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Explore every episode of the podcast Gott und die Welt

Dive into the complete episode list for Gott und die Welt. Each episode is cataloged with detailed descriptions, making it easy to find and explore specific topics. Keep track of all episodes from your favorite podcast and never miss a moment of insightful content.

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TitlePub. DateDuration
Mehr als Stoff: Wie liturgische Kleidung Sinn und Identität stiftet.30 May 202500:15:32

Kleidung als Ausdruck von Haltung, Identität und Würde – auch im geistlichen Dienst. Die liturgische Kleidung dient nicht dem äußeren Schmuck, sondern der Verwandlung in eine dienende Rolle, der inneren Klarheit über die eigene Aufgabe und der sichtbaren Orientierung für andere. In einer verunsicherten Gesellschaft ist das ein starkes Bild für Halt, Zugehörigkeit und bewusste Rollenübernahme.

In dieser Folge von "Gott und die Welt" spricht Klaus Böllert mit Sebastian Hermanns, Inhaber einer der wenigen Firmen für Kirchenbedarf und liturgische Kleidung. 

Vom finsteren Mythos zur leuchtenden Wahrheit: Die wahre Geschichte des Mittelalters um 120002 May 202500:30:41

War das Mittelalter wirklich finster? Ganz und gar nicht! In dieser faszinierenden Episode von Gott und die Welt räumt der Archäologe und Museumsdirektor Matthias Wemhoff mit dem Mythos vom „dunklen Zeitalter“ auf. Im Gespräch geht es um die überraschend dynamische Zeit um 1200: die Gründung hunderter Städte, die Entstehung eines selbstbewussten Bürgertums, technische Innovationen wie Brille und Kompass – und die enge Verbindung von Glaube, Wissenschaft und urbanem Leben. Vom Franziskanerkloster bis zur Stadt als göttliches Bauwerk, vom Handelsnetz bis zur mittelalterlichen Toilette mit globalem Gewürzfund: Dieser Podcast zeigt das Mittelalter, wie es wirklich war – bunt, innovativ, lebendig.

Syrien: Land voller Vielfalt. Christen kämpfen nach dem Umbruch für eine neue Zukunft.11 Apr 202500:14:16

Wie finden Menschen Halt und Hoffnung in Krisenzeiten? In Syrien, einem Land voller Vielfalt, kämpfen Christen und andere Minderheiten nach dem Umbruch für eine neue Zukunft.

Missio unterstützt sie mit Projekten in Bildung, Gesundheit und interreligiösem Dialog. Doch wie sicher ist der Frieden wirklich? Erfahren Sie, wie syrische Familien mit Mut und Glauben Resilienz zeigen – und wie Sie helfen können, Hoffnung zu schenken. In einer Welt voller Unsicherheiten ist Zusammenhalt der Schlüssel. Sehen Sie jetzt, wie Syrien neue Stärke findet!

Verletzlichkeit ist keine Schwäche, sondern eine Chance! Erfahre, warum sie der Schlüssel zu Resilienz, echter Verbundenheit und einem erfüllten Leben ist.28 Mar 202500:15:15

Fühlst du dich manchmal überfordert von den Krisen dieser Zeit?  Was, wenn deine Verletzlichkeit kein Makel, sondern deine größte Stärke ist? In dieser Folge erfährst du, warum wahres Glück nicht in Selbstoptimierung, sondern in echter Verbundenheit liegt. Entdecke, wie du durch Verletzlichkeit mehr Halt, Resilienz und Sinn im Leben findest. 

Suche nach Trost und Halt im Glauben – trotz Zweifeln und Krisen. Ein ehrlicher Blick auf Spiritualität im Alltag.07 Mar 202500:14:42

In einer Zeit voller Unsicherheiten und Krisen suchen viele nach innerem Frieden und Halt. Tobias Haberl teilt in dieser Folge seine persönliche Reise des Glaubens: von Zweifeln über innere Konflikte bis hin zu einer tiefen, tröstenden Spiritualität. Er spricht offen über die Sehnsucht nach bedingungsloser Liebe und das Gefühl, trotz aller Ängste gesehen zu werden. Erfahre, wie Glaube Orientierung und Trost schenken kann – auch fernab von Kirche und Gemeindearbeit. Suchst du nach Halt und Sinn? Lass dich von dieser ehrlichen, inspirierenden Perspektive berühren. Ideal für alle, die Antworten und Hoffnung in schwierigen Zeiten suchen.

Gefangen, aber nicht verloren – Ein Pastor über Hoffnung28 Feb 202500:20:11

Wie findet man Hoffnung, wenn alles aussichtslos scheint?  Ein Gefängnisseelsorger erzählt, warum innere Freiheit trotz äußerer Grenzen möglich ist – und was wir alle daraus lernen können.

In dieser Folge von Gott und die Welt sprechen wir über Schuld, Vergebung und den Weg zu einem neuen Leben. Wie geht man mit der eigenen Vergangenheit um? Was gibt Halt in Krisenzeiten? Eine bewegende Geschichte über echte Resilienz, Menschlichkeit und Glauben.

Wie Jugendliche in Kolumbien trotz Gewalt und Armut neue Hoffnung finden – mit kreativen Ansätzen zeigt Ulrike Purrer Wege zu Resilienz und innerem Halt.21 Feb 202500:12:59

Kann man inmitten von Armut und Gewalt Frieden und Hoffnung finden? Ulrike Purrer zeigt, wie! In einem kolumbianischen Jugendzentrum unterstützt sie Jugendliche, neue Lebenswege zu gehen – durch Kreativität, Gemeinschaft und Selbstwirksamkeit. Erfahre, wie sie aus schwierigen Umständen Halt und Resilienz schaffen und wie Glaube dabei zu einer Lebensressource werden kann.

Diese Folge inspiriert dich, auch in unsicheren Zeiten Stärke und Hoffnung zu finden. Für alle, die nach Sinn, Orientierung und Glück im Leben suchen!

Journalismus, Glaube, Haltung – Wie finden wir Orientierung?29 Jan 202500:17:10

Anja Reschke ist eine der bekanntesten Journalistinnen Deutschlands – mutig, meinungsstark und stets auf der Suche nach der Wahrheit. Als Moderatorin des Politmagazins Panorama und Gesicht des investigativen Journalismus setzt sie sich für Aufklärung, Haltung und demokratische Werte ein.

Doch was treibt sie an? Wie geht sie mit Anfeindungen um? Und welche Rolle spielen Glaube, Rituale und Hoffnung in ihrem Leben?

In diesem tiefgehenden Gespräch spricht Anja Reschke über ihre Motivation, die Verantwortung der Medien und die Frage, was uns als Gesellschaft wirklich trägt. Ein inspirierender Austausch über Mut, Werte und die Sehnsucht nach Orientierung in unsicheren Zeiten.

Jetzt reinhören und neue Perspektiven entdecken!

Queer und gläubig? Wie der Glaube Halt in Anfeindungen gibt14 Jan 202500:08:40

Wie finden wir Halt in einer Welt, die uns oft ablehnt? Diese Folge spricht über Toleranz, Resilienz und die Kraft des Glaubens – besonders für queere Menschen in schwierigen Zeiten. Erfahre, warum vor Gott alle Menschen gleich sind und wie dieser Gedanke Hoffnung und Trost spenden kann. Falko Droßmann sitzt für die SPD im Bundestag und ist deren queerpolitischer Sprecher und thematisiert in der neuen Folge mit Susanne Richter die Herausforderungen, denen queere Menschen heute begegnen, von gesellschaftlichen Anfeindungen bis zu politischer Diskriminierung. Er erklärt, wie wir als Gemeinschaft dagegenhalten können. Lass dich inspirieren, wie Glaube und Werte eine Brücke zu mehr Akzeptanz und Verständnis schlagen. Suchst du nach Sinn, Orientierung und neuen Perspektiven? Diese Folge ist für dich. Jetzt reinhören!

