Zum Neustart des Podcasts habe ich mich mit Miriam Schwan unterhalten, die maßgeblich an der Produktion "Sie rufen außerhalb der Sprechzeiten an", einem Abend mit Musicalelementen am Brandenburger Theater, beteiligt war. Gemeinsam nähern wir uns der Frage an, warum und wie man im Musical abseits von Next to Normal über psychische Störungen sprechen kann.
Weitere Infos:
1948 wurden psychische Störungen zum ersten Mal zusammen mit in der ICD, der internationalen Klassifikation der Krankheiten (herausgegeben von der WHO), aufgeführt.
Wichtig dazu:
Die in der ICD aufgeführten psychischen Störungen sind beschreibend: Sie stellen erst einmal nur Symptome bereit, anhand derer sich die Problematik einer Einzelperson einordnen lassen kann. Sie definieren nie den Menschen an sich. Das Entstehen einer Störung kann vielerlei Faktoren haben – und eine eindeutige Ursache muss nicht vorliegen.
Die individuelle Problematik einer Person kann sich lösen oder ändern, so wie der Begriff, der gebraucht wird, um diese zu beschreiben. Genauso kann der soziokulturelle Kontext und der Stand der Forschung zu der Entscheidung führen, ganz davon abzusehen, etwas als "Störung" zu benennen: Einige Diagnosen sind in der ICD heute gar nicht mehr zu finden, dafür neue hinzugekommen. Die jeweiligen Einordnungen sind also ständig im Fluss.