Klartext für Unternehmer. Mathias Westerbarkei begleitet Inhaberinnen und Inhaber in Westfalen und Ostwestfalen-Lippe beim Verkauf des Lebenswerks, beim Zukauf und in der Nachfolge. Dienstags die Hauptfolge zu einem Thema, das Unternehmer wirklich beschäftigt. Donnerstags die Lage der Woche mit dem Chancenradar für Westfalen. Bodenständig, belegt, diskret.
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Frankreich: Wie die Gewerkschaft den Westfalen wählte
Season 1 · Episode 3
Tuesday, August 4, 2026 • Duration 08:14
Ein Familienunternehmen aus Westfalen kauft einem französischen Großkonzern eine ganze Sparte ab. Über 600 Millionen Euro. Andersherum, als man denkt.
Die schwierigste Hürde war nicht der Preis und nicht die Bank, sondern die Gewerkschaften. In Frankreich entscheidet formal mit, was die Belegschaft von einem Käufer hält. Und die Belegschaft war für den Westfalen, nicht für den amerikanischen Konzern. Nicht aus Sympathie, sondern aus nüchterner Risikoabwägung von Leuten, die für Arbeitsplätze verantwortlich sind.
Themen dieser Folge:
Warum ein Eigentümer mit Namen und Gesicht ein harter Verhandlungsvorteil ist. Was ein Deutscher vor Ort in einem gekauften Betrieb wirklich zu tun hat, wenn sein Auftrag auf keiner Folie steht. Die drei Worte, die zum Programm der Zusammenführung wurden. Warum Mathias Westerbarkei der versammelten Führungsmannschaft eine selbst geschriebene Hymne vorgesungen hat. Und die zweite Ebene, die es bei jedem Verkauf im Mittelstand gibt, auch ohne Gewerkschaft und ohne Ministerium.
M&A heute. Klartext für Unternehmer. Dienstags die Hauptfolge, donnerstags die Lage der Woche.
Westfälische Corporate Finance GmbH, Mathias Westerbarkei.
www.westfaelische-corporate-finance.de
Lage der Woche: Westfalen verlagert sein Wachstum, und trotzdem wird hier gekauft
Season 1 · Episode 4
Thursday, July 30, 2026 • Duration 09:02
Ein westfälisches Familienunternehmen hat im vergangenen Jahr über 90 Millionen Euro investiert, rund 30 Prozent mehr als im Jahr davor. Ein wachsender Teil davon geht nach Frankreich, Österreich und in die Schweiz.
Die Lage der Woche, mit Zahlen, mit Quelle.
Die Westfalen Gruppe aus Münster, Industriegase, seit über hundert Jahren in Familienhand, hat am 9. Juli 2026 eine Mitteilung veröffentlicht. Die Überschrift stammt vom Unternehmen selbst und lautet: Westfalen verlagert Wachstum nach Europa. Als Grund nennt die Geschäftsführung ausdrücklich nicht fehlende Innovation, sondern die Standortbedingungen: hohe Energiekosten, regulatorische Komplexität und fehlende Verlässlichkeit. Warum das kein Abbau ist und trotzdem eine Nachricht, die jeden Unternehmer hier angeht: Das Unternehmen wächst, es wächst nur woanders.
In derselben Zeit zeigt eine zweite Zahl in die genau entgegengesetzte Richtung. Die Beratungsgesellschaft Oaklins zählt für das erste Halbjahr 2026 rund 1.490 Übernahmen mit deutscher Beteiligung, nach 1.296 im Vorjahreszeitraum. Das sind 15 Prozent mehr, in einer Wirtschaft, die offiziell nicht wächst. Dazu passt die Jahresstatistik des Bundesverbandes der Kapitalbeteiligungsgesellschaften: knapp 16 Milliarden Euro Eigenkapital flossen 2025 in deutsche Unternehmen, 4 Prozent mehr als im Jahr davor.
Die einen verlagern ihr Wachstum ins Ausland, die anderen kaufen hier ein. Beide haben Zahlen, beide haben recht. Wer verlagert, rechnet mit Strompreisen, Genehmigungsdauer und Regeln. Wer kauft, rechnet mit Können, Kunden und Marktstellung. Das eine ist der Standort, das andere ist die Substanz.
