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Explore every episode of the podcast Megawatt & Friends – Energie neu denken

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#2 Felix Krause, Vireo Ventures: „Die Energiewende hat kein Technik-, sondern ein Koordinationsproblem.“27 Jan 202600:43:30
In der zweiten Folge spricht Jan Liepold mit Felix Krause, Managing Partner von Vireo Ventures, über die Frage, wie Innovationen die Energiewende wirklich voranbringen. Es geht um Elektrifizierung, Digitalisierung und die neue Rolle von Start-ups im Energiesystem: von Demand-Side-Management über Batteriespeicher bis hin zu Smart Grids. Felix erläutert aus der Sicht eines Risikokapitalgebers, warum die Energiewende weniger an fehlender Technologie scheitert als an Koordination, Mut und Geschwindigkeit und weshalb gerade Software, Orchestrierung und neue Geschäftsmodelle entscheidend sind. Gemeinsam werfen die beiden einen Blick auf das Zusammenspiel von Start-ups, etablierten Energieunternehmen und Investoren: Welche Ideen haben das Potenzial, die Branche zu verändern? Wo liegen die größten Hebel für Unternehmen? Und warum ist die Energiewende nicht nur eine Notwendigkeit, sondern eine historische Chance? Ein Gespräch über unternehmerischen Optimismus, systemisches Denken und darüber, was es heißt, Energie wirklich neu zu denken. Vireo Ventures ist ein Berliner Early-Stage-Venture-Capital-Investor, der europäische Technologie-Start-ups fördert, die die Elektrifizierung und Digitalisierung der Energie- und Mobilitätswelt vorantreiben. Mit einem Fokus auf Seed- und Pre-Seed-Investitionen unterstützt der Fonds junge Unternehmen dabei, innovative Lösungen für Energieversorgung, Netze, Speicher und intelligente Nutzung umzusetzen, oft weit über reine Finanzierung hinaus mit aktivem Netzwerk und Marktzugang.
#1 Ulrich Wagner, CEO Wimex Group, „Energieautarkie ist keine Ideologie, sondern gute Unternehmensführung.“27 Jan 202600:59:36
In der ersten Folge von Megawatt & Friends spricht Jan Liepold mit Ulrich Wagner, Geschäftsführer der Wimex Group, über unternehmerische Verantwortung in Zeiten der Energiewende. Am Beispiel des Energieparks Reppichau wird deutlich, warum Wimex Energie schon lange nicht mehr nur als Kostenfaktor betrachtet, sondern als strategisches Geschäftsfeld. Es geht um Flächenverfügbarkeit, Skalierung, Wirtschaftlichkeit und um die Frage, weshalb gerade landwirtschaftlich geprägte Regionen eine Schlüsselrolle für den Ausbau erneuerbarer Energien spielen. Im Gespräch beschreibt Wagner, wie Energieautarkie, Photovoltaik, Speicherlösungen und Partnerschaften den Weg der Wimex Group prägen. Deutlich wird: Die Energiewende ist weniger ein Technikproblem als eine Frage von Haltung, integrierter Strategie und unternehmerischem Mut. Eine Folge über Wertschöpfung aus eigenen landwirtschaftlichen Assets, über langfristiges Denken und darüber, wie Unternehmen durch eigene Energieprojekte resilienter und unabhängiger werden. Die Wimex Group ist ein international tätiges Agrar- und Lebensmittelunternehmen mit Sitz in Köthen in Sachsen-Anhalt und Regenstauf in der Oberpfalz/Bayern. Aus der landwirtschaftlichen Produktion heraus hat sich Wimex zu einem integrierten Unternehmensverbund entwickelt, der Wertschöpfung ganzheitlich denkt. Das reicht von Ackerbau und Tierhaltung über Verarbeitung und Logistik bis hin zur Energieerzeugung. Mit Projekten wie dem Energiepark Reppichau verbindet Wimex Landwirtschaft, erneuerbare Energien und wirtschaftliche Nachhaltigkeit zu einem zukunftsfähigen Geschäftsmodell.
