Explore every episode of the podcast Heulen oder Handeln? Der Krefeld Podcast
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| F 36: Was möchte wirstadt erreichen, Frau Schweikart und Herr Usinger? | 23 déc. 2024 | 01:16:14 | |
Unsere Gäste: Barbara Schweikart, Ökonomin und Jochen Usinger, Innenarchitekt. Beide gehören zu wirstadt, einer Initiative von Krefelder:innen, die sich für die Entwicklung der Innenstadt engagieren und seit Jahren in die Debatten um die Stadtplanung einbringt. Die Gruppe ist ein loser Verbund von interessierten und sachkundigen Bürger:innen. Auch Claudia Schmidt gehört dazu, die Autorin der „Kulturhistorischen städtebaulichen Analyse“ von Krefeld. Als „Labor für Stadtkultur“, als „think tank für Stadtideen“ versucht „wirstadt“ die Öffentlichkeit zu mobilisieren und Politik und Verwaltung auf die Sprünge zu helfen. Wir sprechen mit unseren Gästen über den Zustand der Innenstadt und über die Anstrengungen, sie erfolgreich in eine Zukunft als Ort für Wohnen, Arbeiten und Handel zu überführen. „Wir wollen dazu beitragen, dass die Schönheit der Bausubstanz in Krefelds Innenstadt wieder sichtbar wird“, sagt Babara Schweikart. „Wir haben die 15-Minuten Stadt eigentlich schon dastehen, wir müssen sie nur sichtbar machen“ ergänzt Jochen Usinger. Eine der wichtigsten Aufgaben ist die Transformation der Wälle, da sind sich die Mitglieder von wirstadt mit vielen Experten einig. Aber es gebe noch andere, die zügig anzugehen seien: das Seidenweberhaus, dessen Abriss sie ablehnen und das Missverständnis um den Platz neben der alten Kirche, der kein Platz sondern eine Baulücke sei. Baulücken und nur im Erdgeschoss wiedererrichteten Gebäude in der Innenstadt haben sie besondere Aufmerksamkeit gewidmet. Mit dem Projekt 100 Häuser schufen sie Bebauungslösungen. „Der Handlungsdruck, diese Baulücken zu schließen, liegt bei der Stadt: Sie sind ein Schandfleck und es wird Wohnraum benötigt“ sagt Barbara Schweikart. Beide beklagen die geringe Qualität der Architektur der letzten 40 Jahre. Viel belanglose Architektur sei da zu finden, kein einziges identitätsstiftendes Bauwerk für Krefeld sei unter den neuen Gebäuden. Sie schlagen vor, sich „bei allen Neubauten an der Qualität zu messen, die die Innenstadt ursprünglich mal hatte.“
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| F35: Wie geht es Wohn- und Obdachlosen Menschen in Krefeld, Herr Firneburg und Herr Vander? | 12 déc. 2024 | 01:00:47 | |
Unsere Gäste: Ludger Firneburg, seit 2018 Geschäftsführer der Diakonie Krefeld/Kreis Viersen, und Jan Vander, Sozialarbeiter bei der Diakonie, Leiter der Wohnungsnotfallhilfe. Die Diakonie, der Wohlfahrtsverband der Evangelischen Kirche, engagiert sich neben der Stadt, der (katholischen) Caritas und anderen Trägern in der Wohnungsnothilfe. Sie unterhält in Krefeld vier Einrichtungen für wohnungs- und obdachlose Menschen: erstens eine Beratungsstelle, zweitens eine Tagesaufenthaltsstätte als niedrigschwelliges Versorgungsangebot und sicherer Aufenthaltsort für Menschen auf der Straße, drittens die Bahnhofsmission und viertens Einrichtungen des betreuten Wohnens für Menschen in extremen Lebenssituationen (drohende oder akute Wohnungslosigkeit, Haftentlassung, Armut, Überschuldung, Drogenabhängigkeit). Wir sprechen mit Ludger Firneburg und Jan Vander über Wohnungs- und Obdachlose Menschen in Krefeld. Der Anlass unseres Gesprächs: Krefeld hat in den Augen vieler Bürger ein sichtbares, wachsendes Problem mit Wohnungs- und Obdachlosen, die sich zum Teil Alkohol und Drogen konsumierend in der Innenstadt aufhalten, in Hauseingängen nächtigen und um Geld bitten. Ihre Präsenz wird als störend und sogar beängstigend empfunden und immer wieder als Grund genannt, die Innenstadt zu meiden. Das ist starker Tobak aber trifft es eigentlich zu? Und wer sind diese Menschen? Wie kann man ihnen helfen? Ist das Problem bis 2030 tatsächlich zu lösen, wie Bundesministerin Klara Geywitz es angekündigt hat? In Krefeld gibt es genauso viele wohnungs- oder obdachlos Menschen wie in anderen Großstädten, sagt Diakonie-Chef Ludger Firneburg, nämlich ca. ein Prozent der Bevölkerung. Das entspricht etwa 2300 Personen. Im Unterschied zu früheren Jahren gibt es heute „viel mehr Faktoren, die Obdachlosigkeit auslösen: wirtschaftliche Unsicherheit, Vereinsamung, sich auflösende Zugehörigkeitsräume wie Nachbarschaft, Familie, Kirche“. Dazu kämen noch Alkohol- und Drogenmissbrauch. Viele nehmen die Hilfsangebote der Diakonie und ähnlicher Einrichtungen an. Und mit gemeinsamer Anstrengung und etwas Glück stehe am Ende wieder eine eigene Wohnung, die Grundvoraussetzung für ein selbst bestimmtes Leben. Aber einige seien nur noch schwer zu erreichen, hier könne man vor allem im Winter nur noch das Überleben sichern. „Die Lebenssituation von Obdachlosen ist so herausfordernd, dass die Kraft, da heraus zu kommen, bei einigen nicht mehr da ist.“ Was tun? „Die Lobby für Menschen ohne Obdach ist nicht groß“, sagt Jan Vander, auch weil wir zurzeit so viele andere Probleme hätten. Aber man dürfe diese Menschen nicht sich selbst überlassen. „Respekt“ ist beiden ein zentrales Anliegen.„Als Christ sage ich, dass die Würde nie abhandenkommen kann aber im gelebten Leben erscheint es manchmal so.“ (Ludger Firneburg) | |||
| F34 Warum klagen Industrie und Handel in Krefeld, Herr Steinmetz? | 22 nov. 2024 | 01:02:41 | |
Unser Gast: Jürgen Steinmetz, seit 2017 Geschäftsführer der Industrie und Handelskammer Mittlerer Niederrhein. Neben Mönchengladbach, dem Rhein-Kreis Neuss und Kreis Viersen vertritt er auch in Krefeld die Anliegen von Unternehmen und Handel. Insgesamt vereint die IHK Mittlerer Niederrhein 78.000 Unternehmen mit ca. 400.000 Mitarbeiter:innen.
