Explore every episode of the podcast Nahost. Nah Dran.
| Title | Pub. Date | Duration | |
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| E29 Wenn Krieg und Folter die Seele zerstört – mit Tadeja Lackner und Nora Ramirez | 16 sept. 2026 | 01:06:24 | |
Krieg und Folter hinterlassen nicht nur sichtbare Zerstörungen, sondern können die Psyche von Menschen über Jahre und sogar über Generationen hinweg prägen. Karim El-Gawhary spricht mit Tadeja Lackner und Nora Ramirez über die Arbeit des Wiener Betreuungszentrums Hemayat, das Überlebende von Krieg und Folter psychologisch, psychotherapeutisch und psychiatrisch betreut. Hemayat leistet jährlich rund 26.000 Betreuungsstunden und versorgte zuletzt mehr als 2.000 Menschen, während gleichzeitig 637 schwer traumatisierte Personen auf einen Behandlungsplatz warten. Besonders schwierig ist für viele Betroffene der Verlust von Vertrauen, das Gefühl ständiger Bedrohung sowie Flashbacks, Dissoziation, Scham und die Unfähigkeit, über das Erlebte zu sprechen. In der Therapie geht es deshalb zunächst um Sicherheit, Vertrauen und darum, den Menschen ihre Würde zurückzugeben, bevor traumatische Erlebnisse überhaupt vorsichtig aufgearbeitet werden können. Lackner und Ramirez erklären, dass vollständige Heilung nicht immer möglich ist, es aber häufig gelingen kann, Menschen dabei zu unterstützen, mit ihrer Geschichte und den Folgen des Traumas wieder ein lebenswertes Leben zu führen. Gleichzeitig sprechen die Gäste über die enorme Versorgungslücke, die langen Wartezeiten und die finanziellen Unsicherheiten von Hemayat, dessen Angebote teilweise durch öffentliche Förderungen und einen Krankenkassenvertrag finanziert werden. Wer spenden möchte: www.hemayat.org Produktion: Martin Druml Musik: Nour Ashour Grafic Design des Logos: Mona Henry | |||
| E28 Der vergessene Krieg und seine internationalen Drahtzieher: Talk mit der Sudan-Expertin Saskia Jaschek | 10 sept. 2026 | 00:47:42 | |
Seit mehr als drei Jahren herrscht im Sudan Krieg zwischen der sudanesischen Armee (SAF) und den paramilitärischen Rapid Support Forces (RSF), während Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen und auf der Flucht oder innerhalb des Landes vertrieben sind. Die Sudan-Expertin Saskia Jaschek erklärt, warum der Konflikt nicht auf einen Machtkampf zwischen zwei Generälen reduziert werden kann und welche zahlreichen bewaffneten Gruppen und wechselnden Bündnisse ihn zusätzlich kompliziert machen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Internationalisierung des Krieges und der Rolle der Vereinigten Arabischen Emirate, die laut Jaschek die RSF unter anderem mit Waffen, Geld und einem internationalen Versorgungsnetzwerk unterstützen. Auch wirtschaftliche Interessen spielen eine zentrale Rolle, etwa der Handel mit Gold, der Zugriff auf landwirtschaftliche Flächen und die Bedeutung von Gummi Arabicum, von dem rund 90 Prozent der weltweiten Produktion aus dem Sudan stammen. Jaschek kritisiert zudem eine Berichterstattung, die den Sudan vor allem als humanitäre Katastrophe darstellt und dabei die politischen und internationalen Strukturen hinter dem Krieg ausblendet. Besonders dramatisch ist die Lage der Zivilbevölkerung, denn neben den unmittelbaren Kriegsfolgen führen der Zusammenbruch des Gesundheitssystems, Krankheiten, fehlendes Trinkwasser, Vertreibung und sexualisierte Gewalt zu weiteren Opfern. Gleichzeitig dokumentiert die sudanesische Zivilgesellschaft die Kriegsverbrechen und leistet vor Ort humanitäre Hilfe. Für einen dauerhaften Frieden, so Jaschek, müssten neben gezieltem internationalen Druck und Sanktionen auch die sudanesische Zivilgesellschaft und die betroffene Bevölkerung in politische Prozesse einbezogen werden, statt eine Lösung über ihre Köpfe hinweg auszuhandeln.
Produktion: Martin Druml Musik: Nour Ashour Grafic Design des Logos: Mona Henry | |||
| E27 "Making-Of" einer Irak-Reportage zwischen Bagdad und Felluscha., | 09 sept. 2026 | 00:23:07 | |
Zum 25. Jahrestag von 9/11 hat die ORF-Sendung "Weltweit" Karim El-Gawhary in den Irak geschickt. Denn die Irak-Invasion wurde vom damaligen US-Präsidenten George W. Bush als Teil des Kampfes gegen den Terror verkauft, obwohl Saddam Hussein damals nichts mit den Anschlägen des 11. Septembers zu tun hatte. Die Reportsage sollte darstellten, welche Folgen dieser Kreig bis heute im Irak hat. Nach seinen Vertragsende als Korrespondent des ORF in Kairo war ausgemacht, dass El-Gawhary,abseits von den täglichen Newssendungen, gelegentlich noch als freier Mitarbeiter für den ORF für längere Magazin-Reportagen in der Region zur Verfügung steht. Eine Irak Reportage für die Sendung Weltweit ist das erste Produkt dieser neuen punktuellen Mitarbeit. In dieser Folge nimmt euch El-Gawhary mit, damit ihr erleben könnt, wie eine solche Reportage entsteht.. Es ist eine Art „ Making-of“-Hör-Kollage. Ein Eindruck. Die eigentliche Sendung könnte ihr dann am 11. September im Magazin Weltweit um 21:20 in ORF2 oder on demand auf ORF on sehen. Produktion: Martin Druml Musik: Nour Ashour Grafic Design des Logos: Mona Henry | |||
| E26 Raufen Sie sich manchmal als Migrationsforscherin bei den öffentlichen Debatten die Haare? Ein Gespräch mit Judith Kohlenberger | 02 sept. 2026 | 01:22:23 | |
Migration wird in Europa emotional und politisch aufgeladen diskutiert, während sich politische Entscheidungen laut Judith Kohlenberger zunehmend von den Erkenntnissen der Migrationsforschung entfernen. Im Gespräch mit El-Gawhary geht es zunächst um Ceuta und die Frage, warum gerade Länder mit mittlerem Einkommen besonders hohe Migrationsraten aufweisen und weshalb Migration nicht nur eine Frage von Flucht und Armut ist. Kohlenberger erklärt, dass weltweit nur ein vergleichsweise kleiner Teil der Menschen migriert und dass Migrantinnen und Migranten häufig über mehr Bildung, Einkommen und Netzwerke verfügen als der Durchschnitt ihrer Herkunftsgesellschaft. Sie beschreibt außerdem, warum sinkende Asylzahlen und eine gleichzeitig immer aufgeheiztere Debatte auseinanderfallen und warum Migration in Deutschland und Österreich längst Teil einer Migrationsgesellschaft ist. Abschottung und Abschreckung hält sie für keine nachhaltige Lösung, weil Menschen bei fehlenden regulären Wegen auf irreguläre Routen ausweichen und Europa zugleich auf migrantische Arbeitskräfte angewiesen ist. Anhand des „Asylparadoxons“, des „Flüchtlingsparadoxons“ und des „Integrationsparadoxons“ zeigt sie, welche Widersprüche das europäische Migrations- und Asylsystem prägen. Als mögliche Alternativen nennt sie unter anderem reguläre und temporäre Arbeitsmigration, humanitäre Aufnahmeprogramme sowie eine stärkere Europäisierung des Asylrechts mit gemeinsamen Verfahren und einer kommunalen Organisation der Aufnahme. Produktion: Martin Druml Musik: Nour Ashour Grafic Design des Logos: Mona Henry | |||