Trailer Megawatt & Friends – Energie neu denken27 Jan 202600:00:58
Energie ist heute mehr als Strom, Wärme oder Mobilität. Sie ist eines der größten Transformationsfelder unserer Zeit. Bei Megawatt & Friends sprechen wir mit denjenigen, die die Energiewende in den Unternehmen wirklich umsetzen: Gründerinnen und Gründern, Ingenieurinnen und Ingenieuren, Projektentwicklern, Investorinnen, Netzexperten und Unternehmerinnen, die die Energiewende im Maschinenraum gestalten. Jede Folge liefert ehrliche Einblicke, klare Meinungen und praxisnahe Perspektiven, u.a. aus Unternehmen, Start-ups, Landwirtschaftsbetrieben, Reedereien, Finanzhäusern oder Energieprojekten, die Energie neu denken. Von Batteriespeichern bis Smart Grids, von Agri-PV bis E-Mobilität, von Direktvermarktung bis Wärmewende.
#6 Ludwig Karg, BAUM Consult „Flexibilität lässt sich nicht im großen System lösen, sondern nur in kleineren Einheiten."31 Mar 202600:48:52
In dieser Folge von Megawatt & Friends spricht Jan Liepold mit Ludwig Karg, einem der Pioniere der Smart-Grid-Entwicklung und langjährigen Vordenker der Energiewende, über die Frage, warum wir beim Umbau unseres Energiesystems oft langsamer vorankommen als technologisch möglich wäre. Ausgangspunkt ist eine zentrale Erkenntnis aus den frühen deutschen E-Energy-Projekten und dem aktuellen EU-Projekt Clean Energy Transition Partnership (CETP), die B.A.U.M. Consult wissenschaftlich begleitet: Die Energiewende ist weit mehr als der Ausbau von Wind- und Solaranlagen. Entscheidend ist das Zusammenspiel von Erzeugung, Verbrauch, Netzen und intelligenter Steuerung. Doch obwohl viele dieser Konzepte seit über 15 Jahren bekannt sind, bleibt die Umsetzung hinter den Möglichkeiten zurück. Warum? Weil die eigentliche Herausforderung weniger technisch ist, sondern systemisch und zunehmend auch psychologisch. Im Gespräch geht es um die Rolle von Digitalisierung und Smart Grids, die Grenzen zentraler Steuerung und die Notwendigkeit, das Energiesystem stärker dezentral zu denken. Ludwig Karg beschreibt, warum Flexibilität nicht im großen System organisiert werden kann, sondern in kleineren, regionalen Einheiten, sogenannten „Zellen“. Dieses Denken knüpft an das sogenannte holare Modell an, das auf den Schriftsteller und Systemtheoretiker Arthur Koestler zurückgeht: komplexe Systeme bestehen aus autonomen, zugleich eingebetteten Einheiten („Holonen“), die sich flexibel zu größeren Strukturen verbinden und wieder auflösen können. Genau diese Logik überträgt Karg auf das Energiesystem der Zukunft. Ein zentrales Element dabei: Energy Communities. Also lokale Zusammenschlüsse von Akteuren, die Energie gemeinschaftlich erzeugen, nutzen und steuern. Denn erst in diesen kleineren Einheiten entsteht Verständnis, Akzeptanz und die Bereitschaft, aktiv mitzuwirken. Gleichzeitig wird deutlich: Die Energiewende ist auch ein gesellschaftliches Aushandlungsprojekt. Mehr Resilienz bedeutet mehr Investitionen. Mehr Flexibilität bedeutet Verzicht an anderer Stelle. Und genau hier liegt das Spannungsfeld: Wir brauchen Veränderung, aber die Kostenverteilungsfrage ist noch immer ungeklärt.
#5 Elias Aruna, Scale Energy: „Die Energiewende braucht Speicher und ungenutzte Netzanschlüsse sind der Schlüssel.“17 Mar 202600:37:41
In dieser Folge von Megawatt & Friends spricht Jan Liepold mit Elias Aruna, Gründer und CEO von Scale Energy, über Batteriespeicher als zentralen Baustein der Energiewende und über eine bislang wenig genutzte Ressource im Stromsystem: bestehende Netzanschlüsse bei Industrieunternehmen und Solarparks. Scale Energy entwickelt sogenannte co-located Batteriespeicher, die direkt an bereits vorhandene Netzanschlusspunkte angebunden werden. Die Idee dahinter: Viele industrielle Netzanschlüsse oder PV-Parks sind nur einen Teil der Zeit voll ausgelastet. Diese freien Kapazitäten lassen sich nutzen, um Speicher zu integrieren und zusätzliche Flexibilität für das Stromsystem bereitzustellen. Außerdem geht es um die größere Perspektive der Energiewende: Warum Speicher für ein System mit viel Wind- und Solarenergie unverzichtbar sind, welche regulatorischen Hürden es beim Netzzugang gibt und warum gerade dezentrale Speicher an bestehenden Netzanschlüssen eine wichtige Rolle für ein flexibles und wirtschaftliches Energiesystem spielen könnten.
