Vor ein paar Wochen schreibt Julian Brüne auf Substack:
“Mein Leben ist langweilig.”
Er listet auf, was er damit meint. Und sein Post bekommt hunderte Likes und unzählige Kommentare. Auch von mir.
Seitdem sehe ich das Wort langweilig überall auf Social Media.
“Sei langweilig.” “Boring is the new cool.” “Langweilig sein ist eine Macht.”
Und ich denke mir: Moment mal. Was geht hier vor sich?
Vor ein paar Jahren hat mich eine Mitarbeiterin als langweilig beschimpft, weil ich keinen Sekt trinken wollte, um zu ihrem Geburtstag anzustoßen. Das war kein Kompliment. Und sie hat mich damit total getriggert.
Als ich dem Alkohol Monate später endgültig entsage, werde ich auf Parties ständig gefragt, warum ich so langweilig geworden bin. Und verlasse kurz darauf nicht nur das Partyleben in Berlin, sondern einen ganzen Freundeskreis gleich mit.
Und jetzt soll genau dieses Wort plötzlich etwas Gutes sein?
Irgendetwas stimmt hier nicht. Oder es stimmt mehr, als ich auf den ersten Blick erkennen kann. Jedenfalls ist es Anlass genug für mich, das Wort langweilig und das, was wirklich dahinter steckt, einmal genauer unter die Lupe zu nehmen.
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