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Das geraubte Bild: „Lotte in Weimar“ von Thomas Mann (Teil 2) / Lesekuren 31.2
Friday, January 24, 2025 • Duration 36:39
Mit freundlicher Genehmigung des S. Fischer-Verlages, Frankfurt am Main
Dies ist die zweite von zwei Lesekuren zu Thomas Manns Roman "Lotte in Weimar".
„Ein Gedicht [...] ist eigentlich gar nichts. Ein Gedicht, wissen Sie, ist wie ein Kuß, den man der Welt gibt. Aber aus Küssen werden keine Kinder.“ Ihr Lebtag fragt sich Charlotte Kestner, geb. Buff, warum sich Goethe mit einem bloßen Kuss zufrieden gegeben hat. Und warum ausgerechnet er, der sie und ihre kleine Welt 1772 in Wetzlar so durcheinander gebracht hat, so schnell so groß geworden ist und mit ihm, das Bild der jungen Frau, die sie gewesen war... Denn der Roman "Die Leiden des jungen Werthers" machte Goethe 1774 über alle Maßen berühmt. Das Getratsche über die Wetzlarer Verhältnisse wurde laut und Lotte wurde quasi in die Literaturgeschichte gezerrt, ob sie wollte oder nicht. 1816, 44 Jahre später, besuchte sie ihre Schwester in Weimar. Aus diesem kleinen Ereignis schuf Thomas Mann einen großen Roman. Gleichzeitig war ihm die Vereinnahmung Goethes durch den Zeitgeist und das deutschtümelnde Pathos der Nationalsozialisten in den 1930er Jahren so unerträglich, dass er etwas dagegensetzen musste. "Lotte in Weimar" ist ein hochartifizieller Roman, in dem sich Thomas Mann in sechs Kapiteln Kreis um Kreis dem Weimarer „Zentralgestirn“ nähert und dann im berühmten 7. Kapitel in Goethes Kopf hineinspringt. Erst im 8. Kapitel kommt es zur Begegnung zwischen der inzwischen 63-jährigen Charlotte Kestner (geb. Buff) und Johann Wolfgang Goethe. Eine Lieblingsszene bei Tisch: „Während sie sich so mit etwas kleiner Stimme äußerte, hörte er, den Kopf gegen ihren Teller geneigt, Verständnis nickend zu, indem er zu ihrer Beschämung einige Brösel und Kügelchen, zu denen sie in Gedanken ihr Brot zerkrümelt, einzeln mit dem Ringfinger auftupfte und sie zu einem ordentlichen Häufchen zusammenlegte.“
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Den Roman "Lotte in Weimar" von Thomas Mann gibt es als Taschenbuch (S. Fischer). Es gibt aber auch die famose Edition mit Kommentarband, ebenfalls bei S. Fischer erschienen: https://www.fischerverlage.de/buch/reihe/thomas-mann-grosse-kommentierte-frankfurter-ausgabe-werke-briefe-tagebuecher
Das Hörbuch, gelesen von Gert Westphal: https://www.der-audio-verlag.de/hoerbuecher/lotte-in-weimar-mann-thomas-978-3-7424-3352-7/
Weitere Folgen auf: www.lesekuren.deBild/Icon: Das Icon wurde von Katharina Hoheisel entwickelt auf Grundlage von: André Édouard Marty, Sur La Digue – Sonnenhut von Marthe Collot, Illustration aus La Gazette Du Bon Ton, 1925.Musik: „Vogel als Prophet“ von Robert Schumann aus „Waldszenen“, Op. 82. Einspielung: Wilhelm Backhaus (1958), vgl.: https://www.youtube.com/watch?v=K9bJnc0tSck
Das geraubte Bild: „Lotte in Weimar“ von Thomas Mann (Teil 1) / Lesekuren 31.1
Friday, January 10, 2025 • Duration 38:57
Mit freundlicher Genehmigung des S. Fischer-Verlages, Frankfurt am Main
Dies ist die erste von zwei Lesekuren zu Thomas Manns Roman "Lotte in Weimar".
