Explore every episode of the podcast Gott und die Welt
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| Yvonne Robel, Historikerin an der Forschungsstelle für Zeitgeschichte im Gespräch mit Klaus Böllert. | 25 Sep 2024 | 00:17:20 | |
Ausgerechnet bei einem Interview zum Thema Nichts-Tun. Ich habe den Termin vergessen und zwinge Yvonne Robel so, 30 Minuten auf mich zu warten. Sie begrüßt mich trotzdem freundlich fröhlich. Und eine Frage ist schnell geklärt: Ja, sie kennt inzwischen jeden Kalauer, den man machen kann, wenn ein Mensch so viel Arbeit aufwendet, um ein Buch über die Wahrnehmungsgeschichte des Nichts-Tuns zu schreiben. | |||
| Frank Karpa, Pilgerpastor der Nordkirche im Gespräch mit Susanne Richter | 10 Sep 2024 | 00:21:22 | |
Frank Karpa ist neuer Pilgerpastor der Nordkirche. Er begleitet Pilger, plant Touren und Treffen für Interessierte und bietet Gottesdienste in der Haupt- und Pilgerkirche St. Jacobi in Hamburg an. Oft ist er auch selbst unterwegs. Seit Hape Kerkeling vor zwanzig Jahren sein Buch „Ich bin dann mal weg“ geschrieben hat, gibt es einen richtigen Pilgerboom. Nicht nur auf den großen Pilgertouren nach Santiago de Compostela sind immer mehr Leute unterwegs. Die Strecken durch Skandinavien sind auch beliebt. Ebenso die kleinen Touren durch Norddeutschland. „Ich glaube nicht, dass man diese Entwicklung noch auf den Kerkeling-Effekt zurückführen kann“, sagt Frank Karpa. Er glaubt, dass Glauben auf so eine leibliche Weise ansteckend wirkt. „Wenn Menschen so strahlend von ihrem Weg zurückkommen, dann macht das neugierig“. Wandern mögen viele Menschen und Pilgern hat noch den spirituellen Charakter. Man kann einfach dazukommen. Egal, welche religiöse Prägung man hat. Pilgern ist sehr niedrigschwellig und interreligiös. Oft kommen Menschen, wenn sie sich in Orientierungsphasen ihres Lebens befinden. „Der Weg macht dabei wirklich etwas mit uns“, sagt Frank Karpa. „Dabei lernen wir auch durchzuhalten. Dass es hart ist und man sich verläuft. Aber irgendwann kommt man an.“ | |||
| Die Bestatterin Sarah Benz im Gespräch mit Susanne Richter über Sarggeschichten | 31 Jul 2024 | 00:12:00 | |
Sarah Benz ist Sozialarbeiterin, Notfallseelsorgerin und Bestatterin. Zusammen mit Kathrin Trommler ist sie Autorin von „Sarggeschichten“, einer Filmreihe und dem dazugehörigen Buch. Da wirbt sie darum, selbstbestimmt Abschied zu nehmen. Selbst zu entscheiden, wie lange man den Verstorbenen bei sich haben möchte, den Leichnam zu versorgen und passende Rituale zu finden. Es erleichtert den Abschied, wenn man den Abschied aktiv gestaltet. Dafür ist es wichtig, dass man erst einmal erfährt, was alles machbar ist. Sarah Benz ist an einem Friedhof aufgewachsen. Die Auseinandersetzung mit Sterben und Tod, das Reden darüber, war in ihrer Familie ganz selbstverständlich. Das hat ihr geholfen, als sie in ihrem eigenen Leben Todesfälle zu verarbeiten hatte. Es hat sie zu der gemacht, die sie ist, sagt Sarah Benz. Ihr Beruf ist Ihre Leidenschaft. Denn dort geht es wirklich immer um Wesentliches. Denn letztlich geht es dabei immer um Liebe. Und darum, was uns Halt gibt. Im Kontakt mit den Angehörigen greift Sarah Benz öfter mal auf das Gedicht „Von guten Mächten“ von Dietrich Bonhoeffer zurück: „Von guten Mächten wunderbar geborgen, erwarten wir getrost, was kommen mag. Gott ist mit uns am Abend wie am Morgen und ganz gewiss an jedem neuen Tag.“ Angst hat Sarah Benz nicht mehr vor dem Tod. Sie ist sich sicher, dass auch nach dem Tod etwas von uns bleibt. | |||
| Moderatorin Andrea Ballschuh im Gespräch mit Susanne Richter | 31 Jul 2024 | 00:23:18 | |
Andrea ist Radio- und Fernsehmoderatorin und Videocoach. Sie ist in der DDR in einer unreligiösen Familie aufgewachsen. Von Gott war da nirgendwo die Rede, sagt sie. Ihr hat etwas gefehlt. Ich habe immer eine Leere gefühlt, erzählt sie. In der Esoterik wurde sie nicht fündig. Edelsteine oder der Versuch mit dem Universum in Kontakt zu treten, konnten ihr nicht helfen. Vor zwei Jahren hat sie zum Glauben gefunden. Da ist sie ins Gespräch gekommen mit der Geigenbauerin ihrer Tochter. Die hat ihr den Tipp gegeben, Gott doch um ein Zeichen zu bitten. Für Andrea Ballschuh hat sich das absurd angehört. Aber tatsächlich sind danach Dinge in ihrem Leben passiert, die langsam eine Gewissheit in ihr entstehen lassen haben, dass es Gott doch gibt. Es ist nicht gewöhnlich, dass Menschen des öffentlichen Lebens über ihren Glauben sprechen. Viele finden das zu privat. Andrea Ballschuh sagt: Vielleicht laufen einige Leute rum und haben so eine große Sehnsucht nach Liebe wie ich früher. Vielleicht hilft es ihnen, was ich erzähle. Gott hat ihr Ruhe, tiefen inneren Frieden gegeben, sagt sie: „Ich habe keine Angst mehr.“ | |||
| Dorothee Röhrig aus der Dohnanyi-Bonhoeffer-Familie. | Susanne Richter | 31 Jul 2024 | 00:18:43 | |
Die Journalistin Dorothee Röhrig kommt aus der berühmten Dohnanyi-Bonhoeffer-Familie. Einer Familie, in der vier Menschen als Widerstandskämpfer von den Nazis hingerichtet wurden. Was das mit Ihrer Familie, insbesondere ihrer Mutter gemacht hat, beschreibt Dorothee Röhrig in ihrem Buch: „Du wirst noch an mich denken. Liebeserklärung an eine schwierige Mutter.“ Auslöser für ihre Recherche und Auseinandersetzung war ein Foto ihrer Mutter. Der Arm der Mutter umklammert fast die damals zweijährige Dorothee. Was hat eigentlich die Beziehung zu der Mutter so kompliziert gemacht? Wer ist sie zu der Frau geworden, die sie war? Dorothee Röhrig hat sich noch einmal intensiv in die Geschichte der Familie eingearbeitet. Eine Familie, sie so stark bestimmt worden ist durch die Widerstandskämpfer aus den eigenen Reihen. Erst Jahrzehnte später wurden diese öffentlich als Helden verehrt. Zunächst galten sie vielen Menschen als Volksverräter. Über Gefühle wurde damals nicht gesprochen, erzählt Dorothee Röhrig. Welche Angst ihre Mutter um ihre Eltern gehabt haben muss, als diese festgenommen worden waren- es gab keine Antworten. Als der Vater hingerichtet wurde, als drei weitere Familienmitglieder ermordet wurden: „Man hat funktioniert.“ Das scheint in diesen Jahren eine allgemein gültige Zustandsbeschreibung gewesen zu sein. Nicht nur für die Familien der Täter, auch für die Familien der Opfer. Dorothee Röhrig hat sich Stück für Stück aus diesem Schweigen und Verdrängen herausgearbeitet. Mit mir redet sie über Ihre Erfahrungen mit der Mutter, aber auch ihren berühmten Verwandten den Theologen Dietrich Bonhoeffer. Es ist nicht so leicht gewesen in einer so berühmten Familie ein eigenes Standing zu haben, sagt sie. Eine interessante Perspektive auf die deutsche Geschichte. Sie wirkt noch in die Gegenwart hinein. Hört mal rein! | |||
| Judenhass | Michel Friedmann Gespräch mit Susanne Richter | 31 Jul 2024 | 00:28:47 | |
