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047 Sommer-Rückblick: was in dieser Saison funktioniert hat, und was nicht
29 Aug 2026
00:15:24
Eine Imkersaison nur am Honigertrag zu messen, greift zu kurz. Markus Habermehl zieht in dieser Honigraum-Folge eine ehrliche Bilanz über den ganzen Sommer, mit klarem Blick darauf, was er nächstes Jahr anders macht.
Sein Maßstab für eine gute Saison geht deutlich über die Kilozahl hinaus: Volksgesundheit, Varroa-Last, Volksentwicklung, wie gut Ableger und Königinnenzucht gelaufen sind, wie hoch die Verluste waren, und ganz ehrlich auch persönliche Faktoren wie Überforderung oder Freude an der Arbeit.
Was gut lief: die Tracht war stark, die Sonnenscheindauer hat mitgespielt, die selbst gebaute Ausrüstung hat sich bewährt, und das Einsammeln von Schwärmen hat gut funktioniert. Mit dem Honigertrag ist Markus zufrieden.
Wo es geharkt hat, ist er genauso offen: Schwärme wurden nicht sauber behandelt, und die Schwarmkontrolle war insgesamt nicht zuverlässig genug. Bei der Vermehrung zeigt sich ein klares Bild: Brutwabenableger sind ihm mehrfach gescheitert, während Kunstschwärme mit Multiboxen und zugesetzter Königin verlässlich funktioniert haben. Die Konsequenz für ihn ist eindeutig: Er will künftig nur noch über Kunstschwärme vermehren.
Für die nächste Saison nimmt er sich außerdem vor, den Beutenbock zu verbessern, das Futtermanagement systematischer anzugehen und sich auf mehr Völker vorzubereiten. Und er hat ein neues Ziel für das kommende Jahr: den Einstieg in die eigene Königinnenzucht.
046 Vespa velutina Bekämpfung: was rechtlich erlaubt ist
26 Aug 2026
00:22:58
"Nester überlässt du Profis." Das ist der Satz, auf den in dieser Folge alles hinausläuft, und Markus Habermehl braucht dafür trotzdem eine gute halbe Stunde. Denn bei der Asiatischen Hornisse hängt fast jede Frage daran, in welchem Land du stehst. Deutschland, Österreich und die Schweiz behandeln Vespa velutina rechtlich unterschiedlich, und wer das durcheinanderbringt, macht sich im schlimmsten Fall strafbar.
Deshalb trennt Markus die drei Länder in dieser Folge sauber. Zuständigkeiten, Meldewege und was du selbst tun darfst, unterscheiden sich nicht nur zwischen den Staaten, sondern innerhalb Deutschlands auch noch von Bundesland zu Bundesland und in der Schweiz von Kanton zu Kanton.
Deutschland. Seit März 2025 gilt die Asiatische Hornisse hier als weit verbreitet. Das klingt nach einer Formalie, ändert aber die ganze Logik dahinter: Der Schwerpunkt liegt nicht mehr auf flächendeckender Beseitigung, sondern auf Management. Wer zuständig ist und wer die Kosten für eine Nestentfernung trägt, hängt vom Bundesland ab. Markus geht in der Folge durch, worauf du dich einstellen solltest, bevor du zum Hörer greifst.
Österreich. Hier ist die Art noch nicht etabliert, und genau deshalb ist Melden wichtiger als anderswo. Sichtungen laufen zentral über velutina-melden.at. Von Selbstbekämpfung wird ausdrücklich abgeraten.
Schweiz. Eigenes Recht, eigener Meldeweg: asiatischehornisse.ch. Auch dort gilt für Privatpersonen, Nester nicht selbst anzugehen.
Ein Punkt zieht sich durch alle drei Länder: das Foto. Eine Meldung ohne Bild ist für die Behörden schwer zu bewerten, eine Meldung mit einem brauchbaren Foto ist sofort einzuordnen. Das ist der kleinste Aufwand mit dem größten Effekt, den du als Imker leisten kannst.
Genauso wichtig ist die andere Richtung, und da wird Markus deutlich: Die heimische Hornisse und viele andere Insekten stehen unter Schutz. Sie dürfen nicht ohne Grund getötet, ihre Nester nicht zerstört werden. Verwechslungen passieren häufiger, als man denkt. Und unselektive Fallen, also die klassischen Bier- oder Saftfallen, lehnt er wegen des Beifangs klar ab. Da hängen am Ende mehr Nützlinge drin als Hornissen.
Was bleibt, sind drei Regeln, die in Deutschland, Österreich und der Schweiz gleichermaßen funktionieren: die eigene Beute schützen, jede Sichtung sauber und mit Foto melden, und Nester den Fachleuten überlassen. Alles andere ist Ländersache.
Tags: Asiatische Hornisse, Vespa velutina, Vespa velutina bekämpfen, Hornisse melden, velutina-melden.at, asiatischehornisse.ch, Rechtslage Deutschland Österreich Schweiz, Nestentfernung, Naturschutz, Imkerei
045 Mein Wintersitz: wie ich die Beuten vorbereite
26 Aug 2026
00:18:52
Mein Wintersitz: wie ich die Beuten vorbereite
Der Winter entscheidet sich biologisch schon im August, das hat Markus Habermehl in einer früheren Folge erklärt. Diesmal geht es um das Handwerkliche: seinen kompletten Ablauf, wie er die Beuten selbst für den Winter herrichtet, von der Reinigung bis zum Umgang mit schwachen Völkern.
Reinigung und saubere Waben im Herbst
Bodenschieber und Windeln werden regelmäßig gesäubert, verschmutzte Randwaben sortiert Markus schon bei der letzten Durchsicht aus. Ein Detail, das viele erst im Frühjahr angehen: er schmilzt alte Waben bereits im Herbst aus, damit die Völker auf sauberen Waben überwintern und Winterbienen sowie Futter auf frischem Wabenwerk anlegen können.
Trockenheit vor Wärme
Beim Stockklima steht für Markus Trockenheit klar vor Wärme. Feuchte Böden und Schimmel vermeidet er unter anderem durch modifizierte Böden und eine Entkopplung der Beute vom Untergrund. Die genaue Umsetzung hängt von System und Standort ab, das Ziel bleibt aber immer dasselbe: trocken und gut belüftet.
Mäuseschutz und Fluglochverkleinerung
Ein Mäusegitter oder ein mäusesicher verengtes Flugloch muss rechtzeitig ran, aber nicht zu früh, solange noch starker Flugverkehr herrscht. Das verengte Flugloch erschwert gleichzeitig Räuberei und hält Wespen wie Mäuse fern, ein doppelter Nutzen aus einem Handgriff.
Schwache Völker: auflösen und neu vereinigen
Für schlecht entwickelte Völker hat Markus einen klaren Plan: auflösen, die Bienen als Kunstschwarm neu vereinigen und mit einer Ersatzkönigin versehen, damit das Volk gestärkt in den Winter geht, statt schwach durchzuhalten.
Von drei auf zehn bis zwölf Völker
Zum Schluss zieht Markus den Vergleich zu seinem ersten Winter: geschützter Standort, Südausrichtung und enge Fluglöcher haben damals bei drei Völkern gut funktioniert. Dieses Jahr geht er dieselbe Vorbereitung systematischer an und für deutlich mehr Völker gleichzeitig, aus Glück im ersten Jahr soll diesmal Plan werden.
044 Die ersten 50 kg Honig: was machst du eigentlich damit?
18 Aug 2026
00:29:35
Deine erste größere Ernte ist im Eimer, und plötzlich steht die Frage im Raum, an die vorher kaum jemand denkt: was jetzt? Markus Habermehl nimmt sich in dieser Honigraum-Folge genau das vor, mit einer klaren Reihenfolge im Kopf: erst Eigenbedarf, dann Familie und Verwandte, danach Verschenken, und erst zum Schluss Verkaufen.
Bevor überhaupt verteilt wird, muss der Honig richtig gelagert werden. Luftdicht, kühl, trocken, dunkel, in sauberen, lebensmittelechten Behältern mit gut schließendem Deckel, Wärme und Feuchtigkeit sind die größten Feinde. Wer schnell kristallisierende Sorten hat, sollte rechtzeitig abfüllen oder cremig rühren, sonst wird der Honig im Eimer steinhart.
Bei der Gläserfrage stellt Markus DIB-Gläser mit ihren festen Vorgaben neutralen Twist-Off-Gläsern gegenüber. Wichtiger als die Glasform sind für ihn drei Dinge: einheitliche, saubere Gläser für einen wertigen Gesamteindruck, vollständige Pflichtangaben auf dem Etikett, und direktes Etikettieren nach dem Abfüllen, bevor Kondenswasser die Klebehaftung stört. Bedruckte Deckel sieht er kritisch, einheitliche Farben wirken seriöser.
Beim Verkauf rät Markus zu einem einfachen, lokalen Start: Bekannte, Nachbarn, Hofverkauf, persönliche Kontakte. Verschenkte Gläser sind dabei die beste Werbung, aus ihnen werden später zahlende Kunden. Ein auskömmlicher Preis ist ihm wichtiger als Masse, gerade im ersten Jahr geht es vor allem um Erfahrung und Marktgefühl, nicht um Gewinnmaximierung.
Zum Schluss zeigt er, wie sich Imker durch persönliche Übergaben an lokale Stellen, Vereine und Betriebe sichtbar machen, und empfiehlt eine Warteliste für Interessenten, falls die Ernte schneller ausverkauft ist, als gedacht.
043 Honig verkaufen rechtlich: was du wirklich wissen musst
18 Aug 2026
00:26:56
Ein falsches Etikett ist schnell gedruckt und genauso schnell eine Abmahnung wert. Markus Habermehl nimmt sich in dieser Honigraum-Folge die rechtliche Seite des Honigverkaufs vor: was aufs Glas muss, was typische Fehler sind, und eine brandaktuelle Änderung, die seit Juni 2026 gilt.
Die Pflichtangaben zuerst: die Verkehrsbezeichnung (Honig oder besser die genaue Sorte), Name und volle Anschrift, die Nettofüllmenge, das Ursprungsland ausdrücklich benannt, das Mindesthaltbarkeitsdatum, bei Bedarf eine Loskennzeichnung, und ein Aufbewahrungshinweis. Klingt nach Formalität, ist aber genau da, wo Markus die häufigsten Fehler sieht: eine falsche Sortenbezeichnung, obwohl die Tracht gar nicht überwiegend von der genannten Pflanze stammt, eine fehlende volle Adresse, oder die Annahme, die eigene Anschrift würde die Herkunftsangabe schon mit abdecken. Tut sie nicht, die Herkunft muss explizit dastehen.
Beim Mindesthaltbarkeitsdatum gilt: "Mindestens haltbar bis …" muss ausgeschrieben sein, die Abkürzung MHD reicht nicht. Als Imker legst du das Datum selbst fest, vorausgesetzt Lagerung und Wassergehalt stimmen, der Deutsche Imkerbund empfiehlt zwei Jahre als Richtwert.
Genauso wichtig sind die Verbote: keine Heilversprechen, keine krankheitsbezogenen Aussagen, keine irreführenden Angaben wie "zuckerfrei" oder "kaltgeschleudert". Das ist die klassische Abmahnfalle, und Markus zieht hier eine klare Linie, egal wie harmlos eine Formulierung klingt.
Und dann die brandaktuelle Änderung: Seit dem 14. Juni 2026 gelten verschärfte Herkunftsregeln für Mischhonig aus mehreren Ländern, alle Anteile müssen jetzt prozentual und sichtbar auf der Vorderseite stehen. Für deinen eigenen deutschen Honig ändert sich dadurch nichts, du gibst weiter einfach "Deutschland" als Ursprung an.
Zum Schluss ein praktischer Rat, den viele erst denken, wenn es zu spät ist: Dokumentiere deine Chargen, und teste dein Etikett auf Wasserfestigkeit, bevor du eine ganze Serie druckst.
042 Bienenkrankheiten erkennen: was du selbst diagnostizieren solltest
10 Aug 2026
00:31:28
Bienenkrankheiten erkennen: was du selbst diagnostizieren solltest
"Ist das jetzt ernst, oder bilde ich mir das ein?" Genau diese Frage steht am Anfang dieser Honigraum-Folge, in der Markus Habermehl die wichtigsten Bienenkrankheiten durchgeht und erklärt, wann du selbst Verdacht schöpfen kannst und wann eine fachliche Diagnose nötig wird.
Den Anfang macht die Varroose, der Dauerbrenner unter den Bienenkrankheiten. Sichtbare Milben, verkrüppelte Flügel, ein löchriges Brutbild und insgesamt geschwächte Völker sind die Warnsignale, kontrolliert wird über Puderzucker- oder Auswaschmethode. Danach folgt die amerikanische Faulbrut, die gefürchtetste unter ihnen: eingesunkene, durchlöcherte Zelldeckel und eine braune, fadenziehende Masse beim klassischen Streichholztest. Bei Verdacht gilt für Markus eine klare Regel, sofort das Veterinäramt informieren und eine Futterkranzprobe ins Labor schicken.
