Body Horror und monstrΓΆse Frauen - die Angst vor dem weiblichen KΓΆrper
Thursday, October 15, 2026 β’ Duration 01:19:02
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Halloween steht vor der TΓΌr und damit ist die Spooky Season erΓΆffnet. Doch dieses Jahr dominiert Horror nicht erst seit Oktober die Kinocharts - mit "Obsession" und "Backrooms" waren es ausgerechnet zwei Horrorfilme, die vor allem junge Menschen wieder ins Kino gelockt haben. In einer Zeit, in der viele mit Anxiety zu kΓ€mpfen haben, scheint Horror die perfekte Kombination aus Konfrontation mit und Eskapismus von tiefsitzenden Γngsten zu bieten. Das gilt auch fΓΌr feministische Themen: Wo in vielen alten Horror-Klassikern noch misogyne und trans-feindliche Stereotype reproduziert werden, geht es heute immer ΓΆfter darum den Horror des Patriarchats darzustellen. Seien es der Druck jung und schΓΆn zu bleiben ("The Substance"), die Konsequenzen von Hypersexualisierung ("Jennifers Body"), die Angst in einer toxischen Beziehung gefangen zu sein ("Obsession"). Hier werden Frauen monstrΓΆs - angsteinflΓΆΓend und zum Teil sogar richtig eklig. Und meist hat das etwas mit ihren KΓΆrpern zu tun, weshalb gerade das Genre"Body Horror" besonders interessant ist um sich mit weiblichen Γngsten einerseits und der Angst vor dem Weiblichen andererseits zu beschΓ€ftigen. Ausgestattet mit feministischer Filmtheorie schauen wir uns in dieser Folge an, was Horrorfilme ΓΌber Γngste von und ΓΌber das Weibliche verraten.
Matcha, Croissants, Roggenbrot: Foodtrends als neue Klassen-Abgrenzung
Thursday, October 1, 2026 β’ Duration 27:32
In New York City sorgt gerade eine neue BΓ€ckerei fΓΌr Aufsehen. Sie nennt sich "Rye" hat sich auf ein Roggenbrot spezialisiert und verkauft dieses fΓΌr schlappe 60 Dollar pro Laib. Dennoch pilgern Menschen fleiΓig hin, einfach nur um herauszufinden was am Hype dran ist. Es lΓ€uft also gut in NYC, wΓ€hrend Menschen aus Γsterreich nur unverstΓ€ndlich den Kopf schΓΌtteln, denn dort gibt es das gleiche Brot fΓΌr 14 Euro pro Laib. "Rye" treibt einen Trend auf die Spitze, der sich schon lΓ€nger abzeichnet. Bei teurem Essen rechtfertigt sich der Preis immer seltener durch die tatsΓ€chliche QualitΓ€t, stattdessen geht es um die "Marke". Γhnlich wie bei Mode wird essen immer mehr dazu genutzt, Klassen und Szene-ZugehΓΆrigkeit zu signalisieren. Kapitalismus liebt diesen Trick schon lange, aber Alice findet: Das Roggenbrot geht zu weit! Und muss in dieser Folge kurz darΓΌber ranten. HΓΆrt rein.
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Red Pill Island: Wie die Manosphere Dating Shows beeinflusst
Tuesday, September 15, 2026 β’ Duration 01:24:16
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Leute lieben Dating Shows fΓΌr das Drama, die extremen Charaktere und den Eskapismus. Aber mittlerweile hat man beim Schauen doch zunehmend das GefΓΌhl, der RealitΓ€t gar nicht mehr entfliehen zu kΓΆnnen.
Das liegt vor allen an den MΓ€nnern. In Formaten wie "Love Island", "Love is Blind" oder "Are you the one" wirken sie zunehmend manipulativ, taktierend und offen frauenfeindlich. Sie slutshamen Frauen und teilen sie in "gutes" oder "schlechtes" "Heiratsmaterial" ein. Alle Teilnehmenden scheinen sich mit seltsamen Erwartungen an das andere Geschlecht oft komplett selbst im Weg zu stehen, kaum jemand kann mehr GefΓΌhle oder echte Lust zeigen. Dazu dreht sich alles um Sex und doch darf keine*r ihn haben - eine seltsame widersprΓΌchliche Entwicklung, die dafΓΌr sorgt, dass sich viele Formate mittlerweile irgendwie tot bzw. dΓΌster und toxisch anfΓΌhlen.