„Judenhass“ heißt sein neues Buch. Michel Friedman ist Jurist, Philosoph, Journalist und Talkmaster. In seinem neuen Buch ist Friedman primär Mensch. Ein Mensch, der sich große Sorgen macht, dass nach dem 7. Oktober 23 der Antisemitismus auf den Straßen wieder laut geworden ist und dass die Mehrheitsgesellschaft schweigt. Es ist Friedman anzumerken, dass ihm das Thema extrem zusetzt. Seine Tonlage ist angespannt. Wie sollte es anders sein? Ein Großteil seiner Herkunftsfamilie ist von den Nazis ermordet worden. Meine Frage, wie er sich erklärt, warum die Mehrheitsgesellschaft schweigt, gibt er an mich zurück: „Wo waren Sie?! Ich hätte Trost gebraucht.“ Ob er mich persönlich meint, frage ich, etwas kleinlaut. Es ist nicht einfach für uns miteinander warm zu werden. Der Holocaust wirkt noch immer. Als deutsche Christin werde ich vermutlich immer der Fraktion der ehemaligen Täter*innen zugeordnet. Dabei kann ich ihn sehr gut verstehen: Seine Sorge und Wut kann ich nachfühlen. Wie kann es sein, dass die Polizei Juden und Jüdinnen bereits nahegelegt hat, keine Kippa und Davidsterne im öffentlichen Raum zu tragen? Man könne sie sonst nicht schützen, heißt es. „Das wäre das Ende des jüdischen Lebens in einem freien Land.“ Sagt Friedman. Und nicht allein das. Antisemitismus ist nicht allein ein Problem für jüdische Menschen- er ist ein Angriff auf die Freiheit von allen, auf unsere Demokratie. Das macht Michel Friedman eindrücklich klar. | |||
| Großes Thema Männerarbeit | Bruder Josef im Gespräch mit Klaus Böllert | 31 Jul 2024 | 00:20:57 | |
Es ist das nördlichste Benediktinerkloster Deutschlands: Das Kloster Nütschau bei Bad Oldesloe in Schleswig-Holstein. Die Mönche tragen lange schwarze Kutten. So kommt mir auch Bruder Josef van Scharrel entgegen. Zur Männerarbeit kam er 25 Jahre nach „Wann ist ein Mann?“ von Herbert Grönemeyer. Da spielten auch persönliche Fragen eine Rolle. Was bedeutet denn für einen Mönch Mann-Sein, der ehelos und keusch lebt und nicht Vater werden wird? Von dieser persönlichen Frage aus kam er zu gesellschaftlichen Fragen wie fehlenden Initiationsriten (was er bedauert), dem schwächer werdenden Patriarchat (was er gut findet) bis hin zur Rede von toxischer Männlichkeit (was ihn ärgert). | |||
| Glückliche Schleswig-Holsteiner | Utz Schliesky im Gespräch mit Klaus Böllert | 31 Jul 2024 | 00:14:25 | |
Natürlich bin ich auf dem Weg zu Utz Schliesky Pater Noster gefahren. Der im Kieler Landtag ist einer der letzten in Deutschland. Oben begrüßen mich gleich einige Abgeordnete der CDU, die im Saal nebenan gleich eine Fraktionssitzung haben. So habe ich den Kieler Landtag und die Bediensteten dort schon öfter erlebt: Freundlich und nicht arrogant ob der eigenen Bedeutung. So begegnet mir auch Utz Schließky. Er ist der Direktor des Landtages, also Chef der Verwaltung. Auch er ist freundlich und dabei konzentriert, zugewandt und einer, der genau weiß, was er sagen will. Sein Credo: Man muss ändern, was man bewahren will. | |||
| Wir brauchen Liebesgeschichten | Ewald Arenz im Gespräch mit Susanne Richter | 31 Jul 2024 | 00:21:57 | |
„Alte Sorten“, „der Duft von Schokolade“, „die Liebe an miesen Tagen“: Kaum ein Buch von Ewald Arenz, das nicht zum Besteller wird. Er ist einfach ein begnadeter Erzähler. Über große Gefühle mit Leichtigkeit sprechen und ohne dass es kitschig klingt? Ewald Arenz kann das und das Publikum und auch die Buchhändler und Händlerinnen lieben ihn dafür. „Wir brauchen Liebesgeschichten“, sagt Ewald Arenz. „Liebe und auch den Glauben an Liebe muss man lernen.“ Interessant ist: Ewald Arenz ist nicht nur Schriftsteller, sondern auch Lehrer. An einem Nürnberger Gymnasium. Und zwar mit Leib und Seele. Er kommt aus einer Künstlerfamilie und sein Vater ist Pastor. Pfarrerskinder sind ja schon öfter große Kulturschaffende geworden. „Wenn ich in eine Kirche gehe, dann ist das wie heimkommen“, sagt Ewald Arenz. Und mit den biblischen Geschichten ist er aufgewachsen. Mit Gott selbst hat Ewald Arenz es nicht immer so leicht. Auf der einen Seite ist er die Liebe. Und als er das sagt, lächelt seine Stimme richtig. Auf der anderen Seite geschieht so viel Elend in der Welt. Ewald Arenz hat einiges davon selbst erlebt. Die Frage, warum so etwas geschehen kann, lässt ihn nicht los. Es bleibt ein Ringen, sagt er. Hört mal rein! | |||
| Letzte Lieder | Stefan Weiller im Gespräch mit Klaus Böllert | Gott und die Welt 43 | 31 Jul 2024 | 00:22:07 | |
Vor seinen ersten Begegnungen mit Sterbenden hatte Stefan Weiller etwas Angst. Die ist nach mehreren hundert Gesprächen dem Respekt gewichen. Viele öffnen sich ihm, weil er eben nicht sofort über das Sterben sprechen will; das kommt – vielleicht – später. Stefan Weiller nach wichtigen Liedern, nach dem Soundtrack des Lebens. Und redet dann eben darüber, weil manche „immer wieder Sonntags“ nennen und manche „Schools out“. Stefan Weiller hat viel über das Sterben gelernt in den Gesprächen. Und deswegen lohnt sich auch ein Gespräch mit ihm. | |||
| Kirche und Bundeswehr | Reinhold Kötter im Gespräch mit Susanne Richter | Gott und die Welt 42 | 31 Jul 2024 | 00:24:44 | |
Kirche und Bundeswehr: Wie passt das zusammen? Können wir uns als Christen für den Einsatz von Waffen aussprechen? Ein Thema, das schon immer die Gemüter erhitzt hat: Wie pazifistisch müssen Christen sein? Und wie soll die Institution Kirche damit umgehen? Bei der Frage nach Waffenlieferungen an die Ukraine und dem Ruf nach Aufrüstung der Bundeswehr ist das Thema wieder aktuell geworden. Welche Rolle spielen dabei eigentlich Geistliche, die in der Bundeswehr arbeiten? Ich spreche mit Reinhold Kötter. Er ist Militärdekan in Hamburg. Was macht er da eigentlich genau? Wie steht er zu dem Einsatz von Waffen? Was bedeutet ihm sein christlicher Glaube? Glaubt er überhaupt an Frieden? Von Haus aus habe ich eine sehr kritische Haltung zur Bundeswehr. Als Kind bin ich mit meinen Eltern und der Kirchengemeinde oft zu Friedensdemonstrationen gegangen. Für mich war das Militär immer ein Feindbild. Im Laufe der Jahre hat sich mein Verständnis relativiert. Ich bin sogar einmal im Rahmen eines Praktikums mitgefahren zu einer „Rüstzeit“ von Offizieren und habe viele positive Erfahrungen mit den Menschen dort gemacht. Und im Ukrainekrieg habe ich mir natürlich auch die Frage gestellt, wie „Frieden schaffen ohne Waffen“ jetzt denn noch funktionieren kann. Ambivalent ist meine Haltung trotzdem. Ich mag mich nicht daran gewöhnen, dass Waffen auf Menschen gerichtet werden. Reinhold Kötter kann unangenehme Fragen ab. Er ist sehr geduldig und echt sympathisch im Kontakt. Wirklich ein Menschenfreund mit klarer christlicher Ausrichtung und Sehnsucht nach Frieden. Hört mal rein! | |||
| Wir alle sind Abrahams Kinder | Fatih Mutlu und Walter Blender | Klaus Böllert | Gott und die Welt40 | 31 Jul 2024 | 00:15:02 | |
