Was hilft wirklich gegen den Klimawandel? Funktioniert Klimaschutz auch ohne Job-Abbau und wütende Bevölkerung? Das "Klima-Labor" ist der ntv-Podcast, in dem Clara Pfeffer und Christian Herrmann Ideen, Lösungen und Behauptungen der unterschiedlichsten Akteure auf Herz und Nieren prüfen.
Ist Deutschland ein Strombettler? Rechnen wir uns die Energiewende schön? Vernichten erneuerbare Energien Arbeitsplätze oder schaffen sie welche? Warum wählen Städte wie Gartz die AfD - und gleichzeitig einen jungen Windkraft-Bürgermeister?
Das Klima-Labor von ntv: Jeden Donnerstag eine halbe Stunde, die informiert, Spaß macht und aufräumt - ohne Streit, in ausführlichen Gesprächen mit führenden Köpfen aus Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und Wissenschaft.
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KI-Strom: Tech-Konzerne reißen sich um Gasturbinen, Brennstoffzellen und Erneuerbare | Patrick Vogel (TBF Asset Management)
Sunday, October 25, 2026 • Duration 27:05
KI boomt, der Strombedarf explodiert. Tech-Konzerne bauen in den USA Rechenzentren, die so viel Energie benötigen wie eine mittelgroße Stadt. Betroffene Gemeinden schütten sie mit Geld zu. Außerdem bezahlen sie Transformatoren, Stromtrassen und Kraftwerke, wie Portfoliomanager Patrick Vogel im Podcast erklärt. "Die Amerikaner sind tendenziell eher pragmatisch. Die gleichen zusätzliche CO2-Emissionen durch Gasturbinen lieber aus, indem sie anderswo einen Solar- oder Windpark bauen."
Doch auf Gasturbinen warten die Konzerne inzwischen Jahre. Neue Atomkraftwerke sind noch später fertig. "Das würden viele gerne machen, aber dann haben sie frühestens 2035 Strom", sagt Vogel. "So lange will niemand warten."
Das Ergebnis? Trotz aller Vorbehalte von Präsident Donald Trump melden auch Windradhersteller ein boomendes US-Geschäft.
Windturbinen allein können den Strombedarf der Rechenzentren allein aber genauso wenig decken wie Solarparks in Kombination mit Battereichspeichern: "Die Betreiber der Rechenzentren in den Verträgen zusagen, dass die Rechenzentren 99,999 Prozent der Zeit verfügbar sind."
Gast: Patrick Vogel, Leiter strategisches Asset Management und Senior Portfoliomanager TBF Asset Management
Moderation: Clara Pfeffer und Christian Herrmann
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In AfD-Hochburgen gibt es deutlich weniger Solaranlagen und E-Autos | Moritz Wussow (Universität Freiburg)
Thursday, October 15, 2026 • Duration 37:24
E-Autos, Solaranlagen und Wärmepumpen boomen in Deutschland. Doch in AfD-Hochburgen schreitet die Energiewende langsamer voran. Eine Studie der Universität Freiburg kommt zu dem Ergebnis, dass es ohne den Aufschwung der Partei Zehntausende E-Autos und Solaranlagen mehr geben könnte. Dabei sind es nicht nur Grünen-Wähler, die die Energiewende im Eigenheim und auf der Straße vorantreiben: "Das Interesse von FDP-Anhängern an Solaranlagen und E-Autos ist teils sogar höher als bei den Grünen", sagt Studienautor Moritz Wussow im Podcast. "Das gilt auch für den tatsächlichen Kauf."
Dennoch sieht Wussow gerade in Regionen mit hoher AfD-Zustimmung trotz Kohle- und Atomwahlkampf enormes Potenzial für saubere Technologien. Wichtig sind ökonomische Argumente - und die richtigen Nachbarn. Das lässt sich unter anderem aus der Rückkehr des Wolfs nach Deutschland ableiten. Warum? Das erfahrt ihr im Podcast.
Gast: Dr. Moritz Wussow, Leiter des Climate Action Research Lab (CARL), Universität Freiburg
Moderation: Clara Pfeffer und Christian Herrmann
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"Die Energiepläne des Wirtschaftsministeriums sind ein Angriff auf privates Eigentum" | Philipp Schröder (1Komma5°)
Tuesday, October 6, 2026 • Duration 48:19
Der Bundestag verhandelt derzeit über die Energiegesetze von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche. Philipp Schröder warnt die Abgeordneten davor, sie unverändert durchzuwinken: "Ich bin gespannt, wer in einer namentlichen Abstimmung bereit ist, die Auseinandersetzung mit Hauseigentümern zu riskieren", sagt der Chef des Energieunternehmens 1Komma5Grad.