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| F33 Warum sind die vier Wälle so wichtig für Krefeld, Herr Steiners? | 29 août 2024 | 01:07:21 | |
Unser Gast: Felix Steiners, 26 Jahre alt, Landschaftsarchitekt bei Schwarze und Partner in Krefeld. Der gebürtige Krefelder Felix Steiners, hatte schon seine Bachelorarbeit den Vier Wällen in Krefeld widmen wollen, ist dann aber dem klugen Rat seines Dozenten Prof. Christian Werthmann (Institut für Landschaftsarchitektur, Leibniz-Universität Hannover) gefolgt, dieses komplexe Thema lieber zum Gegenstand seiner Masterarbeit zu machen. Als zweiten „Betreuer“ der Arbeit konnte er Prof. Harald Hullmann gewinnen, der im Rahmen der Initiative Stadtkultur Krefeld schon lange auf die Bedeutung der Vier Wälle hinweist und auf ihre Neugestaltung dringt (siehe Podcast Nr.7 mit Prof. Siegfried Gronert). Anfang 2014 schloss Steiners die Masterarbeit mit dem schönen Titel Refraiming Krefeld, ab. Das Ergebnis ist eine gründliche fachliche Analyse des Ist-Zustandes sowie ein Konzept für die mögliche Neugestaltung der Wälle. Die Analyse förderte verblüffende Details zu Tage: Bereits die systematische Erfassung des Stadtmobiliars zeigt, weshalb die Wälle heute kränkeln: 5 verschiedenen Bank-Typen, 7 Poller-Typen und nicht weniger als 27 Typen von Straßenlaternen verhindern einen einheitliche Gesamteindruck. Steiners Ziel ist es, die Wälle für ihre Nutzer:innen wieder als zusammenhängenden Raum erfahrbar zu machen. „Die Wälle kann man als Fußgänger nicht als Einheit erleben. Die prägende Mittelachse, wird ständig unterbrochen.“ Ein bestechendes Detail seiner Planung sind Mosaikflächen mit Dessins aus der Geschichte der Krefelder Seidenindustrie, die diese Unterbrechungen überbrückenWir sprachen mit Felix Steiners über seine Motivation, sich mit den Wällen zu befassen und fragten nach seiner Einschätzung der aktuellen Konzepte für den Verkehr und den Umgang mit der historischen Bausubstanz im Innenstadtgebiet. „Die Innenstadt hat Potenzial – aber wenn man das immer nur sagt und keine Taten folgen, verliert man an Glaubwürdigkeit.“ Er glaubt an die belebende Wirkung auf die Nutzer:innen von gut und sinnvoll gestalteten öffentliche Flächen. „Wenn man einen qualitativen, positiven Freiraum schafft, der vielen unterschiedlichen Gruppen Angebote macht, dann mindert das die Lethargie, die schlecht gestaltete Freiräume in der Stadt auslösen.“ Das Verkehrskonzept findet er überzeugend, weil es konkrete Vorschläge macht. Dringenden und schnellen Handlungsbedarf sieht er als passionierter Radfahrer jedoch bei den Radwegen auch wenn mit der Etablierung von breiteren Fahrradspuren z.B. auf der Friedrich-Ebert-Straße oder der Ausweisung von Fahrradstraßen erste Verbesserungen da sind. Seine Hoffnung für die Stadt: „Ich wünsche mir, dass wir in Krefeld die Ohnmacht überwinden und man sich wieder seiner Identität besinnt. Wir müssen machen.“ Themen: Vorstellung; Masterarbeit; gute Freiräume in der Stadt als Schutz gegen Kriminalität und Fremdenhass; Zustand der Stadt, Zustand der Wälle; Gebäudegrün; Hitzestress der Bäume in der Stadt; Entsiegelung; Schwammstadt; Verkehrskonzept; Fahrradwege und öffentlicher Verkehr; Verteilungskampf um öffentliche Flächen in der Innenstadt; Stadtmöblierung; Mobiles Grün. | |||
| F32: Was muss das Theater heute leisten, Herr Grosse? | 24 juil. 2024 | 01:04:18 | |
Unser Gast: Michael Grosse, Schauspieler und Generalintendant des Theaters Krefeld-Mönchengladbach „Theater kann vor den Kopf stoßen, es kann irritieren aber es muss gut sein. Wenn es schlecht ist, kommen die Leute nie wieder. Da kannst du soviel Marketing machen wie du willst“, sagt Michel Grosse. Er glaubt an die Kraft des Theaters als Kunstform: „Theater ist, auch wenn es unterhält, eine moralische Anstalt.“ Wie er das umsetzt, wie er das Zwei-Städte-Theater mit drei Sparten (Schauspiel, Musiktheater und Ballett) und einem großen diversen Team sicher durch ökonomisch und politisch schwierige Zeiten manövriert, und bald auch noch die Sanierung des Krefelder Theaterbaus managen wird, erzählt er in unserem Podcastgespräch. Wir sprechen mit ihm auch über den aktuellen Nahostkonflikt und die Reaktionen aus der Kulturszene sowie über das gute Abschneiden der AFD bei der letzten Europawahl. Grosse, 1961 in Ost-Berlin geboren, stammt aus einer Schauspielerfamilie. Er studierte an der renommierten Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch und arbeitete ein Jahrzehnt als freier Regisseur, bevor er im Wendejahr 1989 erstmals eine Leitungsposition übernahm. Er hat ein Theater in Bautzen geleitet, war später Intendant des Schleswig-Holsteinischen Landestheaters in Flensburg. Seit 2010 ist er für die Bühnen in Krefeld-Mönchengladbach zuständig, die älteste Theaterehe in Deutschland. | |||
| F31 Welches Publikum wollen Sie ins Museum locken, Frau Baudin? | 27 juin 2024 | 01:09:06 | |
Unser Gast: Katia Baudin, Direktorin der Kunstmuseen Krefeld Schon mit ihrer ersten Ausstellung in Krefeld (Jugoslawische Avantgarde in Kunst und Design der Zwischenkriegszeit) zeigte Katia Baudin den neuen Kurs des Museums an. Es folgten weitere über diesen Zwischenbereich, wo sich Kunst, Design und Handwerk sich berühren (Bauhaus, Sonia Delaunay). Dieser Ansatz, die Krefelder Museen mit Alleinstellungsmerkmalen in der reichen Museumslandschaft des Rheinlandes neu zu positionieren, hat sich ausgezahlt. So zeichnete der Verband der Kunstkritiker die Krefelder Institute als „Museum des Jahres 2022“ aus. Die Museumschefin, die in Neuilly bei Paris geboren wurde, in New York zur Schule ging und dort Kunstgeschichte und Betriebswirtschafslehre studierte, bevor sie in Paris ihr Studium fortsetzte, hat in ihrer beruflichen Laufbahn unterschiedliche Erfahrungen gemacht. Sie leitete ein neu gegründetes Museum für zeitgenössische Kunst im nordfranzösischen Dünkirchen, war stellvertretende Leiterin einer Kunsthochschule in Straßburg und des Museums Ludwig in Köln, bevor sie nach Krefeld kam. Wir sprechen mit Katia Baudin über ihre Museumsarbeit, über die Potentiale der Sammlung der Kunstmuseen und über Strategien, die Museen attraktiver zu machen und neue Besuchergruppen anzulocken. und über den Standort des KWM am Westwall. | |||
| F30 Wie geht es den Wildtieren im Krefelder Stadtgebiet, Herr Hörren? | 23 mai 2024 | 01:27:49 | |