Die Berichte von wachsendem Anti-Semitismus und Muslimfeindlichkeit haben mich erschreckt. Wie steht es um den Dialog zwischen den Religionen? Nicht in Neu-Kölln in Berlin, sondern bei uns in Schleswig-Holstein? Das wollte ich wissen und habe mich mit Fatih Mutlu getroffen, dem Vorsitzenden der Schura Schleswig-Holstein, das ist der Rat der islamischen Gemeinden. Und mit Walter Blender, Vorsitzender des Landesverbandes der jüdischen Gemeinden in Schleswig-Holstein. Es ist nicht alles gut hier. Das macht mir schon das mit Kamera du Mauer geschützte jüdische Gemeindezentrum in Bad Segeberg deutlich, in dem wir uns treffen. Drinnen ist die Atmosphäre aber herzlich. Fatih Mutlu und Walter Blender haben vor Jahren gemeinsam mit den Kirchen dafür gekämpft, dass die Landesverfassung Schleswig-Holsteins einen Gottesbezug bekommt. Die Initiative war nicht erfolgreich, hat aber viel erreicht. | |||
| Imke Neemann, Chefärztin der Jugendpsychiatrie im Gespräch mit Klaus Böllert | 20 Aug 2024 | 00:17:51 | |
Bei der Vorstellung des Podcast „Entstörungsmeldungen“ im Kinderkrankenhaus Wilhelmstift in Hamburg Rahlstedt sind auch einige Patientinnen. Und wer sieht, wie sie sich sofort um Eva scharen, auf deren Idee der Podcast fußt, der weiß sofort, dass es eine gute Idee war. Eva glaubt, dass es ihr als Patientin geholfen hätte, wenn eine inzwischen gesundete junge Frau ihr erzählt hätte, dass es einen Weg aus der Krankheit gibt, auch wenn es ein langer Weg sein kann. Chefärztin Imke Neemann sieht das mit Freude. Und erzählt mir dann, was sie mit dem Podcast erreichen will. | |||
| ”Glauben mit Würze” – Kai Dräger spricht mit Susanne Richter | 31 Jul 2024 | 00:13:47 | |
Kai Dräger wird auch der "Gewürz-Jünger" genannt. Vermutlich, weil er leidenschaftlich über seinen Glauben und Gewürze spricht. Kai Dräger entdeckt und vermarktet fair gehandelte, biologisch angebaute Gewürze. Und wenn er über sie spricht, kann man sie fast riechen. Zu einem „lebendigen Glauben“ hat er erst spät gefunden. Seine Frau hat ihn dazu gebracht. Sie hat so „geleuchtet“, als sie von einem christlichen Treffen in Taizé (Frankreich) zurückgekommen ist. Das hat ihn neugierig gemacht. Sein Glauben ist inzwischen fester Bestandteil seines Lebens, auch seines Berufslebens. Kraft gibt ihm das Gebet, dass er in Gott „einen Fürsprecher“ hat, jemanden, wo er seine Sorgen hingeben kann. Sein Glauben gibt ihm Ruhe. Auch wenn es mal hoch hergeht. Seine Gelassenheit färbt ab auf die Mitarbeitenden: „Ich wäre ohne Glauben ein schlechterer Unternehmer“, sagt er. | |||
| ”Die Weise, die in keine Schublade passt” – Halima Krausen | Susanne Richter | Gott und die Welt 38 | 31 Jul 2024 | 00:17:03 | |
Halima Krausen ist Islamwissenschaftlerin an der Akademie der Weltreligionen an der Universität Hamburg. Sie ist eine der wenigen Imaminnen in Deutschland und sehr engagiert im interreligiösen Dialog. Sie trägt den Ehrentitel „Shaykha“ (weise Frau, spirituelle Führerin) und hat auch schon auf dem Kirchentag Bibelarbeiten geleitet. Ich bin sehr neugierig auf diese Frau, die man so wenig in eine Schublade stecken kann und treffe Halima Krausen in ihrem Büro. Sie hat viel zu tun, ist etwas in Eile. Viele Studierende lassen sich von ihr beraten. Ich bin erstaunt, wie niedrig sie „stapelt“: Shaykha heißt doch eigentlich nur „alte Frau“, sagt sie und grinst dabei. Man muss zweimal nachfragen und dreimal hinhören, um zu begreifen, was Halima Krausen geleistet hat. Da ist sie bescheiden und vielleicht auch etwas schüchtern. Und dann kommt sie doch ins Erzählen. Über Gott und die Welt.: Ihre Erfahrungen mit einer Welt, die eben gerne in Schubladen denkt. So, wie ich es vermutlich mit meinen Fragen auch tue? Zu Feminismus hat Halima Krausen ihre eigene Meinung. Und als ich dann weiter nachfrage, merke ich, dass wir eigentlich nur aneinander vorbeireden, unterschiedliche Begriffe für dieselbe Sache verwenden. Wie vermutlich so oft im interreligiösen Dialog. Wie gut, wenn wir uns die Zeit nehmen, hartnäckig weiter zu fragen. | |||
| ”Nahtoderfahrung” – Wolfgang Knüll spricht mit Susanne Richter | Gott und die Welt 36 | 31 Jul 2024 | 00:25:37 | |
Nahtoderfahrungen werden schnell in die esoterische Ecke geschoben. Tatsächlich gibt es inzwischen aber Forschungsgruppen, die das Phänomen auch wissenschaftlich untersuchen. Wolfgang Knüll ist Allgemeinmediziner und beschäftigt sich seit über 40 Jahren mit dem Thema. Angefangen hat das, nachdem ein Patient ihm von seinen Erfahrungen nach einer lebensbedrohlichen Situation erzählt hat. Seit dieser Zeit hat Wolfgang Knüll genauer hingeschaut und -gehört. Was haben die Berichte von Nahtoderfahrungen gemeinsam? Wie wird reagiert, wenn Menschen von positiven Erfahrungen an der Grenze zum Sterben erzählen? Eine typische Antwort darauf ist, dass die Erfahrungen mit einem neuronalen Feuerwerk als Schutzfunktion des Gehirns kurz vor dem Sterben erklärt werden. Wolfgang Knüll bestreitet das. Er sagt, Nahtoderfahrungen entstehen nicht im Gehirn. Sie geben aus seiner Sicht tatsächlich Aufschluss auf das, was kommen wird nach dem Tod. Mit dem Eintritt in das Rentenalter kann sich Wolfgang Knüll jetzt noch intensiver mit dem Thema beschäftigen. Herausgekommen ist das Buch „Nahtoderfahrungen. Blick in eine andere Welt“. Ein spannendes und umstrittenes Thema. Ich habe als Mediziner-Tochter eine eher schulmedizinische Herangehensweise an das Thema. Meinen Glauben an Ergebnisse aus der medizinischen Forschung zu koppeln liegt mir fern. Und trotzdem lassen mich die Aussagen von Wolfgang Knüll nicht kalt. Vor allen Dingen, dass er seit seiner Auseinandersetzung mit dem Thema Nahtod die Angst vor Sterben und Tod verloren hat. Eine Zuversicht, die irgendwie abstrahlt. Auch auf die Technikerin bei unserer Podcastproduktion beim NDR. Sie meldet sich darum auch an einer Stelle aus dem Cockpit zu Wort. | |||
| ”Die Zukunft ist feministisch” – Kristina Lunz spricht mit Susanne Richter | Gott und die Welt 34 | 31 Jul 2024 | 00:20:42 | |
Kristina Lunz ist deutsche Feministin, Politikberaterin, Mitbegründerin des "Centre for Feminist Foreign Policy". Bekannt wurde sie durch ihre Kampagne gegen die sexistischen Frauendarstellungen der Bildzeitung. Sie hat neben viel Zuspruch auch erstaunlich grobe Gewalt im Netz erfahren. Radiopastorin Susanne Richter möchte schon so lange mit ihr sprechen. Ihr Buch „Die Zukunft der Außenpolitik ist feministisch. Wie globale Krisen gelöst werden müssen“ hat sie bewegt. Bis dahin war Frau Richter nicht so explizit klar, dass Feminismus bei weitem nicht nur mit Frauenrechten zu tun hat, sondern Gleichberechtigung und weltweite Demokratisierungsprozesse beinhaltet. Viel Stoff: Das Buch ist ein Wälzer, gibt es aber auch als Hörbuch. Und: ist wirklich etwas für Menschen, die Sehnsucht nach Visionen haben, die sich nicht mehr abspeisen lassen wollen mit „Ist eben so.“ Dagegen setzt Kristina Lunz gut fundiertes Sachwissen, historische Einordnungen, gesellschaftspolitische Darstellungen von feministischen Vordenker*innen und Bewegungen. | |||
| ”Ein Kater kann Leben retten” – Jochen Gutsch spricht mit Susanne Richter | Gott und die Welt 33 | 31 Jul 2024 | 00:11:55 | |