Grund für die Warnung ist die Wirkleistungsbegrenzung: private Solaranlagen sollen künftig maximal die Hälfte ihres erzeugten Stroms ins öffentliche Netz einspeisen dürfen. Die Regelung greift aber auch für Batteriespeicher, E-Autos und Wärmepumpen. "Das ist ein so billiger Versuch, Wettbewerb zu vermeiden", sagt Schröder im Interview. "Das geht komplett gegen die Interessen des Ministeriums."
Der Energieunternehmer macht die Netzbetreiber für die Regelung verantwortlich: Viele kleine stellen sich ihm zufolge dumm und behaupten, sie könnten nicht, was in anderen Ländern bereits umgesetzt wird. Gleichzeitig versucht ihm zufolge Europas größter Netzbetreiber, seine Rendite abzusichern - durch riesigen Netzausbau. "Ich kriege Herzrasen, wenn ich sehe, was wegen Eon kommt", sagt Schröder.
Der 1Komma5Grad-Chef ist überzeugt: Das wird großen Schaden anrichten. Immer weiter steigende Netzentgelte sind irgendwann nicht mehr finanzierbar.
Gast: Philipp Schröder, Mitgründer und CEO des Energieunternehmens 1Komma5°
Moderation: Clara Pfeffer und Christian Herrmann
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"Die Menschen wollen Erneuerbare – nur nicht vor der eigenen Haustür" | Silke Walter (EnBW) & Claire Dengler (Mindline Energy)
Thursday, October 1, 2026 • Duration 45:08
Allen Unkenrufen zum Trotz: Die Deutschen unterstützen die Energiewende. Extrem sogar, sagt Meinungsforscherin Claire Dengler. Jedenfalls so lange, bis Windräder oder Solarparks vor der eigenen Haustür gebaut werden sollen. Dann schwindet die Zustimmung. Finanzielle Anreize sind kein Allheilmittel, im Gegenteil: Sie können den Widerstand sogar verstärken.
Woran liegt das? Versprechen der Energiewende wurden nicht eingehalten. Viele Menschen haben Vertrauen in Politik und Unternehmen verloren. Sie fühlen sich bei wichtigen Entscheidungen übergangen. Eine kleine, aber gut vernetzte Gruppe von Gegnern kann vor Ort die Stimmung prägen - das ist das Ergebnis einer Studie, die Dengler im Auftrag des Energieversorgers EnBW durchgeführt hat.
Im Interview berichtet EnBW-Kommunikationschefin Silke Walter, wie sich diese Widersprüche in der Praxis äußern. Gemeinsam mit Dengler legt sie außerdem, mit welchen Argumenten sich die Menschen trotzdem für den Bau von Windrädern und Solarparks gewinnen lassen, denn: "Die Energiewende ist ein Projekt mit vielen positiven Botschaften, die wir einfach nicht kommunizieren."
Gäste
Silke Walter, Leiterin Konzernkommunikation EnBW
Claire Dengler, Geschäftsführerin des Marktforschungsinstituts Mindline Energy
Moderation: Clara Pfeffer und Christian Herrmann
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"Zur Trafostation nebenann kann man einfach rübergehen und den Schalter umlegen"| Torben Kleinfeldt (Friedrich Vorwerk)
Sunday, September 27, 2026 • Duration 26:39
Die Energiewende benötigt Stromautobahnen und andere wichtige Infrastruktur. Doch wie gut sind Freileitungen, Erdkabel und Umspannwerke vor Sabotage geschützt? Friedrich Vorwerk ist maßgeblich am Bau der Systeme und Anlagen beteiligt.
Unternehmenschef Torben Kleinfeldt warnt vor erheblichen Sicherheitslücken: "In England haben Energiezentralen dreireihige Stacheldrahtzäune und eine massive Präsenz von Wachpersonal mit Hunden", sagt er. Deutschland sei in dem Bereich "sehr nachlässig".
Im Interview erklärt der Ingenieur außerdem, warum die größte Herausforderung die riesigen Hochspannungstrassen sind und ebenfalls, warum selbst unterirdische Stromleitungen keinen hundertprozentigen Schutz bieten.
