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Explore every episode of the podcast Chefgespräch | Der True-Success-Podcast

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L'Osteria-Chef Gugisch: „Auf einmal ging es um Kündigungen, das war kaltes Wasser“30 Aug 202400:50:47
Gutes Personal in Gaststätten ist knapp geworden. Insofern gibt es bei der Restaurantkette L’Osteria nicht nur einen CEO und einen CFO im Vorstand, sondern auch einen Chief People Officer (CPO), einen Chef, der sich ums Personal kümmert. Der heißt Ingo Gugisch und ist in dieser Folge im Chefgespräch zu Gast. Mit Podcast-Host Varinia Bernau spricht er darüber, wie man gute Kündigungsgespräche führen kann, aber vielmehr noch darüber, welchen Beitrag Chefs leisten können, um Talente zu gewinnen und zu halten. Insbesondere in der angespannten Gastronomiebranche, in der spätestens seit der Coronapandemie Fachkräfte Mangelware sind und lange Zeit ein rauer Ton, starre Hierarchien und miese Löhne die Norm waren. Gugisch erzählt, wie es besser gehen kann. Die Zahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei L’Osteria liegt bei etwa 8.000. Die Pizza&Pasta-Kette betreibt rund 40 Prozent ihrer Filialen selbst, den Rest in Zusammenarbeit mit Franchisenehmern. Gugisch erklärt, welche Werte etabliert wurden, was ein Klettergurt mit einem Unternehmen zu tun hat und warum er gerne einmal mit Jürgen Klopp den Job tauschen würde. *** Das exklusive Abo-Angebot für alle Hörerinnen und Hörer vom WirtschaftsWoche Chefgespräch: wiwo.de/chef-abo Helfen Sie uns, unsere Podcasts weiter zu verbessern. Ihre Meinung ist uns wichtig: www.wiwo.de/zufriedenheit [Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER](http://cmk.wiwo.de/cms/articles/15602/anzeige/podcast-werbepartnerinnen/hier-gibt-s-weitere-infos-zu-den-angeboten-unserer-werbepartner-innen)
Raumfahrt-Investor Bulent Altan: „Was man von SpaceX lernen kann: Innovation ist wichtiger als pures Geld“23 Aug 202400:42:32
„Rocket man“ wurde er mal genannt, und tatsächlich gleicht Bulent Altans Karriere einem Raketen- oder besser Satellitenstart. Direkt von der Uni kam er 2004 zu Elon Musks gerade erst gegründetem Unternehmen SpaceX und wurde gleich zu einer der wichtigsten Figuren im Konzern. Inzwischen kreist er als Investor und Ideengeber der Weltraumszene quasi in seiner eigenen Umlaufbahn. Altan war lange Co-Chef des Unternehmens Mynaric und ist Investor bei Alpine Space Ventures. Er erzählt Konrad Fischer, wie er die Anfänge von SpaceX erlebte, weshalb seine Karriere eigentlich schon im Kindergarten begann – und wie es um die Raumfahrtindustrie in Europa bestellt ist. Mitarbeit: Johannes Grote, Anna Hönscheid *** Das exklusive Abo-Angebot für alle Hörerinnen und Hörer vom WirtschaftsWoche Chefgespräch: wiwo.de/chef-abo Helfen Sie uns, unsere Podcasts weiter zu verbessern. Ihre Meinung ist uns wichtig: www.wiwo.de/zufriedenheit [Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER](http://cmk.wiwo.de/cms/articles/15602/anzeige/podcast-werbepartnerinnen/hier-gibt-s-weitere-infos-zu-den-angeboten-unserer-werbepartner-innen)
Seidensticker-Chefin Bentzinger: „Gute Laune und Restrukturierung passen wirklich nicht zusammen“20 Jun 202400:48:47
Vielleicht hängt bei Ihnen eines dieser Hemden mit der kleinen schwarzen Rose im Schrank? Ein Hemd von Seidensticker? Oder auch eine Bluse? Eine Hose? Ein Kleid? Das Bielefelder Familienunternehmen fertigt jährlich zehn Millionen Kleidungsstücke. Weltweit beschäftigt es 2300 Mitarbeiter. Los ging es 1919 mit vier geliehenen Goldmark: Damit startete Walter Seidensticker senior in einem kleinen Raum der elterlichen Wohnung eine Hemdenproduktion. Im selben Jahr machte er schon 70.000 Mark Umsatz. Heute liegt der Jahresumsatz bei mehr als 100 Millionen Euro. Inzwischen steht bei Seidensticker mit Silvia Bentzinger eine Frau an der Spitze, die zwar schon 15 Jahre im Unternehmen ist – aber nicht Teil der Familie. Bentzinger erzählt Varinia Bernau, wie E-Commerce die Modebranche verändert, welchen Fehler sie einmal auf einer Betriebsfeier machte – und wie sie Familie und Beruf miteinander vereinbart. Mitarbeit: Johannes Grote, Anna Hönscheid *** Das exklusive Abo-Angebot für Sie als WirtschaftsWoche Chefgespräch-Hörerinnen und Hörer: wiwo.de/chef-abo Helfen Sie uns, unsere Podcasts weiter zu verbessern. Ihre Meinung ist uns wichtig: www.wiwo.de/zufriedenheit [Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER](http://cmk.wiwo.de/cms/articles/15602/anzeige/podcast-werbepartnerinnen/hier-gibt-s-weitere-infos-zu-den-angeboten-unserer-werbepartner-innen)
Salzgitter-Chef Groebler: „Die gesamte Industrie hat Demut gelernt“02 Sep 202200:57:59
Es ist die größte Zäsur in der Geschichte der Stahlindustrie. Deutschlands CO2-Produzentin Nummer eins muss jetzt die Dekarbonisierung einleiten. Allein ein einziger Hochofen ist so schmutzig wie 2,5 Millionen Autos. Für die erfolgreiche Transformation sind viele Fördermilliarden, viel grüner Wasserstoff, viel grüner Strom und ein Denken in Materialkreisläufen nötig. Theoretisch stehen die Pläne, auf dem Papier klappt alles. In der Realität hakt es noch an zentralen Stellen. Vor allem die Kapazitäten der grünen Energieversorgung machen der Industrie Sorgen. Womit wir bei meinem heutigen Gast wären. Er ging mit 18 auf die Jagd, sitzt schon beim Bewerbungsgespräch am liebsten auf den Stuhl des Chefs, benutzt Flugreisen als Karrieresprungbrett, hat den Elchtest bestanden, präsentiert das beste Halbjahresergebnis der Firmengeschichte und beklagt sich über zu lange Genehmigungsverfahren in Deutschland. Gunnar Gröbler ist seit 2021 CEO von Deutschlands zweitgrößtem Stahlkonzern Salzgitter mit einem Umsatz von rund 9 Milliarden Euro. Groebler hat mir erzählt, warum grüner Stahl wettbewerbsfähig sein wird, Schrott das neue Gold ist, Genehmigungsverfahren im Ausland deutlich besser organisiert sind, Salzgitter das Gas nicht ausgeht und er im Frack vor dem schwedischen König stand. Unsere aktuelle Titelgeschichte: Deutschland gehen die Arbeitskräfte aus. Das kostet Wachstum und Wohlstand – wenn Politik und Wirtschaft jetzt nicht aufwachen. Wer baut künftig Windräder und Wärmepumpen? Wer pflegt die Alten, pampert die Boomer? Zehn Wege aus dem Personalmangel. https://www.wiwo.de/my/politik/deutschland/fachkraeftemangel-wer-macht-morgen-die-arbeit/28645334.html [wiwo+] Wenn Sie mir Feedback geben möchten, Lob, Kritik oder Anregungen loswerden wollen oder eine Frage haben, erreichen Sie mich unter balzli@wiwo.de *** Das exklusive Abo-Angebot für Sie als WirtschaftsWoche Chefgespräch-Hörerinnen und Hörer: wiwo.de/chef-abo
HHLA-Chefin Titzrath: „Fingerhakeln gehört nach Bayern“26 Aug 202201:05:28
Eine Blechkiste ist das Symbol der Globalisierung. Standardcontainer bilden die DNA eines funktionierenden Welthandels – sofern sie zur richtigen Zeit in der richtigen Menge am richtigen Ort sind. Doch das funktioniert schon lange nicht mehr. Das Logistiksystem steuert auf den Infarkt zu. Krieg, Corona-Lockdowns in China, Fachkräftemangel, Sanktionen oder marode Bahnen stören die Lieferketten. Pünktlichkeit gibt es nicht mehr. Entweder stehen zu viele Container rum oder gar keine. Die Allianzen der Reeder werden in diesem Chaos immer reicher und mächtiger, Deutschlands größter Hafen dagegen immer ohnmächtiger – ganz zu schweigen von Hamburgs Bedeutungsverlust gegenüber Rotterdam und Antwerpen. Womit wir bei meinem heutigen Gast wären. Sie verbrachte die halbe Jugend mit einer Querflöte, machte bei Mercedes Karriere, liebt Rührei mit Krabben, hielt im Vorstand der Post nicht lange durch, wurde einst als „Hamburgs teuerste Azubine“ bezeichnet, gilt heute als Königin der Logistik und ist überzeugt, dass sich die Wirtschaft eines Landes nicht verstehen lässt, wenn man nicht auch dessen Kultur und Geschichte kennt. Angela Titzrath führt seit 2017 als Vorstandsvorsitzende die Hamburger Hafen und Logistik AG. Titzrath erzählt mir, warum Robert Habeck ihren Deal mit der chinesischen Reederei Cosco in Frage stellt, LKWs auch am Sonntag fahren sollten, das Baustellenmanagement der Deutschen Bahn nervt, die Reeder zu viel Macht besitzen und sie im Himalaya klettern will. Unsere aktuelle Titelgeschichte: Das Risiko, in China nicht dabei zu sein, ist größer als das Risiko, dabei zu sein? Das war einmal. Der einstige Sehnsuchtsstandort deutscher Manager wird zum Klumpenrisiko. Wirtschaft und Regierung spielen den Exit durch. https://www.wiwo.de/my/politik/ausland/deutschlands-schicksalspartner-raus-aus-china/28624758.html [wiwo+] Wenn Sie mir Feedback geben möchten, Lob, Kritik oder Anregungen loswerden wollen oder eine Frage haben, erreichen Sie mich unter balzli@wiwo.de *** Das exklusive Abo-Angebot für Sie als WirtschaftsWoche Chefgespräch-Hörerinnen und Hörer: wiwo.de/chef-abo
Cum-Ex-Versteher Fabio de Masi: „Das ist eine Form der organisierten Kriminalität“19 Aug 202201:23:07