| E25 Kriege, kollektives Trauma und Heilung in Bagdad: Talk mit der deutsch-irakischen Künstlerin Furat Al-Jamil | 26 août 2026 | 00:53:26 | |
Karim El-Gawhary meldet sich aus Al-Wattar-Haus, einem historischen Gebäude im historischen Zentrum Bagdads, am Ufer des Tigris. Er ist zu Gast bei der deutsch-irakische Filmemacherin, Künstlerin und Journalistin Fourad El-Jamil, die auch am ersten irakischen Pavillon auf der Biennale in Venedig 2013 mit einer Installation vertreten war. El-Jamil erzählt von ihrer Kindheit zwischen Deutschland und Irak, ihren Erfahrungen als Doppelstaatlerin und einer gefährlichen Rettungsaktion für Deutsche in vom Irak besetzten Kuwait während des Zweiten Golfkriegs, für die sie später das Bundesverdienstkreuz erhielt. Im Mittelpunkt des Gesprächs steht die irakische Kunstszene und die Frage, wie Künstlerinnen und Künstler mit den Traumata von Krieg, Gewalt und gesellschaftlicher Unsicherheit umgehen. El-Jamil beschreibt ihre Arbeiten zu Heilung und Wiederaufbau. Außerdem geht es um die Veränderungen in Bagdad, den Abbau von Betonbarrieren, die Restaurierung historischer Häuser, neuen Hochhausprojekte und die Folgen von Korruption und Investitionsprojekten. El-Gawhary und El-Jamil sprechen auch über Umweltzerstörung, abgeholzte Palmenhaine, Sandstürme, Müll und die Verschmutzung von Tigris und Euphrat. Weitere Themen sind die gescheiterten Oktoberproteste der Jugendlichen 2019 und wie schwierig es ist, den Irak aus dem Griff Gruppen auf Basis von Religionszugehörigkeit zu befreien. Al-Jamil erklärt, warum Kunst für sie nicht nur Ausdruck von Verlust, sondern auch ein Weg zu Heilung und Hoffnung ist. Produktion: Martin Druml Musik: Nour Ashour Grafic Design des Logos: Mona Henry | |||
| E24 "Die Lage im Westjordanland war noch nie so dramatisch wie heute": Talk mit dem UNWRA-Direktor im Westjordanland, Roland Friedrich | 19 août 2026 | 00:58:59 | |
Die Lage im Westjordanland ist laut Roland Friedrich so prekär wie nie zuvor seit Beginn der israelischen Besatzung im Jahr 1967. Karim El-Gawhary und der UNRWA-Direktor sprechen über steigende Arbeitslosigkeit, eingeschränkte Bewegungsfreiheit, militärische Razzien und die zunehmende Gewalt durch radikale israelische Siedler. Besonders ausführlich geht es um die Vertreibung von mehr als 34.000 Menschen aus drei Flüchtlingslagern im Norden des Westjordanlands und die Folgen für Familien, Schulen und die lokale Wirtschaft. Friedrich erläutert außerdem, welche Aufgaben die UNRWA in den Bereichen Bildung, Gesundheitsversorgung, Sozialhilfe, Mikrofinanzierung und Infrastruktur übernimmt. Thematisiert werden auch die Schließung und Zerstörung von UNRWA-Einrichtungen im Westjordanland sowie die Schwierigkeiten, unter israelischem Kontaktverbot und ohne Visa für internationales Personal weiterzuarbeiten. Im zweiten Teil geht es um die israelischen Vorwürfe, UNRWA-Mitarbeiter seien in die Hamas-Angriffe vom 7. Oktober verwickelt gewesen, sowie um die anschließenden Untersuchungen und Reformen innerhalb der Organisation. Friedrich weist zudem auf die internationale Desinformationskampagne gegen die UNRWA hin, die unter anderem in Deutschland zu einer zeitweisen Aussetzung von Hilfszahlungen führte. Zum Schluss sprechen El-Gawhary und Friedrich über die palästinensische Flüchtlingsfrage, das Rückkehrrecht und die Bedeutung der Anerkennung historischen Unrechts für eine politische Lösung des Konflikts. Produktion: Martin Druml Musik: Nour Ashour Grafic Design des Logos: Mona Henry | |||
| E23 Ist der neue saudisch-türkisch-pakistanische Mekka- Verteidigungs-Pakt eine Art Nahost-Nato? Eine Analyse | 12 août 2026 | 00:18:58 | |
Mit dem sogenannten „Mekka-Verteidigungspakt“ haben Saudi-Arabien, die Türkei und Pakistan eine neue Form regionaler Sicherheitskooperation vereinbart. Das Abkommen sieht vor, dass ein Angriff auf einen der Unterzeichner als Angriff auf alle drei Staaten gewertet wird, garantiert jedoch keinen automatischen militärischen Beistand. Hintergrund ist ein Sicherheitsvakuum am Golf, nachdem die USA ihre Rolle als alleiniger Sicherheitsgarant der Region nicht mehr uneingeschränkt ausfüllen können. Saudi-Arabien erhofft sich vor allem besseren Schutz vor Bedrohungen durch den Iran und die Huthis im Jemen, während die Türkei und Pakistan ihren politischen, militärischen und wirtschaftlichen Einfluss am Golf ausbauen könnten. Der Pakt richtet sich offiziell gegen niemanden, wird aber zugleich als Signal an den Iran und als mögliches Gegengewicht zur israelischen Militär- und Regionalpolitik verstanden. Teheran reagiert bislang zurückhaltend und betont vor allem, dass das Abkommen den schwindenden Einfluss der USA in der Region sichtbar mache. Eine zentrale offene Frage ist, ob Ägypten dem Pakt beitreten wird, da Kairo zwar an regionaler Stabilisierung interessiert ist, sich aber nicht auf einen militärischen Konflikt mit dem Iran oder auf Einsätze am Golf und im Jemen festlegen möchte. Der Mekka-Verteidigungspakt ist daher weniger eine arabische NATO als ein zunächst unausgereiftes Experiment regionaler Mächte, ihre Sicherheit zunehmend selbst zu organisieren. Produktion: Martin Druml Musik: Nour Ashour Grafic Design des Logos: Mona Henry | |||
| E22 Nah wozu und der Osten von was? Antwort auf Zuhörer-Fragen | 06 août 2026 | 00:09:23 | |