Gleichzeitig ordnet er ein, warum Erdkabel trotz der höheren Baukosten sinnvoller sein können als oberirdische Leitungen. Und er spricht darüber, warum zentrale Genehmigungsverfahren den Bau der wichtigen Stromautobahnen eher gebremst als beschleunigt haben.
Gast: Torben Kleinfeldt, Vorstandsvorsitzender der Friedrich Vorwerk Group SE
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"Die Kilowattstunde wird teurer": Das hält ein Windradhersteller von Reiches Energiegesetzen | Jens Kück (Vestas)
Thursday, September 24, 2026 • Duration 31:27
Die deutsche Windkraft erlebt einen erstaunlichen Aufschwung. Nach Jahren der Flaute boomt der Ausbau. Deutschland sei ein Vorbild für andere Länder geworden, sagt Jens Kück vom dänischen Windradhersteller Vestas im Interview. "Und das alles mit einer europäischen Wertschöpfungskette. Es fließt viel Geld nach Deutschland."
Doch ausgerechnet jetzt sorgen die Energiepläne von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche für Unruhe in der Branche. Speziell die geplante Begrenzung der Einspeiseleistung weckt böse Erinnerungen an frühere politische Fehlgriffe. Ohne Änderung werden einige Projekte auf der Strecke bleiben, warnt der Vestas-Manager. Die Kosten für Windstrom werden sich ihm zufolge erhöhen. Kück sagt aber auch ganz klar: "Es gibt keinen Grund für Schwarzmalerei."
Gast: Jens Kück, Senior Vice President, Sales, Northern and Central Europe beim dänischen Windradhersteller Vestas. Das Gespräch wurde am 15. September auf dem TBF Investor Day in Bad Homburg aufgezeichnet.
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Gurkenglas in den Pfandautomaten: Läutet der Ukraine-Krieg das Ende der Einwegflasche ein? | Veronika Pfender (Dotch)
Thursday, September 17, 2026 • Duration 39:01
Vor gut 20 Jahren will die Politik Einwegverpackungen mit dem Dosenpfand vom Markt drängen. Doch der Handel hat andere Pläne. Speziell Discounter wie Aldi und Lidl steigen nicht um, sondern verzichten komplett auf Mehrweg und setzen stattdessen voll auf Einweg.
Durch den Ukraine-Krieg sind Einweggläser allerdings zum Kostenrisiko geworden. Glaswerke wurden zerstört, der Gaspreis stieg. Die Glasherstellung wurde teuer und unberechenbar. "Beim Iran-Krieg sehen wir dieselbe Entwicklung", sagt Veronika Pfender. Die Sandmafia tut ihr Übriges.
Pfender steuert das Unternehmen Dotch. Das Geschäftsmodell: Mehrweggläser für Essiggurken, Grillsoßen und Olivenöle entwerfen, verkaufen, einsammeln und reinigen.
Eine Allianz von 25 Unternehmen möchten ihr Angebot nutzen, darunter Kühne oder Feinkost Dittmann. Die Infrastruktur ist dank der deutschen Liebe zum Bier größtenteils vorhanden. Kunden sollen die Gurkengläser in Supermärkten und Discountern an denselben Pfandautomaten zurückgeben können wie Bier- und Wasserflaschen. Die entscheidende Frage ist: Spielt der Handel dieses Mal mit?
Das schlagende Argument könnte sinkende Preise sein. "Sobald der Prozess steht, ist Mehrweg für den Handel genauso teuer wie Einweg und potenziell sogar günstiger", sagt Pfender. "Die Kosten für neue Einweggläser steigen ja."
Gast: Veronika Pfender, Mitgründerin und Co-Geschäftsführerin des Mehrweg-Dienstleisters Dotch
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"Die Energiewirtschaft sagt, das Ortsnetz sei überlastet - das stimmt nicht" | Andreas Piepenbrink (E3/DC)
Thursday, September 10, 2026 • Duration 36:23
An sonnigen Feiertagen wie Pfingsten fliegt uns das Stromnetz um die Ohren? Der Solarzubau ist kritisch? Von diesem Narrativ hat Andreas Piepenbrink die Nase voll. Er betreibt mit seinem Energieunternehmen E3/DC über ganz Deutschland verteilt 190.000 Solaranlagen und hat nachgerechnet: "Es stimmt nicht", sagt Piepenbrink im Podcast.
Ihm zufolge überlastet der Solarstrom weder an heißesten Sommertagen noch an sonnigen Feiertagen das Netz, sondern versickert vor Ort - bei den Nachbarn ohne Solaranlage. "Das ist das perfekte Energiesharing."