„Ein Gedicht [...] ist eigentlich gar nichts. Ein Gedicht, wissen Sie, ist wie ein Kuß, den man der Welt gibt. Aber aus Küssen werden keine Kinder.“ Ihr Lebtag fragt sich Charlotte Kestner, geb. Buff, warum sich Goethe mit einem bloßen Kuss zufrieden gegeben hat. Und warum ausgerechnet er, der sie und ihre kleine Welt 1772 in Wetzlar so durcheinander gebracht hat, so schnell so groß geworden ist und mit ihm, das Bild der jungen Frau, die sie gewesen war... Denn der Roman "Die Leiden des jungen Werthers" machte Goethe 1774 über alle Maßen berühmt. Das Getratsche über die Wetzlarer Verhältnisse wurde laut und Lotte wurde quasi in die Literaturgeschichte gezerrt, ob sie wollte oder nicht. 1816, 44 Jahre später, besuchte sie ihre Schwester in Weimar. Aus diesem kleinen Ereignis schuf Thomas Mann einen großen Roman. Gleichzeitig war ihm die Vereinnahmung Goethes durch den Zeitgeist und das deutschtümelnde Pathos der Nationalsozialisten in den 1930er Jahren so unerträglich, dass er etwas dagegensetzen musste. "Lotte in Weimar" ist ein hochartifizieller Roman, in dem sich Thomas Mann in sechs Kapiteln Kreis um Kreis dem Weimarer „Zentralgestirn“ nähert und dann im berühmten 7. Kapitel in Goethes Kopf hineinspringt. Erst im 8. Kapitel kommt es zur Begegnung zwischen der inzwischen 63-jährigen Charlotte Kestner (geb. Buff) und Johann Wolfgang Goethe. Eine Lieblingsszene bei Tisch: „Während sie sich so mit etwas kleiner Stimme äußerte, hörte er, den Kopf gegen ihren Teller geneigt, Verständnis nickend zu, indem er zu ihrer Beschämung einige Brösel und Kügelchen, zu denen sie in Gedanken ihr Brot zerkrümelt, einzeln mit dem Ringfinger auftupfte und sie zu einem ordentlichen Häufchen zusammenlegte.“
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Den Roman "Lotte in Weimar" von Thomas Mann gibt es als Taschenbuch (S. Fischer). Es gibt aber auch die famose Edition mit Kommentarband, ebenfalls bei S. Fischer erschienen: https://www.fischerverlage.de/buch/reihe/thomas-mann-grosse-kommentierte-frankfurter-ausgabe-werke-briefe-tagebuecher
Das Hörbuch, gelesen von Gert Westphal: https://www.der-audio-verlag.de/hoerbuecher/lotte-in-weimar-mann-thomas-978-3-7424-3352-7/
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„Weihnachtserinnerungen“ von Truman Capote: „Ich kann es kaum erwarten, bis es Morgen wird“ (Teil 2) // Lesekuren 30.2
In Zungen reden und auf Spuren wandeln: Wie Robert Gernhardt auf dem Rilke-Weg und im Geiste Thomas Bernhards Kurt Tucholsky durch den Spessart folgte… (Teil 2) / Lesekuren #29.2
Friday, June 28, 2024 • Duration
Dies ist die zweite von zwei Lesekuren zu „Das Wirtshaus im Spessart“ von Kurt Tucholsky und zu Ausschnitten aus „Wege zum Ruhm“ von Robert Gernhardt. Sie erscheint am Todestag Robert Gernhardts, dem 28. Juni. Ich danke dem S. Fischer-Verlag für die Erlaubnis, aus Robert Gernhardts Text zu lesen! Im Jahr 2024 feiert Gernhardt auf dem Rilke-Weg mit seinen Freunden aus Triest 30 jährigen Geburtstag, denn sie wanderten dort im Jahr 1994 zwischen Duino und Sistiana... Gernhardt nimmt seine „Vorgänger“ als Vor-ihm-Geher wörtlich und er bezieht - im beispiellos komischen Ton Thomas Bernhards - Rainer Maria Rilke und dessen Duineser-Elegien mit ein – es wird also leicht und schwer zugleich... dabei hilft vielleicht ein Frankenwein, der nicht möpselt … oder sollte man eher dem Möpseln nachspüren?
