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Explore every episode of the podcast Credit to the Edit Podcast

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TitlePub. DateDuration
Montage lehren - Wenn Schnitt Schule macht01 Dec 202501:06:00

Kann man Montage unterrichten? Kann man Intuition und Kreativität in einem Seminarraum weitergeben? Oder ist der Schneideraum ein mystischer Ort, dessen Gesetze man nur durch jahrelanges, einsames Schneiden erlernt? Diese Fragen sind so alt wie die Filmschulen selbst. Doch wenn jemand vom Schauspiel vor die Kamera stolpert, um dann dahinter seine wahre Berufung zu finden, lohnt es sich, genau zuzuhören.

Heute geht es im „Credit to the Edit Podcast" um genau diesen Spagat zwischen Theorie und Praxis. Wir sprechen darüber, wie man Studierenden die Angst vor dem leeren Timeline-Fenster nimmt und warum das Drehbuch manchmal nur eine höfliche Empfehlung ist.

Zu Gast ist der Filmeditor Kaya Inan, der nicht nur preisgekrönte Filme  montiert, sondern sein Wissen auch u.a. an der Filmakademie Baden-Württemberg weitergibt. Dabei geht es weniger um den erhobenen Zeigefinger, als vielmehr um das „Hosen runterlassen": Kaya berichtet entwaffnend ehrlich, warum er seinen Studierenden auch mal seine misslungenen Rohschnitt-Fassungen zeigt und weshalb ein „Safe Space" im Schneideraum wichtiger ist als jedes Tastaturkürzel.

Kaya Inans Weg zur Montage war dabei alles andere als geradlinig. Ursprünglich wollte er Schauspieler werden und landete über ein Casting in einer Gratiszeitung sogar in einem Kinofilm. Doch am Set faszinierte ihn nicht das Rampenlicht, sondern das, was danach passierte. Der Besuch im Schneideraum wurde zur Initialzündung. Heute vermittelt er genau diese Faszination in Seminaren.

Zu Gast

Kaya Inan, 1983 im schweizerischen Muri als Sohn türkischer Gastarbeiter geboren, ist ein vielfach ausgezeichneter Filmeditor, der zwischen Schweiz und Deutschland arbeitet. Über ein Streetcasting landete er als Neunzehnjähriger zunächst als Schauspieler in der Schweizer Komödie „Achtung, fertig, Charlie!", entdeckte dort aber seine Leidenschaft für den Schnitt und studierte von 2006 bis 2011 Montage an der Filmakademie Baden-Württemberg, inklusive eines Auslandsjahres an der Ryerson University in Toronto. Heute montiert Kaya Spiel- und Dokumentarfilme wie „Above and Below", „Cahier Africain", „In den Gängen", „Wanda, mein Wunder", „Papa Moll und die Entführung des fliegenden Hundes" oder die Serie „Hausen" und wurde u. a. zweimal mit dem Schweizer Filmpreis für die beste Montage sowie dem Bild-Kunst Schnitt Preis ausgezeichnet. Er ist Mitglied der Schweizer, der Deutschen und der Europäischen Filmakademie und gibt seine Erfahrung als Lehrender an Filmhochschulen wie der Filmakademie Baden-Württemberg und der Zürcher Hochschule der Künste weiter, wo er mit Seminaren zu szenischer und musikalischer Montage die nächste Generation von Filmeditor:innen begleitet. 

Hört rein, wenn ihr wissen wollt, warum man Filme manchmal am besten lernt, wenn man sie komplett neu erfindet – und warum selbst erfahrene Editoren manchmal nicht weiterwissen (und das völlig okay ist).

 

Timeline-Shortcuts

00:00 Anmoderation
03:20 Kann man Montage lehren?
05:55 Vom Schauspieler zum Editor: Kayas Werdegang
15:34 „Entschleunigung": Die Kunst des Sichtens
18:40 Dozent oder Editor? Über Ehrlichkeit im Unterricht
28:00 In die Figur hineinversetzen: Empathie als Schnittwerkzeug
38:30 Musikalische Montage & „Above and Below"
43:10 Seminar „Reinventing the Scene": Das Drehbuch als Option
52:56 Kategorien feat. Liv, Jolle, Revan und Viola ❤️
01:05:41 Abmoderation

Weiterführende Links

Manhunt – Cut to the Chase01 Nov 202501:08:11

Wer hat als Kind "Räuber und Gendarm" gespielt? Wahrscheinlich alle, aber nicht mit einem 96-stündigen Zeitlimit, quer durch riesige Großstädte, dokumentiert von einer Armada an Kameras. Und das alles mit dem Ziel, über 1000 Stunden Material für den Schnitt zu sammeln. In der neuesten Folge des Credit to the Edit Podcasts geht es tief hinein in die Welt des erfolgreichen YouTube-Formats "Manhunt". Und darum, wie aus einem logistischen und kreativen Albtraum eine fesselnde Action-Reality-Serie entsteht.

Bei diesen Materialmengen muss ein fünfköpfiges Editor:innen-Team nicht nur die Handlung strukturieren, sondern auch ein striktes chronologisches Diktat einhalten. Die präzise Zeiteinhaltung ist entscheidend für die Glaubwürdigkeit des Formats, aber hilft gleichzeitig, der Materialflut Herr zu werden. Dabei muss das Team den typischen YouTube-Rhythmus beibehalten, Figuren aus den chaotischen Aufnahmen formen und dabei die Balance zwischen spannenden Verfolgungsjagden und emotionalen Momenten finden. Eine Karte dient dabei als eine Art Drehbuch-Ersatz, um in der Timeline die Begegnungspunkte von Jägern und Gejagten zu identifizieren.

Über die Arbeit berichten Peter Rautek, Regisseur und Produzent von "Manhunt". Er entwickelte die ursprüngliche Idee. Unterstützt wird er von Karol Choma, der als technischer Experte und erfahrener Editor die Umsetzung übernahm und die erste Staffel im Alleingang schnitt. Julia Böhmn, die jüngste Verstärkung des Teams, bringt Erfahrung aus dem traditionellen Reality-TV ein und musste sich zunächst an den schnelleren, sprunghafteren Schnittstil anpassen.

 

Julia Böhm

Julia Böhm arbeitet als selbstständige Editorin in Wien. Nach Bachelor und Master in Digitalen Medientechnologien an der FH St. Pölten war sie zunächst in einer Fernsehproduktionsfirma tätig, 2018 folgte der Schritt in die Selbstständigkeit, seit 2022 ausschließlich frei. Sie schneidet vor allem Langformate für das Fernsehen, darunter Dokumentationen und Reportagen; Manhunt ist ihr erstes Projekt im YouTube-Bereich.  

 

Peter Rautek

Peter Rautek ist Regisseur, Autor und Produzent. Mit seinem Unternehmen RTX Film realisierte er zahlreiche Reportagen und Dokumentationen für Sender in Österreich, Deutschland und der Schweiz und arbeitet daneben an Kurz- und Spielfilmen. Als Mitentwickler und Spielleiter von Manhunt verantwortet er gemeinsam mit Karol Choma das Format und führt die Manhunt Media GmbH.  

 

Karol Choma

Karol Choma ist Editor und Regisseur mit Medientechnik-Ausbildung und beruflichem Einstieg über den Tonbereich in die Postproduktion. Nach mehreren Jahren Festanstellung arbeitet er seit 2017 freiberuflich an Fernsehinhalten und Formatentwicklungen, häufig in Zusammenarbeit mit Peter Rautek. Er ist Mitentwickler von Manhunt und arbeitete an der ersten Staffel als Editor.  

 

Ob beim Weglassen bestimmter Storylines oder bei der konsequenten Anwendung des Mottos „Kill your darlings", die Gäste machen deutlich: Die gesamte Dramaturgie der Serie entsteht im Schneideraum. Wie das Team auf Community-Kritik reagierte und daraufhin die Regeln für die dritte Staffel anpasste, welche Shortcuts bei der Organisation des Materials helfen und warum eine Staffel nicht zu viele Folgen haben darf, all das wird in dieser Folge besprochen.

Jetzt reinhören in den Credit to the Edit Podcast und einen Einblick bekommen in die aufwändige Montage eines der spannendsten Reality-Formate auf YouTube.

 

Timeline-Shortcuts

00:06 - Anmoderation
03:12- Gesprächsstart / Was ist MANHUNT?
12:32 - Material & Rollen: Wie schneidet man 1000 Stunden?
20:50 - Chronologie, Minimap & Spannung im Schnitt
50:19 - Kategorien
66:01 - Abmoderation

 

Links

Ab die Post! - Willkommen in der Postproduktion01 Feb 202501:09:03

Diesmal wird's besonders, denn wir tauschen unsere gewohnten Schneideräume gegen einen aufregenden Ausflug in die Welt der Postproduktion. Stellt euch vor, ihr seid Kinogänger und bleibt immer bis zum Ende des Abspanns sitzen, fasziniert von all den Namen, die dort über die Leinwand flimmern. In dieser Folgen beleuchten wir einiger der Berufe, die dort unter Postproduktion zu lesen sind.

Wir schleichen uns nämlich bei "ActHQ" in Köln ein (Geschäftsführung: Andreas "Happy" Fröhlich und Robert Groß), einem der großen Player, wenn es um die Endfertigung von Filmen/TV-Shots/Serien/Dokumentationen geht. In dieser Folge nehmen wir euch mit auf eine Entdeckungsreise durch vier Etagen voller kreativer Köpfe, Talent und kölscher Gelassenheit. Von Editor:innen über Ton-Menschen bis hin zu den Producer:innen, die den Überblick behalten müssen: Wir sprechen mit allen! Erfahrt, wie aus dem Rohmaterial, Schritt für Schritt (und Schnitt für Schnitt) ein fertiges Werk wird.

Wie Zahnräder müssen die einzelnen Abteilungen ineinandergreifen, um das bestmögliche Ergebnis zu erzielen. Da wird getratscht, gescherzt, über Schnittpausen und Rhythmus philosophiert und natürlich auch konzentriert gearbeitet. Denn am Ende zählt nur eins: Das perfekte Zusammenspiel aller Elemente, um die Vision der Regie/der Redaktion/des Senders zu realisieren.

Diese Folge ist ein Muss für alle, die schon immer wissen wollten, wie es hinter den Kulissen einer Postproduktion aussieht. Also, Kopfhörer aufgesetzt, zurücklehnen und eintauchen in unsere erste Reportagefolge. (Gerne Feedback da lassen, ob euch diese Folge gefallen hat.)

 

Timeline-Shortcuts

00:16: Anmoderation
01:56 - Arne van Lessen: Projektmanager  
03:58 - Karen Fröhlich Dos Santos: Assistenz der Geschäftsleitung
04:00 - Malte Kandil: Manager, Prokurist  
07:20 - Frederik Dröge: Inhouse-Producer  
08:48 - Laura Maretzky: Inhouse-Producerin  
08:48 - Rei Kokici: Kaufmännischer Azubi audiovisuelle Medien, macht Buchungen für Trailer  
12:28 - Christina Röder: Editorin
12:28 - Wilm Huygen: freier Regisseur  
13:30 - Andreas Lambert: Editor  
15:05 - Hendrik Bleier: Mischtonmeister  
19:12 - Emil Bredereck: Ehemals Schnittassistenz bei "Führer und Verführer", jetzt Editor  
21:15 - Antonia-Marleen Klein: freie Editorin  
22:07 - Martin Mayntz: freier Editor (schneidet "parallel" zu Antonia)  
26:40 - Jonas Thoma: Schnittassistenz  
28:42 - Robin Müller-Paulus: Workflow, Conforming, Mastering, Technik, Qualitätskontrolle, macht Kaffee  
32:46 - Leon Decker-Hoffmann: Workflow bzw. Technik, macht Backups und Daten-Einspielung ("Ingest")  
35:26 - Zoltan Geller: Colorist  
37:20 - Marlon Wenzel: Mastering und Conforming ("Workflow")  
39:29 - Martin Sundara: Mastering und Workflow  
45:05 - Nico Cronau: VFX & Grafik  
45:33 - Helen Kingate: Grafikerin  
50:24 - Leticia Fernandes da Silva: Auszubildende Mediengestalterin Bild/Ton
52:53 - Matteo Bohé: Sound-Designer  
55:34 - Erik Reck: Mischtonmeister und Geräuschemacher ("Foley")  
58:51 - Sonja Brügmann: Desk ("Empfang")  
1:00:14 - Aaron Roos: "Head of Editing"  
1:07:19 - Abmoderation

 

Links
September 5 - Aus Fragmenten ein Ganzes montieren09 Jan 202501:27:13

"Credit to the Edit" trifft "Hinter der Kamera": Ein Deep Dive in die Montage von "September 5"

Willkommen zu einer neuen Episode des "Credit to the Edit"-Podcasts! In dieser Sonderausgabe präsentieren wir ein Crossover mit dem Podcast „Hinter der Kamera" und tauchen ein in die Welt des Filmschnitts, fokussiert auf den Film "September 5". Rainer Nigrelli und Timo Landsiedel begrüßen dazu Regisseur Tim Fehlbaum und den renommierten Editor Hansjörg Weißbrich, die uns Einblicke in den Entstehungsprozess dieses Werks gewähren.

Parallel beleuchtet die Episode des Podcasts „Hinter der Kamera" die Kameraarbeit von "September 5" in einem Gespräch mit dem Bildgestalter Markus Förderer und Regisseur Tim Fehlbaum.

"September 5", der am 9. Januar 2025 in die Kinos kommt, thematisiert die Geiselnahme während der Olympischen Spiele 1972 in München. Tim wählt dabei einen ungewöhnlichen Ansatz: Die Ereignisse werden aus der Perspektive der ABC-Sportjournalisten geschildert, die das Geschehen vor Ort verfolgten. Diese Herangehensweise wirft Fragen auf: Wie lässt sich eine solch komplexe und vielschichtige Geschichte aus nur einer Perspektive vermitteln? Und wie gelingt es, Spannung und Dramatik über die gesamte Spieldauer von 90 Minuten aufrechtzuerhalten?

Diese Fragen stehen im Mittelpunkt unseres Gesprächs. Tim und Hansjörg erläutern die Herausforderungen, die mit der Montage von September 5 verbunden waren. Etwa die Entwicklung der dichten, atmosphärischen Erzählweise. Oder wie die durch den dokumentarischen Ansatz entstandene Materialfülle überhaupt im Montageprozess bewältigt werden konnte. Oder wie Schnitt und Musik ineinandergreifen, um die Tonalität des Films setzen.

Ein auditiver Blick hinter die Kulissen von "September 5" – für alle, die sich für Film und Filmmontage interessieren.

 

Hansjörg Weißbrich

Hansjörg Weißbrich ist ein renommierter deutscher Filmeditor, der seit 1995 an über 60 Filmen mitgewirkt hat.  Zu seinen bekanntesten Werken zählen "23", "Crazy", "Lichter", "Requiem", "Sturm", "Wer wenn nicht wir", "Zwei Leben", "Nachtzug nach Lissabon", "Colonia Dignidad", "Unorthodox" und "She Said" . Für seine herausragenden Leistungen wurde Weißbrich mehrfach ausgezeichnet, darunter für den Deutschen Filmpreis, den deutschen Fernsehpreis sowie Filmplus/Edimotion. Er ist Mitglied der Deutschen Filmakademie und wurde 2018 in die Academy of Motion Picture Arts and Sciences berufen.

 

Tim Fehlbaum

Tim Fehlbaum ist ein Schweizer Filmregisseur und Drehbuchautor, der für seine visuell bestechenden Weltvisionen bekannt ist. Nach seinem Studium an der Hochschule für Fernsehen und Film München gab er sein Spielfilmdebüt 2011 mit dem postapokalyptischen Thriller "Hell" (Montage: Andreas Menn). 2021 feierte sein Science-Fiction-Thriller "Tides" (Montage: Andreas Menn) Premiere auf der Berlinale. Sein jüngster Film, "September 5 – The Day Terror Went Live" (Montage: Hansjörg Weißbrich) wurde für einen Golden Globe Award nominiert. Fehlbaums Filme zeichnen sich durch ihre technische Präzision, künstlerische Tiefe und den Mut zur Auseinandersetzung mit gesellschaftlich relevanten Themen aus. Er gilt als einer der vielversprechendsten Regisseure seiner Generation.

 

Hinter der Kamera

"Hinter der Kamera" ist ein monatlicher erscheinender Podcast, der sich mit Filmschaffenden wie Kameraleuten und Editor:innen auseinandersetzt. Moderator Timo Landsiedel konzentriert sich in ausführlichen Gesprächen auf die Motivation und Inspiration hinter den Bildern, wobei jede Folge ein aktuelles Projekt des Gastes beleuchtet. Zu den Gästen zählen erfahrene Bildgestalter wie Roger Deakins, Nikolaus Summerer oder Monika Plura.

Timo Landsiedel

Timo Landsiedel ist Fachjournalist und Buchautor mit Schwerpunkt Film und Medien. Er war Chefredakteur der Fachzeitschrift "Film & TV Kamera" und produziert neben "Hinter der Kamera" weitere Podcasts.

 

Timeline-Shortcuts

00:16 - Anmoderation
03:42 - Gesprächsstart: Tim Fehlbaum - Entstehung & Idee von "September 5"
12:40 - Im Schneideraum: "Weekly Assemblies", Musik-Diskussion & Feedback-Schleifen
20:35 - Gesprächsstart: Hansjörg Weißbrich - Die größte Herausforderung
33:28 - Intuition, Technik & die "Line-by-Line"-Methode
43:27 - Die Tonalität finden
53:29 - Perspektivwechsel, "Austarieren" & Archivmaterial
66:40 - Berufsethos: Umgang mit schwierigen Themen, Editor's Block
70:07 - Kategorien
83:00 - Abmoderation

 

Weiterhören

  • Podcast-Crossover mit Hinter der Kamera: Timo Landsiedel und Rainer Nigrelli im Gespräch mit DoP Markus Förderer

Links

Teamediting - Zusammen! Schneiden!01 Dec 202401:06:37

Was haben die deutschen Serien "Dark", "Der Pass", "Barbaren", "Das Boot" oder "Wild Republic" gemeinsam? Sie alle wurden nicht nur mit sehr viel Geld produziert, und sind deshalb bekannt als "High-End-Serie", sondern wurden auch von ganzen Teams ins Leben gerufen. Was für den Film ohnehin gilt, ist für die Serie sogar noch wichtiger: Serie ist Teamarbeit! Der Writer's Room (bestehend aus zahlreichen Autor:innen) entwickelt die Story, Regie-Gruppen (mit dazugehörigen Kreativgespannen bestehend aus Bildgestaltung, Szenenbild, Maske etc.) erwecken das geschriebene Wort mit den Schauspieler:innen zum Leben – und ganze Montageteams sichten, schneiden und bearbeiten das Material.

Jede Produktion bedeutet für die Kreativen dann erneut, sich die eine Frage zu stellen: Wie arbeiten wir eigentlich diesmal zusammen? Editing-Teams können sich beispielsweise so strukturieren, dass die Editor:innen jeweils eine Folge von Anfang bis zum Ende montieren. Es gibt aber auch Teams, in denen Lead-/Head-Editor:innen die Fäden zusammen halten, und dabei das Ergebnis organisatorisch oder sogar kreativ zusammen führen. Oder es gibt Konstruktionen, wo Kollaboration ganz groß geschrieben wird: Hier montieren alle zusammen. An allen Episoden. Wahrgewordenes Team-Editing sozusagen.