Er wuchs auf einem Schloss auf, putzte Toiletten im Techno-Club, studierte Volkswirtschaft in Südafrika, liebt den Großvater für seinen Partisanenkampf gegen die Faschisten, steht auf klassische Rennräder, hängt sich Papst Franziskus und Mohammad Ali ins Büro, vernachlässigt mitunter seinen Sohn, serviert den besten Espresso und ist überzeugt, dass die Politik zu oft in einer Blase lebt. Fabio de Masi war bis 2021 im Deutschen Bundestag der stellvertretende Vorsitzende der Fraktion Die Linke und gehört heute zu den bekanntesten Finanzmafia-Verstehern des Landes. Er weiß fast alles über Cum Ex, Wirecard & Co. Und er grillte höchstpersönlich Olaf Scholz in einem Untersuchungsausschuss. De Masi erzählt mir, warum Scholz sich im Fall Warburg der politischen Einflussnahme schuldig gemacht hat, sein Großvater geheime Botschaften in Salamis schmuggelte, Deutschland ein Problem mit Geldwäsche hat, Hamburg ziemlich skandalanfällig ist – und er am liebsten weit weg in den Bergen leben würde. Offline. Unsere aktuelle Titelgeschichte: Jahrelang ging es für Immobilienkonzerne steil bergauf. Sie kauften Wohnungen, profitierten satt von stetig steigenden Preisen. Damit ist jetzt Schluss. Die Zinsen ziehen an – und viele Firmen sind für den Abschwung schlecht gerüstet. Szenarien für die vier großen Spieler am Markt verheißen nichts Gutes. https://www.wiwo.de/my/unternehmen/dienstleister/vonovia-leg-und-co-die-substanz-luege/28607690.html [wiwo+] Wenn Sie mir Feedback geben möchten, Lob, Kritik oder Anregungen loswerden wollen oder eine Frage haben, erreichen Sie mich unter balzli@wiwo.de *** Das exklusive Abo-Angebot für Sie als WirtschaftsWoche Chefgespräch-Hörerinnen und Hörer: wiwo.de/chef-abo
Covestro-Chef Steilemann: „Jedes Watt zählt“12 Aug 202200:54:41
Manche bezeichnen die chemische Industrie als die Mutter aller Industrien. Wenn dort die Lichter ausgehen, kommt ein verheerender Dominoeffekt in Gang. Genau diese Befürchtung geistert seit Monaten durchs Land. Seit Putins Überfall auf die Ukraine explodieren die Energiepreise und es grassiert die Angst vor einem Lieferstopp für russisches Gas. Das sorgt nun in der Großchemie für erste Gewinnwarnungen. Womit wir bei meinen heutigen Gast wären. Er lernt seine Freunde bei Schneeballschlachten kennen, meditiert gerne beim Schwimmen, fährt ein Wasserstoff-Auto, schläft mit dem Handy neben dem Bett, glaubt an die Kreislaufwirtschaft, vermisst die positive Vision für die Republik und ist überzeugt, dass sich die Deutschen entscheiden müssen, ob sie ein Hightechstandort sein wollen oder ein Industriemuseum. Markus Steilemann ist seit 2018 der CEO des Kunststoffherstellers und Dax-Konzerns Covestro mit einem Umsatz von rund 16 Milliarden Euro und 18.000 Mitarbeitern. Steilemann erzählt mir, wie er zusammen mit dem Großvater für Chaos auf Bahnhöfen sorgte, warum er eine tiefe, lange Rezession befürchtet und weshalb die Chemie-Industrie nicht nur durch Bürokratie in ihrer Existenz bedroht ist. Unsere aktuelle Titelgeschichte: Der Fondsskandal in den USA, Flops bei der Digitalisierung und schwaches Wachstum wecken Zweifel an der Zukunftsfähigkeit der Allianz. Vorstandschef Oliver Bäte stellt Investoren mit Dividenden und Aktienrückkäufen ruhig. Aber seine Bilanz ist trübe – und der Konzern verzehrt seine Substanz. www.wiwo.de/28590948.html [wiwo+] Wenn Sie mir Feedback geben möchten, Lob, Kritik oder Anregungen loswerden wollen oder eine Frage haben, erreichen Sie mich unter balzli@wiwo.de *** Das exklusive Abo-Angebot für Sie als WirtschaftsWoche Chefgespräch-Hörerinnen und Hörer: wiwo.de/chef-abo
Schüco-Chef Engelhardt: „Wir müssen aus dieser Moll-Stimmung raus“05 Aug 202201:01:37
Eben noch brummte es auf deutschen Baustellen. Jetzt bremst plötzlich eine toxische Mischung das Geschäft. Gestörte Lieferketten, Fachkräftemangel, steigende Zinsen und eine Rekordinflation machen Bauprojekte zu unkalkulierbaren Himmelfahrtkommandos. Egal ob Gewerbeimmobilien oder neue Wohnungen, so manches Vorhaben wird von verunsicherten Investoren gerade auf Eis gelegt. Die Krise trifft nicht nur Baufirmen, sondern auch die großen Bauzulieferer. Womit wir bei meinem heutigen Gast wären. Er träumte von einer Politikerkarriere in der CDU, protestierte gerne in Fußgängerzonen gegen den Mauerbau, hat eine Schwäche für Familienunternehmen, glaubte lange an den deutsch-russischen Dialog, isst gerne Spargel – und gibt zu, in diesen Tagen nicht auf alles eine Antwort zu wissen. Andreas Engelhardt ist seit 2012 Vorstandsvorsitzender und seit 2014 persönlich haftender Gesellschafter des Bielefelder Unternehmens Schüco. Der Türen- und Fenstersystem-Hersteller beschäftigt mehr als 6000 Mitarbeiter und knackte vergangenes Jahr beinahe die Zwei-Milliarden-Umsatz-Marke. Engelhardt erzählt mir, warum er Helmut Kohl vermisst, wie er es als Nichtakademiker ins Top-Management schaffte und weshalb ihm die „Staatsversorgungsmentalität“ zunehmend Sorgen bereitet. Unsere aktuelle Titelgeschichte: Der Immobilienboom macht zu vererbende Häuser wertvoller. Die steigende Steuerlast droht Erben finanziell zu überfordern. Wer Vermögen zu übertragen hat, sollte daher früh handeln. Sieben Strategien helfen, die Erbschaftsteuer für die Familie zu mindern. https://www.wiwo.de/my/finanzen/vorsorge/vermoegen-steuerschonend-uebertragen-steuerfalle-immobilienerbe/28572830.html [wiwo+] Wenn Sie mir Feedback geben möchten, Lob, Kritik oder Anregungen loswerden wollen oder eine Frage haben, erreichen Sie mich unter balzli@wiwo.de *** Das exklusive Abo-Angebot für Sie als WirtschaftsWoche Chefgespräch-Hörerinnen und Hörer: wiwo.de/chef-abo
Alnatura-Chef Rehn: „Für mich war die Zeit bei Nestlé ein großes Geschenk“29 Jul 202201:15:46
Der Purpose ist das ultimative Buzzword. An ihm kommt heute keiner mehr vorbei. Im harten War for Talent will plötzlich jede Firma den Suchern nach dem Sinn ein nachhaltiges Zuhause geben. Eine ganze Wirtschaft stellt deshalb gerade den Menschen in den Mittelpunkt, rettet die Welt oder macht sie zumindest jeden Tag vermeintlich ein bisschen besser. Doch vieles riecht nach Marketing und nicht nach Überzeugungstätern. Wahre Pioniere prägten den Trend schon zu einer Zeit, als noch keiner von einem Trend gesprochen hat. Womit wir bei meinem heutigen Gast wären. Er putzte als Junge für die ganze Familie die Schuhe, überlässt die guten Schulnoten den anderen, wird kein Chefarzt wie sein Vater, kocht lieber Rezepte von Starkoch Jamie Oliver, verkrachte sich mit seinem Schwager, baute eine klimafreundliche Firmenzentrale aus Lehm, startete seine Karriere beim Schweizer Lebensmittelgiganten Nestlé und ist überzeugt, dass die Wirtschaft für den Menschen da ist, nicht umgekehrt. Götz Rehn ist Gründer und Geschäftsführer der Bio-Supermarktkette Alnatura mit einem Umsatz von rund 1,2 Milliarden Euro und über 140 Filialen. Er erzählt mir, warum zu Beginn niemand für ihn arbeiten wollte, er Betriebsräte für überflüssig hält, weshalb er in seiner Jugend vor einem Wasserwerfer stand – und womit er seinen Vater schockierte. Wenn Sie mir Feedback geben möchten, Lob, Kritik oder Anregungen loswerden wollen oder eine Frage haben, erreichen Sie mich unter balzli@wiwo.de *** Das exklusive Abo-Angebot für Sie als WirtschaftsWoche Chefgespräch-Hörerinnen und Hörer: wiwo.de/chef-abo
Fritz-Kola-Chef Wiegert: „Wir müssen ja nicht über Nacht die Welt erobern“22 Jul 202200:59:37
Glorreiche Gründergeschichten handeln in diesen Tagen immer von digitalen Helden. Am Wesen ihrer Plattform-Ökonomie soll die vernetzte Welt genesen. Gefühlt will irgendwie jeder das nächste Netflix sein – abgehoben, virtuell, skalierbar und verdammt zum Reichwerden. Doch was inzwischen fast alle vergessen haben: Reich und innovativ geht auch analog und bodenständig. Willkommen in der Welt der Sterneköche, Gewürzmischer und Brausekönige! Womit wir bei meinem heutigen Gast wären. Er will schon als Kind ein hellwacher Unternehmer werden, trainierte sein Verkaufstalent mit Damenmode, gilt als König der Gegenmeinung, kassiert einen Supershitstorm für eine Kampagne mit Trump- und Erdogan-Motiven, fühlt sich wie David gegen Goliath, hat eine Perspektive von 100 Jahren, will Europa erobern, lässt Handbücher von Mitarbeitern laut vorlesen, findet Risikokapital fürchterlich – und ist überzeugt, dass seine Firma trotz Wachstum authentisch bleiben kann. Mirco Wolf Wiegert hat 2003 zusammen mit einem Freund den Brausehersteller Fritz Kola gegründet. Inzwischen machen die Hamburger weit über 50 Millionen Euro Umsatz. Er erzählt mir, warum Gründer keine Manager sind, er sich bei vielen Menschen entschuldigen musste, jetzt die beste Zeit ist, um zu gründen – und Cola-Rezepte weniger geheimnisvoll sind als viele denken. Wenn Sie mir Feedback geben möchten, Lob, Kritik oder Anregungen loswerden wollen oder eine Frage haben, erreichen Sie mich unter balzli@wiwo.de *** Das exklusive Abo-Angebot für Sie als WirtschaftsWoche Chefgespräch-Hörerinnen und Hörer: wiwo.de/chef-abo
Schleich-Chef Engehausen: „Zu jeder unternehmerischen Tätigkeit gehört auch immer ein Quäntchen Glück“15 Jul 202200:47:56
