Schaut mit uns hinter die Leinwand! Jeden Sonntag nehmen wir im Podcast einen Film oder eine Serie genauer unter die Lupe. Was können wir daraus über uns und die Gesellschaft lernen? Wir sind Martin und Lucas. Wir lieben Filme und die Geschichten hinter den Filmen.
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Achtsam Morden auf Netflix
Episode 277
Sunday, November 24, 2024 • Duration 22:28
Was passiert, wenn ein gestresster Anwalt Achtsamkeit für sich entdeckt – und damit über Leichen geht? Basierend auf der erfolgreichen Romanreihe von Karsten Dusse, begeistert die deutsche Produktion mit einem Mix aus schwarzem Humor, Spannung und Gesellschaftskritik.
Im Zentrum steht Björn Diemel, gespielt von Tom Schilling, der durch einen Achtsamkeitskurs sein Leben ins Gleichgewicht bringen will. Doch die neu gewonnenen Erkenntnisse führen ihn direkt in ein Netz aus kriminellen Machenschaften, Gangstern und moralischen Dilemmata. Die Serie setzt nicht nur auf bissigen Humor, sondern auch auf eine interessante Erzählweise, bei der die vierte Wand gelegentlich durchbrochen wird, um die Zuschauer:innen direkt anzusprechen.
Ob die Mischung aus Komödie und Drama funktioniert, wo die Serie ihre Stärken ausspielt und welche Parallelen zu internationalen Hits wie „Dexter“ oder „Breaking Bad“ gezogen werden können, besprechen wir ausführlich im Filmmagazin.
Arcane ist zurück.. aber sowas von
Episode 276
Sunday, November 17, 2024 • Duration 28:49
Mit „Arcane“ hat das Studio Fortiche in Zusammenarbeit mit Riot Games einen echten Coup gelandet: Die Serie, basierend auf der Welt von „League of Legends“, begeistert selbst jene, die dem Spiel nichts abgewinnen können. Jetzt ist die zweite Staffel gestartet, und wir haben die ersten drei Episoden für euch unter die Lupe genommen.
Die Handlung knüpft nahtlos an das explosive Finale der ersten Staffel an. Die fragile Beziehung zwischen der reichen Oberstadt Piltover und der rebellischen Unterstadt Zaun droht endgültig zu zerbrechen. Während der Konflikt eskaliert, spielen politische Intrigen, persönliche Tragödien und revolutionäre Untertöne eine zentrale Rolle. Besonders beeindruckend bleibt die Fähigkeit der Serie, komplexe Charaktere und ihre Beziehungen greifbar zu machen – allen voran die Geschwisterrivalität zwischen Vi und Jinx.
Auch visuell setzt „Arcane“ Maßstäbe: Mit ihrem einzigartigen Mix aus 2D- und 3D-Animation bleibt die Serie ein optisches Meisterwerk, das mit jeder Szene begeistert. Die erste Staffel beeindruckte durch innovative Erzählstrukturen und tiefgründige Themen, und Staffel 2 scheint diesen Weg konsequent fortzusetzen. Allerdings vermisst man bisher ein wenig den frischen „Wow-Moment“ neuer Perspektiven oder Figuren.
Terminator Zero: Kann der Anime das Franchise wiederbeleben?
Episode 267
Sunday, September 15, 2024 • Duration 32:54
Seit mehreren Sequels, Prequels und Spin-offs steckt das Terminator-Franchise in einer Sinnkrise. Immer wieder wird versucht, an den legendären zweiten Teil anzuknüpfen und mithilfe von Zeitreisegeschichten existenzielle Fragen über Schicksal und Vorbestimmung zu stellen. Mit Terminator Zero wagt die Reihe nun einen Stilwechsel und präsentiert eine Vorgeschichte als Anime-Serie.
Im Jahr 1997 entwickelt der brillante Wissenschaftler Malcolm Lee in Tokio eine KI, die die bösartige KI Skynet besiegen soll. Doch Skynet schickt einen Killerroboter in die Vergangenheit, um die Zukunft zu verändern. Oder ist alles in Stein gemeißelt und wir können nur hilflos zusehen, wie sich ein vorbestimmter Pfad abspult?