Wir schauen drauf: wie verhΓ€lt sich eine Generation, die zu groΓen Teilen mit Andrew Tate und der Manosphere aufgewachsen ist, die feministische Bewegungen als Bedrohung und Freundschaften zwischen Mann und Frau als UnmΓΆglichkeit ansieht? Wie funktionieren Formate in einer hyperkapitalistischen Welt, in dem die Kandidat*innen ihr SelbstwertgefΓΌhl lΓ€ngst als "Marktwert" betrachten und Dating (wieder) zum Handel wird.
_Shownotes:_
[https://www.youtube.com/watch?v=an4twVwfuZE](https://www.youtube.com/watch?v=an4twVwfuZE)
[https://www.youtube.com/watch?v=KJK8PtIdxlc](https://www.youtube.com/watch?v=KJK8PtIdxlc)
[https://www.youtube.com/watch?v=GPkbb7FxZR4&t=2s](https://www.youtube.com/watch?v=GPkbb7FxZR4&t=2s)
Climate Grief: Trauern, um den Sommer den es nicht mehr gibt - Die Kurze im September
Tuesday, September 1, 2026 β’ Duration 41:00
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Der Sommer geht vorbei - und anders als frΓΌher ist das nicht vor allem schade, sondern auch erleichternd. Denn er war geprΓ€gt von tΓΆdlichen Hitzewellen und zerstΓΆrerischen WaldbrΓ€nden. In Europa war die Klimakatastrophe so spΓΌrbar wie noch nie zuvor. Mittlerweile wird klar, dass die Sommer von frΓΌher nicht mehr so einfach zurΓΌckkehren werden - und die heiΓe Jahreszeit zunehmend Sorge als Entspannung bringt. Doch in einer Gesellschaft ohne Trauerkultur, scheint es kaum Raum dafΓΌr zu geben, ΓΌber die GefΓΌhle zu sprechen, die mit dieser Ekenntnis einhergehen. In dieser Folge reden wir darΓΌber, wie wir uns nach diesem Sommer fΓΌhlen und was sich in Zukunft dringend Γ€ndern muss.
Shownotes:
https://www.ardsounds.de/sendung/reich-das-geschaeft-mit-dem-zweifel/urn:ard:show:f5091cc57904afb9/
Botox, Numbness und der Aufstieg weiblicher Ausdruckslosigkeit
Wednesday, July 15, 2026 β’ Duration 01:15:38
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"Botox ist die bessere Hautcreme" hat Ikkimel letztens gesagt. Damit spricht sie aus, was schon lΓ€ngst zu spΓΌren ist: Minimalinvasive SchΓΆnheitseingriffe - sogenannte "Twaekments" sind mittlerweile vollkommen normalisiert. Die Industrie boomt, die Kundschaft wΓ€chst und wird dazu auch noch immer jΓΌnger. Millenials geben besonders viel Geld fΓΌr Tweakments aus, aber auch viele GenZler lassen sich bereits Botox spritzen. Nur: Botox ist eben keine optimierte Hautcreme, sondern ein Nervengift, das die Bewegung der Muskeln einschrΓ€nkt oder vollkommen verhindert. Und das hat mehr Effekte als allein eine geglΓ€ttete Haut. Wer seine Gesichtsmuskeln nicht bewegen kann, hat auch weniger Zugang zu seinen Emotionen, das zeigen Studien. In einer ΓΌberfordernden und krisengebeutelten Welt klingt gerade das fΓΌr manche allerdings verlockend. Wohl nicht zufΓ€llig geht mit den steigenden Eingriffen ein neuer Γ€sthetischer Trend einher: Vor allem junge Frauen schauen vermehrt ausdruckslos in Kameras, lΓ€cheln weniger und schmollen mehr - GesichtsausdrΓΌcke, die unter dem Namen "Gen Z Stare" und "Gen Z Pout" im Netz diskutiert und nachgeahmt werden. Was steckt hinter diesem ausdruckslosen Ausdruck? Eine