 

00:00 Das klassische Familienbild hinterfragen

00:50 Herausforderungen für queere Menschen heute

01:15 Rechte Strömungen und ihre Opferbilder

01:52 Christlicher Glaube und gesellschaftlicher Einsatz

02:30 Gleichheit vor Gott als Antrieb

03:08 Von der Kirche in die Politik

03:40 Jugend und kirchliche Prägung

04:10 Ein Trost aus der Bibel

04:30 Evangelische Kirche und queere Menschen

05:58 Gesellschaftliche Diskriminierung und Hoffnungen

07:09 Der Kampf für Freiheit und Gerechtigkeit

 

Ganz unten im System – die Ausbeutung von Arbeitsmigranten in Deutschland.17 Dec 202400:22:25

Sie schlachten Tiere und zerlegen das Fleisch, das wir essen. Sie sitzen im LKW neben uns auf der Autobahn. Sie reinigen die Geschäfte, in denen wir einkaufen. Ohne Frauen und Männer zum Beispiel aus Rumänien würde unser Leben kaum funktionieren. Aber wie leben sie hier in Deutschland? Oft nicht gut, sagt Sascha Lübbe. Man dürfe schon auch von Ausbeutung reden. In seinem Buch „Ganz unten im System. Wie uns Arbeitsmigrant*innen den Wohlstand sichern“ beschreibt er eben das System und sucht nach Lösungen, aber vor allem erzählt er viele Geschichten von Menschen, die für die Arbeit nach Deutschland gekommen sind.

Arbeit ist nicht immer nur toll. Sie sollte aber Sinn machen.04 Dec 202400:12:11

Wie können wir gut arbeiten? Was brauchen wir, damit Arbeit sinnvoll, erfolgreich und bestenfalls auch erfüllend sein kann. Um solche Fragen kümmert sich der kirchliche Dienst in der Arbeitswelt.

Renate Fallbrüg ist Leiterin des KDA in der Nordkirche. Warum kümmert sich eigentlich die Kirche um das Thema Arbeit? Hat unser Glaube Einfluss auf das Arbeitsleben? Wie arbeitet der KDA eigentlich?

Ich habe einen großen Haufen Fragen für das Gespräch mit Renate Fallrüg zusammengesammelt. Besonders interessiert mich, was es braucht, damit Arbeit Spaß macht. Ich treffe öfter mal Leute, die am Mittwoch schon das Wochenende herbeisehnen. Liegt das in der Natur der Sache? Oder könnte es nicht vielleicht auch anders gehen? Bringt ihr Arbeit Spaß?

Renate Fallbrüg hat eine tolle Ausstrahlung. Warmherzig, und erfrischend humorvoll. Dabei ist sie angenehm bodenständig und dicht dran an dem, wie Arbeitsleben für viele funktioniert. Es ist wichtig, dass Kirche sich da nicht raushält, sagt sie. Denn Arbeit prägt die Menschen. Und sie fügt hinzu: „Da, wo Menschen unmittelbar betroffen sind, ist Gott nicht weit.“ 

"Der Sinn des Lebens ist, dass es endet", sagt Sabrina Görlitz, Sterbebegleiterin und Buchautorin.19 Nov 202400:26:34

Ich bin in die Falle getappt. Sabrina Görlitz ist Sterbebegleiterin. In ihrem Buch „Letzte Gefühle“ schreibt sie über den Tod ihres Vaters. Das wird doch wohl die Beschreibung eines sanften, gut begleitenden, irgendwie schönen Todes sein? Ganz und gar nicht. Es war ein harter, schmerzhafter Tod. Sabrina Görlitz hat kein typisches Trostbuch geschrieben. Sie will anregen, ehrlich über den Tod zu reden. Eben. Über den Tod und das Sterben zu reden! Tröstlich ist es dann doch, dass jede Lebensgeschichte es wert ist, erzählt zu werden. Auch darüber schreibt sie und auch über eine leise Hoffnung – über den Tod hinaus.

Theresa Brückner, Pastorin für die Kirche im Digitalen Raum und "Sinnfluencerin" als "Theresaliebt“ auf Socialmedia05 Nov 202400:15:50

Theresa Brückner ist die erste Pastorin für die Kirche im digitalen Raum. In diesem Rahmen macht sie auch Gottesdienste und spricht über Glaubensthemen.

Und sie ist „Sinnfluencerin“, eine Influencerin in Glaubensdingen. Als „Theresaliebt“ ist sie auf Socialmedia unterwegs und erzählt über ihren Glauben im Alltag.

Im Gegensatz zu vielen Gemeinden, die um ihre Mitgliedszahlen kämpfen, hat Theresa großen Zulauf. Zu ihr kommen auch die Leute, die man sonst eher wenig in der Kirche trifft. Vor allem jüngere Frauen und Menschen mittleren Alters folgen Theresa Brückner. Woran liegt das?

 

Was auffällt: Theresa redet ehrlich von ihrem Alltag, „normal“ wie eine Freundin, sie predigt nicht, kein „Kirchensprech“. Ihre Botschaften kommen aus dem Alltag in den Alltag. Kleine positive Botschaften, Glaubensnachrichten nach Hause. Nicht um 10h am Sonntag, sondern zwischendrin, wenn man es möchte. Wie Kirche sich auf die verändere Lebenswelt der Menschen einstellen kann, dazu gibt Theresa Brückner auch interessante Impulse in ihrem Buch „Loslassen, durchatmen, ausprobieren:

"Die Zukunft der Kirche beginnt nicht nur im Kopf". Ein ehrliches Buch, das zeigt, wo wir ansetzen können, um Kirche zu erneuern. Theresa Brückner macht das schon. Hört mal rein!

Edith Löhle im Gespräch mit Klaus Böllert über ihren Roman "Bible bad ass".22 Oct 202400:20:42

Es steckt viel Wut in Edith Löhle – und viel Fröhlichkeit. Frauengeschichten sind ihre Sache: Edith Löhle hat schon über saudi-arabische Frauenrechtlerinnen geschrieben, über Altenpflegerinnen, einer Frau, die Sklavin des IS war, über ihre Freundschaft zu einer 40 Jahre älteren Frau und den Frauen, die schon vor 100 Jahren gegen die Arbeitsbedingungen in der Textilindustrie demonstriert haben. „Bible bad ass“ heißt ihr erster Roman. Ein Titel, den man nicht wörtlich übersetzen kann.

Ludger Iske, Musiker, Arzt mit Praxis in Eutin und ordinierter Buddhist.08 Oct 202400:29:09

Ludger Iske ist Musiker, Singer und Songwriter. Er ist Arzt mit einer Praxis im Schleswig-Holsteinischen Eutin. Und: Er ist ordinierter Buddhist.

Ich lerne Ludger Iske kennen, als er bei einem Rundfunkgottesdienst mit seinem Freund und Bandkollegen Pastor Henning Ernst nicht nur den Gottesdienst musikalisch gestaltet, sondern auch die Predigt hält. Berührungsschwierigkeiten in Weltanschauungsfragen hat Ludger Iske also nicht. Nach dem Gottesdienst erfahre ich, dass er seit einiger Zeit sogenannte „Wartezimmerkonzerte“ veranstalte: Mal mit Band, mal solo geht Ludger Iske mit Einladung in Arztpraxen und macht Musik. Denn Musik kann eine Rolle spielen bei dem Weg zur Heilung.