Eine Katze kann Leben retten. Zumindest der Kater Frankie von Jochen Gutsch und Maxim Leo im gleichnamigen Roman. Frankie weiß viel über Gott und die Welt. Er trifft auf den Mann Gold, der nicht mehr leben möchte. Das zum Inhalt von „Frankie“ in Kürze. „Kann das gut gehen?“ ist mein erster Gedanke, als ich über das Buch höre. „Wird das dem Ernst der Situation gerecht?“ Und: Gab es sowas nicht schon öfter als Plot? Suizidale(r) trifft Hund, Baby, Außerirdischen und findet wieder Hoffnung? Ich fange also an zu lesen und kann nicht mehr aufhören. Nein, der Roman Frankie nimmt Lebenskrisen ernst und nein, Frankie gab es noch nicht. Ich freue mich also sehr auf den Interviewtermin mit Jochen Gutsch, von Haus aus Jurist, Journalist und Autor. Gerne auch zusammen mit Maxim Leo. Vor allen Dingen interessieren mich als Theologin natürlich die ganzen religiösen Anspielungen in „Frankie“. Und, dass dabei so viele Klischees gebrochen werden: Der Atheist Gold spricht mit dem Kater Frankie über die unsterbliche Seele. Einfache Lösungen gibt es da nicht. Umso interessanter für mich, was Jochen Gutsch selbst über das Thema Glauben denkt. Mit Jochen Gutsch sprechen ist rundum erfreulich! Angenehm klischeefrei, persönlich und zugewandt. Mehr verrate ich nicht. Nur so viel: das war hoffentlich nicht mein letztes Interview mit ihm. Hört mal rein! | |||
| ”Kirche, Glaube, Weltkrieg” – Reinhold Beckmann spricht mit Klaus Böllert | Gott und die Welt 32 | 31 Jul 2024 | 00:25:39 | |
„Aenne und ihre Brüder“ heißt das Buch von Reinhold Beckmann. Aenne ist seine Mutter, und die vier Brüder von Aenne sind alle im Zweiten Weltkrieg gefallen. Das Bild der vier Brüder Hans, Franz, Alfons und Willi, eine Fotomontage, hing in mehreren Zimmern der Wohnung von Aenne. Und es gab da diese Kiste, in der die Feldpostbriefe der vier Brüder aufbewahrt waren. Reinhold Beckmann hat diese Briefe, viele Gespräche mit seiner Mutter und weitere umfangreiche Recherchen zu einem schönem, bewegenden Buch gemacht. Wellingholzhausen heißt der Ort, in dem Aenne groß geworden ist. Dieser Ort war nicht katholisch, sondern sehr katholisch, hat der Dorfarzt damals gesagt. Die Kirche prägte ganz selbstverständlich das Leben. Und so hat Kirche, Glaube, Religion auch mein Gespräch mit Reinhold Beckmann geprägt. | |||
| ”Helfen weltweit” – Oliver Müller spricht mit Klaus Böllert | Gott und die Welt 28 | 31 Jul 2024 | 00:15:37 | |
Wie kann man nicht verzweifeln, wenn man sich hauptberuflich mit Katastrophen wie Krieg, Hunger und Erdbeben beschäftigt und das Leid einfach kein ende nimmt? Oliver Müller leitet das Hilfswerk Caritas International. Und er sieht überhaupt nicht verzweifelt aus, ist aber auch kein hemdsärmeliger Macher, der mitfühlt: Mit den Menschen in Kenia, die unter dem Klimawandel leiden, mit Hungernden im Sudan, die so oft vergessen werden und mit Kindern in der Ukraine, die vor Schrecken die Stimme verlieren. Was ihm hilft, sind die Menschen, die sich informieren und die spenden. Nur durch die kann Caritas International helfen, und deshalb sagt Oliver Müller über die Spenden und Spender: Gott sei Dank helfen sie. | |||
| ”Herrschaftsfreie Welt ” – Konstantin Wecker spricht mit Klaus Böllert | Gott und die Welt 24 | 31 Jul 2024 | 00:11:27 | |
"Utopia" heißt das jüngste Album von Sänger Konstantin Wecker. Er bleibe Pazifist und Utopist, sagt er. Trotz des Krieges in der Ukraine. Es sind die jungen Menschen, die ihm Hoffnung machen. Der Mann hat Energie. Kurz vor einem Konzert in Hamburg treffe ich Konstantin Wecker. Nein, er brauche jetzt keine Pause. Dann setzt er sich und wir beginnen. Na ja, Routine hat Konstantin Wecker reichlich. Er ist seit mehr als 50 Jahren auf den Bühnen unterwegs und spielt – nur unterbrochen von Corona – jährlich mehr als 100 Konzerte. Immer kämpferisch, immer engagiert, aber auch mit sehr leisen Tönen. So wie eines seiner Lieder heißt: Zwischen Wut und Zärtlichkeit. | |||
| ”Feminismus mit Liebe” – Stevie Schmiedel spricht mit Susanne Richter | Gott und die Welt 23 | 31 Jul 2024 | 00:13:59 | |
Stevie Schmiedel ist Genderforscherin, Autorin und Gründerin von Pinkstinks, einer Bildungs- und Protestorganisation gegen Sexismus. Sie sagt: Mit Humor erreicht man die Menschen am besten. Das beweist sie auch in ihrem neuen Buch: „Jedem Zauber wohnt ein radikaler Anfang inne. Warum uns ein bisschen Genderwahn guttut.“ Stevie Schmiedel kann das: Auf notwendige Veränderungsprozesse hinweisen, Grundideen des Feminismus erklären- und dabei jeden mit an die Hand nehmen. Zum Gespräch einladen, verschiedene Positionen in einen Dialog bringen, hartnäckig sein und dabei nicht verbissen werden. Ein Buch, das definitiv Lust macht, sich mal mehr mit feministischen Anliegen zu beschäftigen. Ich freue mich, dass sich Stevie Schmiedel so viel Zeit für unser Interview nimmt. Auch meine ganz privaten Anfragen in Bezug auf pinke Spielzeugsammlungen für Mädchen kann ich da platzieren: War das früher bei uns schon so krass? Oder gibt es da eine reaktionäre Tendenz in der Industrie? Warum ist Feminismus lange Zeit so verschrien gewesen und hat es bei einigen Menschen immer noch so schwer? Das Sympathische: Stevie Schmiedel ist voller Verständnis für Menschen, die skeptisch sind und genervt. Sie guckt freundlich auf die Langsamen und Kritischen. Denn, hej, wir sind alle träge. Und Veränderungen machen nun mal erstmal Angst. Und dann macht sie Lust, die Geschlechterrollen doch mal genauer unter die Lupe zu nehmen. Nicht als Beschränkung und Verbot. Sondern als Erweiterung und Befreiung. Auch im Bereich des Glaubens. Stevie Schmiedel ist Christin und hat mit einigen Theologinnen zusammen den Beitragsband „Gott ist kein Mann“ geschrieben. Auch da gilt: Männliche Gottesbezeichnungen müssen nicht eliminiert werden, sondern sollen liebevoll erweitert werden. Super interessant! Hört mal rein. | |||
| ”Berührbar werden” – Hartmut Rosa spricht mit Susanne Richter | Gott und die Welt 22 | 31 Jul 2024 | 00:29:25 | |
Unsere Welt dreht sich immer schneller und wir werden immer aggressiver, sagt Hartmut Rosa, Professor für Soziologie an der Universität Jena und Direktor des Max-Weber-Kollegs in Erfurt. Sein Gegenentwurf: Räume für Resonanzerfahrungen etablieren. Resonanz ist inzwischen das Stichwort, das vielen zu Hartmut Rosa einfällt. Religionen und religiöse Erfahrungen spielen eine wichtige Rolle dabei. Das beschreibt Hartmut Rosa eindrücklich in seinen Büchern „Unverfügbarkeit“ und „Demokratie braucht Religion“. Susanne Richter fragt ihn: Was passiert bei Resonanz? | |||
| Nina Brunetto im Gespräch mit Susanne Richter über ihren Weg zu Gott | 13 Aug 2024 | 00:14:22 | |