feministische Verweigerung gegenΓΌber der an Frauen gestellten Anforderung immer lieb, freundlich und nett zu sein? Oder sieht man hier nicht viel mehr die Effekte von Botox und die sich verbreitende UnfΓ€higkeit Emotionen zu zeigen? Ist das blanke Starren und Schmollen als rebellisch zu verstehen oder ist es nicht viel mehr ein Zeichen von Resignation und GleichgΓΌltigkeit? Fest steht: Der Botox-Boom ist mehr als nur ein SchΓΆnheitstrend, er ist auch Γ€sthetische Untermalung, Reaktion und WeiterfΓΌhrung einer wiederaufkommenden gesellschaftlichen GefΓΌhlslosigkeit und eines TaubheitsgefΓΌhls - und das ist nicht ungefΓ€hrlich. Was ist das also fΓΌr eine Welt, in der immer mehr Menschen bereitwillig ihre Gesichtsmimik drangeben, im Namen der SchΓΆnheit? Wir denken drΓΌber nach, hΓΆrt rein.
Es gibt kein "kinderlos" in einer solidarischen Gesellschaft
Wednesday, July 1, 2026 β’ Duration 35:44
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Maxi hat heute einen Hot Take mitgebracht, der auf TikTok gerade heiΓ diskutiert wird: Niemand ist wirklich "kinderlos". Beziehungsweise gibt einem die Entscheidung, keine eigenen Kinder in die Welt setzen zu wollen, kein Recht auf eine komplett kinderfreie Welt. Gerade in einem solidarischen Miteinander kΓΆnnte alles so viel schΓΆner sein, wenn jede*r ein bisschen ΓΌber den eigenen Tellerrand schaut und Kinder nicht zur ungewollten Minderheit gemacht werden. Es ist kein Flex, Kinder scheiΓe zu finden.
Kinder werden politisch vergessen, benachteiligt, und sind besonders vulnerabel angesichts der Krisen, die gerade auf uns alle zukommen. Und gleichzeitig fragt man sich: Warum ist es gefΓΌhlt gerade in Deutschland so besonders schlimm? Warum werden Kinder politisch so weit hinten angestellt, sodass Leute logischerweise, auch aus finanzieller Not, keine Lust mehr haben, sie groΓzuziehen?
Es gab schlieΓlich mal so etwas wie den Generationenvertrag. Es braucht Kinder, damit alles weitergeht. Sie sind β so kitschig das klingt β die Zukunft. Und viele scheinen zu vergessen, dass sie selbst mal Kinder waren, und schauen genervt weg, wenn Kinder sich irgendwo bemerkbar machen.
Wobei uns natΓΌrlich klar ist, wer diese Art von FΓΌrsorge und Mitarbeit meistens schon ΓΌbernimmt. NΓ€mlich Frauen, na klar. Wer die HΓ€nde frei hat und noch Platz im Rucksack, kann jedenfalls gerne mit anpacken.
Lena Dunham und GIRLS: Missverstanden, genial oder overhyped?
Monday, June 15, 2026 β’ Duration 01:14:31
"Irgendwann reden wir auch nochmal ΓΌber GIRLSβ, das sagen wir gefΓΌhlt seit hundert Folgen, und hey, jetzt ist es endlich soweit. Die Serie, die von 2012 bis 2017 auf HBO lief und von Lena Dunham ins Leben gerufen wurde, hat uns in unseren Zwanzigern besonders geprΓ€gt. Vier junge Frauen im Zentrum, deren Probleme β trotz des Settings in der New Yorker Mittelschicht β relatable waren wie wenig vorher. Seltsame Begegnungen mit MΓ€nnern, ein dynamisches Auf und Ab in Freundinnenschaften und die scheinbar auswegslose Suche nach dem richtigen Karriereweg. So hatte man das tatsΓ€chlich noch nie gesehen.
