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Podcast HAINS Talk

HAINS Talk

Klinik für Anästhesiologie UKHD

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Frequency: 1 episode/22d. Total Eps: 68

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Der Interviewpodcast der Klinik für Anästhesiologie am Universitätsklinikum Heidelberg

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Journal Club Folge 54 (KW 5): Ketamine or Etomidate for Tracheal Intubation of Critically Ill Adults

mardi 27 janvier 2026Duration 11:45

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Die Wahl des Hypnotikums zur Notfallintubation kritisch kranker Patient:innen ist seit Jahren Gegenstand intensiver Diskussionen. In dieser Episode analysieren wir die RSI-Studie aus dem New England Journal of Medicine, die Ketamin und Etomidat hinsichtlich Mortalität und kardiovaskulärer Komplikationen während der Intubation systematisch vergleicht.

Casey JD, Seitz KP, Driver BE, et al.; for the RSI Investigators and the Pragmatic Critical Care Research Group.
Ketamine or Etomidate for Tracheal Intubation of Critically Ill Adults.
New England Journal of Medicine. Published online December 9, 2025.
DOI: 10.1056/NEJMoa2511420

Die tracheale Intubation kritisch kranker Patient:innen ist mit einer hohen Morbidität und Mortalität assoziiert. Während Etomidat aufgrund seiner hämodynamischen Stabilität eingesetzt wird, bestehen seit Langem Bedenken hinsichtlich einer durch Etomidat induzierten Suppression der Nebennierenfunktion und möglicher negativer Effekte auf das Überleben. Ketamin gilt als Alternative, da es die Kortisolproduktion nicht hemmt, jedoch ebenfalls potenziell hämodynamische Nebenwirkungen aufweist.

In einer pragmatischen, multizentrischen, randomisierten Studie wurden 2365 kritisch kranke Erwachsene in 14 Notaufnahmen und Intensivstationen in den USA entweder Ketamin oder Etomidat zur Narkoseeinleitung bei der endotrachealen Intubation zugeteilt. Der primäre Endpunkt war die Gesamtmortalität im Krankenhaus bis Tag 28. Als sekundärer Endpunkt wurde ein kardiovaskulärer Kollaps während der Intubation definiert, bestehend aus schwerer Hypotonie, neuem oder eskaliertem Vasopressorbedarf oder Herzstillstand.

Die 28-Tage-Mortalität unterschied sich nicht signifikant zwischen den Gruppen (28,1 % unter Ketamin vs. 29,1 % unter Etomidat). Dieses Ergebnis war konsistent über alle präspezifizierten Subgruppen hinweg, einschließlich Patient:innen mit Sepsis oder septischem Schock, hoher Krankheitslast (APACHE-II-Score ≥ 20) sowie präinterventioneller Vasopressortherapie. Im Gegensatz dazu trat ein kardiovaskulärer Kollaps während der Intubation unter Ketamin signifikant häufiger auf als unter Etomidat, insbesondere bei Patient:innen mit Sepsis oder hoher Erkrankungsschwere.

Die Ergebnisse der RSI-Studie zeigen, dass Ketamin im Vergleich zu Etomidat keine Reduktion der kurzzeitigen Mortalität bewirkt, jedoch mit einem erhöhten Risiko hämodynamischer Instabilität während der Intubation einhergeht. Damit liefern die Daten eine wichtige evidenzbasierte Grundlage für die individualisierte Auswahl des Induktionshypnotikums bei kritisch kranken Patient:innen.

Weiterführende Literatur:

1. Ketamine Versus Etomidate for Rapid Sequence Intubation: A Systematic Review and Meta-Analysis of Randomized Trials. Critical Care Medicine. 2025. Greer A, Hewitt M, Khazaneh PT, et al.

2. Readdressing Rapid Sequence Induction and Intubation Using Ketamine or Etomidate: A Systematic Review and Meta-Analysis of Randomized Clinical Trials.
Medicine. 2025. de Morais LB, Radel-Neto GR, Dos Santos Valsecchi VA, Costa RA, Hueb W.

3. Ketamine Versus Etomidate as an Induction Agent for Tracheal Intubation in Critically Ill Adults: A Bayesian Meta-Analysis.
Critical Care. 2024. Koroki T, Kotani Y, Yaguchi T, et al.

4. Society of Critical Care Medicine Clinical Practice Guidelines for Rapid Sequence Intubation in the Critically Ill Adult Patient. Critical Care Medicine. 2023. Acquisto NM, Mosier JM, Bittner EA, et al.