Aber ginge es denn eigentlich ohne Teamarbeit? Ja, das wäre auch möglich, aber dann würde sich die Montagezeit wesentlich verlängern, und aus einem halben Jahr Schnittzeit könnten auf einmal eineinhalb Jahre werden. Auch würde man dabei auf kreative Vorteile verzichten. Gerade bei der Teamarbeit erarbeitet man die künstlerische Vision zusammen, zeigt sich Fassungen und kritisiert diese konstruktiv. Dazu ist von Vorteil, Teamtalente gezielt einzusetzen. Vielleicht kommuniziert eine Person im Team sehr gut und sollte deswegen organisatorische Aufgaben erfüllen. Oder den Regieschnitt betreuen und und und…

Es ist also viel möglich, wenn man im Team mit Editor:innen und Assistenzen schneidet. Und wie schön, erfüllend und vielseitig das ist, davon berichten Caro Biesenbach und Lucas Seeberger in der aktuellen Ausgabe von "Credit to the Edit Podcast".

 

Caro Biesenbach

Caro Biesenbach ist eine deutsche Film-Editorin, die seit 2002 in der Film- und Fernsehbranche tätig ist. Nach ihrer Ausbildung zur Mediengestalterin Bild/Ton und dem Studium von 2002 bis 2008 an der Filmakademie Baden-Württemberg war sie an zahlreichen Produktionen beteiligt, darunter die weltweit bekannten Netflix-Serien "Dark" (Staffel 3) und "Barbaren" (Staffel 2) sowie "Wild Republic" (MagentaTV) und "Die Drei !!!" (Disney+). Seit 2006 unterrichtet sie an der Filmakademie Baden-Württemberg, wo sie 2021 die Leitung des Studiengangs Schnitt/Montage übernahm. Zur Zeit arbeitet Caro an der Netflix-Serie "Bone Palace" – im Team versteht sich.

 

Lucas Seeberger

Lucas Seeberger ist ein seit 2012 tätiger freiberuflicher Filmeditor. Nach seiner Ausbildung zum Mediengestalter Bild/Ton studierte er Filmmontage an der ifs internationale filmschule in Köln. Lucas hat an renommierten Produktionen wie „Barbaren", „Der Pass", „Der Greif" und „Das Boot" mitgewirkt. Für seine Arbeit wurde er 2022 für den Deutschen Fernsehpreis nominiert in der Kategorie "Bester Schnitt Fiktion" für die Serie „Der Pass". Ebenso war er 2022 für den Schnitt der gefeierten Serie erneut nominiert für "Deutscher Kamerapreis". Seine letzte Teamarbeit war die Serie "Hagen", die in Kürze auf RTL+ Premiere feiern wird.

 

(Ein großer Dank geht an Maike Nissen/Vegasfilms, die uns dankenswerterweise ein Quiz zusammen gestellt, das natürlich in "Teams" gespielt wird.)

 

Timeline-Shortcuts

00:15 - Anmoderation
02:23 - Warum Teamediting?
04:35 - Teamdynamik
09:06 - Vertrauen und Vision
19:33 - Herausforderungen und Konflikte
34:06 - Rainer und Jan arbeiten gemeinsam an einer Serie
41:16 - Kategorien
49:03 - Quiz
58:39 - Für immer im Team schneiden?
62:47 - Abmoderation

 

Links

Schnittgedanken - Montage ist mehr als nur Schnitt!01 Nov 202401:09:33

In dieser Episode von "Credit to the Edit Podcast" sprechen wir mit Professor Hans Beller, dem renommierten Autor des Standardwerks "Handbuch der Filmmontage". Hans nimmt uns auf eine faszinierende Reise durch die Welt der Filmmontage und erläutert die geheimen Mechanismen, die den Film zum Leben erwecken:

Vom unsichtbaren Schnitt bis hin zum Coverage-System, das entscheidend dazu beiträgt, Szenen optimal aufzubauen. Wir diskutieren, warum manche Schnitte überzeugen, andere hingegen wirkungslos bleiben, und wie Editing das Publikum geschickt beeinflussen kann. Hans erklärt die feinen Unterschiede zwischen „Schneiden" und „Montage" und zeigt, wie beide Techniken die emotionale Wirkung und Tiefe eines Films bestimmen.

Anhand von Klassikern wie "Casablanca", "Das Schweigen der Lämmer", "Das Fenster zum Hof" und "Psycho" veranschaulicht er, wie Schnittentscheidungen die Atmosphäre eines Films formen und die Emotionen der Zuschauer gezielt lenken können.

Ein weiteres Highlight des Gesprächs ist der Einfluss der sowjetischen Montagetheoretiker wie Sergej Eisenstein und Lew Kuleschow sowie die Frage, wie sich die Digitalisierung auf das Handwerk des Schnitts auswirkt. Hans, als Professor und Filmemacher bekannt für seine fundierte Expertise und klare Sprache, lässt dabei keine Frage offen.


Zu Gast
Prof. Hans Beller, geboren am 25. Dezember 1947 in Stuttgart, ist ein renommierter deutscher Autor, Filmregisseur und Dozent. Nach seinem Studium an der Hochschule für Fernsehen und Film München und einem anschließenden Psychologiestudium, das er mit einer Diplomarbeit über Filmwahrnehmung abschloss, begann er seine Karriere im Bereich des Dokumentarfilms.

Seit über 50 Jahren produziert Beller Dokumentarfilme und hat in den letzten 40 Jahren an verschiedenen Hochschulen Filmwissenschaften unterrichtet. Er war Professor für Film- und Kulturgeschichte, Ästhetik und Semiotik an der Fachhochschule Rosenheim, sowie Professor für Film an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung Karlsruhe, an der Kunsthochschule für Medien Köln und an der Filmakademie Ludwigsburg.

Er hat zahlreiche Bücher und Aufsätze zur Filmwahrnehmung und Filmmontage veröffentlicht, darunter das „Handbuch der Filmmontage – Praxis und Prinzipien des Filmschnitts". Seine Arbeiten und Lehren haben maßgeblich zur Ausbildung und Entwicklung vieler Filmschaffender beigetragen.

Diese Folge ist ein Muss für Filmfans und alle, die die oft verborgene Kunst des Filmschnitts besser verstehen wollen.


Timeline-Shortcuts
00:00:16 - Anmoderation
00:01:36 - Gesprächsstart - Unsichtbarer Schnitt   
00:09:11 - Coverage System und Konventionen  
00:26:50 - Schnitt bewerten
00:35:30 - Hans spricht mit uns über unsere Filme
00:39:55 - Geschichte des Filmschnitts
00:52:25 - Kategorien
00:57:10 - Das digitale Zeitalter  
01:03:57 - Abmoderation

Links

Das Handbuch der Filmmontage


 

Sachgeschichten - Mit der Maus montieren30 Sep 202402:02:06

Diesmal begrüßt der "Credit to the Edit Podcast" einen ganz besonderen Gast: Armin Maiwald, einen der Schöpfer der beliebten Kindersendung "Die Sendung mit der Maus" (zusammen mit Gert Müntefering, Dieter Saldecki und Isolde Schmitt-Menzel). Aufgezeichnet in Armin Maiwalds Firma "FLASH Filmproduktion" in Köln erkundet die aktuelle Folge die Ursprünge der Sendung, Maiwalds Herangehensweise an die "Sachgeschichten" Ende der 60er bis heute und die Geheimnisse ihres anhaltenden Erfolgs.

Armin, der zunächst Theaterwissenschaft studierte, berichtet in der Folge, wie Stummfilme der 1920er Jahre als Vorbild für das Erzählen der "Sachgeschichten" dienten. Er hebt deren Betonung auf klare, präzise Fotografie als wichtigen Einfluss auf den visuellen Stil der Sendung hervor. Ein weiteres essentielles Konzept war die sogenannte „Mosaiktheorie": Genau wie ein Mosaik aus vielen einzelnen Teilen besteht, präsentiert "Die Sendung mit der Maus" lediglich Informationen eines einzelnen Mosaikteilchens, da ein einzelner Film nicht alles erklären kann.

Zudem betont Armin die Bedeutung, Kindern als Zuschauer auf Augenhöhe zu begegnen. Er argumentiert, dass selbst scheinbar alltägliche Themen durch die richtige Erzähldramaturgie spannend dargestellt werden können. Anstatt etwa nur die Abfolge der Herstellung von Käse zu inszenieren, stellt Armin der Sachgeschichte eine wichtige Frage voran: "Wie kommen die Löcher in den Käse?". Mit diesem erzählerischen Kniff ändert sich die Tonalität in der Erzählung, und das Interesse junger Zuschauer:innen ist geweckt.

Rückblickend auf die sich wandelnde Medienlandschaft erkennt Armin den Einfluss digitaler Technologien auf die Montage und die Sehgewohnheiten an. Er stellt zudem fest, dass Zuschauer:innen heutzutage an schnellere Schnitte und ein höheres Erzähltempo gewöhnt sind, wodurch die früheren Filme der Sendung im Vergleich langsamer wirken. Trotzdem bleibt er den Grundwerten der Sendung treu: Klarheit, Genauigkeit und Respekt vor dem Publikum, unabhängig vom Medium und Moden.

 

zu Gast

Armin Maiwald, geboren 1940, ist ein deutscher Produzent, Regisseur und Autor, der vor allem als Mitbegründer der Kindersendung "Die Sendung mit der Maus" bekannt ist. Bereits 1969 drehte er die erste Sachgeschichte für die "Lach- und Sachgeschichten für Fernsehanfänger". Sein Ansatz, Kindern auf Augenhöhe zu begegnen und scheinbar alltägliche Dinge spannend zu inszenieren, prägt die Sendung bis heute. Auch mit 84 Jahren bleibt er aktiv und gestaltet neue Sachgeschichten, die Generationen von Kindern inspirieren.

 

Timeline-Shortcuts

00:00:16 - Anmoderation
00:01:24 - Gesprächsstart
00:03:03 - Rundgang durch die Flash-Filmstudios
00:22:26 - Armins Herangehensweise
00:53:00 - Sachgeschichten-Beispiele
01:21:49 - Kategorien
01:50:19 - Sachgeschichte über Filmmontage
01:58:45 - Abmoderation

 

Links zu Sachgeschichten

Links allgemein

Filmton - Schnitt fühlen01 Sep 202400:56:55

Ton ist aus dem Kino nicht wegzudenken.

Man denke an die Filmpianisten, die den Stummfilm mit ihrer Musik emotional aufgeladen haben. Mit der Einführung des Tonfilms änderte sich dann die Kinowelt grundlegend: Die Dialoge der Schauspieler mussten nicht länger durch Texttafeln vermittelt werden, sondern waren direkt im Kino als Stimmen zu hören. Das Kino wurde zu einem Ort, an dem wir Filme mit allen Sinnen erleben können. Heutige Kinos ziehen uns regelrecht in die Handlung hinein, indem sie die emotionale Ebene des Films durch Sounddesign, Dialogton, Atmosphären und Musik aus allen Perspektiven erfahrbar machen.

 

Ton ist aus dem Schneideraum nicht wegzudenken.

Schon während ein Film am Schneidetisch entsteht, wird der Ton mitgedacht. Zunächst arbeitet man mit dem Originalton und fügt bereits in frühen Phasen erste einfache Sounddesigns hinzu. Später übernehmen Sounddesigner diesen Prozess und bringen ihn dramaturgisch voran, idealerweise in enger Abstimmung mit dem Schneideraum.

Doch was kann Ton eigentlich bewirken? Kann er alles? Wie entscheidet man, welche Klänge für einen Film geeignet sind? Und was haben eigentlich Vögel damit zu tun?

Darüber sprechen wir mit unseren preisgekrönten Sounddesign-Gästen Corinna Fleig und Prof. André Bendocchi-Alves.

 

Corinna Fleig

Corinna Fleig ist seit 2004 als Sounddesignerin und Filmeditorin in der Filmbranche tätig. Nach ihrem Studium an der Universität zu Köln unterrichtete sie den Schnitt von Spiel- und Dokumentarfilmen an der Filmakademie Baden-Württemberg. Gemeinsam mit Tobias Fleig gründete sie das Studio MPS Sonnenstudio GmbH, das in Berlin und Köln angesiedelt ist.

Im Laufe ihrer Karriere war sie an zahlreichen nationalen und internationalen Kinoproduktionen beteiligt. Zuletzt wurde sie zusammen mit ihren Kollegen Tobias Fleig und Michael Schlömer ausgezeichnet mit der Lola für die Beste Tongestaltung beim Genrefilm "The Dive".

 

André Bendocchi-Alves

André Bendocchi-Alves, geboren in São Paulo, Brasilien, ist ein Sounddesigner und Filmeditor, der in Köln und Lissabon lebt und arbeitet. Seine Karriere begann André in den späten 1980er Jahren als freiberuflicher Filmeditor und Sounddesigner in München. Seit 2001 lehrt er an der Internationalen Filmschule Köln (ifs), wo er den Kurs für Sounddesign initiierte und 2009 den Bachelor-Studiengang "Editing Bild & Ton" mitgestaltete.

Bendocchi-Alves hat an zahlreichen preisgekrönten Filmen mitgewirkt, darunter "Der Hauptmann" (2017), für den er den Deutschen Filmpreis und den Europäischen Filmpreis für bestes Sounddesign erhielt. 

 

Timeline-Shortcuts

00:15 - Anmoderation
02:15 - Gesprächsstart – Was kann Ton?
12:00 - Der Klang des Films
21:50 - Beginn der Tonarbeit
27:00 - Schnittbegleitung
34:55 - Ton mitdenken beim Schnitt
38:53 - Kategorien
53:39 - Abmoderation

 

Links

Drinnen - Schnitte ohne Schritte31 Jul 202400:38:51

Aus den Archiven von "Credit to the Edit" präsentieren wir nun endlich die inoffizielle Pilotfolge, die im Frühjahr 2020 aufgenommen wurde, aber nach wie vor erfrischend, interessant und unterhaltend geworden ist. Viel Spaß!

Mit den strengen Coronabeschränkungen wurde das Filmedrehen in Deutschland fast unmöglich. Die Produktionsfirmen Bildundtonfabrik (btf) und Eitelsonnenschein finden dennoch einen Weg, eine 15teilige Serie zu produzieren. "Drinnen – im Internet sind alle gleich" entsteht in einer Zeit, in der niemand unnötiger Weise das Haus verlassen darf. Also arbeiten alle im Homeoffice. 

Was dies für den Schnitt der Serie bedeutet, erklären der Leiter Postproduction & Design der btf Julian Schleef, sowie die Filmeditoren Florian Böttger und Rainer Nigrelli. Sie geben dabei Einblicke in die Postproduktion einer Serie, die so ganz anders produziert wurde als alles das, was wir bis dato kannten. "Drinnen" ist die erste echte "Corona"-Serie.

 

Timeline-Shortcuts

00:06 - Anmoderation
02:28 - Anmoderation 2
03:43 - Gesprächsstart/Vorstellung
06:00 - Making-Of
12:15 - Teamarbeit
17:30 - Zeitdruck
22:58 - Improvisation und Gestaltungsmöglichkeit
26:30 - Screencontents
32:20 - Homeoffice
36:41 - Abmoderation

Links

Der gute Schnitt – Es ist wieder soweit30 Jun 202402:12:30

Der "Credit to the Edit - Podcast", in dem über Filmschnitt gesprochen wird, konnte nur entstehen, weil es bereits Formate gab, die das Sprechen über Filmschnitt etabliert haben. Beispiele hierfür sind das Festival Filmplus (heute Edimotion) oder der Podcast "The Rough Cut".

Im deutschsprachigen Raum waren jedoch Dirk Grau und Theo Strittmatter die Pioniere auf diesem Gebiet. Sie riefen im Jahr 2012 den Podcast "Der gute Schnitt" ins Leben. Zu einer Zeit, als Podcasts noch eine Seltenheit waren, widmeten sie sich bereits dem Thema Filmschnitt.

Dieser Podcast brachte Dirk, den erfahrenen Filmeditor, mit Theo, seinem Assistenten, zusammen. Die Zuhörer:innen begaben sich mit den beiden auf eine Reise, bei der nicht nur Filmschnitt erläutert wurde, sondern auch Spaß und Wissen vermittelt wurden. Die Hörer:innen konnten quasi mitfiebern und erfahren, was es bedeutet, Filme zu schneiden. Besonders interessant war Theos Entwicklung: Begann er als Assistent, so wurde er im Verlauf des Podcasts selbst zum Filmeditor, als er anfing, eigene Filme zu schneiden.

In der aktuellen Folge sprechen wir mit diesen beiden Schnitt-Podcast-Pionieren, 12 Jahre nach der Erstveröffentlichung ihres Podcasts. Wir unterhalten uns über die vergangene Zeit, ihre Philosophie, ihre heutige Sichtweise und vor allem darüber, womit sie sich aktuell beschäftigen. Ob es immer noch der Filmschnitt ist?

 

Zu Gast

Dirk Grau

Dirk Grau, geboren 1963, ist ein renommierter deutscher Filmeditor mit über 150 Kino- und Fernsehfilmen seit 1987. Für "Rhythm Is It!" und "Knallhart" erhielt er den Deutschen Filmpreis für den besten Schnitt. Neben seiner Haupttätigkeit als Editor ist Grau auch Autor, Regisseur und Mitbegründer einer Produktionsfirma. Als aktives Mitglied der Deutschen Filmakademie und des Bundesverbands Filmschnitt Editor e.V. (BFS) engagiert er sich in der Branche und ist Mitherausgeber des Fachpodcasts "Der gute Schnitt".

 

Theo Strittmatter

Theo Strittmatter startete seine berufliche Laufbahn im Alter von 22 Jahren als Praktikant bei Dirk Grau. Unter Dirks Anleitung erlernte er das Handwerk des Filmeditors und unterstützte ihn als Assistent. Sein Debüt als Filmeditor feierte Theo mit dem Film "König Laurin". Es folgten diverse Fernsehfilme, aber auch Kinofilme wie wie "Steig. Nicht. Aus" von Christian Alvart.

Inzwischen hat Theo Strittmatter seine Karriere in eine neue Richtung gelenkt. Er arbeitet nicht mehr als Filmeditor, sondern widmet sich dem akademischen Bereich. Derzeit absolviert er einen Master of Science in klinischer Psychologie und Psychotherapie, den er voraussichtlich im September 2024 abschließen wird.

Wiederveröffentlichung "Der gute Schnitt"

Mittlerweile ist der Podcast "Der gute Schnitt" nicht mehr online verfügbar. Deswegen haben wir uns entschlossen, die alten Folgen in Absprache mit den beiden wieder herauszugeben. Ab jetzt werden alle alten Folgen wieder im 2-Wochen-Turnus neu herausgebracht. Viel Spaß mit den sehr launigen und schnittphilosophischen Gedankengängen von Dirk und Theo. Der gute Schnitt – es ist wieder soweit! Bitte abonnieren!