Unser Gast: Thomas Hörren, Biodiversitätsforscher und Vorsitzender des Entomologischen Vereins Krefeld e.V. Es kommt nicht so häufig vor, dass der Name der Stadt Krefeld auf der Titelseite der New York Times auftaucht. 2018 war das der Fall, und der Anlass die Veröffentlichung einer wissenschaftlichen Studie von ForscherInnen aus Krefeld (und anderen Orten). „Biodiversitätsverluste in FFH-Lebensraumtypen des Offenlandes“ war der Titel, der weltweit Wissenschaft und Politik aufrüttelte. Denn die Studie bewies, dass in den letzten 30 Jahren der Insektenbestand in Naturschutzgebieten um 70% zurückgegangen war. Ein Beleg für gescheiterten Naturschutz? Thomas Hörren hat an dieser Biodiversitätsstudie mitgearbeitet. Seit rund zwei Jahren ist der 34-jährige Biologe Vorsitzender des Entomologischen Vereins und leitet damit nicht nur einen Traditionsverein, den 1905 ambitionierte Laienforscher gegründet haben. Hörren ist auch verantwortlich für die zweitgrößte naturwissenschaftliche Sammlung in NRW, geschützt als „bewegliches Denkmal“. Sie umfasst Millionen präparierter Insekten in rund 7000 verglasten Kästen und mehr. Der Verein ist aktuell auf einer leerstehenden Büroetage untergebracht. Langfristig könnte er im historischen Stadtbad Neusser Straße, ebenfalls ein bedeutendes Denkmal der Stadt Krefeld, seine Bleibe finden. Claudia Roth, Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, empfahl dem Verein die Bewerbung um den Titel „Weltkulturerbe“. Hörren arbeitet als freier Wissenschaftler an verschiedenen Projekten – etwa an der Universität Duisburg-Essen, berät Medien (z.B. das ZDF Magazin Royale mit Jan Böhmermann bei deren Sendung zu Honigbienen) und vermittelt auf vielen Kanälen naturwissenschaftliches Wissen. Wir sprechen mit Thomas Hörren über Biodiversität in der Stadt, über die Artenvielfalt in Parks und Gärten, über den Stand des Naturschutz und über die hochaktuelle Forschung des Entomologischen Vereins. Entomologischen Verein Krefeld, Magdeburger Straße 38-40, Krefeld | |||
| F29 Müssen wir solidarischer werden, Frau Franz? | 24 avr. 2024 | 01:12:56 | |
Unser Gast: Sandra Franz, Leiterin der Krefelder NS-Dokumentationsstätte Villa Merländer Sandra Franz studierte Geschichte, sowie die jiddische Sprache und Literatur. Bevor sie die Leitung der Villa Merländer übernahm, arbeitete sie einige Jahre in der Mahn- und Gedenkstätte der Stadt Düsseldorf. „Der Antisemitismus war nie weg – wir haben nur gelernt, ihn nicht offen zu zeigen“, sagt sie. Aber das Gebot der alten Bundesrepublik, man sei nicht antisemitisch, breche zunehmend weg. Das sehen man nun ausgerechnet in der Kulturszene und im Wissenschaftsbetrieb, erst recht seit dem Überfall der Hamas auf Israel und das, obwohl hierzulande die Juden und Jüdinnen nur einen winzigen Bruchteil der Gesellschaft ausmachen. Aber, so Sandra Franz, „man braucht keine Juden für den Antisemitismus. Sie sind für manche einfach ein Feindbild, das die Welt erklärt.“ Themen: Die Geschichte der jüdischen Bürgerschaft und ihrer Gemeinde in Krefeld; das Aufkommen des Antisemitismus im 19. Jahrhundert; die Behandlung der NS-Geschichte in der Nachkriegszeit; Aufgaben und Ziele der NS-Dokumentationsstelle in Krefeld; Antisemitismus in Kultur und Wissenschaft; der neue Nahost-Konflikt; die Bedeutung von Bildungs- und Erinnerungsarbeit, die Arbeit der NS-Dokumenationsstelle. | |||
| F28 Warum sanieren Sie Industriedenkmäler, Herr Baierl? | 21 mars 2024 | 01:06:40 | |
Unser Gast: Christian Baierl, Immobilieninvestor und Gewinner des Bieterverfahrens um das „Stadthaus“ in Krefeld Christian Baierl ist Bankkaufmann und Immobilieninvestor mit Liebe zu historischen Gebäuden. In Krefeld erlangte er Bekanntheit als Gewinner des Bieterverfahrens um das „Stadthaus“ des Architekten Egon Eiermann aus den 1950er-Jahren. Sein Nutzungskonzept überzeugte die Entscheidungsträger. Stolz präsentierten sich Oberbürgermeister Frank Meyer und Baudezernent Marcus Beyer mit Christian Baierl im Winter 2022 der Presse. Und trotzdem wurde bis heute kein Vertrag geschlossen. Eine private Hochschule für Kunst, Design und Textil – einschließlich internationalen Schule mit vorbereitenden Klassen für außereuropäische Studierende – sowie Studierendenwohnungen sollen in den Gebäuden entstehen. Manche fanden dieses Konzept kühn und finanziell mehr als mutig. Wenn man sich jedoch Baierls Projekte der letzten 20 Jahre anschaut wird deutlich, dass er weiß was er tut und dass er nach zahlreichen Sanierungen und Umnutzungen großer Industrieanlagen in Wuppertal das Team, die nötigen Erfahrungen und Netzwerke zu haben scheint, um ein solches Projekt zu stemmen. Zugleich verfügt er über einen realistischen Mut um mit einem gewissen Maß an Unplanbarkeit umzugehen. Altbausanierung sei zu einem Teil immer ein Blind Pool, sagt er im Podcast. Wichtig sei deshalb ein „gutes Zusammenspiel mit Politik, Verwaltung und Wirtschaftsförderung, das einem das Gefühl gibt, man steht nicht alleine da mit seinen Projekten“, außerdem Menschen im Bau- und Denkmalamt, mit denen man sprechen und nach individuellen Lösungen suchen kann. Es ist nicht ausgemacht, dass es noch zur Verwirklichung dieser Pläne kommt. Der öffentliche Schlagabtausch über die Presse hat Spuren hinterlassen. Nach unserer Einschätzung wäre es jedoch sehr wünschenswert. Themen: Wie es anfing; Wohnbauten auf dem Westwall, Wohnungsmarkt in der Krefelder Innenstadt; Rentabilität von Investitionen in Wohnbauten in den Innenstädten; Problematik der Bauordnung bei Altbausanierung; Umwandlung des Fabrikgebäudes Audiger & Meyer in Wohnungen; Kalkulation von Altbau-Sanierung; Faszination von Industriebauten; neue Anforderung an das Wohnen durch gesellschaftlichen Wandel; Coworking Spaces; Studierendenwohnheime; Entwicklung der Nutzungsidee für das Stadthaus von Egon Eiermann; Campus für internationale Studierende; Anforderungen und Bedarf außereuropäischer Studierender für ein Studium in Deutschland, internationales Vermarktungspotenzial des Eiermann-Gebäudes und der Stadt Krefeld; Herausforderungen der Sanierung des Eiermannbaus. Ausblick: Sylvester-Party im Casino des Eiermannbaus | |||
| F27 Ein Jahr "Heulen oder Handeln?" mit Christiane Lange und Helge Drafz | 25 janv. 2024 | 00:57:47 | |
Heute vor einem Jahr, am 27. Februar 2023, starteten wir, Christiane Lange und Helge Drafz mit der ersten Folge unseres Podcast "Heulen oder Handeln?", den wir der Stadt Krefeld widmen – insbesondere ihrer Innenstadt zwischen den vier Wällen. Nach einer kleinen Pause starten wir am Freitag, den 22. März 2024 die zweite Staffel der Gespräche. | |||
| F26 Wann und wie erreichen wir die Klimaneutralität, Herr Liedtke? | 10 janv. 2024 | 01:27:48 | |
Unser Gast: Carsten Liedtke, Sprecher des Vorstands der SWK AG und Vizepräsident des Verbands der kommunalen Unternehmen | |||
| F25 Die Innenstadt als Treffpunkt und Ort der Freizeit - ist das die Zukunft, Frau Neidhardt? | 28 déc. 2023 | 01:03:22 | |