Alle, die kleine Kinder haben, kennen das Gefühl. Du gehst mit ihnen in eine Spielzeugabteilung und fragst dich, wie du da wieder rauskommst. Schnell schon mal gar nicht. Denn da steht dann sicher ein riesiger Dinosaurier mitten in der Verkaufsfläche. Der Dino fasziniert Kinder derart, dass der Abschied nur unter lautstarkem Protest und strafenden Blicken aller restlichen Kunden möglich ist. In solchen Momenten verflucht man den Hersteller vielleicht so ein kleines bisschen. Womit wir bei unserem heutigen Gast wären. Er schwärmte als Kind für die Rauchenden Colts, fährt mit dem Campingbus zum Surfen, liest am liebsten das Leitbuch des Marineoffiziers, testet Produkte gerne an seinen Kindern, predigt das Spielen ohne Regeln, weiß nicht so recht, ob der Delfin oder der Esel sein Lieblingstier ist, und glaubt, dass Cybersex den echten Sex nicht ersetzen wird und darum Tradition und Moderne gut miteinander können. Dirk Engehausen ist seit 2015 der CEO des Spielfigurenherstellers Schleich. In dieser Zeit konnte er den Umsatz mehr als verdoppeln auf 255 Millionen Euro. Engehausen erzählt im Podcast, wie die Zeit bei der Armee seinen Führungsstil beeinflusst hat, er seinen alten Arbeitgeber Lego das Fürchten lehren will und weshalb ein trinkendes Zebra mal richtig floppte. Unsere aktuelle Titelgeschichte: Atomkrieg, Pandemie, Klimaschock: Superreiche fürchten die Apokalypse und suchen Sicherheit – für sich und ihre Milliarden. Sie lassen Tresore für ihr Gold bauen und heuern Exsoldaten zu ihrem Schutz an, sie kaufen Pässe für maximale Reisefreiheit und Luxusbunker, die unerreichbar sind für Putins Atomraketen. Ein Milliardengeschäft rund ums große Geld – und mit eigenen Gesetzen. https://www.wiwo.de/my/erfolg/trends/fluechtlinge-de-luxe-wie-superreiche-jetzt-ihr-geld-in-sicherheit-bringen-/28505166.html [wiwo+] Wenn Sie uns Feedback geben möchten, Lob, Kritik oder Anregungen loswerden wollen oder eine Frage haben, erreichen Sie mich unter christian.schlesiger@wiwo.de und den Chefredakteur unter balzli@wiwo.de *** Das exklusive Abo-Angebot für Sie als WirtschaftsWoche Chefgespräch-Hörerinnen und Hörer: wiwo.de/chef-abo
EnBW-Chef Mastiaux: „Ich kann absolut nicht ausschließen, dass die Gaspreise nochmal nach oben gehen“08 Jul 202201:19:55
Erleben wir gerade Deutschlands Abstieg, fragen sich in diesen Tagen wieder viele. Die digitale Tristesse ist längst nicht mehr das einzige Handicap. Ein ganzes Land gibt sich scheinbar der Dysfunktionalität hin. Auf Straße, Schiene und in der Luft wiederholt sich beinahe täglich der Verkehrsinfarkt. Und nun droht wegen Putin auch noch der nächste Winter empfindlich kalt zu werden. Die Versorgungssicherheit mit Energie steht auf dem Spiel. Notfallpläne werden durchgespielt, die Preise explodieren, Firmen sorgen sich um ihre Existenz. Nur noch wenige durchschauen, was sich hier gerade abspielt und wie ernst die Lage noch werden kann. Womit wir bei meinem heutigen Gast wären. Er ist ein Kind des Ruhrgebiets, spielte in einer richtig schlechten Schülerband, reist gerne mit einer faltbaren Gitarre durch die Welt, handelte schon vor fünfzehn Jahren mit Flüssigerdgas, spielt ziemlich gut Tennis, übt sich in schwäbischer Zurückhaltung, hält E-Auto-Ladesäulen für mögliche Investitionsruinen, findet die Verwaltung sei nicht auf die Energiewende vorbereitet und ist überzeugt, dass Wasserstoff frühestens in zehn Jahren breit zum Einsatz kommt. Frank Mastiaux ist seit zehn Jahren CEO des von der öffentlichen Hand kontrollierten Energiekonzerns EnBW – mit einem Umsatz von 32 Milliarden Euro und einem Betriebsgewinn von knapp 3 Milliarden. Mastiaux erzählt mir im Podcast, was geschehen muss, damit die Energiewende endlich gelingt, warum der Gasmarkt psychologisch reagiert und wie man dieser Tage mit russischen Geschäftspartnern kommuniziert. Unsere aktuelle Titelgeschichte: Unternehmer sind schwer beschäftigt mit Gasengpässen und Kapazitätsproblemen, mit Fachkräftemangel und Rezessionsrisiken – und mit der Regelwut der Bürokratie. Sie beklagen eine Kultur der Angst und Innovationsfeindlichkeit in Behörden. Und proben nun den Aufstand gegen ihre Überregulierung. https://www.wiwo.de/28467902.html [wiwo+] Wenn Sie mir Feedback geben möchten, Lob, Kritik oder Anregungen loswerden wollen oder eine Frage haben, erreichen Sie mich unter balzli@wiwo.de *** Das exklusive Abo-Angebot für Sie als WirtschaftsWoche Chefgespräch-Hörerinnen und Hörer: wiwo.de/chef-abo
Klöckner-Chef Kerkhoff: „Eins ist klar: Die Herausforderung ist riesig“01 Jul 202200:47:02
Kaum ein Produkt ist so eng mit der Geschichte des Industriestandortes Deutschland verbunden wie Stahl. Er bestimmt seit Jahrzehnten Aufstieg und Fall von traditionsreichen Imperien, narzisstischen Managern und aggressiven Investoren. Nun droht der nächste Stresstest. Der Klimawandel wird zur ultimativen Herausforderung für die Stahlindustrie. Die grüne Transformation kostet Milliarden und der Erfolg ist keineswegs gesichert, sagen die einen. Die anderen prophezeien dem grünen Stahl eine blühende Zukunft. Womit wir bei meinem heutigen Gast wären. Er wohnt am liebsten in einem Volkswagen Bulli, twittert Fotos von seinem Impfausweis, kann von Energie bis Handyverträgen eigentlich alles verkaufen, eröffnet gerne Kneipen für Mitarbeiter, liest Krimis, die seine Aufsichtsräte schreiben, und ist überzeugt, dass der Ersatz von Stahl eine Umweltkatastrophe wäre. Guido Kerkhoff ist seit Mai 2021 Vorstandsvorsitzender von Klöckner, der mit über fünf Milliarden Euro Umsatz zu den weltweit größten Stahlhändlern gehört. Kerkhoff erzählt mir, wie er vergeblich versuchte, den Niedergang von Thyssenkrupp zu stoppen – und warum Schrott das neue Gold und Stahl der neue Klimaretter ist. Unsere aktuelle Titelgeschichte: Seit dem Überfall Russlands auf die Ukraine ist klar: Deutschland muss ohne Putins Erdgas wirtschaften – früher oder später. Jetzt wissen wir: Das Aus kann schon in den nächsten Wochen kommen. Konzerne und Mittelständler rüsten für den Winter – und fürchten um ihre Existenz. https://www.wiwo.de/my/unternehmen/energie/putin-provoziert-die-energiekrise-deutschlands-gas-trauma/28467772.html [wiwo+] Wenn Sie mir Feedback geben möchten, Lob, Kritik oder Anregungen loswerden wollen oder eine Frage haben, erreichen Sie mich unter balzli@wiwo.de *** Das exklusive Abo-Angebot für Sie als WirtschaftsWoche Chefgespräch-Hörerinnen und Hörer: wiwo.de/chef-abo
Mr.-Wash-Chef Enning: „Das Auto ist mehr Gebrauchsgegenstand geworden“13 Jun 202400:38:27
Wer wissen will, wie der deutsche Durchschnittsbürger in einen typischen sonnigen Samstag startet, der dürfte mit einer Vermutung ziemlich oft richtig liegen: Erst geht es in den Supermarkt, zum Getränkehändler und dann, als krönender Abschluss: in die Waschstraße. Wenn auch das Auto glänzt, kann das Wochenende wirklich beginnen. Das weiß wohl niemand besser als Richard Enning, Chef und Inhaber der Autowaschkette Mr. Wash aus Essen, die in Deutschland gut 2000 Mitarbeiter beschäftigt und 300 Millionen Euro Umsatz im Jahr macht. Enning erzählt Konrad Fischer, wie wichtig zufriedene Mitarbeiter für ein Unternehmen sind, weshalb sich die Einstellung der Deutschen zu ihrem Auto verändert hat – und ob er demnächst nur noch Roboter beschäftigen wird. Mitarbeit: Johannes Grote, Anna Hönscheid *** Das exklusive Abo-Angebot für Sie als WirtschaftsWoche Chefgespräch-Hörerinnen und Hörer: wiwo.de/chef-abo Helfen Sie uns, unsere Podcasts weiter zu verbessern. Ihre Meinung ist uns wichtig: www.wiwo.de/zufriedenheit [Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER](http://cmk.wiwo.de/cms/articles/15602/anzeige/podcast-werbepartnerinnen/hier-gibt-s-weitere-infos-zu-den-angeboten-unserer-werbepartner-innen)
E.On-Chef Birnbaum: „Wir müssen jetzt ohne Tabus nach Lösungen suchen“24 Jun 202201:20:48
Die Zeitenwende ist in diesen Tagen das deutsche Buzzword Nummer eins. Alte Gewissheiten gelten nicht mehr. Plötzlich herrscht wieder Krieg in Europa. Und plötzlich reden alle über ein Thema, das vor wenigen Monaten noch für viele Menschen so aufregend war wie eine Rede von Olaf Scholz. Seit Kreml-Chef Wladimir Putin mit dem Gashahn spielt, diskutiert ein ganzes Land über die Versorgungssicherheit mit Energie. Alle haben begriffen, dass die fatale Abhängigkeit von Russland schleunigst beendet werden muss. Aber wie und vor allem wann ist das zu schaffen? Wer wird auf diesem Weg zu den Verlierern gehören? Und wer muss eigentlich mögliche Energierationierungen für Haushalte und Unternehmen vor Ort umsetzen und gleichzeitig die immer höheren Rechnungen verschicken? Damit wären wir bei meinem heutigen Gast. Er hat ein bisschen Adriaküste im Blut, predigt am liebsten mit einer Weihnachtsmütze auf dem Kopf optimistische Botschaften, setzt sich für Inklusion ein, warnt vor einem Masken-Egoismus-Syndrom auf dem europäischen Gasmarkt, erholt sich am liebsten an einer Felswand, versucht Konfuzius zu begreifen, setzt viel Geld auf Wasserstoff und ist sicher, dass die Stromnetze kollabieren, wenn der Ausbau nicht schneller vorangeht. Leonard Birnbaum ist seit April 2021 CEO des Dax-Konzerns Eon, einer von Europas größten Netzbetreibern für Gas und Strom. Um Missverständnissen vorzubeugen: Eon betreibt abgesehen von Ausnahmen keine Kraftwerke. Birnbaum erzählt mir, warum Fracking in Deutschland kein Tabu mehr sein darf, das Netz ohne massiven Ausbau bald überlastet sein wird, deutsche Kernkraftwerke nicht einfach weiterlaufen können – und wie stark der Gaspreis explodieren wird. Unsere aktuelle Titelgeschichte: Die Zentralbanken haben die Inflation lange unterschätzt. Jetzt müssen sie die Zinsen kräftig anheben, um die Teuerung unter Kontrolle zu bringen. Doch die hohen Staatsschulden stehen dem Kampf gegen die Inflation im Weg. Besonders in Europa. Flammt jetzt die Euro-Krise wieder auf? www.wiwo.de/28447626.html [wiwo+] Wenn Sie mir Feedback geben möchten, Lob, Kritik oder Anregungen loswerden wollen oder eine Frage haben, erreichen Sie mich unter balzli@wiwo.de *** Das exklusive Abo-Angebot für Sie als WirtschaftsWoche Chefgespräch-Hörerinnen und Hörer: wiwo.de/chef-abo