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Timeline-Shortcuts

00:02:03 - Gesprächsstart
00:04:22 - "Der gute Schnitt" vs. "Credit to the Edit - Podcast"
00:10:36 - Zeitliche Einordnung
00:14:43 - Theo kommt zu Dirk
00:18:48 - Warum war der Podcast interessant?
00:23:41 - Kommuikation mit Zuhörerschaft
00:27:26 - Fanfrage: Wart ihr in einem Raum?
00:30:55 - Wir reden über Fußball
00:33:50 - Schneiden wie im Tunnel
00:38:42 - Philosophieren über den GUTEN SCHNITT
00:59:55 - Dirk hat schonmal mit Jan gesprochen
01:10:00 - Wie schaut ihr auf das, was ihr früher gesagt habt?
01:18:49 - Was macht Theo heute?
01:33:10 - Kategorien
01:57:09 - Der gute Tipp
02:10:24 - Abmoderation

 

Links und Empfehlungen:

Dirk Grau

Theo Strittmatter

 

Bestgeschnittene Serie/Film

Theo

 

Dirk

Premiere - Der Code hinter dem Schnitt31 May 202400:48:49

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Ja genau, die Digitalisierung hat alles verändert. Wir tippen Texte schon lange nicht mehr auf der Schreibmaschine, sondern in eine Textverarbeitung auf dem Computer. Und Filmeditor:innen schneiden Filme nicht mehr an einem Schneidetisch, sondern in einer Videoschnittsoftware. Und vor kurzer Zeit ist etwas Neues passiert: Filmeditor:innen können jetzt, wenn sie wollen, Filme in einer Textverarbeitung schneiden.

Ok, ok, ok, eines nach dem anderen. Denn diesmal haben wir im wahrsten Sinne des Wortes eine Premiere bei "Credit to the Edit Podcast", denn wir sprechen mit Entwickler:innen von Adobe Premiere Pro, einer Schnittsoftware, die 1991 zum ersten Mal als "Adobe Premiere" erschien (und ab 2003 als "Adobe Premiere Pro"). Heute, ganze 33 Jahre später, erfreut sich das Tool weiterhin großer Beliebtheit.

Einer der Gründe hierfür ist das jüngst eingeführte "Text-Based Editing". Wie zuvor beschrieben erlaubt dieses neue Feature, Filme in einer Textverarbeitungs-ähnlichen Umgebung zu montieren. Beispielsweise kann man sich damit ein gefilmtes Interview automatisiert transkribieren lassen und Textpassagen dann über Befehle wie Copy/Paste etc. neu zusammen stellen. Und das Ergebnis wird parallel dazu in der Timeline mitgeschnitten. Man kann hierbei von einer Demokratisierung des Schnittprozesses sprechen, wie es die Gäste der diesmaligen Folge beschreiben, denn Schnitt wird dadurch zugänglicher. Schnitt kann hier also fern der vielleicht technisch einschüchternden Schnittsoftware-Timeline umgesetzt werden, sondern ganz intuitiv in einer textbasierten Umgebung.

Unsere beiden Gäste Dr. Nico Becherer und Kerstin Ebert haben maßgeblich zu diesem Feature beigetragen und erläutern uns nebenbei, wie herausfordernd es ist, überhaupt neue Features zu entwickeln.

Dr. Nico Becherer

Dr. Nico Becherer ist Principal Scientist und Engineering Manager für angewandte Forschung im Adobe Video & Audio Team. Den Großteil seiner Arbeitszeit verbringt er damit, mit seinem Team den aktuellen Stand der Forschung zu evaluieren sowie Algorithmen, Code und Features für Audition, Premiere Pro, After Effects und andere Adobe Produkte zu entwerfen.

Sein Hauptfokus liegt dabei auf der Vereinfachung und Beschleunigung von Arbeitsabläufen unter Einsatz moderner Technologien wie dem maschinellem Lernen oder künstlicher Intelligenz. Seit 2008 hat Nico an diversen großen und bekannten Media-Applikationen gearbeitet und dabei mehrere Patente im Bereich Audio- und Video-Processing zugesprochen bekommen.

Kerstin Ebert

Kerstin Ebert ist Sr. Software Quality Engineer und arbeitet seit Dezember 2020 bei Adobe. Sie ist Teil des Sensei Teams, das für die Entwicklung von Machine Learning und AI basierten Features für Premiere Pro verantwortlich ist. Kerstin ist studierte Medienwissenschaftlerin und arbeitete von 2010 bis 2017 als Video Team Lead bei Jimdo in Hamburg, wo sie für Kamera und Schnitt von Brandvideos und TV Werbung tätig war. Nach einem einjährigen Studium für Cinematography in New York arbeite sie einige Jahre als freiberufliche Kamerafrau und Video Editorin in den USA und Hamburg und legte ihren Fokus auf Musikvideos, Kurzfilme und User Stories.

Ein sehr unterhaltsames und launiges Gespräch über Emotionen in der Entwicklung. Und eins, das aufzeigt, wie viel Überlegung in der Entwicklung von Software eigentlich steckt.

 

Timeline-Shortcuts

00:16 - Anmoderation
02:22 - Gesprächsstart
06:50 - Vorstellung
10:24 - Fehlerbeschreibung
13:57 - Feature-Entwicklung
22:03 - Text-Based Editing
34:06 - weitere Features (Beat detection)
37:38 - Kategorien
46:33 - Abmoderation

Archiv-Film - Montage und Verantwortung01 May 202401:06:35

In dieser Folge von "Credit to the Edit" widmen wir uns dem beeindruckenden Dokumentarfilm "Drei Frauen - Ein Krieg" (Regie: Luzia Schmid) und der herausragenden Arbeit der Editorin Yana Höhnerbach. Der Film, der jüngst zweifach mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet wurde, porträtiert die Kriegsreporterinnen Martha Gellhorn, Lee Miller und Margret Bourke-White, die als erste Frauen direkt von der Front des Zweiten Weltkriegs berichteten.

Yana Höhnerbach stand dabei vor der Herausforderung, den Film ausschließlich mittels Texten und Fotografien aus der Arbeit der Journalistinnen, sowie historischem Archivmaterial zu montieren. Eine große Verantwortung bei einem derart sensiblen Thema, denn das Archivmaterial selbst speist sich aus unterschiedlichsten Perspektivinteressen und muss deshalb sorgfältig ausgewählt und geprüft sein.

Im Gespräch wird deutlich, dass sich Yana nicht nur eine kritische mit dem Archivmaterial auseinandergesetzt hat, sondern auch eine Filmemacherin ist, die es versteht, aus den Fragmenten der Vergangenheit eine narrative Struktur zu weben. Ihre Arbeit an "Drei Frauen - Ein Krieg" ist ein Zeugnis dafür, wie durch die bedachte Auswahl von Bildern und Texten ein neues, lebendiges und gleichzeitig kritisches Bild auf historisches Zeitgeschehen entstehen kann.

Zu Gast

Yana Höhnerbach ist eine preisgekrönte Filmeditorin. Nach ihrem Abschluss an der ifs (Internationale Filmschule Köln) im Jahr 2014 arbeitet sie als freiberufliche Editorin. Zu ihren bekannten Montagearbeiten zählen der Netflix-Dokumentarfilm "Shiny_Flakes: The Teenage Druglord" (R: Eva Müller), aber auch "Bruder Jakob" (Regie: Elí Roland Sachs) und "Searching Eva" (Regie: Pia Hellenthal), die jeweils 2018 und 2020 mit dem Bild-Kunst Schnitt Preis Dokumentarfilm ausgezeichnet wurden. Im Jahr 2024 erhielt Yana den Grimme-Preis für den Dokumentarfilm "Drei Frauen – Ein Krieg" in der Kategorie "Informationen und Kultur".

Im Gespräch wird deutlich, dass sich Yana nicht nur kritisch mit dem Archivmaterial auseinandergesetzt hat, sondern auch eine Filmemacherin ist, die es versteht, aus den Fragmenten der Vergangenheit eine narrative Struktur zu weben. Ihre Arbeit an "Drei Frauen – Ein Krieg" ist ein Zeugnis dafür, wie durch die bedachte Auswahl von Bildern und Texten ein neues, lebendiges und gleichzeitig komplexes Bild auf historisches Zeitgeschehen entstehen kann.

Aus der Jurybegründung des 60. Grimme-Preises 2024:

"Stehen zu Beginn vor allem Abenteuerlust und Begeisterung für den Krieg im Vordergrund („Es ist großartig, die Bomben einschlagen zu sehen", „Das wird ein schöner langer Krieg"), wandelt sich der Blick auf das Geschehen. Durch die Konfrontation mit Leid, Tod und Zerstörung verändern die Frauen die Haltung zu den Ereignissen, Yana Höhnerbach hebt dies durch ihre sorgfältige Montage noch hervor."

Kooperation zwischen "Indiefilmtalk Podcast" und "Credit to the Edit – Podcast"

Warum nicht mal Kräfte bündeln? Wir kooperieren mit dem Indiefilmtalk Podcast und haben Susanne Braun zu Gast, die Rainer Nigrelli als Co-Moderator von Jan Henrik Pusch mehr als würdig vertritt. Der Indiefilmtalk Podcast versteht sich als Plattform, die von Filmschaffenden für Filmschaffende ins Leben gerufen wurde. Yugen Yah (Regisseur und Drehbuchautor) und Susanne Braun (Theaterwissenschaftlerin und Moderatorin) führen dabei Gespräche mit verschiedenen Gästen aus der Filmbranche, z.B. zum Thema Filmproduktion, Drehbuchschreiben oder Filmfestivals. Reinhören lohnt sich!

Co-Moderation

Susanne Braun (Theaterwissenschaftlerin, M.A.) ist eine Podcasterin und Moderatorin mit Schwerpunkt auf Filmthemen und gesellschaftsrelevanten Bereichen. Seit fünf Jahren führt sie gemeinsam mit Yugen Yah durch den Indiefilmtalk-Podcast. Ihre Moderationstätigkeiten erstrecken sich über die Themengebiete Film, Gender, Bildung und neue Arbeitsformen. Hierbei fördert sie den Dialog zwischen unterschiedlichen Interessensgruppen.

Timeline-Shortcuts

00:16 - Anmoderation
03:30 - Gesprächsstart
20:46 - Textauswahl
35:46 - Propaganda und Zensur
47:50 - Kategorien
59:57 - Abmoderation

Links

Amrum – Berührend montiert08 Oct 202501:12:11

Willkommen zu einer neuen Episode des Credit to the Edit Podcasts! In dieser Sonderausgabe präsentieren wir erneut ein Crossover mit dem Podcast „Hinter der Kamera" und tauchen ein in die Welt des Filmschnitts, fokussiert auf den Film "Amrum" von Fatih Akinn ach einem Drehbuch von Hark Bohm, der am 9. Oktober in Deutschland in die Kinos kommt. Rainer Nigrelli und Timo Landsiedel begrüßen dazu Filmeditor Andrew Bird und parallel beleuchtet die Episode des Podcasts „Hinter der Kamera" die Bildgestaltung von "Amrum" mit dem DoP Karl Walter Lindenlaub.

Es gibt Geschichten, die schneiden sich selbst, und solche, die man Schicht für Schicht freilegen muss. "Amrum" gehört zur zweiten Sorte. In der neuen Folge des Credit to the Edit Podcasts tauchen wir gemeinsam mit Editor Andrew Bird tief in den kreativen Prozess hinter diesem Film ein: ein Werk über eine deutsche Kindheit während des Zweiten Weltkriegs und die Suche nach Zugehörigkeit.

Andrew, der seit fast dreißig Jahren mit Fatih Akin zusammenarbeitet, öffnet den Schneideraum und erzählt, wie sich aus einem 240-seitigen Drehbuch ein konzentrierter, emotional präziser Film entwickelte. Dabei wird deutlich: Schnitt ist hier kein nachträglicher Eingriff, sondern Teil des Erzählens selbst. Schon in der Drehbuchphase liest Andrew Fassungen, gibt Feedback, diskutiert Strukturen und hilft mit, das Tempo und die Perspektive des Films zu formen. „Manchmal entdeckt man erst im Schnitt, worum es wirklich geht", sagt Bird. Und spricht damit nicht nur über Amrum, sondern über die Essenz der Arbeit von Filmeditor:innen.

Zwischen Lesungen im Büro, täglichen Telefonaten während des Drehs und Testscreenings entstand eine intime Zusammenarbeit, die weit über technische Montage hinausgeht. Andrew beschreibt, wie er und Akin in stiller Verständigung Entscheidungen treffen, Szenen kürzen, Strukturen verschieben. Und wie das Vertrauen aus jahrzehntelanger Arbeit ihnen erlaubt, filmisches Neuland zu betreten.

Andrew Bird ist ein in London geborener Filmeditor, der überwiegend im deutschen bzw. europäischen Arthouse-Kino arbeitet. Er schnitt unter anderem Gegen die Wand, Auf der anderen Seite und Soul Kitchen und gewann 2008 den Deutschen Filmpreis („Lola") für Auf der anderen Seite. Zu seinen weiteren Arbeiten zählen Absolute Giganten, Gut gegen Nordwind, A Symphony of Noise sowie Mohammad Rasoulofs Oscar®-nominierter Film Die Saat des heiligen Feigenbaums (2024), der ihm erneut eine Lola-Nominierung einbrachte sowie eine Nominierung für den Besten Schnitt beim Montagefestival "Edimotion". Andrew lebt in Hamburg, Bird ist Mitglied der Deutschen und der Europäischen Filmakademie sowie der Academy of Motion Picture Arts and Sciences.

In dieser Folge geht es um Vertrauen, um das richtige Tempo und um die Kunst, einen Film durch Weglassen größer zu machen.

 

Timeline-Shortcuts

00:06  Anmoderation
01:22  Gesprächsstart / Wie Andrew zum Projekt Amrum kam
06:51  Drehbuchprozess und frühe Zusammenarbeit
16:40  Die besondere Arbeitsbeziehung zu Fatih Akin
25:20  Erste Schnittfassungen und was gestrichen wurde
36:00  Kinderperformance schneiden & Herausforderungen im Detail
46:10  Testscreenings und die Rolle der Frauenfiguren
60:55  Kategorien
69:00  Abmoderation

 

Weiterführender Link

  • Podcast-Crossover mit Hinter der Kamera: Timo Landsiedel und Rainer Nigrelli im Gespräch mit DoP Karl Walter Lindenlaub

Links

Zelluloid - Old School Editing01 Apr 202401:06:23

Ganz selbstverständlich sprechen wir heute vom "Film" und in diesem Podcast vom "Filmschnitt". Nur: Heute werden Filme nicht mehr auf Film aufgenommen, sondern digital aufgezeichnet. Sie werden auch digital geschnitten, und nicht mehr auf Film. Man kann sich also denken, dass es ein Paradigmenwechsel war, als Schnitt auf einmal auf einem Computer stattfand und nicht mehr am Schneidetisch.

Aber wie war es eigentlich, (einen) Film am Schneidetisch zu montieren? Ein Schnitt hat den Filmstreifen tatsächlich physisch verändert – keine Möglichkeit, per "Rückgängig"-Funktion, eine Entscheidung nachträglich und beliebig oft zu korrigieren. Denkprozesse mussten also viel mehr überprüft werden, bevor diese entschieden und ausgeführt wurden.

Nur ein kleiner Prozentsatz der aktuell berufstätigen Filmeditor:innen hat auf Film geschnitten, und daher wollen wir mit dieser Folge einen Teil der Denkweise und des Gefühls dieser Arbeit an die heutige Generation weiter kommunizieren. Dazu haben wir uns an die Internationale Filmschule in Köln begeben, wo Filmeditorin Barbara Hennings als Professorin tätig ist, und Montage-Studierenden die Arbeit am Steenbeck-Schneidetisch vermittelt.

Barbara Hennings begann ihre Karriere 1962 mit einer Ausbildung zur "Cutter-Hilfe" in Hamburg. Zunächst schnitt sie Nachrichten, Reportagen und Werbespots, bis sie schließlich den Sprung zum Spielfilm schaffte. Ihre erste große Arbeit für das Kino war der Film "Die weiße Rose", aus dem mit dem Regisseur Michael Verhoeven in den nächsten Jahren eine intensive Zusammenarbeit hervorging. Weitere Kollaborationen mit Regisseuren wie Max Färberböck ("Aimée und Jaguar") und Peter Timm ("Rennschwein Rudi Rüssel 2") und Josef Vilsmeier ("Marlene") folgten. Zudem war Hennings an der Arbeit des BFS, dem Bundesverband Filmschnitt Editor, maßgeblich beteiligt. 2009 wurde sie auf dem Montagefestival Filmplus (heute Edimotion) mit dem Ehrenpreis für ihr Lebenswerk ausgezeichnet. Heute ist sie als Honorarprofessorin an der ifs Internationale Filmschule Köln tätig.

Im Gespräch wird klar, dass Filmschnitt, wie es früher gedacht wurde, heute wichtiger denn je ist. Denn Schnitt findet nicht notwendigerweise ausschließlich in der Timeline (oder am Schneidetisch) statt, sondern vor allen Dingen im Kopf.

Ein Blick auf auditiver Ebene in die Welt des "Old School Editing"!

(Für das Möglichmachen dieses Gesprächs danken wir sehr herzlich der der ifs, sowie der Studientleiterin des Studiengangs "Editing Bild & Ton" Jenny Krüger.)

Timeline-Shortcuts

00:15 - Anmoderation
04:41 - Gesprächsstart – Vorstellung Barbara Hennings
14:32 - Abläufe vor dem Schnitt
17:43 - Arbeitsalltag und Arbeitszeit
16:19 - Der Schneidetisch
27:30 - Der Galgen
33:56 - Die Wumme
38:28 - Wir setzen einen Schnitt
44:01 - Gesprächsneustart
47:14 - Unterschied im Schnittprozess
55:30 - Tonmann oder Tonfrau?
63:19 - Abmoderation

Links

Schock - Genreschnitt15 Feb 202401:20:13

Schock - Genreschnitt

"Credit to the Edit" schreibt sich seit jeher auf die Fahne, ein Podcast zu sein, der jeden Monat ein neues Schnittgenre beleuchtet. Aber diesmal gehen wir einen Schritt weiter und nehmen den Genreschnitt unter die Lupe. Es geht um "Schock", einem Neo-Noir-Thriller, der am 15. Februar 2024 in die Kinos kommt.

Die Story: Bruno (Denis Moschitto) ist Arzt, der seine Zulassung verloren hat, aber er behandelt im Verborgenen Patienten, die aufgrund ihrer Lage außerstande sind, sich vom regulären Gesundheitssystem betreuen zu lassen. Nachdem Bruno von einer Anwältin (Anke Engelke) den Auftrag annimmt, einen Kriminellen (Sandro die Stefano), der an Leukämie erkrankt ist, zu heilen, gerät er in einen blutigen Konflikt zweier verfeindeter Banden. Er stellt sich dabei auch gegen Giuli (Fahri Yardim), den Mann seiner Schwester Laura (Aenne Schwarz), und verstrickt sich dabei mehr und mehr in die gefährlichen Machenschaften der Unterwelt.

Über den Film (und darüber, was es heißt, wenn Freunde zusammen einen Film machen) sprechen wir diesmal nicht nur aus der Perspektive des Schnittraums (vertreten durch Filmeditor David Wieching), sondern wir sind auch sehr froh, das Regie- und Autorenduo Denis Moschitto, der auch die Hauptrolle spielt, und Daniel Rakete Siegel zu Gast zu haben.

 

David Wieching (Montage)

David Wieching ist Filmeditor. Bereits während seiner Tätigkeit bei der bildundtonfabrik, wo er für die Erfolgssendung "Neo Magazin Royale" mit Jan Böhmermann als Filmeditor tätig war, wurde er 2017 für selbige beim Deutschen Kamerapreis für den besten Schnitt ausgezeichnet. Seitdem ist David Wieching als freier Filmeditor tätig. Für seine Arbeit bei der Serie "How to Sell Drugs Online (Fast)" gewann er 2021 beim Deutschen Fernsehpreis in der Kategorie Bester Schnitt (Fiktion). 