#4 Olaf Weddermann und Maraike Pommer, Reederei Norden-Frisia „Wir haben die Energieversorgung des Konzerns neu gedacht"03 Mar 202600:40:21
In dieser Folge von Megawatt & Friends sprechen wir mit Olaf Weddermann, Prokurist der AG Reederei Norden-Frisia, und Projektmanagerin Mareike Pommer über Energieautarkie in einem hochkomplexen Mobilitätsunternehmen. Die traditionsreiche Inselreederei transportiert jährlich Millionen Passagiere nach Norderney und Juist und baut parallel eines der ambitioniertesten integrierten Energiekonzepte im deutschen Verkehrssektor auf. Im Mittelpunkt stehen ein überdachter Ladepark mit Photovoltaik, ein eigenes Energie- und Lastmanagementsystem, virtuelle Bilanzkreise sowie die Direktvermarktung des selbst erzeugten Stroms. Besonderes Highlight: die Frisia E1, die erste vollelektrische Katamaran-Fähre unter deutscher Flagge, die seit letztem Jahr emissionsfrei durch das Wattenmeer fährt. Das Gespräch dreht sich um unternehmerische Motive hinter der Energiewende, um Speicher als strategisches Steuerungsinstrument, um atypische Netznutzung und regulatorische Hürden und um die Frage, wie viel Energieunabhängigkeit ein mittelständisches Unternehmen realistisch erreichen kann. Deutlich wird: Hier geht es nicht um Symbolpolitik, sondern um Wirtschaftlichkeit, Resilienz und langfristige Planungssicherheit.
#3 Gerd Schöller, Schoenergie: „Wer Energie nur als Kostenfaktor sieht, hat das Spiel nicht verstanden.“17 Feb 202600:40:38
In dieser Folge von Megawatt & Friends spricht Jan Liepold mit Gerd Schöller, Gründer und Geschäftsführer von Schoenergie, über die Energiewende aus unternehmerischer Perspektive. Schöller beschreibt seinen Weg vom Solarpionier zum „Energie-Realisten“ und erklärt, warum erneuerbare Energien für Unternehmen weniger ein Ideologie- als vielmehr ein Business-Thema sind. Im Mittelpunkt stehen Photovoltaik, Batteriespeicher, Digitalisierung und die Frage, wie Betriebe durch intelligente Eigenversorgung Kosten senken und Resilienz aufbauen können. Das Gespräch dreht sich um konkrete Praxisbeispiele aus dem Mittelstand, um Flexibilität statt Grundlastdenken und um die Rolle von Speichern als „Bügeleisen der Energiewende“. Schöller zeigt, warum die Transformation nicht an Technik scheitert, sondern an fehlendem Hinschauen und weshalb Unternehmen, die Energie ganzheitlich denken, echte Wettbewerbsvorteile erzielen können.
Stefan Rößler, Therme Bad Wörishofen: „Eine weitgehend Energieautarkie ist Teil unserer unternehmerischen Resilienz."10 Jun 202600:52:22
In dieser Folge von Megawatt & Friends spricht Jan Liepold mit Stefan Rößler, dem Technischem Leiter der Therme Bad Wörishofen, über die Frage, wie ein energieintensiver Freizeitbetrieb seine Energieversorgung neu denken kann und warum daraus eines der spannendsten Energieprojekte im deutschen Mittelstand entstanden ist. Ausgangspunkt des Gesprächs ist eine beeindruckende Zahl: Die Therme Bad Wörishofen benötigt jährlich rund 19 Gigawattstunden Energie. Statt diese Abhängigkeit einfach hinzunehmen, hat das Unternehmen begonnen, seine Energieversorgung schrittweise umzubauen. Heute erzeugt eine 1,34-MW-PV-Anlage auf überdachten Parkflächen gemeinsam mit Batteriespeichern einen Großteil des benötigten Stroms. An guten Tagen produziert die Anlage sogar mehr Energie, als die Therme selbst verbraucht. Im Gespräch wird deutlich, dass die eigentliche Innovation nicht in den Solarmodulen oder Batteriespeichern liegt. Sie besteht darin, Energieversorgung als Teil der unternehmerischen Resilienz zu verstehen. Denn wer Strom und Wärme zunehmend selbst erzeugen kann, ist weniger abhängig von Krisen, Preissprüngen und externen Versorgungsrisiken. Ein weiterer Schwerpunkt der Folge ist die praktische Umsetzung. Stefan Rößler berichtet offen über Genehmigungsverfahren, Netzanschlüsse, Speicherstrategien und die Bedeutung starker Partner. Gleichzeitig zeigt er auf, warum Batteriespeicher, intelligente Steuerungssysteme und künftig auch Großwärmepumpen zentrale Bausteine einer wettbewerbsfähigen Energieversorgung werden könnten.