Weiter geht es mit Nosema, Kalkbrut und Sackbrut. Nosema zeigt sich über Kotflecken, matte Bienen und einen schwachen Start ins Frühjahr, sicher diagnostizieren lässt sie sich nur im Labor. Kalkbrut erkennst du an kalkweißen, mumifizierten Larven, meist ein Zeichen für Feuchtigkeit und Volksschwäche statt eine eigenständige Katastrophe. Sackbrut und andere Viren ordnet Markus konsequent als Folge von Varroa oder allgemeiner Schwäche ein, nicht als eigenständige Baustelle.
Einen klaren Schwerpunkt legt er auf Vorbeugung: starke Völker führen, Wabenhygiene einhalten, altes Material regelmäßig erneuern, trockene und sonnige Standorte wählen. Ein praktischer Tipp am Rande: Holzbeuten vom Untergrund entkoppeln, damit weniger Feuchtigkeit hochzieht.
Sein Fazit bleibt einfach: früh erkennen, sauber reagieren, und im Zweifel Labor und Fachleute einschalten statt selbst herumzudoktern. Die Varroa konsequent im Griff zu halten, nimmt dabei den meisten Folgekrankheiten von vornherein den Nährboden.
041 Zweiter Bienenstand: wann er sich wirklich lohnt
10 Aug 2026
00:26:40
Irgendwann wird der eine Standort zu eng, oder mehr Völker an einem Ort bringen plötzlich nicht mehr Honig. Markus Habermehl erklärt in dieser Honigraum-Folge, wann ein zweiter Bienenstand wirtschaftlich sinnvoll wird, und warum er selbst inzwischen findet, dass die Option auf einen zweiten Platz schon viel früher Sinn ergibt, als die meisten denken.
Wenn die Tracht am ersten Standort nicht mehr reicht
Stehen zu viele Völker an einem Ort, konkurrieren sie um dieselben Ressourcen, und jedes zusätzliche Volk bringt weniger. Ein zweiter Standort mit eigener Tracht kann dann mehr bringen als ein weiteres Volk am vollen ersten Stand. Dazu kommt: verschiedene Standorte ermöglichen verschiedene Sortenhonige und verteilen das Risiko, wenn an einem Ort die Tracht ausfällt.
Der Grund, an den kaum jemand von Anfang an denkt
Für Markus persönlich zählt noch etwas anderes, unabhängig von Trachtdruck oder Völkerzahl: die praktische Organisation. Ein eingefangener Schwarm gehört nicht direkt neben die bestehenden Völker, sondern erstmal in Quarantäne. Ein Ableger muss außerhalb des Flugkreises des Hauptstandorts stehen, sonst finden die Flugbienen zurück zum Muttervolk. Und wer langfristig eigene Königinnenzucht betreiben will, profitiert von einem zweiten, belegstellenähnlichen Platz für die Begattung. Diese Gründe haben mit Wachstum nichts zu tun, sie sprechen dafür, sich die Option auf einen zweiten Standort schon früh offen zu halten.
Der Aufwand, den man ehrlich einplanen muss
Ein zweiter Standort bedeutet auch mehr Arbeit. Jede Kontrolle, jede Behandlung, jede Fütterung braucht zusätzliche Fahrten. Gute Erreichbarkeit und realistische Zeitplanung entscheiden, ob ein zweiter Stand auf Dauer praktikabel bleibt oder zur Belastung wird.
Wo überhaupt einen Platz finden
Als mögliche Standorte nennt Markus Bahnflächen, Firmengelände, Gemeindeflächen, Forstflächen, Streuobstwiesen und private Grundstücke. Rechtlich braucht es die Zustimmung des Eigentümers, außerdem die Meldung beim Veterinäramt und die Anmeldung bei der Tierseuchenkasse, das gilt für jeden Standort.
040 Bienenflucht einsetzen: bekommt man das ohne Stress hin?
03 Aug 2026
00:12:11
Muss man vor der Honigernte wirklich jede einzelne Wabe abkehren, um den Honigraum bienenfrei zu bekommen? Markus Habermehl zeigt in dieser Honigraum-Folge, dass es mit der richtigen Bienenflucht deutlich stressfreier geht, für dich und für die Bienen. Die Bienenflucht funktioniert wie eine Einbahnstraße. Sie wird zwischen Honigraum und Brutraum eingebaut, sodass die Bienen über Nacht nach unten in den Brutraum wandern, aber nicht mehr zurückfinden. Am nächsten Morgen lässt sich der Honigraum weitgehend bienenfrei abnehmen, ganz ohne Abkehren jeder Wabe. Markus stellt verschiedene Bauformen vor: sternförmige, rhombische, runde und Eck-Bienenfluchten. Entscheidend ist das Timing. Eingelegt wird meist am Abend vor der Ernte, damit die Bienen über Nacht abwandern können. Zwei Bedingungen müssen stimmen: Der Honig muss reif sein, und im Honigraum darf keine Brut mehr sitzen. Wichtig auch: die Flucht nicht zu lange drinlassen, sonst drohen Wärmestau oder Feuchtigkeitsaufnahme im Honig. Typische Probleme entstehen bei zu hohen Temperaturen, Brut im Honigraum, undicht oder schräg eingelegten Fluchten sowie offenen Honigräumen. Dann funktioniert die Methode nicht sauber, oder es kommt zu Räuberei. Markus setzt deshalb auf die klassische Betriebsweise mit Absperrgitter als Grundlage für einen reibungslosen Ablauf. Wenn die Bienenflucht bei Hitze nicht funktioniert oder nur wenige Waben schnell raus sollen, greift Markus zur Alternative: Abkehren oder Abschütteln, am besten mit einem Perlonbesen mit harten Borsten.
039 Wann und womit du die Restentmilbung richtig durchführst
31 Jul 2026
00:10:09
"Brutfrei, sonst wirkt es nicht." Diesen Satz stellt Markus Habermehl an den Anfang, wenn es um die Restentmilbung geht, die letzte Varroa-Behandlung des Jahres. In dieser Honigraum-Folge erklärt er, warum der Zeitpunkt hier über Erfolg oder Misserfolg entscheidet. Nach den Sommerbehandlungen bleiben oft Restmilben zurück, oder es kommt zu einer Reinvasion aus Nachbarvölkern. Ohne Brut, in der sich die Milben verstecken können, vermehren sie sich im Herbst und Winter munter weiter, wenn niemand eingreift. Genau diesen Restbestand nimmt die Restentmilbung ins Visier, damit die Winterbienen gesund bleiben und das Volk im Frühjahr kraftvoll startet. Der Knackpunkt ist die Brutfreiheit. Oxalsäure wirkt nur auf Milben, die offen auf den Bienen sitzen, nicht auf jene in verdeckelter Brut. Ist das Volk nicht wirklich brutfrei, überleben viele Milben die Behandlung. Spätherbst oder Frühwinter gelten als typisches Zeitfenster, Markus betont aber: Brutfreiheit muss geprüft werden, nicht einfach unterstellt. Bei der Methode unterscheidet er zwei Wege: 1. Das Träufeln mit Oxalsäure in Zuckerwasser, gut geeignet für kleinere Bestände. 2. Das Verdampfen beziehungsweise Sublimieren, praktischer bei mehreren Völkern, aber nur mit zugelassenem Präparat, zugelassenem Gerät und Atemschutz. Schwächere Völker reagieren empfindlicher, deshalb gilt: nach Anleitung dosieren, nicht nach Gefühl. Zum Schluss rät Markus zur Kontrolle über die Bodeneinlage. Ein deutlicher Milbenfall nach der Behandlung zeigt Wirkung, ein anhaltend hoher Fall spricht für starken Befall oder eine unvollständige Behandlung. Die häufigsten Fehler: zu früh behandelt, falsches Wetter, überdosiert, kein Atemschutz, keine Kontrolle danach.
038 Gelée Royale: die teure Spezialnische der Imkerei
30 Jul 2026
00:08:41
Neben Honig, Wachs und Propolis gibt es ein Bienenprodukt, das kaum ein Hobbyimker je erntet: Gelée Royale, auch Königinnenfuttersaft genannt. Markus Habermehl nimmt sich in dieser Honigraum-Folge die Frage vor, ob sich diese Nische für kleine Imkereien überhaupt lohnt. Biologisch entsteht Gelée Royale in den speziellen Königinnenzellen während der Königinnenzucht und wird nur in winzigen Mengen produziert. Genau das macht die Ernte extrem arbeitsintensiv: viel Handarbeit für sehr wenig Ertrag. Dazu kommen hohe Anforderungen an Kühlung, Lagerung und Hygiene, denn das Produkt ist empfindlich und verdirbt schnell. Ein Punkt, den Markus besonders betont: Gesundheitsbezogene Werbeaussagen beim Verkauf sind rechtlich heikel. Wer Gelée Royale als Nahrungsergänzung mit gesundheitlichem Nutzen bewirbt, bewegt sich schnell auf dünnem Eis. Sein Fazit fällt nüchtern aus. Für die meisten Hobby- und Nebenerwerbsimker bleibt Gelée Royale eher eine Liebhabernische als ein tragfähiges Geschäftsmodell. Der Aufwand steht in keinem guten Verhältnis zum Ertrag, wenn man es nicht im großen Stil betreibt. Am Rande erwähnt er noch Apilanil, ein Spezialprodukt aus Drohnenbrut, das in Deutschland kaum verbreitet und für die meisten Imker eher eine Kuriosität ist. Sein Rat an alle, die mit dem Gedanken spielen: Gelée Royale ist faszinierend, aber für kleine Betriebe kein Hauptstandbein.
037 Buckfast vs. Carnica: meine ehrliche Bilanz
27 Jul 2026
00:17:07
Buckfast oder Carnica, kaum eine Frage wird unter Imkern so leidenschaftlich diskutiert wie diese, und kaum eine wird laut Markus Habermehl so überbewertet. In dieser Honigraum-Folge zieht er eine nüchterne Bilanz zu beiden Rassen: Herkunft, Eigenschaften, Ertrag, Varroa-Resistenz und die Frage, wie rein "reinrassig" in der Praxis überhaupt ist. Beide sind für Markus Zuchtbienen, gezüchtet auf Sanftmut und Ertrag, mit meist nur graduellen Unterschieden. Carnica, die Kärntner Biene, punktet mit guter Wabenstetigkeit und schneller Frühjahrsentwicklung. Buckfast, eine gezielte Kombinationszucht, zeigt oft geringen Schwarmtrieb, gute Honigleistung und wird häufig als robust beschrieben. Wichtiger als der Rassenname sind für Markus aber die konkrete Linie und die Anpaarung. Beim Honigertrag hält er beide Rassen für potenziell sehr leistungsfähig, ein Volk brachte bei ihm 56 Kilo. Entscheidend seien am Ende Standort, Tracht, Betriebsweise und die einzelne Königin, nicht das Rassenetikett. Bei Varroa, Vitalität und Krankheitsresistenz wird Markus deutlich: Weder Rassewahl noch Zucht auf Resistenz ersetzt eine Varroabehandlung. Die Hoffnung auf eine "Wunderbiene" sieht er kritisch, viele Volksverluste haben andere Ursachen. Zum Schluss räumt er mit einem verbreiteten Irrtum auf: Bei normaler Standbegattung entstehen fast immer Mischungen, echte Reinrassigkeit gibt es nur über kontrollierte Anpaarung. Sein Fazit: Am Ende zählt das einzelne Volk, Sanftmut, Schwarmtrieb, Entwicklung und Leistung, nicht das Etikett auf der Königin.
036 Warum manche Bienen sanftmütig sind und andere aggressiv
25 Jul 2026
00:18:33
Warum bleibt das eine Volk ruhig, wenn du dich näherst, während dich das Nachbarvolk schon von Weitem angreift? Markus Habermehl geht dieser Frage in dieser Honigraum-Folge auf den Grund und zeigt, dass Sanftmut vor allem eine Sache der Genetik ist, aber nicht nur. Der größte Faktor ist für Markus die Vererbung, vor allem über die Königin und ihre Anpaarung. Sanftmut gilt als vererbbares Merkmal und deshalb als eines der wichtigsten Zuchtziele überhaupt. Eine sanftmütige Linie mit guter Anpaarung führt eher zu ruhigen Völkern, eine schlechte Anpaarung eher zu Stechlust. Wetter, Umwelt und Zeitpunkt Auf die Grundveranlagung setzen sich äußere Auslöser drauf: schwüles Wetter, Gewitterstimmung, Wind, Trachtlücken, Räuberei-Druck, Erschütterungen durch Rasenmäher oder Mähroboter, dauernde Störungen am Stand und sogar die Tageszeit. Markus beobachtet, dass viele Völker morgens und bei gutem Flugwetter entspannter sind, abends dagegen eher gereizt. Der Imker als Auslöser Der zweite große Hebel bist du selbst. Hektische Bewegungen, gequetschte Bienen, ein falsch geöffneter Deckel, zu wenig oder gar kein Rauch, dazu Mundgeruch, Parfüm, Schweiß und dunkle, raue Kleidung, all das kann ein Volk zusätzlich reizen. Markus empfiehlt deshalb ruhiges, langsames Arbeiten, gezieltes Smoken und einen möglichst schonenden Umgang mit den Waben. Bleibt ein Volk trotz allem dauerhaft aggressiv, sieht Markus die Lösung in der Umweiselung. Meistens steckt dann ein genetisches Problem dahinter, etwa eine schlechte Anpaarung oder der Verlust der ursprünglichen Königin. Eine neue, sanftmütige Königin macht das Volk langfristig wieder umgänglich, du musst nur den Mut haben, diesen Schnitt zu machen, statt dich Jahr für Jahr mit einem stechigen Volk zu arrangieren.
