Was macht eigentlich ein Erster Stadtrat? Welche Verantwortung steckt hinter diesem Amt und wie viele Aufgaben übernimmt die Stadtverwaltung, damit das Leben in Bocholt funktioniert?
In dieser Folge von „Menschen aus #46DREI“ ist Björn Volmering zu Gast. Als Erster Stadtrat der Stadt Bocholt gibt er gemeinsam mit Jens Grotstabel einen Einblick in seinen Weg ins Amt, seine tägliche Arbeit und die Herausforderungen, die Bocholt bewegen. Für Björn ist sein Job nach wie vor ein Traumjob. Gleichzeitig begegnet er seiner Aufgabe mit großer Demut, denn er wurde politisch gewählt und damit beauftragt, Verantwortung für die Menschen in seiner Stadt zu übernehmen.
Im Gespräch geht es durch seine vielfältigen Fachbereiche: von öffentlicher Ordnung, Recht und Vergabe über Kultur und Bildung bis hin zu Soziales, Integration, Jugend und Familie, Schule und Sport, Feuerwehr und Demografie. Dabei wird deutlich, wie eng diese Themen miteinander verbunden sind und wie viel hinter den Kulissen organisiert, entschieden und abgestimmt werden muss.
Wie viele Institutionen müssen zusammenarbeiten, damit ein Heimspiel des 1. FC Bocholt stattfinden kann? Welche Verantwortung tragen Hauptamt und Ehrenamt bei der Feuerwehr? Und was bedeutet es, wenn der Feuer und Rettungsdienst „35 mal am Tag unterwegs und das 365 Tage im Jahr“ ist? Auch Gewalt gegen Einsatzkräfte und die Frage nach möglichen Ursachen kommen zur Sprache.
Wir sprechen über die Chancen und Folgen von Social Media für Kinder und Jugendliche, über iPads an Schulen und darüber, wie Bildungsangebote der VHS, der Jungen Uni und der Stadtbibliothek möglichst vielen Menschen offenstehen können. Es geht um gesellschaftlichen Wandel, fehlende Treffpunkte für Jugendliche und die Frage, wie eine Stadt auf neue Bedürfnisse reagieren muss.
Dabei zieht sich ein Gedanke durch das gesamte Gespräch: „Menschen leben nicht in Fachbereichen, sondern in einem Sozialraum den wir nicht isoliert betrachten dürfen.“ Das zeigt sich auch bei Themen wie dem Fildekenbad, für deren Lösung unterschiedliche Perspektiven und gemeinsame Ansätze gefragt sind. „Scheuklappendenken ist bei den Herausforderungen die man hat, der völlig falsche Ansatz.“
Ein weiterer Schwerpunkt ist das Miteinander in Bocholt. Welche Bedeutung hat das ehrenamtliche Engagement? Wie funktioniert das Zusammenspiel von Politik und Verwaltung? Und warum lohnt es sich, eine Rats oder Ausschusssitzung einmal selbst zu besuchen? Björn erklärt, wie demokratische Entscheidungen zustande kommen, warum Mehrheiten akzeptiert werden müssen und wie Bürger*innen ihre Anliegen ins Rathaus tragen können.
Zum Schluss wird es persönlich. Wir sprechen über den Wechsel an der Spitze der Stadt, die Zusammenarbeit mit einem neuen Bürgermeister und die Herausforderung, Beruf und Familienleben miteinander zu vereinbaren. Eine Balance, die jeden Tag neu gefunden werden muss.
Ein inhaltlich vielseitiges Gespräch über die Menschen, die Bocholt gestalten, über Verantwortung und demokratische Zusammenarbeit. Und über einen Ersten Stadtrat, für den sein Amt weit mehr ist als ein Beruf: Es ist eine Berufung.