Glauben und Kirche waren ihr total fremd. Die Sängerin Nina Brunetto hat seit Kindesbeinen an eine sehr kritische Beziehung zum Thema Glauben. Wenn sie gehört hat, dass Menschen religiös sind, hat sie die Verbrechen von religiösen Institutionen aufgezählt. Eine Sehnsucht nach etwas, was „mehr“ ist und sie hält, gab es trotzdem. Nina Brunetto konnte es nur gar nicht in Verbindung mit Gott bringen. Dann aber wurde sie als Begleiterin mitgenommen zu einem Autor*innen-Treffen nach Münsterschwarzach. Und Nina wurde direkt neben den Abt gesetzt. Alle Vorurteile, die sie im Laufe der Jahre in Bezug auf Glaubensthemen angesammelt hat, sind an diesem Abend in Frage gestellt worden. Damit begann mein Umweg zum Glauben, sagt sie. Und so heißt auch ihr Buch: Dinner mit dem Abt. Mein Umweg zum Glauben. Mit mir spricht Nina Brunetto darüber, was sich seit dem Dinner verändert hat. Was genau ihre Vorurteile waren. Und: Wo sie jetzt ihren Platz gefunden hat. Hört doch mal rein! | |||
| ”Klima schützen” – Claudia Tobert spricht mit Klaus Böllert | Gott und die Welt 21 | 31 Jul 2024 | 00:12:13 | |
Im Winter haben viele gemerkt, dass da noch etwas geht mit dem Energiesparen zu Hause. Da wurden Heizungen runtergedreht, Sparduschköpfe gekauft und Stand Buy Schaltungen ausgemacht. All das spart auch Co2 und ist deshalb auch gut fürs Klima. Dennoch kann ein Mensch, der in Deutschland lebt, nicht klimaneutral leben. Allein durch die öffentliche Infrastruktur startet jeder Co2 Rechner mit 1,86 Tonnen pro Jahr und Person. Klimaverträglich sind zwei bis drei Tonnen pro Jahr und Person. Wer genug Geld hat, kann seinen Co2 Ausstoß auch kompensieren. Bei den Projekten der Klima-Kollekte werden soziale und klima-relevante Aspekte berücksichtigt. | |||
| ”Einfach losgehen” – Heike Götz spricht mit Klaus Böllert | Gott und die Welt 20 | 31 Jul 2024 | 00:21:28 | |
Sicher wissen wir alle, dass es im Norden schön ist. Aber kaum jemand kennt auch unbekannte Schönheiten so gut wie Heike Götz. Das liegt natürlich daran, dass sie die „Landpartie“ im NDR-Fernsehen macht. Aber sie ist auch schon zwei Mal auf der Via Baltica von Swinemünde nach Bremen gegangen und hat daraus das schöne Buch „Einfach losgehen“ gemacht, in dem sie alle 30 Etappen dieser Pilgertour beschreibt. Heike Götz wirkt im Gespräch auf mich, wie sie auch im Fernsehen wirkt: Heiter, zugewandt, freundlich. Sie verschweigt auch nicht, dass der Regen durchaus mal nervt und sie dann kurz darüber nachgedacht hat aufzugeben, zumal das warme heimatliche Bett ja so nahe war. Aber da sind eben auch die herrlichen Stunden im alten Land, da ist die Gastfreundschaft der Herbergsleute und da war natürlich auch ihr Mann, der mit ihr gemeinsam gepilgert ist. | |||
| ”Du sollst nicht lügen” – Michael Bimler im Gespräch mit Klaus Böllert | Gott und die Welt 4 | 31 Jul 2024 | 00:10:35 | |
Für welche Lebenssituation wurden Bibelworte gesprochen oder dann auch aufgeschrieben? Das ist auch für das Verständnis der Zehn Gebote wichtig, denn es ist doch etwas völlig anderes, ob es darum geht, dass Kinder nicht lügen, wenn sie nach dem Zähne putzen gefragt werden oder um Fragen, die lebenswichtig sind. Der Sitz im Leben des Gebotes „Du sollst nicht falsch Zeugnis ablegen“, da sind sich Theologen sicher, war das Gericht. Deshalb habe ich mir einen Menschen im Gericht gesucht, um über dieses Gebot zu reden. Der Kieler Oberstaatsanwalt Michael Bimler sitzt mir im karierten Hemd gegenüber. Ein freundlicher Mann. Ich würde ihn wohl mit anderen Augen ansehen, wenn ich ihn nicht in seinem schmucklosen Büro, sondern im Gerichtssaal treffen würde, ich als Angeklagter und er in Robe als Oberstaatsanwalt. Nun war ich noch nie vor Gericht und beziehe meine Gerichtserfahrung also gänzlich aus Film und Fernsehen. Wird da die Realität gut getroffen? Wirkt seine Robe auch noch bei notorischen Lügnern? Und droht er nahezu täglich mit Strafe wegen Meineids, wenn er den Eindruck hat, jemand lügt ihn an? Darüber habe ich mit ihm gesprochen. | |||
| ”Unrecht wieder gutmachen” – Arvid Schnauer im Gespräch mit Susanne Richter | Gott und die Welt 3 | 31 Jul 2024 | 00:27:42 | |
"Wie können wir einen Neustart hinbekommen und einen guten Umgang finden mit all dem, was an Unrecht geschehen ist bei uns? Wie können wir verhindern, dass es zu Selbstjustiz kommt?" Das waren wichtige Fragen in den neuen Bundesländern in den Jahren um die Wende herum. Nicht nur bezogen auf die DDR- Zeit. Auch in den Jahren danach ist vieles an Ungerechtigkeit geschehen. An vielen Orten wurde darum der Ruf nach einem Gremium laut, das sich dem Thema Aufarbeitung annimmt. So auch in Rostock. Pastor Arvid Schnauer war jahrelang dabei und hat den Gerechtigkeitsausschuss auch selbst ehrenamtlich geleitet. Hierher konnten Menschen kommen, um über ihre Erfahrungen im Unrechtsstart zu sprechen und auch darüber, wie eine Wiedergutmachung aussehen könnte. Für seinen Einsatz hat Arvid Schnauer dieses Jahr das Bundesverdienstkreuz verliehen bekommen. Er freut sich, dass die Arbeit des gesamten Ausschusses wertgeschätzt wird. Was seine eigene Person angeht, da ist er bescheiden. "Ich bin ein ganz normaler Mensch", sagt er mir bei meinem Besuch in seiner Rostocker Wohnung. Ein berührender Nachmittag mit schnurrender Katze und viel Austausch darüber, was das eigentlich ist: Gerechtigkeit. | |||
| ”Katholisch und queer” – Hendrik Johannemann im Gespräch mit Klaus Böllert | Gott und die Welt 2 | 31 Jul 2024 | 00:04:50 | |
Hendrik Johannemann ist katholisch und queer. Genau so heißt auch das Buch, das er mitherausgegeben hat: Katholisch und queer. Es tut sich etwas in der katholischen Kirche. Nachdem Rom sein Nein zu Segensfeiern für homosexuelle Paare bekräftigt hatte, wehten an vielen katholischen Kirchen Regenbogenfahnen und rund 100 Priester segneten homosexuelle Paare und taten das nicht heimlich, sondern demonstrativ öffentlich. Im Januar bewegte dann die Initiative „out in church“ die Kirche. Seitdem treten auch viele Bischöfe dafür ein, dass nicht-heterosexuelle Orientierungen und Partnerschaften weder ein Kündigungsgrund sind noch als sündhaft gelten. Hendrik Jünemann ist mit dabei bei „out in church“ und setzte sich schon vorher für Rechte nicht-heterosexueller Menschen in der Kirche ein. | |||
| ”Wie geht Verzeihen?” – Ina Schmidt im Gespräch mit Susanne Richter | Gott und die Welt 1 | 31 Jul 2024 | 00:29:03 | |
Ina Schmidt muss ich immer mal wieder anrufen in den letzten Monaten. Vor einiger Zeit habe ich zum ersten Mal eine Sendung mit der Philosophin gemacht. Sie leitet das Institut "Denkräume" in Hamburg und kann den Dingen nicht nur gut auf den Grund gehen. Sie kann schwierige Zusammenhänge so erklären, dass ich, normal Sterbliche, sie auch verstehen kann. Wenn die Welt gerade völlig schräg dreht- und das tut sie ja öfter in den letzten Jahren- dann melde ich mich jetzt auch immer mal bei Ina. Und ich frage sie: Wie guckst Du als Philosophin da drauf? Welche Themen sind aus Deiner Sicht gerade im Raum bei uns. Dieses Mal: Das Thema "Verzeihen". Vermutlich, weil wir uns beide nach Milde sehnen im allgemeinen Corona-Diskussions-Wahnsinn. "Wir werden uns gegenseitig viel verzeihen müssen" hat ja Jens Spahn im ersten Corona-Jahr schon gesagt. Ina und ich machen also Mitte Februar einen Interviewtermin aus. Dann bricht der Ukraine-Krieg aus. "Verzeihen" bekommt vor diesem Hintergrund nochmal einen neuen Beigeschmack, finden wir. "Vielleicht sollten wir dann auch über Hannah Arendt reden", sagt Ina Schmidt. "Bei Ihr gibt es auch die Kategorie des Unverzeihlichen." Die Langfassung "Gott und die Welt" zum Thema Verzeihen: Was haben wir davon? Wie kann das gehen? Und welche Rolle kann Glaube dabei spielen? Hört doch mal rein! | |||