035 Wintervorbereitung beginnt im August: der Fehler, den fast jeder macht
24 Jul 2026
00:10:41
Ob ein Bienenvolk den Winter übersteht, entscheidet sich nicht im Winter. Es entscheidet sich im August. Diese These stellt Markus Habermehl an den Anfang dieser Honigraum-Folge, und sie erklärt gleich den häufigsten Fehler in der Wintervorbereitung: zu spät anzufangen. Der Grund liegt in der Biologie. Sommerbienen leben nur wenige Wochen, sammeln und pflegen die Brut, dann sind sie verbraucht. Winterbienen dagegen leben mehrere Monate, tragen das Volk durch die kalte Jahreszeit und haben einen völlig anderen Stoffwechsel mit mehr Reservestoffen. Genau diese Winterbienen werden im Spätsommer und Frühherbst aufgezogen, also im August. Wenn dann die Rahmenbedingungen nicht stimmen, sind die Winterbienen von Anfang an geschwächt, egal was im Oktober noch unternommen wird.
Zwei Stellschrauben entscheiden laut Markus über gesunde, langlebige Winterbienen:
Die Varroa-Belastung rechtzeitig senken, nicht erst im Herbst.
Früh genug füttern, damit das Volk beim Ansetzen der Winterbienen bereits gut versorgt ist.
Der typische Fehler: Wintervorbereitung erst im Oktober oder November zu starten. Zu diesem Zeitpunkt sind die Winterbienen längst angelegt und durch eine späte Varroa-Behandlung oder zu spätes Füttern womöglich schon geschädigt. Im Spätherbst bleibt dann nur noch Kontrolle und Restentmilbung übrig, die eigentliche Weichenstellung ist längst gelaufen. Sein eigener Zeitplan: Fütterung spätestens ab dem 1. August, die Varroa-Behandlung jetzt im Spätsommer erledigen. Interessant ist außerdem sein Hinweis auf Studien, die Zuckerwasser gegenüber Invertzuckerfutter im Vorteil sehen, weil die Bienen das Futter dabei selbst umarbeiten.
034 Imker werden: würde ich es wieder so machen?
21 Jul 2026
00:18:07
"Würde ich wieder anfangen? Sofort." Mit diesem Satz beendet Markus Habermehl die aktuelle Folge des Honigraum-Podcasts, nachdem er ein Jahr Imkerei schonungslos durchleuchtet hat: Was seit dem Start 2025 funktioniert hat, was er heute anders machen würde, und welche Fehler jeder Einsteiger vermeiden kann. Los ging es mit drei Völkern statt einem, und genau das hat sich als klügste Entscheidung erwiesen. Als eines davon fast einging, waren es die beiden anderen, die Markus bei der Stange hielten. Auch der Standort mitten im eigenen Garten war richtig, auch wenn der steile Hang bis heute den Zugang zu den Beuten erschwert. Weniger stolz ist Markus auf seine Einkäufe. Ein schief geratener Beutenbock, zu viele unterschiedliche Beutentypen und Teile von verschiedenen Herstellern, dazu Anschaffungen, die er im Nachhinein für überflüssig hält. Aus dieser Erfahrung heraus plant er eine Checkliste für Anfänger, die nur die wirklich notwendige Grundausstattung auflistet, kein Marketing-Beiwerk. Bei der Varroa-Behandlung bleibt er seiner bisherigen Strategie mit Oxalsäure-Streifen treu, ergänzt sie künftig aber um einen Ameisensäure-Verdunster. Bei der Königinnenzucht hat er sich bewusst gegen komplexe Systeme entschieden: Bannwabe, Bogenschnitt und Eistreifen reichen ihm völlig. Am deutlichsten war sein Learning bei der Futterkontrolle. Künftig will er früher und systematischer wiegen, um das Winterfutter rechtzeitig im Blick zu haben. Und noch etwas betont er ausdrücklich, obwohl er selbst einen Podcast dazu macht: Bücher und Videos ersetzen keinen erfahrenen Imker, der neben dir am offenen Volk steht und dir zeigt, worauf es ankommt. Sein Fazit trotz aller Fehlkäufe und Umwege bleibt eindeutig positiv. Sein Rat an alle, die selbst mit der Imkerei anfangen wollen: klein starten, Verantwortung übernehmen, keine Angst vor Fehlern haben, und sich möglichst jemanden an die Seite holen, der schon weiter ist.
033 Cremiger Honig herstellen
20 Jul 2026
00:17:39
In dieser Folge des Honigraum-Podcasts erklärt Markus Habermehl, wie du aus normalem Honig streichzarten Cremehonig machst. Der Schlüssel ist, die Kristallisation gezielt zu steuern, statt sie dem Zufall zu überlassen. So entsteht statt grobem, hartem Honig eine feine, glatte Konsistenz.
Was Cremehonig ist Jeder Honig kristallisiert früher oder später. Cremehonig ist nichts Zugesetztes, sondern derselbe Honig mit feiner Kristallstruktur statt grober. Genau diese Struktur lässt sich steuern, und darum geht es in dieser Folge.
Impfen mit Impfhonig Der zentrale Schritt ist das Impfen. Markus gibt einen kleinen Anteil sehr fein kristallisierten Impfhonig dazu, der die feine Struktur für die neue Charge vorgibt. Vorhandener Cremehonig lässt sich dafür erneut verwenden. Wichtig ist, dass der Impfhonig wirklich fein kristallisiert ist.
Richtig rühren, ohne Luft einzuschlagen Der Honig soll langsam und gründlich bewegt werden, ohne viel Luft einzurühren. Markus empfiehlt Rührspiralen oder spezielle Rührgeräte, bei kleinen Mengen geht auch Handrühren. Robuste Edelstahlwerkzeuge sind geeignet, einfache Akkuschrauber oder Bohrmaschinen dagegen nicht zuverlässig genug.
Temperatur und Timing Temperatur ist entscheidend: Honig nie über 40 Grad erhitzen, sonst leidet die Qualität. Das Rühren und Kristallisieren gelingt kühl am besten, oft um 14 Grad. Zu warm bleibt der Honig flüssig, zu kalt wird er schwer rührbar. Abgefüllt wird, wenn die Oberfläche gleichmäßig cremig ist.
Qualität vor Menge Zum Schluss betont Markus den Qualitätsanspruch: Cremehonig muss vollständig glatt sein, ohne spürbare Kristalle. Überzeugt das Ergebnis nicht, wird es nicht abgefüllt. Mit einem einfachen Kreislauf aus Planen, Umsetzen, Prüfen und Verbessern wird jede Charge ein Stück besser.
032 Königin zeichnen: Praxis-Tipps, die kein Lehrbuch erklärt
17 Jul 2026
00:22:47
In dieser Folge des Honigraum-Podcasts erklärt Markus Habermehl, warum er seine Bienenköniginnen zeichnet und wie das in der Praxis wirklich abläuft. Für ihn hat das Markieren vor allem zwei Gründe: Die Königin lässt sich bei der Durchsicht schneller finden, und über die Farbe erkennst du sofort ihr Alter.
Warum Königinnen zeichnen Eine gezeichnete Königin spart Zeit und Stress. Statt jede Wabe minutenlang abzusuchen, findest du den markierten Punkt viel schneller, und das ganze Volk wird dabei weniger gestört. Zusätzlich sagt dir die Farbe auf einen Blick, aus welchem Jahr sie stammt.
Der internationale 5-Jahres-Farbcode Für die Markierung gilt ein internationaler Farbcode, der sich alle fünf Jahre wiederholt: Weiß, Gelb, Rot, Grün und Blau. Markus nutzt dafür einen Merkspruch, damit die Reihenfolge sitzt. So erkennst du an der Farbe zuverlässig das Alter der Königin, ohne in Aufzeichnungen blättern zu müssen.
Die Königin sicher fangen Beim Fangen setzt Markus auf ruhiges, langsames Arbeiten. Er bevorzugt ein Fangröhrchen statt der Klammer, weil das Risiko sinkt, die Königin zu quetschen. Wichtig ist ein sauberer Ablauf: erst sicher fixieren, dann in Ruhe markieren.
Werkzeuge und Markierungsarten Markus beschreibt seine bevorzugten Hilfsmittel: Fangröhrchen, Käfig, Zeichenkolben, Stirnlupe und kleine Leimfläschchen. Zum Markieren nennt er drei Wege: den Lackstift, das aufgeklebte Opalitblättchen und nummerierte Marken, teils mit UV-Kennzeichnung. Der Punkt kommt sauber auf den Thorax, nicht auf Kopf oder Hinterleib.
Wenn die Markierung fehlt Ein Praxis-Tipp, den kein Lehrbuch so klar sagt: Ist die Königin plötzlich unmarkiert oder nicht zu finden, prüfe zuerst das Brutbild, bevor du von einem Verlust ausgehst. Frische Eier und junge Larven zeigen, dass eine Königin da ist. Eine fehlende Markierung kann auch an einer stillen Umweiselung liegen, das Volk hat sich unbemerkt eine neue Königin herangezogen.
031 Bienenstöcke transportieren: Tipps aus der Praxis
16 Jul 2026
00:08:34
Honigraum — Bienen, Fragen, Antworten. Der ehrliche Imker-Podcast für Hobbyimker, Bienenliebhaber und alle, die mehr wissen wollen als das, was im Imkerverein erzählt wird. Markus Habermehl ist seit 2025 Imker und nimmt dich mit auf seinen Weg — vom Anfänger zum selbstdenkenden Imker, mit allen Erkenntnissen, Fehlern und Aha-Effekten dazwischen. Hier hörst du keine abgelesenen Lehrbuch-Antworten zur Bienenhaltung, sondern echte Praxis. Mindestens zwei bis drei konkrete Learnings pro Episode — über Königinnenzucht und Bienenkönigin, Varroa und Varroamilbe, Schwarmkontrolle und Bienenschwarm, Honigernte und Honig schleudern, Bienenwachs und Propolis, Wintervorbereitung und die Asiatische Hornisse (Vespa velutina). Neue Folgen wöchentlich. Mehr in der internationalen Imker-Community: imkergruppe.com
030 Räuberei verhindern: was am Bienenstand wirklich funktioniert
15 Jul 2026
00:11:40
In dieser Folge des Honigraum-Podcasts erklärt Markus Habermehl, wie Räuberei am Bienenstand entsteht, woran du sie am Flugloch erkennst und welche Maßnahmen wirklich helfen. Aus leicht erhöhtem Flugverkehr kann in kurzer Zeit ein ernstes Problem werden, das schwache Völker ausräumt und sich über den ganzen Stand ausbreitet.
Wie Räuberei entsteht Räuberei passiert, wenn Bienen aus einem meist starken Volk in ein schwächeres eindringen und dessen Vorräte plündern. Besonders in trachtarmen Zeiten steigt der Druck. Typische Auslöser sind Trachtlücken, schlecht geschützte oder weisellose Völker, und, das betont Markus deutlich, der Imker selbst: offenes Füttern, herumstehender Honig und langes Arbeiten am offenen Volk.
Woran du Räuberei erkennst Die Warnzeichen am Flugloch: hektisches Treiben, Kämpfe, tote Bienen, suchende Räuberbienen, aufgebrochene Wachsdeckel und leergeräumte Zellen. Der Unterschied zu normalen Sammlerinnen: Die kommen zielstrebig und beladen von der Tracht zurück, während Räuberbienen suchend und nervös am Stock herumkontrollieren.
Die wichtigste Sofortmaßnahme Wird ein Volk beräubert, zählt für Markus vor allem eins: das Flugloch deutlich verengen, damit die Wächterinnen den Eingang wieder verteidigen können. Dazu die Arbeit am Stand sofort einstellen, nichts Süßes offen stehen lassen und das betroffene Volk in Ruhe lassen.