Ich verabrede mich mit Ludger Iske zu einem Treffen in seiner Praxis. Seine Räume sind einladend. Statt sterilem Weiß gib es hier viele interessante Gegenstände zu entdecken. Steine, kleine Erinnerungsstücke, die alle eine Bedeutung haben. Über sie kommt man schnell ins Gespräch. Und mein Interviewpartner kann wunderbar erzählen und auch zuhören. Mich interessiert natürlich, welche Beziehung Medizin und Musik miteinander haben können. Inwieweit Medizin heilen kann. Woher er die Kraft für seine Arbeit nimmt. Spannend ist, inwieweit sich der Buddhismus und das Christentum in Fragen auch unterscheiden.

Und wo sie ähnlich sind.

Yvonne Robel, Historikerin an der Forschungsstelle für Zeitgeschichte im Gespräch mit Klaus Böllert.25 Sep 202400:17:20

Ausgerechnet bei einem Interview zum Thema Nichts-Tun. Ich habe den Termin vergessen und zwinge Yvonne Robel so, 30 Minuten auf mich zu warten. Sie begrüßt mich trotzdem freundlich fröhlich. Und eine Frage ist schnell geklärt: Ja, sie kennt inzwischen jeden Kalauer, den man machen kann, wenn ein Mensch so viel Arbeit aufwendet, um ein Buch über die Wahrnehmungsgeschichte des Nichts-Tuns zu schreiben.

Frank Karpa, Pilgerpastor der Nordkirche im Gespräch mit Susanne Richter10 Sep 202400:21:22

Frank Karpa ist neuer Pilgerpastor der Nordkirche. Er begleitet Pilger, plant Touren und Treffen für Interessierte und bietet Gottesdienste in der Haupt- und Pilgerkirche St. Jacobi in Hamburg an. Oft ist er auch selbst unterwegs. Seit Hape Kerkeling vor zwanzig Jahren sein Buch „Ich bin dann mal weg“ geschrieben hat, gibt es einen richtigen Pilgerboom. Nicht nur auf den großen Pilgertouren nach Santiago de Compostela sind immer mehr Leute unterwegs. Die Strecken durch Skandinavien sind auch beliebt. Ebenso die kleinen Touren durch Norddeutschland. „Ich glaube nicht, dass man diese Entwicklung noch auf den Kerkeling-Effekt zurückführen kann“, sagt Frank Karpa. Er glaubt, dass Glauben auf so eine leibliche Weise ansteckend wirkt. „Wenn Menschen so strahlend von ihrem Weg zurückkommen, dann macht das neugierig“. Wandern mögen viele Menschen und Pilgern hat noch den spirituellen Charakter. Man kann einfach dazukommen. Egal, welche religiöse Prägung man hat. Pilgern ist sehr niedrigschwellig und interreligiös. Oft kommen Menschen, wenn sie sich in Orientierungsphasen ihres Lebens befinden. „Der Weg macht dabei wirklich etwas mit uns“, sagt Frank Karpa. „Dabei lernen wir auch durchzuhalten. Dass es hart ist und man sich verläuft. Aber irgendwann kommt man an.“

Imke Neemann, Chefärztin der Jugendpsychiatrie im Gespräch mit Klaus Böllert20 Aug 202400:17:51

Bei der Vorstellung des Podcast „Entstörungsmeldungen“ im Kinderkrankenhaus Wilhelmstift in Hamburg Rahlstedt sind auch einige Patientinnen. Und wer sieht, wie sie sich sofort um Eva scharen, auf deren Idee der Podcast fußt, der weiß sofort, dass es eine gute Idee war. Eva glaubt, dass es ihr als Patientin geholfen hätte, wenn eine inzwischen gesundete junge Frau ihr erzählt hätte, dass es einen Weg aus der Krankheit gibt, auch wenn es ein langer Weg sein kann. Chefärztin Imke Neemann sieht das mit Freude. Und erzählt mir dann, was sie mit dem Podcast erreichen will.

Nina Brunetto im Gespräch mit Susanne Richter über ihren Weg zu Gott13 Aug 202400:14:22

Glauben und Kirche waren ihr total fremd. Die Sängerin Nina Brunetto hat seit Kindesbeinen an eine sehr kritische Beziehung zum Thema Glauben. Wenn sie gehört hat, dass Menschen religiös sind, hat sie die Verbrechen von religiösen Institutionen aufgezählt. Eine Sehnsucht nach etwas, was „mehr“ ist und sie hält, gab es trotzdem. Nina Brunetto konnte es nur gar nicht in Verbindung mit Gott bringen. Dann aber wurde sie als Begleiterin mitgenommen zu einem Autor*innen-Treffen nach Münsterschwarzach. Und Nina wurde direkt neben den Abt gesetzt. Alle Vorurteile, die sie im Laufe der Jahre in Bezug auf Glaubensthemen angesammelt hat, sind an diesem Abend in Frage gestellt worden. Damit begann mein Umweg zum Glauben, sagt sie. Und so heißt auch ihr Buch: Dinner mit dem Abt. Mein Umweg zum Glauben. Mit mir spricht Nina Brunetto darüber, was sich seit dem Dinner verändert hat. Was genau ihre Vorurteile waren. Und: Wo sie jetzt ihren Platz gefunden hat. Hört doch mal rein!

„Rechtsextremes Gedankengut und Christentum widersprechen sich“ – Sonja Angelika Strube08 Aug 202400:15:15

Die deutsche Bischofskonferenz erklärte im Februar: „Rechtsextreme Parteien … können für Christinnen und Christen … kein Ort ihrer politischen Betätigung sein und sind auch nicht wählbar.“ Eine klare Abgrenzung. Aber es gibt auch innerhalb der Kirche Menschen mit rechtsextremem Gedankengut. Zu denen forscht die Theologin Sonja Strube. Was ist denn eigentlich rechts oder rechtsextrem?

”Nahtoderfahrung” – Wolfgang Knüll spricht mit Susanne Richter | Gott und die Welt 3631 Jul 202400:25:37

Nahtoderfahrungen werden schnell in die esoterische Ecke geschoben. Tatsächlich gibt es inzwischen aber Forschungsgruppen, die das Phänomen auch wissenschaftlich untersuchen. Wolfgang Knüll ist Allgemeinmediziner und beschäftigt sich seit über 40 Jahren mit dem Thema. Angefangen hat das, nachdem ein Patient ihm von seinen Erfahrungen nach einer lebensbedrohlichen Situation erzählt hat. Seit dieser Zeit hat Wolfgang Knüll genauer hingeschaut und -gehört. Was haben die Berichte von Nahtoderfahrungen gemeinsam? Wie wird reagiert, wenn Menschen von positiven Erfahrungen an der Grenze zum Sterben erzählen? Eine typische Antwort darauf ist, dass die Erfahrungen mit einem neuronalen Feuerwerk als Schutzfunktion des Gehirns kurz vor dem Sterben erklärt werden. Wolfgang Knüll bestreitet das. Er sagt, Nahtoderfahrungen entstehen nicht im Gehirn. Sie geben aus seiner Sicht tatsächlich Aufschluss auf das, was kommen wird nach dem Tod. Mit dem Eintritt in das Rentenalter kann sich Wolfgang Knüll jetzt noch intensiver mit dem Thema beschäftigen. Herausgekommen ist das Buch „Nahtoderfahrungen. Blick in eine andere Welt“. Ein spannendes und umstrittenes Thema. Ich habe als Mediziner-Tochter eine eher schulmedizinische Herangehensweise an das Thema. Meinen Glauben an Ergebnisse aus der medizinischen Forschung zu koppeln liegt mir fern. Und trotzdem lassen mich die Aussagen von Wolfgang Knüll nicht kalt. Vor allen Dingen, dass er seit seiner Auseinandersetzung mit dem Thema Nahtod die Angst vor Sterben und Tod verloren hat. Eine Zuversicht, die irgendwie abstrahlt. Auch auf die Technikerin bei unserer Podcastproduktion beim NDR. Sie meldet sich darum auch an einer Stelle aus dem Cockpit zu Wort.