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Robert Gernhardt, Gerhard C. Krischker, Das Wirtshaus im Spessart. Auf den Spuren Kurt Tucholskys. 1996 (Kleebaum Verlag Bamberg), Reihe: Kleine Fränkische Bibliothek 3
Kurt Tucholsky, Das Wirtshaus im Spessart, 1927: https://www.textlog.de/tucholsky/erzaehlungen-prosa/das-wirtshaus-im-spessart
Es gibt sie doch, die Gernhardt-Linde: https://www.spessartprojekt.de/spessart/ein-literarischer-streifzug-durch-den-spessart/literarischer-streifzug-robert-gernhardt/
Weitere Folgen auf: www.lesekuren.deBild/Icon: Das Icon wurde von Katharina Hoheisel entwickelt auf Grundlage von: André Édouard Marty, Sur La Digue – Sonnenhut von Marthe Collot, Illustration aus La Gazette Du Bon Ton, 1925.Musik: „Vogel als Prophet“ von Robert Schumann aus „Waldszenen“, Op. 82. Einspielung: Wilhelm Backhaus (1958), vgl.: https://www.youtube.com/watch?v=K9bJnc0tSck
In Zungen reden und auf Spuren wandeln: Wie Robert Gernhardt auf dem Rilke-Weg und im Geiste Thomas Bernhards Kurt Tucholsky durch den Spessart folgte… (Teil 1) / Lesekuren #29.1
Friday, June 14, 2024 • Duration
Dies ist die erste von zwei Lesekuren zu „Das Wirtshaus im Spessart“ von Kurt Tucholsky und zu Ausschnitten aus „Wege zum Ruhm“ von Robert Gernhardt. Ich danke dem S. Fischer-Verlag für die Erlaubnis, aus Robert Gernhardts Text zu lesen!
Es geht in dieser Folge um das Wirtshaus im Spessart und auch um die Frage, "ob man eine Winzerin winzen kann". Das eigentliche Thema dieser Lesekuren ist aber das "Nachspüren": Im Titel der Geschichte von Tucholsky erscheint das einzige Wirtshaus, in dem die drei wandernden Freunde (Jakopp, Karlchen und der Ich-Erzähler) nicht waren: „Das Wirtshaus im Spessart“. Wir kennen es aus Wilhelm Hauffs gleichnamigem Märchen und es gab die Vorlage ab für die Verfilmung mit Liselotte Pulver. Dieses Wirtshaus liegt bekanntlich in Rohrbrunn. Kurt, Jakopp und Karlchen gingen offenbar diesem „Vorbild“ nach bei ihrer Wanderung, die sie als „Fußtour“ bezeichnen, die aber im Grunde natürlich eigentlich eine „Sauftour“ zu nennen ist. Und so ist es kein Wunder, daß sie einfach das Wirtshaus, das ihnen am liebsten ist, „um-benennen“ und auf „Rohr-brunn“ reimen. Schrecklich!
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Robert Gernhardt, Gerhard C. Krischker, Das Wirtshaus im Spessart. Auf den Spuren Kurt Tucholskys. 1996 (Kleebaum Verlag Bamberg), Reihe: Kleine Fränkische Bibliothek 3
Kurt Tucholsky, Das Wirtshaus im Spessart, 1927: https://www.textlog.de/tucholsky/erzaehlungen-prosa/das-wirtshaus-im-spessart
Es gibt sie doch, die Gernhardt-Linde: https://www.spessartprojekt.de/spessart/ein-literarischer-streifzug-durch-den-spessart/literarischer-streifzug-robert-gernhardt/
Weitere Folgen auf: www.lesekuren.deBild/Icon: Das Icon wurde von Katharina Hoheisel entwickelt auf Grundlage von: André Édouard Marty, Sur La Digue – Sonnenhut von Marthe Collot, Illustration aus La Gazette Du Bon Ton, 1925.Musik: „Vogel als Prophet“ von Robert Schumann aus „Waldszenen“, Op. 82. Einspielung: Wilhelm Backhaus (1958), vgl.: https://www.youtube.com/watch?v=K9bJnc0tSck
„Nieder mit dem Geld, es lebe die Liebe!“ – Giovanni Boccaccios „Decamerone“ / Lesekuren #28
„Ein liebender Mann“ von Martin Walser und Goethe in Marienbad (Teil 2) / Lesekuren #27.2
Friday, December 22, 2023 • Duration 29:26
Dies ist die zweite von zwei Lesekuren zu Martin Walsers Roman "Ein liebender Mann".