So beugst du vor Am besten lässt du Räuberei gar nicht erst entstehen. Markus rät zu engen Fluglöchern in trachtarmen Zeiten, geschlossenem und spätem Füttern, sauberem Arbeiten ohne offene Süße und dem gezielten Schutz schwacher Völker. Vorbeugung ist hier deutlich einfacher als das Löschen eines Brandes, der schon lodert.
029 Imkerbedarf: warum ich nicht mehr alles kaufe, was die Versender empfehlen
14 Jul 2026
00:16:31
In dieser Folge des Honigraum-Podcasts erklärt Markus Habermehl, wie Marketing im Imkerbedarf funktioniert und warum er heute deutlich kritischer einkauft. Markus kommt aus dem Online-Marketing und weiß, wie über ein Problem erst ein Bedürfnis erzeugt wird, um dir die passende Lösung zu verkaufen. Genau diesen Blick legt er auf Kataloge, Shops und Starter-Sets.
Wie Kataloge und Shops Bedürfnisse erzeugen Autorität und sozialer Beweis wirken: „Testsieger", „von Imkern empfohlen" oder ein günstig wirkendes Bundle klingen überzeugend. Für Markus sagt das aber nichts darüber aus, ob ein Artikel für dich persönlich wirklich nötig ist. Viele Starter-Sets enthalten Geräte, die im Alltag kaum benutzt werden.
Welche Artikel Anfänger oft nicht brauchen Markus beschreibt typische Fehlkäufe: Spezialwerkzeug, das ein einfaches Grundwerkzeug genauso erledigt, und Zubehör, das nach dem ersten Jahr im Schrank liegt. Sein Maßstab ist nicht der Preis, sondern die Frage, wie oft du etwas wirklich in die Hand nimmst.
Seine drei Kaufregeln 1. Kaufe erst, wenn das Problem wirklich da ist, nicht weil ein Katalog es dir einredet. 2. Investiere nur in die wenigen Dinge, die du oft nutzt und lange behältst. 3. Prüfe, ob du das Teil selbst bauen kannst, statt es fertig zu kaufen.
Wofür sich Qualität lohnt Bei manchen Anschaffungen rät Markus klar zu Qualität: gute Beuten, ein Refraktometer, ordentliche Schutzkleidung, solides Werkzeug und ein guter Smoker. Genauso wichtig ist für ihn die Investition in Wissen, über Bücher, Schulungen und den Austausch mit erfahrenen Imkern.
Lieber selber bauen Zum Schluss zeigt Markus, wie viel sich selbst bauen lässt: Fluglochkeile, Ablegerkästen oder Beutenböcke muss man selten kaufen. Bei Gittern und Zubehör lohnt sich vor allem der Blick auf die Passgenauigkeit.
028 Mittelwand-Wachs: die Wahrheit über Wachsverfälschung
13 Jul 2026
00:21:54
In dieser Folge des Honigraum-Podcasts spricht Markus Habermehl über Wachsverfälschung bei Bienenwachs: was sie bedeutet, welche Fremdstoffe im Wachs landen, welche Schäden verfälschte Mittelwände im Volk anrichten und wie du dich davor schützt. Es gab Fälle, in denen gekaufte Mittelwände zu Brutverlusten und zum Zusammenbruch ganzer Völker geführt haben.
Was Wachsverfälschung bedeutet Von Verfälschung spricht man, wenn dem Bienenwachs Fremdstoffe beigemischt werden, häufig genannt sind Stearin oder Paraffin. Für Markus ist das kein Randthema, denn solches Wachs wird zu Mittelwänden verarbeitet und landet direkt im Brutnest.
Die Folgen für das Volk Verfälschtes Wachs kann die Brut schädigen und ein Volk massiv schwächen. Das Tückische: Das Problem zeigt sich oft erst spät, wenn die Brut ausfällt und niemand sofort ans Wachs denkt. Genau deshalb bleibt der Zusammenhang häufig lange unentdeckt.
Warum das bloße Auge nicht reicht Mit bloßem Auge lässt sich verfälschtes Wachs meist nicht sicher erkennen. Geruch, Bruchverhalten und Schmelzpunkt geben Hinweise, aber sicher ist nur eine Analyse im Labor. Markus rät, sich nicht auf den ersten Eindruck zu verlassen.
So schützt du dich Markus nennt drei Wege zur Absicherung: Erstens seriöse Anbieter, die Nachweise und Analysen vorlegen. Zweitens im Zweifel eine eigene Laboranalyse. Und drittens, als beste Absicherung, ein eigener Wachskreislauf, bei dem du genau weißt, was in deinem Wachs steckt. Dabei sollten Brutraum- und Honigraumwachs getrennt und sauber geführt werden, weil Wachs Rückstände binden kann.
Ein Appell für klare Standards Zum Schluss weist Markus darauf hin, dass der Begriff Bienenwachs nicht klar geschützt ist, und fordert eine einheitliche Deklaration für Bienenwachs innerhalb der Imkerschaft. Solange die fehlt, bleibt der eigene, kontrollierte Wachskreislauf der sicherste Weg.
027 Drohnenbrütigkeit erkennen: wenn das Volk seine Königin verliert
12 Jul 2026
00:15:00
In dieser Folge des Honigraum-Podcasts erklärt Markus Habermehl die Drohnenbrütigkeit im Bienenvolk: woran du sie am Brutbild erkennst, welche Ursachen dahinterstecken und welche Wege dir bleiben, ein drohnenbrütiges Volk zu retten oder aufzulösen. Gerade für Anfänger ist das Bild schwer einzuordnen, und in der Praxis wird es schnell zum Problem.
Was Drohnenbrütigkeit bedeutet Ein drohnenbrütiges Volk legt nur noch unbefruchtete Eier, aus denen ausschließlich Drohnen werden. Markus nennt zwei Hauptursachen: eierlegende Arbeiterinnen, die sogenannten Drohnenmütterchen, oder eine Königin, die schlecht begattet wurde oder deren Spermavorrat aufgebraucht ist. Ohne befruchtete Eier fehlt dem Volk der Nachwuchs an Arbeiterinnen.
So erkennst du es am Brutbild Die typischen Zeichen: bucklige Zelldeckel, Drohnenbrut mitten auf den Arbeiterwaben, mehrere Eier pro Zelle, Eier an den Zellwänden und ein unruhiges, weiselloses Verhalten des Volkes. Wer diese Hinweise zusammen sieht, hat es sehr wahrscheinlich mit Drohnenbrütigkeit zu tun.
Ursache Drohnenmütterchen oder Königin Bei der Behandlung bleibt Markus nüchtern. Ein Volk mit Drohnenmütterchen ist meist schwer zu retten, weil eine zugesetzte Königin oft abgestochen wird. Liegt es dagegen an einer drohnenbrütigen Königin, muss die alte Königin entfernt werden, danach lässt sich das Volk mit einer neuen Königin
oder einer Weiselzelle wieder aufbauen. Abfegen oder vereinigen Als praktische Maßnahmen beschreibt Markus das Abfegen und die Vereinigung mit einem gesunden, weiselrichtigen Volk. Die Vereinigung ist oft die klügere Lösung: Sie senkt den Aufwand und das Risiko, eine neue Königin wieder zu verlieren. Statt Heldentum am kranken Volk zählt hier die nüchterne Entscheidung.
026 Honig schleudern: die Werkzeuge, die ich wirklich nutze
11 Jul 2026
00:21:23
In dieser Folge des Honigraum-Podcasts zeigt Markus Habermehl, welche Ausrüstung du zum Honig schleudern wirklich brauchst und wo Anfänger oft zu viel oder zu teuer einkaufen. Es geht um Schleudertypen, die Frage eigene oder Vereinsschleuder, das Entdeckeln, das Sieben und das Abfüllen, und über allem steht die Hygiene.
Tangential- oder Radialschleuder Markus beginnt bei den zwei wichtigsten Schleudertypen. Die Tangentialschleuder ist günstiger, braucht aber mehr Handarbeit, weil die Waben gewendet werden müssen. Die Radialschleuder ist teurer, dafür schneller und bequemer, weil beide Wabenseiten gleichzeitig geschleudert werden. Dazu kommt die Wahl zwischen Hand- und Motorbetrieb.
Eigene Schleuder oder Vereinsschleuder Ob sich eine eigene Schleuder lohnt, hängt für Markus an der Menge. Bei wenigen Völkern reicht die Vereinsschleuder, solange sie sauber zurückgegeben wird. Eine eigene Schleuder lohnt sich eher bei größeren Mengen oder wenn Termindruck entsteht. Markus berichtet dabei auch von seinen gebrauchten und älteren Schleuderlösungen.
Entdeckeln und Deckelwachs gewinnen Beim Entdeckeln nennt Markus Entdeckelungsgabel, Entdeckelungsmesser und Entdeckelungswanne. Das Deckelwachs sollte gesammelt und möglichst getrennt weiterverarbeitet werden. Es gibt einfache Selbstbau-Lösungen, und auch Schleuderbeutel können hier helfen.
Sieben, Klären und Abfüllen Zum Verarbeiten empfiehlt Markus grobe und feine Siebe sowie ein zylindrisches Sieb aus dem Brauereibedarf. Vor dem Abfüllen zählen Wassergehalt und der richtige Zeitpunkt vor der Kristallisation. Wer hier sauber arbeitet, spart sich später Ärger im Glas.
Hygiene über allem Der wichtigste Punkt zum Schluss: Hygiene. Alle Geräte, Gläser und Arbeitsflächen müssen sauber, trocken und lebensmittelecht sein. Guter Honig entsteht nicht nur an der Schleuder, sondern an jeder Fläche, die er auf dem Weg ins Glas berührt.
025 Refraktometer für Honig: den Wassergehalt richtig messen
11 Jul 2026
00:08:58
In dieser Folge des Honigraum-Podcasts erklärt Markus Habermehl das Refraktometer für Honig: wie es den Wassergehalt misst, warum die Kalibrierung über alles entscheidet und welche Richtwerte nach Honigverordnung und DIB-Glas gelten. Dazu die typischen Messfehler und wie du sie vermeidest.
Wie das Refraktometer den Wassergehalt misst Ein Refraktometer misst den Brechungsindex des Honigs. Daraus wird der Wassergehalt in Prozent berechnet und an einer blau-weißen Grenzlinie abgelesen. Die Honig-Skala liegt meist zwischen 13 und 25 Prozent. So bekommst du in Sekunden einen belastbaren Wert, vorausgesetzt, das Gerät stimmt.
Kalibrierung entscheidet über alles Für Markus ist die Kalibrierung der wichtigste Punkt. Ein unkalibriertes Gerät liefert falsche Werte, egal wie teuer es war. Als Referenz dienen eine Kalibrierflüssigkeit oder ein Kalibrierprisma. Gemessen wird bei etwa 20 Grad Celsius oder mit automatischer Temperaturkompensation.
Richtwerte für den Wassergehalt Die Honigverordnung erlaubt bis 20 Prozent Wassergehalt, im DIB-Glas sind maximal 18 Prozent zulässig. Markus empfiehlt, eher zwischen 15 und 17 Prozent zu ernten. Über 18 Prozent steigt die Gärgefahr, der Honig kann kippen.
Typische Messfehler Falsche Temperatur, Luftblasen, ein ungleichmäßiger Honigtropfen, ein verschmutztes Prisma und eine fehlende Kalibrierung verfälschen das Ergebnis. Markus rät, mehrere Proben aus verschiedenen Waben zu nehmen und daraus einen Mittelwert zu bilden, statt sich auf eine einzelne Wabe zu verlassen.
Welches Gerät reicht Zum Schluss macht Markus es einfach: Ein günstiges Honigrefraktometer mit automatischer Temperaturkompensation reicht völlig. Entscheidend ist nicht der Preis, sondern regelmäßig zu kalibrieren und sauber zu messen.
024 Trachtlücke im Sommer: Was du jetzt deinem Bienenvolk geben kannst
09 Jul 2026
00:08:47
Die Trachtlücke im Sommer wird von vielen Imkern unterschätzt. Draußen ist alles grün, und trotzdem hungert das Bienenvolk. Markus Habermehl erklärt in dieser Folge des Honigraum Podcasts, wann die Trachtlücke im Hochsommer auftritt, woran du sie am Volk erkennst und wann eine Notfütterung wirklich sinnvoll ist. Dabei zeigt er auch die typische Falle mit dem Honigraum, in die du nicht tappen solltest.
Was ist die Trachtlücke und wann tritt sie auf Die Trachtlücke liegt meist im Hochsommer, wenn die Frühjahrsblüte vorbei ist und die Sommeroder Waldtracht noch nicht richtig läuft. Markus Habermehl macht deutlich: Auch wenn die Landschaft sattgrün aussieht, kann im Volk der Nektar fehlen. Hitze und ausbleibende Nektarbildung verschärfen die Lage zusätzlich. Wie stark die Lücke ausfällt, hängt stark von der Region und dem Standort ab.