Glückliche Schleswig-Holsteiner | Utz Schliesky im Gespräch mit Klaus Böllert31 Jul 202400:14:25

Natürlich bin ich auf dem Weg zu Utz Schliesky Pater Noster gefahren. Der im Kieler Landtag ist einer der letzten in Deutschland. Oben begrüßen mich gleich einige Abgeordnete der CDU, die im Saal nebenan gleich eine Fraktionssitzung haben. So habe ich den Kieler Landtag und die Bediensteten dort schon öfter erlebt: Freundlich und nicht arrogant ob der eigenen Bedeutung. So begegnet mir auch Utz Schließky. Er ist der Direktor des Landtages, also Chef der Verwaltung. Auch er ist freundlich und dabei konzentriert, zugewandt und einer, der genau weiß, was er sagen will. Sein Credo: Man muss ändern, was man bewahren will.

”Die Zukunft ist feministisch” – Kristina Lunz spricht mit Susanne Richter | Gott und die Welt 3431 Jul 202400:20:42

Kristina Lunz ist deutsche Feministin, Politikberaterin, Mitbegründerin des "Centre for Feminist Foreign Policy". Bekannt wurde sie durch ihre Kampagne gegen die sexistischen Frauendarstellungen der Bildzeitung. Sie hat neben viel Zuspruch auch erstaunlich grobe Gewalt im Netz erfahren. Radiopastorin Susanne Richter möchte schon so lange mit ihr sprechen. Ihr Buch „Die Zukunft der Außenpolitik ist feministisch. Wie globale Krisen gelöst werden müssen“ hat sie bewegt.

Bis dahin war Frau Richter nicht so explizit klar, dass Feminismus bei weitem nicht nur mit Frauenrechten zu tun hat, sondern Gleichberechtigung und weltweite Demokratisierungsprozesse beinhaltet. Viel Stoff: Das Buch ist ein Wälzer, gibt es aber auch als Hörbuch. Und: ist wirklich etwas für Menschen, die Sehnsucht nach Visionen haben, die sich nicht mehr abspeisen lassen wollen mit „Ist eben so.“

Dagegen setzt Kristina Lunz gut fundiertes Sachwissen, historische Einordnungen, gesellschaftspolitische Darstellungen von feministischen Vordenker*innen und Bewegungen.

”Ein Kater kann Leben retten” – Jochen Gutsch spricht mit Susanne Richter | Gott und die Welt 3331 Jul 202400:11:55

Eine Katze kann Leben retten. Zumindest der Kater Frankie von Jochen Gutsch und Maxim Leo im gleichnamigen Roman. Frankie weiß viel über Gott und die Welt. Er trifft auf den Mann Gold, der nicht mehr leben möchte. Das zum Inhalt von „Frankie“ in Kürze. „Kann das gut gehen?“ ist mein erster Gedanke, als ich über das Buch höre. „Wird das dem Ernst der Situation gerecht?“ Und: Gab es sowas nicht schon öfter als Plot? Suizidale(r) trifft Hund, Baby, Außerirdischen und findet wieder Hoffnung? Ich fange also an zu lesen und kann nicht mehr aufhören. Nein, der Roman Frankie nimmt Lebenskrisen ernst und nein, Frankie gab es noch nicht. Ich freue mich also sehr auf den Interviewtermin mit Jochen Gutsch, von Haus aus Jurist, Journalist und Autor. Gerne auch zusammen mit Maxim Leo. Vor allen Dingen interessieren mich als Theologin natürlich die ganzen religiösen Anspielungen in „Frankie“. Und, dass dabei so viele Klischees gebrochen werden: Der Atheist Gold spricht mit dem Kater Frankie über die unsterbliche Seele. Einfache Lösungen gibt es da nicht. Umso interessanter für mich, was Jochen Gutsch selbst über das Thema Glauben denkt.

Mit Jochen Gutsch sprechen ist rundum erfreulich! Angenehm klischeefrei, persönlich und zugewandt. Mehr verrate ich nicht. Nur so viel: das war hoffentlich nicht mein letztes Interview mit ihm. Hört mal rein!

Wir brauchen Liebesgeschichten | Ewald Arenz im Gespräch mit Susanne Richter31 Jul 202400:21:57

„Alte Sorten“, „der Duft von Schokolade“, „die Liebe an miesen Tagen“: Kaum ein Buch von Ewald Arenz, das nicht zum Besteller wird. Er ist einfach ein begnadeter Erzähler. Über große Gefühle mit Leichtigkeit sprechen und ohne dass es kitschig klingt? Ewald Arenz kann das und das Publikum und auch die Buchhändler und Händlerinnen lieben ihn dafür. „Wir brauchen Liebesgeschichten“, sagt Ewald Arenz. „Liebe und auch den Glauben an Liebe muss man lernen.“ Interessant ist: Ewald Arenz ist nicht nur Schriftsteller, sondern auch Lehrer. An einem Nürnberger Gymnasium. Und zwar mit Leib und Seele. Er kommt aus einer Künstlerfamilie und sein Vater ist Pastor. Pfarrerskinder sind ja schon öfter große Kulturschaffende geworden. „Wenn ich in eine Kirche gehe, dann ist das wie heimkommen“, sagt Ewald Arenz. Und mit den biblischen Geschichten ist er aufgewachsen. Mit Gott selbst hat Ewald Arenz es nicht immer so leicht. Auf der einen Seite ist er die Liebe. Und als er das sagt, lächelt seine Stimme richtig. Auf der anderen Seite geschieht so viel Elend in der Welt. Ewald Arenz hat einiges davon selbst erlebt. Die Frage, warum so etwas geschehen kann, lässt ihn nicht los. Es bleibt ein Ringen, sagt er. Hört mal rein!

Moderatorin Andrea Ballschuh im Gespräch mit Susanne Richter31 Jul 202400:23:18

Andrea ist Radio- und Fernsehmoderatorin und Videocoach. Sie ist in der DDR in einer unreligiösen Familie aufgewachsen. Von Gott war da nirgendwo die Rede, sagt sie. Ihr hat etwas gefehlt. Ich habe immer eine Leere gefühlt, erzählt sie. In der Esoterik wurde sie nicht fündig. Edelsteine oder der Versuch mit dem Universum in Kontakt zu treten, konnten ihr nicht helfen.

Vor zwei Jahren hat sie zum Glauben gefunden. Da ist sie ins Gespräch gekommen mit der Geigenbauerin ihrer Tochter. Die hat ihr den Tipp gegeben, Gott doch um ein Zeichen zu bitten. Für Andrea Ballschuh hat sich das absurd angehört. Aber tatsächlich sind danach Dinge in ihrem Leben passiert, die langsam eine Gewissheit in ihr entstehen lassen haben, dass es Gott doch gibt.

Es ist nicht gewöhnlich, dass Menschen des öffentlichen Lebens über ihren Glauben sprechen. Viele finden das zu privat. Andrea Ballschuh sagt: Vielleicht laufen einige Leute rum und haben so eine große Sehnsucht nach Liebe wie ich früher. Vielleicht hilft es ihnen, was ich erzähle.