Weitere Themen dieser Folge: Was eine Halle heute wirklich kostet und warum in der Verhandlung nicht der Quadratmeterpreis der Hebel ist, sondern Laufzeit, Nebenkosten und mietfreie Monate. Warum zwischen 51,2 Prozent und 16,6 Prozent zwei Drittel des Mittelstands liegen, wenn es um künstliche Intelligenz geht. Und warum zwei Tage Makeathon in Ostwestfalen die günstigste Personalgewinnung sind, die es gibt.
Chancenradar für Westfalen, drei Punkte:
Wenn ein Haus wie Westfalen offen sagt, warum es woanders wächst, ist das eine Einladung, dieselbe Rechnung einmal ehrlich für sich aufzumachen. Es wird gerade mehr gekauft, nicht weniger, und der Blick geht wieder auf Industrie. Und wer eine einzige wiederkehrende Aufgabe wirklich abgibt, gehört zu einem Sechstel des Mittelstands, nicht zur Hälfte.
Quellen zu den genannten Zahlen:
Westfalen AG und Co. KG, Pressemitteilung vom 9. Juli 2026 (Umfirmierung zum 1. Juli, Investitionen 2025 rund 30 Prozent höher auf über 90 Millionen Euro, neue Produktions- und Logistikstandorte in Frankreich, Österreich und der Schweiz, Begründung Standortbedingungen), veröffentlicht über Presseportal und Handelsblatt. Oaklins, Auswertung des ersten Halbjahres 2026 (1.490 Transaktionen mit deutscher Beteiligung gegenüber 1.296 im Vorjahreszeitraum). Bundesverband der Kapitalbeteiligungsgesellschaften, Jahresstatistik 2025 (15,69 Milliarden Euro Eigenkapital, plus 4 Prozent). KI-Index Mittelstand 2026 von Salesforce und Deutschem Mittelstands-Bund, März 2026 (51,2 Prozent nutzen oder testen künstliche Intelligenz, 16,6 Prozent setzen eigenständig arbeitende Systeme ein). Marktauswertungen zu Lager- und Logistikflächen 2026 von JLL, Realogis und Konii (Bestandsmieten 4,50 bis 7,00 Euro je Quadratmeter und Monat, Spitzenwert München 8,00 Euro, Zwickau ab 3,00 Euro). Makeathon Future Energies in Ostwestfalen-Lippe am 10. und 11. Juli 2026.
Die Einordnung der beiden gegenläufigen Entwicklungen zu Standort und Substanz ist eine eigene Bewertung und keine Aussage der zitierten Quellen.
Diese Folge enthält keine Anlageempfehlung und keine Empfehlung zu Finanzinstrumenten. Es handelt sich um Marktbeobachtung und unternehmerische Einordnung. Für Entscheidungen im Einzelfall ist fachliche Beratung erforderlich.
M&A heute. Klartext für Unternehmer.
Westfälische Corporate Finance GmbH, Mathias Westerbarkei.
www.westfaelische-corporate-finance.de
Dieses Audio wurde mit Higgs Audio von Boson AI erstellt.
https://www.boson.ai/higgs-audio
Die Welt schaut nach Westfalen
Season 1 · Episode 1
Tuesday, July 28, 2026 • Duration 06:05
Die Welt schaut nach Westfalen. Ein Satz, der nach Heimatverein klingt, bis man hört, worauf er sich stützt.
Mathias Westerbarkei hat über zehn Jahre für einen mittelständischen Konzern Firmen gekauft und verkauft, in Frankreich, in China, in den USA. In dieser Folge erzählt er, was ihm beim Vergleich mit den Betrieben zwischen Bielefeld und Münster jedes Mal auffällt: eine andere Zeitrechnung. Dort das nächste Quartal, hier das nächste Jahrzehnt.
Themen dieser Folge:
Warum ein Lieferant, der zwanzig Jahre hält, den Einkäufer in Summe weniger kostet als drei billige. Wie eine Kaufentscheidung im Konzern wirklich fällt, zwanzig Minuten und zwei Seiten Papier. Der unbekannte Betrieb vom Land, der die ganze Runde mit einer einzigen Zahl gedreht hat. Warum ein Meister stolz darauf ist, dass ohne ihn nichts passiert. Und was es bringt, nachts fünfhundert mögliche Käufer prüfen zu lassen, statt morgens die dreißig anzuschauen, die man ohnehin kennt.
M&A heute. Klartext für Unternehmer. Dienstags die Hauptfolge, donnerstags die Lage der Woche.
Westfälische Corporate Finance GmbH, Mathias Westerbarkei.
www.westfaelische-corporate-finance.de
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