Woran du die Trachtlücke am Bienenvolk erkennst Ein Schwerpunkt der Folge sind die Anzeichen. Markus Habermehl nennt weniger Flugaktivität, ein stagnierendes oder sinkendes Beutengewicht, knappe Vorräte und gereizteres Verhalten. Im Extremfall stellt die Königin die Eilage ein. Wichtig zu wissen: In dieser Phase werden Völker stechlustiger und deutlich anfälliger für Räuberei. Wer sein Volk regelmäßig beobachtet, erkennt die Trachtlücke früh genug, um zu handeln.
Notfütterung: wann sie sinnvoll ist Die Notfütterung ist dann sinnvoll, wenn dem Volk akut Futter fehlt und die Brut sonst verhungern würde. Markus Habermehl warnt aber vor einer verbreiteten Falle: Wird bei aufgesetztem Honigraum gefüttert, verfälscht das Futter den Honig. Deshalb gilt, nur zu füttern, wenn kein zu erntender Honigraum betroffen ist oder dieser vorher abgenommen wurde. Offen gefüttert wird nicht, weil das die Räuberei anheizt.
Die richtigen Maßnahmen gegen die Trachtlücke Als Vorgehen empfiehlt Markus Habermehl Beobachtung, Gewichtskontrolle und gezieltes Handeln statt blinden Aktionismus. Sauberes Arbeiten im Stock gehört dazu, und bei Bedarf hilft das Umhängen von Futterwaben, um Vorräte dorthin zu bringen, wo das Volk sie braucht. Langfristig ist eine standortgerechte Trachtvielfalt der beste Weg, die Sommerlücke von vornherein kleiner zu halten.
Kapitel • 00:10 Trachtlücke im Sommer • 02:16 Anzeichen im Bienenvolk • 03:23 Wann Notfütterung sinnvoll ist • 05:06 Maßnahmen gegen die Lücke • 05:59 Folgen für die Honigernte • 06:55 Gewicht und Flug prüfen
023 Imkerverein: Was bringt dir die Mitgliedschaft wirklich?
08 Jul 2026
00:16:08
Lohnt sich ein Imkerverein oder kann man sich den Beitrag sparen? Markus Habermehl geht in dieser Folge des Honigraum Podcasts genau dieser Frage nach. Er wägt ehrlich ab, was die Mitgliedschaft in einem Imkerverein für Anfänger und erfahrene Imker konkret bringt: Praxiswissen, gemeinsames Material, Sammelbestellungen, den Austausch zu regionalen Themen und vor allem die Haftpflichtversicherung. Sein Fazit vorweg: Für die allermeisten überwiegt der Nutzen deutlich.
Wissen, Geräte und Gemeinschaft im Imkerverein Der größte Alltagsnutzen liegt für Markus Habermehl im geballten Praxiswissen. Ein Imkerverein bietet Anfängerschulungen, Lehrbienenstände und erfahrene Imker als Ansprechpartner, die einem über die ersten Jahre hinweghelfen. Dazu kommt die gemeinsame Ausstattung: Geräte wie Honigschleuder, Mittelwandpresse oder Gießvorrichtung muss sich niemand allein anschaffen, sondern kann sie über den Verein nutzen. Auch Sammelbestellungen für Futter und Mittel sparen bares Geld. Und nicht zuletzt zählt die Gemeinschaft: Gleichgesinnte, die dieselbe Leidenschaft für die Bienen teilen.
Die Haftpflichtversicherung als größter Vorteil Ein eigener Schwerpunkt der Folge ist die Haftpflichtversicherung über Verein oder Landesverband. Markus Habermehl hält sie für einen der wertvollsten Bausteine der Mitgliedschaft. Bienen können Schäden verursachen, etwa wenn ein Schwarm abgeht oder ein Verkehrsunfall entsteht. Genau dann greift die Versicherung, die in vielen Vereinsbeiträgen bereits enthalten ist. Ob zusätzlich Rechtsschutz oder Unfallleistungen mit abgedeckt sind, sollte man im Einzelfall prüfen.
Regionale Praxis schlägt das Lehrbuch Beim Thema Wissen macht Markus Habermehl einen wichtigen Unterschied deutlich: Im Verein lernt man vor allem die regionale Praxis. Was im eigenen Klima funktioniert, wie erfahrene Imker vor Ort arbeiten und welche Handgriffe wirklich helfen, das steht so in keinem Lehrbuch. Gleichzeitig warnt er davor, alles ungefiltert zu übernehmen. Moderne Methoden werden nicht überall offen aufgenommen, deshalb sollte jeder Imker mitdenken, filtern und seinen eigenen Weg finden.
Generationenkonflikt: Erfahrung trifft neue Ideen Offen spricht Markus Habermehl auch über das Spannungsfeld im Verein zwischen langjähriger Erfahrung und neuen Ideen aus dem Internet und der Praxis anderer Imker. Sein Rat: beide Seiten ernst nehmen, respektvoll zuhören und sich nicht an Rechthaberei aufreiben. Wer die Erfahrung der Älteren mit frischen Ansätzen verbindet, holt für seine eigene Imkerei am meisten heraus.
Schnelle Infos zu neuen Gefahren Gerade bei aktuellen Bedrohungen zeigt sich der Wert des Netzwerks. Über den Verein bekommt man schnell Informationen zu regionalen Themen wie der Faulbrutlage oder der Ausbreitung der asiatischen Hornisse. Diese kurzen Wege können im Ernstfall entscheidend sein, um das eigene Volk und die Nachbarschaft zu schützen.
Fazit: Lohnt sich der Imkerverein? Am Ende fällt das Urteil von Markus Habermehl klar positiv aus. Für die meisten Imker, und besonders für Anfänger, überwiegt der Nutzen einer Mitgliedschaft deutlich. Ausschlaggebend sind die Haftpflichtversicherung, das regionale Praxiswissen und der Austausch in der Gemeinschaft. Wer neu einsteigt, sollte den Weg in den örtlichen Imkerverein also ernsthaft in Betracht ziehen.
Kapitel • 00:13 Imkerverein: Nutzen und Kritik • 00:36 Wissen, Geräte und Gemeinschaft • 04:35 Haftpflicht als Hauptvorteil • 07:30 Regionale Praxis statt Lehrbuch • 11:18 Generationenkonflikt im Verein • 13:17 Neue Gefahren, schnelle Infos • 13:50 Fazit zur Mitgliedschaft
022 Amerikanische Faulbrut erkennen: Symptome, Streichholztest und was du dann tun musst
07 Jul 2026
00:18:37
In dieser Folge des Honigraum-Podcasts erklärt Markus Habermehl die amerikanische Faulbrut bei Bienen: wie die Krankheit entsteht, woran du sie am Brutbild erkennst, wie der einfache Verdachtstest funktioniert und welche Meldepflichten und Vorbeugemaßnahmen gelten.
Was die amerikanische Faulbrut ist Die amerikanische Faulbrut ist eine bakterielle Seuche, verursacht durch Paenibacillus larvae (früher Bacillus larvae). Besonders problematisch sind die Sporen, weil sie sehr widerstandsfähig sind und lange überleben. Verbreitet wird die Krankheit über Futter, Putzerbienen, Räuberei und Verflug im Stock und am Stand. Für Menschen und Honig ist sie ungefährlich, für Bienenvölker aber existenzbedrohend.
Symptome am Brutbild Markus achtet vor allem auf das Brutbild: löchrige, unregelmäßige Brutflächen, eingesunkene und durchlöcherte Zelldeckel sowie braune, schleimige und zähfadenige Masse in der Zelle. Oft kommt ein fauliger Geruch dazu. Diese Anzeichen sind der erste Hinweis für einen Verdacht.
Der Streichholztest Als einfachen Verdachtstest beschreibt Markus den Streichholztest: Lässt sich die zersetzte Larvenmasse fadenziehend aus der Zelle herausziehen, ist das ein deutliches Warnzeichen. Wichtig: Das ist nur ein Verdachtsmoment. Die sichere Diagnose erfolgt im Labor, in der Regel über eine Futterkranzprobe.
Meldepflicht bei Verdacht Die amerikanische Faulbrut ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz eine anzeigepflichtige Tierseuche. Bei Verdacht muss das zuständige Veterinäramt oder die jeweilige Behörde informiert werden. Nach Bestätigung können Sperrbezirke eingerichtet werden, befallene Völker und Material werden nach behördlicher Anweisung saniert oder beseitigt.
Vorbeugung Zum Schluss nennt Markus die wichtigsten Vorbeugemaßnahmen: regelmäßige Brutkontrolle, saubere Arbeitsweise, kein Füttern von unbekanntem oder fremdem Honig, Vermeidung von Räuberei, konsequente Wabenerneuerung und bei Bedarf Futterkranzproben.
021 Standortwahl für Bienen: was bei der Standplatzsuche wirklich zählt
06 Jul 2026
00:15:15
In dieser Folge des Honigraum-Podcasts erklärt Markus Habermehl, wie man den richtigen Standort für seine Bienenvölker findet. Die Wahl des Standplatzes beeinflusst Honigertrag, Gesundheit und Arbeitsaufwand und lässt sich später nur schwer korrigieren, deshalb lohnt es sich, vorher gründlich nachzudenken.
Sonne, Wind und trockener Boden Markus beginnt bei Flugloch und Wetter. Frühsonne am Flugloch bringt die Bienen morgens früher in den Flug, eine Ausrichtung nach Süden oder Südosten ist günstig. Genauso wichtig: ein windgeschützter, trockener Platz ohne Kaltluftseen und ohne Staunässe.
Trachtangebot über das ganze Jahr Der entscheidende Punkt ist für Markus nicht eine einzelne Tracht, sondern die Versorgung über das ganze Jahr. Im Frühjahr zählen Weide, Obst und Raps, im Sommer Linde, Brombeere und Wald. Wer den Umkreis über die Saison hinweg betrachtet, trifft die bessere Standortentscheidung.
Erreichbarkeit wird oft unterschätzt Ein Standort, den man nur schwer erreicht, wird seltener kontrolliert. Genau das rächt sich bei Schwarmkontrolle, Futterkontrolle und schnellen Eingriffen. Markus rät, auf die Zugänglichkeit zu achten, auch für den Transport von Zargen und Honigräumen, idealerweise direkt mit dem Auto oder in kurzer Distanz.
Nachbarn und rechtliche Rücksicht Zum Schluss geht es um das Umfeld. Markus empfiehlt, Nachbarn früh einzubeziehen, die Flugrichtung weg von Terrasse und Gehweg zu legen und bei Bedarf Abstand zu halten. In Wohngebieten ist Imkerei grundsätzlich möglich, bei Unsicherheit hilft ein Gespräch mit dem Imkerverein oder der Gemeinde.
020 Bienenstand aufbauen: die Fehler, die ich nicht mehr mache
06 Jul 2026
00:14:43
In dieser Folge des Honigraum-Podcasts zeigt Markus Habermehl, wie man einen Bienenstand richtig aufbaut und welche Fehler er an seinem eigenen Stand gemacht hat. Es geht um Arbeitshöhe, Untergrund, Stabilität und darum, das wichtigste Werkzeug direkt am Stand zu haben. Die Grundlagen für einen guten Bienenstand Ein durchdachter Standplatz spart bei jeder Durchsicht Zeit und Nerven. Markus nennt vier Grundlagen: eine passende Arbeitshöhe, einen trockenen und stabilen Untergrund, genug Platz zum Arbeiten und gute Erreichbarkeit bei jedem Wetter. Wer das von Anfang an bedenkt, muss später nicht umbauen.
Meine eigenen Fehler am Stand Markus spricht offen über die Schwachstellen, die sich an seinem Stand erst mit der Zeit gezeigt haben: ein zu hoher Aufbau, ein leicht schräg stehender Stand, fehlender Schutz gegen Ameisen und zu wenig Stabilität der Balken. Dazu kommt die Rutschgefahr, wenn eine Beute beim Anheben nach vorne wegrutscht.
Praktische Lösungen, die sich bewährt haben Aus diesen Fehlern sind einfache Lösungen entstanden. Eine zusätzliche Leiste am vorderen Balken sichert gegen das Abrutschen, das Verbinden von Vorder- und Hinterbalken bringt Stabilität, und für den Aufbau reichen oft Leitern, Steine oder Paletten. Markus beschreibt außerdem seine verschiedenen Standvarianten im Garten, im Vorgarten und am Außenstand im Wald.
Werkzeug direkt am Stand Ein eigener Schwerpunkt ist die Ausstattung vor Ort. Markus empfiehlt, Werkzeug und Material direkt am Stand zu lagern: Stockmeißel, Smoker, Anzünder, Abkehrbesen, Eimer, Wachsbehälter, Notizzettel, Wasserkanister und eine wetterfeste Box. Das spart Wege und hilft, im Notfall schneller zu reagieren.