Gott hat ihr Ruhe, tiefen inneren Frieden gegeben, sagt sie: „Ich habe keine Angst mehr.“

”Kirche, Glaube, Weltkrieg” – Reinhold Beckmann spricht mit Klaus Böllert | Gott und die Welt 3231 Jul 202400:25:39

„Aenne und ihre Brüder“ heißt das Buch von Reinhold Beckmann. Aenne ist seine Mutter, und die vier Brüder von Aenne sind alle im Zweiten Weltkrieg gefallen. Das Bild der vier Brüder Hans, Franz, Alfons und Willi, eine Fotomontage, hing in mehreren Zimmern der Wohnung von Aenne. Und es gab da diese Kiste, in der die Feldpostbriefe der vier Brüder aufbewahrt waren. Reinhold Beckmann hat diese Briefe, viele Gespräche mit seiner Mutter und weitere umfangreiche Recherchen zu einem schönem, bewegenden Buch gemacht. Wellingholzhausen heißt der Ort, in dem Aenne groß geworden ist. Dieser Ort war nicht katholisch, sondern sehr katholisch, hat der Dorfarzt damals gesagt. Die Kirche prägte ganz selbstverständlich das Leben. Und so hat Kirche, Glaube, Religion auch mein Gespräch mit Reinhold Beckmann geprägt.

”Helfen weltweit” – Oliver Müller spricht mit Klaus Böllert | Gott und die Welt 2831 Jul 202400:15:37

Wie kann man nicht verzweifeln, wenn man sich hauptberuflich mit Katastrophen wie Krieg, Hunger und Erdbeben beschäftigt und das Leid einfach kein ende nimmt? Oliver Müller leitet das Hilfswerk Caritas International. Und er sieht überhaupt nicht verzweifelt aus, ist aber auch kein hemdsärmeliger Macher, der mitfühlt: Mit den Menschen in Kenia, die unter dem Klimawandel leiden, mit Hungernden im Sudan, die so oft vergessen werden und mit Kindern in der Ukraine, die vor Schrecken die Stimme verlieren. Was ihm hilft, sind die Menschen, die sich informieren und die spenden. Nur durch die kann Caritas International helfen, und deshalb sagt Oliver Müller über die Spenden und Spender: Gott sei Dank helfen sie.

Der Abt Nikodemus Schnabel im Gespräch mit Klaus Böllert über Christen in Gaza31 Jul 202400:24:19

Nikodemus Schnabel sieht fast aus wie ein Mönch aus der Werbung. Freundlich lächelnd, in weitem Habit, mit rundlichem Bauch. Ein lebensfroher Mensch, das spürt man sofort. Dabei lebt er in einem Konfliktgebiet, in der Benediktinerabtei Dormitio in Jerusalem. Er erlebt hautnah die Konflikte der Region. Nikodemus Schnabel wurde schon von radikalen Juden bespuckt und weiß, dass manche Gebiete im Gazastreifen No-Go Areas für Christen sind und waren. Am 7. Oktober wurden vier katholische Philippinos ermordet, mehrere Christen entführt und ein chinesischer Christ verstümmelt. In Gaza sind bislang 36 Christen getötet worden. Die wichtigste Aufgabe der Benediktiner jetzt: Dableiben und nicht aufhören, auf österlichen Frieden zu hoffen.

”Herrschaftsfreie Welt ” – Konstantin Wecker spricht mit Klaus Böllert | Gott und die Welt 2431 Jul 202400:11:27

"Utopia" heißt das jüngste Album von Sänger Konstantin Wecker. Er bleibe Pazifist und Utopist, sagt er. Trotz des Krieges in der Ukraine. Es sind die jungen Menschen, die ihm Hoffnung machen.

Der Mann hat Energie. Kurz vor einem Konzert in Hamburg treffe ich Konstantin Wecker. Nein, er brauche jetzt keine Pause. Dann setzt er sich und wir beginnen. Na ja, Routine hat Konstantin Wecker reichlich. Er ist seit mehr als 50 Jahren auf den Bühnen unterwegs und spielt – nur unterbrochen von Corona – jährlich mehr als 100 Konzerte. Immer kämpferisch, immer engagiert, aber auch mit sehr leisen Tönen. So wie eines seiner Lieder heißt: Zwischen Wut und Zärtlichkeit.

”Feminismus mit Liebe” – Stevie Schmiedel spricht mit Susanne Richter | Gott und die Welt 2331 Jul 202400:13:59

Stevie Schmiedel ist Genderforscherin, Autorin und Gründerin von Pinkstinks, einer Bildungs- und Protestorganisation gegen Sexismus. Sie sagt: Mit Humor erreicht man die Menschen am besten. Das beweist sie auch in ihrem neuen Buch: „Jedem Zauber wohnt ein radikaler Anfang inne. Warum uns ein bisschen Genderwahn guttut.“ Stevie Schmiedel kann das: Auf notwendige Veränderungsprozesse hinweisen, Grundideen des Feminismus erklären- und dabei jeden mit an die Hand nehmen. Zum Gespräch einladen, verschiedene Positionen in einen Dialog bringen, hartnäckig sein und dabei nicht verbissen werden.

Ein Buch, das definitiv Lust macht, sich mal mehr mit feministischen Anliegen zu beschäftigen. Ich freue mich, dass sich Stevie Schmiedel so viel Zeit für unser Interview nimmt. Auch meine ganz privaten Anfragen in Bezug auf pinke Spielzeugsammlungen für Mädchen kann ich da platzieren: War das früher bei uns schon so krass? Oder gibt es da eine reaktionäre Tendenz in der Industrie?

Warum ist Feminismus lange Zeit so verschrien gewesen und hat es bei einigen Menschen immer noch so schwer? Das Sympathische: Stevie Schmiedel ist voller Verständnis für Menschen, die skeptisch sind und genervt. Sie guckt freundlich auf die Langsamen und Kritischen. Denn, hej, wir sind alle träge. Und Veränderungen machen nun mal erstmal Angst. Und dann macht sie Lust, die Geschlechterrollen doch mal genauer unter die Lupe zu nehmen. Nicht als Beschränkung und Verbot. Sondern als Erweiterung und Befreiung.

Auch im Bereich des Glaubens. Stevie Schmiedel ist Christin und hat mit einigen Theologinnen zusammen den Beitragsband „Gott ist kein Mann“ geschrieben. Auch da gilt: Männliche Gottesbezeichnungen müssen nicht eliminiert werden, sondern sollen liebevoll erweitert werden.

Super interessant! Hört mal rein.

Der Fotograf Jan Petersen im Gespräch mit Klaus Böllert über Kirchenfenster31 Jul 202400:13:50

Vielleicht kennt man drei Architekten mit Namen, sicher einige Malerinnen. Jeder und jede kann einige der schönsten Gebäude in Hamburg und Schleswig-Holstein auflisten. Aber wenn ich frage, wo die schönsten Kirchenfenster sind und wer sie gestaltet hat? Da muss fast jeder Mensch passen. Jan Petersen kennt sie fast alle. Denn er hat für das Buch „Kirchenglasmalereien in Hamburg und Schleswig-Holstein“ rund 400 Kirchen und Kapellenfenster fotografiert. Was für eine Fleißarbeit! Was für ein wunderschönes Buch.

Thomas Schwarz im Gespräch mit Klaus Böllert über den Dialog mit Mittel- und Osteuropa31 Jul 202400:10:13

Deutschland wirbt um Arbeitskräfte aus Ost- und Südosteuropa. Wie geht es den oft jungen Arbeitsmigranten hier? Und was bedeutet die Arbeitsmigration für ihre Heimatländer? Das ist ein großes Thema für Renovabis, dem katholischen Hilfswerk für Osteuropa. Hauptgeschäftsführer des Hilfswerkes ist Pfarrer Thomas Schwartz.

Kirche und Bundeswehr | Reinhold Kötter im Gespräch mit Susanne Richter | Gott und die Welt 4231 Jul 202400:24:44

Kirche und Bundeswehr: Wie passt das zusammen? Können wir uns als Christen für den Einsatz von Waffen aussprechen? Ein Thema, das schon immer die Gemüter erhitzt hat: Wie pazifistisch müssen Christen sein? Und wie soll die Institution Kirche damit umgehen? Bei der Frage nach Waffenlieferungen an die Ukraine und dem Ruf nach Aufrüstung der Bundeswehr ist das Thema wieder aktuell geworden. Welche Rolle spielen dabei eigentlich Geistliche, die in der Bundeswehr arbeiten? Ich spreche mit Reinhold Kötter. Er ist Militärdekan in Hamburg. Was macht er da eigentlich genau? Wie steht er zu dem Einsatz von Waffen? Was bedeutet ihm sein christlicher Glaube? Glaubt er überhaupt an Frieden?