Unser Gast: Claire Neidhardt, Leiterin des Krefelder Stadtmarketings und Organisatorin des Stadtjubiläums „650 Jahre Krefeld“ Hinter Claire Neidhardt und ihrem Team liegt ein mehr als einjähriger Marathon-Lauf: Monate voller Sitzungen und Abstimmungsprozesse, Ortsbesichtigungen und Genehmigungsverfahren, Pressetermine und Repräsentationspflichten. Die Stadt Krefeld und die Krefelder:innen feierten das Jubiläum der Stadt – mit einem Reigen von insgesamt 554 Veranstaltungen, der erst mit dem Weihnachtsmarkt endete. Claire Neidhardt hatte sich das ausgedacht. Es funktioniere heute nicht mehr, ein Stadtjubiläum nur mit einem einzigen Festakt zu feiern – sagt die Leiterin des Krefelder Stadtmarketings – das liefere zu wenige Anknüpfungspunkte für die Identifizierung der Bürgerschaft mit ihrer Stadt. Damit möglichst viele Krefelder:innen an dem Jubiläum teilnehmen, mitfeiern und in Kontakt kommen, musste das Jubiläumsfest „organisch aus der Stadtgesellschaft heraus wachsen“ – deshalb die vielen Veranstaltungen von unterschiedlichen Organisatoren für unterschiedliche Zielgruppen. Längst nicht alle davon haben Claire Neidhardt und das Stadtmarketing sich ausgedacht und durchgeführt, aber sie entwarfen das Konzept einer dezentralen Jubiläumsfeier und schufen den organisatorischen Rahmen, damit all das stattfinden konnte. Wichtig war zum Beispiel, innerhalb der Verwaltung vereinfachte Genehmigungsverfahren und geringe Gebühren durchzusetzen. Daran möchte die Marketingchefin auch in Zukunft festhalten. Denn was eine Stadt und besonders eine Innenstadt ausmache, sei doch, dass Bürger und Bürgerinnen dort Orte haben, die sie gern aufsuchen, um sich zu treffen, ins Gespräch zu kommen und zu feiern. „Freizeitaktivitäten in der Innenstadt zu verankern, wird ein Thema der Zukunft sein“, davon ist die Marketingchefin überzeugt. Das sei bei dem Stadtjubiläum bereits mehrfach gelungen, bei den Veranstaltungen auf dem Westwall, bei dem Abendmärkten. Darauf ist Claire Neidhardt auch ein wenig stolz und daran möchte sie festhalten: „Ich wünsche mir, dass wir in zehn Jahren in Krefeld mehr Orte haben, wo sich Krefelder gern aufhalten.“ Themen: Konzept von 650 Jahre Krefeld, der Heißluftballon; das Wanderbad; Vereinfachung der Genehmigungsprozesse für Veranstaltungen, Gebührenfreiheit; Fortbestand der Veranstaltungswebsite; Stadtmagazin; die künstlerische Intervention von Transurban, das Festiwall; Zeitplan der Mobiliätswende; Weiternutzung des Foodtruck; Konzept und Ziel des „Perspektivwechsel“, Blick auf Krefeld von außen; Junge Krefelder; das Profil der Stadt in der Zukunft. Ausblick: die Innenstadt als Treffpunkt und Ort für Freizeitaktivitäten. | |||
| F24 Kann Krefeld die geplante Innenstadtentwicklung bezahlen, Professor Schoelen? | 13 déc. 2023 | 01:03:56 | |
Unser Gast: Harald Schoelen, Diplom-Volkswirt, Professor für Wirtschaftswissenschaft an der Hochschule Niederrhein und Experte für Kommunalfinanzen und städtische Haushalte Das Wichtigste sagt Professor Harald Schoelen schon am Anfang des Gesprächs, „Krefeld ist nicht reich“ – verglichen mit anderen und gemessen an den Defiziten im Haushalt und den zu stemmenden Aufgaben – aber „Krefeld hat die Möglichkeit, zu investieren, nachzuholen und zu korrigieren“. Die Stadt sollte allerdings bei den Kosten aufpassen, die sie sich aufbürde. „Die Stadt muss sich die Gestaltungsfähigkeit unbedingt erhalten“ und unter allen Umständen eine Haushaltssicherung, wie es sie schon einmal gab, vermeiden. Nur wenige kennen sich bei den Finanzen der öffentlichen Hand so gut aus wie Harald Schoelen. Am Institut NIERS an der Hochschule Niederrhein (Niederrhein Institut für Regional- und Strukturforschung) beschäftigt er sich mit Fragen des wirtschaftlichen Strukturwandels, mit Demographie und der Nachhaltigkeit politischer Entscheidungen. Schoelen analysiert seit vielen Jahren die Haushalte niederrheinischer Städte, berät Kommunen und erläutert seine Erkenntnisse bei öffentlichen Vorträgen und Podiumsdiskussionen. Auch die Finanzsituation Krefelds beobachtet er seit langem. Die Lage in Krefeld sei nicht sehr viel anders als die anderer Städte: ein Großteil des Jahresbudgets sei von Anfang an verplant. Von dem 1 Milliarde-Etat in Krefeld fließen etwa 75 Prozent in soziale Transferzahlungen und in die Bezahlung des Personals. Mit dem verbleibenden Viertel sind erst einmal städtische Pflichtaufgaben zu stemmen. Für freiwillige Leistungen und Investitionen in die Zukunft bleibe nur wenig Spielraum. Deshalb werde Krefeld nicht alle beschlossenen Projekte und selbst gesetzten Ziele gleichzeitig angehen können. Man werde Prioritäten setzen und an anderer Stelle Einsparungen vornehmen müssen. Trotzdem rät Prof. Schoelen zu Bescheidenheit und verhaltenem Optimismus: „Es hat sich eine Kultur durchgesetzt, die – sobald etwas nicht mehr schön ist – sagt, es sei nicht mehr lebens- und liebenswert. Man sollte aber bedenken, dass es auch existentielle Probleme gibt, die wir nicht haben.“ Themen: Eckpfeiler und Leitlinien des städtischen Haushalts, Das 80- Mio. Etatloch und dessen Bewältigung; Pflichtaufgaben und Investitionen; Ausblick und Möglichkeiten des Krefelder Haushalts. | |||
| F23 Sind sie weiter gekommen mit der Innenstadt, Herr Beyer? | 29 nov. 2023 | 01:04:52 | |
Unser Gast: Markus Beyer, Bauingenieur, Jahrgang 1973, in Krefeld geboren, in der westlichen Innenstadt aufgewachsen und seit 2019 Bau- und Planungsdezernent der Stadt Krefeld. Der oberste Planungschef im Rathaus wusste, was er antreffen würde, als er vor vier Jahren von Kempen nach Krefeld kam: eine Stadt mit vielen Baustellen, von der die wichtigste und größte die Aufwertung der Krefelder Innenstadt ist. Die Planungsgrundlage dafür liegt inzwischen vor, die kulturhistorische städtebauliche Analyse. Und wie geht es nun weiter?
Markus Beyer warnt vor großen Erwartungen. So schnell, wie manche es erhoffen, ginge es nicht. „Um die gesamte Innenstadt so überplanen zu können, wie wir das bräuchten, dauert es noch fünf bis zehn Jahre,“ sagt er und fügt hinzu: „Wir schaffen die Veränderungen in der Innenstadt nur mit einem breiten Bündnis aus Verwaltung, Politik, Bürgerschaft und den Eigentümern.“ Erste Anläufe der Stadt, mit den Haus- und Immobilieneigentümern in der Innenstadt Kontakt aufzunehmen und sie zu Investitionen zu ermuntern, hätten so gut wie keinen Erfolg gehabt. Das habe sich etwa bei dem Versuch gezeigt, das Problem der „Zahnlückenbebauung“ zu lösen: „Die Bereitschaft der Eigentümer von Baulücken, dort zu investieren, ist faktisch nicht vorhanden.“ Schaffung von Wohnraum, zum Beispiel durch Umwandlung von Handels- und Büroflächen, Verkehrsberuhigung auf den Wällen und Verringerung des Parkraums, um Flächen zu entsiegeln – die Aufgaben sind definiert. Schnell sind sie nicht zu lösen.