#10 Lena Sophia Voß, Furo: „Batteriespeicher werden künftig zum strategischen Unternehmens-Asset.“27 May 202600:39:18
In dieser Folge von Megawatt & Friends spricht Jan Liepold mit Lena Sophia Voß, Mitgründerin von Furo (ehemals Lumera), über die nächste Entwicklungsstufe industrieller Batteriespeicher und darüber, warum intelligente Software zum entscheidenden Hebel der Energiewende werden könnte. Ausgangspunkt des Gesprächs ist eine zentrale Beobachtung: Viele Unternehmen beschäftigen sich inzwischen mit Batteriespeichern, doch häufig bleibt deren wirtschaftliches Potenzial ungenutzt. Speicher werden installiert, aber nur für einzelne Anwendungsfälle wie etwa zur Lastspitzenkappung oder zur Erhöhung des Eigenverbrauchs aus PV-Anlagen betrieben. Genau hier setzt Furo an: Mit einer Softwareplattform, die Planung, Simulation und Echtzeitoptimierung miteinander verbindet und Batteriespeicher im sogenannten „Multi-Use“-Betrieb intelligent steuert.
#9 Prof. Dr. Henrik te Heesen, Umweltcampus Birkenfeld: „Deutschland kann bei der Energiewende Technologieführer sein."13 May 202600:43:46
In dieser Folge von Megawatt & Friends spricht Jan Liepold mit Prof. Dr. Henrik te Heesen vom Umweltcampus Birkenfeld der Hochschule Trier über den aktuellen Stand der Energiewende. Die gute Nachricht des Physikers: Deutschland ist technologisch oft weiter ist, als die öffentliche Debatte vermuten lässt. Und: Die Energiewende scheitert nicht an der Physik. Die Technologien sind vorhanden, die Richtung ist klar und viele Lösungen funktionieren bereits heute im Markt. Die eigentlichen Herausforderungen liegen inzwischen in Bürokratie, Infrastruktur, fehlender Digitalisierung und mangelnder Geschwindigkeit bei der Umsetzung. Gemeinsam analysieren Jan und Prof. te Heesen die drei großen Baustellen der Transformation: Strom, Wärme und Verkehr. Während der Ausbau von Photovoltaik und Windenergie sichtbar Fahrt aufgenommen hat, bleibt insbesondere die Wärmewende eine enorme Herausforderung. Ein besonderer Fokus der Folge liegt auf Batteriespeichern, intelligenten Netzen und der Rolle von Unternehmen. Prof. te Heesen erklärt anschaulich, warum große Batteriespeicher künftig eine Schlüsselrolle für stabile Strompreise und Netzstabilität spielen werden und weshalb Unternehmen enorme Chancen haben, durch intelligente Lastverschiebung, PV-Anlagen, Ladeinfrastruktur und Energiemanagement Kosten zu senken und Wettbewerbsvorteile aufzubauen. Dabei wird deutlich: Energie entwickelt sich zunehmend vom reinen Kostenfaktor zum strategischen Geschäftsfeld. Unternehmen, die ihre Prozesse flexibilisieren und dynamische Strompreise intelligent nutzen, können nicht nur ihre Energiekosten reduzieren, sondern aktiv zur Stabilisierung des Energiesystems beitragen. Darüber hinaus geht es um die Rolle von KI, Smart Metern und datenbasiertem Energiemanagement. Te Heesen plädiert für mehr Pragmatismus, schnellere Genehmigungsverfahren und einen neuen Innovationsgeist. Statt ständig über Risiken zu sprechen, müsse Deutschland wieder stärker ins Machen kommen. Zum Abschluss wirft die Folge einen Blick auf die nächste Generation von Fachkräften für die Energiewende. Trotz rückläufiger Studierendenzahlen in technischen Fächern sieht te Heesen große Chancen: Junge Menschen, die Technik, Wirtschaft und KI zusammendenken, könnten zu entscheidenden Treibern der Transformation werden.