 

Denis Moschitto (Regie, Drehbuch, Schauspiel)

Denis Moschitto ist Schauspieler und Regisseur. Er wurde einer breiten Öffentlichkeit bekannt durch Filme wie "Chiko" (Nominierung für den Deutschen Filmpreis als Bester Hauptdarsteller), "Verschwende Deine Jugend", "Almanya" und "Kebab Connection". Bis heute ist er immer wieder in namhaften Produktionen zu sehen, wie beispielsweise "Rheingold" oder "Aus dem Nichts" (beide von Fatih Akin). "Schock" ist sein Regiedebüt, das Buch hat er zusammen mit Daniel Rakete Siegel verfasst.

 

Daniel Rakete Siegel (Regie, Drehbuch, Post)

Daniel Rakete Siegel ist Regisseur. Nach seinem Studium an der Internationalen Filmschule Köln und der Kunsthochschule für Medien wurde seine erste Serie "Im Knast" (bei der er auch Denis Moschitto kennen lernte) für den Grimmepreis nominiert. Nach diversen für den Grimmepreis ausgezeichneten Arbeiten für die Produktionsfirmen bildundtonfabrik und UFE war das erste gemeinsame Projekt mit Denis Moschitto der Kinofilm "Schock".

 

"Schock", ein beeindruckender, mutiger Genrefilm, fernab von Klischees, stilsicher inszeniert und atmosphärisch stark (Bildgestaltung: Paul Pieck, Musik: Hainbach), ist ab dem 15. Februar 2024 im Kino zu sehen. Anschauen lohnt sich. Und danach gerne den Podcast anhören: Ein interessantes und ehrliches Gespräch über Genreschnitt und darüber, wie man sich den perfekten Raum für's Filmemachen schafft.

 

Timeline-Shortcuts

00:12 - Anmoderation
03:27 - Gesprächsstart
14:46 - Storyfindung
23:49 - Kollaboration
30:03 - Schnitt und Raum
39:19 - Schauspieler schneidet und Schauspiel schneiden
56:17 - Kategorien
67:17 - Abmoderation

Links/Empfehlungen

TV-Doku - Schnitt der Objektivität01 Feb 202401:02:23

In dieser Folge widmen wir uns dem Dokumentarfilm im Fernsehen, einem spannenden und herausfordernden Feld für die Montage. Wie kann man die Realität dokumentieren, ohne sie zu verfälschen oder zu vereinfachen? Wie kann man die Zuschauer:innen fesseln, ohne sie zu manipulieren oder zu langweilen? Wie kann man sich kreativ ausdrücken, ohne die Vorgaben des Formats oder des Budgets zu verletzen?

Um diese Fragen zu beantworten, haben wir zwei erfahrene Editor:innen eingeladen, die uns einen Einblick in ihre Arbeit geben: Imke Koseck und Dirk Hergenhahn. Sie erzählen uns, wie sie mit den spezifischen Anforderungen des Fernsehens umgehen, wie sie die Balance zwischen Objektivität und Subjektivität finden, und wie sie ihre eigene Handschrift in den Dokumentarfilmen hinterlassen.

Wir sprechen auch über die Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen dem Kinodokumentarfilm und dem Fernsehdokumentarfilm, und wie sich die Montage in beiden Bereichen entwickelt hat. Wir diskutieren, welche Rolle die Stille, die Pausen, die Musik und die Kommentare in den Dokumentarfilmen spielen, und wie sie die Wirkung und die Aussage der Filme beeinflussen.

 

zu Gast

Imke Koseck ist eine Filmeditorin, die in Hamburg und Berlin arbeitet. Sie hat Angewandte Kulturwissenschaften mit Schwerpunkt Film studiert und ist seit 2002 selbstständig für Dokumentar- und Spielfilme tätig. Sie ist auch als Dozentin für Dramaturgie und Montage aktiv. Zu ihren bemerkenswerten Arbeiten gehören "Die Kunst, frei zu sein – Kreative im Exil", "Mein Italien unter Meloni", "Sex und Macht – Die Stimme der Betroffenen" und "Italien für Aussteiger – Der Traum von Freiheit".

Dirk Hergenhahn ist ein Filmeditor, der in Köln ansässig ist. Er hat Medienkunst studiert und ein Volontariat in Postproduktion/Schnitt absolviert. Er arbeitet seit 2007 freiberuflich für große Dokumentationen für ARD/WDR/arte/ZDF/3sat, aber auch für kürzere Formate im Corporate Bereich. Er wurde mehrmals ausgezeichnet, unter anderem mit einer Nominierung für den Adolf-Grimme-Preis. Zu seinen bemerkenswerten Arbeiten gehören "Alaaf - 200 Jahre Kölner Karneval", "Die Macht der Superreichen: Wie Millionäre Einfluss nehmen", "GANZ NORMALE MÄNNER - DER VERGESSENE HOLOCAUST" und "Deutschlands große Clans – Die Joop-Story".

Herzlich willkommen in der Welt des Dokumentarfilms im Fernsehen, wo Kunst, Journalismus, Handwerk und Realität aufeinandertreffen!


Timeline-Shortcuts
00:00:00:15 - Anmoderation
00:01:35:02 - Gesprächsstart / Welche Formen der TV-Doku gibt es?
00:06:09:02 - Formatierung der TV-Doku
00:17:43:02 - Arbeitsalltag und Arbeitszeit
00:24:22:00 - Umgang mit Druck
00:38:24:15 - Eigene Sprache
00:42:10:15  - Kategorien
00:55:49:08 - Warum ist es toll, TV-Dokus zu montieren. 
00: 59:52:00 - Abmoderation

 

Links

Imke Koseck

Dirk Hergenhahn

Kinderfilm - Spielerisches Schneiden01 Jan 202401:17:39

Der Kinderfilm, ein Genre, das in cinephilen Kreisen leider oft belächelt wird, verdient mehr Aufmerksamkeit: Deutsche Produktionen wie "Die Wilden Hühner" oder "Fünf Freunde" mögen vielleicht nicht die prestigeträchtigen Auszeichnungen einheimsen wie manch tiefsinniges Drama, aber sie prägen die filmische Landschaft für kommende Generationen. Oft als "leichtere Kost" abgestempelt, müssen wir uns die Frage stellen, ob diese Annahme nicht zu kurz greift. Der Kinderfilm bietet nämlich nicht nur Unterhaltung, sondern brilliert filmisch, nicht anders als seine "erwachsenen" Pendants.

Doch warum wird er in Cineastenkreisen oft nicht ernst genommen? Vielleicht, weil er scheinbar einfache Geschichten erzählt? Dabei wird die Kunst, komplexe Themen kindgerecht zu verpacken, oft unterschätzt. Eine besondere Herausforderung liegt zudem im Schnitt von Kinderfilmen. Kinder reagieren oft spontan und unvorhersehbar, improvisieren und sitzen selten still. Diese Dynamik erforderlich ein hohes Maß an Feingefühl beim Filmschnitt. Noch komplizierter wird es mit tierischen Darstellern, die sich nicht an Drehbücher halten. Für diese Folge konnten wir zwei absolute Expertinnen auf diesem Gebiet gewinnen: Nicole Kortlüke und Dirk Grau. Beide blicken auf erfolgreiche Karrieren mit preisgekrönten Filmen zurück, haben aber auch umfangreiche Erfahrungen speziell mit Kinderfilmen gesammelt.

zu Gast

Nicole Kortlüke 

Nicole Kortlüke (1976 geboren), arbeitete als Schnitt-Assistentin für Produktionen wie "Speer und Er", "Emmas Glück" und Filmen der Tatort-Reihe, bevor sie sich an der Internationalen Filmschule Köln zur Filmeditorin weiterbildete. Seit 2006 schneidet Kortlüke Kino- und Fernsehfilme sowie Serien. Einige ihrer bekanntesten Kinderfilme sind "Ein Tick anders",  "Wendy 2, "Lassie - Eine abenteuerliche Reise" und "Zu weit weg".

Dirk Grau

Dirk Grau, 1963 geboren. Seit 1987 ist er als Editor tätig und arbeitet häufig für den Regisseur Detlev Buck (darunter die "Bibi & Tina"-Filmreihe oder "Hände weg von Mississippi"). Für die Filme "Knallhart" und "Rhythm Is It!" wurde er jeweils mit dem Deutschen Filmpreis in der Kategorie "Bester Schnitt" ausgezeichnet. Dirk Grau ist Mitglied der Deutschen Filmakademie und im Bundesverband Filmschnitt Editor e.V. (BFS) und zusammen mit Theo Strittmatter einer der Herausgeber des Podcasts "Der gute Schnitt".

 

Nicole und Dirk werden uns heute Einblicke in ihre Welt gewähren, von den Herausforderungen des Kinderfilmschnitts bis zu den lustigen Anekdoten hinter den Kulissen. Wie schneidet man Kinder, die nicht textsicher sind? Wie überzeugt man ein Pferd, traurig zu schauen? Fragen, auf die wir heute Antworten bekommen.

 

Timeline-Shortcuts

00:00:00 - Begrüßung und Vorstellung
00:02:44 - Einführung der Gäste
00:12:56 - Test-Screenings mit Kindern
00:18:54 - Herausforderungen beim Drehen mit Kindern und Tieren
00:21:16 -  Erfahrungen
00:26:21 - Zusammenarbeit mit dem Sound-Design
00:44:56 - Kinder-Fragerunde
00:57:40 - Anekdoten aus Kinderproduktionen
01:15:25 - Abmoderation

Links

Sonderfolge: Zukunft des Schnitts15 Dec 202300:34:08

Schnitt der Zukunft

Der Vorhang für die Zukunft des Filmschnitts wird aufgezogen, und die Bühne gehört der Künstlichen Intelligenz, Virtual Reality und Automatisierung. Ein episches Kapitel hat begonnen, und in dieser exklusiven Sonderfolge von "Credit to the Edit" tauchen wir gemeinsam mit prominenten Gästen aus vergangenen Folgen in die faszinierende Welt der Montageprognosen ein.

Die zentrale Frage, die uns alle bewegt: Wird der Beruf des Editors in den kommenden Jahren überhaupt noch existieren? Oder werden algorithmenbasierte Prozesse schon bald die Regie am Schneidetisch vollständig übernehmen?

Gemeinsam mit renommierten Filmeditoren wie Oliver Grothoff, Jonas Ressel, David Gesslbauer, Sarah Brückner, Mirco Tribanek, Michael Gallo Schmidt, Ingo Schulten, Ole Heller, Carolin Hagen, Ilka Risse, Ursula Olla Höf, Merit Giesen, Martin Habig, Ela Heller, Viola Isenbürger, Jelena Gavrilovic, Benno Aselmeyer und Gesa Jäger vertiefen wir uns in Diskussionen über die Chancen, Risiken und Visionen, die sich in der Mensch-Maschine-Kollaboration beim Storytelling auftun. Dabei lassen wir uns nicht nur von technischen Aspekten leiten, sondern werfen auch einen philosophischen Blick auf Fragen nach Emotionalität und Kreativität.

Diese Podcastfolge gewährt einen faszinierenden Ausblick auf die vielschichtigen Zukunftsszenarien des Filmschnitts – sei es nun in einem euphorischen oder skeptischen Licht, sei es in utopischen Träumereien oder realistischen Erwägungen. Ein Muss für Cineasten, die den Mut haben, einen Blick in die Glaskugel zu werfen.

Timeline-Shortcuts

00:00:00 - Begrüßung
00:00:15 - Themenvorstellung
00:01:07 - Rückblick frühere Folgen
00:02:10 - Aktueller Stand
00:03:32 - Zukunftsprognosen
00:05:50 - Automatisierung
00:10:53 - Neue Interfaces
00:15:47 - KI und Kreativität
00:21:13 - Auswirkungen auf Arbeitswelt
00:25:41 - Braucht es noch Autor:innen?
00:27:33 - Fazit
00:30:04 - Beeindruckendste Prognose
00:31:12 - KI-Antwort
00:33:13 - Verabschiedung

KI - Intelligentes Montieren04 Dec 202300:46:56

Die Faszination für Künstliche Intelligenz (KI) hat uns ergriffen, seit Technologien wie ChatGPT den Mainstream erreicht haben. Diskussionen in Tageszeitungen, Fernsehsendungen und Expertenmeinungen prägen das Bild. "Credit to the Edit" wirft nun endlich einen Blick auf die (im wahrsten Sinne des Wortes) Schnittstelle zwischen Künstlicher Intelligenz und Montage.

Die Diskussion um KI dreht sich um große Fragen: Was kann KI? Was darf KI? Und: Werden wir nun alle arbeitslos? Das können wir verständlicherweise nicht beantworten, aber was wir können, ist, die kleinen Fragen zum Thema Filmschnitt zu beantworten. Wie kann KI jetzt schon der Montage helfen? Und wie wird sie den Schnittprozess verändern? Bei der Beantwortung dieser Fragen unterstützt uns diesmal Professorin Dr. Sylvia Rothe.

zu Gast

Als Mathematikerin, Informatikerin und Filmemacherin verbindet Prof. Dr. Sylvia Rothe ihre Fachkenntnisse auf besondere Weise. Nach einem Mathematikstudium an der Humboldt-Universität Berlin und verschiedenen beruflichen Stationen in der Software-Entwicklung für Unternehmen wie Siemens und Fujitsu-Siemens hat sie sich Filmprojekten gewidmet.

Seit 2022 ist sie Professorin für Künstliche Intelligenz an der Hochschule für Fernsehen und Film München. In dieser Rolle liegt ihr Fokus auf der Anwendung von KI in der Filmproduktion, insbesondere auf multimodalen Ansätze im Machine Learning und der Unterstützung barrierefreier Medien durch KI. Neben ihrer Lehrtätigkeit hat sie auch Filmprojekte realisiert, darunter den Dokumentarfilm "Via Alpina", der eine Alpenüberquerung mit verhaltensauffälligen Kindern und ihrem Lehrer porträtiert.

Prof. Dr. Sylvia Rothe fungiert als Brückenbauerin zwischen der aufstrebenden Welt der KI und der kreativen Sphäre des Filmemachens. Reinhören lohnt sich!

Timeline-Shortcuts

00:00 - Einführung und Vorstellung
02:11 - Gesprächsstart
03:05 - Grundlagen zur KI
07:59 - KI-Anwendungen beim Filmschnitt
13:46 - Fortgeschrittene KI-Methoden
21:37 - Ethische und rechtliche Aspekte der KI-Nutzung
31:53 - Ausblick und Abschluss
36:23 - Kategorien
44:34 - Abmoderation

Weiterführende Links

(Links zum Ausprobieren von KI-Tools auf der Webseite.)

Naturfilm - Alles für die Cuts01 Oct 202300:43:22

Wir alle kennen sie, die atemberaubenden Naturdokumentationen im Fernsehen. Majestätische Adler, die durch die Lüfte gleiten. Tapfere Eisbären auf der Jagd. Winzige Ameisen, die in perfekter Formation marschieren. Doch wie entstehen diese faszinierenden Bilder eigentlich? Mit versteckten Mikrofonen, die jedes Knacken und Rascheln aufzeichnen? Kleinen Kameras, die man den Tieren umhängt?

Natürlich nicht! Hinter diesen Filmen steckt harte Arbeit und viel Können. Besonders wichtig ist, wie man sich denken kann, dabei die Montage. Stundenlanges Rohmaterial muss gesichtet und zu einem stimmigen Ganzen zusammengefügt werden. Und das ist oft keine leichte Aufgabe, wie wir heute von einem absoluten Profi des Fachs erfahren werden.

Unser Gast ist Mirco Tribanek. Geboren 1975 in Berlin, studierte er zunächst Sportwissenschaft. Seit 2015 ist er als freiberuflicher Editor in Leipzig tätig. Mirco hat schon an vielen erfolgreichen Naturdokus mitgewirkt. Für seine Arbeit wurde er schon mehrfach ausgezeichnet.

Mit Mirco sprechen wir über die Besonderheiten des Schnitts von Naturfilmen. Wie bringt man Ordnung in das ganze Material? Wie baut man Spannung auf? Und ist es okay, ab und zu etwas zu schummeln? Viel Spaß beim Reinhören!

Timeline-Shortcuts

00:00:12 - Begrüßung
00:02:56 - Materialmenge
00:04:02 - Vorgehen beim Sichten
00:14:45 - Arbeit ohne Ton
00:17:10 - Dauer der Projekte
00:23:07 - Inszenierung
00:31:32 - Kleine Community
00:36:29 - Kategorien
00:39:18 - Spaß an der Arbeit
00:42:17 - Abmoderation

Filme, über die wir gesprochen haben

  • Die Eiche
  • Kaktus Hotel
  • Planet Erde - Die Arktis, Folge 2 (BBC)
  • Lustige Welt der Tiere (Warner Brothers)

Links

Teleshopping - Antizipierende Montage31 Aug 202300:39:31

Teleshopping

Antizipierende Montage

Teleshopping - schon der Begriff lässt viele zurückzucken. Doch die Geschichte des "Ferneinkaufens" reicht weit zurück. Bereits in den 1950er Jahren wurden in den USA die ersten Sendungen ausgestrahlt, die Produkte anpriesen und verkauften. Der große Durchbruch kam jedoch in den 1980ern mit dem Kabelfernsehen.  Teleshopping avancierte zum veritablen Geschäftsmodell. Namen wie QVC oder HSE24 sind heute etabliert. Von Küchenhelfern bis Kosmetik, von Schmuck bis Staubsauger - kaum ein Produkt, das nicht schon über den Teleshopping-Bildschirm geflimmert ist.

Doch damit diese Produkte erfolgreich verkauft werden, muss eine Teleshoppingsendung vor allen Dingen Käufer:innen erreichen. Hinter den Kulissen arbeitet daran ein großes Team von Kameraleuten, Regisseur:innen, Editor:innen und Producer:innen. Zusammen mit den Moderator:innen werden die Teleshopping-Produkte attraktiv in Szene gesetzt. Ein wichtiger und herausfordernder Aspekt dabei ist der Live-Schnitt: Hier entscheiden Editor:innen, welche Kameraeinstellungen gezeigt werden, um die Zuschauer zu fesseln. Gutes Timing entscheidet hier letzten Endes also darüber, ob ein Produkt gut verkauft wird oder nicht.

Mit Sarah Brückner sprechen wir in der diesmaligen Podcast-Folge über den Alltag des Teleshopping-Live-Schnitts. Sie erklärt uns, worauf es ankommt, eine Sendung spannend und unterhaltend zu machen. Sarah hat ihre Ausbildung beim Reisesender TVTravel Shop gemacht und war dort von 2006 bis 2009 im Einsatz. Danach sammelte sie weitere Erfahrungen bei Channel21, unter anderem als On-Air Grafik-Operator. Seit 2016 ist sie fest bei Channel21 für die Bildmischung verantwortlich.

Wer wissen will, was hinter den Kulissen von Teleshopping-Sendungen abläuft und welche Kniffe eingesetzt werden, um die Zuschauer zum Kaufen zu bewegen, sollte sich diese Episode nicht entgehen lassen!