Die Themen: Aufgabenbereiche des Baudezernenten; Bebauung des Kasernengeländes; Quartier um die Eishallen; Stadthaus; Hauseigentümer in der Innenstadt; Baugenehmigungsprozess; Seidenweberhaus; alternative Spielstätte für das Theater; Bebauung des Theaterplatzes; Primark-Gebäude; Kulturhistorische Städtebauliche Analyse; Umnutzungen von Erdgeschossen; Denkmäler und Denkmalbereichssatzung; Sperrung der Wälle; Parken und Quartiersgaragen; St. Antonstraße; Klimaziele; Photovoltaik, Baumpflanzungen und Entsiegelung; die attraktive Innenstadt
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| F22 Was ist das Gute an Krefeld, Jonas Eiker, Yurika Heyer und Tim Hoppe? | 15 nov. 2023 | 00:58:57 | |
Unsere Gäste: Drei Mitglieder des Kollektivs Krieewel erleäwe: Jonas Eiker, Yurika Heyer und Tim Hoppe – alle Mitte-Ende zwanzig – die mit ihren Freund_innen 2023 die Krefelder mit drei Spätmärkten, der Website EDD-KR.de (Eäte.Drenke.Danze) für Veranstaltungen und Gastronomie und einem Aufruf für das bald leerstehende Kaufhof-Gebäude überraschten. Die Motivation des Kollektivs: „Wir identifizieren uns mit Krefeld und wir sehen, dass da etwas Gutes ist.“ Ihr Ziel: „Neue Impulse setzten aber das Alte dabei nicht vergessen.“ Das wird nicht nur durch ihre Namensgebungen auf Krefelder Platt deutlich, sondern auch im Logo: es besteht aus der Silhouette von Meister Ponzelar, dem Denkmal für die Krefelder Seidenweber von 1911 auf dem Südwall. Das Kollektiv will Krefeld, insbesondere dessen Innenstadt beleben und mitgestalten. Es möchte ein Sprachrohr sein für die jungen Bewohner_innen. Die drei Initiator_innen haben festgestellt, dass viele Menschen gute Ideen haben und auch eine Meinung zu den Entwicklungen in der Stadt, aber nicht wissen wie und wo sie das platzieren können. Die Aktivitäten des Kollektivs fanden große Resonanz: Die Spätmärkte auf dem Cornelius Patz und an der Heeder‘schen Fabrik waren sehr erfolgreich, die Website EDD-KR.de steht und bietet endlich die Möglichkeit, sich über Veranstaltungen in Krefeld zu informieren und auf den Aufruf des Kollektivs zum Kaufhof-Gebäude reagierten 2000 Leute mit Ideen und Vorschlägen. Es verwundert nicht, dass Vertreter_innen von Politik und Verwaltung den Kontakt mit ihnen suchen. Im Podcast sprechen wir mit Jonas Eiker, Yurika Heyer und Tim Hoppe über ihre Erfahrungen nach einem Jahr Krieewel erleäwe, ihre Pläne für die Zukunft und die Hoffnung, die sie mit ihrem ehrenamtlichen Engagement verbinden. Themen: Das Kollektiv Krieewel erleäwe; Motivation und Ziele, Eäte.Drenke.Danze.; Website EDD-KR.de; Aufruf und Resonanz für das leerstehende Kaufhof-Gebäude; Spätmärkte 2023; der Mythos "Rhenaniaallee"; Sprachrohr für die jüngere Generation; Stadtgestaltung; Wirkungsmöglichkeiten junger BewohnerInnen der Stadt. | |||
| F21 Was kennzeichnet die europäische Stadt, Herr Neumeyer? | 31 oct. 2023 | 01:05:13 | |
Unser Gast: Prof. Dr. Fritz Neumeyer, Architekt, Architekturtheoretiker, Spezialist für Ludwig Mies van der Rohe und Inhaber des Lehrstuhls für Architekturtheorie an der TU Berlin von 1993 bis zu 2012. Der renommierte Architekturtheoretiker Fritz Neumeyer hat sich mit Architekten und Theoretikern sehr verschiedener Generationen beschäftigt, mit Zeitgenossen wie Oswald Mathias Ungers und Hans Kollhoff, mit modernen wie Ludwig Mies van der Rohe (Das kunstlose Wort) oder dessen Lehrer Peter Behrens, aber mit auch Karl Friedrich Schinkel und Leone Batista Alberti, dem Verfasser der ersten Publikation zur Architekturtheorie um 1540. Immer wieder mischt er sich vor allem in Berliner Debatten zum Städtebau ein. 2015 gehörte er zu den Referenten des internationalen Symposiums The Reality of the City: Continuity and Change. Learning from the Seventies in Turin. Im Podcast sprechen wir mit ihm über die europäische Stadt, ihre Veränderung durch die Moderne und ihr Potenzial als Stadt der Zukunft. „Wer in Europa Stadt sagt, sagt Geschichte.“ Die Stadt sei kein „technisches Konstrukt“ sondern das Ergebnis von „gelebtem Leben“. Die „Erlösungsphantasien“ der Architekten der Moderne, die mit dem städtebaulichen Konzept der aufgelockerten Bebauung und mit Funktionstrennung die Städte besser und gesünder machen wollten, teilt er nicht. „Das urbane Bedürfnis des Europäers hat sich nicht sehr geändert. Wir haben alle den Wunsch nach Leben mit gefüllten öffentlichen Räumen, wo wir Menschen begegnen können, es aber nicht müssen.“ Stadtleben sei durch Komplexität, Vielfalt und auch Widersprüchlichkeit geprägt. Für Fritz Neumeyer ist der Rückblick und auch Rückgriff auf die Geschichte der Architektur bei der Planung für die Gegenwart nicht automatisch rückwärtsgewandt, sondern ebenso bedeutend wie eine Vorstellung von der Zukunft zu haben. Beides gehöre zum Jetzt und in beidem stecke die Perspektive unserer Gegenwart. Wir sprachen mit ihm über das Verhältnis von Privatheit und Öffentlichkeit im städtischen Raum, Irrtümer der Stadtentwicklung im 20 Jahrhundert, die Neubewertung von Urbanität seit den 1970er-Jahren und Leone Battistas Forderung nicht nur in der Stadt, sondern auch für die Stadt zu bauen. Themen: Die Europäische Stadt; Aldo Rossi, Theorie der Permanenz; Modernitätsstress, Julius Posner: Appart und Gegenstand; Funktionstrennung in der Stadtplanung; Das Gestern als Vorbild; Bedeutung von Erinnerung für unser Denken und Handel; Reurbanisierung; Sanierung in den 1970er Jahren; Hardt Waltherr „Gustav“ Hämer 1922 – 2012 „Vater der behutsamen Stadterneuerung“; Maastricht Kaufhaus entre deux; Berlin: Palast der Republik und Rekonstruktion des Stadtschlosses; Rekonstruktion Karl Friedrich Schinkel, Bauakademie und Neues Museum, Berlin; öffentlicher Raum; Bedeutung der Straße; Stadtraum in der Moderne; Bedeutung des Hofs in der Stadtplanung; die Stadt als Bauherrin; Öffentlichkeit-Privatheit; das Bedürfnis nach Urbanität. Erwähnte Werke: | |||
| F20 Warum wünschen Sie sich mehr Mut von unseren gewählten Vertretern, Herr Hauser? | 19 oct. 2023 | 00:49:23 | |