Terminator Zero erfindet das Rad zwar nicht neu, greift aber bekannte Elemente der Vorgänger auf – dieses Mal jedoch mit einer neuen Kulisse außerhalb der USA. Ob die Anime-Serie dem Franchise neues Leben einhauchen kann, erfahrt ihr in dieser Folge des Filmmagazins.
Das sind die schlimmsten Cringe-Filme aus unserer Kindheit
Episode 177
Sunday, December 25, 2022 • Duration 43:52
Kennt Ihr dieses Gefühl? Ihr erinnert Euch an einen Film zurück, den ihr als Kinder geliebt habt und wollt ihn dann nochmal anschauen? Beim gemütlichen Filmabend fällt Euch dann aber alles aus dem Gesicht. War dieser Film wirklich schon immer so schlecht? Die Fußnägel rollen sich bei jedem schlechten Dialog und unsinnigen Plotpoint ein Stückchen weiter nach oben. Zwei Filme, die auf uns diese Wirkung haben, stellen wir Euch pünktlich zum Fest vor. Frohe Weihnachten!
Martin erzählt von einem Plastikmonster, das die Welt rettet (nicht Godzilla!) und immer größer wird, indem es sich von Metall ernährt. Sowohl Story als auch Produktion dieses Films sind eher so lala, seine Entstehungsgeschichte allerdings hat es in sich. Die ganz große Politik spielt dabei eine Rolle. Der Ost-West-Konflikt im Kalten Krieg und die Entführung des Filmemachers sind da nur die Spitze des Eisbergs.
Lucas dagegen hat einen Film mitgebracht, der zwar ziemlich cringy ist, aber eigentlich noch ganz okay funktioniert. Schlimmer ist da eher die Phase, in der er ihn damals gesehen (und geliebt) hat: seine Autophase. Ja, die Erinnerung an getunte Opel Corsas, "Need for Speed: Untergrund 2" auf dem GameCube und Drift-Rennen mit dem Fahrrad hinterlassen bei ihm heute ein unangenehmes Gefühl in der Magengegend.
Das Beste und Schlechteste aus 2022
Episode 176
Sunday, December 18, 2022 • Duration 01:29:24
Es ist wieder so weit. Das Jahr geht zu Ende und neigt sich damit den Bestenlisten zu. Auch euer Lieblingsfilmpodcast kann den Versuchungen eines Rankings nicht widerstehen und präsentiert in dieser Folge seine High- und Lowlights des Jahres. Lucas und Martin blicken dabei auf ihre favorisierten Filme und Serien, die sie 2022 überzeugt haben. Von multidimensionalen Familiendramen, schweren Anti-Kriegsfilmen, bis hin zum Staffelfinale des besten Prequels aller Zeiten ist alles dabei.
Wir müssen aber auch etwas meckern. Es gab in diesem Jahr wieder viel Schund, der von uns (verbal) eins auf den Deckel bekommt. So war für uns "Phantastische Tierwesen: Dumbledores Geheimnisse" der traurige Tiefpunkt einer orientierungslosen Marke. Zudem langweilten uns Serien wie "Obi-Wan" mit Nostalgie-Overload und "Moonfall" mit einer Einöde aus Hollywood-Bombast.
Mit "Ringe der Macht" und "House of Dragons" war 2022 zudem vollgepackt mit sündhaft teuren Produktionen für die Wohnzimmercouch. Das Kino hat es dagegen im dritten Pandemiejahr immer noch schwer, obwohl "Avatar 2" und "RRR" gezeigt haben, wozu man die große Leinwand alles einsetzen kann. Und anhand der kriselnden Streaming-Anbieter war zu beobachten, dass die Wachstumsphase der letzten Jahre eben auch keine Selbstverständlichkeit war.
Der beste Horrorfilm des Jahres. Oder der schlechteste. Nein. Doch.
Episode 175
Sunday, December 11, 2022 • Duration 52:55
Nur allzu selten sind wir uns hier beim Filmmagazin wirklich uneinig. Aber jetzt ist es passiert. Lucas hat den Horrorfilm "Smile" gesehen und ist größtenteils sehr angetan. Für ihn ist es der aktuell beste Horrorstreifen des Jahres 2022. Martin sieht das etwas anders und hatte nur wenig Spaß im Kino. Zeit für ein Streitgespräch!