Im Jahr 2023 hatte Goethes „Marienbader Elegie“ Geburtstag: Sie kam vor 200 Jahren zwischen dem 5. September und dem 19. September 1823 auf die Welt. Martin Walser hat den Umständen, die zu diesem Schaffensprozess geführt haben, im Jahr 2008 seinen Roman "Ein liebender Mann" gewidmet. Die Lesekur stellt den Roman vor und schaut auf Johann Wolfgang von Goethes letzten Böhmen-Aufenthalt. Im zweiten Teil der Lesekur wird die Marienbader Elegie in großen Ausschnitten gelesen. Für Walser war es "das Gipfel-Liebesgedicht der deutschen Sprache". Etwas schmerzlicheres mit Blick auf eine unmögliche Liebe und auf das Altwerden ist wohl kaum geschrieben worden: "Mir ist das All, ich bin mir selbst verloren..."
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Martin Walser, Ein liebender Mann. Roman, 2008, Rowohlt, https://www.rowohlt.de/buch/martin-walser-ein-liebender-mann-9783499255618
Elke Heidenreich ist seine Muse. Über Martin Walsers Roman "Ein liebender Mann". Von Alexandra PontzenRSS-Newsfeed neuer Artikel von Alexandra Pontzen, https://literaturkritik.de/id/11756
Im heutigen Tschechien kann man viele der Orte noch besuchen, an denen Goethe weilte. Es wird häufig liebevoll darauf hingewiesen:
Goethe-Route in Marienbad: https://www.marianskelazne.cz/de/ausflugstipps/goethe-route/
J. W. Goethe und Marienbad. Bachelorarbeit von Iveta Kostilníková, 2014, https://dspace5.zcu.cz/bitstream/11025/13838/1/BP%20Iveta%20Kostilnikova.pdf
Goethes letzte Liebe, Josef Füllenbach in der Prager Zeitung vom 8.1.2014, https://www.pragerzeitung.cz/goethes-letzte-liebe/
Weitere Folgen auf: www.lesekuren.deBild/Icon: Das Icon wurde von Katharina Hoheisel entwickelt auf Grundlage von: André Édouard Marty, Sur La Digue – Sonnenhut von Marthe Collot, Illustration aus La Gazette Du Bon Ton, 1925.Musik: „Vogel als Prophet“ von Robert Schumann aus „Waldszenen“, Op. 82. Einspielung: Wilhelm Backhaus (1958), vgl.: https://www.youtube.com/watch?v=K9bJnc0tSck
„Ein liebender Mann“ von Martin Walser und Goethe in Marienbad (Teil 1) / Lesekuren #27.1
Friday, December 8, 2023 • Duration 43:50
Dies ist die erste von zwei Lesekuren zu Martin Walsers Roman "Ein liebender Mann".
Im Jahr 2023 hatte Goethes „Marienbader Elegie“ Geburtstag: Sie kam vor 200 Jahren zwischen dem 5. September und dem 19. September 1823 auf die Welt. Martin Walser hat den Umständen, die zu diesem Schaffensprozess geführt haben, im Jahr 2008 seinen Roman "Ein liebender Mann" gewidmet. Die Lesekur stellt den Roman vor und schaut auf Johann Wolfgang von Goethes letzten Böhmen-Aufenthalt. Im zweiten Teil der Lesekur wird die Marienbader Elegie in großen Ausschnitten gelesen. Für Walser war es "das Gipfel-Liebesgedicht der deutschen Sprache". Etwas schmerzlicheres mit Blick auf eine unmögliche Liebe und auf das Altwerden ist wohl kaum geschrieben worden: "Mir ist das All, ich bin mir selbst verloren..."