Roeckl-Chefin: „Ich hatte nicht damit gerechnet, dass der Weg so steinig ist“17 Jun 202201:02:42
Familienunternehmen genießen in Deutschland einen besonderen Ruf. Im Gegensatz zu anonymen Großkonzernen mit den angeblich so gierigen Managern dienen die nahbaren Unternehmerdynastien als perfekte Projektionsfläche – eine Projektionsfläche für die Sehnsucht nach sozialen Superreichen, tollen Traditionen und filmreifen Dramen. Doch die Realität kommt meist weniger glamourös daher. Oft ist das Familienerbe anfänglich mehr Last statt Lust und manchmal droht vor einem Comeback sogar der Untergang. Womit wir bei meinem heutigen Gast wären. Sie spielte als Kind mit Schnittmustern, entspannt sich beim Motocross, hält Handschuhe für etwas Magisches, ist gegen die Frauenquote, hätte in einer Fuck-up-Night viel zu erzählen – und ihre Vorfahren belieferten die österreichische Kaiserin Sissi. Annette Roeckl führt in sechster Generation den gleichnamigen Handschuhhersteller, der inzwischen noch viel mehr ist. Roeckl erzählt mir im Podcast, warum der Klimawandel ihr Geschäft bedroht, die Insolvenz im Jahr 2017 eine traumatische Erfahrung war, die Expansion nach China und in die USA auf Eis liegt, das Verhältnis mit ihrem Bruder schwierig ist, sie mit dem Motorrad durch Vietnam fahren will – und Karl Lagerfeld bei den falschen Leuten eingekauft hat. Sie möchten einmal live bei einer Podcast-Aufzeichnung des Chefgesprächs dabei sein? WiWo-Chefredakteur Beat Balzli begrüßt am Donnerstag (23. Juni) um 16.30 Uhr den Chef des marktführenden Stahlhändlers Klöckner & Co, Guido Kerkhoff. Jetzt anmelden und im Livestream zuschauen: https://anmeldung.me/chefgespraech-live/ Unsere aktuelle Titelgeschichte: Die Erfolgsbilanz von Tesla-Chef Elon Musk ist imposant. Doch seit Kurzem scheint er sich immer mehr zu verzetteln und Produktversprechen nicht halten zu können. Vor allem der lange Zeit technisch führende E-Auto-Bauer ist auf einem gefährlichen Kurs. https://www.wiwo.de/my/unternehmen/auto/gefaehrlicher-kurs-musks-grosser-irrtum/28426718.html [wiwo+] Wenn Sie mir Feedback geben möchten, Lob, Kritik oder Anregungen loswerden wollen oder eine Frage haben, erreichen Sie mich unter balzli@wiwo.de *** Das exklusive Abo-Angebot für Sie als WirtschaftsWoche Chefgespräch-Hörerinnen und Hörer: wiwo.de/chef-abo
Grünen-Vorsitzende Ricarda Lang: „Ich finde nicht, dass von Seiten der EZB Fehler gemacht wurden“10 Jun 202200:57:57
Die Ampelregierung blinkt gerade grün. Die Beliebtheitswerte von Außenministerin Annalena Baerbock und Wirtschaftsminister Robert Habeck steigen beinahe täglich, selbst in den Chefetagen der Großkonzerne. Der Kanzler und Nicht-Kommunikator Olaf Scholz liegt deutlich dahinter. Und FDP-Finanzminister Christian Lindner steht noch schlechter da. Der propere Porschefreak wirkt gerade wie ein ohnmächtiger Opelfahrer, der SPD und Grüne brav zu ihren Ausgaben-Orgien chauffiert. Doch der Siegeszug der grünen Realos stresst den linken Flügel. Panzerlieferungen an die Ukraine und Gasdeals mit demokratiefeindlichen Autokraten empfinden viele an der Basis der klimabewegten Friedenspartei als Zumutung. Womit wir bei meinem heutigen Gast wären. Sie ist die Enkelin eines Pfarrers, Tochter einer alleinerziehenden Mutter, wurde durch die Schließung eines Frauenhauses politisiert, brach ihr Studium ohne Abschluss ab, wird von Gegnern als grüne Tonne diffamiert, postet auch mal Pferde-Fotos, bewundert Simone de Beauvoir, lässt sich von ungelesenen Büchern ein schlechtes Gewissen machen, ist gegen ein sofortiges Gasembargo und hält individuelle Verantwortung für einen Trick der Neoliberalen. Ricarda Lang ist seit vergangenem Februar zusammen mit Omid Nouripour eine der Bundesvorsitzenden von Bündnis 90/Die Grünen. Lang erzählt mir, warum sie eine Schwäche für Drag Queens hat, nicht jede Kritik an Frauen frauenfeindlich ist, hohe Spitzensteuersätze gar nicht so schlimm sind, sie für eine Übergewinnsteuer plädiert, ihre radikal-atheistische Phase vorbei ist – und die Neoliberalen vielleicht gar nicht so hart lügen wie sie immer dachte. Unsere aktuelle Titelgeschichte: Die Speicher füllen. Terminals bauen. LNG aus den USA und Katar beziehen. Schön und gut. Aber um den nächsten Winter zu überstehen, muss Deutschlands Wirtschaft Gas vor allem sparen. Wie viel weniger ist möglich? Was hilft kurzfristig? Gibt es einen Königsweg? Der große Diätplan für Unternehmen und Kraftwerke. https://www.wiwo.de/my/unternehmen/energie/energie-der-gas-sparplan-fuer-die-deutsche-wirtschaft/28411290.html [wiwo+] Wenn Sie mehr zu den Themen Energie, Klima und Mobilität hören möchten, sollten Sie in unseren Podcast „High Voltage“ reinhören: https://apple.co/3MFMo8z https://spoti.fi/3mxwJO3 Und hier geht es zum im Podcast erwähnten Video: https://youtu.be/EE6yUGYsbZU *** Das exklusive Abo-Angebot für Sie als WirtschaftsWoche Chefgespräch-Hörerinnen und Hörer: wiwo.de/chef-abo
SAP-Chef Klein: „Kein Treffen mit einem CEO, in dem es nicht um Lieferketten geht“03 Jun 202200:59:44
Nicht alles dreht sich um Digitalisierung, aber ohne Digitalisierung ist alles nichts. Egal ob Lieferketten, Nachhaltigkeit, Robotics oder Elektromobilität, in der Industrie wäre kein Megatrend noch beherrschbar. Cloud, KI und Code entscheiden über die Gewinner von Morgen. Deren mächtige Schöpfer sitzen alle im Silicon Valley und in China. Fast alle. In einer Kleinstadt in Baden-Württemberg versucht man diesem Trend seit fünfzig Jahren etwas entgegenzusetzen. Womit wir bei meinem heutigen Gast wären. Er wuchs als Sohn eines Bürgermeisters auf, versuchte erfolglos Fußballprofi zu werden, verpasste knapp die Geburt seiner Tochter, ist der jüngste CEO in einem Dax-Konzern, findet, dass man in der Chefetage schnell altert, kämpft mit einem zu tiefen Aktienkurs, hofft auf Rückenwind für seine Strategie – und muss sich mit einem Aufsichtsratschef abfinden, der scheinbar nie mehr gehen will. Christian Klein ist seit 2020 alleiniger CEO des Walldorfer Software-Hauses SAP, dem bis vor wenigen Monaten wertvollsten Unternehmen Deutschlands. Er erzählt mir, mit welchem Trick er Kunden nach Walldorf lockt, wie SAP die Auswirkungen des Ukrainekrieges spürt und warum jetzt auch der Mittelstand in die Cloud wechselt. Unsere aktuelle Titelgeschichte: Wie der Lebensmittelgigant Nestlé trotz Imageproblemen seine Marketing-Power ausspielen kann – und von der Inflation sogar profitiert. www.wiwo.de/28394184.html [wiwo+] Wenn Sie mir Feedback geben möchten, Lob, Kritik oder Anregungen loswerden wollen oder eine Frage haben, erreichen Sie mich unter balzli@wiwo.de *** Das exklusive Abo-Angebot für Sie als WirtschaftsWoche Chefgespräch-Hörerinnen und Hörer: wiwo.de/chef-abo
Webasto-Chef Engelmann: „Ich hoffe, es setzt irgendwann wieder ökonomische Vernunft ein“27 May 202200:58:36
Manche Ökonomen prophezeien in diesen Tagen den perfekten Sturm. Inflation, Zinsen und die Wahrscheinlichkeit einer Rezession steigen, in der Ukraine tobt ein Krieg. Und damit nicht genug. China droht nicht nur als globale Konjunkturlokomotive auszufallen, sondern sich auch vom Westen abzukoppeln. Pekings Null-Covid-Strategie und das zunehmend gespannte Verhältnis zu den USA verschieben die globale Tektonik. Das trifft besonders die deutsche Industrie. Deren Chinageschäft wuchs in den vergangenen Jahren atemberaubend. Mancher Konzern macht inzwischen bis zu 40 Prozent seines Umsatzes im Reich der Mitte und gerät damit in eine gefährliche Abhängigkeit. Womit wir bei meinem heutigen Gast wären. Er schwärmt für Segelboote auf dem Starnberger See, promovierte über Regionalbahnen, fährt mit Vorliebe Cabrios, isst gerne mit Chinesen in der Kantine, musste als erster CEO Deutschlands mit einem Corona-Ausbruch in seiner Firma kämpfen, leidet gerade unter tiefroten Zahlen – und glaubt, dass er noch rechtzeitig auf den Trend zur E-Mobilität aufgesprungen ist. Holger Engelmann führt seit 2013 den Autozulieferer Webasto. Das bayerische Familienunternehmen schafft es mit Autodächern, Standheizungen und Batteriesystemen auf einen Umsatz von 3,7 Milliarden Euro. Engelmann erzählt mir, was beim Riesenauftrag für den Ford Bronco alles schieflief, im Geschäft mit der E-Mobilität sein Wettbewerbsvorteil ist, die Inflation für seine harten Preisverhandlungen mit den Autoherstellern bedeutet, seine Kinder über die Autoindustrie denken – und warum er ursprünglich Arzt werden wollte. Unsere aktuelle Titelgeschichte: Putins Wirtschaft wird trotz Sanktionen länger durchhalten, als der Westen glaubt – doch sie dürfte auf den technischen Stand der Achtzigerjahre zurückfallen. Sogar erstaunliche Comebacks wären möglich. https://www.wiwo.de/my/politik/ausland/russlands-sanktionierte-oekonomie-sowjetunion-2-0-haelt-putins-wirtschaft-viel-laenger-durch-als-der-westen-glaubt/28373366.html [wiwo+] Wenn Sie mir Feedback geben möchten, Lob, Kritik oder Anregungen loswerden wollen oder eine Frage haben, erreichen Sie mich unter balzli@wiwo.de *** Das exklusive Abo-Angebot für Sie als WirtschaftsWoche Chefgespräch-Hörerinnen und Hörer: wiwo.de/chef-abo