In "Smile" geht es um die Psychiaterin Dr. Rose Cotter, die eines Tages eine völlig verstörte Patientin vor sich hat. Die Studentin hat dem Suizid ihres Dozenten beigewohnt und berichtet nun, von einer seltsamen Kreatur verfolgt zu werden. Nur sie allein kann das Wesen mit grotesk verzerrtem Lächeln sehen. Noch dazu wechselt es häufig das Aussehen. Wenn das Monster sein Opfer schließlich tötet, sucht das Wesen sein nächstes Ziel und der Fluch wird weitergegeben.
Wenn euch das alles an "It Follows" erinnert, dann liegt ihr goldrichtig. Parker Finns Debütfilm ist offensichtlich vom Horrormeisterwerk inspiriert. "Smile" will aber nicht nur Abklatsch sein, sondern uns auch mit vielen Jump Scares schocken und das Thema Trauma bzw. Traumabewältigung in den Fokus rücken. Ob ihm das gelingt, da sind wir wie gesagt sehr unterschiedlicher Meinung. Aber das ist ja das schöne an der Kunst. Über sie kann man trefflich streiten.
Kapitalismuskritik, Japanangst und Zukunftsdystopie: Orientalismus und das Cyberpunk-Genre
Episode 174
Sunday, December 4, 2022 • Duration 46:31
Cyberpunk als Genre hat sehr feste optische wie inhaltliche Parameter. Man sieht neonlichtdurchflutete Straßen, vollgestopft mit Werbung, und eine verkommene Gesellschaft, die sich von jeglichen staatlichen Strukturen verabschiedet hat. Hier bestimmen nämlich Superkonzerne das alltägliche Leben. In den allermeisten Fällen sind diese skrupellosen Unternehmen ost-asiatischen bzw. japanischen Ursprungs. Sei es Weyland-Yutani in "Alien", Arasaka in "Cyberpunk 2077" oder die zahlreichen japanischen Werbeanzeigen in Blade Runner.
Als in den 70er- und 80er-Jahren das Genre entstand, stieg in einigen Teilen der US-amerikanischen Bevölkerung die Furcht vor einem entfesselten Kapitalismus. Gleichzeitig befanden sich die USA in einer wirtschaftlichen Schieflage. Ölkrise und andere nationale Probleme verlangsamten das wirtschaftliche Wachstum. Japan war währenddessen die zweitgrößte Wirtschaftsnation der Welt, hinter den USA. Besonders im Konsumgütermarkt waren sie präsent. Sie produzierten Staubsauger, Waschmaschinen und Autos, die viele Abnehmer*innen in den USA fanden. Japanische Firmen, wie zum Beispiel Sony, stellten nicht nur technische Geräte her, sondern waren auch ein Big Player im Kino. Nach dem Videospielcrash von 1983 stieg Nintendo zum wichtigsten Spielehersteller auf.
Diese negativen Zukunftsvisionen, geprägt durch einen Dominanz Japans, lassen sich mit den kulturhistorischen Begriffen Orientalismus und Technik-Orientalismus beschreiben. In dieser Filmmagazin-Folge besprechen wir, was diese Konstrukte bedeuten und wie sie das Cyberpunk-Genre geprägt haben. Insbesondere soll es dabei um den Film "Ex Machina" gehen, der das Erbe des Technik-Orientalismus auf viele verschiedene Arten interpretiert.
Schau es noch einmal, Sam
Episode 173
Sunday, November 27, 2022 • Duration 52:46
Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Gegenüber allem Unbekanntem ist erstmal Skepsis angesagt. Das geht soweit, dass in jeder gehörten Stunde Musik, 54 Minuten Songs stecken, die wir bereits kennen. Nostalgie und das wohlige Gefühl zu wissen, was man bekommt, sind starke Faktoren, warum wir lieber zum Bekannten greifen. Bei Filmen ist das nicht anders. Jede und jeder hat sicherlich einen oder mehrere Filme, die fast mitgesprochen werden können.