Unser Gast: Hansgeorg Hauser, Unternehmer im Ruhestand, Gründer und Vorstand des Museums „Haus der Seidenkultur“ und umtriebiger Geist im Krefelder Kulturleben. Ohne ihn gäbe es das Haus der Seidenkultur nicht. 1999 stand die sieben Jahre zuvor stillgelegte „Paramenten-Weberei Hubert Gotzes“ mit ihrem historischen Websaal zum Verkauf. Hansgeorg Hauser erkannte die Bedeutung dieses Industriedenkmals, trieb Fördermittel auf und schuf zusammen mit vielen Ehrenamtlichen diesen einzigen Ort, der an Krefelds bedeutende Seidenindustrie erinnert. Seine Erfahrungen mit Politik und Verwaltung haben bei ihm Zweifel an der Effizienz städtischen Handelns genährt. „Wir verwalten uns kaputt“, sagt er im Podcast, und er wünscht sich von Amtsträgern und Beamten mehr Mut, mehr Entscheidungsfreude und mehr Erfahrung. „Zehn Leute wollen mitreden aber (...) entscheiden tut keiner.“ Er kritisiert die dominante Rolle der Verwaltung innerhalb der Krefelder Stadtführung und glaubt, dass eher privates Engagement – zum Beispiel bei der Verbesserung der Innenstadt – gefragt ist. Die Stadt müsse das fördern und nicht behindern. Im Podcast erzählt Hauser auch, warum Krefeld an der Bezeichnung „Samt & Seide“ festhalten und das Seidenweberhaus sanieren sollte. Die Themen: die Situation der Innenstadt und städtische Initiativen zur Verbesserung; Erfahrungen mit Politik und Verwaltung und strukturelle Defizite; Bedeutung der Seidenindustrie als prägende und identitätsstiftende Kraft; bessere Abstimmung und Vernetzung von privatem und städtischem Handeln. | |||
| F19 Was verbindet die Hochschule Niederrhein mit der Stadt Krefeld, Herr Grünewald? | 05 oct. 2023 | 00:54:35 | |
Unser Gast: Dr. Thomas Grünewald, Präsident der Hochschule Niederrhein. Nach mehreren Stationen im Management des Wissenschaftsministeriums in NRW und der Universität Potsdam übernahm Thomas Grünewald 2019 das Amt der Präsidenten der Hochschule Niederrhein mit ihren beiden Standorten Mönchengladbach und Krefeld. Wir sprachen mit ihm über die Rolle der Hochschule in der Stadt Krefeld, ihre Bedeutung für die Region und die „Dritte Mission.“ In Krefeld erkennt er die Folgen des schlecht bewältigten Strukturwandels und diagnostiziert eine gewisse Tendenz zur „kollektiven Depression“. Langfristig seien mittelgroße Städte jedoch im Vorteil gegenüber den überhitzen Metropolen. Für die Studierenden wünscht er sich, „dass man in Teilen der Innenstadt Wohnprojekte für Studierende auf die Beine stellt, gemeinsam mit privaten Investoren“. Er beschreibt sich als geduldig und bleibt optimistisch: „Mit ein bisschen Zuversicht und Zupacken können wir die Zukunft gestalten. Ich möchte meinen Beitrag dazu leisten.“ Die Themen: Tradition der Hochschule, Forschung und Gesellschaft; “Pop Up University”; „Future Work Lab“; der Vorteil mittelgroßer Städte; Studierenden-Zahlen; Internationalisierung der HS; Triales Studium; W3; Maker Space der HS NR; Fachbereich Design; Wohnungen für Studierende in Krefeld. | |||
| F18 Warum dauert die Stadtumwandlung so lange, Herr Brocker? | 12 sept. 2023 | 01:00:56 | |
Unser Gast: Thomas Brocker, Raumplaner und seit April 2022 Leiter der neu eingerichteten Stabsstelle Innenstadtkoordination in Krefeld, die laut Selbstbeschreibung „Impulsgeber für neue Projekte und Taktgeber für laufende Prozesse in der Innenstadt“ seien soll, sowie „Schnittstelle zwischen Stadtverwaltung und Innenstadtakteueren“. Brocker bringt 15 Jahre Erfahrung auf diesem Gebiet mit, die er als Geschäftsführer von Weselmarketing in Wesel sammeln konnte. Als „Visionär“ beschrieb ihn die Oberbürgermeisterin bei seiner Verabschiedung – er habe Wesel nachhaltig positiv geprägt. Als Realisten haben wir ihn im Podcast-Gespräch kennen gelernt. Wir sprachen mit ihm über den Umgang mit dem Ladenleerstand in der Innenstadt, über das Seidenweberhaus, dessen Abriss er befürwortet und als Chance sieht, über die Rolle des Autos, das nach seiner Einschätzung nicht vollständig aus der Innenstadt verdrängt werden wird. Der Wandlungsprozess hin zu einer Stadt, die „Spass und Sinn macht“ mit „einer besseren Gestaltung der öffentlichen Räume“ brauche Zeit, bedeute viel Kleinarbeit, viele Gespräche, viel Werben für die Ziele. Das Einhalten demokratischer Prozesse ist ihm wichtiger als der schnelle Erfolg. „Das Bauen in der Stadt muss mit den bürokratischen Mitteln gehen, die wir haben, andere haben wir nicht. Aber wir brauchen andere Ideen.“ Von der Politik wünscht er sich „dass, sie der Verwaltung alle Möglichkeiten gibt, die bestehenden, guten Konzepte Schritt für Schritt abzuarbeiten, um am Ende die Ziele zu erreichen, die wir uns alle wünschen“. Themen: Aufgabe des Innenstadtkoordinator; Laden-Leerstand; Radabstellanlagen Hirschfelder-Platz; Autofreie Stadt; Weiternutzung Kaufhof- und Primarkgebäude; Vergleich mit benachbarten Kommunen; Theaterplatz und Seidenweberhaus; Verwaltungsbauten auf dem Theaterplatz, Behnischbau; Stadtmarkt; Mobiles Grün; Bauen in der Innenstadt; Krefeld 650; Aufenthaltsqualität; Außengastronomie; Werbung an Gebäuden; St. Antonstraße/Ringe; Klimaschutz; Vergleich: Wesel; Mobilitätswoche 2023 | |||
| F17 Warum sind Kunst, Musik, Theater und Tanz so wichtig, Frau König? | 07 sept. 2023 | 00:52:14 | |
Unser Gast: Dr. Gabriele König, Kulturbeauftragte der Stadt Krefeld. Nach beruflichen Stationen, u.a. am Hygiene Museum in Dresden und dem Kindermuseum mit Kinderakademie in Fulda, kam Gabriele König 2019 nach Krefeld um das neu geschaffene Amt der Kulturbeauftragten anzutreten. Sie ist zuständig für alle städtischen Kultureinrichtungen, das Kulturbüro, sowie die Belange der freien Szene. Laut Kommunalverfassung ist Kultur für Städte keine Pflichtaufgabe, sondern eine freiwillige Leistung. Doch für Gabriele König ist sie unverzichtbar. „Wie sollte man sonst den angstfreien Umgang mit dem Fremden einüben?“, fragt sie. „Wir leben in einer Gesellschaft, in der vieles auf uns einstürzt“. „Wir müssen lernen mit dem umzugehen, was wir noch nicht kennen“ und das könne gar nicht früh genug beginnen. Kultur habe eine wichtige gesellschaftspolitische Aufgabe. Wir sprechen mit ihr über Krefeld, seine Identitätsfindung und die veränderten Anforderungen an Kultureinrichtungen. „Wir müssen unsere Identität aus dem schöpfen, was wir jetzt vorfinden und was heute entsteht.“ Die Teilhabe möglichst aller KrefelderInnen, insbesondere der jungen ist ihr ein besonderes Anliegen. Dass Gabriele König im Oktober 2023 Krefeld nach vier Jahren verlassen wird, um in Darmstadt das Amt der Kulturreferentin zu übernehmen, war zum Zeitpunkt der Podcastaufnahme noch nicht klar. Unser Gespräch zeigt, dass wir ihrer neuen Wirkungsstätte nur gratulieren können: Herzlichen Glückwunsch, Darmstadt! | |||
| F16 Wie geht es weiter mit dem Einzelhandel in der Innenstadt, Herr Borgmann? | 24 août 2023 | 00:44:05 | |
Unser Gast: Christoph Borgmann, Einzelhändler, Vorsitzender der Krefelder Werbegemeinschaft und Vorstand des Handelsverbands NRW. Themen: Aufenthaltsqualität; Sicherheit, Sauberkeit und Pflege der Innenstadt; Onlinehandel; Folgen der Kaufhofschließung; Schwanenmarkt; Verkehrskonzept; Parkleitsystem, Shared Space; Kulturhistorische Städtebauliche Studie; Wohnen in der Stadt; Umwidmung in Wohnraum; Wälle, 650 | |||
| F15 Was ist los mit den europäischen Innenstädten, Frau Jürges? | 10 août 2023 | 00:56:42 | |
Unser Gast: Andrea Jürges, Architektin und stellvertretende Leiterin des Deutschen Architektur Museums. | |||
| F14 Erik Schmid spielt die Krefeld Sonate | 21 juil. 2023 | 00:08:43 | |