Mitwachsen und Erreichbarkeit Zum Schluss betont Markus, dass ein Stand mit der Völkerzahl mitwachsen sollte und auch im Winter gut erreichbar bleiben muss. Seine drei zentralen Punkte: gute Arbeitshöhe, sicherer Stand mit Platz und das wichtigste Werkzeug immer griffbereit.
019 Bienen füttern im Spätsommer: was, wann und wie viel Winterfutter
04 Jul 2026
00:18:56
In dieser Folge des Honigraum-Podcasts geht es um die Auffütterung im Spätsommer und warum sie neben der Varroa-Behandlung über eine gute Überwinterung entscheidet. Markus Habermehl erklärt Timing, Futterarten, Mengen und die typischen Fehler.
Das richtige Timing Der Zeitpunkt ist entscheidend, damit die Winterbienen geschont werden. Zu spätes Füttern belastet sie, zu frühes verkleinert unnötig das Brutnest. Gefüttert wird nach der Ernte und abgestimmt auf die Varroa-Behandlung, damit das Volk mit vollen Vorräten in den Winter geht.
Die Futterarten im Vergleich • Fertigsirup: bequem und gleichmäßig. • Selbst angerührtes Zuckerwasser: günstiger, aber aufwendiger. • Futterteig: die Lösung für spätere Notgaben.
Wie viel Futter? Als grobe Orientierung nennt Markus 15 bis 20 Kilo pro Wintervolk, betont aber: Volksstärke, Beutensystem und Standort zählen. Wichtiger als feste Tabellen ist die Gewichtskontrolle der Beuten, regelmäßig wiegen und nachkontrollieren.
Markus aus eigener Erfahrung Markus schildert offen, dass er im Winter zu leichte Völker hatte und später Futterteig direkt auf die Rähmchen legen musste. Seine Lehre daraus: wiegen, wiegen, wiegen.
Die häufigsten Fehler Zu spät füttern, zu wenig füttern, zu dünnes Winterfutter und offenes Füttern, das Räuberei auslöst. Sein Fazit: rechtzeitige, passende und kontrollierte Auffütterung ist die Grundlage für einen guten Start ins Frühjahr.
018 Wachsschmelzer im Vergleich: Sonnen- oder Dampfwachsschmelzer, was lohnt sich wirklich?
03 Jul 2026
00:15:50
In dieser Folge des Honigraum-Podcasts geht es um den Wachsschmelzer und die Frage, wann sich ein Sonnen- oder ein Dampfwachsschmelzer lohnt. Markus Habermehl vergleicht beide aus seiner Praxis und ordnet ein, welches System zu welcher Betriebsgröße passt.
Der Sonnenwachsschmelzer Eine einfache Kiste mit Glasdeckel, die das Wachs in der Sonne schmilzt. Vorteile: geringer Aufwand, kein Strom, schonende Verarbeitung, besonders für helles Entdeckelungswachs. Nachteile: abhängig vom Wetter, kleine Mengen und schwächere Ausbeute bei dunklen Altwaben.
Der Dampfwachsschmelzer Arbeitet mit Wasserdampf, eignet sich für größere Mengen und auch für dunkles Wabenmaterial. Er ist schneller, wetterunabhängig und liefert eine bessere Ausbeute, braucht aber eine Dampfquelle und mehr Handling. Für Markus die praktischere Lösung ab mehr Völkern.
Selbstbau Einen Sonnenwachsschmelzer baust du mit Isolierkiste, Glasdeckel, Blech und Auffangwanne relativ einfach selbst. Auch Dampfwachsschmelzer lassen sich aus Edelstahlteilen, Zargen und einfachen Dampfquellen zusammensetzen. Markus nennt dazu mehrere Varianten aus seiner Werkstatt.
Die häufigsten Fehler Markus warnt: Wachs nicht überhitzen, keine offenen Flammen, keine ungeeigneten Gefäße aus Eisen oder Kupfer, und helles und dunkles Wachs getrennt halten. Wachs sollte mehrfach geklärt werden, am besten mit Regenwasser oder destilliertem Wasser. Seinen eigenen Fehlversuch mit einem zu heißen Gasofen beschreibt er offen als Warnung.
017 Wespen und Räuberei im August: warum dein Volk jetzt in Gefahr ist
02 Jul 2026
00:09:38
In dieser Folge des Honigraum-Podcasts geht es um eine typische Spätsommergefahr am Bienenstand: Wespen und Räuberei. Markus Habermehl erklärt, warum im August die nachlassende Tracht und die geringere Volksstärke vor allem schwache Völker, Ableger und Begattungskästchen gefährden.
Das Flugloch verkleinern Der wichtigste Hebel ist ein kleiner Eingang. Markus nennt Fluglochkeile, Fluglochschieber und Schaumstoffstreifen. Ein enges Flugloch lässt sich von den Wächterbienen leichter verteidigen. Spätestens wenn die Tracht nachlässt oder erster Wespendruck auftritt, sollte das Flugloch enger werden.
Räuberei früh erkennen Räuberei durch fremde Bienen kann ein schwaches Volk in kurzer Zeit vernichten und auf weitere Völker übergreifen. Anzeichen laut Markus: hektisches Treiben am Flugloch, Kämpfe, suchendes Anfliegen, Eindringen an Ritzen, tote Bienen vor der Beute und ungewöhnlich reger Betrieb.
Schutz am Stand Am Stand darf kein Futter und keine Honigwabe offen stehen, das lockt Wespen und Räuber an. Schwache Einheiten sollten nicht lange schwach bleiben: vereinigen oder verstärken hilft.
Markus' Bienentunnel Zum Schluss stellt Markus einen selbst entwickelten Flugloch-Tunnel vor, der in die Beute eingeschoben wird und den Zugang enger macht. Die Idee: Ein enger Zugang ist leichter zu verteidigen als ein breites Flugloch.
016 Schwarmkontrolle: Lektionen aus meiner ersten Saison
02 Jul 2026
00:19:47
In dieser Folge des Honigraum-Podcasts geht es um Schwarmkontrolle: wie du verhinderst, dass ein Volk überhaupt erst in Schwarmstimmung kommt. Markus Habermehl erklärt das Schwärmen als natürliche Vermehrung (eine neue Königin entsteht, die alte zieht mit einem Teil des Volkes aus) und teilt die Lektionen aus seiner ersten Saison.
Wann der Schwarmtrieb auftritt Schwarmstimmung tritt meist von Frühjahr bis Spätsommer auf, häufig ab Ende April oder Mai. Auslöser sind starke Völker, Enge im Brutnest, viele junge Bienen, eine ältere Königin und der Futtersaftstau.
Schwarmzellen richtig erkennen Schwarmzellen sitzen typischerweise am unteren Wabenrand. Ab ihrer Verdeckelung ist mit dem Abgang der alten Königin zu rechnen. Wichtig: Schwarmzellen nicht mit Nachschaffungs- oder Drohnenzellen verwechseln.
Markus' drei Kern-Lektionen 1. In der Schwarmzeit spätestens alle sieben Tage kontrollieren. 2. Schwarmzellen sauber von Nachschaffungs- und Drohnenzellen unterscheiden. 3. Nur Zellen zu brechen reicht nicht, die Ursachen müssen mit behoben werden.
Maßnahmen gegen den Schwarmtrieb Markus nennt: Schröpfen, Ablegerbildung, Kunstschwärme, Zwischenableger, Königinnenentnahme, Raum geben und rechtzeitige Erweiterung. Auch das Einhängen von Mittelwänden oder Drohnenrahmen schafft Beschäftigung und Platz. Das reine Brechen von Schwarmzellen ist dagegen nicht dauerhaft ausreichend.
Zum Schluss: Ein Volk kann trotz Kontrolle schwärmen. Als zusätzliche Hilfe nennt Markus Stockwaagen mit Alarmfunktion, die Gewichtsverluste erkennen.
015 Honig vom Imker — wie ich verkaufe und was Kunden wirklich wollen
30 Jun 2026
00:13:49
In dieser Folge geht es um den Verkauf von Honig und um die Frage, wie Imker mit Preisen, Vertrieb und Kundenkontakt umgehen. Markus sagt, dass über Geld in der Imkerei oft zu wenig offen gesprochen werde, und möchte das Thema deshalb nüchtern ansprechen. Er betont, dass er selbst 2025 erst mit dem Verkauf begonnen habe und noch keine große Verkaufsgeschichte erzähle.
Themen dieser Folge: - Welche Verkaufswege für Honig es gibt - Warum Direktverkauf oft besser funktioniert als Versand - Was Kunden beim Imker wirklich suchen - Wie sich ein Imker vom Honig anderer unterscheiden kann - Wie Stammkunden gebunden werden können
Ein Schwerpunkt liegt auf den Verkaufswegen: genannt werden der Verkauf ab Hof, über lokale Läden, auf dem Wochenmarkt und online. Ab Hof sei wegen des direkten Kontakts und der höheren Marge besonders attraktiv, während Wochenmarkt und Online-Verkauf mehr Reichweite bringen, aber auch Zeit, Gebühren, Versandkosten und rechtliche Fragen mit sich bringen. Für kleine und Nebenerwerbsimker sei der lokale Direktverkauf meist rentabler als der Versand.
Ein weiterer Punkt ist die Kundenperspektive. Nach Aussage von Markus kaufen Kunden nicht nur Honig, sondern auch Echtheit, Regionalität, Geschichte und ein persönliches Gegenüber. Er empfiehlt, die Herkunft des Honigs klar zu erzählen und das Produkt mit Informationen über Ort, Arbeitsweise und Kristallisation zu verbinden. Auch ein ehrliches Etikett könne wichtiger sein als ein standardisiertes Glas.
Zum Schluss geht es um Stammkunden und Preisgestaltung. Stammkunden seien wirtschaftlich wertvoll, weil sie wiederkommen und weiterempfehlen. Vertrauen, Qualität, Erreichbarkeit und kleine Gesten könnten dabei helfen. Der Sprecher sagt außerdem, dass er nicht über den Preis konkurrieren wolle, sondern über Geschichte und Vertrauen.
014 Ameisensäure gegen Varroa: Anwendung Schritt für Schritt, Verdunster und die häufigsten Fehler
29 Jun 2026
00:20:39
In dieser Folge des Honigraum-Podcasts geht es um die Ameisensäure als klassische Sommerbehandlung gegen die Varroa und um genau die Behandlung, bei der am meisten schiefgeht. Markus Habermehl erklärt den entscheidenden Vorteil der Ameisensäure, die richtige Anwendung Schritt für Schritt, die gängigen Verdunster und die typischen Fehler.
Der entscheidende Vorteil Ameisensäure wird im Stock verdunstet, die Dämpfe verteilen sich und töten die Milben. Ihr großer Vorteil: Sie ist das einzige gängige Mittel, das auch in die verdeckelte Brut wirkt. Die Dämpfe dringen durch den Zelldeckel und erwischen die Milben, die sich in der Brut verstecken. Oxalsäure und Milchsäure können das nicht. Deshalb ist Ameisensäure die Sommerbehandlung der Wahl, solange das Volk noch in der Brut steht.
Der kritische Punkt: die Temperatur Ameisensäure ist stark temperaturabhängig. Zu kühl, und sie verdunstet zu wenig, die Behandlung wirkt nicht. Zu heiß, und es kommt zur Sturzverdunstung: zu viel Säure auf einmal, mit Schäden an Brut, Bienen und im schlimmsten Fall der Königin. Dann steht das Volk weisellos da. Markus' Rat: die Temperatur vor, während und nach der Behandlung im Blick behalten und sich an die empfohlenen Bereiche des jeweiligen Verdunsters halten, statt nach Gefühl zu dosieren.
Die Verdunster-Modelle • Schwammtuchmethode: billig und einfach, aber stärker temperaturabhängig und weniger gleichmäßig. • Nassenheider-Verdunster: etabliert, mit Docht, gibt über eine große Fläche ab (horizontal oder vertikal). Markus' Bedenken: Er tropft temperaturunabhängig weiter, sodass sich bei kühlen Nächten eine Pfütze bilden kann, die am nächsten warmen Tag zur Sturzverdunstung führt. • Liebig-Dispenser: zieht die Säure über das Docht-System aktiv aus der Flasche, nur so viel wie verdunstet. Markus bevorzugt ihn (rund 6 Euro pro Stück), weil im Zweifel eher Säure in der Flasche übrig bleibt, statt dass die Bienen Schaden nehmen. Er bezieht sich dabei auf ein Argument von Dr. Pia Aumeier.
Wichtiger als das Modell ist: ein System für den ganzen Betrieb wählen, sich an Gebrauchsanweisung und Temperaturvorgaben halten, nicht nach Bauchgefühl arbeiten.
Markus' eigene Einschätzung 2025 hat Markus die Sommerbehandlung nicht mit Ameisensäure gemacht, sondern mit Oxalsäurestreifen, als Anfänger einfacher und temperaturunabhängiger. Alle drei Völker kamen super fit aus dem Winter. Dieses Jahr ist er noch zwiegespalten, ob er Ameisensäure einsetzt oder wieder die teureren Streifen kauft. Er freut sich über Erfahrungsaustausch (Facebook: Markus Habermehl, oder LinkedIn).