Von Haus aus habe ich eine sehr kritische Haltung zur Bundeswehr. Als Kind bin ich mit meinen Eltern und der Kirchengemeinde oft zu Friedensdemonstrationen gegangen. Für mich war das Militär immer ein Feindbild. Im Laufe der Jahre hat sich mein Verständnis relativiert. Ich bin sogar einmal im Rahmen eines Praktikums mitgefahren zu einer „Rüstzeit“ von Offizieren und habe viele positive Erfahrungen mit den Menschen dort gemacht. Und im Ukrainekrieg habe ich mir natürlich auch die Frage gestellt, wie „Frieden schaffen ohne Waffen“ jetzt denn noch funktionieren kann. Ambivalent ist meine Haltung trotzdem. Ich mag mich nicht daran gewöhnen, dass Waffen auf Menschen gerichtet werden.

Reinhold Kötter kann unangenehme Fragen ab. Er ist sehr geduldig und echt sympathisch im Kontakt. Wirklich ein Menschenfreund mit klarer christlicher Ausrichtung und Sehnsucht nach Frieden. Hört mal rein!

”Berührbar werden” – Hartmut Rosa spricht mit Susanne Richter | Gott und die Welt 2231 Jul 202400:29:25

Unsere Welt dreht sich immer schneller und wir werden immer aggressiver, sagt Hartmut Rosa, Professor für Soziologie an der Universität Jena und Direktor des Max-Weber-Kollegs in Erfurt. Sein Gegenentwurf: Räume für Resonanzerfahrungen etablieren. Resonanz ist inzwischen das Stichwort, das vielen zu Hartmut Rosa einfällt. Religionen und religiöse Erfahrungen spielen eine wichtige Rolle dabei. Das beschreibt Hartmut Rosa eindrücklich in seinen Büchern „Unverfügbarkeit“ und „Demokratie braucht Religion“. Susanne Richter fragt ihn: Was passiert bei Resonanz?

Judenhass | Michel Friedmann Gespräch mit Susanne Richter31 Jul 202400:28:47

„Judenhass“ heißt sein neues Buch. Michel Friedman ist Jurist, Philosoph, Journalist und Talkmaster. In seinem neuen Buch ist Friedman primär Mensch. Ein Mensch, der sich große Sorgen macht, dass nach dem 7. Oktober 23 der Antisemitismus auf den Straßen wieder laut geworden ist und dass die Mehrheitsgesellschaft schweigt.

Es ist Friedman anzumerken, dass ihm das Thema extrem zusetzt. Seine Tonlage ist angespannt. Wie sollte es anders sein? Ein Großteil seiner Herkunftsfamilie ist von den Nazis ermordet worden. Meine Frage, wie er sich erklärt, warum die Mehrheitsgesellschaft schweigt, gibt er an mich zurück: „Wo waren Sie?! Ich hätte Trost gebraucht.“ Ob er mich persönlich meint, frage ich, etwas kleinlaut. Es ist nicht einfach für uns miteinander warm zu werden.

Der Holocaust wirkt noch immer. Als deutsche Christin werde ich vermutlich immer der Fraktion der ehemaligen Täter*innen zugeordnet. Dabei kann ich ihn sehr gut verstehen: Seine Sorge und Wut kann ich nachfühlen. Wie kann es sein, dass die Polizei Juden und Jüdinnen bereits nahegelegt hat, keine Kippa und Davidsterne im öffentlichen Raum zu tragen? Man könne sie sonst nicht schützen, heißt es. „Das wäre das Ende des jüdischen Lebens in einem freien Land.“ Sagt Friedman. Und nicht allein das. Antisemitismus ist nicht allein ein Problem für jüdische Menschen- er ist ein Angriff auf die Freiheit von allen, auf unsere Demokratie.

Das macht Michel Friedman eindrücklich klar.

Letzte Lieder | Stefan Weiller im Gespräch mit Klaus Böllert | Gott und die Welt 4331 Jul 202400:22:07

Vor seinen ersten Begegnungen mit Sterbenden hatte Stefan Weiller etwas Angst. Die ist nach mehreren hundert Gesprächen dem Respekt gewichen. Viele öffnen sich ihm, weil er eben nicht sofort über das Sterben sprechen will; das kommt – vielleicht – später. Stefan Weiller nach wichtigen Liedern, nach dem Soundtrack des Lebens. Und redet dann eben darüber, weil manche „immer wieder Sonntags“ nennen und manche „Schools out“. Stefan Weiller hat viel über das Sterben gelernt in den Gesprächen. Und deswegen lohnt sich auch ein Gespräch mit ihm.

Wir alle sind Abrahams Kinder | Fatih Mutlu und Walter Blender | Klaus Böllert | Gott und die Welt4031 Jul 202400:15:02

Die Berichte von wachsendem Anti-Semitismus und Muslimfeindlichkeit haben mich erschreckt. Wie steht es um den Dialog zwischen den Religionen? Nicht in Neu-Kölln in Berlin, sondern bei uns in Schleswig-Holstein? Das wollte ich wissen und habe mich mit Fatih Mutlu getroffen, dem Vorsitzenden der Schura Schleswig-Holstein, das ist der Rat der islamischen Gemeinden. Und mit Walter Blender, Vorsitzender des Landesverbandes der jüdischen Gemeinden in Schleswig-Holstein. Es ist nicht alles gut hier. Das macht mir schon das mit Kamera du Mauer geschützte jüdische Gemeindezentrum in Bad Segeberg deutlich, in dem wir uns treffen. Drinnen ist die Atmosphäre aber herzlich. Fatih Mutlu und Walter Blender haben vor Jahren gemeinsam mit den Kirchen dafür gekämpft, dass die Landesverfassung Schleswig-Holsteins einen Gottesbezug bekommt. Die Initiative war nicht erfolgreich, hat aber viel erreicht.

”Klima schützen” – Claudia Tobert spricht mit Klaus Böllert | Gott und die Welt 2131 Jul 202400:12:13

Im Winter haben viele gemerkt, dass da noch etwas geht mit dem Energiesparen zu Hause. Da wurden Heizungen runtergedreht, Sparduschköpfe gekauft und Stand Buy Schaltungen ausgemacht. All das spart auch Co2 und ist deshalb auch gut fürs Klima. Dennoch kann ein Mensch, der in Deutschland lebt, nicht klimaneutral leben. Allein durch die öffentliche Infrastruktur startet jeder Co2 Rechner mit 1,86 Tonnen pro Jahr und Person. Klimaverträglich sind zwei bis drei Tonnen pro Jahr und Person. Wer genug Geld hat, kann seinen Co2 Ausstoß auch kompensieren. Bei den Projekten der Klima-Kollekte werden soziale und klima-relevante Aspekte berücksichtigt.