Die breite Masse nahm die Serie unterschiedlich auf, und gerade SchΓΆpferin und Hauptdarstellerin Lena Dunham wurde zur ProjektionsflΓ€che: It Girl, Millennial-Ikone, βStimme einer Generationβ. Ganz schΓΆn viel auf den Schultern einer MittezwanzigjΓ€hrigen. Und dann war da noch die Kritik: Die Show ist zu weiΓ und selbstzentriert, genauso wie Dunhams Feminismus. Im April 2026 hat Lena Dunham ihr Memoir Famesick verΓΆffentlicht und schildert darin, wie sie diese Zeit erlebt hat, wie ihr KΓΆrper zum Schlachtfeld wurde, wie eine chronische Erkrankung und umstrittene Aussagen sie immer mehr in die Isolation trieben.
Seit letztem Jahr entdecken TikTok und Gen Z Girls gerade neu und feiern es. Wir schauen drauf: Wie ordnen wir die Serie heute ein? Und ist Lena Dunham ein missverstandenes Genie der Satire oder total ΓΌberbewertet?
Jetzt reinhΓΆren, ΓΌberall wo es Podcasts gibt.
Original Thoughts: Wie wir das denken nicht verlernen - Die Kurze im Juni
Monday, June 1, 2026 β’ Duration 34:12
Hand aufs Herz: Wer von euch kann selbstbewusst seine eigene Meinung oder GefΓΌhle zu etwas kundgeben, ohne sich vorher im Internet nachzuschauen, was andere von der Sache halten oder eine K.I. zu konsultieren? Uns ist aufgefallen, dass man heute fast automatisiert die Haltung oder Analysen anderer ΓΌbernimmt, ohne sich zu fragen, ob man selbst wirklich genauso sieht. Woran liegt das? Vielleicht ist es die Mischung aus InformationsΓΌberfluss, Angst vor Shitstorms und Brain Rot, die das selbst Denken immer schwerer erscheinen lΓ€sst. In dieser Folge sprechen wir darΓΌber, wieder anfangen kann selbst zu denken und die Angst verliert, fΓΌr seine eigene Meinung ausgelacht oder gecancelt zu werden.
Arbeitstitel, Cover, Kill your Darlings - Alice ΓΌber das Schreiben von "Anti Opfer"
Friday, May 15, 2026 β’ Duration 01:09:17
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Ende Mai ist Alice drittes Buch erschienen: "Anti Opfer - Warum wir Verletzlichkeit verachten". Es ist eine Gegenwartsanalyse ΓΌber eine neu aufkommende HΓ€rte und das schwindende Interesse an sozialer Gerechtigkeit. In dieser Folge geht es aber vor allem um den Schreibprozess: Wie kommt es von der Idee zum Text, wie findet man den richtigen Titel und das richtige Cover? Was fliegt raus und was bleibt drin - und wie fΓ€ngt man ΓΌberhaupt an? Ein kleiner Deepdive in Alice Schreibprozess
Catch Up Culture - Freundschaften von Update zu Update
Friday, May 1, 2026 β’ Duration 28:39
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Wer kennt es nicht: Man verabredet sich mir einer Freundin, die man seit Wochen nicht mehr gesehen hat und tauscht sich dann innerhalb von zwei Stunden ΓΌber Trennung, BefΓΆrderungen, Schwangerschaften oder andere Wendepunkte im Leben aus. Auch wenn diese GesprΓ€che viel SpaΓ machen kΓΆnnen, bleibt doch manchmal ein merkwΓΌrdiges GefΓΌhl zurΓΌck, weil deutlich wird, wie sehr man aneinander vorbei lebt. Viele Freundschaften begleitet man nicht mehr aktiv, sondern man hΓ€lt sie durch Coffee-Dates aufrecht, wo man das Leben der anderen aufsaugt, wie eine Folge aus seiner Lieblingsserie. Doch man erlebt nicht mehr gemeinsam und so fallen viele Elemente einer Freundschaft weg. Wie kommt man raus aus dieser Catch-Up-Culture? Oder ist es vielleicht gar nicht so schlimm, Freundschaften so zu fΓΌhren?
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