Timeline-Shortcuts

00:00:15 Anmoderation 
00:02:00 Gesprächsstart / Ablauf
00:09:10 Inszenierung durch Schnitt  
00:16:51 Stress im Job
00:26:57 Kategorien
00:36:44 Abmoderation

Weiterführende Links:

Homeshoppers' Paradise Insta

Hörspiel - Auditive Realität31 Jul 202301:17:09

Benjamin Blümchen, Bibi und Tina, TKKG - die Hörspielhelden unserer Kindheit sind uns allen vertraut. Doch Hörspiele sind nicht nur etwas für Kinder, sondern erfreuen sich auch bei Erwachsenen großer Beliebtheit. Die Mediatheken der öffentlich-rechtlichen Sender zeigen: Hörspiele sind quicklebendig! Gerade im Zuge der Aufwertung von Audioproduktionen wie Podcasts reiten die Hörspiele weiter auf der Erfolgswelle.

Sie werden in der Regel aufwändig mit Schauspielern inszeniert und dabei auch akribisch montiert. In der heutigen Folge unseres Podcasts über Filmschnitt beschäftigen wir uns daher mit den besonderen Anforderungen an Hörspiel-Editor:innen. Denn diese werden im Hörspielbereich traditionell als Techniker bezeichnet und sind bereits während der Aufnahme dabei und begleiten den Entstehungsprozess bis zur Finalisierung.

Wir haben uns dazu zwei ausgewiesene Expert:innen eingeladen:

Unsere erste Gästin ist Hanna Steger. Nach ihrem Studium der Medienproduktion arbeitete sie über 10 Jahre lang als festangestellte Audio-Editorin für renommierte Rundfunkanstalten. Dabei schnitt sie unzählige Hörspiele, Features und Musikproduktionen. 2020 machte sie sich als Autorin und Regisseurin selbständig. Neben ihrer eigenen Produktionsfirma unterrichtet Hanna Steger auch an der Hochschule Darmstadt im Bereich Audioproduktion. Als ehemalige Editorin kennt sie den Entstehungsprozess eines Hörspiels aus dem Effeff.

Unser zweiter Gast ist Matthias Kapohl. Er arbeitet seit über 15 Jahren als Regisseur für Hörspiele und Radiofeatures. Nach seinem Studium der Germanistik, Soziologie, Kunstgeschichte und Theaterwissenschaft war er zunächst als Programmleiter der Internationalen Filmmusik Biennale Bonn tätig. Als Mitgründer von SoundTrack_Cologne, dem Kölner Kongress für Ton und Musik, prägte er die Audiobranche maßgeblich mit. Heute ist Matthias Kapohl ein erfahrener Regisseur, der Hörspiele und Radiodokus für diverse Auftraggeber realisiert.

In unserem Gespräch wird deutlich: Die Hörspiel-Techniker sind gestaltend dabei und sollten daher eher, finden wir, Editor:innen genannt werden. Liebe Hörspielcommunity, seid ihr also dabei, den Titel "Techniker:innen durch "Editor:innen" zu ersetzen?

Timeline-Shortcuts

00:00:00 Anmoderation
00:04:20 Gesprächsstart / Wird ein Hörspiel geschnitten?
00:08:37 Ablauf
00:19:23 Editor:innen bei der Aufnahme?
00:23:04 Der Schnittprozess
00:29:44 Die Unendliche Freiheit des Tons
00:45:53 Musik
00:51:26 Kategorien
01:15:48 Abmoderation

Weiterführende Links

Sonderfolge: Bauchgefühl02 Jul 202300:57:08

"Der Schnitt sitzt – weiß ich einfach!"

Woher wissen Filmeditor:innen eigentlich, wann sie genau schneiden müssen? Montage ist ein entscheidender Aspekt, der das Tempo, die Spannung und die Emotionen, aber auch die Dramaturgie einer Szene/eines Films/eines YouTube-Clips beeinflusst Erfahrene Editor:innen haben ein intuitives Gespür dafür, wann der perfekte Moment gekommen ist, die Einstellung zu wechseln/den Take auszuwählen/den Outpunkt zu setzen. Es scheint, als würden sie dafür ihr Bauchgefühl nutzen, um diese Entscheidung zu treffen.

Tatsächlich ist dieses Phänomen keine reine Magie, sondern hat eine wissenschaftliche Grundlage. Unser Gehirn ist ein äußerst leistungsfähiger Informationsverarbeiter, der nicht nur auf rationale Überlegungen angewiesen ist, sondern auch auf unbewusste Prozesse zurückgreift. Dieser Mechanismus ermöglicht es uns, intuitiv die richtigen Entscheidungen zu treffen, ohne bewusst darüber nachdenken zu müssen.

Und genau darum geht es in der diesmaligen Sonderfolge zum Thema "Bauchgefühl". Ilka Risse, mit der wir uns bereits über den Musikvideo-Schnitt unterhalten haben, hat hierfür diese Sonderfolge redaktionell begleitet. Dafür hat sie mit diversen Kolleg:innen aus dem Filmbereich, aber auch mit Vertretern anderer Disziplinen wie Psychosomatik und Musikdidaktik gesprochen. Zusammen mit Ilka besprechen wir, ob man "Bauchgefühl" erlernen kann.

Timeline-Shortcuts

00:00:15 Anmoderation
00:03:46 Gesprächsstart / Was ist Bauchgefühl?
00:14:32 Rhythmus
00:27:32 Emphatie
00:44:34 Erfahrung
00:55:00 Abmoderation

Danke an alle Mitwirkenden O-Ton-Expert:innen

Regisseure

Editor:Innen

und

Weiterführender Link

Der Schuh und das Kanu des Manitu – Slapstick, Story, Schnitt!31 Aug 202501:07:54

Wer über „Der Schuh des Manitu" spricht, sagt meist auch Michael „Bully" Herbig, Rick Kavanian und Christian Tramitz. Man denkt an über 11 Millionen Kinozuschauer, einen der größten deutschen Kinoerfolge. Aber kaum jemand nennt Alexander Dittner, den Editor, der „Schuh" geschnitten hat (und überhaupt alle Projekte von Bully begleitet). Diese Folge ändert das.

Aus Anlass des Kinostarts der Fortsetzung „Das Kanu des Manitu" geht es im Credit to the Edit Podcast um Alexanders Arbeit am Klassiker, wie auch um das neue Kapitel. Vor allem um den schmalen Grat, Humor präzise zu schneiden und dennoch Raum für den Flow der Story zu lassen. Und darum, wie man eine erfolgreiche Marke für heutige Sehgewohnheiten aktualisiert, ohne die eigene filmische DNA zu verlieren.

Alexander Dittner erzählt, wie aus einem episch gedachten Einstieg beim „Schuh" eine dynamische Flashback-Eröffnung wurde, warum Produzent Bernd Eichinger zusätzliche Action forderte, und wie man Continuity-Unmöglichkeiten mit Karten auf dem Tisch und handwerklicher Eleganz überlistet. Es geht um Mikro-Timing in Gags, Makro-Bögen in der Dramaturgie und die Frage, wann Slapstick trägt, und wann er ohne Emotion zur reinen Benny-Hill-Nummer verpufft.

 

Zu Gast:

Alexander  Dittner, Jahrgang 1967, ist ein deutscher Filmeditor, der seit den späten 1990ern arbeitet und mit Michael „Bully" Herbig nahezu alle großen Kinoarbeiten realisierte. Von „Erkan & Stefan" über „Der Schuh des Manitu" bis „Ballon" und „Tausend Zeilen". Für „Elser – Er hätte die Welt verändert" war er für den Deutschen Filmpreis nominiert.

 

Ein Plädoyer für den „Safe Space" im Schneideraum, in dem jede Idee erlaubt ist, solange sie dem Film dient. Und für alle, die wissen wollen, wie Nostalgie und Neuerfindung im Schnitt zusammenfinden: jetzt einfach Play drücken.

 

Timeline-Shortcuts

00:00  Anmoderation
03:10  Gesprächsstart
05:03  Vita
12:16  Bullyparade: „Learning by doing"
16:17  „Der Schuh des Manitu"
19:34  Nachdrehs mit Bernd Eichinger: Lorenfahrt & Zug-Crash – Slapstick als Kino-Motor
25:31  „Das Kanu des Manitu"
43:13  Kategorien
61:43  Safe Space Schneideraum
66:15  Abmoderation

 

Links

Fußball - Sportlich geschnitten02 Jun 202300:41:16

"Hallo, hallo, hallo, liebe Fußballfans! Heute geben wir Ihnen einen exklusiven Blick hinter die Kulissen des Filmschnitts einer Fußballspielzusammenfassung! Hier wird mit Präzision und Leidenschaft gearbeitet, um die Highlights des Spiels in eine mitreißende Montage zu verwandeln. Holen Sie sich etwas zu trinken, liebe Zuschauer:innen, denn dieser Filmschnitt begeistert!"

So oder so ähnlich könnte ein Kommentar lauten, wenn er den Schnitt einer Fußballspielzusammenfassung begleiten würde. Und nein, wir haben für diese Folge keine Kommentator:innen gesprochen, sondern eine Expertin für den Schnitt dieser Fußballzusammenfassungen.

Carolin Hagen ist eine erfahrene Filmeditorin mit über zehn Jahren Erfahrung, hauptsächlich im Fußball- und Sportbereich. Sie hat Spielberichte, Highlight-Schnitte, TV-Beiträge und Mazen für renommierte Sender wie Eurosport, Amazon Prime, Sport1 und DAZN erstellt.

Ihre vielseitiges Karriere spricht für ihre Expertise: Carolin hat im Rahmen von Sportevents für Eurosport gearbeitet, darunter Tennis Grand Slams und Olympia. Sie war auch in der Postproduktion von News-Beiträgen für das ZDF tätig, sowohl im Studio als auch im Ü-Wagen. Ihre Fähigkeiten kamen auch bei Sendungen wie "Galileo", "Abenteuer Leben" und "Welt der Wunder" zum Einsatz.

Aber weil es so schön ist:

"Und jetzt, meine Damen und Herren, setzen wir unsere Reise in die Welt des Filmschnitts fort. Denn heute haben wir eine wahre Meisterin des Schnitts am Werk. Carolin Hagen hat das Zepter übernommen und setzt ihre Magie ein, um die Aufnahmen zu einem mitreißenden Highlight-Feuerwerk zu verwandeln. Von Zeitlupe zu Zeitraffer, von Nahaufnahme zu Totalen - Carolin jongliert mit den Aufnahmen wie keine andere. Ihr Gespür für den perfekten Schnitt und ihre Kreativität machen sie zur Königin der Montage. Das ist Fußballfilmschnitt in Höchstform, meine Damen und Herren! Lassen Sie sich von Carolins Fähigkeiten beeindrucken, wenn sie uns die besten Momente des Spiels auf dem Silbertablett serviert!"

 

Timeline-Shortcuts

00:00:15 Anmoderation
00:02:00 Jingle
00:02:45 Gesprächsstart / Das Umfeld
00:06:24 Zusammenarbeit
00:11:22 Tagesaktualität
00:18:05 Wie bist du dazu gekommen?
00:23:52 Kategorien
00:38:36 Jingle
00:39:12 Abmoderation

Musikvideo - damals: Im Beat geschnitten04 May 202300:46:11

Musikvideo - damals
Im Beat geschnitten

In unserer aktuellen Folge begeben wir uns auf eine Zeitreise zurück in die 1990er Jahre, um die Entstehung und den kreativen Schnitt von Musikvideos zu erkunden. Die 90er waren ein Jahrzehnt des Experimentierens, in dem Editor:innen die Grenzen des Möglichen ausloteten und sich auf einer Art kreativer Spielwiese austoben konnten. Der Schnitt dieser frühen Musikvideos hat maßgeblich dazu beigetragen, die visuelle Sprache und den Stil der Branche zu prägen.

Unsere heutige Folge beleuchtet das Schaffen von Ilka Risse, die an über 100 Musikvideos für namhafte Künstler wie Die Ärzte, Lionel Richie, The Kelly Family und Die Fantastischen Vier als Filmeditorin beteiligt war. Ilkas Karriere begann inmitten des kreativen Chaos der 90er, als Editor:innen das Potenzial des Mediums erkundeten und neue Möglichkeiten erschlossen.

Schaltet ein und taucht ein in die Welt der Musikvideokunst der 90er Jahre, die einen spannenden Einblick in die kreativen Prozesse (und Schnitte) hinter den Kulissen der Musikvideoproduktion bietet!

Timeline-Shortcuts

00:00:15 Anmoderation
00:01:32 Gesprächsstart / Musikvideoschnitt damals in den 90ern
00:06:19 Die jungen wilden Editor:innen
00:10:00 Wie lange brauchte man für ein Video?
00:13:05 Stilarten  
00:20:02 Strategien
00:24:56 Musikalisches Schneiden / Umgang mit Rhythmus
00:27:01 Wie können wir wieder ins Ausprobieren kommen?
00:29:21 Kategorien
00:36:44 Wird deine Erfahrung wertgeschätzt
00:39:45 AUDIOKOMMENTAR DJ Bobo - Around the World
00:44:38 Abmoderation

Weiterführende Links

Schneideraum - Etikette31 Mar 202300:38:31

Der Schneideraum.

Hier wird getrimmt. Hier wird montiert. "This is where the magic happens."

Diesmal stellen wir uns die Frage, wie das wohl ist, wenn man dabei ist, wenn "gezaubert" wird. Darf man die Maus der Filmeditor:innen benutzen? Ist es legitim, Schnitte mit Schnippsen anzusagen? Und: Darf in diesem Raum gesprochen geschweige die Filmeditor:innen überhaupt angesprochen werden?

In unserer Sonderfolge über "Dos" und "Dont's" im Schneideraum öußern sich einige unserer ehemaligen Podcast-Gespröchspartner:innen, nämlich Martin Bomke, Maike Nissen, Martin Gallo Schmidt, Annett Kiener, Vera Berg, Alexander Berner, Dieter Riepenhausen, Gesa Marten und Susina Lange.

Schneideraum-Knigge (mit einem Augenzwinkern abgeleitet aus unserem Podcast-Gespräch)

  • "Ruhe im Schnittraum!" - Hier wird konzentriert gearbeitet, also bitte keine lauten Gespräche oder Telefonate.
  • "Finger weg von der Maus!" - Filmeditor:innen sind am Steuer. Bitte nicht eingreifen.
  • "Respektiere den Raum!" - Anklopfen und Gespür dafür entwickeln, ob der Zeitpunkt für einen Besuch passt.
  • "Keine Getränke auf dem Tisch!" - Wir wollen keine verschütteten Flüssigkeiten auf den Geräten.
  • "Couch-Regisseur:innen willkommen!" - Regisseur:innen dürfen auf der Couch sitzen und den großen Bildschirm nutzen, ohne direkt neben den Filmeditor:innen zu sitzen.
  • "Emails statt Störungen!" - Wenn du etwas wissen möchtest, schreibe lieber eine Email und vereinbare einen Termin.
  • "Schuh-Anzieh-Gebot!" - Schuhe bitte anbehalten, wir wollen keine unangenehmen Gerüche im Schnittraum.
  • "Sicherheitsabstand wahren!" - Respektiere den persönlichen Raum der Filmeditor:innen und halte Abstand.

Timeline-Shortcuts

00:06 Anmoderation 
02:11 Gesprächsstart
02:51 Martin Bomke 
05:42 Maike Nissen 
09:30 Martin Gallo Schmidt 
14:15 Annett Kiener & Vera Berg
18:26 Alexander Berner
22:45 Annett Kiener 
6:25 Dieter Riepenhausen
29:41 Gesa Marten
33:21 Susina Lange
35:30 Abmoderation

Assistenz - Kaffee holen oder kreatives Schneiden?01 Mar 202300:43:17

Als Filmeditor:innen noch "Schnittmeister" hießen, da war der Beruf der Schnittassistenzen noch ein anderer. Klar, denn es wurde auf Film gedreht und geschnitten. Und Assistenzen halfen dabei, eben jenes Filmmaterial zu bearbeiten. Damals sah der Schnittraum auch noch nicht aus wie ein Büroraum. Mit dem Einzug der non-linearen digitalen Schnittsysteme in die Schnitträume veränderte sich auch das Berufsbild der Assistenzen. Er ist komplexer geworden. Aber im Kern ist er irgendwie trotzdem noch das, was er einmal war:

Aber was sind eigentlich die Kernaufgaben einer Schnittassistenz? Das klären wir mit Martin Bomke, der hauptberuflich mit viel Energie und Freude bereits zahlreiche Filmeditor:innen in dem, was sie tun, unterstützt hat.

Martin Bomke wurde 1970 in Kiel geboren. Schon früh war er vom Filmemachen fasziniert, was sich in der Mitarbeit an der Filmschülerzeitung SUPER 8 zeigt.

Während seines Studiums der Theater- und Filmwissenschaften sowie Germanistik arbeitet er als Bühnenarbeiter bei Konzerten. 1998 absolviert er schließlich eine Ausbildung zum Film- und Videoeditor und sammelt erste Erfahrungen als Assistent bei Serien wie "Schloss Einstein" und "Berlin, Berlin!". Ab 2002 arbeitete Martin Bomke erfolgreich als freier Schnittassistent an verschiedensten Projekten. In der letzten Zeit stechen dabei Projekt heraus, die unter seiner Mitarbeit entstanden, wie z.B. der Kinofilm "Jim Knopf und die Wilde 13" von Regisseur Dennis Gansel oder die Disney+-Serie "Sam - Ein Sachse". 

Ein Gespräch über technischen und kreativen Schnitt. Und über's Kaffeekochen.

 

Timeline-Shortcuts

00:00:06 Anmoderation
00:02:46 VORURTEIL Nr.1 Die Assistenz muss nur Kaffee kochen.
00:07:02 VORURTEIL Nr.2 Ihr macht doch nichts anderes als Technik.
00:13:36 VORURTEIL Nr.3 Ihr macht doch nichts anderes als zu telefonieren.
00:15:38 Was genau ist der kreative Teil deiner Arbeit?
00:21:00 VORURTEIL Nr.4 Die Assistenz ist schlecht bezahlt.
00:24:35 VORURTEIL Nr.5 Assistenzen sind Ordnungsfanatiker.
00:27:27  Kategorien
00:39:08 Hast du Angst, dass dein Beruf durch eine KI ersetzt werden kann?
00:40:31   Abmoderation

Dokumentarfilm - Realität montieren02 Feb 202301:27:47

Was ist Dokumentarfilm? Vielleicht die Darstellung von Material, angeordnet und zusammen gestellt innerhalb eines filmischen Kontextes, das von sich behauptet, dass es die Wirklichkeit abbildet. Doch kann man überhaupt "die Wirklichkeit" abbilden? Und was ist "die Wirklichkeit" überhaupt? Bereits mit diesem Definitionsversuch zeigt sich, wie schwer es ist, über den Dokumentarfilm zu reden. Wir versuchen es dennoch und nähern uns dem Thema über seine Gestaltung nach dem Dreh, nämlich über die filmischen Montage.

Dazu sprechen wir mit einer Expertin: Gesa Marten, Filmeditorin, Dramaturgin sowie Professorin für Künstlerische Montage an der Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf.