Flix-Chef Schwämmlein: „Da muss ich mich schon beherrschen“20 May 202201:02:55
Die Mehrheit der Experten ist sich einig. Ohne Mobilitätswende ist der Klimaschutz zum Scheitern verurteilt. Das Verkehrssystem von heute wird in Zukunft deutlich emissionsärmer funktionieren müssen. E-Autos lösen in den nächsten Jahren die Verbrennertechnologie ab, selbst Schiffe werden immer öfter batteriebetrieben, die Flugzeugindustrie sucht nach alternativen Antrieben. Und besonders viele Milliarden pumpt die Politik gerade in die große Hoffnungsträgerin Deutsche Bahn. Auf Schienen soll das Land glücklich und zufrieden Richtung Klimaneutralität rollen. Doch noch ist dieser Plan eine Illusion. Tagtäglich bewegen sich die Deutschen auf dem Bahnsteig am Rande des Nervenzusammenbruchs. Züge kommen Stunden zu spät, mit defekten Bordbistros, halb so vielen Wagen wie angekündigt – oder sie kommen gar nicht. Mancher ist sich sicher, dass die Misere dem mangelnden Wettbewerb geschuldet ist. Womit wir bei meinem heutigen Gast wären. Er sagte als erstes Wort in seinem Leben „Bus“ statt „Mama“, findet Volleyball das Größte, saugte das grüne Denken mit der Muttermilch ein, kämpfte mitten im CSU-Land für Fahrradwege, will Weltmarktführer für grüne Günstig-Mobilität werden, streitet oft mit der Deutschen Bahn, muss familienbedingt schweren Herzens ein Auto kaufen und korrigiert lieber falsche Entscheide als gar nicht zu entscheiden. André Schwämmlein ist der Vorstandsvorsitzende der Mobilitätsplattform Flix, die er 2011 zusammen mit zwei Freunden gegründet hat. Im Busgeschäft ist die globale Expansion weit fortgeschritten, im Bahngeschäft steht man noch ganz am Anfang. Er erzählt mir von seinem schwierigen Verhältnis zur Deutschen Bahn, warum er letztlich doch nicht in die Politik gegangen ist, wie es sich anfühlte, eine amerikanische Ikone zu kaufen und er bewusst auf die „Gründer-Show“ bei Flix verzichtet. Unsere aktuelle Titelgeschichte: Für den Automarkt der Zukunft braucht VW das beste Betriebssystem. Doch Pleiten und Pannen gefährden das Projekt. Schafft Herbert Diess die Wende? www.wiwo.de/28357180.html [wiwo+] Wenn Sie mir Feedback geben möchten, Lob, Kritik oder Anregungen loswerden wollen oder eine Frage haben, erreichen Sie mich unter balzli@wiwo.de *** Das exklusive Abo-Angebot für Sie als WirtschaftsWoche Chefgespräch-Hörerinnen und Hörer: wiwo.de/chef-abo
Sternekoch Tim Raue: „Ich kenne keinen, der mit einer Vier-Tage-Woche erfolgreich ist“ | Jubiläums-Spezial13 May 202201:00:10
Corona war für die deutsche Gastronomie der größte anzunehmende Unfall. Maskenpflicht, Abstandsregeln, Lockdowns und ein mitunter willkürlich anmutendes Krisenmanagement der Politik haben eine ganze Branche an den Rand des Nervenzusammenbruchs manövriert – und darüber hinaus. Kein Wunder also, dass Deutschlands Wirte auf den Post-Corona-Boom hoffen. Endlich wieder Gäste statt gähnende Leere, endlich wieder gute Stimmung statt totaler Tristesse. Doch so einfach wird das nicht. Die Betriebe leiden unter einem verheerenden Fachkräftemangel, seit Corona arbeiten Koch und Kellner längst bei Amazon & Co. Mancher Kunde hat sich inzwischen an Thermomix und Lieferservice gewöhnt und jetzt kommt auch noch die Inflation. Wer in diesem brutalen Umfeld überleben will, braucht die richtige Strategie. Womit wir bei meinem heutigen Gast wären. Er prügelte sich als Mitglied einer Bande durch die Straßen Berlins, wurde mit 23 Jahren schon Küchenchef, schaffte wenige Jahre später den ersten Michelin-Stern, darf sich Netflix-Star nennen, kocht auf Traumschiffen von TUI, findet asiatische Küche spannend, war früher als Chef laut eigenen Aussagen „ein Riesenarschloch“, trinkt am liebsten industriell hergestellte Limonade – und kann Veganer erst seit kurzem ausstehen. Tim Raue ist einer von Deutschlands besten Köchen und Gastro-Unternehmern. Er hat sich im Stammhaus in Berlin zwei Michelin-Sterne erarbeitet, liegt im Ranking der weltweit besten Restaurants auf Platz 31 und schwärmt trotzdem gerne von der Hitze Anatoliens, die ein schlichter Döner-Teller ausstrahlt. Raue erzählt mir, warum seine Karriere mit einer Menge Ei begann, die Deutschen inzwischen dankbarer für Gastronomie sind, die Branche aber trotzdem zu negativ dargestellt wird – und sein Menü demnächst noch teurer wird. Wenn Sie mir Feedback geben möchten, Lob, Kritik oder Anregungen loswerden wollen oder eine Frage haben, erreichen Sie mich unter balzli@wiwo.de *** Das exklusive Abo-Angebot für Sie als WirtschaftsWoche Chefgespräch-Hörerinnen und Hörer: wiwo.de/chef-abo
Rügenwalder-Mühle-Chef Hähnel: „Wir sind keine Missionare“06 May 202201:07:32
Die Milch ist der neue Diesel, das Fleisch die neue Zigarette. Inzwischen vergeht kaum ein Tag, an dem tierische Produkte nicht in der Kritik stehen. Die Diskussion dreht sich um zu hohe CO2-Emissionen, Gesundheit, Tierquälerei und zu viel Wasserverbrauch. Haferdrink und Erbsenschnitzel gelten als die Glücklichmacher der Zukunft. Prompt wächst eine Milliardenindustrie heran, die internationale Großkonzerne und Start-ups beherrschen – und ein deutscher Mittelständler, der den vegetarischen Braten schon viel früher als alle anderen gerochen hat. Womit wir bei meinem heutigen Gast wären. Er fegte früher alle vom Tennis- und Basketballfeld, lebt nach dem Motto „Entschuldigen kannst Du Dich später“, verkaufte den Polen Nivea-Creme, rettete die Chinesen vor feucht gewordenen Bahlsen-Keksen, hat eine Schwäche für das Dschungelcamp, organisierte eine Currywurst-Hilfsaktion für leidende Volkswagen-Mitarbeiter, ist bekennender Flexitarier – und glaubt, fehlender Wettbewerb mache träge und satt. Michael Hähnel ist seit zwei Jahren der erste familienfremde CEO des 1834 gegründeten Wurstfabrikanten Rügenwalder Mühle, Deutschlands Marktführer bei Fleischalternativen. Hähnel erzählt mir, warum der Veggie-Boom kein Ende nimmt, er Soja in Deutschland anbaut, vegetarische Fischstäbchen nicht funktionieren, Preisverhandlungen wie Schachspielen sind – und er gleichzeitig auf Sylt und in Griechenland leben würde. Unsere aktuelle Titelgeschichte: Ukrainekrieg, Inflation und Lieferkrisen belasten die Weltwirtschaft und die Kurse an den Börsen. Anleger sollten jetzt auf krisensichere, zukunftsfähige Werte setzen. Sie finden sie unter den besten Aktien der Welt – den ertragsstarken Siegern unseres exklusiven Rankings. https://www.wiwo.de/my/finanzen/boerse/2300-unternehmen-im-check-die-besten-aktien-der-welt/28307274.html [wiwo+] Wenn Sie mir Feedback geben möchten, Lob, Kritik oder Anregungen loswerden wollen oder eine Frage haben, erreichen Sie mich unter balzli@wiwo.de *** Das exklusive Abo-Angebot für Sie als WirtschaftsWoche Chefgespräch-Hörerinnen und Hörer: wiwo.de/chef-abo
BayWa-Chef Lutz: „Wir sind auf dem Weg in eine Art DDR 2.0“29 Apr 202201:09:09