| ”Tierschutz” – Nicole Kemper spricht mit Klaus Böllert | Gott und die Welt 35 | 30 Jul 2024 | 00:25:56 | |
Es ist nun mal so: Wer Fleisch isst, muss damit einverstanden sein, dass Tiere getötet werden. Puten nach etwa 16 Wochen, Schweine nach sechs Monaten. Und es ist alleine schon nicht genug Platz da, dass 20 Millionen Schwein fröhlich grunzend draußen leben können. Stallhaltung ist ein Muss beim Fleischverzehr. Wie müssen Ställe beschaffen sein, damit die Schweine darin ein gutes Leben haben? Dazu forscht Professor Nicole Kemper an der Tierärztlichen Hochschule in Hannover. Sie leitet da das Institut für Tierschutz, Tierhygiene und Nutztierverhalten. | |||
| ”Kampf gegen den Hunger nicht aufgeben” Luise Amtsberg spricht mit Klaus Böllert | 29 Jul 2024 | 00:25:46 | |
Von den unterdrückten Frauen im Iran über hungernde Kinder im Sudan bis hin zu den Kriegsopfern in der Ukraine – das Themenspektrum, das Luise Amtsberg im Blick haben soll, ist riesig. Sie ist die Beauftragte der Bundesregierung für Menschenrechte und humanitäre Hilfe. Die Themenfülle könnte ja bedrücken, aber Luise Amtsberg kommt frisch und fröhlich zum Interview. Besonders, wenn sie von internationalen Begegnungen auf Konferenzen und Reisen erzählt, tut sie das mit Begeisterung. Für unser Gespräch haben wir uns auf das Thema Hunger konzentriert, weil sie kurz zuvor in Somalia war. Und dann noch – ganz im Sinne der feministischen Außenpolitik – besonders die Frauen in den Blick genommen, weil sie besonders unter Hunger leiden und weil ohne Frauen, ohne ihre Befähigung und Unterstützung der Kampf gegen den Hunger verloren wäre. | |||
| ”Mit dem Herzen hören?” – Susanne Hartig im Gespräch mit Susanne Richter | 29 Jul 2024 | 00:15:56 | |
Auf dem Bahnsteig U-Bahnstation Emilienstraße in Hamburg steht ein Zuhörkiosk. Statt Süßigkeiten gibt es hier ein offenes Ohr. Jeder und jede darf kommen, erzählen und jemand hört zu. Susanne Hartig gehört zu dem Team „der Ohren“, der ehrenamtlichen Zuhörer*innen. Zuhören ist ihre Leidenschaft. Um explizit therapeutische Ziele geht es dabei nicht, sondern wirklich „nur“ um die Begegnung von Mensch zu Mensch. Susanne Hartig sagt: Durch das Zuhören entsteht ein Raum, in dem Neues geschehen kann. Das wirkt. Oft gehen ein Menschen erleichtert oder unbeschwerter oder bereicherter aus dem Kiosk raus, als sie reingekommen sind. Sie selbst fühlt sich durch diese Aufgabe sehr bereichert. Ob das Projekt etwas mit Glauben zu tun hat? Der Zuhörkiosk ist an keine religiöse Gemeinschaft gebunden. Eher unterschwellig, sagt Susanne Hartig. | |||
| ”Von Honigbienen lernen” – Ulrich Beckwermert im Gespräch mit Klaus Böllert | Gott und die Welt 4 | 29 Jul 2024 | 00:11:25 | |
"Wie das Summen der Bienen. Was die Kirche von Honigbienen lernen kann" heißt das neue Buch von Ulrich Beckwermert. Er ist Generalvikar, also Verwaltungschef im Bistum Osnabrück. Und er ist Hobbyimker. und spricht im Podcast "Gott und die Welt" über seine Arbeit mit den Bienen. Groß und mächtig steht der Osnabrücker Dom da. Drumherum andere Gebäude der kirchlichen Verwaltung, das Priesterseminar. Vor dem Dom ein Parkplatz, auf dem zwei Mal wöchentlich Markt ist. Lindenbäume sorgen für Kühlung – und sind Restaurants für die Bienen von Ulrich Beckwermert. Er ist Generalvikar, also Verwaltungschef im Bistum Osnabrück – und er ist Hobbyimker. Im großen Garten des Doms stehen die Bienenstöcke. Imker sein ist ein durchaus zeitaufwändiges Hobby, denn die Stöcke wollen gepflegt werden und bis der Honig auf dem Butterbrot landet, haben die Bienen ein paar tausend Flugkilometer hinter sich und Ulrich Beckwermert Stunden im Arbeitsraum neben den Bienenstöcken verbracht. Bienen haben es sogar in die Osterliturgie der katholischen Kirche geschafft. Im großen Lobgesang beim Einzug in die Kirche, dem Exsultet, wird ihnen für den Wachs der Osterkerze gedankt. Ulrich Beckwermert sind noch einige andere Dinge aufgefallen, die die Kirche den Bienen verdankt oder die sie sich von den Bienen abschauen kann. Das hat er in seinem Buch "Wie das Summen der Bienen. Was die Kirche von Honigbienen lernen kann" aufgeschrieben. Denn andere sind auf den Hund gekommen, er aber auf die Biene. | |||
| „Rechtsextremes Gedankengut und Christentum widersprechen sich“ – Sonja Angelika Strube | 08 Aug 2024 | 00:15:15 | |
Die deutsche Bischofskonferenz erklärte im Februar: „Rechtsextreme Parteien … können für Christinnen und Christen … kein Ort ihrer politischen Betätigung sein und sind auch nicht wählbar.“ Eine klare Abgrenzung. Aber es gibt auch innerhalb der Kirche Menschen mit rechtsextremem Gedankengut. Zu denen forscht die Theologin Sonja Strube. Was ist denn eigentlich rechts oder rechtsextrem? | |||
| ”Wie der Glaube einen Fußballer trägt” – Kwasi Okyere Wriedt | Klaus Böllert | 29 Jul 2024 | 00:11:48 | |
Er ist Hamburger Jung, hat für Bayern München zwei Mal erste Liga gespielt, ist über die Liga in den Niederlanden jetzt bei Holstein Kiel gelandet und hat die Nationalmannschaft von Ghana zur WM geschossen. Kwasi Okyere Wriedt ist Fußballprofi, was mir aufgefallen ist, da er vor Spielen immer auf dem Platz das Kreuzzeichen macht. Im Gespräch ist er sehr offen und zögert keine Sekunde, von seinem Glauben zu erzählen und wie der ihn zum Beispiel durch eine Verletzungspause getragen hat. Ihn hat ein muslimischer Mitspieler beeindruckt, der als Profi den Ramadan eingehalten hat. Viele unterschiedliche Menschen, die als Team ein gemeinsames Ziel verfolgen, das sei doch schon vorbildlich. Und er erzählt von der ghanaischen Nationalmannschaft, von den Tänzen und gemeinsamen Gebeten dort. | |||
| ”Feuer löschen und beten” – Pamela Hansen spricht mit Susanne Richter | Gott und die Welt 30 | 29 Jul 2024 | 00:27:00 | |
Eigentlich war es Zufall, dass sie auf die Insel gekommen ist. Nachdem Pamela Hansen einige Jahre als Pastorin in den USA gewesen ist, hat sie eine Stelle auf Helgoland angeboten bekommen. Sie hat zugesagt. Wohl wissend, dass die neue Stelle auf der kleinen Hochseeinsel bestimmt keine „normale“ Pfarrstelle wird. Denn auf Helgoland ticken die Uhren etwas anders. Die Insulaner leben auf engem Raum, umgeben vom Meer. Die Natur spielt da einfach eine größere Rolle als auf dem Festland. Ihre Erfahrungen hat Pamela Hansen in dem Buch „die Inselpastorin“ festgehalten. Neben der Rolle als Pastorin hat sich Pamela Hansen aber als Feuerwehrfrau bei der Freiwilligen Feuerwehr ausbilden lassen. Sie sagt: Wenn es hier brennt, dann müssen wirklich alle helfen. Ihre Gemeinde musste sich erst daran gewöhnen. Aber jetzt ist sie stolz, dass ihre Pastorin auch Feuer löschen kann. Ihre Gemeinde war Pamela Hansen auch eine große Stütze, als ihr Mann schwer erkrankt und gestorben ist. In der neuen Podcastfolge „Gott und die Welt“ erzählt Pamela Hansen von ihrem Umgang mit der Trauer, von dem Inselleben und warum wir unbedingt Feuerschutzanzüge für Frauen brauchen. Hört doch mal rein! | |||