Unser Gast: Prof. Erik Schmid, der auf einem 100 Jahre alten Bechstein-Flügel die Krefeld Sonate spielt ( Video: https://youtu.be/rcel2B3N0UY) Die Krefeld Sonate ist ein Musikstück in drei Sätzen, das der Kompositionslehre nicht immer streng folgt, und das Schmid beim Spielen stets leicht variiert und durch Improvisationen anreichert. Sie entstand als Dankeschön an Krefeld, als Erik Schmids Beitrag zu 650 Jahre Krefeld. Für den Krefeld Podcast Heulen oder Handeln? hat Schmid die Krefeld-Sonate erstmals eingespielt – auf einem über 100 Jahre alten Bechstein-Flügel im Studio K22 in Krefeld. Dort, wo auch der Podcast aufgezeichnet wird. Helge Drafz hat zur Krefeld Sonate ein Musikvideo gedreht mit Impressionen von Krefeld und einem kleinen Interview mit Erik Schmid über die Entstehung der Krefeld Sonate und die Bedeutung von Musik in seinem Leben. (siehe Video-Link oben) | |||
| F13 Wie rettet man ein historisches Stadtbad, liebe 'Freischwimmer'? | 13 juil. 2023 | 00:57:56 | |
Unsere Gäste: Marcel Beging und Katrin Mevißen, Kommunikationsfachleute, Mitbegründer:in und Projektleiter:in des Freischwimmer e.V. Themen: Prozess als Ziel; neue Formen des Gemeinwesens; Verantwortung der BürgerInnen; die Bedeutung des kollektiven Arbeitens, Die Entwicklung des Freibad als Prototyp für Quartiersentwicklung; Zusammenarbeit mit der Stadt; Ausblick: Das Freibad in zehn Jahren. | |||
| F12 Fehlt es der Krefelder Politik an Mut, Frau Brandt? | 19 juin 2023 | 01:04:16 | |
Unser Gast: Yvonne Brandt, Journalistin und seit 30 Jahren Lokalredakteurin bei der Westdeutschen Zeitung in Krefeld Themen: Persönliche Erinnerung an Krefeld; Verlust der Vision für die Stadt im Zuge der globalen Digitalisierung; Stadtbad; Stabsstelle Innenstadt; Mobile Grünelemente; Sauberkeit; Proteste der Bürger und Bürgerinnen; Verzögerungen der Umsetzung von Konzepten; Pop Up Fahrradweg; Kesselhaus; Kulturhistorische Städtebauliche Analyse; Philadelphiastraße; Drogenhilfezentrum; Gemeinwesenarbeit; Krefeld 650; Wunsch für die Zukunft: Mut
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| F11 Warum ist eine unfertige Stadt charmant, Herr Beucker? | 14 juin 2023 | 00:44:56 | |
Unsere Gäste: Die Initiatoren von urbanorama° Festival für poetische Stadtmomente, 23.6. – 9.7.2023: Nico Beucker, Professor für Public und Social Design und Gründer von SOUND, Kompetenzzentrum Social Urban Design an der HS Niederrhein; Lena Bothe, Designstudentin an der HS Niederrhein und Lucas Brux, Designer und Mitarbeiter bei SOUND. „An einem Ort, an dem alles perfekt ist, ist nicht mehr so viel Freiheit“ sagt Lena Bothe, die aus einem idyllischen Städtchen bei München stammt und seit zwei Jahren Design an der HS Niederrhein studiert. Ihr Interesse gilt dem Fachgebiet Social Design, also dem Fach, das Professor Nico Beucker seit 18 Jahren in Krefeld lehrt. Und auch er findet gerade Krefelds „Unfertigkeit“ reizvoll. Beucker lotet seit Jahren mit unterschiedlichen Projekten zusammen mit seinen Studierenden aus, wie Designer in die Stadt hineinwirken können und wie städtische Räume gestaltet sein müssen, damit sie Begegnungen von Menschen zulassen.
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| F10 Warum haben sie ein altes Klärwerk gekauft, Herr Becker? | 31 mai 2023 | 00:53:03 | |
Unser Gast: Christoph Becker, Mitbesitzer und Sanierer des historischen Klärwerks von Krefeld. „Das Klärwerk erzählt die Geschichte über den Umgang mit Wasser“, sagt Christoph Becker. Der Wildwasser-Kanute und Event-Unternehmer entdeckte vor einigen Jahren das verwunschene, wie ein Dornröschenschloss überwucherte historische Klärwerk von Krefeld in Uerdingen. Von dem Jugendstilbau war er sofort fasziniert. Zusammen mit drei Freunden, mit denen Becker auch seine Firma betreibt, erwarb er das Gelände 2018 und begann ein Jahr später mit der behutsamen Sanierung des Baudenkmals aus der Frühzeit städtischer Hygienemaßnahmen: „Es ist eine der ältesten Kläranlagen der Welt“. Die Pläne, aus dem 1908-09 errichteten Gebäude des Architekten Georg Bruggaier nur eine Eventhalle zu machen, sind inzwischen in den Hintergrund gerückt. Mit Engagement und Unterstützung - etwa durch das Deutsche Nationalkomitee für Denkmalschutz - verfolgt Becker heute das Ziel, aus dem Klärwerk einen Ort für die Auseinandersetzung mit Industriegeschichte und, angesichts des Klimawandels, einem Zukunftsthema der Menschheit zu machen: unseren Umgang mit Wasser. In unserem Podcast erzählt Christoph Becker von seinen Recherche-Ergebnissen, Entdeckungen und Plänen. Die Themen: Baugeschichte des Klärwerks; Krefelds Drang zum Rhein und die Eingemeindung von Linn; Kanalisierung und Klärwerk als Voraussetzung für den Bau des Rheinhafens; das stillgelegte Klärwerk als „lost place“; Mitarbeit im Unesco-Netzwerk „Wasser“.
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| Sonderfolge: Die Eröffnung von Mies 1:1 am 26.5.2013 | 25 mai 2023 | 00:47:27 | |
2013 schuf die Initiative Projekt MIK e.V. ihr erstes Projekt: Sie realisierte den Entwurf eines Golfclub-Gebäudes von Ludwig Mies van der Rohe als lebensgroßes Architekturmodell. Mies van der Rohe hatte 1930 für den jungen Krefelder Golfclub (heute in Linn) ein Clubhaus entworfen, das am damaligen Standort auf dem Egelsberg errichtet werden sollte. In Folge der Weltwirtschaftskrise wurde das Vorhaben jedoch aufgegeben und kein Clubhaus gebaut. Unter der künstlerischen Leitung des Genter Architekturbüros Robbrecht en Daem Architecten entstand am originalen Standort das kreuzförmige Architekturmodell mit einer Ausdehnung von 80 x 80 Metern. | |||
| F9 Tut Krefeld genug für den Klimaschutz, Frau Althoff? | 17 mai 2023 | 00:56:49 | |
Unser Gast: Björna Althoff, Sprecherin von Fridays for Future, Krefeld, Ratsmitglied und Medizinerin. „Jedes eingesparte Gramm CO2 zählt“, sagt Björna Althoff. Als Einzelkämpferin im Rat der Stadt Krefeld pocht sie beharrlich auf die zügige Umsetzung des Klimaschutzkonzeptes „Krefeld Klima 2030“, das seit drei Jahren vorliegt, aber von Rat und Verwaltung nur schleppend umgesetzt wird: „Über 80 Prozent der Maßnahmen sind abgesetzt oder sehr stark verzögert“ entnimmt sie dem städtischem Controling Bericht. Und die Debatte über das Surfpark-Projekt, das Björna Althoff entschieden ablehnt, führe deutlich vor „wo wir uns heute bei der Frage Klimagerechtigkeit befinden.“ Seit 2020 engagiert sie sich in der Lokalpolitik um etwas zu bewegen in Sachen Klimaschutz. „Think global, act local!“ Fatalismus könne man sich nicht leisten, Baumpflanzungen mit großer medialer Begleitung lehnt sie als Symbolpolitik ab. Ausgerechnet da, wo die Stadt mit einfachen Mitteln viel erreichen könne für den Klimaschutz, geschehe fast nicht: bei der Verkehrspolitik. Die Themen: Chancen und Möglichkeiten kommunaler Klimapolitik; Klimadebatte und Generationenkonflikt; Notwendigkeit der Protestbewegung „Fridays for future“; Surfpark Debatte; Wärmewende; Klimaschutz nur durch Wende in der Verkehrspolitik.Ausblick: Die Verkehrswende | |||