Spätestens seit Putins Krieg gegen die Ukraine hat uns die Inflation fest im Griff. Was letztes Jahr noch undenkbar schien, ist jetzt Realität. Das Geld entwertet sich mit einer Rate von über sieben Prozent im Monat. Bald drohen gar zweistellige Raten. Haupttreiber sind explodierende Energie- und Rohstoffpreise. Die Lage auf den Lebensmittelmärkten ist besonders angespannt. Die Ukraine gehört neben Russland zu den größten Weizenexporteuren der Welt. Nun warnen Experten vor Hungersnöten in afrikanischen Ländern und einem Brotpreis von zehn Euro in Deutschland. Womit wir bei meinem heutigen Gast wären. Er ist ein Vollblut-Bayer, schwärmt für die CSU, schreibt Bundes-Gesundheitsministern gerne böse Briefe, neigt zu undiplomatisch offenen Worten, kann vom Apfel bis zur Zeitung alles verkaufen, wird von Gegnern als Sonnenkönig beschrieben, setzte viel früher als andere auf Erneuerbare Energien – und befürchtet, dass in Deutschland die Staatswirtschaft die Macht übernimmt. Klaus Josef Lutz ist der ehemalige CEO des Süddeutschen Verlages und leitet seit 2008 als Vorstandsvorsitzender Deutschlands größten Agrarkonzern Baywa – mit einem Umsatz von rund 20 Milliarden Euro. Kommendes Jahr wechselt er auf den Chefsessel des Aufsichtsrates. Im Podcast erzählt er mir, warum er mit einem Willy-Brandt-Poster seine Großmutter schockte, beim Süddeutschen Verlag „ohne Ende verprügelt“ wurde, der Krieg in der Ukraine auch für Ägypten eine Katastrophe ist und er einst der größte Autohändler Europas werden wollte. Unsere aktuelle Titelgeschichte: Zu deutlich höheren Kaufpreisen kommen jetzt auch noch rasant steigende Kreditzinsen. Selbst Gutverdiener müssen sich vom Traum eines Eigenheims oft verabschieden. Oder doch nicht? Wie der Hauskauf doch noch klappt – und eine solide Finanzierung gelingen kann. https://www.wiwo.de/my/finanzen/immobilien/immobilienfinanzierung-wie-viel-haus-koennen-sie-sich-noch-leisten/28285024.html [wiwo+] Wenn Sie mir Feedback geben möchten, Lob, Kritik oder Anregungen loswerden wollen oder eine Frage haben, erreichen Sie mich unter balzli@wiwo.de *** Das exklusive Abo-Angebot für Sie als WirtschaftsWoche Chefgespräch-Hörerinnen und Hörer: wiwo.de/chef-abo
MIT-Vorsitzende Connemann: „Deutschland ist sehr satt, behäbig und langsam geworden“22 Apr 202201:15:09
Selten waren die Zeiten für den deutschen Mittelstand so herausfordernd wie heute. Rohstoff- und Energiepreise explodieren wegen Russlands Krieg gegen die Ukraine, Lieferketten werden instabiler, Fachkräfte sind knapper denn je, der Klimaschutz sorgt für Disruption. Und der Standort Deutschland spielt im internationalen Vergleich längst nicht mehr in der Liga der Wettbewerbsfähigsten. Erstens gehören die Unternehmenssteuern zu den höchsten, zweitens kennen viele Unternehmer Breitbandanschlüsse nur aus Erzählungen und drittens erinnert der Bürokratieabbau an das Ungeheuer von Loch Ness. Alle reden darüber, keiner hat es je gesehen. Trotzdem jagen ihm immer noch ein paar Unbeirrbare hinterher. Womit wir bei meinem heutigen Gast wären. Sie fütterte als Kind am Wochenende die Schweine, stritt mit ihrem Vater über eine Leichenhalle, lernte als Schuhverkäuferin Demut, liebt einen Baumversteher, fordert mehr Waffen für die Ukraine, kämpft für Leuchttürme auf Briefmarken, würde Kernkraftwerke gerne länger laufen lassen – und glaubt, die CDU sei die eigentlich grüne Partei. Gitta Connemann sitzt seit zwanzig Jahren für die CDU im Bundestag und ist seit wenigen Monaten die erste weibliche Vorsitzende der Mittelstands- und Wirtschaftsunion, kurz MIT. Sie agiert als politisches Sprachrohr der Unionsparteien für Unternehmer und Selbstständige. Im Podcast erzählt sie mir, warum wir ein Gasembargo nicht durchhalten würden, was die Regierung mit einem Zug gemeinsam hat, weshalb die Union die Wahl verloren hat und wie der Mittelstand entlastet werden muss. Ein Ständchen gab es übrigens auch. Unsere aktuelle Titelgeschichte: Das exklusive Ranking der WirtschaftsWoche zeigt, dass die Hochschulen in den neuen Bundesländern der Konkurrenz aus München, Aachen und Co. hinterherhinken. Noch. Denn jetzt kommen Tesla, Intel und Bosch. Lassen sie Dresden und Leipzig, Jena und Magdeburg zu Deutschlands Bildungsorten der Zukunft reifen? https://www.wiwo.de/my/erfolg/hochschule/hochschulranking-2022-die-besten-unis-fuer-ihre-karriere/28265914.html [wiwo+] Wenn Sie mir Feedback geben möchten, Lob, Kritik oder Anregungen loswerden wollen oder eine Frage haben, erreichen Sie mich unter balzli@wiwo.de *** Das exklusive Abo-Angebot für Sie als WirtschaftsWoche Chefgespräch-Hörerinnen und Hörer: wiwo.de/chef-abo
Gothaer-KV-Chefin: „Banken fanden alle sexy – und ich dachte: Versicherungen werden unterschätzt“06 Jun 202400:47:23
Sie war die Erste in ihrer Familie, die den Schritt aufs Gymnasium und dann an die Uni wagte. Durch das erste Staatsexamen fiel sie zunächst durch, ihre Auslandsstation musste sie aus finanziellen Gründen fast absagen. Trotzdem ist Silvia Eichelberg heute CEO der Gothaer Krankenversicherung. Eichelberg erzählt Konrad Fischer, wie sie trotz widriger Bedingungen an die Spitze kam, was schon als Jugendliche ihre Begeisterung für Versicherungen weckte – und ob die Welt private Krankenversicherung überhaupt braucht. Mitarbeit: Johannes Grote, Anna Hönscheid *** Das exklusive Abo-Angebot für Sie als WirtschaftsWoche Chefgespräch-Hörerinnen und Hörer: wiwo.de/chef-abo Helfen Sie uns, unsere Podcasts weiter zu verbessern. Ihre Meinung ist uns wichtig: www.wiwo.de/zufriedenheit [Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER](http://cmk.wiwo.de/cms/articles/15602/anzeige/podcast-werbepartnerinnen/hier-gibt-s-weitere-infos-zu-den-angeboten-unserer-werbepartner-innen)
RWI-Präsident Schmidt: „Die Weltwirtschaft wird in Mitleidenschaft gezogen“15 Apr 202201:11:26
Die German Angst geht um. Nach sorglosen Jahren mit tiefer Inflation, solidem Wachstum und steigenden Börsenkursen stehen wir jetzt mitten in einer Zeitenwende. Oder mit anderen Worten: Es wird ungemütlich. Der Post-Corona-Boom fällt aus. Putins Krieg gegen die Ukraine und die damit verbundenen Sanktionen des Westens haben das Potenzial, die deutsche Wirtschaft schwer zu treffen, im schlimmsten Fall in eine tiefe Rezession zu stürzen. Denn plötzlich erkennen alle, wie fahrlässig abhängig sich Deutschland von russischen Energielieferungen gemacht hat und was ein Lieferstopp bedeuten würde. Böse Erinnerungen an die Siebzigerjahre werden wach, als hohe Inflationsraten und mageres Wachstum regierten. Doch wie schlimm wird es wirklich? Darüber streiten sich die Gelehrten. Womit wir bei meinem heutigen Gast wären. Er hat eine enge Beziehung zu Australien, schaffte es als Doktorand an die Eliteuniversität in Princeton, ist kein Freund des Mindestlohns, hat eine Schwäche für BMW, glaubt nicht an den Wachstumsfaktor Kultur, lieferte 2009 die schlechteste Prognose seines Lebens ab – und hält ein Embargo für russisches Gas für ziemlich riskant. Christoph Schmidt ist seit 2002 der Präsident des RWI, dem Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung. Er hat vor kurzem zusammen mit den führenden deutschen Konjunkturforschungsinstituten eine brisante Gemeinschaftsprognose veröffentlicht. Wir besprechen in dieser Spezial-Folge zu Ostern alles, was Sie jetzt über ein Gasembargo, die Energiewende, Inflation im Supermarkt und an der Zapfsäule, Zinsen, konjunkturelle Aussichten und die Folgen der Geopolitik für die Lieferketten und die Unternehmensstrategien wissen müssen. Außerdem geht es um den schönsten Hafen der Welt, Handballpositionen und was sie über jemanden aussagen und die „ökonomische Alphabetisierung“ der Deutschen. Unsere aktuelle Titelgeschichte: Die Geldentwertung trifft längst nicht alle gleich hart. Zu den Profiteuren gehören Staaten, Markenhersteller, Immobilienbesitzer – und Anleger, sofern sie die richtige Strategie verfolgen. https://www.wiwo.de/my/politik/konjunktur/profiteure-der-steigenden-preise-die-gewinner-der-inflation/28249392.html [wiwo+] Wenn Sie mir Feedback geben möchten, Lob, Kritik oder Anregungen loswerden wollen oder eine Frage haben, erreichen Sie mich unter balzli@wiwo.de *** Das exklusive Abo-Angebot für Sie als WirtschaftsWoche Chefgespräch-Hörerinnen und Hörer: wiwo.de/chef-abo
Freenet-Chef Vilanek: „Ich bin aus dem katholischen Kindergarten geflogen“08 Apr 202201:04:40
Wer kennt es nicht, plötzlich ist der Anrufer weg oder der Handybildschirm eingefroren. Deutschland gilt trotz aller Fortschritte als Land der Funklöcher. Bei Breitbandanschlüssen liegt die Offline-Republik im internationalen Vergleich weit hinten, Glasfaser kennen viele nur aus Erzählungen. Gleichzeitig tobt auf dem Telekommunikationsmarkt ein erbitterter Verdrängungswettbewerb. Wer im Geschäft mit Handyminuten und Datenpaketen gewinnen will, muss der Konkurrenz mit Kampfpreisen die Kunden abjagen – und hoffen, dass von denen keiner das Kleingedruckte liest. Womit wir bei meinem heutigen Gast wären. Er verdiente sein erstes Geld mit Kohleschleppen, steht auf blaue Porsches und bunte Hosen, würde gerne zur Raumstation ISS fliegen, kann nichts mit Homeoffice anfangen, hält Teambuilding für Gefasel, hat keine Mühe, sich als Machtmensch zu outen – und er will mal was Neues machen. Denn Christoph Vilanek ist schon seit 2009 CEO des Büdelsdorfer Unternehmens Freenet, Deutschlands größtem netzunabhängigen Telekomanbieter. Freenet strickt als Wiederverkäufer aus den unübersichtlichen Tarifen von Vodafone, Telekom und Telefonica neue günstigere Angebote. Er erzählt mir, warum er Dieter Bohlen bewundert, ein Anhänger der Präsenzkultur ist, das lineare Fernsehen noch immer eine große Rolle spielt und wie seine Herkunft ihn „genetisch“ zum Verkäufer macht. Unsere aktuelle Titelgeschichte: Der Ukraine-Krieg treibt den Boom von grünen Aktien und Fonds. Doch längst nicht alle rechnen sich. Wie Sie Flops erkennen – und 13 Investments, die sich lohnen. https://www.wiwo.de/my/finanzen/geldanlage/gruene-investments-sind-oeko-anlagen-ueberbewertet/28234732.html [wiwo+] Wenn Sie mir Feedback geben möchten, Lob, Kritik oder Anregungen loswerden wollen oder eine Frage haben, erreichen Sie mich unter balzli@wiwo.de *** Das exklusive Abo-Angebot für Sie als WirtschaftsWoche Chefgespräch-Hörerinnen und Hörer: wiwo.de/chef-abo