Diese Folge widmet sich Fragen aus der Hörerschaft rund um den Begriff „Nahost“ und dessen Bedeutung. El-Gawhary erklärt, dass sowohl „Nahost“ als auch der englische Begriff „Middle East“ aus einer eurozentrischen und kolonialen Perspektive des 19. Jahrhunderts entstanden sind. Er zeigt auf, dass geografische Bezeichnungen immer vom jeweiligen Blickwinkel abhängen und deshalb nicht neutral sind. Als mögliche Alternativen nennt er „Westasien“ sowie die in der Wissenschaft gebräuchlichen Begriffe „WANA“ und „SWANA“, die auch Nordafrika einschließen. Gleichzeitig weist El-Gawhary darauf hin, dass sich der Begriff „Nahost“ in Medien, Politik und selbst in der arabischen Welt weiterhin etabliert hat. Für seinen Podcast nutzt er den Begriff deshalb bewusst weiter, weil er allgemein verständlich und sprachlich prägnant ist. Darüber hinaus erklärt El-Gawhary, dass der Titel „Nahost. Nah dran.“ auch die enge geografische, politische und gesellschaftliche Verbundenheit zwischen Europa sowie Westasien und Nordafrika ausdrücken soll. Abschließend plädiert er dafür, sich der kolonialen Prägung von Sprache bewusst zu sein und Begriffe stets kritisch zu hinterfragen. Produktion: Martin Druml Musik: Nour Ashour Grafic Design des Logos: Mona Henry | |||
| E21 Ob der Iran, der Golf, Gaza oder das Westjordanland - es gibt einen gemeinsamen Nenner: Unberechenbarkeit - eine Analyse | 05 août 2026 | 00:16:25 | |
Donald Trump wechselt innerhalb weniger Tage zwischen massiven Kriegsdrohungen gegen den Iran und der Ankündigung neuer Verhandlungen, ohne dass klar wird, ob tatsächlich ein belastbarer diplomatischer Prozess existiert. El-Gawhary analysiert, dass Trumps ständige Kurswechsel seine Glaubwürdigkeit zunehmend untergraben und sowohl Abschreckung als auch Diplomatie erschweren. In Gaza sorgt die Ankündigung einer möglichen Entwaffnung der Hamas zunächst für Hoffnung, doch der Streit über den zeitlichen Ablauf eines israelischen Truppenabzugs macht eine Umsetzung derzeit unwahrscheinlich. Während über diplomatische Lösungen gesprochen wird, gehen die israelischen Angriffe im Gazastreifen weiter und fordern erneut zahlreiche zivile Opfer. Im Westjordanland verschärfen Checkpoints, Verhaftungen und Siedlergewalt den Alltag der palästinensischen Bevölkerung. Anhand des Schicksals einer hochschwangeren Frau, die wegen einer langen Verzögerung an einem israelischen Checkpoint ihr Kind verliert, verdeutlicht El-Gawhary die humanitären Folgen dieser Einschränkungen. Die Episode zeigt, dass von Iran über Gaza bis ins Westjordanland derzeit vor allem eines den Nahen Osten prägt: politische Unberechenbarkeit und fehlende Perspektiven für eine nachhaltige Deeskalation. Produktion: Martin Druml Musik: Nour Ashour Grafic Design des Logos: Mona Henry | |||
| E20 „Ich hörte Schreie, das Geräusch von zerschmettertem Glas, spürte die Hitze des Feuers“ Analyse: Siedler-Gewalt im Westjordanland | 30 juil. 2026 | 00:12:59 | |
Die Folge beschreibt die jüngste Eskalation der Siedlergewalt im besetzten Westjordanland als Teil eines länger bestehenden Musters von Angriffen auf palästinensische Dörfer, Häuser, Moscheen, Fahrzeuge und landwirtschaftliche Flächen. Besonders hervorgehoben wird, dass die israelische Armee bei vielen Übergriffen nicht eingreift, sondern Palästinenser statt der Angreifer festnimmt. Ein zentraler Teil der Folge ist der Bericht des palästinensischen Journalisten Mohammad Hesham Huraini über einen Angriff auf At-Tuwani, bei dem Siedler eine Moschee in Brand setzten und mit Gewalt in das Dorf eindrangen. Der Text schildert die Situation als Erfahrung vollständiger Hilflosigkeit, weil die Bewohner keine staatliche Hilfe erwarten können. Ergänzend wird der israelische Jurist Itay Epshtain zitiert, der Siedlergewalt und militärische Zerstörung als zwei Seiten derselben Politik beschreibt. Nach seiner Einschätzung dienen diese Maßnahmen dazu, Palästinenser zu vertreiben und die israelische Präsenz im Westjordanland zu verfestigen. Die Folge verweist auch auf internationale Reaktionen, vor allem auf Aussagen von UN-Generalsekretär António Guterres und Zahlen der UN-Behörde OCHA. Demnach wurden seit Jahresbeginn mehr als 1.330 Vorfälle mit Siedlerbeteiligung registriert, die zu Opfern oder Sachschäden führten. Zugleich kritisieren fast 600 ehemalige israelische Militär-, Diplomatie- und Geheimdienstfunktionäre die Siedlergewalt und warnen vor Folgen für die regionale Sicherheit. Am Ende betont die Folge, dass sich für Palästinenser in Gaza und im Westjordanland mit den kommenden israelischen Wahlen voraussichtlich wenig ändern wird. Produktion: Martin Druml Musik: Nour Ashour Grafic Design des Logos: Mona Henry | |||
| E19 Archäologie in Ägypten: Weg vom Gold der Pharaonen hin zum Leben der einfachen Menschen: Talk mit Irene Forstner-Müller | 29 juil. 2026 | 00:43:51 | |
Wie lebten die einfachen Menschen im Alten Ägypten? Das ist der Forschungsschwerpunkt von Irene Forstner‑Müller, er Leiterin des Österreichischen Archäologischen Instituts in Kairo. Sie erforscht seit Jahrzehnten Siedlungsarchäologie in Tell el‑Daba (im Osten des Nildeltas) und Kom Ombo (Süden) betreibt. Sie beschreibt interdisziplinäre Prospektionsmethoden — Magnetometer, Bodenradar, Bohrungen und geomorphologische Analysen — die Ausgraben zielgerichteter und wissenschaftlicher machen. Neuere Technologien wie Structure‑from‑Motion‑3D‑Scanning (mit LiDAR‑fähigen Smartphones) erlauben detailreiche Modelle von Gebäuden, Speicheranlagen und Keramik. Die Forschung fand umfangreiche Getreidespeicher und Verteilungsanlagen, die auf regional organisierte Vorratssysteme und Verwaltung in Krisenzeiten hinweisen. Durch Tierknochenanalysen, Mumienbefunde und physische Anthropologie lassen sich Ernährungsweisen (Brot, Bier, Fisch) aber auch soziale Unterschiede bei der Ernährung nachweisen und Krankheiten rekonstruieren. Forstner‑Müller berichtet auch, wie migrantische Gruppen aus der Levante in ägyptische Städte integriert waren: im Alltag ägyptisiert, in Gräbern oft kulturspezifische Bestattungsformen bewahrend. Produktion: Martin Druml Musik: Nour Ashour Grafic Design des Logos: Mona Henry | |||