In dieser Filmmagazin-Folge soll es genau darum gehen. Welche Qualitäten muss ein Film mitbringen, damit man ihn sich mehrmals anschauen will? Komplexere Filme, wie "Tenet" oder "Fight Club" verlangen fast danach, weil man beim ersten Mal nur bruchstückhaft der Handlung folgen kann. Je nach Jahreszeit gibt es ebenso filmische Rituale, nach denen man die Uhr stellen kann. Im Winter flimmern die dicken Fantasy-Brocken der Marken "Herr der Ringe" und "Harry Potter" über die Bildschirme und an Weihnachten kann man "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel" nicht entkommen.
Aber längst nicht jeder Film eignet sich zum Wiederschauen – egal, ob wegen mangelnder Qualität, schlecht gealtertem Humor oder einer emotionalen Schwere. Bei den jüngsten Remakes bekannter Animationsfilme von Disney hat man sowieso das Gefühl, alles schon mal gesehen zu haben.
Von PS-Monstern und Sehnsuchtsorten
Episode 172
Sunday, November 20, 2022 • Duration 56:53
Die eigenen vier Räder bedeuten für viele (und für einige etwas zu viel) Freiheit und Selbstbestimmung. Dass von den Blechboliden so eine große Faszination ausgeht, daran haben auch Filme und Serien ihren Anteil. Der Chevrolet Camaro glänzt in den "Transformers"-Filmen im Sonnenuntergang und der Aston Martin DB5 wird bei "James Bond" zur Stilikone. Abgesehen von Produktplatzierungen können die Benzinschlucker aber auch andere Funktionen erfüllen.
In dieser Filmmagazin-Folge besprechen wir das Zusammenspiel zwischen Autos und Filmen. Von den besten Verfolgungsjagden bis hin zu den spannendsten Szenen in einem Auto diskutieren wir, wie Filmemacher*innen den begrenzten Raum eines Autos nutzen, um eine Geschichte zu erzählen. "Mad Max: Fury Road" ist eine einzige, atemlos inszenierte Flucht mit einem Truck, während in "Speed Racer" die Lust am Geschwindigkeitsrausch zur Allegorie wird, warum Menschen für ihre Leidenschaft alles riskieren.
"Collateral" nutzt wiederum ein Taxi für ein spannendes Katz- und Maus-Spiel, das die Machtverhältnisse zwischen Protagonist und Antagonist immer aufs Neue herausfordert. Nicht zu vergessen, lassen sich darüber auch Reichtum- und Armutsverhältnisse symbolisieren. Schließlich sind zwar viele Landstriche und Städte auf Autos ausgerichtet, doch nicht jeder kann sich den schönsten Flitzer auch leisten.
Die Kunst der Adaption
Episode 171
Sunday, November 13, 2022 • Duration 53:51
Bücher und Filme: Zwei Medien, die schon seit vielen Jahrzehnten miteinander harmonieren. Das geschriebene Wort und das bewegte Bild scheinen wie für einander gemacht zu sein, wenn man bedenkt, wie viele Filmklassiker auf Romanen basieren. Von "Der Pate" bis "Harry Potter" schufen die Autoren und Autorinnen Welten, die man heute mit der großen Leinwand verbindet. Die Symbiose lässt sich auch damit erklären, dass beide Mediengattungen von einem ähnlichen Fundus an Erzählwerkzeugen profitieren, um uns zu fesseln. Ein komplexer Charakter und eine spannende Drei-Akt-Struktur können genauso gut gelesen, wie auch geschaut werden.
Doch manchmal wird das Perfect Match zu einer Zweckbeziehung. Die ausufernden Erklärungen eines Romans beißen sich manchmal mit der verknappten Erzählweise eines Films. Auch können Filme sich komplett auf ihre audiovisuelle Ebene reduzieren und trotzdem genial sein – ein Luxus, den Bücher nicht haben. Und die Frage, wie weit sich Verfilmungen von ihrer Originalquelle entfernen dürfen, wird wohl für alle Ewigkeiten für Streit sorgen.
In dieser Filmmagazin-Folge besprechen wir einige unserer liebsten Buchverfilmungen. Aber auch die weniger gelungenen Adaptionen stellen wir vor und versuchen uns an einer Definition: Was macht denn nun eine gute Buchverfilmung aus?