Hanse-Yachts-Chef Runde: „Mehr als 30 ukrainische Mitarbeiter sind in den Krieg gezogen“01 Apr 202200:52:36
Die wirtschaftlichen Aussichten sind nicht rosig. In den Chefetagen ist die Stimmung schlecht, der Geschäftsklima-Index des Ifo-Instituts brach im März förmlich ein. Vor wenigen Wochen hofften noch alle auf einen Post-Corona-Boom, jetzt treibt Putins Krieg die Weltwirtschaft Richtung Rezession. Doch nicht alle Menschen werden darunter leiden. Ab einer gewissen Vermögensliga lassen sich solche Krisen locker wegstecken. Eine ganze Industrie kümmert sich deshalb intensiv um die Welt der Wohlhabenden, in der Spezialwünsche zum Alltag gehören – sei es für Private Jets, Oberklasse-Autos, Luxusimmobilien oder große und kleine Hochseeyachten. Womit wir bei meinem heutigen Gast wären. Sein Vater regierte einst für die SPD das Hamburger Rathaus, er hat eine Schwäche für die Küste und für Flugzeuge, wurde als Küchenbauer nicht glücklich, verkaufte jahrelang Liechtensteins Nationalstolz, hält Bootsbauer für einen Traumjob und kann sich immer noch nicht entscheiden, ob er lieber vegetarisch kocht oder ein Filet-Steak auf den Grill legt. Der Hamburger Hanjo Runde führt seit wenigen Monaten als CEO die Greifswalder Firma HanseYachts, dem weltweit zweitgrößten Hersteller hochseetauglicher Segelyachten. HanseYachts ist seit 2011 im Mehrheitsbesitz des Münchner Finanzinvestors Aurelius. Er erzählt mir, wie ihn sein Vater und die SPD prägten, warum er zweimal am Tag Meetings zu unfertigen Booten hat, was er an chinesischen Geschäftspartnern besonders überraschend fand und wie HanseYachts mit dem Fachkräftemangel umgeht. Unsere aktuelle Titelgeschichte: Russland droht mit Stopp der Gasexporte und verschärft damit eine Rohstoffkrise, auf die gerade Deutschland schlecht vorbereitet ist. Edelmetalle und Seltene Erden sind knapp und teuer – und werden auch nicht bevorratet. Das Staunen über das Versäumte ist groß. Manager und Politiker versuchen jetzt schnell Lösungen zu finden – mit ungewöhnlichen Strategien. https://www.wiwo.de/my/unternehmen/industrie/gefaehrliche-knappheit-rohstoff-alarm-in-der-deutschen-industrie/28216506.html [wiwo+] Wenn Sie mir Feedback geben möchten, Lob, Kritik oder Anregungen loswerden wollen oder eine Frage haben, erreichen Sie mich unter balzli@wiwo.de *** Das exklusive Abo-Angebot für Sie als WirtschaftsWoche Chefgespräch-Hörerinnen und Hörer: wiwo.de/chef-abo
Vorwerk-Chef Stoffmehl: „Kann nicht ausschließen, dass wir dieses Jahr den Thermomix-Preis erhöhen werden“25 Mar 202201:01:15
Wer sich das Chefgespräch regelmäßig anhört, weiß bereits, dass ich ein glühender Anhänger des Fischstäbchens bin. Und somit lässt sich leicht erahnen, dass Kochen nicht so mein Ding ist. In meinen Studentenzeiten gab es in der WG praktischerweise immer einen, der es besser und leidenschaftlicher machte. Nach der Uni war der Gang ins Restaurant oder der Griff in die Tiefkühltruhe oft verlockender als der eigene Zwiebelschäler. Spätestens seit Corona macht nun eine ganze Industrie mit meiner Fraktion der Superbequemen noch mehr Geschäft. Die einen liefern fertige Zutatenpakete, die anderen teilautomatisieren das Kochen. Womit wir bei meinem heutigen Gast wären. Er ist der Spross einer Heizöl-Dynastie, jagt wilde Tiere, trinkt am liebsten Underberg, versuchte vergeblich mit einem Internet-Start-up reich zu werden, verkaufte leidenschaftlich Tiefkühlgemüse, hält den Direktvertrieb für eine der besten Erfindungen, besucht jeden Monat eine Kochparty, schüttelt gerne mal dem französischen Präsidenten die Hand und ist überzeugt, dass viele Manager die Demut verloren haben vor dem, was die Menschen an der Basis tagtäglich leisten. Thomas Stoffmehl ist Sprecher des Vorstands von Vorwerk, Europas größtem Direktvertriebsunternehmen, das mit dem Küchengerät Thermomix und dem Staubsauer Kobold über drei Milliarden Euro Umsatz macht. Er erzählt mir, welche Parallelen es bei der Jagd und im Management gibt, wie er Emmanuel Macron erlebte und warum er die Cookit-Konkurrenz von Bosch nicht fürchtet. Unsere aktuelle Titelgeschichte: Um von Russland wegzukommen, drückt Wirtschaftsminister Robert Habeck die Energiewende schonungslos durch – mit enormen Risiken. https://www.wiwo.de/my/politik/deutschland/robert-habeck-koenig-planwirtschaft/28194206.html [wiwo+] Wenn Sie mir Feedback geben möchten, Lob, Kritik oder Anregungen loswerden wollen oder eine Frage haben, erreichen Sie mich unter balzli@wiwo.de *** Das exklusive Abo-Angebot für Sie als WirtschaftsWoche Chefgespräch-Hörerinnen und Hörer: wiwo.de/chef-abo
Douglas-Chefin Tina Müller: „Frauen sind nicht per se friedensstiftender als Männer“18 Mar 202201:03:25
Frauen sind an den Schalthebeln der Macht immer noch eine Seltenheit. Sie sitzen weder auf den Chefsesseln der Firmen noch der Investoren. Im Leitindex Dax ist gerade mal ein CEO-Posten weiblich besetzt. Von den 500 deutschen Weltmarktführern werden nicht einmal fünf Prozent von einer Frau geführt. In den Führungsetagen der kleinen und mittelgroßen Firmen schrumpft der Anteil sogar. Und wer wachsenden Start-ups frisches Geld gibt, bestimmen meist immer noch Männer. Nur ganz wenige Frauen sind auf beiden Spielfeldern unterwegs. Womit wir bei meinem heutigen Gast wären. Sie wurde in einem Kloster-Gymnasium sozialisiert, züchtet auf der Dachterrasse Brombeeren, isst zum Frühstück neun verschiedene Nahrungsergänzungsmittel, lässt sich von einer App coachen, parkt im Kopf gerne um, erntete im Lockdown einen Shitstorm, träumt von einer eigenen Beauty-Farm, ist kein Liebling der Gewerkschaften und findet, dass es zum Jungsein nie zu spät ist. Douglas-CEO Tina Müller erzählt mir, wie sie die Drogeriekette zu einer Beauty- und Gesundheitsplattform umbaut, warum Managerinnen anders bewertet werden als Manager und wie „katastrophal“ die Lockdowns für den stationären Handel waren. Unsere aktuelle Titelgeschichte: Der Westen bekommt Russlands Superreiche kaum zu fassen. Denn die wissen nicht nur Milliarden zu scheffeln – sondern sie auch zu verstecken. https://www.wiwo.de/my/politik/ausland/kaum-zu-fassen-die-jagd-auf-putins-oligarchen/28171646.html [wiwo+] Wenn Sie mir Feedback geben möchten, Lob, Kritik oder Anregungen loswerden wollen oder eine Frage haben, erreichen Sie mich unter balzli@wiwo.de *** Das exklusive Abo-Angebot für Sie als WirtschaftsWoche Chefgespräch-Hörerinnen und Hörer: wiwo.de/chef-abo
Sartorius-Chef Kreuzburg: „Wir liefern zur Zeit nicht mehr nach Russland“11 Mar 202201:03:51
Putins Krieg gegen die Ukraine beherrscht die Schlagzeilen. Es gibt kaum noch ein anderes Thema, sogar Corona scheint plötzlich vorbei zu sein. Der Eindruck täuscht allerdings. Die Inzidenzzahlen steigen wieder, der Gesundheitsminister orakelt bereits eine Sommerwelle herbei und die Warnungen vor dem endgültigen Erlahmen der Impfkampagne reißen nicht ab. Die Pandemie hat die Menschen müde gemacht und den Unternehmen viel abverlangt. Mancher Einzelhändler und Gastronom musste aufgeben, andere stehen derzeit am Abgrund, nur von Staatshilfen am Leben erhalten. Doch es gibt nicht nur Verlierer. Das Virus sorgte mancherorts für einen Umsatzschub, und das nicht nur beim Online-Giganten Amazon. Womit wir bei meinem heutigen Gast wären. Er steht auf Bob Marley, macht seit siebzehn Jahren den gleichen Job, findet deutsche Wissenschaftler gründungsfaul, kann sich fürchterlich über Impfgegner aufregen, hält den gleichzeitigen Ausstieg aus Atom und Kohle für die Quadratur des Kreises und ist überzeugt, dass die Künstliche Intelligenz die biopharmazeutische Industrie retten wird. Joachim Kreuzburg ist seit 2005 CEO des Laborausrüsters Sartorius, hat in dieser Zeit Umsatz und Börsenkurs vervielfacht und versucht gerade, für elf Milliarden Dollar eine weitere Firma zu übernehmen. Er erzählt mir, wie Sartorius mit dem Krieg in Osteuropa umgeht, warum es falsch wäre, auf schnelle neue Krebsmedikamente zu setzen, was sich in der Zusammenarbeit von Wissenschaft und Wirtschaft verbessern muss - und weshalb er lieber mal in einer Berghütte einkehrt als den Gipfel zu erklettern. Unsere aktuelle Titelgeschichte: Russlands Angriff auf die Ukraine bremst das Wachstum und lässt die Börsenkurse purzeln, treibt die Inflation und vermiest die Konsumlaune. Der Weltwirtschaft droht ein Comeback der Siebziger – oder Schlimmeres. https://www.wiwo.de/my/politik/konjunktur/der-preis-des-krieges-treibt-putin-uns-in-die-rezession/28148630.html [wiwo+] Wenn Sie mir Feedback geben möchten, Lob, Kritik oder Anregungen loswerden wollen oder eine Frage haben, erreichen Sie mich unter balzli@wiwo.de *** Das exklusive Abo-Angebot für Sie als WirtschaftsWoche Chefgespräch-Hörerinnen und Hörer: wiwo.de/chef-abo
UBS-Europachefin Novakovic: „Wir tun immer so, als wären Frauen per Definition die besseren Manager“04 Mar 202201:03:17
