluss in der elektronischen Musik.

Diese Folge des Ö1 Podcasts "100 Songs - Geschichte wird gemacht" wurde in Ö1 am 11. 03. 2026 gesendet und ist Teil des kultur- und zeitgeschichtlichen Archivs von Ö1.

100 Songs - Geschichte wird gemacht: "WAP"13 Mar 202600:19:39

Ein tiefer Spalt wurde 2020 einmal mehr sichtbar, als die Rapperinnen Cardi B und Megan The Stallion ihr Duett "WAP" - kurz für 'Wet Ass Pussy' veröffentlichten. In Amerika, aber auch den Feuilletons weltweit, wurde der unverfroren explizite Song sehr kontrovers diskutiert. Die einen sahen darin eine Selbstermächtigung starker, schwarzer Frauen, die das taten, was ihre männlichen Rap-Kollegen schon längst taten - nämlich die Macht des eigenen Geschlechtsorgans zu feiern -, andere sahen in dem Song einmal mehr den Verfall einer liberalen Kultur, die außer gottlosen Obszönitäten und voyeuristischer Identitätspolitik nichts zu bieten hätte.

Diese Folge des Ö1 Podcasts "100 Songs - Geschichte wird gemacht" wurde in Ö1 am 12. 03. 2026 gesendet und ist Teil des kultur- und zeitgeschichtlichen Archivs von Ö1:
Playlist und Literaturliste zum Podcast

Introvertiertheit - Stille Stärken (1)12 Mar 202600:13:03

Introvertiert: auf das eigene Seelenleben gerichtet, nach innen gekehrt, verschlossen - so definiert das deutsche Rechtschreibwörterbuch "Duden" diese Wesensart. Introvertiertes Verhalten wird irrtümlicherweise auch oft mit Schüchternheit gleichgesetzt. Wie machen sich die stillen Stärken der Introvertierten im Alltag bemerkbar? Introvertierte Menschen neigen dazu, ihre Umwelt genau zu beobachten und sich dabei selbst nicht in den Vordergrund zu drängen. Ruhe, Zurückhaltung, Reflexion - das können zutiefst positive Charaktereigenschaften sein. Leicht hat man es damit in einer durch und durch extrovertierten Gesellschaft allerdings nicht.

Gestaltung: Daphne Hruby. Redaktion: Monika Kalcsics. Gesendet in Ö1 am 9. 03. 2026.

Introvertiertheit - Stille Stärken (2)12 Mar 202600:13:05

Wie liebt es sich?
Die deutsche Psychologin Viviane Hähne hat im Auftrag der Dating-App "Tinder" ergründet, inwiefern sich introvertierte Menschen bei der Suche nach Liebesbeziehungen oder Freundschaften von extrovertierten Leuten unterscheiden. Wenig überraschend kam dabei heraus, dass sich Online-Vermittlungsagenturen ganz besonders für zurückhaltende Personen eignen. Die Psychologin Hähne meint beispielsweise, introvertierte Nutzerinnen und Nutzer suchen 15 Prozent häufiger nach Freundschaften als extrovertierte Userinnen und User. Auch seien eingegangene Bindungen dann auch oft tiefer und stabiler.

Gestaltung: Daphne Hruby. Redaktion: Monika Kalcsics. Gesendet in Ö1 am 10. 03. 2026.

Introvertiertheit - Stille Stärken (3)12 Mar 202600:13:07

Wie arbeitet es sich?
Immer mehr Unternehmen analysieren heute den digitalen Auftritt ihrer potenziell zukünftigen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer auf diversen Plattformen, bevor sie diese überhaupt erst zu einem Vorstellungsgespräch einladen. Wer dort nicht zu finden ist, gilt automatisch schon als suspekt. Was bedeutet das für Menschen, denen es widerstrebt, sich selbst zu präsentieren oder die sich schwertun, sich zu vermarkten?

Gestaltung: Daphne Hruby. Redaktion: Monika Kalcsics. Gesendet in Ö1 am 11. 03. 2026.

Introvertiertheit - Stille Stärken (4)12 Mar 202600:13:04

Was haben Bob Dylan, Elfriede Jelinek und Caspar David Friedrich gemeinsam? Ihnen allen wird nachgesagt, introvertiert zu sein. Damit sind sie bei weitem nicht die einzigen - gerade unter Künstlerinnen und Künstlern gibt es einige, die es - abseits des nötigen beruflichen Rampenlichts - schätzen, zurückgezogen zu leben. Den Sänger, die Autorin und den Maler verbindet aber noch etwas: Sie haben es trotz ihrer introvertierten Persönlichkeit zu großem Erfolg gebracht. Sie haben es geschafft, sich und ihre Talente in einer Welt der Extroversion zu behaupten. Doch wie viele andere wurden und werden verkannt?

Gestaltung: Daphne Hruby. Redaktion: Monika Kalcsics. Gesendet in Ö1 am 12. 03. 2026.

Benehmt euch! (1)11 Mar 202600:22:19

Wir leben in ruppigen und vulgären Zeiten: Der amerikanische Präsident zeigt einem Arbeiter den Mittelfinger, der bayrische CSU-Chef stopft sich auf social media Döner, Würste und Pizzastücke in den Mund. Auch im österreichischen Parlament wächst der Anteil an unflätigen Worten und wüsten Beschimpfungen exponentiell. Gar nicht zu reden von verbalen und physischen Attacken, die im Straßenverkehr und in der U-Bahn mittlerweile zum Alltag gehören. Und Rapper treiben mit ihren Schmähreden über Bitches und Schlampen den Beleidigungsfaktor in bislang unerreichte Höhen. Warum kam es zu einer derartigen Verrohung und einem flächendeckenden Sittenverfall? Was sagt dies über die Qualität von zeitgenössischer Politik und Öffentlichkeit aus? Und was kann man dagegen tun?