| ”Kommunikation ist Gnade und ein Geschenk” F. Schulz von Thun | Susanne Richter |Gott und die Welt15 | 29 Jul 2024 | 00:15:01 | |
Friedemann Schulz von Thun wird auch der Kommunikationspapst genannt. Seine Bücherreihe „miteinander reden“ und das Kommunikationsquadrat sind Klassiker und über den Fachbereich Psychologie hinaus bekannt. Ich frage mich: Was hat sich an unserem Kommunikationsverhalten eigentlich verändert seit den letzten 30 Jahren? Ich freue mich sehr, als Friedemann Schulz von Thun mir zusagt: Einen Interviewtermin bei einer solchen Koryphäe zu bekommen! Kurz davor bin ich dann doch etwas aufgeregt: Jemand, der so gut Bescheid weiß, wie Kommunikation funktioniert, wird der mich gleich analysieren? Dazu bin ich auch etwas müde. Wir haben uns bei ihm zuhause verabredet. Am Esstisch im Wohnzimmer. Und es ist herrlich unkompliziert, entspannt und ehrlich. Auf Augenhöhe. Eigentlich sieht sich Schulz von Thun selbst auch als jemand, der ausprobiert. Machen kann man Kommunikation nicht, sagt er: Sie ist auch immer Gnade und ein Geschenk. | |||
| ”Kampf für die Menschenrechte” – Markus Beeko spricht mit Susanne Richter | 29 Jul 2024 | 00:18:56 | |
Iran, Russland, Jemen, Sudan: Die Liste der Länder, in denen Menschenrechte systematisch verletzt werden, ist noch viel länger. Markus Beeko ist Generalsekretär von Amnesty International in Deutschland. Er sagt: Für das Einhalten der Menschenrechte sind wir alle verantwortlich. Wir müssen unseren Regierungen über die Schulter gucken und aktiv werden, wenn gegen sie verstoßen wird. Das passiert nicht nur irgendwo in der Welt, auch bei uns ist das Einhalten der Menschenrechte nicht selbstverständlich, sagt er. Zwar haben wir eine Demokratie, aber auch bei uns muss immer wieder kritisch beleuchtet werden, ob Werte wie z.B. Gleichberechtigung aller Geschlechter wirklich eingehalten werden. Ich freue mich, dass sich Markus Beeko so viel Zeit für unser Gespräch nimmt. Die Situation im Iran, die furchtbare Hinrichtungswelle beschäftigt mich sehr. Und das ist ja nur ein Krisenherd in der Welt, wo Menschenrechte mit Füßen getreten werden. Was können wir bloß dagegen tun? Mich macht das in regelmäßigen Abständen richtig fertig. Wie hält ein Mann wie Markus Beeko das aus? Was ist seine Hoffnung? Und an was glaubt er? Nach unserem Gespräch bin sehr dankbar. Dankbar, dass es NGOs gibt, die so hartnäckig ihre Arbeit machen. Trotz aller Widerstände von außen. Amnesty international hat als Symbol eine Kerze von Stacheldraht umwickelt. Das Licht soll da leuchten, wo es dringend gebraucht wird. Das ist Mutmacher und Anspruch zusammen. | |||
| ”Was hilft gegen Gottdemenz” – Tamar Noort spricht mit Susanne Richter | 29 Jul 2024 | 00:14:00 | |
Elke hat Gottdemenz. Damit beginnt der Roman "Die Ewigkeit ist ein guter Ort" von Tamar Noort. Alles, was Elke bis dahin über Gott wusste, oder meinte zu wissen, ist verschwunden. So macht sich die Theologin Elke auf einen inneren Weg, ihren eigenen Glauben zu entdecken und dabei auch reichlich mit Gott zu kämpfen. In "Die Ewigkeit ist ein guter Ort" geht es um die großen Fragen nach Leben und Tod, nach Liebe und dem, was wir selbst glauben können. Ein Entwicklungsroman, sagt Tamar Noort. Ich bin verabredet mit ihr und sehr gespannt! Den Roman habe ich richtig gerne gelesen. Ich mag die Protagonistin, die so herrlich ehrlich, so unverblümt mit Gott schimpfen kann. Tamar Noort ist mir auch gleich sympathisch. Herrlich unkompliziert ist sie. Das Interview nimmt sie im Auto auf. Da ist es ruhiger als in ihrer Wohnung, findet sie. Was mir gefällt: Tamar Noort ist keine Bescheidwisserin. Im Gespräch lässt sie sich wirklich ein auf die Fragen. Manchmal ist es ein Ringen, um das, was sie selbst stimmig findet. Denn natürlich hat die Geschichte auch etwas mit ihr zu tun. Mit ihrer Glaubensgeschichte. | |||
| ”Radikale Höflichkeit gegen Rechts”–Paulina Fröhlich spricht mit Susanne Richter | 29 Jul 2024 | 00:23:51 | |
Wenn man an Paulina Fröhlich denkt, dann gleich auch an das Projekt „Weniger fünf“. Das hat sie mitgegründet und war auch lange Jahre dessen Pressesprecherin. Die Zielsetzung von dem Projekt: Radikale Höflichkeit gegen Rechts. Mit Diskussionsschulungen die Bürger fit machen gegen populistische Sprüche im Alltag. Verhindern, dass die AfD in den Bundestag kommt. Die AfD ist in den Bundestag gekommen. Gescheitert ist das Projekt trotzdem nicht, sagt Paulina Fröhlich. Inzwischen verantwortet sie den Schwerpunkt „Resiliente Demokratie“ des Progressiven Zentrums. Das Progressive Zentrum ist ein sogenannter Thinktank. Eine Art Gedankenfabrik. Dort wird politisch vor- und weitergedacht. Parteilich unabhängig der Politik zugearbeitet. Dort leitet sie u.a. innovative Dialogformate mit BürgerInnen, wie „Europa hört – eine Dialogreise“, und Projekte zum souveränen Umgang mit demokratiefeindlichem Populismus im öffentlichen Raum. Was Progressivität jetzt für sie? Wohin sind wir gesellschaftlich unterwegs? Was macht ihr Hoffnung? Und welche Rolle spielt ihr Glaube dabei? | |||
| ”Spiritualität und Fotografie” – Matthias Scharf spricht mit Klaus Böllert| Gott und die Welt 26 | 29 Jul 2024 | 00:14:03 | |
Kann man Spiritualität machen? Erzeugen? Und wo finde ich denn in der Fotografie Spiritualität? Beim Fotografe, im Foto oder bei Betrachten des Fotos? Matthias Scharf erzählt über seine spirituellen Momente als Fotograf, mag nicht so recht über Standardfehler beim Fotografieren sprechen und sagt, was er von Smartphone Knipsern wie mir hält. Er hat einen Kurs „Spiritualität und Fotografie“ gegeben. Also: Was hat das Eine mit dem Anderen zu tun? | |||
| ”Gefühl für Gerechtigkeit” – Ulla Schmidt spricht mit Susanne Richter | 29 Jul 2024 | 00:13:21 | |
"Ich habe ein gutes Gefühl für Gerechtigkeit", sagt Ulla Schmidt. Die SPD-Politikerin war früher Bundesgesundheitsministerin. Und sie ist Bundesvorsitzende der Lebenshilfe. Die Lebenshilfe ist ein Verein, der sich einsetzt für die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben von Menschen mit Inklusionsbedarf. Ein Thema, das Ulla Schmidt sehr am Herzen liegt. Sie ist von Haus aus Sozialpädagogik und wie es ist, wenn man sozial ausgegrenzt wird, das hat sie in ihrer Jugend selbst erlebt. In dem Podcast „Gott und die Welt“ spricht Ulla Schmidt mit Radiopastorin Susanne Richter über Behinderungen in unserem System, über gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Frage, was Kirche tun kann, damit wir uns gut aufgehoben fühlen können. | |||