Das Problem ist Piepenbrink zufolge ein ganz anderes: Viele Netzbetreiber wissen schlicht nicht, wie stark ihr Stromnetz ausgelastet ist. Andere haben kein Interesse daran, dass die Erneuerbaren erfolgreich sind. Sie möchten die günstigere Konkurrenz loswerden. "Im Stromvertrieb gehen die Margen runter. Das möchte man durch Netzausbau und steigende Netzentgelte kompensieren."
Seine Warnung: Energieversorger und Katherina Reiche wissen nicht, was sie in Netzpaket und EEG-Novelle beschlossen haben. Die Stadtwerke werden Kunden und Einnahmen verlieren. Frau Reiche erweist ihnen einen Bärendienst.
Gast: Dr. Andreas Piepenbrink, Studium der Elektrotechnik und Promotion in Regelungstechnik. Seit 2010 leitet er E3/DC. Das Unternehmen für Stromspeichertechnik bietet intelligente Speichersysteme und Ladetechnologien an.
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Orbans ungeplanter Solarboom: "Kein Land hat einen Sprung wie Ungarn hingelegt" | Maike Kirsch (E3G)
Thursday, September 3, 2026 • Duration 32:34
Als im August das ungarische Atomkraftwerk Paks ausfällt, springen Solaranlagen in die Bresche. Ungarn gehört zur globalen Solarspitze, obwohl sich der abgewählte Ministerpräsident Viktor Orbán nie sonderlich für Klimawandel und Energiewende interessiert hat.
Doch die eigene Solaranlage wurde für viele Haushalte durch eine unbedachte Strompreisregelung zum Muss. "Alle wussten: Wenn ich mir eine Solaranlage anschaffe, werde ich de facto von den Systemkosten befreit", sagt Osteuropa-Analystin Maike Kirsch von der Denkfabrik E3G.
2023 zog Orbán die Subventions-Notbremse, doch der Solarboom war vollbracht: Ungarn deckt inzwischen fast ein Drittel seines Strombedarfs mit der Sonne ab. Durch eine Windkraft-Blockade fehlt allerdings der Gegenpol, das Stromsystem ist nicht ausbalanciert.
"Das ist dem neuen Ministerpräsidenten Péter Magyar bewusst", sagt Kirsch. Er will bei Netzausbau, Batteriespeichern und Windrädern ranklotzen.
Diese Pläne kollidieren jedoch mit der anderen großen ungarischen Stromquelle: Das Atomkraftwerk Paks stellt 45 Prozent des ungarischen Stroms bereit und soll ausgebaut werden - zusammen mit Russland.
Gast: Maike Kirsch, Analystin bei der unabhängigen internationalen Denkfabrik E3G. Ihr Schwerpunkt sind politische und regulatorische Fragen der Stromsektordekarbonisierung in Mittel- und Osteuropa.
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Batteriespeicher: In Kalifornien scheint die Sonne jetzt auch nachts | Marc Jacobson (Universität Stanford)
Sunday, August 30, 2026 • Duration 14:23
Wenn Deutschland Feierabend macht und die Sonne untergeht, springen Kohle- und Gaskraftwerke an. Anders sieht es in Kalifornien aus. Der riesige Bundesstaat an der US-Westküste meldet seit einigen Wochen regelmäßig Rekordwerte für eine Technologie, die hierzulande bisher kaum eine Rollte spielt: große Batteriespeicher. Wenn die Kalifornier abends nach der Arbeit den Fernseher einschalten und die Klimaanlage hochdrehen, speisen sie Solarstrom ins Netz ein.
Das Ergebnis beeindruckt: Im ersten Halbjahr haben die Kalifornier erstmals mehr Solarenergie als Erdgas verbraucht.
Auf der Stromrechnung macht sich der massive Ausbau und Einsatz der erneuerbaren Energien bisher allerdings nicht bemerkbar. Kalifornien hat die zweithöchsten Strompreise der USA. Marc Jacobson pocht darauf, dass dies nichts mit den Erneuerbaren zu tun hat. Die Preistreiber sind ihm zufolge Waldbrände und ein Atomkraftwerk.
Gast: Marc Jacobson, Professor für Bau- und Umweltingenieurwesen an der Universität Stanford. Er forscht und lehrt unter anderem zu sauberen und erneuerbaren Energielösungen und erfasst, wann welcher Strom in das kalifornische Netz eingespeist wird.
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