Journal Club Folge 53 (KW 4): Safety and efficacy of 6% hydroxyethyl starch in patients undergoing major surgery - the randomised controlled PHOENICS trial

mardi 20 janvier 2026Duration 12:19

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Der Einsatz von Hydroxyethylstärke (HES) zur perioperativen Volumentherapie ist seit Jahren kontrovers diskutiert, insbesondere im Hinblick auf mögliche renale Risiken. In dieser Episode analysieren wir die PHOENICS-Studie, die größte randomisierte, doppelblinde Untersuchung zum Vergleich von 6 % HES 130/0.4 mit kristalloiden Lösungen im perioperativen Einsatz.

Buhre W, Díaz-Cambronero O, Schaefer S, et al.
Safety and efficacy of 6 % hydroxyethyl starch in patients undergoing major surgery: The randomised controlled PHOENICS trial.
European Journal of Anaesthesiology. 2026;43:1–10.
DOI: 10.1097/EJA.0000000000002307

Die perioperative Volumentherapie ist ein zentraler Bestandteil der hämodynamischen Stabilisierung bei großen chirurgischen Eingriffen. Während Hydroxyethylstärke (HES) aufgrund seiner intravasalen Verweildauer effektiv zur Volumenexpansion eingesetzt wird, haben frühere Studien bei kritisch kranken und septischen Patient:innen Sicherheitsbedenken hinsichtlich renaler Komplikationen aufgeworfen.

Die PHOENICS-Studie ist eine multizentrische, randomisierte, doppelblinde Phase-IV-Studie, in der 1958 Patient:innen (ASA II–III) mit erwarteten Blutverlusten ≥ 500 ml bei elektiver abdomineller Chirurgie entweder 6 % HES 130/0.4 oder eine balancierte kristalloide Lösung erhielten. Die Volumentherapie erfolgte leitliniengerecht und innerhalb der zugelassenen Dosierungsgrenzen. Primärer Endpunkt war die Veränderung der cystatin-C-basierten geschätzten glomerulären Filtrationsrate (eGFR) innerhalb der ersten drei postoperativen Tage. Ein zentraler sekundärer Endpunkt war ein kombinierter Endpunkt aus Mortalität und schweren postoperativen Komplikationen bis Tag 90.

HES erwies sich im primären Endpunkt als nicht unterlegen gegenüber kristalloiden Lösungen hinsichtlich der Einschränkung der frühen postoperativen Nierenfunktion. Auch für den kombinierten Endpunkt aus Mortalität und schweren Komplikationen nach 90 Tagen konnte Nichtunterlegenheit gezeigt werden. Die Ein-Jahres-Nachbeobachtung ergab keine signifikanten Unterschiede bezüglich Gesamtmortalität oder Notwendigkeit einer Nierenersatztherapie. Darüber hinaus zeigten sich bei HES eine geringere positive Flüssigkeitsbilanz, eine geringere Abnahme des mittleren arteriellen Drucks sowie ein reduzierter Bedarf an vasoaktiven Substanzen.

Die Ergebnisse der PHOENICS-Studie liefern robuste Evidenz dafür, dass der perioperative, indikationsgerechte Einsatz von 6 % HES 130/0.4 bei chirurgischen Patient:innen ohne Kontraindikationen gut verträglich ist und keine klinisch relevante Verschlechterung der Nierenfunktion oder der postoperativen Outcomes verursacht.

HAINS Talk Spezial (KW 20): Welttag der Pflegenden

mardi 13 mai 2025Duration 10:22

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In dieser Folge von HAINS Talk geht es um eine tragende Säule der Patientenversorgung in Anästhesiologie und Intensivmedizin, unsere Pflegekräfte. Zum Welttag der Pflegenden beleuchten wir aktuelle Herausforderungen in der Anästhesie- und Intensivpflege und möchten DANKE sagen für die tägliche verantwortungsvolle und zuverlässige Arbeit unserer Pflegerinnen und Pfleger!

Journal Club Folge 44 (KW 18): Cardiac Arrest During Long-Distance Running Races

samedi 26 avril 2025Duration 12:30

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Pünktlich zum Heidelberger Halbmarathon beschäftigen wir uns in dieser Folge mit eine neu erschienenen Arbeit aus dem JAMA von Kim et al.: Cardiac Arrest During Long-Distance Running Races. Es geht dabei um die Prävalenz von Herz-Kreislauf-Stillständen bei Halbmarathon- und Marathonveranstaltungen in den USA zwischen 2010 und 2023. (doi:10.1001/jama.2025.3026)

Mit im Studio dabei: Dr. Sophie Neuhaus, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Klinik für Anästhesiologie am UKHD.