#8 Heimo Ecker-Eckhofen, Sonnenspeicher Süd: „Je größer ein Wärmespeicher ist, desto effizienter wird er.“28 Apr 202601:01:52
In dieser Folge von Megawatt & Friends spricht Jan Liepold mit Heimo Ecker-Eckhofen, Initiator und Geschäftsführer des Projekts Sonnenspeicher Süd, über eines der ambitioniertesten Wärmeprojekte Europas. In einem ehemaligen Basaltsteinbruch südlich von Graz soll ein gigantischer saisonaler Wärmespeicher entstehen, gespeist durch Solarthermie, Großwärmepumpen und Biomasse. Ziel: Bis zu einem Drittel der Grazer Fernwärme klimafreundlich bereitzustellen. Im Zentrum des Gesprächs steht eine oft unterschätzte Erkenntnis der Energiewende: Stromspeicher stehen aktuell im Fokus der öffentlichen Wahrnehmung, Wärmespeicher dagegen kaum. Dabei entscheidet gerade im urbanen Raum die Wärmeversorgung darüber, ob Dekarbonisierung gelingt. Heimo erklärt anschaulich, wie der geplante riesige Wasserspeicher in einem Basaltsteinbruch funktioniert, warum große Volumina physikalische Vorteile haben und weshalb gespeicherte Sommerwärme im Winter zum strategischen Wärmeversorgungsfaktor werden kann. Besonders spannend ist die Verbindung aus Vision und Pragmatismus. Der Steinbruch existiert bereits, ebenso die Nähe zur Fernwärmeinfrastruktur von Graz. Genau daraus entstand die Idee, bestehende Landschaftsnutzung mit neuer Energieinfrastruktur intelligent zu verbinden. Statt auf der grünen Wiese zu bauen, wird vorhandene Industriefläche transformiert. Dait ist das Projekt ein Beispiel dafür, wie Kreislaufdenken auch im Energiesystem funktionieren kann. Im Interview wird auch deutlich, wie komplex solche Projekte in der Realität sind. Genehmigungen, Flächenwidmung, Förderlogik, Finanzierung und politische Prozesse kosten oft mehr Zeit als die Technik selbst. Heimo beschreibt offen, wie viel Beharrlichkeit notwendig ist, um Großprojekte in Europa umzusetzen und warum unternehmerischer Mut dabei oft wichtiger ist als perfekte Rahmenbedingungen. Ein weiterer Schwerpunkt ist die wirtschaftliche Perspektive. Das Projektvolumen liegt im mittleren dreistelligen Millionenbereich. Dennoch argumentiert Heimo klar: Wer langfristig stabile, regionale und fossilfreie Wärme liefern will, muss heute in Infrastruktur investieren, statt morgen dauerhaft hohe Importkosten zu bezahlen. Wärmespeicher seien kein Luxus, sondern eine Versicherung gegen Energiekrisen und volatile Märkte. Darüber hinaus erzählt Heimo von seinem persönlichen Weg: vom biologisch geführten Landwirtschaftsbetrieb über die dort entwickelte Kiesabbaufläche, zu kleinen Wasserkraftwerken und schwimmende Photovoltaik bis hin zum wohl größten Projekt seiner Laufbahn. Seine Geschichte zeigt, dass Energiewende oft nicht in Konzernzentralen beginnt, sondern bei Unternehmern, die Chancen erkennen, Verantwortung übernehmen und beharrlich handeln. Die Folge ist ein spannender Blick auf die Wärmewende im großen Maßstab: technisch fundiert, wirtschaftlich relevant und menschlich nahbar. Wer verstehen will, warum Europas Energiezukunft nicht nur aus Batterien, sondern auch aus smart genutzten Wärmespeichern bestehen könnte, sollte diese Folge hören.