| E18 Auslandsberichterstattung zwischen weißen Flecken und Social Media-Konkurrenz: Talk mit Hartmut Fiedler | 23 juil. 2026 | 00:53:11 | |
El-Gawhary und Hartmut Fiedler diskutieren, warum Auslandsberichterstattung für das Verständnis der Welt unverzichtbar ist. Sie sprechen darüber, wie sich die Berichterstattung in den vergangenen Jahrzehnten verändert hat und warum Prozesse oft zu kurz kommen, obwohl sie nötig wären, um Krisen früh zu erkennen. Ein Schwerpunkt liegt auf der Frage, warum manche Konflikte sehr ausführlich begleitet werden, während andere, etwa im globalen Süden oder in Gaza, deutlich weniger Raum bekommen. Fiedler erklärt, dass fehlende Zugänge, Ressourcenmangel und kulturelle Nähe oder Distanz die Berichterstattung stark prägen. El-Gawhary beschreibt, wie sehr soziale Medien die klassische Rolle von Medien als Gatekeeper verändert haben und wie daraus Vertrauen verloren gehen kann. Gemeinsam sprechen sie auch über die Schnelllebigkeit heutiger Nachrichten, in der Ereignisse oft schon wieder verschwinden, bevor sie wirklich eingeordnet sind. Fiedler plädiert dafür, Geschichten neu zu erzählen, genauer hinzuschauen und sich nicht mit Stereotypen oder Vereinfachungen zufriedenzugeben. Am Ende wird klar, dass Auslandsberichterstattung für beide keine Randnotiz ist, sondern eine zentrale journalistische Aufgabe bleibt. Produktion: Martin Druml Musik: Nour Ashour Grafic Design des Logos: Mona Henry | |||
| E17 Eine Mossad-Hollywood-Produktion: Wie der israelische Geheimdienst den Regime-Wechsel in Teheran plante und gescheitert ist | 22 juil. 2026 | 00:14:28 | |
El-Gawhary schildert eine ungewöhnliche Geheimdienstoperation, bei der der Mossad versuchte, Mahmoud Ahmadinedschad als zukünftigen Machthaber im Iran aufzubauen. Kontakte wurden unter anderem über Treffen in Budapest hergestellt, die als akademische Veranstaltungen getarnt waren. Israel ging davon aus, dass Ahmadinedschad sich vom Regime distanziert hatte und politisch nutzbar geworden war. Während des Angriffs auf den Iran wurde er während eines Luftangriffs aus seinem Wohnkomplex in ein Mossad-Sage-House gebracht. Doch die Operation verlor danach schnell an Kontrolle. Ahmadinedschad kehrte schließlich unter unklaren Umständen wieder in den Einflussbereich des iranischen Regimes zurück. Parallel verfolgte Israel einen sogenannten Kurden-Plan, bei dem bewaffnete Gruppen Richtung Teheran vorrücken sollten. Dieser Plan scheiterte an mangelnder Unterstützung, internen Zweifeln und letztlich an einer Absage durch die USA. El-Gawhary ordnet bei Geschichten als ein weiteres Beispiel ein, dass man auch als stärkste Militärmacht in der Region es nicht so einfach schafft, Kräfteverhältnisse in einem anderen Land in seinem Sinne zu verändern. Produktion: Martin Druml Musik: Nour Ashour Grafic Design des Logos: Mona Henry | |||
| E16 Warum Fische und Vögel doch miteinander leben können. Ein Talk mit dem österreichisch-ägyptischen Filmemacher A.B.Shawky über dessen neuen Film "The Stories" | 16 juil. 2026 | 00:38:27 | |
In dieser Folge von „Nahost. Nah Dran.“ spricht El-Gawhary mit Abu Bakr Shawky über dessen Film The Stories. Der Film erzählt von seiner Familie zwischen Ägypten und Österreich und geht auf die Brieffreundschaft der Eltern in den 1970er-Jahren zurück. El-Gawhary beschreibt den Film als Liebeserklärung an Menschlichkeit und an die kleinen Leute, die sich durch schwierige Zeiten manövrieren. Shawky erklärt, dass ihn besonders interessiert hat, wie normale Familien große politische und historische Ereignisse erleben. Dazu gehören Kriege, Aufstände und der Mord am ägyptischen Präsidenten Anwar El- Sadat, die im Film immer wieder mit den privaten Erinnerungen der Familie verschränkt werden. Ein zentrales Motiv ist die Geschichte vom Fisch und dem Vogel, und die Frage ob die beiden am Ende zusammenleben können. Ebenso wichtig sind familiäre Rituale, Aberglaube und die Liebe zum Fußball, die im Film als Metaphern für Hoffnung, Pech und Zusammenhalt dienen. Die Folge betont, dass Familiengeschichten durch ständiges Weitererzählen zu Legenden werden. Der Film ist auch eine Hommage an unsere Gemeinsamkeiten, die viel größer sind als die Kulturen, die uns trennen. Produktion: Martin Druml Musik: Nour Ashour Grafic Design des Logos: Mona Henry | |||
| E15 Wenn die Waffenpause eine Pause einlegt: Analyse zur Lage in Hormus | 15 juil. 2026 | 00:09:46 | |
El-Gawhary beschreibt, wie die vereinbarte Waffenpause zwischen den USA und dem Iran zunehmend an Bedeutung verliert und durch wiederholte Eskalationen untergraben wird. Produktion: Martin Druml Musik: Nour Ashour Grafic Design des Logos: Mona Henry | |||
| #14 Die Türsteher Europas in Nordafrika: Wie die EU die Migrations-Stopp-Drecksarbeit ausgelagert hat: Talk mit Mirco Keilberth | 09 juil. 2026 | 01:05:14 | |
In dieser Folge von „Nahost. Nah dran.“ spricht El-Gawhary mit dem in Tunesien lebenden Journlaisten Mirko Keilbert, darüber, wie die EU den Migrations-Stopp in Nordafrika ausgelagert hat. Keilbert schildert, dass europäische Staaten dafür autoritäre Regime finanzieren und damit ein System unterstützen, in dem Küstenwachen, Sicherheitskräfte und Milizen Migrantinnen und Migranten aufhalten oder zurückdrängen. Er beschreibt die teils katastrophalen Zustände in Haft- und Sammellagern, in denen Menschen auf engem Raum, ohne ausreichendes Wasser und unter Gewaltandrohung festgehalten werden. Besonders deutlich wird, wie Migration in vielen Ländern der Region nicht nur politisch instrumentalisiert, sondern auch zu einem Geschäftsmodell geworden ist. Keilbert berichtet außerdem von Rückführungsprogrammen und davon, dass selbst eigentlich humanitäre Organisationen wie IOM und UNHCR unter Druck geraten und an Vertrauen verlieren. Anhand des Schicksals einer jungen Krankenschwester aus Sierra Leone zeigt die Folge, wie Verzweiflung, Perspektivlosigkeit und die Hoffnung auf ein besseres Leben Menschen zu lebensgefährlichen Entscheidungen treiben. Zugleich macht die Folge deutlich, dass es in Nordafrika weiterhin viel lokale Solidarität gibt, obwohl Zivilgesellschaft und Helfende zunehmend kriminalisiert werden. Am Ende steht die Frage, ob Europa mit Abschottung überhaupt eine tragfähige Lösung verfolgt oder nur neue Abhängigkeiten, Gewalt und Erpressung verstärkt. Produktion: Martin Druml Musik: Nour Ashour Grafic Design des Logos: Mona Henry | |||