Dorothee Röhrig aus der Dohnanyi-Bonhoeffer-Familie. | Susanne Richter31 Jul 202400:18:43

Die Journalistin Dorothee Röhrig kommt aus der berühmten Dohnanyi-Bonhoeffer-Familie. Einer Familie, in der vier Menschen als Widerstandskämpfer von den Nazis hingerichtet wurden. Was das mit Ihrer Familie, insbesondere ihrer Mutter gemacht hat, beschreibt Dorothee Röhrig in ihrem Buch: „Du wirst noch an mich denken. Liebeserklärung an eine schwierige Mutter.“ Auslöser für ihre Recherche und Auseinandersetzung war ein Foto ihrer Mutter. Der Arm der Mutter umklammert fast die damals zweijährige Dorothee. Was hat eigentlich die Beziehung zu der Mutter so kompliziert gemacht? Wer ist sie zu der Frau geworden, die sie war? Dorothee Röhrig hat sich noch einmal intensiv in die Geschichte der Familie eingearbeitet. Eine Familie, sie so stark bestimmt worden ist durch die Widerstandskämpfer aus den eigenen Reihen. Erst Jahrzehnte später wurden diese öffentlich als Helden verehrt. Zunächst galten sie vielen Menschen als Volksverräter.

Über Gefühle wurde damals nicht gesprochen, erzählt Dorothee Röhrig. Welche Angst ihre Mutter um ihre Eltern gehabt haben muss, als diese festgenommen worden waren- es gab keine Antworten. Als der Vater hingerichtet wurde, als drei weitere Familienmitglieder ermordet wurden: „Man hat funktioniert.“ Das scheint in diesen Jahren eine allgemein gültige Zustandsbeschreibung gewesen zu sein. Nicht nur für die Familien der Täter, auch für die Familien der Opfer. Dorothee Röhrig hat sich Stück für Stück aus diesem Schweigen und Verdrängen herausgearbeitet.

Mit mir redet sie über Ihre Erfahrungen mit der Mutter, aber auch ihren berühmten Verwandten den Theologen Dietrich Bonhoeffer. Es ist nicht so leicht gewesen in einer so berühmten Familie ein eigenes Standing zu haben, sagt sie.

Eine interessante Perspektive auf die deutsche Geschichte. Sie wirkt noch in die Gegenwart hinein. Hört mal rein!

”Einfach losgehen” – Heike Götz spricht mit Klaus Böllert | Gott und die Welt 2031 Jul 202400:21:28

Sicher wissen wir alle, dass es im Norden schön ist. Aber kaum jemand kennt auch unbekannte Schönheiten so gut wie Heike Götz. Das liegt natürlich daran, dass sie die „Landpartie“ im NDR-Fernsehen macht. Aber sie ist auch schon zwei Mal auf der Via Baltica von Swinemünde nach Bremen gegangen und hat daraus das schöne Buch „Einfach losgehen“ gemacht, in dem sie alle 30 Etappen dieser Pilgertour beschreibt.

Heike Götz wirkt im Gespräch auf mich, wie sie auch im Fernsehen wirkt: Heiter, zugewandt, freundlich. Sie verschweigt auch nicht, dass der Regen durchaus mal nervt und sie dann kurz darüber nachgedacht hat aufzugeben, zumal das warme heimatliche Bett ja so nahe war. Aber da sind eben auch die herrlichen Stunden im alten Land, da ist die Gastfreundschaft der Herbergsleute und da war natürlich auch ihr Mann, der mit ihr gemeinsam gepilgert ist.

”Du sollst nicht lügen” – Michael Bimler im Gespräch mit Klaus Böllert | Gott und die Welt 431 Jul 202400:10:35

Für welche Lebenssituation wurden Bibelworte gesprochen oder dann auch aufgeschrieben? Das ist auch für das Verständnis der Zehn Gebote wichtig, denn es ist doch etwas völlig anderes, ob es darum geht, dass Kinder nicht lügen, wenn sie nach dem Zähne putzen gefragt werden oder um Fragen, die lebenswichtig sind. Der Sitz im Leben des Gebotes „Du sollst nicht falsch Zeugnis ablegen“, da sind sich Theologen sicher, war das Gericht. Deshalb habe ich mir einen Menschen im Gericht gesucht, um über dieses Gebot zu reden.

Der Kieler Oberstaatsanwalt Michael Bimler sitzt mir im karierten Hemd gegenüber. Ein freundlicher Mann. Ich würde ihn wohl mit anderen Augen ansehen, wenn ich ihn nicht in seinem schmucklosen Büro, sondern im Gerichtssaal treffen würde, ich als Angeklagter und er in Robe als Oberstaatsanwalt.

Nun war ich noch nie vor Gericht und beziehe meine Gerichtserfahrung also gänzlich aus Film und Fernsehen. Wird da die Realität gut getroffen? Wirkt seine Robe auch noch bei notorischen Lügnern? Und droht er nahezu täglich mit Strafe wegen Meineids, wenn er den Eindruck hat, jemand lügt ihn an? Darüber habe ich mit ihm gesprochen.

Die Bestatterin Sarah Benz im Gespräch mit Susanne Richter über Sarggeschichten31 Jul 202400:12:00

Sarah Benz ist Sozialarbeiterin, Notfallseelsorgerin und Bestatterin. Zusammen mit Kathrin Trommler ist sie Autorin von „Sarggeschichten“, einer Filmreihe und dem dazugehörigen Buch. Da wirbt sie darum, selbstbestimmt Abschied zu nehmen. Selbst zu entscheiden, wie lange man den Verstorbenen bei sich haben möchte, den Leichnam zu versorgen und passende Rituale zu finden. Es erleichtert den Abschied, wenn man den Abschied aktiv gestaltet. Dafür ist es wichtig, dass man erst einmal erfährt, was alles machbar ist. Sarah Benz ist an einem Friedhof aufgewachsen. Die Auseinandersetzung mit Sterben und Tod, das Reden darüber, war in ihrer Familie ganz selbstverständlich. Das hat ihr geholfen, als sie in ihrem eigenen Leben Todesfälle zu verarbeiten hatte. Es hat sie zu der gemacht, die sie ist, sagt Sarah Benz. Ihr Beruf ist Ihre Leidenschaft. Denn dort geht es wirklich immer um Wesentliches. Denn letztlich geht es dabei immer um Liebe. Und darum, was uns Halt gibt. Im Kontakt mit den Angehörigen greift Sarah Benz öfter mal auf das Gedicht „Von guten Mächten“ von Dietrich Bonhoeffer zurück: „Von guten Mächten wunderbar geborgen, erwarten wir getrost, was kommen mag. Gott ist mit uns am Abend wie am Morgen und ganz gewiss an jedem neuen Tag.“ Angst hat Sarah Benz nicht mehr vor dem Tod. Sie ist sich sicher, dass auch nach dem Tod etwas von uns bleibt.

”Unrecht wieder gutmachen” – Arvid Schnauer im Gespräch mit Susanne Richter | Gott und die Welt 331 Jul 202400:27:42

"Wie können wir einen Neustart hinbekommen und einen guten Umgang finden mit all dem, was an Unrecht geschehen ist bei uns? Wie können wir verhindern, dass es zu Selbstjustiz kommt?" Das waren wichtige Fragen in den neuen Bundesländern in den Jahren um die Wende herum. Nicht nur bezogen auf die DDR- Zeit. Auch in den Jahren danach ist vieles an Ungerechtigkeit geschehen. An vielen Orten wurde darum der Ruf nach einem Gremium laut, das sich dem Thema Aufarbeitung annimmt. So auch in Rostock. Pastor Arvid Schnauer war jahrelang dabei und hat den Gerechtigkeitsausschuss auch selbst ehrenamtlich geleitet. Hierher konnten Menschen kommen, um über ihre Erfahrungen im Unrechtsstart zu sprechen und auch darüber, wie eine Wiedergutmachung aussehen könnte. Für seinen Einsatz hat Arvid Schnauer dieses Jahr das Bundesverdienstkreuz verliehen bekommen.

Er freut sich, dass die Arbeit des gesamten Ausschusses wertgeschätzt wird. Was seine eigene Person angeht, da ist er bescheiden. "Ich bin ein ganz normaler Mensch", sagt er mir bei meinem Besuch in seiner Rostocker Wohnung. Ein berührender Nachmittag mit schnurrender Katze und viel Austausch darüber, was das eigentlich ist: Gerechtigkeit.