#7 Dr. Niklas Panten, etalytics: „Ohne KI bleibt Energiemanagement Stückwerk. Mit KI wird es zum Wettbewerbsvorteil.“14 Apr 202600:37:49
In dieser Folge von Megawatt & Friends spricht Jan Liepold mit Dr. Niklas Panten, Gründer und CEO von etalytics, über die Rolle von Künstlicher Intelligenz im Energiemanagement von Unternehmen und warum dort enormes Effizienzpotenzial bislang ungenutzt bleibt. Ausgangspunkt ist eine zentrale Beobachtung: In vielen Unternehmen sind die relevanten Energiedaten längst vorhanden, doch sie werden nicht systematisch genutzt. Genau hier setzt etalytics an. Mit KI-gestützten Modellen analysiert und optimiert das Unternehmen komplexe Energiesysteme in Echtzeit und hebt so Effizienzpotenziale von oft 20 bis 50 Prozent. Im Gespräch wird deutlich, dass der entscheidende Hebel nicht in der Optimierung einzelner Komponenten liegt, sondern im ganzheitlichen Verständnis des Gesamtsystems. Ähnlich wie ein Orchester nur im Zusammenspiel harmonisch klingt, entfalten auch Energiesysteme ihr volles Potenzial erst durch intelligente Koordination aller Elemente: von Kälte- und Wärmeerzeugung über Lüftung bis hin zur Eigenerzeugung. Niklas erklärt, warum klassische Regelungstechnik hier an ihre Grenzen stößt und wie KI hilft, hochkomplexe, nichtlineare Systeme dynamisch zu steuern. Gleichzeitig wird klar: Die Herausforderung ist nicht nur technologisch, sondern auch organisatorisch und kulturell. Vertrauen in neue Systeme, der Umgang mit kritischer Infrastruktur und lange Entscheidungsprozesse bremsen vielerorts die Umsetzung. Ein weiterer Schwerpunkt der Folge ist die Frage, wie sich Energieeffizienz und Flexibilität miteinander verbinden lassen, etwa durch prädiktive Steuerung, Lastverschiebung oder die Nutzung von Eigenerzeugung. Dabei zeigt sich: KI kann nicht nur Kosten senken, sondern auch einen erheblichen Beitrag zur Dekarbonisierung leisten. Mit Blick in die Zukunft diskutieren Niklas und Jan, wie KI das Energiesystem insgesamt verändern wird. Als Möglichmacher für ein zunehmend dezentrales, volatiles und komplexes Energiesystem, aber auch als neuer Treiber von Energiebedarf durch wachsende Rechenkapazitäten. Die Vision von etalytics i diesem zukünftigen B2B-Energieumfeld: eine Art „SAP für Energiesysteme“ und eine Plattform, die Planung, Betrieb und Optimierung integriert und Energiemanagement zu einer strategischen Kernfunktion in Unternehmen macht.
Amir Roughani, VISPIRON „Wer Photovoltaik, Speicher und Handel clever verbindet, schafft echte Energie-Autarkie.“03 Sep 202600:57:00
Vom unbegleiteten Flüchtlingskind zum Gründer einer Unternehmensgruppe mit rund 500 Mitarbeitenden: Amir Roughani hat mit VISPIRON ein Unternehmen aufgebaut, das Digitalisierung, Mobilität und erneuerbare Energien verbindet. Im Gespräch mit Moderator Jan Liepold erklärt er, warum Unternehmen ihre Energieversorgung heute nicht mehr nur als Kostenfaktor, sondern als strategische Aufgabe und unternehmerische Chance begreifen sollten. VISPIRON entwickelt dafür schlüsselfertige Kombikraftwerke aus Photovoltaik, Batteriespeichern, Direktleitungen und Ladeinfrastruktur. Eine eigene Handelsplattform steuert, wann Strom direkt an ein Unternehmen geliefert, gespeichert, an Ladepunkten genutzt oder an der Börse vermarktet wird. So entsteht ein Multi-Use-Modell, das Stromkosten planbarer macht, neue Erlösquellen erschließt und Unternehmen unabhängiger von Preisschwankungen und geopolitischen Risiken werden lässt. Wie das in der Praxis funktioniert, zeigt der Energiepark für die Jochen Schweizer Arena: Ein Solarpark mit rund 6,3 MWp, ein Batteriespeicher mit 12 MWh und eine Direktleitung ermöglichen nach Roughanis Angaben zeitweise bis zu 90 Prozent Energieautarkie. VISPIRON setzt rund 20 Projekte pro Jahr um – entweder gemeinsam mit den Unternehmen als Investmentpartner oder als Generalunternehmer. Typische Investitionsvolumina liegen zwischen fünf und 15 Millionen Euro, die Amortisationszeit meist zwischen zehn und 13 Jahren. Außerdem sprechen die beiden über das ChargeFarm-Konzept mit dynamischen Ladepreisen nach Sonnenstand, die Projekte bei der O₂ SURFTOWN und der Jochen Schweizer Arena sowie die Voraussetzungen für eine wirtschaftliche Eigenversorgung: einen hohen Stromverbrauch, geeignete Flächen, ein belastbares Lastprofil und vor allem verfügbare Netzanschlusskapazitäten. Gerade der Netzanschluss ist für Roughani derzeit der größte Engpass der Energiewende. Sein Vorschlag: Netze nicht nur ausbauen, sondern durch realistischere Kapazitätsberechnungen, Smart Meter und intelligente Steuerung besser auslasten. Denn dezentrale Erzeugung stärkt aus seiner Sicht nicht nur Klimaschutz und lokale Wertschöpfung, sondern auch die Energieresilienz. Roughanis Appell an Politik und Wirtschaft: Erneuerbare Energien, Speicher und Elektrifizierung technologieoffen und über Legislaturperioden hinweg konsequent weiterentwickeln. Denn weder günstiger Strom noch unternehmerische Unabhängigkeit haben eine Parteifarbe.
