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Explore every episode of the podcast Mathematik steckt in allen Dingen

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Mathematik steckt in allen Dingen31 Oct 202400:11:09
Moderne Mathematik arbeitet im Grenzbereich zur Technik und zur Naturwissenschaft. Es gilt Unbekanntes zu entdecken. Mathematische Strategien erweisen sich als WĂŒnschelrute. Sie lassen in ihren strukturellen Analysen den Zufall und auch IrrationalitĂ€t zu. SchwĂ€mme, Mikrostrukturen und GedĂ€chtnismetalle sind ihre liebsten Studienobjekte. Prof. Dr. Stefan MĂŒller vom Max-Planck-Institut fĂŒr Mathematik in den Naturwissenschaften berichtet.
Mathematik als olympische Disziplin31 Oct 202400:13:20
Die einzige Sprache, in der sich der Kosmos entziffern lĂ€sst, ist die Sprache der Mathematik, sagt Albert Einstein. Erneuert und rein erhalten wird diese Sprache durch spezielle "Philologen" und "Gedankenarchitekten", die z.B. im Max-Planck-Institut fĂŒr Theoretische Mathematik in Bonn tĂ€tig sind. Peter Satorius, Chefreporter einer populĂ€ren Tageszeitung, besucht dieses Institut. Einen Nobelpreis fĂŒr Mathematik gibt es nicht, weil Frau Nobel mit einem Mathematiker fremdging. Spitzenleistungen sind auf Anhieb unverstĂ€ndlich. Dennoch lösen sie, sagt Peter Satorius, Hochachtung aus. Wir mĂŒssen auch das Achten lernen, was wir nicht sofort verstehen. Es stĂŒnde den Olympischen Festspielen gut an, wenn sie den WettkĂ€mpfen der Körper auch WettkĂ€mpfe der Mathematik gegenĂŒberstellen könnten.
Mathematik, die letzte Freiheit der Gedanken31 Oct 202400:23:04
Die Knotentheorie gehört zur Hohen Schule der theoretischen Mathematik. Die Kunst besteht darin, zu beweisen, dass bestimmte Knoten auf ewig unlösbar sind. Diese FÀlle unterscheiden sich von komplizierten Verwicklungen, die nur unlösbar aussehen. Ein solcher Beweis benötigt einen Tag oder hundert Jahre. Einen Vorteil hat derjenige, der den Quoten-Zoo respektiert. Ein Zerhauen von Gordischen Knoten ist in der Mathematik verboten und im Nahen Osten vergeblich. Der Mathematiker Priv.-Doz. Dr. Peter Schauenburg berichtet.
Die Geschichte der Null31 Oct 202400:42:52
Die Null ist die seltsamste Figur in der Republik der Zahlen. Sie hat eine FĂŒlle verschiedener Bedeutungen. Vor 5000 Jahren erfanden indische Mathematiker die NULL. Schon frĂŒher wurde sie von den Sumerern als Zeichen fĂŒr "dazwischen" gebraucht. FĂŒr die Mayas, mit ihren vielen Kalendern, diente die NULL dazu, den Sturz in den Abgrund der Zeit zu verhindern. Nach Europa kommt die NULL durch die Araber als Trennlinie zu den negativen Zahlen. Über die vielen RĂ€tsel der NULL schrieb der Professor Dr. Robert Kaplan sein berĂŒhmtes Buch: THE NOTHING THAT IS; THE NATURAL HISTORY.
Das Ganze steuert der Blitz31 Oct 202400:19:11
Die eigentlichen Sieger im 2. Weltkrieg, sagt Kulturforscher Friedrich Kittler von der Humboldt-UniversitĂ€t Berlin, waren die Mathematiker John von Neumann und Alan Turing. Der eine entwickelte mit seinen Rechnern die Grundlagen fĂŒr die Atombombe, der andere erfand die Computer, die die GeheimschlĂŒssel der Wehrmacht entzifferten. Aus dem Geiste dieser Mathematik entstand die Interkontinentalrakete, deren furchtbare Macht fĂŒr ein halbes Jahrhundert den Frieden zwischen den GroßmĂ€chten erzwang. Friedrich Kittler ĂŒber die Entstehung der Beschleunigung in der Welt aus dem Geiste der Mathematik und das PRINZIP UNBERECHENBARKEIT - "Das Ganze steuert der Blitz".