| F8 Bewegt sich etwas in der Stadt, Herr Hansen? | 03 mai 2023 | 00:59:58 | |
Unser Gast: Thorsten Hansen, Vorsitzender der Fraktion Die Grünen im Rat der Stadt Krefeld und wirtschaftspolitischer Sprecher seiner Fraktion | |||
| F7 Wie wird das kulturelle Kapital von Krefeld sichtbar, Herr Gronert? | 18 avr. 2023 | 01:00:27 | |
Unser Gast: Prof. Dr. Siegfried Gronert (geb. 1946), Industriedesigner, Autor und bis 2011 Professor für Geschichte und Theorie des Designs in Weimar, danach in Wuhan, China. Er ist Mitbegründer der Initiative Stadtkultur Krefeld, die seit 2012 Missstände und Leerstellen in der Krefelder Kulturpolitik thematisiert (kunstraumkrefeld.de). Wir sprachen mit ihm über die seines Erachtens mangelnde Wahrnehmung des kulturellen Potenzials der Stadt bei Politik und Verwaltung, über die Identitäts-stiftende Bedeutung der Wälle. Er erläutert die Notwendigkeit ihrer Reaktivierung als Alleinstellungsmerkmal der Stadt und wichtiger Erholungsraum für die BürgerInnen. Wir sprachen mit ihm auch über Krefeld als Hochschulstandort und erhielten Einblicke in die geplante Kunst- und Design Schule, die vielleicht im ehemaligen Stadthaus von Egon Eiermann entstehen wird. Und seinen Eindruck vom Stadtjubiläum: Elite versus Bürgerkultur ist ein alter Hut. Themen: Die Wälle historisch und heute, Museumsvorplatz, Konzept von Ludger Gerdes: Kerzenskulpturen an den Eckpunkten der Wälle, Residenzstadt versus Bürgerstadt? Vergleich: Krefeld – Weimar, Bedeutung des kulturellen Potenzials einer Stadt, Pop Up Radweg St. Antonstraße, Auflösung der Werkkunstschule Krefeld und Etablierung der Fachhochschule, heute HS Niederrhein, geplante Kunsthochschule im Eiermann -Bau, 650 Jahre Krefeld: das Jubiläum ohne übergeordnete Idee und Elite versus Bürgerkultur ist ein alter Hut. Ausblick: In Krefeld bewegt sich etwas in letzter Zeit. Veranstaltungshinweis der Initiative Stadtkultur: Vortrag "Krefelder Wälle als Stadtlandschaft" von Prof. Dr. Lohrberg 25.4.2023 19.00 Uhr, VHS Krefeld, Muche Saal, Eintritt frei
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| F6 Wie wird der Verkehr in Krefeld zukunftsfähig, Herr Volpert? | 05 avr. 2023 | 00:51:39 | |
Unser Gast: Dipl. Ing. Michael Volpert, Stadtplaner und Autor des Krefelder Mobilitätskonzeptes 2030+. Der Krefelder Verkehr ist Auto-zentriert, sagt der gebürtige Krefelder, der seit vielen Jahren mit seinem Team vom Planungsbüro „LK Argus“ (Berlin, Hamburg, Kassel) deutsche Städte untersucht.
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| F5 Wie managt man eine Stadt, Herr Meyer? | 22 mars 2023 | 00:57:12 | |
Unser Gast: Frank Meyer, Oberbürgermeister der Stadt Krefeld. Wie lebt und arbeitet man als Oberbürgermeister zwischen Innenstadtkrise und Jubelfeier zum 650-jährigen Bestehen der Stadt? Wie meistert man Krefeld's Anforderungen der Zukunft in Zeiten mangelnder Ressourcen? Wie soll die Verkehrswende und die Sanierung der Innenstadt gelingen? Die Themen: Krefeld im Jahr des Stadtjubiläums, das Konzept für die Jubiläumsfeier, textile Tradition und Identität der Stadt, Arbeitsalltag zwischen Politik und Verwaltung, Anspruchshaltung der BürgerInnen und finanzielle Möglichkeiten der Stadt, Innenstadt-Krise, Gebäude- und Straßensanierung, Stadthaus, die neue Veranstaltungshalle, das Stärkungspaket Innenstadt, die St. Antonstraße, Quartiersgaragen und die Radpromenade. (Aufnahme 13.02.2023) | |||
| F4 Warum liegt Krefeld in der Nähe von Paris, Johannes Floehr? | 08 mars 2023 | 00:50:12 | |
Unser Gast: Johannes Floehr, Poetry-Slammer, Autor und Comedian. "Krefeld liegt bei Paris“ sagt er auf der Bühne und empfiehlt jungen Leuten in Krefeld: „Haut ab und kommt dann wieder“. Wir sprechen mit ihm über sein Krefeld, über die Bedeutung von live -Veranstaltungen und darüber, dass auch schlechte Kunst inspirieren kann. Die Themen: Mein Krefeld, Innenstadt, Ladenleerstand, Autoverkehr, der Niedergang von allem, die Bedeutung der Historie, „Krefeld – schön hier“, Meckerer und Potenzial-Seher, Stadtkultur, Live-Kultur, Grotenburg und FCK, Ausgehverhalten nach der Pandemie, Hausverbot bei Dr. Flotte und mein wichtigstes Erlebnis in Krefeld | |||
| F3 Wie steht der Wirtschaftsstandort Krefeld da, Herr Preen? | 22 févr. 2023 | 00:52:54 | |
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| F2 Wie repariert man ein Stadt, Claudia Schmidt? | 08 févr. 2023 | 00:54:59 | |
Unser Gast: Claudia Schmidt. Die Architektin mit Büro in Amsterdam ist in Krefeld aufgewachsen und Autorin der aktuell viel diskutierten Kulturhistorischen Städtebaulichen Analyse der Krefelder Innenstadt. Diese ist 2022 durch Ratsbeschluss zum Entwicklungskonzept der Innenstadt erklärt worden. Wir fragen sie: Was sind die Qualitäten der Krefelder Innenstadt? Wo ist sie beschädigt? Und was muss man tun, damit wieder eine lebendige Stadtmitte mit „feinkörniger“ Mischung entsteht? | |||
| F1 650 Jahre Krefeld-wie geht's der alten Dame, Herr Voss? | 26 janv. 2023 | 00:55:53 | |
Unser Gast: Jens Voss, Journalist und Leiter der Lokalredaktion der Rheinischen Post in Krefeld. Seit 13 Jahren beobachtet Jens Voss das Geschehen in der Stadt, berichtet und kommentiert in seiner Zeitung. Wir fragten ihn nach seinem Eindruck, nach den drängenden politischen und gesellschaftlichen Themen, nach der allgemeinen Stimmung und seiner Einschätzung der Lage. Die Themen: Die Stimmung in Krefeld, Ursachen für den aktuellen Zustand, Rolle von Kommunalpolitik und Verwaltung, Seidenweberhaus, Verkehrsplanung, St. Antonstraße, Ringe, Was muss geschehen? Innenstadt, Kempen, Wälle, Identität Krefeld, Innovation, Verhältnis Stadt und lokale Unternehmen, Bedeutung Hochschule Niederrhein, Stadtbad, Ausblick. | |||
| Worum geht es in diesem Podcast? | 25 janv. 2023 | 00:01:02 | |
Ist Krefeld für die Zukunft gerüstet? Macht gute Architektur glücklich? Wann ist eine Stadt schön? Oder hässlich? Und: Wie kann man sie reparieren? Solchen Fragen widmet sich Der Krefeld-Podcast Heulen oder Handeln? von Projekt MIK e.V. Christiane Lange, Vorsitzende von Projekt MIK und der Journalist und Autor Helge Drafz sprechen anlässlich des Krefelder Stadtjubiläums in diesem Jahr alle 14 Tage in einer neuen Folge mit Fachleuten aus Wissenschaft, Architektur und Stadtplanung, mit Vertretern von Politik und Verwaltung sowie mit engagierten Krefelderinnen und Krefeldern über Krefeld, seine Identität, seine Potentiale und Perspektiven und über seine Baustellen. 25 Folgen, 14-tägig ab 27. Januar bis 28.12.2023 . | |||