Gestaltung: Thomas Miessgang, Christoph Winder. Redaktion: Ulrike Schmitzer. gesnedet in Ö1 am 09.03. 2026.

Benehmt euch! (2)11 Mar 202600:22:09

Kleiner Versuch über den Sittenverfall: Der Körper und die Politik

Der Körper war immer schon Teil der Politik und vor allem von deren öffentlicher Repräsentation: Von den Inszenierungen rund um Ludwig XIV. bis zu den Slim-Fit-Optimierungen der Mediengegenwart. Körperinszenierungen tragen zu utopischen Entwürfen, gesellschaftlicher Normierung und Mythoskonstruktionen bei. Sie bieten Projektionsflächen für Identitätswünsche, Sehnsüchte und Ängste, die von politischen Visualisierungsstrategien mobilisiert werden können.

Gestaltung: Thomas Miessang, Christoph Winder. Redaktion: Ulrike Schmitzer. Gesendet in Ö1 am 10.03.2026.

Benehmt euch! (3)11 Mar 202600:22:16

Kleiner Versuch über den SIttenverfall: Rüpeln, Pöbeln, Granteln.

Seit Corona ist es besonders evident geworden: Gute Sitten sind old school, Höflichkeit war gestern. Wenn man an das Geschrei und Vogelzeigen im Straßenverkehr denkt, vor allem im beliebten Match Auto- gegen Radfahrer, wenn man sich die Verwahrlosung der Austauschformen in den Kommentaren von social media an neuralgischen weltgeschichtlichen Punkten wie dem Gaza-Krieg vor Augen führt, dann besteht wenig Hoffnung für ein gedeihliches zukünftiges Zusammenleben verfeindeter gesellschaftlicher Subgruppierungen. Die Beleidigung hat längst das faktenbasierte Argument ersetzt.

Gestaltung: Thomas Miessang, Christoph Winder. Redaktion: Ulrike Schmitzer. Gesendet in Ö1 am 11.03.2026.

Fußball. Spiel des Lebens (2)03 Jul 202600:13:02

Politik und Widerstand.

Gestaltung: Sabine Nikolay. Redaktion: Monika Kalcsics. Gesendet in Ö1 am 30. 06. 2026.

Benehmt euch! (4)11 Mar 202600:21:41

Was tun gegen den Sittenverfall?
Es wäre naiv, zu glauben, dass bessere Umgangsformen zwangsläufig eine bessere Politik zur Folge hätten - das gibt die derzeitige Weltlage einfach nicht her. Aber eine Verbesserung des Diskurses durch Einhaltung bewährter Konventionen würde zumindest wieder einen Hauch von Rationalität in ein zunehmend erratischeres Weltgeschehen bringen und damit den Aspekt der deliberativen Demokratie, wie sie Jürgen Habermas beschrieben hat, stärken: dass nämlich durch Beratschlagung gemeinsame, möglichst konsensuale Entscheidungen getroffen werden.

Gestaltung: Thomas Miessgang, Christoph Winder. Redaktion: Ulrike Schmitzer

Frauen mit Courage: Anna Peczenik (1)09 Mar 202600:12:40

1.400 Österreicherinnen und Österreicher kämpften im Spanischen Bürgerkrieg (1936-1939) gegen den Faschismus. Auch 34 Frauen hatten sich den Internationalen Brigaden im Kampf gegen Franco angeschlossen.

Anni Peczenik ließ 1937 ihre damals dreijährige Tochter Hanja bei ihrer Großmutter zurück, um sich den Interbrigadisten im Kampf für die Spanische Republik anzuschließen. General Franco hatte 1936 geputscht und einen dreijährigen Bürgerkrieg ausgelöst, der 1939 mit einer Diktatur endete. Irene Filip vom Spanienarchiv am Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes erforscht seit Jahren die Lebenswege der kämpferischen Frauen. Einige von ihnen wurden nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten in Konzentrationslagern interniert, so auch Anna Peczenik, die Mutter von Hanja Levitan. Peczenik wurde 1944 im Konzentrationslager Buchenwald ermordet.

Gestaltung und Redaktion: Ulrike Schmitzer. Gesendet in Ö1 am 2. 03. 2026.

Frauen mit Courage: Marie Langer (2)09 Mar 202600:12:35

Die Spanienkämpferinnen.

Die Anästhesistin und spätere bekannte Psychoanalytikerin Marie Langer assistierte ihrem späteren Ehemann, dem Chirurgen Max Langer, bei Operationen gleich hinter der Front. "Damit relativiert sich auch die Aussage so mancher Spanienkämpfer, dass Frauen nicht in die kämpfenden Einheiten der Internationalen Brigaden integriert gewesen seien, sondern nur im Sanitätsdienst oder in anderen "zivilen" Bereichen gewirkt hätten", schreibt Irene Filip vom Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstands (DÖW). Marie Langer war eine von vier Ärztinnen aus Österreich im Kampf für die Spanische Republik. Insgesamt konnten 25 Österreicherinnen im Sanitätsdienst der Internationalen Brigaden dokumentiert werden.

Gestaltung und Redaktion: Ulrike Schmitzer. Gesendet in Ö1 am 3. 03. 2026.

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