Zufall und Wahrscheinlichkeit31 Oct 202400:40:04
KĂ€men Außerirdische ins Weiße Haus, wĂŒrde sich rasch zeigen, dass sie nicht Englisch sprechen. Auf die Sprache der Mathematik dagegen, behaupten Experten, wĂŒrden sie mit Gewissheit reagieren. Die Sprache der Mathematik ist der Umgangssprache fern, aber sie ist die Sprache des Kosmos. Es lohnt sich, Anton Wakolbinger, Professor fĂŒr Mathematik an der UniversitĂ€t Frankfurt/Main, zuzuhören. Er vertritt eines der interessantesten Gebiete der Mathematik, die Stochastik: Das ist der Umgang mit Zufall und Wahrscheinlichkeit. Hier gibt es den berĂŒhmten Grenzwertsatz: das Gesetz der seltenen Ereignisse. Die Mathematik davon ist gleicherweise relevant fĂŒr PhĂ€nomene der Finanzkrise, fĂŒr den Ausbruch und den Ausgang von Kriegen, fĂŒr die VerlĂ€ufe der biologischen Evolution und fĂŒr die Voraussage von Wahlergebnissen und Zuschauerquoten. Begegnung mit Prof. Dr. Wakolbinger und dem Grenzwertsatz.
ADA, die die Computersprache erfand23 Jan 202500:20:11
Lord Byrons Tochter hieß "Ada" Byron King. Sie erfand die Computersprache und noch heute heißt das vom U.S.-Pentagon benutzte Computersystem ADA. Sie war ein Wunderkind und FrĂŒhgenie. Die Mutter wollte sie vor dem Schicksal des berĂŒhmten Dichtervaters bewahren. Deswegen wurde sie vor jeglicher Poesie gehĂŒtet und vor allem in Mathematik unterrichtet. Das fĂŒhrte zu dem Ergebnis, daß Ada mit poetischer Besessenheit mathematische Sprachen entwickelte und die Computersprache kombinierte. SIe tat dies mit MĂ€nnern, die sie fĂŒr sich interessierte: pervers, brilliant, obsessiv, mathematisch, d.h.: durch und durch Lord Byrons Tochter. Die U.S.-Filmemacherin Lynn Hershmann Leeson beschreibt in ihrem Film CONCEIVING ADA wie eine Frau von heute, computerbegeistert, im Cyberraum Kontakt mit der seit 144 Jahren toten Ada aufnimmt. Diese junge Frau von heute begibt sich ĂŒber ein Interface, das ihr Timothy Leary 9 Tage vor seinem Tod beschafft, in den Cyberspace, obwohl sie schwanger ist. Ihr Kind wird spĂ€ter geboren, behaftet mit der Persönlichkeit und dem GedĂ€chtnis von Ada, die sich auf diese Weise unsterblich zeigt.
Mathematik der sinnlichen Kraft23 Jan 202500:22:57
Man spricht von den fĂŒnf Sinnen eines Menschen. TatsĂ€chlich sind es viel mehr sinnliche KrĂ€fte an der Arbeit, wenn wir uns bewegen, das Gleichgewicht halten und unsere Lebendigkeit ausĂŒben. Die Evolution zeigt sich als eine Wunderkammer verblĂŒffender Kooperationen zwischen den sinnlichen FĂ€higkeiten der Lebewesen. Der WĂŒstenskorpion ist z.B. ein sinnlicher Mathematiker seiner SinneskrĂ€fte. Im trocknen Sand, der sich in der WĂŒste wie eine WasserflĂ€che verhĂ€lt, referieren winzige HĂ€rchen an den acht Beinen des Tiers den genauen Ort und den Weg einer Beute. Über vier Lebensjahre verfĂŒgt dieser Skorpion. Als Nahrung braucht er pro Jahr eine fette Motte. Also viermal Beutemachen im Leben. DafĂŒr besitzt das blinde Tier staunenswerte PrĂ€zisionswerkzeuge der Ortung. Ganz anders die Schleiereule. Die ErnĂ€hrung ihrer Jungen und des Weibchens fordert von dem nĂ€chtlich jagenden mĂ€nnlichen Tier, dass es alle zehn Minuten eine Maus fĂ€ngt und zum Nest bringt. Die Koordination des Ohrs der Schleiereule weist dafĂŒr eine extrem genaue Winkelgenauigkeit auf. Es ist merkwĂŒrdig, dass diese Treffsicherheit des Ohrs auch zu den Eigenschaften von uns Menschen gehört. FĂŒr Krokodile und Vögel wĂ€re