Bereits während ihres geisteswissenschaftlichen Studiums in München und Köln probiert sich Gesa in der Praxis in Form von Videoarbeiten aus und entdeckt dabei die Filmmontage. Ihre Begeisterung war entfacht, es folgten bereits früh erste längere dokumentarische Arbeiten, und bis heute hat sie über 60 Kinofilme montiert, darunter renommierte Werke wie "Was lebst Du?" von Bettina Braun, "Vom Ordnen der Dinge" von Jürgen Brügger und Jörg Haaßengier, "Perestroika – Umbau einer Wohnung" von Christiane Büchner oder jüngst "Eine deutsche Partei" von Simon Brückner. Ihre Arbeiten wurden vielfach ausgezeichnet, darunter wurde sie bereits zwei mal für den "Filmplus Schnitt-Preis Dokumentarfilm" (heute Edimotion) ausgezeichnet.

Im Gespräch mit Gesa wird schnell klar: Sie kann nicht nur montieren, sondern auch das, was sie tut, durchdringen, analysieren, theoretisieren und auch begründen. Gar nicht so einfach beim Thema Montage, die, wie sie selbst sagt, eigentlich bereits "der Film" ist – und deswegen so schwer zu abstrahieren und vermitteln ist.

Ein faszinierendes Gespräch über Filmdramaturgie, Konflikte, Kontext, Protagonist:innen und… Karteikarten. Ein Muss für alle, die mehr über das dokumentarische Arbeiten und das Filmemachen an sich erfahren wollen. Unbedingt reinhören!

Timeline-Shortcuts

00:00:06 Anmoderation
00:01:22 Gesprächsstart / Was machst du als erstes, wenn du angefragt wirst?
00:06:51 Wo will der Film hin?
00:11:37 Materialaneignung
00:16:40 Perspektive: Regie und Schneideraum. Verantwortung im Schnitt.
00:30:52 Dramaturgie
00:50:43 Hilft die Erfahrung?
00:55:53 Vita
01:00:55 Kategorien
01:17:00 Was muss man noch mitdenken, um die große Erzählung zu schaffen?
01:25:40 Abmoderation

Weiterführende Links

Artikel

Erklärvideos - Ein Spiel, ein Film = Spiel-Film-Schnitt01 Jan 202300:43:54

Willkommen zur neuen Folge unseres Podcasts! Schön, dass du die Dich zum Hören dieser Folge entschieden hast. In dieser Folge dreht sich alles um das Thema "Spielanleitung"-Filmschnitt.

Hier sind die Regeln:

  1. Setze dich bequem hin – wahlweise mit Kaffee oder Tee – und starte die neue Folge unseres Podcasts.
  2. Erfahre, wie wichtig eine klare Schnittdramaturgie ist, um verständliche und trotzdem unterhaltsame Filme über Spielanleitungen zu erstellen.
  3. Lass dich von der Filmeditorin, die als Spezialistin für das Schneiden von Spielanleitungsfilmen gilt, in die Welt des Filmschnitts entführen.
  4. Erfahre mehr über die Biografie der Gästin Susina Lange, die auch eine Ausbildung in Politologie und Medienberatung absolviert hat und bereits in verschiedenen TV-Redaktionen gearbeitet hat.

Folge diesen Regeln und lass Dich in die spannende Welt des Filmschnitts entführen. Wir sind sicher, dass Du viele interessante Einblicke und Tipps von Susina Lange bekommen wirst.

(Geheimtipp für Neulinge: Nicht nur beim Spielen, sondern auch beim Filmschnitt gilt: "Geduld zahlt sich aus".)

Timeline-Shortcuts

00:06 Anmoderation
01:33 Gesprächsstart/Was ist ein Erklärfilm für Kinderspiele?
08:57 Zusammenarbeit mit Redakteur:innen
11:40 Wie viel Arbeit steckt in einem Erklärvideo?
12:59 Abnahme
17:08 Wird deine Arbeit anerkannt?
20:43 Susina Lange - Schnittgrammatik
30:49 Kategorien 
34:57 Zielpublikum
37:08 Wie geht es für dich weiter?
41:40 Abmoderation

Weiterführende Links

Sonderfolge: Wie wird man Filmeditor:in?01 Dec 202200:44:25

"Breaking Bad"? Mega! "Better Call Saul"? Auch nicht schlecht! Jede gute Serie macht ein Spin-Off. Wir auch!

1 Folge – 15 Gesprächspartner

Wie geht das eigentlich, dieses "Filmeditor"? Wie wird man das? Muss man dafür studieren? Oder reicht ein Praktikum? Kann jeder Filmeditor:in werden? Kurz: Was braucht man dafür?

Diese (und noch viele weitere Fragen) besprechen wir mit unseren bisherigen Podcast-Gästen: Oliver Grothoff, Viola Isenbürger, Jonas Ressel, Kerstin Craig, Jelena Gavrilovic, Ole Heller, Merit Giesen, Gesa Jäger, Alexander Berner, Ela Heller, Benno Aselmeyer, Martin Habig, Ingo Schulten, Ursula "Olla" Höf und David Gesselbauer.

Ein multiperspektivisches Gespräch mit Filmeditor:innen über den Beruf des Filmeditors.

Timeline-Shortcuts

00:16 Anmoderation
01:18 Gesprächsstart

Wie wird man Filmeditor:in?

01:42 Oliver Grothoff 
02:50 Viola Isenbürger 
05:13 Jonas Ressel
09:04 Kerstin Craig
10:27 Jelena Gavrilovic
12:45 Ole Heller
13:55 Merit Giesen 
18:13 Gesa Jäger
21:18 Alexander Berner 

Was muss braucht man als Filmeditor:in?

23:07 Jelena Gavrilovic 
24:50 Ela Heller
27:22 Benno Aselmeyer
29:51 Martin Habig
32:39 Merit Gießen
34:29 Ingo Schulten
36:15 Ursula "Olla" Höf
38:59 Jonas Ressel
39:15 David Gesselbauer 
40:39 Ela Heller
41:27 Kerstin Craig

Animation - Wird ein Animationsfilm eigentlich geschnitten?01 Nov 202200:42:58

Den Schnitt eines normal gedrehten Films kann man zeitlich nach der Produktionsphase verorten: Er findet während der sogenannten Postproduktion statt. Ein "normaler" Film wird also erst gedreht und dann geschnitten.

Beim Schnitt eines Animationsfilms passiert aber etwas anderes. Der Schnitt startet vor dem Dreh des Films, vor der eigentlichen Animationserstellung. Ein Animationsfilm wird also erst geschnitten und dann gedreht.

Während des Schnittprozesses durchläuft der Animationsfilm nämlich diverse Layoutphasen. Und von Layout zu Layout wird jener Animationsfilm immer klarer und sichtbarer. Sichtbarer allein deshalb, weil ein Animationsfilme in der Regel in der Timeline als Hörspiel entworfen wird. Wie genau das funktionieren soll, erklärt uns Filmeditor Dieter Riepenhausen, der bereits etliche Jahre Erfahrung im Bereich des Animationsschnitts aufzuweisen hat.

Dieter Riepenhausen arbeitet bereits seit den frühen 90ern als Filmeditor im Kinderfernsehbereich, z.B. bei "Hallo Spencer" oder der "Sesamstraße". 1996 sammelt er erste Erfahrungen im Animationsfilmschnitt. Seitdem hat er an zahlreichen bekannten und beliebten Kinderfilmen und -serien mitgewirkt, darunter "Ritter Trenk", "Wir Kinder aus dem Möwenweg" oder jüngst bei der 3D-Animationsserie "Benjamin Blümchen". Zudem ist er auch als Regisseur tätig, beispielsweise bei der 52teiligen Kinderserie "Die Kuh Lieselotte".

Dieter weiß also, wovon er spricht, und umso glücklicher sind wir darüber, dass er den Weg zum Credit to the Edit - Podcast gefunden hat.

Timeline-Shortcuts

00:06 Anmoderation
01:18 Gesprächsstart / Partygespräch
04:32 Wie schneidet man einen Animationsfilm?
10:07 Wie gut ist eine "Animatic" anzuschauen?
16:16 Wie funktioniert die Zusammenarbeit mit dem Animationsstudio?
23:49 Vita
27:31 Kategorien 
36:09 Die Zukunft des Animationsfilmschnitts
40:49 Abmoderation

Weiterführende Links

 

Vegas Films - YouTube-Schnitt bevor es YouTube gab.01 Oct 202200:56:19

Im Kinofilm ist der Anfang nicht so wichtig wie im Fernsehfilm. Denn Kinozuschauer:innen bleiben auf ihren Kinosesseln erstmal sitzen. Sie haben sich ja extra für den Kinobesuch Zeit genommen, ein Ticket erworben und können sich in der abgedunkelten Kinoumgebung ganz auf den Film konzentrieren. Fernsehzuschauer:innen hingegen greifen schnell zur Fernbedienung. Gefällt der Film nicht, so wird weggezappt. Für Filmeditor:innen bedeutet das schlicht und ergreifend: Der Anfang eines Fernsehfilms muss so interessant erzählt sein, dass man nicht wegzappt. Aber was machen Filmeditor:innen, wenn sie für die relativ jungen Ausspielungskanäle YouTube oder TikTok schneiden? Was tun, damit User:innen nicht sofort auf das nächste Video klicken oder weg swipen? Ganz einfach. Man baut dazu am Anfang einen "Thumbstopper" ein. Das haben wir uns nicht ausgedacht, sondern den gibt es wirklich. Und wie der funktioniert, das erklärt uns Filmeditorin Maike Nissen in der aktuellen Podcast-Folge.

 

Maike dreht und schneidet bereits Videos, lange bevor sie professionell als Filmeditorin arbeitet. Unter dem  Pseudonym "Vegas Films" veröffentlicht sie diese von 2006 bis heute - mittlerweile über 700 Videos - u.a. auf ihrem gleichnamigen YouTube-Kanal. [Die Leser:innen dieser Zeilen werden jetzt darum gebeten, wenn sie noch niemals ein Vegas Films-Video gesehen haben, sich unmittelbar auf ihren Kanal zu begeben und sich einen Tag Zeit zu nehmen… (Ein Tag später.) Erledigt? Ok, dann weiter.] Und parallel dazu schneidet sie bis heute für diverse Auftraggeber im Onlinebereich. Man kann also mit Fug und Recht behaupten, dass sich Maike auskennt mit dem Schnitt jeglicher Formate für Onlineplattformen.

 

Kurioserweise aber lassen sich die "Vegas Films"-Videos gar nicht als Formate zusammen fassen. Und wenn, dann halten sie für 1-2 Folgen und werden irgendwann wieder von neuen Formatideen abgelöst. Trotzdem sei an dieser Stelle aber auf Reihen wie "Schneller lesen" hingewiesen, oder auf Trailer und Supercuts. Videos, die alle irgendwie „meta" sind und trotzdem etwas zu erzählen haben. Und nebenbei schaffen es diese auch, etwas über Montage zu vermitteln. Implizit, wie bei "Schneller lesen", wo Klassiker wie "Faust" auf unterhaltsame Art und Weise auf das Essentielle verdichtet werden. Und ist das nicht irgendwie das, was Filmmontage macht? Auf das Essentielle verdichten? Finden wir schon.

 

Ein Gespräch über Kundenwünsche und Spaß. Professionalität und Ausdruck. Und Beepworld.

Timeline-Shortcuts

00:06 Anmoderation 
01:43 Gesprächsstart / Was und wer ist Vegas Films? 
12:40 Unterschied YouTube heute und YouTube vor 10 Jahren
16:46 Unterschied zwischen eigenem Kanal und professionellem YouTube-Schnitt 
20:40 Welche Formate machen Vegas Films aus? 
28:25 Regeln für Aufmerksamkeit der Zuschauer
35:43 Wo ist der Unterschied zwischen Online- und TV-Projekten?42:51 Kategorien 
49:06 Vegas geht zu Patreon 
53:21 Abmoderation

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Daily Soap - Schnitt in Hochgeschwindigkeit31 Aug 202201:01:36

Zwar ist der Peak an Fernsehzuschauern von täglichen Seifenopern vorbei (und Daily Soaps wie "Marienhof" gehören der Vergangenheit an), aber nach wie vor gibt es erfolgreiche Vertreter dieser am Fließband produzierten, fiktionalen Serien. "Gute Zeiten, schlechte Zeiten" beispielsweise erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit.

In der aktuellen Folge von "Credit to the Edit" wird es daher um die tägliche Schnittarbeit von Daily Soaps gehen. In sehr kurzer Zeit entstehen dabei sendefertige Folgen. Während bei sogenannten "High-End-Serien" für Streamingdienste oft monatelang geschnitten wird, stehen Daily-Soap-Editor:innen höchstens ein, zwei/ein paar Tage zur Verfügung. Wie ist das möglich? Und kann dabei überhaupt eine gut geschnittene Serie entstehen? "Ja", sagen unsere diesmaligen Gäste, die allesamt über Jahre hinweg Daily Soaps montiert haben.

Franziska Schmidt-Kärner

Franziska Schmidt-Kärner ist Filmeditorin und hat in Berlin und Hamburg Theaterwissenschaften, Germanistik mit Schwerpunkt Theater und Medien sowie Spanisch studiert. Ein Universitäts-Seminar von Hark Bohm weckte ihr Interesse am Filmschnitt. Im Jahr 2000 zog sie nach München, um als Praktikantin bei Digital Editors, der Firma von Alexander Berner, das Schnitthandwerk zu erlernen. Seitdem arbeitet sie als Freelancerin. 2005/2006 absolvierte sie zudem die sechsmonatige Weiterbildung "Filmmontage" an der ifs in Köln. Ab 2008 arbeitet sie u.a. bei der UFA Serial Drama und schneidet dort Daily Soaps wie z.B. "Gute Zeiten, schlechte Zeiten".

Patrick Saleh-Zaki

Patrick Saleh-Zaki ist ein in Köln ansässiger Filmeditor. Er ist seit 2011 freiberuflich als Video- und Filmschaffender tätig und hat an unterschiedlichsten Projekten mitgewirkt: TV-Beiträge, Dokumentationen, Musikvideos, Unternehmensfilme bis hin zu Kurzfilmen und Fernsehserien. Zu seinen Arbeiten zählen u.a. die Kunstfilme von Ati Maier, die in zahlreichen Vernissagen in Manhattan und Williamsburg präsentiert wurden. Patrick ist mittlerweile festangestellter Supervising Editor für alle Kölner Postproduktionen der UFA Serial Drama. In dieser Funktion ist er verantwortlich für die kreative und technische Umsetzung von u.a. "Alles was zählt". Des Weiteren bildet er dort Nachwuchs im dramaturgischen Schneiden aus.

Nina Hellstern

Nina Hellstern studierte an der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe und begann nach ihrer Ausbildung zur Mediengestalterin Bild und Ton bei B.TV Baden-Württemberg eine Weiterbildung in Filmmontage an der ifs in Köln. Seitdem arbeitet Nina als Filmeditorin bei verschiedenen TV-Sendern und Filmproduktionen, darunter die Constantin Television oder die UFA TV Serial Drama und für den Bayerischen Rundfunk. Nina ist als Daily Soap-Editorin vor allem an "Dahoam is Dahoam" beteiligt.

Raimund Schäfer

Raimund Schäfer begann seine Karriere 1981 als technischer Assistent in einem kleinen Postproduktionshaus. Bis 1989 erlernte er durch Learning by Doing die Bereiche Audiobearbeitung, Colorgrading und Videopostproduktion. Seit 1990 ist er als freiberuflicher Editor und Postproduktions-Supervisor tätig. Er hat unter anderem geschnitten für den Disney Club, für die Serie "Pleiten, Pech und Pannen" und "Sturm der Liebe". Für die Daily Soap "Marienhof" hat er ca. 3000 Folgen montiert.

Timeline-Shortcuts

00:06 Anmoderation
01:34 Gesprächsstart /Vorstellung der Gesprächspartner:innen  
10:15 Was ist eine Dailysoap?
11:02 Wie kommt man zu einer Daily Soap / Wer ruft an?
18:40 Man muss sehr schnell schneiden können Linearer Schnitt als Grundlage
24:28 Spezielle Situation weil man direkt am Set schneidet
26:25 Ästhetische Veränderung der letzten Jahre
27:22 Gibt es bei einer solchen Fließbandarbeit eine eigene Handschrift? Welche speziellen Fähigkeiten habt ihr?
35:12 E-Shots
42:05 Schauspieler
44:38 Kategorien
56:21 Schlussrunde
60:02 Abmoderation

Schnittgenres – Wild rumgefragt01 Aug 202501:11:25

Wer sagt eigentlich, dass ein Podcast planbar sein muss?

In dieser Folge von Credit to the Edit stürzen wir uns kopfüber in ein Experiment: Eine Liste voller Telefonnummern, ein Countdown pro Gespräch und der Versuch, die Montage durch die Stimmen von Filmeditor:innen aus allen Genres erlebbar zu machen. Von Dokumentarfilm bis Reality, von Spielfilm bis Trailer, von Werbung bis Animation… wir haben sie alle angerufen. Manche gingen sofort ran, andere erst nach dem dritten Versuch. Herausgekommen ist ein wilder Ritt durch die Welt der Montage, bei dem jede Stimme ein kleines Legoteil im großen Schnittmosaik ist.

In den Gesprächen wird klar: Montage ist mehr als nur der technische Akt des Schneidens. Es ist Geschichtenerzählen, Verdichtung, Timing und oft auch ein Spiel mit Materialgrenzen oder deren völliger Auflösung. Ob es um die Essenz eines Dokumentarfilms geht, das Zusammensetzen einer Reality-Storyline aus Stunden von Rohmaterial, oder die Freiheit im Animationsschnitt: Alle bringen einen eigenen Blick auf diesen Beruf mit.

Wer also schon immer mal hören wollte, wie es klingt, wenn die Montage selbst zur Dramaturgie eines Podcasts wird, dann  diese Folge ist euer "Final Cut".

 

Timeline-Shortcuts

00:00 Anmoderation
02:40 Erste Anrufversuche & Startschwierigkeiten
05:07 Anikas Perspektive: Dokumentarfilm & die Montage
08:43 Antons Sicht: Fiktion & die Begrenzung des Materials
12:56 Ilkas Welt: Musikvideo & die Kürze
17:50 Nicos Fokus: Dokumentation & das Thema Werbung
21:38 Fabians Einblick: Werbung & der Reiz längerer Formate
26:13 Andreas Erfahrung: Spielfilm & das Erzählen von Geschichten
30:32 Genresprünge & der erste Anruf bei Hannes (Reality)
36:27 Katjas Bereich: Fiktionale Serien & Figurenspiel
40:47 Bernadettes Spezialität: Trailer & die Verdichtung
45:35 Julians Blick: Daily Soap & schnelles Arbeiten
50:02 Kevins Rolle: Schnitt-Assistenz & die Organisation
54:49 Jeannines Sicht: Serien & die Vielfalt'
59:04 Revans Expertise: Animation & das Erfinden von Material
63:12 Abmoderation

Werbung - Konsumschnitt31 Jul 202201:03:43

"Kaufen Sie Produkt XY!"

Werbung versucht uns zu überzeugen – mit allen Mitteln. Aber Werbespots weisen Konsumenten schon lange nicht mehr mittels platter Kaufanweisungen an, ein Produkt zu kaufen. Nein, mittlerweile entstehen aufwändige Film-Miniaturen, die wie nebenbei das umworbene Produkt verkaufen. Man denke beispielsweise an Cory Fukanagas "Sleepwalking in the Rift", eine Liebesgeschichte im Kurzfilm-Format (mit den großartigen Darsteller:innen Haley Bennett und Fares Fares), wunderschön und mit viel Aufwand in Szene gesetzt in Afrika. Ein hoch budgetierter Kurzfilm, der aber letztendlich vom Luxus-Modelabel Maiyet finanziert wurde.