”Glauben mit Würze” – Kai Dräger spricht mit Susanne Richter31 Jul 202400:13:47

Kai Dräger wird auch der "Gewürz-Jünger" genannt. Vermutlich, weil er leidenschaftlich über seinen Glauben und Gewürze spricht. Kai Dräger entdeckt und vermarktet fair gehandelte, biologisch angebaute Gewürze. Und wenn er über sie spricht, kann man sie fast riechen.

Zu einem „lebendigen Glauben“ hat er erst spät gefunden. Seine Frau hat ihn dazu gebracht. Sie hat so „geleuchtet“, als sie von einem christlichen Treffen in Taizé (Frankreich) zurückgekommen ist. Das hat ihn neugierig gemacht.

Sein Glauben ist inzwischen fester Bestandteil seines Lebens, auch seines Berufslebens.

Kraft gibt ihm das Gebet, dass er in Gott „einen Fürsprecher“ hat, jemanden, wo er seine Sorgen hingeben kann. Sein Glauben gibt ihm Ruhe. Auch wenn es mal hoch hergeht. Seine Gelassenheit färbt ab auf die Mitarbeitenden: „Ich wäre ohne Glauben ein schlechterer Unternehmer“, sagt er.

”Katholisch und queer” – Hendrik Johannemann im Gespräch mit Klaus Böllert | Gott und die Welt 231 Jul 202400:04:50

Hendrik Johannemann ist katholisch und queer. Genau so heißt auch das Buch, das er mitherausgegeben hat: Katholisch und queer.

Es tut sich etwas in der katholischen Kirche. Nachdem Rom sein Nein zu Segensfeiern für homosexuelle Paare bekräftigt hatte, wehten an vielen katholischen Kirchen Regenbogenfahnen und rund 100 Priester segneten homosexuelle Paare und taten das nicht heimlich, sondern demonstrativ öffentlich. Im Januar bewegte dann die Initiative „out in church“ die Kirche. Seitdem treten auch viele Bischöfe dafür ein, dass nicht-heterosexuelle Orientierungen und Partnerschaften weder ein Kündigungsgrund sind noch als sündhaft gelten. Hendrik Jünemann ist mit dabei bei „out in church“ und setzte sich schon vorher für Rechte nicht-heterosexueller Menschen in der Kirche ein.

”Wie geht Verzeihen?” – Ina Schmidt im Gespräch mit Susanne Richter | Gott und die Welt 131 Jul 202400:29:03

Ina Schmidt muss ich immer mal wieder anrufen in den letzten Monaten. Vor einiger Zeit habe ich zum ersten Mal eine Sendung mit der Philosophin gemacht. Sie leitet das Institut "Denkräume" in Hamburg und kann den Dingen nicht nur gut auf den Grund gehen. Sie kann schwierige Zusammenhänge so erklären, dass ich, normal Sterbliche, sie auch verstehen kann. Wenn die Welt gerade völlig schräg dreht- und das tut sie ja öfter in den letzten Jahren- dann melde ich mich jetzt auch immer mal bei Ina. Und ich frage sie: Wie guckst Du als Philosophin da drauf? Welche Themen sind aus Deiner Sicht gerade im Raum bei uns.

Dieses Mal: Das Thema "Verzeihen". Vermutlich, weil wir uns beide nach Milde sehnen im allgemeinen Corona-Diskussions-Wahnsinn.

"Wir werden uns gegenseitig viel verzeihen müssen" hat ja Jens Spahn im ersten Corona-Jahr schon gesagt.

Ina und ich machen also Mitte Februar einen Interviewtermin aus. Dann bricht der Ukraine-Krieg aus. "Verzeihen" bekommt vor diesem Hintergrund nochmal einen neuen Beigeschmack, finden wir. "Vielleicht sollten wir dann auch über Hannah Arendt reden", sagt Ina Schmidt. "Bei Ihr gibt es auch die Kategorie des Unverzeihlichen."

Die Langfassung "Gott und die Welt" zum Thema Verzeihen: Was haben wir davon? Wie kann das gehen? Und welche Rolle kann Glaube dabei spielen?

Hört doch mal rein!

Die Spitzenköchin Cornelia Poletto im Gespräch mit Klaus Böllert über das Projekt 72 Stunden Gutes tun31 Jul 202400:09:54

Draußen vor der Kochschule ist der Grill schon heiß, als ich nachmittags zum Interview in die Kochschule von Cornelia Poletto komme. Auf dem Grill Fisch und Hähnchenschenkel. Zum Interview treffen wir uns in einem kleinen Raum ganz mit Holz verkleidet, mit Kissen mit Wildfellbezug und einer Lampe, die um ein Geweih herum gebaut wurde. Könnte irgendwo tief im Wald sein und nicht in Hamburg Eppendorf. Freundlich und zugewandt kommt Cornelia Poletto rein. Die Klimaanlage brummt. Schlecht für den Ton. Kein Problem, sie steigt auf einen Stuhl und macht sie aus. Dann geht es los.

Großes Thema Männerarbeit | Bruder Josef im Gespräch mit Klaus Böllert31 Jul 202400:20:57

Es ist das nördlichste Benediktinerkloster Deutschlands: Das Kloster Nütschau bei Bad Oldesloe in Schleswig-Holstein. Die Mönche tragen lange schwarze Kutten. So kommt mir auch Bruder Josef van Scharrel entgegen. Zur Männerarbeit kam er 25 Jahre nach „Wann ist ein Mann?“ von Herbert Grönemeyer. Da spielten auch persönliche Fragen eine Rolle. Was bedeutet denn für einen Mönch Mann-Sein, der ehelos und keusch lebt und nicht Vater werden wird? Von dieser persönlichen Frage aus kam er zu gesellschaftlichen Fragen wie fehlenden Initiationsriten (was er bedauert), dem schwächer werdenden Patriarchat (was er gut findet) bis hin zur Rede von toxischer Männlichkeit (was ihn ärgert).

”Die Weise, die in keine Schublade passt” – Halima Krausen | Susanne Richter | Gott und die Welt 3831 Jul 202400:17:03

Halima Krausen ist Islamwissenschaftlerin an der Akademie der Weltreligionen an der Universität Hamburg. Sie ist eine der wenigen Imaminnen in Deutschland und sehr engagiert im interreligiösen Dialog. Sie trägt den Ehrentitel „Shaykha“ (weise Frau, spirituelle Führerin) und hat auch schon auf dem Kirchentag Bibelarbeiten geleitet.

Ich bin sehr neugierig auf diese Frau, die man so wenig in eine Schublade stecken kann und treffe Halima Krausen in ihrem Büro. Sie hat viel zu tun, ist etwas in Eile. Viele Studierende lassen sich von ihr beraten.

Ich bin erstaunt, wie niedrig sie „stapelt“: Shaykha heißt doch eigentlich nur „alte Frau“, sagt sie und grinst dabei. Man muss zweimal nachfragen und dreimal hinhören, um zu begreifen, was Halima Krausen geleistet hat. Da ist sie bescheiden und vielleicht auch etwas schüchtern. Und dann kommt sie doch ins Erzählen. Über Gott und die Welt.: Ihre Erfahrungen mit einer Welt, die eben gerne in Schubladen denkt. So, wie ich es vermutlich mit meinen Fragen auch tue? Zu Feminismus hat Halima Krausen ihre eigene Meinung. Und als ich dann weiter nachfrage, merke ich, dass wir eigentlich nur aneinander vorbeireden, unterschiedliche Begriffe für dieselbe Sache verwenden. Wie vermutlich so oft im interreligiösen Dialog.

Wie gut, wenn wir uns die Zeit nehmen, hartnäckig weiter zu fragen.

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