der Abstand zwischen den Ohren zur genauen Orientierung im Raum unzureichend. Die Natur hat bei ihnen daher eine Direktkommunikation der Ohren durch einen Tunnel oder "Konzertsaal" im Kopf erfunden. Der Bio-Physiker Prof. Dr. Leo van Hemmen untersucht die feinabgestimmte biologische Basis, in der die Neuronen in extrem kurzer Zeit und mikrostrukturell im Gehirn diese Mathematik der sinnlichen Kraft ausĂŒben. Die sinnlichen KrĂ€fte erweisen sich in ihrer Praxis als erfahrene Mathematiker. Wir Menschen in der Zivilisation machen von unseren sinnlichen FĂ€higkeiten nur teilweise Gebrauch. Was wir dabei nicht verlernt haben, ist das Lernen selbst: die PlastizitĂ€t des Gehirns. Fahrradfahren oder Schwimmen lernen bleiben hochkomplexe, kooperative Aktionen zwischen den Sinnen. Das Belohnungssystem beim Lernen liegt, sagt Leo van Hemmen, darin, dass die Sinne von sich aus ein VergnĂŒgen daran haben, zusammenzuwirken: Wenn ihnen etwas Ganzes gelingt. Die Belohnungen, die wir verstehen, und die tatsĂ€chlichen (offenbar auf anderer Ebene ebenfalls lustvollen) VorgĂ€nge auf der Mikroebene zwischen den Neuronen und Synapsen sind dabei zwei verschiedene Welten. Alles dies wird biophysikalisch durch einen imposanten Aufwand an Mathematik regiert, von dem unser Verstand nur wenig wahrnimmt. Begegnung mit dem Bio-Physiker Leo van Hemmen.
Leibniz und die Mathematik der Schlangen23 Jan 202500:22:54
Grubenottern sind Schlangen, die außer ihren Augen Infrarotsensoren an ihren Köpfen haben, sogenannte „Gruben“. Im Sandmeer der WĂŒste schaukeln die zwei Kiefer dieser Schlangen im Wellenrhythmus, in dem sich die Beute nĂ€hert. Die WĂ€rmebilder, in denen die Daten das rechnende Hirn der Schlange erreichen, sagt der Biokybernetiker Prof. Dr. Leo van Hemmen, sind unglaublich unscharf. Dennoch sind die „mit der Mathematik der Schlangen“ am Ende erstellten Kartierungen im Gehirn so prĂ€zise, dass der Angriff der Schlange blitzartig trifft. An solchen Prozessen, in denen mehrere voneinander unabhĂ€ngige Sinne „multi-modal“ zusammenwirken, untersucht die moderne Biophysik die Eigengesetzlichkeit der Sinne, aber auch InnovationsschĂŒbe fĂŒr Roboter. Die Skalen, auf denen die elementaren Prozesse der Wahrnehmung stattfinden, sind bei Menschen – wie bei den Schlangen – absolut voneinander getrennt. Die Neuronen wissen nichts von der Psychologie, an der sie doch bauen. Die moderne Biophysik kommt hier zu Ă€hnlichen Ergebnissen wie der große Philosoph Leibniz: Alles Elementare besteht aus Monaden, die blind sind. Und doch produzieren diese autonomen Monaden ein Ganzes, das als RealitĂ€t funktioniert. Unsere menschlichen Neuronen haben das Sternenzelt nie selber gesehen. Und doch erforschen wir den Kosmos. Begegnung mit dem Biokybernetiker Leo van Hemmen: „Jeder Punkt auf der Skala der Sinne hat seinen eigenen Verstand“.
Ein Poet der Mathematik24 Jan 202500:14:00
Er entdeckte die berĂŒhmte Zahl "Pi", die z.B. den Erdkreis beschreibt. Er taufte sie "Pi" nach dem Anfangsbuchstaben der Stadt St. Petersburg, in der er lebte. Von ihm stammt die imaginĂ€re Zahl "i" (fĂŒr Wurzel aus -1) und die Zauber-Zahl "e" (= Euler), welche die "natĂŒrlichen und hyperbolischen Logarithmen" wiedergibt. Es geht um das Genie Leonhard Euler, geboren 1707. Wladimir Velminski, Mathematiker und Wissenschaftshistoriker, berichtet ĂŒber Euler, das Genie.
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