Es ist also viel Geld im Spiel - und wo viel Geld im Spiel ist, wird auch viel entschieden: Regisseur:innen, Agenturen, Kund:innen. Und es wird auch viel diskutiert. Vor allem in Schnitträumen, in denen diese Werbefilme montiert und vorgeführt werden und dann unendliche Iterationen erfahren. Wie man dabei einen kühlen Kopf bewahrt, davon berichten die erfahrenen Filmeditorinnen Annett Kiener und Vera Berg, die in der diesmaligen Ausgabe von "Credit to the Edit Podcast" zu Gast sind. 

Annett Kiener

Mit 13 Jahren zog Annett Kiener mit Familie von Deutschland nach Brasilien. Dort lebte sie 12 Jahre und geht erste Schritte Richtung Filmmontage in Sao Paolo im Jahre 1989, wo sie in Filmproduktionen das Schnitthandwerk erlernt. 1990 kehrt sie nach Deutschland zurück. Nachdem sie bei einigen Spielfilm- und Werbeproduktionen in Festanstellung assistiert hatte, startete sie Mitte der 90er als freiberufliche Editorin und hat seitdem zahlreiche Fernseh- und Kinowerbefilme, Musikvideos, Dokumentar- und Imagefilme sowie Kurzfilme geschnitten.

Vera Berg

Vera Berg wurde 1963 in München geboren und wuchs in Hamburg auf. Ihr erster Kurzfilm wurde an zwei VHS-Geräten geschnitten, die sie sich von ihrer Mutter und einem Schulfreund geliehen hatte. Nach dem Abschluss der Schule war es Veras größter Wunsch, Filmeditorin zu werden. Ausserdem faszinierte sie der Werbefilm und die endlosen Möglichkeiten in kurzer Zeit Geschichten erzählen zu können. So entschloss sie sich, beide Interessen zu verbinden und fing nach dem Fachabitur für Grafik und Design, Praktika in Fotostudio und Werbeagentur und einer Ausbildung im Filmkopierwerk, als Schnittassistentin bei einer der größten Werbefilmproduktionen in Europa, der Markenfilm, an.

Ein Gespräch über Werbefilmschnitt, über Professionalität und über Haltung.

Timeline-Shortcuts

00:14 Anmoderation
02:09 Gesprächsstart / Biographien
03:15 Abläufe beim Werbefilm vor dem Schnitt
08:39 Wenn das Material da ist: Materialmenge!
12:25 Abnahmen
26:09 Warum es toll ist, Werbung zu schneiden.
32:37 Gagen und Vorurteile
36:37 Werbefilmgenre und Geschlechterverteilung
41:11 Kann man Haltung zeigen? Und wann?
47:47 Kategorien
55:42 Was habt ihr für andere Sparten übernommen und angewendet?
61:45 Abmoderation

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YouTube 2.0 - Dieser Typ schneidet30 Jun 202201:01:41

Seit YouTube hat sich die Filmmontage verändert. Nicht nur in ästhetischer Hinsicht - denn Videos für YouTube zu schneiden, heißt auch, sich den Erfordernissen dieses u.a. durch kurze Aufmerksamkeitsspannen definierten Mediums anzupassen -, sondern auch durch eine Videoart, die im Zuge dessen äußerst populär geworden ist: Das Tutorial-Video.

Also: Seit YouTube und seit der Hochkonjunktur der Tutorial-Videos gibt es auf einmal unzählige Videos zur Filmmontage. Theoretische Schnitt-Analysen, praktische Tipps und Tricks und zahllose "How to's". Und eines dieser Videos, das Leser:innen dieser Zeilen bestimmt schon einmal gesehen haben, entstammt dem erfolgreichen Kanal "This Guy Edits", der von Sven Pape betrieben wird.

Sven Pape studiert in den 90er Jahren an der Universität der Künste Berlin (früher: Hochschule der Künste Berlin) "Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation" und wird dann am American Film Institute (AFI) in den USA angenommen, wo er ab 1995 Filmproduktion studiert. Nach einigen Jahren arbeitet er durch Zufall an einem Behind the Scenes-Film für James Camerons IMAX-Dokumentation "Ghosts of the Abyss", an dem er schließlich auch als Filmeditor beteiligt sein wird. Später wird durch Svens Tochter, die überaus erfolgreich Videos selbst auf YouTube stellt, das Interesse für die neue Plattform geweckt. Kurze darauf kommt ihm die Idee, den Arbeitsprozess selbst an seinem nächsten Film als Filmeditor auf YouTube zu stellen. Eine Art "Let's Edit" (analog zu den heute sehr populären "Let's Play"s), der mit dem Publikum kommuniziert: der Kanal "This Guy Edits" ist geboren. Seitdem veröffentlicht Sven zahlreiche Videos zum Thema Filmschnitt, seine Videos werden teilweise millionenfach geklickt. Man kann also sagen: Sven Pape ist wirklich einer derjenigen, die Filmmontage in die breite Öffentlichkeit getragen haben.

Timeline-Shortcuts

00:16 Anmoderation
02:23 Gesprächsstart
03:14 Biographie
08:44 Start bei YouTube
13:10 Das Publikum
22:00 Formate auf YouTube-Kanal
26:53 "Entertainment first"
32:51 Neuer YouTube-Kanal und weitere Projekte
40:50 Video über externe Editor:innen
45:27 Kategorien
57:12 Fazit
56:46 Abmoderation

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Konzertfilm - Die Schnitt-Geschichte eines Konzerts01 Jun 202200:43:55
Jeder kennt Konzertfilme! Sie geben einem die Möglichkeit, im Nachhinein bei einem Konzert dabei zu sein, ohne dabei gewesen zu sein.

Konzertfilme halten also fest. Sie konservieren und dokumentieren. Es gibt jene mit protokollarischem Anspruch, die kaum gestaltet sind und direkt in ein Archiv wandern könnten. Wir wollen den Fokus aber auf jene mit filmischen Anspruch lenken. Also auf diejenigen Konzertfilme, bei denen man etwas nacherleben kann. Oder sogar etwas neues erleben kann, was man als Besucher des eigentlichen Konzerts gar nicht erleben konnte.

So etwas wie "Woodstock" von Michael Wadleigh, dem legendären Dokumentarfilm über das Woodstock-Festival, das im Übrigen u.a. von Martin Scorsese und Thelma Schoonmaker montiert wurde. Diese Art von Konzertfilmen protokollieren nicht nur, sondern sie sind gestaltet und erzählen etwas.

Aber wie genau erzählen Konzertfilme? Und wer erzählt diese Filme eigentlich? Wir finden: Es sind nicht nur die Regisseur:innen, sondern auch die Konzertfilmeditor:innen. Und mit einem Vertreter dieser Berufsgattung sprechen wir in der diesmaligen Ausgabe unseres Podcasts.

Martin Gallo Schmidt begeistert sich schon als Jugendlicher für den Konzertfilm und für das Musikmachen. Später studiert er an der Hochschule Düsseldorf Medientechnik und arbeitet seitdem im Postproduktionsbereich technisch begleitend aber auch kreativ als Filmeditor. Er verantwortet den Schnitt einiger Konzertfilme aus der Telekom Street Gigs-Reihe wie Depeche Mode, Coldplay und den Red Hot Chili Peppers. Oder jüngst das 2019er-Konzert von Bilderbuch.

 

Timeline-Shortcuts

00:06 Anmoderation
02:00 Gesprächsstart / Was ist ein guter Konzertfilm
05:24 Der Schnittprozess / Was ist guter Konzertfilmschnitt
15:58 Wer spricht alles mit?
18:55 Beeinflusst das Musikgenre deinen Schnitt
20:22 Hilft es oder stört es Musiker zu sein?
24:30 Suchen nach dem kleinsten Übel?
28:24 Vita
31:25 Kategorie 
40:42 Namensproblematik 
42:34 Abmoderation 

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Big Budget-Film - 1 Schnitt = 100.000 Euro01 May 202201:23:52
"Der Warencharakter, den der Film durch die Form seiner wirtschaftlichen Auswertung annahm, bestimmte die Hauptrichtung der gesamten filmische Produktion."

Peter Bächlin - "Der Film als Ware"

 

Diesmal geht es um den Schnitt von Kinofilmen. Genauer gesagt um den von hochbudgetierten Kinofilmen, die ein Millionenpublikum anziehen müssen - allein deswegen, um ihre hohen Produktionskosten wieder einzuspielen. Aber auch, um Gewinn zu erzielen, da beim Kinofilm, wie Bächlin zusammenfasst, "sofort nach seiner Erfindung und zum Teil entgegen der Ansicht seiner Erfinder die wirtschaftliche Auswertung" einsetzte.

Was aber bedeutet das für diejenige Person, die hochbudgetierte Kinofilme montiert? Unterliegen Schnittentscheidungen automatisch dem Diktat der Wirtschaft? Allein deshalb, um die hohen Entstehungskosten wieder einzuspielen? Und wenn nein, kann man sich überhaupt frei machen von der Vorstellung, dass das Hinzufügen einer einzelnen Einstellung mit visuellen Effekten auf einmal 100.000 Euro Mehrkosten verursachen könnte? In kurz: Können Filmeditor:innen kreativ arbeiten im High-Budget-Kinofilm?

Ja, sagt unser diesmaliger Gast, der als einer der wenigen regelmäßig Kinofilme schneidet, die eine Menge Geld kosten und eine Menge Geld einspielen.

Alexander Berner beginnt zunächst als Filmeditor für Musikvideos, Industriefilme und Dokumentationen. Im Alter von 29 Jahren macht Alexander von sich reden, als er mit Joseph Vilsmaiers Literaturverfilmung "Schlafes Bruder" erfolgreich seinen Kinoeinstand feiert. Ein Jahr später, 1996, montiert er den heute als deutschen Filmklassiker gehandelten "Knockin' on Heaven's Door" von Thomas Jahn.  Es folgt eine lang anhaltende Partnerschaft mit der Produzentenlegende Bernd Eichinger, aus der Filme hervorgehen wie "Resident Evil", "Alien vs. Predator" (beide Regie: Paul W.S. Anderson), "Der Baader Meinhof Komplex" (Regie: Uli Edel) und "Das Parfüm" (Regie: Tom Tykwer). In noch höher budgetierte Filmsphären katapultiert sich Alexander dann mit seinen Arbeiten zu "10.000 BC" von Roland Emmerich und "Cloud Atlas" und "Jupiter Ascending" von den Wachowski-Schwestern.

Seinen jüngsten Publikumserfolg hat er gefeiert mit dem Schnitt am Netflix-Film "Army of Thieves" unter der Regie von Matthias Schweighöfer.

Seit 2016 ist Alexander Berner Vorstandsmitglied des Bundesverband Filmschnitt Editor (BFS), er ist Mitglied der ACE (American Cinema Editors), sowie Gründer von Tempo (Federation of Film Editors Associations).

Was braucht es, um erfolgreich im High-Budget-Bereich zu schneiden? Das (und einige Anekdoten) in dieser Folge!

Timeline-Shortcuts

00:16 Anmoderation
01:40 Gesprächsstart (Schubladen)
07:09 Bernd Eichinger und Schnitt als Partner von Regie und Produktion
15:58 Das Parfum - erste Zusammenarbeit mit Tom Tykwer
22:17 Verantwortung im Schnittprozess
33:23 Bedeutung von Musik/Ton
39:27 Arbeiten im Team und Cloud Atlas
47:10 Haltung im Bug-Budget-Film?
50:36 Kategorien
01:09:42 BFS
01:22:08 Abmoderation

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Sonderfolge: Corona20 Mar 202200:42:04
"Breaking Bad"? Mega! "Better Call Saul"? Auch nicht schlecht! Jede gute Serie macht ein Spin-Off. Wir auch! Deswegen haben wir mit unseren Gästen nicht nur über das Filmschnitt-Genre gesprochen, in dem sie arbeiten. Nein, wir haben uns mit ihnen auch über diverse Montagethemen ausgetauscht und diese nun zu neuen Sonderfolgen kompiliert!

Diesmal geht es darum, welche Auswirkungen das Arbeiten unter Corona-Bedingungen auf Editor:innen hat.

Man stelle sich nur mal vor: Was, wenn es keinen Hochzeitsfilm mehr gibt, den man schneiden kann, weil Hochzeiten pandemiebedingt verschoben werden? Was, wenn Kinos leer bleiben, man also eigentlich keine toll montierten Kinofilmtrailer benötigt? Geschweige denn Filmkritik-Videos? Und was, wenn man während des Schnitts eines Kreuzfahrtschiffsfilms auf einem Kreuzfahrtschiff „eingesperrt" ist und gar nicht an Land darf?

 

Neben eher technischen Aspekten wie dem Arbeiten am heimischen Schnittplatz diskutieren wir mit unseren Gästen aber auch Emotionales: Was, wenn Jobanfragen ausbleiben? Was, wenn Covid das Denken beeinflusst?

 

 

Timeline-Shortcuts

00:15 Anmoderation
02:13 Gesprächsstart 
02:52 Oliver Grothoff - Mittendrin pausiert
06:07 Merit Giesen - Eingesperrt auf dem Kreuzfahrtschiff
08:41 Sandra Skroblies - Aufträge bleiben aus
11:27 Jonas Ressel - Kinos zu. Und keine Arbeit mehr?
14:55 Ole Heller - Jobs weg oder nur verschoben?
16:25 Gesa Jäger - Berufsprivileg?
19:47 Ingo Schulten - News gibt es weiterhin
24:12 Jelena Gavrilovic - Shows gibt es weiterhin
26:34 Ela Heller - Kurzarbeit im Trailerbusiness
31:06 Viola Isenbürger - Kinder und Arbeit
33:07 Martin Habig - Homeoffice
36:09 Benno Aselmeyer - Abnahmen
38:30 Ursula "Olla" Höf - Das Denken
40:05 Abmoderation

Musikvideo - Taktvolles Editing01 Feb 202200:44:10

Wer kennt "MTV style editing", das Ende der 80er Jahre den Einzug in die heimischen Wohnzimmer feierte? Das Lexikon der Filmbegriffe der Uni Kiel definiert diesen Schnittstil als "Montagestil, der in den Sendungen des Musikkanals MTV, insbesondere in den dort ausgestrahlten Musikvideos (…) populär wurde". Er wird u.a. charakterisiert durch schnelle Schnitte, "ungemein beschleunigte Handlung", Sprungschnitte und Assoziationsmontage. Heute, rund 30 Jahre später, werden weiterhin Musikvideos montiert. Aber das "MTV style editing" ist nun nur noch ein Bestandteil ihrer Schnittgrammatik. Daneben haben sich weitere Montage-Ästhetiken entwickelt, die mitunter gar nicht mehr so leicht reduzierbar sind auf einzelne Montagetechniken, die das Lexikon der Filmbegriffe beschreibt.

Wie Musikvideoschnitt "heute" geht, darüber sprechen wir mit Filmeditor David Gesslbauer.

David Gesslbauer studiert von 2012-2018 Montage/Schnitt an der Filmakademie in Ludwigsburg. Er schneidet vor allen Dingen Werbung, aber auch Musikvideos - und bei letzteren ist er vor allen Dingen für Arbeiten bekannt, die in Zusammenarbeit mit Specter Berlin entstanden sind. Darunter "Deutschland" von Rammstein, das vor einiger Zeit weltweit für Furore gesorgt hat. Mittlerweile zählt besagtes Musikvideo 200 Millionen Views und das macht David wahrscheinlich zu Deutschlands einzigem Musikvideoeditor, dessen Videos so zahlreich aufgerufen werden.

Mit David sprechen wir darüber, mit welchen Strategien er sich dem Musikvideoschnitt annähert. Zudem diskutieren wir mit ihm, wieso es wichtig ist, sich in einer Branche, die u.a. ein ökonomisches Ziel hat, nämlich den Künstler und seine Musik zu bewerben, erfolgreich selbst zu präsentieren.

 

Timetable

0:06 Anmoderation
2:06 Gesprächsstart
5:12 Wie gehst du ein neues Projekt an?
8:45 Emigrate
13:11  Wie arbeitest du mit VFX?
15:15 Arbeiten für Specter Berlin
18:45 Was findest du an Musikvideos besonders?
20:43 Für welchen Screen macht ihr die Videos?
22:00 Schneiden ohne Musik
24:30 Wo willst du hin?
26:10 Kategorien
32:50 Arbeit für Rammstein
34:07 Selbstpräsentation
41:52 Anmoderation

Kurzfilme - Ein kleiner Schnitt10 Jan 202200:43:57

Kurzfilme sind: kurz! Die „Academy of Motion Picture Arts and Sciences" definiert den Kurzfilm als einen „Film, der eine Laufzeit von 40 Minuten oder weniger aufweist, inklusive Abspann".

Kurzfilme sind: unterschiedlich! Sie verhandeln verschiedenste Themen, bewegen sich frei durch alle Genres. Und oft sind sie Experimentierfeld für Filmemacher.

Kurzfilme sind: kaum zu sehen! Sie werden nur noch im Ausnahmefall im Kino gezeigt. Wenn, dann nur auf Festivals. Und deswegen sind wir umso dankbarer für die Möglichkeit, dass wir mit drei der Editor:innen des Kurzfilmprogramms des Edimotion-Festivals darüber diskutieren durften, was Montage für Kurzfilme bedeutet.

(Herzlichen Dank an dieser Stelle für die Vermittlung der Editor:innen durch Edimotion, dem Festival für Filmschnitt und Montagekunst.)

Vreni Sarnes studiert seit 2017 Montage/Schnitt an der Filmakademie Ludwigsburg. Passend zum Thema sprechen wir mit Vreni über ihre Montagearbeit am Kurzfilm „Ein kleiner Schnitt". Dieser thematisiert aber nicht Montagetechniken, sondern mit viel Augenzwinkern eine Vorhautverengung des Herzogs und damit dessen Nichtvermögen, die ehelichen Pflichten mit der Herzogin einzugehen. Deshalb verlangt sie vom jüdischen Finanzdirektor, mit dem Herzog über einen kleinen "Schnitt" zu sprechen.

Philipp Mayer ist diplomierter Theater-, Film- und Medienwissenschaftler und studiert an der Filmakademie Wien Filmmontage mit Fokus auf Buch und Dramaturgie. Er stellt seinen Kurzfilm "Fische" vor, in dem zwei Geschwister in einem Chinarestaurant den Tod ihrer Mutter verarbeiten. Der Film thematisiert allerdings daneben zahlreiche andere Gesprächsminiaturen, die an Nachbartischen stattfinden, was wiederum für die Montage bedeutet, diese Unterhaltung mit der vermeintlichen Haupthandlung, der zwischen der Geschwister, entsprechend abzustimmen.

Fabio Thieme hat nicht nur zusammen mit Famil Aghayev seinen Kurzfilm geschnitten, sondern ist noch dazu der Regisseur seiner Kurzfilme. Suite ist eine Mockumentary über einen Angestellten einer Steuerkanzlei, dessen Arbeit darin besteht, für Geschäftsleute eine leere Wohnung so zu "bespielen", dass der Eindruck entsteht, dass tatsächlich jemand in dieser Wohnung lebt. Mit Fabian sprechen wir darüber, was es für einen Schnittprozess (und ein Publikum) bedeutet, sich zwischen Fiktion und Dokumentation aufzuhalten.