| #13 Was macht eigentlich der Gaza-Friedensrat? | 08 juil. 2026 | 00:10:04 | |
El-Gawhary schildert, dass trotz Waffenstillstands weiterhin zahlreiche Palästinenser in Gaza getötet werden und große Teile des Gebiets unter israelischer Kontrolle stehen. Produktion: Martin Druml Musik: Nour Ashour Grafic Design des Logos: Mona Henry | |||
| #12 Plötzlich stand der Entführer im Flugzeug mit Pistole und Handgranate neben mir: Talk mit Franz Zauner | 02 juil. 2026 | 01:15:40 | |
In dieser Episode erzählt Franz Zauner von der Entführung des TWA-Flugs 74 im September 1970, einem der größten Flugzeugentführungsfälle jener Zeit, bei dem die palästinensische PFLP gleichzeitig vier Maschinen in ihre Gewalt brachte. Zauner schildert, wie aus seinem ersten Flug von Frankfurt nach New York plötzlich ein Extremerlebnis wurde, als Entführer mit Pistole und Handgranate das Flugzeug übernahmen und es statt nach Westen in Richtung Naher Osten umleiteten. Die Maschine kreiste über Beirut und Amman, bevor sie in einer abgelegenen Flugfeld in der jordanischen Wüste notlanden musste, wo sie von Entführern, Bewaffneten und später weiteren entführten Flugzeugen umringt wurde. Im Flugzeug herrschten stundenlang Unsicherheit, Hitze, Kälte und Angst, während die Entführer Passagiere selektierten, Pässe einsammelten. Um eine Befreiungsaktion zu verhindern, wurde die Maschine mit Sprengstoff vermint. . Zauner schildert, wie er schließlich zusammen mit Frauen und Kindern nach Amman gebracht wurde. Dort lebte er unter Hausarrest und fand sich in einem Bürgerkrieg zwischen den Palästinenser und der jordanischen Armee wieder. Im zweiten Teil ordnet Karim El-Gawhary die Ereignisse historisch ein und erklärt den Hintergrund der PFLP und die politische Dynamik zwischen PLO, Fatah und den linken palästinensischen Gruppen jener Zeit. Außerdem berichtet Zauner, wie ihn die Erfahrung bis heute prägt, wie sie sein Interesse für den Nahen Osten geweckt hat und wie er später sogar Kontakte zu ehemaligen Mitreisenden und Beteiligten pflegte.
Produktion: Martin Druml Musik: Nour Ashour Grafic Design des Logos: Mona Henry | |||
| #11 ORF-Abschiedsbrief als Podcast | 01 juil. 2026 | 00:10:10 | |
Am 30. Juni ist nach 22 Jahren die Tätigkeit von Karim El-Gawhary als Korrespondent des ORF für den arabischen Raum zu Ende gegangen. Sein Vertrag wird nicht verlängert. Diese Episode ist eine Art Abschieds-Podcast vom ORF. El-Gawhary erzählt darin nicht nur, in welch gefährliche Situationen er manchmal im Krieg geraten ist. Er reflektiert auch über seine Arbeit. Wichtig war ihm dabei, die Menschen in seinen Berichten nicht zu Objekten zu machen – sondern auf Augenhöhe zu Subjekten, die ihre Geschichte erzählen. El-Gawhary kritisiert auch die Nahost-Berichterstattung aller deutschsprachigen Medien, die im Vergleich zu anderen Konflikten mit zweierlei Maß misst. Er erzählt auch, wie er mit den wiederholten Shitstorms auf den Sozialen Medien umgegangen ist, wo er für seine Gaza-Berichterstattung kritisiert wurde. Aber er schildert auch, wie viel öffentliche Wertschätzung ihm entgegenschlug als sich die Nachricht von der Beendigung seines Vertrages verbreitete - inklusive über 20.000 Unterschriften, in einer Petition, die zur Verlängerung seines ORF-Vertrages aufgerufen hatte und die ihn sehr bewegt hat. Am Ende spricht er über sein berufliche Neuerfindung durch diesen Podcast, den er als Gegenstück zu kurzen Fernsehschaltungen und als Konter gegen unsere sinkende Aufmerksamkeitsspanne beschreibt, mit der entscheidenwir nach fünf Sekunden, ob wir ein Reel auf den Sozialen Medien weiterschauen. Ein Podcast, sagt er, nimmt sich dagegen die Zeit, die er braucht. Er geht tiefer, motiviert zum Innehalten und Nachdenken Produktion: Martin Druml Musik: Nour Ashour Grafic Design des Logos: Mona Henry | |||
| #10 Die Entscheidung: Rückkehr von Wien nach Syrien? Talk mit Mohammad Nour | 25 juin 2026 | 00:56:50 | |
Karim El-Gawhary spricht in dieser Episode über Rückkehr oder Bleiben – wie Syrerinnen und Syrer in Österreich nach Assads Sturz ihre Zukunft zwischen Damaskus und Wien abwägen. Gast ist Mohammed Nour, seit 2014 in Österreich, inzwischen Staatsbürger, Menschenrechts- und Kinderrechtsexperte, der offen über seine biografische Achterbahnfahrt zwischen Syrien und Österreich spricht. Nour schildert seine Rückkehr nach Damaskus nach Assads Sturz als intensiven Moment zwischen Heimweh, Hoffnung und dem Gefühl, in einem „Traum“ zu leben, erkennt aber später, wie brüchig Sicherheitslage, Rechtsstaatlichkeit und Alltagsstrukturen im Land geblieben sind.Er beschreibt, wie Gewalt, neue Massaker, Machtmonopol und fehlende Übergangsgerechtigkeit unter der neuen Führung des Übergangspräsidenten Ahmad Al-Scharaa seine anfängliche Rückkehr-Euphorie in Skepsis verwandeln. Parallel dazu erläutert die Folge, wie schwierig es für Syrerinnen und Syrer ist, in Syrien Arbeit, Wohnung, medizinische Versorgung und ein halbwegs würdiges Leben zu finden, während sie in Österreich über Jahre mit langen Verfahren, Kürzungen und einem faktischen Druck zur „freiwilligen“ Rückkehr konfrontiert sind. Nour erzählt vom Frust über gestoppte Familienzusammenführungen nach Assads Sturz und den Unterschied zwischen dem rechtlichen Umgang mit ukrainischen Geflüchteten und Syrerinnen und Syrern, den er auch wissenschaftlich untersucht. Im Gespräch geht es außerdem um Identität, Rassismus und die Frage, ob man jemals „ankommt“, wenn man als „Austro-Syrer“ zwischen gebrochenem Arabisch, sehr gutem Deutsch und ständiger Nachfrage nach der „eigentlichen Herkunft“ lebt. Gegen Ende diskutieren El-Gawhary und Nour, wie der Gaza-Krieg und eine als doppelmoralisch empfundene Haltung Österreichs („Nie wieder“ nicht für alle) viele Menschen mit arabischem Hintergrund entfremdet, während Nour trotzdem auf Rechtsstaatlichkeit und universelle Menschenrechte als Maßstab besteht. Produktion: Martin Druml Musik: Nour Ashour Grafic Design des Logos: Mona Henry | |||