Dr. Jörg Reichert, Netze BW „Die Energiewende funktioniert nur, wenn wir Erzeugung, Speicher und Netze synchronisieren."19 Aug 202600:47:37
Der Ausbau von Photovoltaik, Windkraft und Batteriespeichern nimmt Fahrt auf und zunehmend entscheidet das Stromnetz darüber, wie schnell die Energiewende tatsächlich vorankommt. Dr. Jörg Reichert, Vorsitzender Geschäftsführer von Netze BW, spricht mit Moderator Jan Liepold darüber, warum das Verteilnetz zum zentralen Rückgrat der Transformation wird und welche gewaltige Investitionsaufgabe damit verbunden ist. Mehr als 30 Milliarden Euro will Netze BW bis 2045 in sein Verteilnetz investieren. Allein bis 2030 soll das jährlich investierte Kapital im Stromnetz auf rund eine Milliarde Euro steigen. Denn große Teile der Hochspannungsinfrastruktur müssen erweitert oder neu gebaut werden. Gleichzeitig wächst der Druck durch neue Anschlussbegehren: Einer Spitzenlast von rund sieben Gigawatt stehen bei Netze BW inzwischen Batterieanfragen von deutlich mehr als zehn Gigawatt gegenüber. Für Jörg Reichert reicht deshalb „mehr Kupfer“ allein nicht aus. Bestehende Netze müssen besser ausgelastet, konsequent digitalisiert und Flexibilitäten intelligenter genutzt werden. Flexible Netzanschlussverträge, neue Kriterien für die Priorisierung anschlusswilliger Projekte sowie eine bessere Steuerbarkeit von Erzeugung und Verbrauch können dabei helfen, vorhandene Kapazitäten effizienter zu nutzen und die Kosten der Energiewende zu begrenzen. Außerdem sprechen die beiden darüber, warum das bisherige Windhundprinzip bei Netzanschlüssen an seine Grenzen kommt, welche Rolle Projektreife und Daseinsvorsorge künftig spielen könnten und weshalb ein attraktiver regulatorischer Rahmen entscheidend dafür ist, die Milliardeninvestitionen in die Netze zu finanzieren. Und es geht um die Frage, wie Digitalisierung, Smart Meter und KI dazu beitragen können, ein immer komplexeres Energiesystem sicher zu steuern. Reicherts Zielbild: Die Energiewende muss Klimaschutz, Versorgungssicherheit und Bezahlbarkeit zusammenbringen und dazu beitragen, industrielle Wertschöpfung in Deutschland zu halten. Denn eine leistungsfähige Energieinfrastruktur ist nicht nur Voraussetzung für die Transformation, sondern ein entscheidender Standortfaktor.