Timeline-Shortcuts

00:16 - Anmoderation
00:55 - Gesprächsstart
11:22 - "Suite"
18:50 - "Ein kleiner Schnitt"
25:08 - "Fische"
32:19 - Kategorien
42:00 - Abmoderation

Weiterführende Links

Kurzfilm-Montage-Tipps

Fernsehfilm - damals - Film und Schnitt20 Dec 202100:47:55

In den 90er Jahren war es soweit: Digitale Schnittsysteme lösten mehr und mehr den Filmschnitt ab. Schneidetische von Moviola und Steenbeck wichen Bürotischen mit Schnittcomputern wie u.a. Avid, Lightworks, Quantel, Adobe oder Final Cut.

Editor:innen, die rein digital schneiden, haben keine Vorstellung davon, wie vor diesem Paradigmenwechsel, den die Digitalisierung mit sich brachte, Film montiert wurde. Dem wollen wir mit dieser Folge Abhilfe schaffen. Und deshalb freuen wir uns sehr, mit Ursula "Olla" Höf eine Editorin zu Gast zu haben, die in den 70er Jahren ihre professionelle Laufbahn begann und bis heute aktiv Filme montiert.

Ursula Höf zeichnet für zahlreiche sehr unterschiedliche Spiel- und Dokumentarfilme verantwortlich. Zu ihren bekanntesten Arbeiten zählen die Kinofilme "Gloomy Sunday" (1999) und "Blueprint" (2003) unter der Regie von Ralf Schübel. Daneben war sie tätig als Dozentin für Filmmontage u.a. an der Internationalen Filmschule Köln. 2016 wurde sie zudem beim Filmfestival Filmplus (heute bekannt als "Edimotion") mit dem Ehrenpreis für ihr Lebenswerk ausgezeichnet.

Mit "Olla" besprechen wir, was es bedeutet, sich aktiv für einen Schnitt zu entscheiden und diesen durchzuführen. Wohlwissend, dass es anders als heute keine Tastenkombination gibt, mit der man diese Entscheidung zurücknehmen kann.

Timeline-Shortcuts

00:14 - Anmoderation
01:23 - Gesprächsstart
07:01 - Schnitt auf Film
13:10 - Tonbearbeitung
22:44 - Mehr Experimente möglich?
26:34 - Kategorien
45:52 - Abmoderation

Weiterführende Links

Wikipedia-Artikel über Ursula Höf
Kämpferin für die Rechte der EditorInnen

Fußball-Liveschnitt - Editing für die Masse20 Dec 202100:48:18

Auf solche Werte schauen Fernsehschaffende in ganz Deutschland mit großem Neid. Denn hier zu Lande gibt es nur ein Fernsehgenre, bei dem es möglich ist, beinahe alle Zuschauer zu binden: Das Fußballspiel. Aber das will geschnitten sein.

Wie fühlt es sich an, wenn man weiß, dass ein live gesetzter Schnitt in Deutschland von mehr als 10 Millionen Menschen antizipiert wird. (Von den Zuschauerzahlen einer Europa- oder Weltmeisterschaft ganz zu schweigen.) Warum bedienen Regisseur:innen meistens auch den Bildmischer? Wo ist der/die Filmeditor:in? Und vor allem: Was hat die Bratwurst mit all dem zu tun? Sebastian von Freyberg, der seit vielen Jahren bei Fußball-Liveübertragungen am Bildmischpult sitzt, steht uns diesmal dazu Rede und Antwort.

Sebastian von Freyberg führte bei vielen Unterhaltungs- und Talkshows (u.a. bei der "Harald-Schmidt-Show", bei "Menschen bei Maischberger" oder bei "Rockpalast") sowie zahlreichen Sportevents, aber vor allem im Fußballbereich Regie.  

Seit 2010 "drückt" Sebastian von Freyberg auch Spiele der 1. und 2. Bundesliga. Aber auch bei Spielen der UEFA-Champions-League, des DFB-Pokals oder bei Europa- und Weltmeisterschaften ist er im Einsatz. Aktuell zeichnet er die Liveregie einiger Spiele der EM 2020 verantwortlich, darunter das Spiel Deutschland-Ungarn und das kommende Spiel Italien-Belgien. (Wer mag, der hört sich JETZT den Podcast an und schaut dann am 2. Juli um 21 Uhr, wie Sebastian die Theorie in die Tat umsetzt. Wir hoffen natürlich, rein aus Montagegründen, auf ein Elfmeterschießen im Sergio-Leone-Duktus.)

Timeline-Shortcuts

00:14 Anmoderation
02:21 Gesprächsstart
03:09 Grundlagen des Liveschnitts
14:43 Schnittdramaturgie ohne Planung?
36:06 Kategorien
45:27 Abmoderation

 

Weiterführende Links

Kreuzfahrtfilm - Montage-Souvenir14 Oct 202100:33:22

Seit Alessandro Bariccos Monolog "Neunzehnhundert" wissen wir, dass es einen Pianisten auf dem Ozean gibt. Und mit dieser Ausgabe des Podcasts werden wir wissen, dass es dort auch Filmeditor:innen gibt.

Das ist, bei genauerem Blick, auch nicht weiter verwunderlich. Denn auf Kreuzfahrtschiffen tummeln sich hauptsächlich Touristen, die ihren Urlaub nicht nur in Form von Fotografien erinnern wollen. Nein, denn sie nehmen auch Gebrauch von der Erstellung eines Kreuzfahrt-Erinnerungsfilms, den ihnen der Reiseveranstalter AIDA mit dem passenden Label "Unvergessliche Momente" anbietet. Gut, dass es also Filmeditor:innen wie z.B. Merit Giesen an Bord gibt.

Merit Giesen ist ausgebildete Mediengestalterin Bild- und Ton. Von 2013 bis 2017 fährt sie lange Einsätze auf Kreuzfahrtschiffen der Aida und arbeitet dort als sogenannter "TV Operator" (was das Konzipieren, Filmen, Editieren und die Durchführung des Livebetriebs einschließt). Seit 2018 studiert sie Montage an der Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf.

Mit Merit besprechen wir, was einen besonders guten Reisefilm ausmacht und welche Bekanntschaften sie schon im Schneideraum auf dem Ozean gemacht hat.

Timeline-Shortcuts

00:14 Anmoderation
01:12 Gesprächsstart
07:49 Vermischung von Freizeit und Beruf
11:46 Was ist ein Reisefilm?
16:00 Guter Reisefilmschnitt
18:50 Kategorien
31:29 Abmoderation

Links

Falling into Place - Montierte Emotion01 Jul 202501:16:08

Winter auf der schottischen Insel Skye. Die Blicke von Kira (Aylin Tezel) und Ian (Chris Fulton) treffen sich. Sie lächeln. Sie wissen nichts voneinander, nur dass sie beide auf der Flucht sind. Nicht unbedingt vor etwas Konkretem, sondern vor allem vor sich selbst. Diese flüchtige Begegnung auf Skye wird sie tief verbinden, bevor sie ebenso plötzlich wieder auseinandergerissen werden und, ohne es zu wissen, in London parallel zueinander weiterleben.

Heute geht es bei "Credit to the Edit Podcast" um "Falling into Place", einen Liebesfilm, der die Regeln des Genres neu setzt. Das Langfilmdebüt von Aylin Tezel, die nicht nur Regie führte und das Drehbuch schrieb, sondern auch eine der beiden Hauptrollen spielt, besticht durch seine poetische Erzählweise und eine Montage, die nicht nur Szenen verbindet, sondern vor allem die inneren Welten der Protagonisten erfahrbar macht.

 

Aylin Tezel

Aylin Tezel ist einem breiten Publikum vor allem als Schauspielerin bekannt, unter anderem aus Produktionen wie "Am Himmel der Tag", "7500" oder "Unbroken". Mit "Falling into Place" gibt sie ihr Langfilm-Regiedebüt. Aylin wurde bereits vielfach ausgezeichnet und ist Mitglied der European Film Academy. Sie lebt in Berlin und pendelt häufig nach London.

 

David J. Achilles

David J. Achilles zählt zu den profiliertesten Editoren des Landes. Seit 2003 arbeitet er als freiberuflicher Filmeditor in Berlin, seine Montage wurde u. a. in Hof ausgezeichnet und mit Nominierungen für den Deutschen Filmpreis und bei Edimotion bedacht. Zu seinen Arbeiten zählen Kino- und Fernsehproduktionen wie „CLEO", „Am Himmel der Tag" (ja, genau, der Film mit Aylin Tezel) und „Falling into Place". 2014 erschien sein Buch „Die Kunst der Auslassung – Montage im szenischen Film".

 

In dieser Folge wird klar: Filmschnitt ist mehr als das Aneinanderfügen von Szenen. Er ist emotionales Feintuning, rhythmische Komposition, ein Spiel mit Nähe und Distanz. "Falling into Place" ist der Beweis, dass Montage ein tragendes Erzählmittel sein kann, das sowohl Herz als auch Verstand berührt.

Noch bis zum 12. Juli könnt ihr den Film in der arte-Mediathek sehen. (Und danach in diese Folge hören.)

 

Timeline-Shortcuts

00:06  Anmoderation  
01:33  Gesprächsstart – Wie die Idee zu Falling into Place entstand  
16:00  Vom Skript zum Schnitt: Team­findung & First Assembly  
30:00  Rhythmus & Musik: Poetische Montage und 18 Songs
63:00  Kategorien
72:50  Abmoderation  

 

Links Film Gäste & Buch Referenzfilme Musik
Action - Aufregend editiert01 Aug 202100:38:17

Jeder kennt den Ausruf "Und Action!", vor allen Dingen Filmeditor:innen kennen ihn. Aber die wenigsten dieser Editor:innen in Deutschland haben jemals "echte" Action" geschnitten.  Was vielleicht daran liegen mag, dass der Filmstandort Deutschland nicht gerade für seine großen Actionfilme bekannt ist. Da ist es schon überraschend, dass eine kleine von unbeugsamen Editor:innen bevölkerten Firma namens Action Concept nicht aufhört, eine Serie namens "Alarm für Cobra 11" zu produzieren. Und dies seit 1996 in 25 Staffeln, und zugleich international erfolgreich.

Nun kündigte RTL jüngst die vorerst letzte Staffel der "Cobra 11" an. Grund genug, mit dem dienstältesten Editoren dieser Erfolgsserie im Actionbereich zu sprechen.

Martin Habig schneidet seit 1999 diverse Formate für die Firma "Action Concept", darunter u.a. über 100 Folgen der "Cobra 11". 

"Das, was auf der Autobahn dann als Actionszene passiert, ist vielleicht nur zwei Minuten lang. Aber die anderen acht Minuten müssen vom Tempo und von der Spannung her darauf hinarbeiten. Das ist die eigentliche Herausforderung."

Mit Martin reden wir darüber, was überhaupt gute Action ist, wie er diese in der Montage gestaltet und darüber, welche Probleme es dabei mit Totalen gibt. Aber vor allem reden wir über "Alarm für Cobra 11". Und vielleicht auch ein wenig über "Matrix"? Neugierig? Und… Action! 

 

Timeline-Shortcuts

00:14 Anmoderation
02:13 Gesprächsstart
05:15 Action Concept/Actioneditor:innen
09:26 Was ist gute Action?
15:18 Wie schneidet man eine Actionsequenz?
20:01 Übersicht vs. Spannung
24:48 Kategorien
35:47 Abmoderation


Besprochene Actionszenen

  • Tomb Raider ca.0.48 - 1.27 (39 sek, ca. 40 Schnitte)
  • Matrix: ca. 0.30 - 1.12 (42 sek, ca. 20 Schnitte)

Actiontipps

Improvisation - Aus dem Stehgreif montieren01 Jun 202100:50:08

Was haben Robert de Niros berühmter Ausspruch "You talkin' to me?" in Taxi Driver, Marlon Brandos Monolog in Apocalypse Now oder gar die die Rocky-Trainingsmontage gemeinsam? Genau, all diese Beispiele entstammen Filmklassikern der 70er-Jahre. Aber das ist natürlich nicht die einzige Gemeinsamkeit. Denn diese Beispiele verbindet allesamt, dass sie in Teilen erst durch ihre Improvisationen zu den ikonographischen Filmszenen geworden sind, an die sich Cineasten heute mit Freude erinnern.

Diesmal soll es also nicht um Filmklassiker der 70er Jahre gehen, sondern um Filme und Serien, die komplett improvisiert sind. Filme und Serien, die Geschichten erzählen, die "irgendwie authentisch", manchmal dokumentarisch wirken, aber auch hin und wieder komisch wirken und auch als sehr intensiv wahrgenommen werden. Warum das so ist, aber auch, wie man solche Geschichten erzählt, darüber sprechen wir mit Filmeditorin Gesa Jäger und Filmeditor Ole Heller.

Gesa Jäger

Gesa Jäger wandelt zwischen Film- und Seriengenres: Als Editorin montierte sie Serien wie "Frau Jordan stellt gleich", "You are wanted" oder den Netflixerfolg "Unorthodox", aber auch Kinofilme wie "Tiger Girl", "Happy Hour", "Love Steaks" oder "Dreamaway" (in Zusammenarbeit mit Louly Seif). Für die beiden letzteren gewann Gesa den Schnittpreis beim Festival für Filmschnitt und Montagekunst "Filmplus" (heute: Edimotion). Mit ihr sprechen wir über ihre Montagearbeiten an den Jakob-Lass-Filmen "Love Steaks", der gleichzeitig ihr Abschlussprojekt an der Hochschule für Film und Fernsehen Potsdam-Babelsberg, heute Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf war, über "Tiger Girl" (in Zusammenarbeit mit Adrienne Hudson) und "So was von da".

Ole Heller

Auch Ole Heller betreibt Genrehopping. Neben diversen Dokumentar- und Fernsehspielfilmen finden sich diverse improvisierte Projekte in seiner Vita, die in Zusammenarbeit mit Regisseur Lutz Heineking Jr. entstanden sind. Dazu gehören u.a. die Comedy-Serien "Endlich Deutsch" und "Andere Eltern", aber auch der Kurzfilm "Spendensucht" oder die jüngst erfolgreich gestartete TV-NOW-Serie"KBV - Keine besonderen Vorkommnisse" mit Jürgen Vogel.

Zwei Editor:innen, die an sehr unterschiedlich improvisierten Formaten arbeiten, und dennoch mit ähnlichen Arbeitsstrategien sich den Herausforderungen dieses speziellen Filmgenres stellen.

Timeline-Shortcuts

00:14 Anmoderation
02:55 Gesprächsstart
10:10 Verwandtschaft zur Dokumentarfilmmontage?
15:18 Arbeitsstrategien bei hoher Materialmenge
31:32 Mögt ihr Improvisationsmontage?
40:20 Kategorien
46:48 Abmoderation

Impro-Filmtipps

Scripted Reality - Montage in geschriebener Realität30 Apr 202100:42:07

Was ist eigentlich "Scripted Reality"? Als Genre ist es im deutschsprachigen Fernsehen nicht eindeutig wahrnehmbar, da Fernsehsender Sendungen dieses Bereichs mitunter anders präsentieren, z.B. als "Doku-Soap". Gemeint ist in der diesmaligen Ausgabe unseres Podcasts das Format, in dem Laien-Schauspieler im Gewand einer Realität vortäuschenden Fernsehdokumentation agieren. Wenn man dann noch bedenkt, wie schnell Fernsehzuschauer fiktionales und nicht-fiktionales verwechseln (man denke an die Menschen, die Serienstars auf der Straße mit ihrem Rollennamen ansprechen), dann wird einem die Problematik von "Scripted Reality" sehr schnell klar. Ist das echt? Ist das nicht echt? Und: Was ist dann eigentlich echt?

Daran geknüpft ergeben sich weitere Fragen für die Montage einer "Scripted Reality": Wann entsteht dieses "echte"? Und kann der Schnitt dabei helfen? Ist ein sichtbarer Schnitt "authentisch"? Und spezieller: Können Laienschauspieler Schnittpausen machen? (Und: Was ist das überhaupt, Schnittpausen?). All dieses Fragen besprechen wir mit Benno Aselmeyer, Filmeditor aus Köln, mit langjähriger Erfahrung im "Scripted Reality"-Bereich.

Benno Aselmeyer schloss im Jahr 2012 das Studium "Editing Bild und Ton" an der internationalen Filmschule in Köln ab, und arbeitet seit dem für die Firma "WunderWerk" für Auftraggeber wie filmpool, Constantin Entertainment und Endemol Shine. Dazu, oft in der Rolle des sogennanten "Headcutters", zählen bekannte Formate wie Familienfälle / Anwälte im Einsatz (Sat 1), Auf Streife Berlin (Sat1), Köln 50667 (RTL2) (nicht als Headcutter), Schwestern (RTL2), Ruhrpottwache (Sat 1), Workout (RTL2) und 110 - Die echten Fälle der Polizei (RTL).

Timeline-Shortcuts

00:14 Anmoderation
02:35 Gesprächsstart
04:43 Was ist Scripted Reality?
16:27 Verantwortung
26:17 Wie funktioniert "authentischer" Schnitt?
30:38 Kategorien
41:08 Abmoderation

Weiterführende Links

Hochzeitsfilm - Schnitt und Erinnerung29 Mar 202100:37:52

Das erklärte Ziel von "Credit to the Edit Podcast" ist es ja, mit Filmeditor*innen aller Genres über ihre Arbeit zu sprechen. Diesmal ist es soweit, denn das oft belächelte, aber zuhauf praktizierte Filmschnittgenre "Hochzeitsfilm" steht nun auf dem Programm..

Ein Genre, das häufig reduziert wird auf effekthascherischen Schnitt im monotonen 4/4-Takt eines kitschigen Musikstücks, auf übertriebene Farbgebung und inflationären Einsatz von Zeitlupen. Sandra Skroblies und Kerstin Craig aber haben sich auf die Fahne geschrieben, nicht auf ausgetretenen Pfaden dieses Genres zu wandeln, sondern jeden Film individuell spannend und unterhaltsam zu gestalten. Nicht leicht, da der Film ja in erster Linie als Erinnerungsdokument für den Kunden funktionieren muss.

Zum ersten Mal sprechen wir mit zwei Gästen gleichzeitig, nämlich mit den Schwestern Sandra Skroblies und Kerstin Craig. Sandra schließt 2013 ihr Mediendesign-Studium mit einem Bachelor of Arts ab. Heute arbeitet sie als Senior UX Designerin bei einer Digitalagentur in Köln. Parallel gründet und betreibt sie die Firma "Frau Skroblies und Freunde", mit der sie Hochzeitsfilme konzipiert, dreht und schneidet. Ihre Schwester Kerstin ist ausgebildete Mediengestalterin Bild und Ton mit dem Fokus "Schnitt". Diese Erfahrung bringt sie in die Firma ihrer Schwester mit ein.

Wie genau funktioniert die Schnittarbeit im Team von Sandra und Kerstin? Welches Musikstück passt gut zu einem Hochzeitsfilm? Und wer ist eigentlich "Onkel Bob"? All das beantwortet die diesmalige Folge.

Timeline-Shortcuts

00:14 Anmoderation
02:31 Gesprächsstart
08:38 Hochzeitsdramaturgien
16:39 Bedeutung von Musik
19:13 Filmische Mittel
18:29 Kinotrailer "Requiem"
25:04 Schwieriger Hochzeitsfilm
27:05 Kategorien
35:42 Abmoderation

Weiterführende Links

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