| ”Das empathische Gen” – Joachim Bauer spricht mit Klaus Böllert | Gott und die Welt 08 | 29 Jul 2024 | 00:17:43 | |
Gutes tun tut bis hinein in die Gene gut, sagt Neurowissenschaftler Joachim Bauer. Irgendwie ahnt man es doch, dass es besser für einen ist, möglichst gut zu handeln und auch an andere zu denken als egoistisch zu leben. Ich jedenfalls fühle mich am Abend besser, wenn ich mich zum Beispiel ehrenamtlich engagiert habe. Aber wenn ich als Theologe so etwas sage, könnte man ja auch Betriebsblindheit vermuten. Deshalb war ich sehr positiv überrascht, von „Social Genomics“ zu erfahren. Da wird erforscht, wie unser soziales Leben sich auf die Gesundheit, die Psyche und sogar auf die Gene auswirkt. Das habe ich in dem Buch „Das empathische Gen“ von Joachim Bauer gelesen. Der ist doppelt habilitierter Professor, Arzt und Neurowissenschaftler. | |||
| ”Wie ist Jesus weiß geworden” – Sarah Vecera im Gespräch mit Susanne Richter | 29 Jul 2024 | 00:29:55 | |
„Woher kommst Du? Diese Frage hat für eine Person of Color oft einen unangenehmen Beigeschmack.“ Sagt Sarah Vecera. „Den Beigeschmack von: Du bist nicht von hier und gehörst nicht dazu.“ Sarah Vecera ist Theologin, Aktivistin gegen rechts und Buchautorin: „Wie ist Jesus weiß geworden. Mein Traum von einer Kirche ohne Rassismus.“ „Viele rassistische Bemerkungen bei uns sind wirklich gut gemeint,“ sagt sie. Sarah Vecera weiß wovon sie spricht. Sie selbst ist Person of Color und möchte eine neue Gesprächskultur entwickeln. Mehr Aufmerksamkeit für versteckten Rassismus. Gerade die Kirche kann da ein Zeichen setzen. Vor dem Interview mit Sarah Vecera bin ich etwas aufgeregt. Hoffentlich trete ich nicht irgendwo in ein Fettnäpfchen. „Ich habe Angst, dass ich mich im Interview mit einer falschen Bemerkung nachher auch irgendwie als Rassistin offenbare. Woher kommst Du? Das hätte ich Sie auch fragen können.“ Sarah Vecera macht mir Mut: Es geht nicht darum, dass wir uns gegenseitig verurteilen. Ich möchte nur Mut machen, dass wir einen Blick bekommen dafür, wie Aussagen ankommen. Mein Interview mit Sarah Vecera, über Heimat, Glauben und die Frage, wie wir verhindern können, dass sich Menschen ausgeschlossen fühlen. | |||
| Der Fotograf Jan Petersen im Gespräch mit Klaus Böllert über Kirchenfenster | 31 Jul 2024 | 00:13:50 | |
Vielleicht kennt man drei Architekten mit Namen, sicher einige Malerinnen. Jeder und jede kann einige der schönsten Gebäude in Hamburg und Schleswig-Holstein auflisten. Aber wenn ich frage, wo die schönsten Kirchenfenster sind und wer sie gestaltet hat? Da muss fast jeder Mensch passen. Jan Petersen kennt sie fast alle. Denn er hat für das Buch „Kirchenglasmalereien in Hamburg und Schleswig-Holstein“ rund 400 Kirchen und Kapellenfenster fotografiert. Was für eine Fleißarbeit! Was für ein wunderschönes Buch. | |||
| ”Auf der Suche nach Dingenskirchen” – Ina Jäckel spricht mit Klaus Böllert | 29 Jul 2024 | 00:18:18 | |
Die Frau hat Energie. Braucht sie auch für ihr Leben als Pastorin, als Mutter von vier Kindern und erfolgreiche Autorin bei Instagram. Jetzt ist sie auch im NDR Fernsehen angekommen. In der Sendung "Dingenskirchen" redet sie unvorbereitet mit Menschen zu einem bestimmten Thema. In der ersten Folge redet sie zum Beispiel mit einer Blumenhändlerin und einem Obdachlosen über Luxus. Sie ist etwas überrascht und sehr dankbar, dass Menschen sich ihr öffnen. In die Gespräche fließt dann schon ein, dass sie Pastorin ist, aber sie bringt keine fromme Botschaft mit. "Dingenskirchen" steht für Werte und Antworten, die wir noch nicht gut kennen, wo wir uns aber gemeinsam auf die Suche nach Antworten machen,“ sagt sie. Auf ihrem Instagram Account dingens.von.kirchen zeigt sie sich und ihren Alltag und schreibt von den Dingen, die ihr durch den Kopf gehen oder auf dem Herzen liegen. Da darf man dann auch sehen, dass sie nicht immer voller Energie, sondern auch mal müde oder traurig ist. Es sei wichtig, mal den Pastorinnenalltag ohne Klischees und Überhöhung zu zeigen. | |||
| ”Armut macht krank” – Stanislaw Nawka spricht mit Klaus Böllert | 29 Jul 2024 | 00:13:57 | |
Mehr als ein Vierteljahrhundert schon hilft Stanislaw Nawka Obdachlosen. Seit 26 Jahren fährt er mit dem Bus der Mobilen Hilfe der Hamburger Caritas zu Treffpunkten von Obdachlosen in der Stadt, um ihnen medizinisch zu helfen. In den 26 Jahren hat sich durchaus etwas verändert, erzählt der Mediziner. Es sind tolle Hilfsangebote wie das Zahnmobil und das Duschmobil hinzugekommen, aber trotzdem beobachtet er eine Verelendung der Menschen, die auf der Straße leben. Und dass es in Hamburg die meisten Obdachlosen in ganz Deutschland gibt (gemessen an Obdachlose pro 100.000 Einwohner), schockiert ihn. Was Stanislaw Nawka weitermachen lässt? Da sind einerseits immer wieder Geschichten von Obdachlosen, die es auch mit seiner Hilfe in ein Leben runter von der Straße geschafft haben. Und da ist für ihn auch das Gebt der Nächstenliebe. | |||
| ”Meilensteine” – Jens Ehebrecht-Zumsande spricht mit Klaus Böllert | 29 Jul 2024 | 00:09:43 | |
Wäre ich noch in der Kirche, wenn sie meine Identität, meine sexuelle Identität so lange abgelehnt hätte? Ich bin mir da sehr unsicher. Was ich aber weiß ist, dass die Kirche sehr froh sein kann, dass Menschen wie Jens Ehebrecht-Zumsande geblieben ist. Schon sehr lange setzt er sich für die Anliegen queerer Menschen in der Kirche ein, geduldig und auch mal weniger geduldig. Er ist einer der Initiatoren der Initiative Out in Church, die endlich eine Änderung im kirchlichen Arbeitsrecht angestoßen hat. Jetzt kommt es nur noch darauf an, wie jemand arbeitet und nicht mehr, wen jemand liebt. Und es gibt jetzt die Arbeitshilfe „Segen für alle“. Nicht mehr nur nicht geschiedene heterosexuell Liebende sollen den erhalten können. Was ist das noch einmal genau, ein Segen? | |||
| ”Neue Begegnungsräume gesucht” – Dami Charf spricht mit Susanne Richter | 28 Jul 2024 | 00:17:52 | |
Dami Charf ist Trauma-Expertin. Sie ist Autorin, bietet körperorientierte Psychotherapie an und lehrt in Seminaren und online Workshops. Als Trauma gilt in der Forschung inzwischen nicht nur mehr das „Schocktrauma“ nach einem einzelnen überwältigenden Erlebnis, sondern auch das sog. Entwicklungs- oder Bindungstrauma. Dabei spielen nach außen viel weniger dramatische Erlebnisse eine Rolle wie frühe Bindungserfahrungen. In einigen online-Videos spricht Dami Charf auch über ihre eigene Geschichte und welche Rolle Glauben für sie in ihrem Heilungsprozess gespielt hat. Ich freue mich sehr, dass Dami Charf Lust hat, das Thema Glaube in unserem Podcast mal genauer unter die Lupe zu nehmen. „Ich glaube, ich bin aber nicht religiös.“ Sagt Dami Charf. „Glaube ist ein ganz wichtiger Faktor für eine funktionierende Gesellschaft und für Menschen, die sich heilfühlen.“ Sie erzählt, welche Auswirkungen Trauma auf unsere Gesellschaft hat und warum wir dringend neue Räume für Begegnung brauchen. | |||