013 Oxalsäure bei Bienen — Verdampfung vs. Träufeln
28 Jun 2026
00:41:38
In dieser Folge des Honigraum-Podcasts geht es um Oxalsäure bei Bienen als Winterbehandlung gegen die Varroa-Milbe. Markus Habermehl erklärt, warum die Restentmilbung vor allem in der brutfreien Phase sinnvoll ist, wie sich Träufeln und Verdampfen unterscheiden und worauf bei Rechtslage, Sicherheit und Erfolgskontrolle zu achten ist.
Warum Oxalsäure nur in der brutfreien Phase wirkt Oxalsäure wirkt nur auf Milben, die offen auf den Bienen sitzen. In die verdeckelte Brut dringt sie nicht ein. Deshalb ist die Behandlung im Winter nach dem Brutstopp deutlich wirksamer als im Sommer, wenn ein großer Teil der Varroa-Milben geschützt in der Brut sitzt. Markus betont, dass das Timing über den Erfolg der Restentmilbung entscheidet: Behandelt wird nicht nach Kalender, sondern nach tatsächlicher Brutfreiheit.
Träufeln: einfach, günstig und gut für kleine Bestände Das Träufeln beschreibt Markus als einfache und kostengünstige Methode, die sich besonders für kleine Bestände eignet. Wichtig sind dabei: • die richtige Dosierung • kühles Wetter, damit die Bienen eng sitzen • zügiges Arbeiten ohne unnötige Störung des Volkes
Verdampfen: effizient, aber riskanter für den Anwender Das Verdampfen ist effizient und für größere Bestände geeignet, aber deutlich gefährlicher für den Imker. Markus weist klar auf die Risiken durch das Einatmen des Dampfes hin und nennt den nötigen Schutz: Atemmaske, Schutzbrille und Handschuhe. Außerdem sind Windrichtung, Abstand und der sichere Umgang mit dem heißen Gerät zu beachten.
Rechtslage in Deutschland, Österreich und der Schweiz Ein eigener Schwerpunkt ist die Rechtslage. Verwendet werden dürfen nur zugelassene Bienenarzneimittel in der jeweils erlaubten Anwendungsform. Die konkrete Zulassung kann sich je nach Land und Zeitpunkt unterscheiden und sollte vor der Anwendung geprüft werden.
Erfolgskontrolle und sichere Lagerung Den Behandlungserfolg kontrolliert Markus über die Bodenwindel und beobachtet den Milbenfall. Zum Schluss fasst er zusammen: Oxalsäure sicher lagern, nur zugelassene Präparate verwenden und nach tatsächlicher Brutfreiheit statt nach Kalender behandeln.
012 Honigernte — die zwei häufigsten Fehler
27 Jun 2026
00:13:42
In dieser Folge geht es um die Honigernte und die zwei größten Fehler dabei: zu früh ernten und den Honig falsch lagern. Markus erklärt, warum der richtige Erntezeitpunkt wichtig ist, welche Wassergehalte als Richtwerte gelten und wie Refraktometer, Spritzprobe und das Fließverhalten beim Schleudern zur Kontrolle genutzt werden können. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Lagerung: Honig soll luftdicht, kühl, trocken und dunkel aufbewahrt werden, damit er keine Feuchtigkeit zieht und nicht nachgärt. Zum Schluss berichtet Markus aus seinen eigenen ersten Ernten und betont, dass Geduld, Messung und passende Lagerung über die Qualität der Honigernte entscheiden.
011 Imker-Grundausstattung: was du wirklich brauchst (und was nicht)
26 Jun 2026
00:24:27
In dieser Folge des Honigraum-Podcasts geht es um die Grundausstattung beim Imkern und um die Frage, welche Anschaffungen am Anfang wirklich nötig sind. Markus Habermehl beschreibt, dass Imkerkataloge viele teure Artikel anbieten, von denen man als Einsteiger das meiste nicht braucht.
Was für den Start reicht Markus nennt die echte Grundausstattung: Beute, Smoker, Stockmeißel, Schutzkleidung, Abkehrbesen, Mittelwände, Futter und Behandlungsmittel. Mehr braucht es am Anfang nicht.
Wo Qualität zählt Bei Beuten, Absperrgittern und Schutzkleidung solltest du nicht sparen. Schlechte Qualität führt laut Markus später zu Problemen, etwa mit schlecht passenden Absperrgittern und Wildbau. Sein Tipp: möglichst ein einheitliches System und denselben Hersteller nutzen.
Was sich erst später lohnt Eine eigene Honigschleuder lohnt sich erst bei mehr Völkern oder wenn dir Unabhängigkeit von Terminen wichtig ist. Markus berichtet offen von eigenen Fehlkäufen, vor allem bei Königinnenzucht-Material und Spezialzubehör, das am Ende ungenutzt blieb.
Sinnvolle Anschaffungen Als wirklich sinnvoll nennt Markus ein gutes Refraktometer, vernünftige Schutzkleidung und bei Bedarf selbst gebautes oder gedrucktes Zubehör. Seine zentrale Empfehlung: Ausrüstung erst dann kaufen, wenn das Problem tatsächlich da ist.
010 Geschwächtes Bienenvolk erkennen: 5 Symptome, die du nicht ignorieren darfst
25 Jun 2026
00:15:44
In dieser Folge des Honigraum-Podcasts geht es um fünf Frühwarnzeichen, an denen du ein geschwächtes oder krankes Bienenvolk erkennst. Markus Habermehl erklärt: Ein Volk stirbt selten plötzlich, sondern zeigt vorher kleine Signale, die sich oft schon am Flugloch beobachten lassen.
Beobachten ohne die Beute zu öffnen Ein Schwerpunkt ist das Lesen am Flugloch. Markus beschreibt, woran du ein gesundes Volk erkennst und welche Abweichungen Warnsignale sind: wenig oder unruhiger Flugverkehr, kein Pollen, fauliger Geruch, tote oder verkrüppelte Bienen vor dem Flugloch und ein Volk, das deutlich hinter den anderen zurückbleibt.
Brutbild, Gewicht und Königin Ein geschlossenes, gleichmäßiges Brutnest ist ein gutes Zeichen. Löchrige Muster, eingesunkene Zelldeckel oder nur noch Drohnenbrut in Arbeiterzellen deutet Markus als ernstes Problem. Auch Gewicht und Entwicklung über die Zeit sind wichtig, besonders bei Futterknappheit im Winter oder in Trachtlücken.
Handeln oder beobachten Markus unterscheidet zwischen Situationen, in denen du sofort eingreifen musst, und solchen, die du zunächst weiter beobachtest. Sein Rat: das Flugloch gezielt lesen, statt jede Beute vorschnell zu öffnen. Als ergänzende Lektüre empfiehlt er das Buch "Am Flugloch" von H. Storch.
009 Bienenwachs verarbeiten: vom Stock zur eigenen Mittelwand
24 Jun 2026
00:29:50
In dieser Folge des Honigraum-Podcasts geht es um Bienenwachs als zentralen Bestandteil der Imkerei. Markus Habermehl beschreibt Wachs nicht als Abfallprodukt, sondern als wichtigen Kreislauf, der direkt mit der Gesundheit der Völker verbunden ist. Die Gefahr von Fremdwachs und Rückständen Wachs ist fettlöslich. Deshalb reichern sich darin Stoffe aus Varroamitteln, Umweltgiften oder Verfälschungen mit Paraffin und Stearin an. Markus weist darauf hin, dass verfälschtes Mittelwandwachs in der Vergangenheit zu großen Völkerverlusten geführt hat. Den eigenen Wachskreislauf aufbauen Markus empfiehlt, alle Wachsquellen konsequent zu sammeln: Entdeckelungswachs, alte Brutwaben, Wildbau, Drohnenrähmchen und Wachsreste aus der Durchsicht. Helles und dunkles Wachs sollten getrennt bleiben, damit hochwertiges Material nicht verloren geht. Reinigen, Schmelzen und Klären Zum Reinigen und Schmelzen nennt Markus Sonnenwachsschmelzer, Dampfwachsschmelzer und verschiedene Methoden, um das Wachs mit Wasser und Hitze zu klären. Wichtig: Wachs nicht überhitzen und nie über offener Flamme schmelzen. Mittelwände und Weiterverarbeitung Zum Schluss geht es um die Weiterverarbeitung zu Mittelwänden, um Lohngießen oder eigenes Walzen. Markus beschreibt den Vorteil, das eigene Wachs zurück in den Betrieb zu führen, und merkt an, dass Bienenwachs rechtlich nicht klar genug definiert ist. Weitere Verwendungen sind Kerzen, Kosmetik oder Schuhpflege.
008 Bienenschwarm — was du tun musst, wenn er da ist
23 Jun 2026
00:37:56
Ein Bienenschwarm im Garten — für Laien Horror, für Imker ein geschenktes Volk. Aber nur, wer schnell und richtig handelt, fängt ihn. Markus erklärt den kompletten Ablauf vom Schwarmfang bis zum Einlogieren — inklusive Eigentumsrecht.
Themen:
- Was ein Bienenschwarm biologisch ist: die natürliche Volksteilung, Schwarmtrieb
- Wie schnell du handeln musst und warum der Schwarm friedlich ist
- Bienenschwarm einfangen: Equipment, der beherzte Ruck, Sterzeln als Königin-Signal
- Schwarm in eine Beute einlogieren und füttern, brutfreie Varroabehandlung
- Eigentumsrecht beim Bienenschwarm (BGB): Verfolgungsrecht, herrenloser Schwarm
007 Königin abgestochen — warum gekaufte Königinnen oft nicht ankommen
22 Jun 2026
00:15:37
In dieser Folge geht es um das Einweiseln einer fremden, begatteten Königin in ein Bienenvolk. Im Mittelpunkt steht die Frage, warum gekaufte Königinnen nach dem Zusetzen häufig abgestochen werden und wie sich das vermeiden lässt.
Zunächst wird erklärt, dass ein Bienenvolk über den Geruch der Königin funktioniert. Eine fremde Königin riecht für das Volk zunächst falsch und wird als Eindringling behandelt. Das führt dazu, dass die Bienen sie in einer Traube umklammern und abtöten.
Ein weiterer Schwerpunkt sind die häufigsten Praxisfehler. Problematisch ist vor allem, wenn das Volk nicht sicher weisellos ist oder bereits Nachschaffungszellen angelegt hat. Auch zu frühes Freilassen der Königin wird als Fehler genannt, weil dann die Geruchsangleichung noch nicht abgeschlossen ist.
Beschrieben werden außerdem Maßnahmen für eine bessere Annahme. Dazu gehören ein sicher weiselloses Volk, die Kontrolle und das Brechen von Nachschaffungszellen, der Einsatz eines Zusatzkäfigs mit Futterteigverschluss und das anschließende Einbringen der Königin mit Ruhezeit ohne häufiges Öffnen des Volkes. Zusätzlich wird erwähnt, dass das Zusetzen in einer Trachtlücke ungünstig ist.
Zum Schluss wird der Vergleich zwischen Zukauf und eigener Nachzucht gezogen. Für die eigene Zucht sprechen die Anpassung an den eigenen Standort, geringerer Geruchsunterschied und mehr Unabhängigkeit. Zukauf wird als sinnvoll für gezielte Genetik beschrieben, aber als heikler im Handling.
006 Propolis ernten — die Goldgrube, die fast jeder Imker liegen lässt
21 Jun 2026
00:38:37
In dieser Folge geht es um Propolis, das von vielen Imkern oft als klebriger Abfall behandelt wird. Es wird erklärt, was Propolis biologisch ist, warum Bienen es im Stock einsetzen und warum es als Rohprodukt wertvoll sein kann.
Themen dieser Folge:
- Was Propolis im Bienenstock ist und wofür es verwendet wird
- Wie Propolis die Ritzen abdichtet und den Stock schützt
- Warum die Zusammensetzung je nach Region, Baumarten und Jahreszeit schwankt
- Wie sich das auf die wissenschaftliche Einordnung auswirkt
Drei konkrete Learnings:
1. Propolis lässt sich gezielt ernten, entweder durch Abkratzen oder mit einem Propolisgitter.
2. Für die Ernte wird die Zeit von Ende Juli bis Ende September genannt; wichtig ist die Gewinnung vor der ersten Varroa-Behandlung.
3. Eine Tinktur kann für den Eigenbedarf angesetzt werden, für den Verkauf gelten je nach Land strenge Regeln.
Ein großer Teil der Folge behandelt die rechtliche Lage in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Für Deutschland wird beschrieben, dass Rohpropolis eher verkäuflich ist, selbst hergestellte Tinkturen aber nach verbreiteter Auffassung als Arzneimittel gelten. Für Österreich wird eine deutlich pragmatischere Regelung beschrieben, für die Schweiz ein strengeres Heilmittelrecht mit Swissmedic.