| #9 Aktuelle Analyse Iran – USA: Wie geht es weiter nach der gemeinsamen Absichtserklärung? | 24 juin 2026 | 00:11:19 | |
Die Verhandlungen in der Schweiz zielen darauf ab, ein fragiles Waffenstillstands‑Abkommen in ein echtes Friedensabkommen zu überführen; die Runde endete mit einer Absichtserklärung, die trotz gegenseitigen Misstrauens einen echten Schritt nach vorne darstellt. In einer gemeinsamen Erklärung von Katar und Pakistan wurde eine positive, konstruktive Atmosphäre und die Schaffung eines Ausschusses für weitere Verhandlungen sowie technischer Arbeitsgruppen hervorgehoben. Konkret wurden zwei De‑Esklationsinstrumente vereinbart: eine Hotline für Vorfälle in der Straße von Hormus und ein gemeinsamer Krisenstab zur Stabilisierung von Golf und Libanon. Die Umsetzung im Libanon bleibt schwierig, weil die USA und Iran von ihren jeweiligen Verbündeten abhängig sind — Israel beziehungsweise die Hisbollah — und die israelische Regierung mit der Absichtserklärung unzufrieden ist. Als praktisches Zugeständnis wurden – sozusagen von den USA als Vorkasse - zwei Tranchen eingefrorener iranischer Gelder freigegeben (insgesamt 12 Milliarden Dollar) und das US‑Finanzministerium erließ eine 60‑tägige Sanktionsausnahme für iranisches Öl, was Teheran ermöglicht, zum Markpreis zu verkaufen. Iran spricht von Fortschritten bei Gesprächen über die Meerenge, den Libanon, Sanktionsregeln und die Freigabe der Gelder, betont aber, man stehe noch am Anfang. Die Atomfragen bleiben vage: Berichte über die Bereitschaft, IAEA‑Inspektoren wieder einzuladen, wurden von US‑Seite als Meilenstein gefeiert, ein konkreter Zeitplan dafür fehlt jedoch. Wie kann es weitergehen? Mit der Zeit und einem dann vielleicht wachsemden Vertrauen zwischen beiden Seiten, könnten die großen verbleibenden Lücken in einem endgültigen Abkommen doch gefüllt werden. Es ist aber durchaus auch möglich, dass die nächsten Monate und Gespräche uneindeutig bleiben und die Iraner diese Zeit aussitzen und die US-Vorkasse ausnutzen. In diesem Fall dürfte es für Donald Trump allerdings schwer sein, einen unpopulären Krieg mit dem Iran ohne ein wirklich strategisches Ziel wieder aufzunehmen.
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| #8 Der ökologische Fußabdruck der Nahost-Kriege und warum die Region ein Klimakrisen-Hotspot ist | 18 juin 2026 | 00:36:05 | |
Die Region Nahost gehört zu den weltweit am stärksten vom Klimawandel betroffenen Gebieten. Der Arabische Golf erwärmt sich etwa doppelt so schnell wie der globale Durchschnitt, während sich auch der Mittelmeerraum deutlich schneller aufheizt. Extreme Hitze, Wasserknappheit, Desertifikation und steigende Meeresspiegel bedrohen die Lebensgrundlagen vieler Menschen. Trotz der negativen Entwicklungen sieht der Vortrag auch einen positiven Trend: Die globale Energiewende wird zunehmend nicht durch Umweltbewusstsein, sondern durch das Bedürfnis nach Energiesicherheit vorangetrieben. Zwei große Krisen – Russlands Angriff auf die Ukraine und die Unsicherheit rund um die Straße von Hormus – haben gezeigt, wie verwundbar Staaten durch fossile Energien sind. Fossile Brennstoffe können als geopolitische Waffe eingesetzt werden, während erneuerbare Energien nach ihrer Installation weitgehend unabhängig von internationalen Konflikten funktionieren China wird als der entscheidende Gewinner dieser Entwicklung beschrieben. Das Land hat seine Strategie aufgrund seiner starken Abhängigkeit von Ölimporten grundlegend verändert und ist heute weltweit führend bei Solar- und Windenergie. China verfügt über eine installierte Solarleistung von fast 900 Gigawatt, produziert enorme Mengen erneuerbarer Energie und exportiert mittlerweile mehr grüne Technologien als die USA fossile Energien. Durch günstige Preise und hohe Produktionskapazitäten prägt China zunehmend die Energiesysteme in Afrika, Asien und anderen Regionen. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Umweltbelastung durch Kriege und Militärs. Militärische Emissionen werden oft nicht erfasst, obwohl sie zu den größten Verursachern von Treibhausgasen gehören. Würde das Militär aller Staaten als eigenes Land gelten, läge es bei den Emissionen weltweit auf Platz vier. Doch paradoxerweise sind es in Kriegen nicht der CO2-Ausstoss militärischer Hardware oder die Zerstörung, sondern der Wiederaufbau der für die mit Abstand meisten Emissionen. Man könne den Menschen in Gaza aber nicht sagen, dass ihre Häuser nicht wieder aufgebaut werden können, weil das für zu viel Emissionen sorgt. „Wir müssen dafr sorgen, dass nichts zerstört wird“, argumentiert El-Gawhary. In diesem Sinne, sagt er, sei der Frieden nicht nur die Abwesenheit von Krieg, sondern rein ökologisch gesehen immer die schadenfreiste Variante. Produktion: Martin Druml Musik: Nour Ashour Grafic Design des Logos: Mona Henry | |||
| #7 Aktuelle Analyse: Iran-Deal: Verlierer, Gewinner und Spoiler | 16 juin 2026 | 00:10:07 | |
