Wann nennen wir Gewalt im Hundetraining eigentlich Gewalt?
Oft sprechen wir erst dann von Gewalt, wenn es sichtbar brutal wird: wenn ein Hund geschlagen, hart korrigiert, eingeschüchtert oder körperlich deutlich verletzt wird. Aber was ist mit den vielen alltäglichen Situationen, in denen Hunde eingeschränkt, festgehalten, übergangen oder zu etwas gezwungen werden?
In dieser Folge von Unter der Lupe geht es um den Gewaltbegriff im Hundetraining – und darum, warum ein sehr enger Blick auf Gewalt oft mehr schützt als nur den Begriff. Vielleicht schützt er auch uns: vor Scham, Schuld, Überforderung und der Verantwortung, genauer hinzuschauen.
Wir sprechen über Macht, Zwang, Einschränkung, fehlende Zustimmung und Verantwortung im Zusammenleben mit Hunden.
Es geht um Leine, Festhalten, Begrenzen, Pflege, Management und die Frage, warum „notwendig“ nicht automatisch „gewaltfrei“ bedeutet.
Diese Folge sagt nicht: Alles ist gleich schlimm.
Und sie sagt auch nicht: Jede Begrenzung ist falsch.
Sie fragt etwas anderes:
- Wie früh sind wir bereit hinzuschauen?
- Wie ehrlich benennen wir Macht im Umgang mit Hunden?
- Und was verändert sich, wenn wir Gewalt nicht erst dort sehen, wo sie eskaliert?
Ein wichtiger Gedanke dieser Folge ist der Rote - oder - blaue - Pille - Moment aus Matrix: der Moment, in dem man etwas einmal wirklich gesehen hat – und danach nicht mehr zurück kann in den alten Blick.
Gewaltbewusstes Hundetraining bedeutet für mich nicht, dass nie etwas Begrenzendes passiert.
Es bedeutet, Macht, Zwang und Einschränkung nicht kleinzureden, sondern Verantwortung dafür zu übernehmen.
Für alle, die Hundetraining, Gewaltbewusstsein, positive Verstärkung, aversive Methoden, Ethik, Beziehung und Verantwortung im Umgang mit Hunden genauer anschauen möchten.
Nina Werner | Beziehungskompass Mensch & Hund
Hundeschule RockingDogs