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Martin Walser, Ein liebender Mann. Roman, 2008, Rowohlt, https://www.rowohlt.de/buch/martin-walser-ein-liebender-mann-9783499255618
Elke Heidenreich ist seine Muse. Über Martin Walsers Roman "Ein liebender Mann". Von Alexandra PontzenRSS-Newsfeed neuer Artikel von Alexandra Pontzen, https://literaturkritik.de/id/11756
Im heutigen Tschechien kann man viele der Orte noch besuchen, an denen Goethe weilte. Es wird häufig liebevoll darauf hingewiesen:
Goethe-Route in Marienbad: https://www.marianskelazne.cz/de/ausflugstipps/goethe-route/
J. W. Goethe und Marienbad. Bachelorarbeit von Iveta Kostilníková, 2014, https://dspace5.zcu.cz/bitstream/11025/13838/1/BP%20Iveta%20Kostilnikova.pdf
Goethes letzte Liebe, Josef Füllenbach in der Prager Zeitung vom 8.1.2014, https://www.pragerzeitung.cz/goethes-letzte-liebe/
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„Die Perlen“ aus Tania Blixens „Wintergeschichten“. Eine Erzählung der Scheherazade des Nordens (Teil 2) / Lesekuren #26.2
Friday, September 1, 2023 • Duration 37:29
Dies ist die zweite von zwei Lesekuren zu Karen Blixens Erzählung "Die Perlen", in der Übersetzung von Jürgen Schweiner. (Die Autorin wird in Deutschland meist "Tania Blixen" genannt.)
Ein junges Ehepaar auf der Hochzeitsreise in Norwegens Bergen, hoch über dem Meer: Dort lernt Jensine ihren Mann erstmals näher kennen und wundert sich. Sie liebt ihn und doch widerstrebt ihr vieles an ihm. Seine vollständige Sorglosigkeit macht sie so wütend, dass sie ihn das Fürchten lehren will. Dabei scheinen seine und ihre Art auf das Leben und die Welt zu blicken, durch ihre Familien und ihre Herkunft geprägt zu sein. Als die Perlenkette, die er ihr geschenkt hat, zerreißt, kommt es zu einer folgenreichen Begegnung für die junge Frau. Im Hinter- und Untergrund der Geschichte stehen Norwegens Märchen und der Dichter Henrik Ibsen. Auch wenn die Erzählung im Band „Wintergeschichten“ erschienen ist, so spielt sie doch zunächst lange im hellen Juni Norwegens und eignet sich darum winters wie sommers zur Lektüre-. Und was für eine anregende und auch witzige Lektüre ist das! Tania Blixens Erzähllust bestätigt in dieser Erzählung einmal mehr, dass sie den Beinamen „Scheherazade des Nordens“ mehr als verdient. Sie hören in den beiden Teilen dieser Lesekur die gesamte Erzählung „Die Perlen“, unterbrochen von kurzen Erläuterungen und Vertiefungen. Wenn Sie die Autorin Karen (in Deutschland meist "Tania") Blixen näher kennenlernen wollen, dann können Sie das in der Lesekur, die sich mit „Afrika, dunkel lockende Welt“ und „Jenseits von Afrika“ befasst.
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Tania Blixen: Wintergeschichten. Aus dem Englischen übertragen von Jürgen Schweier. Die amerikanische Ausgabe, aus der übersetzt wurde, erschien 1942 zeitgleich mit der dänischen Originalausgabe unter dem Pseudonym Isak Dinesen. 2. Auflage 2013 (btb Verlag in der Verlagsgruppe Random House GmbH, München). Copyright der deutschsprachigen Ausgabe 1985, 20213 by Deutsche Verlags-Anstalt, München, in der Verlagsgruppe Random House Verlag.
Inge Ahrens im Tagesspiegel vom 17.11.2025: Der Roman „Out of Africa“ machte die Dänin Karen (Tania) Blixen berühmt. Ein Besuch auf ihrem Familiengut Rungstedlund, https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/reise/kenia-steckt-in-jeder-stube-3674833.html
Norwegens Fjorde: https://www.fjordtravel.no/
https://www.youtube.com/watch?v=sxdhGvFkspA
Der norwegische Komponist Edvard Grieg komponierte in der romantisch-wilden und grandiosen Landschaft Hardangers, in der Jensine und Alexander ihre Flitterwochen verbrachten.
https://www.youtube.com/watch?v=4rR-SL3OCMU
Der Gedanke, dass "in 100 Jahren alles vorbei ist", ist zentral in Karen Blixens Erzählung "Die Perlen". Er soll uns jedoch nicht traurig stimmen, sondern uns vielmehr ein wenig leichter machen um's Herz...
Fra Hardanger (1847), Gemälde von Hans Fredrik Gude (1825-1903)
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