Viele Details des US-Iran-Abkommens sind nach dem Jetzt-Stand noch unklar, und selbst nach der Unterzeichnung bleibt vieles offen. Beide Seiten stellen den Deal in ihrer Öffentlichkeit als Sieg dar, analysiert Karim El-Gawhary. Bisher bekannte Kernpunkte des US-Iran Deals sind eine Waffenruhe auf allen Fronten, die nach iranischer Forderung ausdrücklich den Libanon beinhaltet. Außerdem soll die US-Seeblockade und im Gegenzug die Schließung der Straße von Hormus beendet werden. Innerhalb von 60 Tagen sollen dann die Atomverhandlungen beginnen. Unklarheiten gibt es bei den Sanktionen gegen den Iran und bie der Freigabe eingefrorener iranischer Gelder. Trump befindet sich in einer schwierigen Lage. Der Deal stellt zunächst eher den Zustand vor dem Krieg wieder her. Beim Atomprogramm muss Trump erst wieder das Niveau des Obama-Abkommens erreichen. Es ist fraglich, ob er das politisch als „Sieg“ verkaufen kann Die Umsetzung wird nicht einfach. Beide Seiten halten Druckmittel zurück. Die USA die Sanktionen und Iran der Atomverhandlungen. Schon kleine Verstöße könnten das Abkommen kippen Die Achillesferse ist der Libanon. Israel bleibt dort militärisch präsent. Die Hisbollah sieht israelische Truppen als legitime Ziele. Das Eskalationsrisiko bleibt damit hoch. Allerdings kontrolliert der Iran die Hisbollah, während es fraglich bleibt, ob Trump seinen israelischen Alliierten einbremsen kann. Teile der israelischen Regierung lehnen das Abkommen offen ab. Netanjahu könnte den Deal aktiv unterlaufen Das wird zu Spannungen zwischen Trump und Netanjahu führen. Trump ist auf Israels Verhalten angewiesen, hat aber begrenzten Einfluss auf Netanjahu. Der entwickelt sich zunehmend zur politischen Belastung für Trump. Fazit: Das Abkommen ist ein fragiler Zwischenstand. Entscheidend wird sein, ob es im Libanon hält – dort könnte sich entscheiden, ob der Deal Bestand hat oder scheitert. Produktion: Martin Druml Musik: Nour Ashour Grafic Design des Logos: Mona Henry | |||
| #6 Das vergessene Gaza: zwei österreichische Einsatzleiter berichten über die humanitäre Lage: Talk mit Jürgen Högl und Marcus Bachmann | 10 juin 2026 | 01:24:35 | |
Karim El-Gawhary eröffnet die Folge „Im Schatten des Irankrieges“ mit dem Hinweis, dass der Krieg gegen Iran, die Lage am Golf und die Sperre der Straße von Hormus die Situation in Gaza aus der öffentlichen Wahrnehmung verdrängt haben, obwohl dort weiterhin mehr als zwei Millionen Menschen in einer politisch verursachten Notlage leben. Jürgen Högl vom Österreichischen Roten Kreuz und Marcus Bachmann von Ärzte ohne Grenzen erklären, dass sich die Lage auch nach dem vereinbarten Waffenstillstandsplan letzten Oktober nicht verbessert hat. Die israelische Armee kontrolliert große Teile des Gazastreifens, Übergänge bleiben weitgehend geschlossen und Hilfslieferungen liegen weit unter dem Bedarf. Sie zeigen auf, wie der Fokus auf die „Zahl der LKWs“ als Kennziffer die tatsächliche Versorgungslage verschleiert, da Lastwagen kleiner geworden sind, kommerzielle Waren mitgezählt werden und viele humanitär essenzielle Güter wegen willkürlich gehandhabter Verbote an der Grenze scheitern. Anhand konkreter Beispiele – von Desinfektionsmitteln und Plastikteilen für Sauerstoffkonzentratoren über Medikamente bis hin zu Rollstühlen und Krücken – machen die Gesprächspartner deutlich, dass Krankenhaus-Hygiene, Intensivmedizin, Brandverletztenversorgung und Reha-Strukturen strukturell sabotiert werden und dadurch vermeidbare Todesfälle in großer Zahl auftreten. Ausführlich beschrieben werden die Folgen für die Zivilbevölkerung: Familien, die entscheiden müssen, nicht wie viel man isst, sondern wer isst, schwere Mangelernährung bei Schwangeren und Neugeborenen, überfüllte Brutkästen, prekäre Unterkünfte, Ratten- und Ungezieferplagen, zusammenbrechende Wasser- und Abwassersysteme sowie improvisierte Latrinen, die die Menschen in einen Teufelskreis aus Krankheit und Verwundbarkeit treiben. Bachmann und Högl betonen, dass weder das Wasser- noch das Gesundheitssystem technische, sondern vor allem politische Probleme haben: Diesel, Schmieröl, Ersatzteile, Generatoren und Pumpen werden blockiert, während humanitäre Mindeststandards bei Wasser, Müllentsorgung und Sanitärversorgung klar verfehlt werden und internationale Akteure wie Rotes Kreuz, Ärzte ohne Grenzen und UNRWA an Kapazitätsgrenzen stoßen. Im Gespräch reflektieren die Gäste ihre persönliche Frustration darüber, mit voll beladenen Hilfskonvois „vor verschlossenen Türen“ zu stehen, und warnen vor einer globalen „Dehumanisierung“ der Palästinenserinnen und Palästinenser in Gaza, die sie als menschengemachte Katastrophe beschreiben, deren Beendigung und deren humanitäre Linderung durch politisches Handeln – auch seitens der EU, Österreichs und regionaler Nachbarn – jederzeit möglich wäre. Produktion: Martin Druml Musik: Nour Ashour Grafic Design des Logos: Mona Henry | |||
| #5 Warum Österreich die Freude am Sitz im UN-Sicherheitsrat schnell vergehen könnte | 09 juin 2026 | 00:14:31 | |
Was wird passieren, wenn die österreichische Doppelmoral in Sachen Völkerrecht nun auch verstärkt auf internationaler Bühne sichtbar wird? Dieser Frage geht Karim El-Gawhary in dieser Folge nach, nachdem Österreich einen Sitz im UN-Sicherheitstat erhalten hat. Das Messen im Völkerrecht mit zweierlei Maß, ob in Israel, Gaza, dem Libanon oder auch bei amerikanisch-israelischen Krieg gegen den Iran, ist in der österreichischen Außenpolitik das gleiche, das Deutschland seine internationale Glaubwürdigkeit und seinen Sitz im UN-Sicherheitsrat gekostet hat. Der einzige Unterschied ist, argumentiert El-Gawhary, dass das kleine Österreich mit seiner Doppelmoral bisher im deutschen Windschatten global weniger wahrgenommen wurde. Aber der österreichische Sitz im UN-Sicherheitsrat wird das ändern. Und nicht nur das: Die israelische Regierung, glaubt El-Gawhary, wird versuchen, das kleine Österreich als einen der wenigen verbliebenen Verbündeten im Sicherheitsrat unter Druck zu setzten und zu instrumentalisieren. Aber der österreichische Sitz im UN-Sicherheitsrat wird auch die internationale Wahrnehmung der österreichischen Außenpolitik mit seinen Doppelstandards sicherlich vergrößern. Und nicht nur das: Die israelische Regierung wird versuchen, das kleine Österreich als einen der wenigen verbliebenen Verbündeten im Sicherheitsrat unter Druck zu setzten und zu instrumentalisieren. Produktion: Martin Druml Musik: Nour Ashour Grafic Design des Logos: Mona Henry | |||
| #4 Über den neuen Iran-Israel-Krieg und Trumps Test | 08 juin 2026 | 00:06:28 | |