Lucas Jonas, Einklang Energy: „Der Batteriespeicher wird zum intelligenten Einkaufsmanager für Strom.“29 Jul 202600:37:59
Batteriespeicher galten lange vor allem als Ergänzung zur Photovoltaikanlage. Für Lucas Jonas, Mitgründer und CEO von Einklang Energy, beginnt ihre eigentliche Bedeutung für die künftige Stromversorgung von Unternehmen aber gerade jetzt. Im Gespräch mit dem Moderator Jan Liepold erklärt er, warum Batteriespeicher für mittelständische Unternehmen zunehmend zum strategischen Instrument der Energiebeschaffung werden. Und zwar unabhängig davon, ob bereits eine PV-Anlage vorhanden ist. Gemeinsam mit dem intelligenten Energiemanagement von Einklang und den dynamischen Stromtarifen von Energiepartnern wie meistro können Unternehmen ihre Stromkosten aktiv optimieren. Statt einen einzelnen Anwendungsfall zu bedienen, kombiniert das System Eigenverbrauchsoptimierung, dynamische Strompreise und Flexibilitätsvermarktung zu einer wirtschaftlich optimierten Gesamtlösung. Das Ziel: Strom genau dann beziehen, speichern oder vermarkten, wenn es den größten wirtschaftlichen Vorteil bringt.
Jochen Schwill, SpotmyEnergy: „Die größte Flexibilitätsreserve der Energiewende steht bereits in deutschen Kellern.“17 Jul 202600:44:15
In dieser Folge von Megawatt & Friends, dem Podcast von meistro, spricht Jan Liepold mit Jochen Schwill, Gründer und CEO von SpotmyEnergy sowie Mitgründer von Next Kraftwerke, über die nächste Ausbaustufe der Energiewende: die intelligente Vernetzung von Photovoltaik, Batteriespeichern, Wärmepumpen und Elektroautos. Im Mittelpunkt steht die Frage, warum Smart Meter weit mehr sind als digitale Stromzähler und weshalb sie die Voraussetzung dafür sind, Millionen dezentraler Energieanlagen zu einem virtuellen Kraftwerk zusammenzuführen. Jochen erläutert, warum in deutschen Haushalten bereits heute enorme Flexibilitätspotenziale schlummern und wie dynamische Stromtarife, intelligente Energiemanagementsysteme und automatisierte Steuerung dafür sorgen können, Strom genau dann zu nutzen oder zu speichern, wenn er besonders günstig und klimafreundlich verfügbar ist. Dabei wird deutlich: Die Energiewende entscheidet sich künftig nicht allein beim Ausbau erneuerbarer Energien, sondern vor allem daran, wie intelligent Erzeugung, Speicherung und Verbrauch miteinander vernetzt werden. Ein weiterer Schwerpunkt der Folge ist der stockende Smart-Meter-Rollout in Deutschland. Jochen erklärt, warum wettbewerbliche Messstellenbetreiber den Ausbau deutlich beschleunigen können, welche regulatorischen Hürden heute noch bestehen und weshalb die Digitalisierung der Energiewende nur gelingt, wenn Technik, Handwerk und Energiewirtschaft enger zusammenarbeiten. Außerdem sprechen Jochen und Jan über virtuelle Kraftwerke, die Zukunft einer vollelektrischen Gesellschaft, die Rolle von Heimspeichern und Elektroautos als Flexibilitätsressourcen sowie darüber, warum die günstigste Batterie häufig bereits im Keller oder in der Garage steht.
Georg Gallmetzer, ECO STOR: „Die Speicherlücke zu schließen, ist Voraussetzung für eine erfolgreiche Elektrifizierung.24 Jun 202600:38:25
In dieser Folge von Megawatt & Friends, dem Podcast von meistro, spricht Jan Liepold am ersten Tag von Europas größter Fachmesse für Batterien und Energiespeichersysteme Electrical Energy Storage (EES) mit Georg Gallmetzer, einem der Gründer und Geschäftsführer des Großspeicherentwicklers und -betreibers ECO STOR, über die strategische Rolle von Batteriegroßspeichern für die Energiewende und darüber, warum Speicher inzwischen zu einer kritischen Infrastruktur geworden sind. Im Mittelpunkt steht die sogenannte Speicherlücke, also die fehlende Fähigkeit des Energiesystems, Strom aus Wind und Sonne genau dann bereitzustellen, wenn er gebraucht wird. Ausgangspunkt des Gesprächs sind einige der größten Batteriespeicherprojekte Deutschlands. Georg erläutert, warum ECO STOR heute Speicher im dreistelligen Megawattbereich entwickelt, weshalb mit Förderstedt derzeit Deutschlands größtes finanziertes Batteriespeicherprojekt unter der Führug von Eco Stor entsteht und wie private Investoren, Banken und neue Vermarktungsmodelle den Speicherhochlauf ermöglichen. Dabei wird deutlich: Die Speicherwende ist nicht nur eine technologische, sondern vor allem eine unternehmerische Herausforderung.
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