Abschließend wird Propolis als wirtschaftlich interessantes Nebenprodukt eingeordnet, das in kleinen Mengen anfällt und häufig weggeworfen wird. Gleichzeitig wird betont, dass gesundheitsbezogene Aussagen vermieden werden müssen und bei Unsicherheit die zuständige Stelle des jeweiligen Landes gefragt werden sollte.
005 Honig kristallisiert — kein Fehler, sondern Qualität
20 Jun 2026
00:12:43
In dieser Folge des Honigraum-Podcasts geht es um kristallisierten Honig und die häufige Frage, ob fest gewordener Honig schlecht ist. Markus Habermehl erklärt, dass die Kristallisation kein Verderb ist, sondern ein natürlicher Vorgang bei echtem, naturbelassenem Honig.
Themen dieser Folge:
Warum Honig fest wird und was dabei physikalisch passiert
Welche Zuckerarten die Kristallisation beeinflussen
Welche Honigsorten schnell oder langsam fest werden
Wie du Kunden die Veränderung verständlich erklärst
Wie du Honig schonend wieder verflüssigst
Honig besteht vor allem aus Glucose und Fruktose mit wenig Wasser. Dadurch liegt eine übersättigte Zuckerlösung vor, aus der sich Traubenzucker mit der Zeit als Kristalle absetzt. Ein Honig, der nie fest wird, wurde nach Markus in der Regel erhitzt oder stark gefiltert.
Schnell kristallisierende Sorten sind vor allem Rapshonig und Löwenzahnhonig. Langsam kristallisieren zum Beispiel Akazienhonig und viele Waldhonige. Die Geschwindigkeit hängt vor allem vom Verhältnis von Traubenzucker zu Fruchtzucker ab. Auch die Lagerung und das cremige Rühren beeinflussen die spätere Konsistenz.
Für den Verkauf empfiehlt Markus eine einfache Erklärung: Fest werdender Honig ist ein Zeichen für echten, naturbelassenen Honig. Zum Wiederverflüssigen sollte Honig nur sanft im warmen Wasserbad behandelt werden, möglichst bei 35 bis 40 Grad. Mikrowelle, Herdplatte und zu heißes Wasser vermeidet Markus ausdrücklich, weil Hitze die Enzyme schädigt und die Qualität mindert.
004 Varroamilbe verstehen — was du wirklich wissen musst
19 Jun 2026
00:28:16
In dieser Folge des Honigraum-Podcasts geht es um die Varroamilbe, das zentrale Problem der modernen Imkerei in Mitteleuropa. Markus Habermehl betont, dass Völker ohne Gegenmaßnahmen meist innerhalb von zwei bis drei Jahren eingehen. Gleichzeitig macht er klar: Die Varroa ist beherrschbar, wenn du ihren Lebenszyklus verstehst, rechtzeitig misst und passend reagierst.
Themen dieser Folge:
Wie sich die Varroamilbe in der verdeckelten Brut vermehrt
Warum die Drohnenbrut den Befall besonders fördert
Welche Diagnosemethoden den Befall zuverlässig zeigen
Welche Fehler bei der Varroabehandlung am häufigsten sind
Wann Oxalsäure und Ameisensäure sinnvoll sind
Ein Schwerpunkt liegt auf der Vermehrung der Milbe in der verdeckelten Brut, besonders in der Drohnenbrut. Dadurch steigt der Befall im Sommer stark an, während im Spätsommer die Winterbienen gefährdet sind. Markus nennt deshalb zwei Hebel als entscheidend: frühes Eingreifen in der Brutphase und das Nutzen der brutfreien Winterphase.
Beim Thema Diagnose erklärt Markus drei Methoden der Befallskontrolle: die Stockwindel, die Puderzuckermethode und die Alkohol-Auswaschung. Die Stockwindel beschreibt er als schonend, aber ungenauer, die Alkoholmethode als genaueste, aber tödlich für die Probe. Entscheidend sei, regelmäßig zu messen, statt nur nach Gefühl zu behandeln.
Außerdem benennt Markus die typischen Fehler: zu spät behandeln, nach Kalender statt nach Befall arbeiten, die Winterbehandlung vergessen und Mittel zur falschen Zeit einsetzen. Als Praxisbeispiele beschreibt er Sommer- und Winterbehandlungen mit Oxalsäure-Streifen sowie Oxalsäure im brutfreien Zustand. Auch die Ameisensäure spricht er an, mit Hinweis auf mögliche Probleme bei Temperatur und Dosierung.
Zum Schluss betont Markus die Bedeutung einer standweiten Behandlung, weil Milben über Verflug und Räuberei zwischen den Völkern wandern. Als weitere Praxismaßnahme nennt er die Drohnenbrutentnahme, die zugleich ein Hinweis auf beginnende Schwarmstimmung sein kann. Sein Fazit: Varroa ist kein Mysterium, sondern eine Frage von Messung, Timing und konsequenter Routine.
003 Bienenkönigin züchten — die ersten Schritte selbst gemacht
19 Jun 2026
00:27:43
In dieser Folge des Honigraum-Podcasts geht es um Königinnenzucht und darum, wie du die wichtigsten Grundlagen verstehst, ohne dich von teurer Ausrüstung einschüchtern zu lassen. Markus Habermehl sagt offen, dass er selbst noch keine Bienenkönigin erfolgreich gezüchtet hat. Er hat sich aber intensiv eingelesen und hält eine bestimmte Methode für besonders sinnvoll.
Themen dieser Folge:
Was eine Bienenkönigin von einer Arbeiterin unterscheidet
Warum Weisellosigkeit der Auslöser für die Nachschaffung ist
Weshalb sehr junge Larven für die Königinnenzucht entscheidend sind
Warum ein starkes, gut versorgtes Pflegevolk wichtig ist
Welche Rolle Kunstschwarm und Pflegevolk spielen
Im Mittelpunkt stehen drei Grundprinzipien der Königinnenzucht: Das Volk muss weisellos sein, es muss sehr junge Larven oder Eier bekommen, und das Pflegevolk muss stark und gut mit Futter versorgt sein. Nach Ansicht von Markus beruhen alle Zuchtmethoden auf diesen drei Voraussetzungen.
Ein weiterer Schwerpunkt ist seine Kritik an Industriezuchtsystemen wie dem Nicot- oder Jenter-System. Markus nennt als Nachteile, dass die Königinnen dort oft nur ungern stiften und zusätzliche Komplikationen entstehen. Stattdessen hält er einfache Mittel für ausreichend, vor allem ein scharfes Messer und eine geeignete, bestiftete Wabe.
Als bevorzugte Methode beschreibt Markus den Bogenschnitt. Dabei wird eine bestiftete Wabe so geschnitten, dass die Bienen leichter Weiselzellen anlegen, ganz ohne aufwendiges Umlarven. Diese Wabe lässt sich nach seiner Einschätzung auf mehrere weisellose Pflegevölker verteilen. Den Bogenschnitt kombiniert er mit Kunstschwärmen, die er zur Vorbereitung der Pflegevölker einsetzt.
Zum Schluss betont Markus, dass er die Königinnenzucht für weniger technisch und weniger kompliziert hält, als sie oft dargestellt wird. Aus seiner Sicht machen die Bienen die eigentliche Arbeit. Der Imker muss vor allem die richtigen Bedingungen schaffen.
002 Drei Völker, null Winterverluste — was ich richtig gemacht hab
19 Jun 2026
00:26:54
Markus Habermehl beschreibt seinen Einstieg mit drei Völkern im Sommer 2025 und ordnet ein, dass sein erster Winter mit null Verlusten nicht nur auf Planung, sondern auch auf Glück beruhte.
Ein Schwerpunkt ist die Varroa-Behandlung. Markus sagt, dass die Winterfestigkeit vor allem davon abhängt, wie gesund die Völker in den Winter gehen. Er erklärt die Behandlung mit Calistrip Biox im Spätsommer und die spätere Oxalsäure-Träufelbehandlung im Dezember als zwei entscheidende Schritte. Beide Anwendungen habe er nach Anleitung und termingerecht durchgeführt.
Ein weiterer Punkt ist die Futterkontrolle. Im Januar habe er durch Anheben der Beuten bemerkt, dass zwei Völker fast leer waren. Er habe daraufhin Futterteig aufgelegt und Futterwaben umgehängt. Nach seiner Darstellung hat diese Reaktion zwei Völker gerettet.
Auch der Standort wird thematisiert. Die Beuten stehen im Garten zwischen einer großen Scheune und hohen Fichten, mit Südausrichtung und Windschutz. Zusätzlich habe er ein Mäusegitter angebracht. Markus Habermehl betont aber, dass diese Standortvorteile nicht seine eigentliche Leistung seien, sondern günstige Bedingungen.
Zum Schluss zieht er Bilanz: Entscheidend seien saubere Varroa-Behandlung, regelmäßige Futterkontrolle und rechtzeitiges Handeln gewesen. Den Honigfehler aus dem Sommer nennt er ebenfalls ausdrücklich, weil er dieses Mal das Schleudern rechtzeitig erledigt hat.nden Imker, mit allen Erkenntnissen, Fehlern und Aha-Effekten dazwischen. Hier hörst du keine abgelesenen Lehrbuch-Antworten zur Bienenhaltung, sondern echte Praxis. Mindestens zwei bis drei konkrete Learnings pro Episode — über Königinnenzucht und Bienenkönigin, Varroa und Varroamilbe, Schwarmkontrolle und Bienenschwarm, Honigernte und Honig schleudern, Bienenwachs und Propolis, Wintervorbereitung und die Asiatische Hornisse (Vespa velutina). Neue Folgen wöchentlich. Mehr in der internationalen Imker-Community: imkergruppe.com
001 Asiatische Hornisse 2026 — was Imker jetzt wissen müssen
19 Jun 2026
00:34:08
In dieser Folge geht es um die asiatische Hornisse 2026 und darum, wie Imker die Lage einordnen, die Art erkennen und ihre Völker schützen können. Markus betont, dass er aus eigener Imkerpraxis berichtet und keine behördliche oder wissenschaftliche Rolle beansprucht.
Themen dieser Folge: - Aktuelle Ausbreitung der Vespa velutina in Deutschland - Erkennen der Art anhand von Merkmalen - Auswirkungen auf Bienenvölker und besonders gefährdete Einheiten - Legale Schutzmaßnahmen an der Beute - Rechtslage zu Fallen und Meldepflicht - Nestsuche, Entfernung und Schulungswege - Umgang mit besorgten Anrufern und Nachbarn
Zur Lage wird beschrieben, dass die asiatische Hornisse seit dem Erstnachweis 2014 in Deutschland stark zugenommen hat und sich vor allem im Südwesten ausgebreitet hat. Genannt werden außerdem einzelne Funde in weiteren Regionen sowie Beispiele für deutlich steigende Nestzahlen in einzelnen Landkreisen.
Für den Imkeralltag nennt die Folge drei sichere Erkennungsmerkmale: eine dunkle Brust, gelbe Füße und ein überwiegend dunkler Körper mit nur gelb-orangen Anteilen am Hinterleib. Außerdem wird erklärt, dass die Hornisse am Flugloch jagt und dadurch Flugbetrieb, Sammelverhalten und damit die Volksstärke beeinträchtigen kann.
Als Schutzmaßnahmen werden eine Fluglocheinengung, ein vorgeschobener Maulkorb und teilweise auch Netzlösungen beschrieben. Zugleich wird klargestellt, dass Insektenfallen ohne schriftliche Ausnahmegenehmigung grundsätzlich verboten sind und die wirksamste Bekämpfung über die fachgerechte Entfernung des Nestes läuft. Für Menschen wird die Art als meist nicht gefährlich beschrieben, mit besonderer Vorsicht bei Nestnähe und für Allergiker.
000 Was ist der Honigraum?
19 Jun 2026
00:12:56
Honigraum — Bienen, Fragen, Antworten. Der ehrliche Imker-Podcast für Hobbyimker, Bienenliebhaber und alle, die mehr wissen wollen als das, was im Imkerverein erzählt wird. Markus Habermehl ist seit 2025 Imker und nimmt dich mit auf seinen Weg — vom Anfänger zum selbstdenkenden Imker, mit allen Erkenntnissen, Fehlern und Aha-Effekten dazwischen. Hier hörst du keine abgelesenen Lehrbuch-Antworten zur Bienenhaltung, sondern echte Praxis. Mindestens zwei bis drei konkrete Learnings pro Episode — über Königinnenzucht und Bienenkönigin, Varroa und Varroamilbe, Schwarmkontrolle und Bienenschwarm, Honigernte und Honig schleudern, Bienenwachs und Propolis, Wintervorbereitung und die Asiatische Hornisse (Vespa velutina). Neue Folgen wöchentlich. Mehr in der internationalen Imker-Community: imkergruppe.com