Karim El-Gawhary beschreibt in dieser Episode ein neues Eskalationsniveau im Iran-Israel-Konflikt: Nach israelischen Angriffen auf Beirut greift der Iran nun direkt Israel mit Raketen an, woraufhin Israel wiederum Ziele im Iran bombardiert. Zentral ist die Strategie Irans, die libanesische und iranische Front untrennbar miteinander zu verbinden: Nur wenn der Krieg im Libanon endet, sollen auch im Iran die Waffen schweigen und ein Abkommen mit den USA möglich werden. Aus Sicht Teherans ist der aktuelle Waffengang ein bewusster Test, ob Trump in der Lage und willens ist, Netanjahu im Libanon zu stoppen, oder ob Israel weiterhin jeden Ausgleich zwischen Washington und Teheran sabotieren kann. Gelingt es Trump nicht, Israel im Libanon zu bremsen, droht laut El-Gawhary eine weitere Eskalation – von möglichen iranischen Aktionen an der Meerenge Bab el-Mandab bis hin zu Angriffen auf Ölanlagen und Pipelines am Golf, die derzeit die Sperrung der Straße von Hormuz umgehen. El-Gawhary schließt mit der Einschätzung, dass Trump an einem entscheidenden Kreuzweg steht: Entweder investiert er ernsthaft politisches Kapital, um den Krieg im Libanon zu stoppen, oder er riskiert langfristig eine noch tiefere Verstrickung der USA in einen direkten Krieg mit dem Iran. Produktion: Martin Druml Musik: Nour Ashour Grafic Design des Logos: Mona Henry | |||
| #3 Interview mit meinem Vater: Über das Attentat von München 1972, Teil 2 | 04 juin 2026 | 00:44:26 | |
Im zweiten Teil des Gesprächs von Karim El-Gawhary mit seinem Vater Magdi El-Gawhary geht es wieder um die persönliche Familiengeschichte rund um das Olympia-Attentat von 1972 und dessen Nachwirkungen in Deutschland und Ägypten. Magdi El-Gawhary schildert die traumatische Nacht-und-Nebel-Aktion, seine Jahre fern der Familie und den langen Rechtsstreit, der erst nach Jahrzehnten in ein garantiertes Aufenthaltsrecht und später die Einbürgerung mündet. Im Gespräch geht es auch darum, warum die Idee die Geiseln und Täter nach Kairo auszufliegen und dort zu trennen gescheitert ist. Die Geiseln hätten gerettet werden können, aber die israelische Staatsdoktrin nicht mit Terroristen zu verhandeln und das Ziel der deutschen Politik, die Olympischen Spiele um jeden Preis fortzusetzen, hätten das verhindert, argumentiert Magdi. Er erzählt auch von späteren Begegnungen mit einem damaligen jungen Polizisten, der bei der gescheiterten Befreiungsaktion am Flughafen von Fürstenfeldbruck dabei war, einem Treffen mit der PLO-Führungsperson Abu Iyad, der als Drahtzieher des Anschlags galt, sowie mit Ankie Spitzer, der Sprecherin der Angehörigen der damals getöteten israelischen Athleten. Kritisch diskutiert werden die dilettantische deutsche Sicherheitsplanung, ungeklärte Fragen rund um die Fehlinformation über angeblich befreite Geiseln, sowie die unzureichende Aufarbeitung des Anschlags sowie die verbliebenen Fragen, die bis heute ungeklärt sind. Die Folge thematisiert außerdem, wie das Olympia-Attentat und die Ausweisung des Vaters die Kindheit von Karim El-Gawhary prägten, wie seine frühen Begegnungen mit Journalisten dazu führten, selbst diesen Beruf zu ergreifen. Zum Schluss reflektieren beide, wie das Stück Zeitgeschichte und dessen Folgen sich mit ihrer privaten Biografie und Familiengeschichte verschränkt haben. Links zur Folge: #1 Interview mit meinem Vater: Über das Attentat von München 1972, Teil 1 Kamera: Aiman Atef Produktion: Martin Druml Musik: Nour Ashour Grafic Design des Logos: Mona Henry | |||
| #2 Über Israels Vormarsch im Libanon | 03 juin 2026 | 00:10:25 | |
Karim El-Gawhary nimmt die Hörerinnen und Hörer mit nach Libanon und beschreibt, wie die israelische Armee mit massiven Angriffen und einem Vormarsch bis zur Kreuzritterburg Beaufort einen gefährlichen Kurs fährt, der stark an die Besatzung des Südlibanon von 1982 bis 2000 erinnert. Er legt dar, dass Israels politische Rechnung nur aufgehen könnte, wenn die schwache libanesische Regierung die Hisbollah entwaffnet – ein Szenario, das er als unrealistisch und potenziell bürgerkriegsgefährdend bewertet. Zugleich erklärt El-Gawhary, wie die erneute Präsenz israelischer Truppen der Hisbollah als „Schutzmacht“ der schiitischen Bevölkerung neue Legitimität und ein riesiges Rekrutierungspotenzial verschafft. Auf diplomatischer Ebene zeigt er, wie der Iran die Verhandlungen mit den USA aussetzt, solange kein echter Waffenstillstand im Libanon erreicht ist, und wie Donald Trumps Versuche, einen fragilen Waffenstillstand zu vermitteln, an den Realitäten vor Ort zu scheitern drohen. Am Ende warnt El-Gawhary mit Verweis auf den israelischen Kolumnisten Gideon Levy vor einem dramatischen Moment, in dem sich entscheidet, ob Israel in einen umfassenden Libanonkrieg und damit in eine erneute Eskalation mit Iran und im gesamten Nahen Osten steuert. Produktion: Martin Druml Musik: Nour Ashour Grafic Design des Logos: Mona Henry | |||
| #1 Interview mit meinem Vater: Über das Attentat von München 1972, Teil 1 | 27 mai 2026 | 00:50:58 | |
Ein sehr persönliches Gespräch mit dem eigenen Vater Magdi, der bei Olympia-Anschlag 1972 zwischen den deutschen Behörden und den palästinensischen Attentätern vermittelt hat. Das Gespräch zwischen Vater und Sohn beleuchtet nicht nur die dramatischen Ereignisse rund um den Anschlag, sondern auch dessen langfristige Auswirkungen auf die Familie und wirft kritische Fragen zur offiziellen Aufarbeitung auf. Am 5. September 1972 überfiel ein palästinensisches Kommando der Organisation “Schwarzer September” das israelische Quartier im Olympiadorf München und nahmen elf Athleten als Geiseln, zwei wurden sofort erschossen. Der damals 31-jährige Magdi El-Gawhary wurde als Nahost-Experte vom Auswärtigen Amt als Vermittler eingesetzt und führte Gespräche mit dem Führer Issa, um eine friedliche Lösung zu erreichen. Gemeinsam mit arabischen Diplomaten entwickelte er einen Ausreiseplan nach Ägypten, doch stattdessen endete die Geiselnahme in einer katastrophal gescheiterten Befreiungsaktion am Flughafen Fürstenfeldbruck mit 17 Toten. Trotz Dankesschreibens des Auswärtigen Amts wurde Magdi zwei Wochen später in einer Nacht-und-Nebel-Aktion ausgewiesen und verbrachte zweieinhalb Jahre im ägyptischen Exil. Nach einem zehnjährigen Rechtsstreit erhielt er ein garantiertes Aufenthaltsrecht, erst 20 Jahre nach der Ausweisung wurde er eingebürgert. Kamera: Aiman Atef Produktion: Martin Druml Musik: Nour Ashour Grafic Design des Logos: Mona Henry | |||