Journal Club Folge 43 (KW 17): Mechanical complications after central venous catheterisation in the ultrasound-guided era

mardi 22 avril 2025Duration 11:05

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Diese Woche geht es um den Einsatz von Ultraschall bei der Anlage zentralvenöser Katheter:

Adrian, Maria et al. Mechanical complications after central venous catheterisation in the ultrasound-guided era: a prospective multicentre cohort study. British Journal of Anaesthesia, Volume 129, Issue 6, 843 - 850.


Journal Club Folge 42 (KW 16): Inhaled Sedation in Acute Respiratory Distress Syndrome - The SESAR Randomized Clinical Trial

mardi 15 avril 2025Duration 09:17

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Es geht mal wieder um Intensivmedizin, ganz konkret um den Einsatz von Sevofluran zur inhalativen Sedierung im ARDS:

Jabaudon M, Quenot J, Badie J, et al. Inhaled Sedation in Acute Respiratory Distress Syndrome: The SESAR Randomized Clinical Trial. JAMA. Published online March 18, 2025. doi:10.1001/jama.2025.3169

Im Studio mit dabei: Dr. Chiara Heim, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Klinik für Anästhesiologie am UKHD

Journal Club Folge 41 (KW 15): Bioaccumulation of microplastics in decedent human brains

mardi 8 avril 2025Duration 09:00

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Es muss nicht immer Anästhesiologie sein - diese Woche sprechen wir über Mikroplastik im Gehirn:

Nihart AJ, Garcia MA, El Hayek E, et al. Bioaccumulation of microplastics in decedent human brains. Nat Med. Published online February 3, 2025. doi:10.1038/s41591-024-03453-1


Mit im Studio dabei: Dr. Johannes Schäfer, wiss. Mitarbeiter der Klinik für Anästhesiologie am UKHD

Journal Club Folge 40 (KW 14): Fehler bei Medikamentendosisberechnungen und Berechnungsstrategien für Medikamentendosierungen

mardi 1 avril 2025Duration 21:07

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Diese Woche geht es um ein etwas älteres, aber nicht minder wichtiges Paper aus Anästhesiologie & Intensivmedizin von 2020: 

Fudickar A, Reimers L, Lindmeier A: Fehler bei Medikamentendosisberechnungen und Berechnungsstrategien für Medikamentendosierungen. Anästh Intensivmed 2020;61:117–122. DOI: 10.19224/ai2020.117

Mein Kollege Samir Hmayed und ich unterhalten uns über Grundrechenarten, typische Rechenfehler und Lösungsstrategien im Wirrwarr zwischen Konzentration, Gewicht, Volumen, Dosis, Zeit und sonstigen Gemeinheiten in der täglichen Pharmakotherapie.

Journal Club Folge 39 (KW 11): The effect of stand-alone and additional preoperative video education on patients’ knowledge of anaesthesia

mardi 11 mars 2025Duration 10:16

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Diese Woche widmen wir uns der Prämedikation, bzw. dem Aufklärungs-Teil des Prämedikationsgespräches: 

van den Heuvel, Sander F.; Jonker, Philip; Hoeks, Sanne E.; Ismail, Sohal Y.; Stolker, Robert Jan; Korstanje, Jan-Wiebe H.. The effect of stand-alone and additional preoperative video education on patients’ knowledge of anaesthesia: A randomised controlled trial. European Journal of Anaesthesiology 42(4):p 313-323, April 2025. | DOI: 10.1097/EJA.0000000000002109
 

Mit im Studio: Lukas Ritzhaupt, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Klinik für Anästhesiologie am UKHD

Journal Club Folge 38 (KW 10): Chewing Gum to Treat Postoperative Nausea and Vomiting in Female Patients - A Multicenter Randomized Trial

mardi 4 mars 2025Duration 11:23

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Diese Woche geht es im Journal Club um die Behandlung von PONV durch Kaugummikauen: 

Darvall, J; De Silva, A; von Ungern-Sternberg, B et al.  on behalf of the CHEWY Trial Group and the ANZCA Clinical Trials Network. Chewing Gum to Treat Postoperative Nausea and Vomiting in Female Patients: A Multicenter Randomized Trial. Anesthesiology 142(3):p 454-464, March 2025. | DOI: 10.1097/ALN.0000000000005283

Mit im Studio dabei: Sophie He, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Klinik für Anästhesiologie am UKHD. 


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