Banker genossen in den letzten Jahren nicht den besten Ruf. Zuerst galten sie als die gierigen Bonusjäger, dann verspekulierten sie die halbe Weltwirtschaft, mussten anschließend vom Staat gerettet werden und jetzt verschlafen sie auch noch die Gleichberechtigung in den Chefetagen. So lautet zumindest das gängige Narrativ. Ob das der Realität entspricht, wollen wir heute klären. Womit wir bei meinem Gast wären. Sie ist das Kind einer Südtiroler Hoteliersfamilie, beschaffte sich als Mädchen Superkräfte aus Büchern, scheiterte mit ihrem Traum vom Kunststudium an ihrer Mutter, war die erste Frau in einem DAX-Vorstand, bezeichnet Arbeitskollegen schon mal als echte Kotzbrocken, tritt im Karneval gerne als Schneewittchen auf, konzentriert sich am liebsten auf superreiche Kunden, wird bald einen Krimi schreiben und findet nicht, dass Frauen die besseren Männer sein müssen. Christine Novakovic ist die Chefin der Europa-Tochter und der europäischen Vermögensverwaltung der Schweizer Großbank UBS, die weltweit über vier Billionen Dollar verwaltet. Sie erzählt mir, wie man Gleichberechtigung in den Chefetagen ohne Quote erreichen kann, wovon ihr erster Krimi handeln wird – und was die neuen Superreichen umtreibt. Unsere aktuelle Titelgeschichte: Deutschland will sich mithilfe von Flüssiggas und Wasserstoff aus der Abhängigkeit von Putins Energielieferungen lösen. Doch die globale Konkurrenz ist groß. https://www.wiwo.de/my/politik/deutschland/bloss-weg-von-putins-gas-operation-energiefreiheit/28125072.html [wiwo+] Wenn Sie mir Feedback geben möchten, Lob, Kritik oder Anregungen loswerden wollen oder eine Frage haben, erreichen Sie mich unter balzli@wiwo.de *** Das exklusive Abo-Angebot für Sie als WirtschaftsWoche Chefgespräch-Hörerinnen und Hörer: wiwo.de/chef-abo
Top-Ökonom Lars Feld: „Russland spielt als Handelspartner für Deutschland eine untergeordnete Rolle“25 Feb 202201:03:01
Die Zukunft von Deutschlands Geschäftsmodell wird mitunter ziemlich polemisch diskutiert. Die einen beschwören die drohende Öko-Planwirtschaft, für die anderen regieren immer noch zu viele gefühlskalte Neoliberale. Zwischen diesen beiden Extremen bekennen sich zwar alle zur sozialen Marktwirtschaft, aber alle verstehen etwas anderes darunter. Liegt die Betonung nun auf dem Wort „Marktwirtschaft“ oder auf „sozial“? Oder ist nicht sowieso die ökosoziale Marktwirtschaft der richtige Weg? In der neuen Ampel-Regierung ist jede Strömung vertreten, egal ob Greenpeace-Sympathisanten, Sozialstaatromantiker oder Haushaltspuristen. Die Sollbruchstellen in der Patchworkfamilie sind programmiert. Am Ende dürfte man sich vor allem ums Geld streiten, das vielleicht bald weniger wird, weil die geopolitischen Verwerfungen das deutsche Exportmodell hart treffen könnten. Womit wir bei meinem heutigen Gast wären. Er war früher Mitglied der SPD, gilt heute als Lieblingsfeindbild der SPD-Fraktion, wollte im Fall des Scheiterns seiner Ökonomenkarriere als Rocksänger durchstarten, wäre fast nach Österreich ausgewandert, bewundert die direkte Demokratie der Schweizer, gilt als Mister Schuldenbremse, preist als Ordoliberaler die Effizienz des Marktes und empfand die Hartz-Reformen als zu halbherzig. Lars Feld ist Professor für Wirtschaftspolitik an der Universität Freiburg, Leiter des dortigen Walter Eucken Instituts und ehemaliger Chef des Rats der Wirtschaftsweisen. Vor kurzem hat ihn Finanzminister Christian Lindner zu seinem persönlichen Wirtschaftsberater ernannt. Feld erzählt mir, warum der Klimaschutz als Subventionsmonster enden könnte, SPD-Wähler in der Familie Feld länger leben, Deutschlands Exportmodell in Zeiten geopolitischer Verwerfungen leidet, EZB-Chefin Christine Lagarde bald eine Zinsentscheidung fällen muss – und was es mit seiner Karriere als Rocksänger auf sich hat. Hinweis: Das Gespräch wurde bereits am 23.02. aufgezeichnet. Unsere aktuelle Titelgeschichte: Putin lässt die Kurse abstürzen, Krieg und Klimaschutz verteuern Energie, die Inflation erzwingt steigende Zinsen – an den Börsen endet die Ära des leicht verdienten Geldes. Die Sieger unseres exklusiven Rankings der besten Geldmanager verraten, wie sie jetzt Rendite sichern und Geldwerte schaffen. https://www.wiwo.de/my/finanzen/geldanlage/die-besten-vermoegensverwalter-2022-die-krisenstrategien-der-besten-boersenprofis/28099340.html [wiwo+] Wenn Sie mir Feedback geben möchten, Lob, Kritik oder Anregungen loswerden wollen oder eine Frage haben, erreichen Sie mich unter balzli@wiwo.de *** Das exklusive Abo-Angebot für Sie als WirtschaftsWoche Chefgespräch-Hörerinnen und Hörer: wiwo.de/chef-abo
Carsten Maschmeyer: „Ich hatte Angst, hirnkrank zu werden“18 Feb 202201:05:54
Carsten Maschmeyer hat eine unschöne Kindheit hinter sich, gilt als begnadeter Verkäufer, war zeitweise tablettensüchtig, investiert vor laufender Kamera in Trachtenmode, gründet mit seinem Arzt eine Firma, bezeichnet Geschäftspartner auch mal als Prinz Karneval und ist überzeugt, dass Armut von arm an Mut kommt. Er gründete einst den umstrittenen Finanzvertrieb AWD, führt heute die Maschmeyer Group, beschreibt in Büchern, wie man erfolgreich wird, und sucht in der Gründershow „Die Höhle der Löwen“ nach den ultimativen Geschäftsideen. Im Podcast hat er mir erzählt, warum er eigentlich Arzt werden wollte, beim Verkaufen auch mal zu weit ging, die Tablettensucht ihn beinahe umbrachte, beinahe Held in einem Kinderbuch wurde und Investments in Mental Health der letzte Schrei sind. Wenn Sie mir Feedback geben möchten, Lob, Kritik oder Anregungen loswerden wollen oder eine Frage haben, erreichen Sie mich unter balzli@wiwo.de *** Das exklusive Abo-Angebot für Sie als WirtschaftsWoche Chefgespräch-Hörerinnen und Hörer: wiwo.de/chef-abo
Personio-Chef Renner: „Unternehmenskultur erkennt man nicht an Rennrädern an den Wänden“11 Feb 202200:52:38
Die globale Jagd nach dem skalierbaren Geschäftsmodell hat längst den alten Kontinent erreicht. Während der unheimliche Geldsegen für vielversprechende Start-ups vor wenigen Jahren noch eine rein amerikanische Erzählung war, pumpen Investoren nun immer öfter europäische und vor allem deutsche Neugründungen auf. Die noch offenen Geldschleusen der Notenbanken machen es möglich. Selten war so viel Liquidität im Markt. Eine Finanzierungsrunde jagt die nächste, bereits macht das böse Wort von der Einhornblase die Runde. Denn Firmenbewertungen von weit über einer Milliarde Euro sind keine Einzelfälle mehr. Womit wir bei meinem heutigen Gast wären. Er verdiente sich sein Studium als Skipper in der Karibik, hängt sich gerne Rennräder an die Bürowand, vermisst in der Politik ein klares Bekenntnis zum Technologiesektor, schwärmt für Frankreichs Präsident Emmanuel Macron – und singt mit der Belegschaft im strömenden Regen „It’s raining men“. Hanno Renner ist der CEO und Gründer des Start-ups Personio, das eine ganzheitliche Software für das Personalmanagement im Mittelstand anbietet. Prominente Investoren, die einst beim Aufstieg von Facebook und Spotify dabei waren, bewerten Personio mit sagenhaften sechs Milliarden Euro. Damit gehört es zu den wertvollsten Start-ups Europas, obwohl es erst ein paar Tausend Kunden hat. Im Podcast erzählt er mir, was der Mittelstand von Gründern lernen sollte, warum die Start-up-Industrie größer als die Automobilbranche werden könnte – und wie sein Besuch bei Macron ablief. Wenn Sie mir Feedback geben möchten, Lob, Kritik oder Anregungen loswerden wollen oder eine Frage haben, erreichen Sie mich unter balzli@wiwo.de *** Das exklusive Abo-Angebot für Sie als WirtschaftsWoche Chefgespräch-Hörerinnen und Hörer: wiwo.de/chef-abo
Hagedorn-Chef: „Ich hatte keinen doppelten Boden – wäre ich runtergefallen, wäre sofort Feierabend gewesen“30 May 202400:54:43
Thomas Hagedorn hat erreicht, wovon kleine Kinder träumen – Und noch einiges mehr! Er war Baggerfahrer und baute später eines der weltweit größten Abbruchunternehmen auf. Es heißt wie er: Hagedorn, mit 500 Millionen Euro Jahresumsatz und mehr als 2000 Mitarbeitern. Er erzählt Varinia Bernau, wie er vom Baggerfahrer zum Millionär wurde, wieso er seine Töchter nicht drängt, das Unternehmen weiterzuführen und mit welcher einfachen Geste er bei Kunden Eindruck machte. Mitarbeit: Johannes Grote, Anna Hönscheid *** Das exklusive Abo-Angebot für Sie als WirtschaftsWoche Chefgespräch-Hörerinnen und Hörer: wiwo.de/chef-abo Helfen Sie uns, unsere Podcasts weiter zu verbessern. Ihre Meinung ist uns wichtig: www.wiwo.de/zufriedenheit [Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER](http://cmk.wiwo.de/cms/articles/15602/anzeige/podcast-werbepartnerinnen/hier-gibt-s-weitere-infos-zu-den-angeboten-unserer-werbepartner-innen)
Trigema-Eigentümerfamilie Grupp: „Wir haben in Deutschland keine Neidgesellschaft“04 Feb 202201:03:56
Die Deutschen lieben ihre Familienunternehmen. Sie gelten als solide Arbeitgeber, die Verbraucher trauen ihren Produkten und für viele sind sie die perfekte Projektionsfläche. Die Unternehmerdynastien stehen wahlweise für Glamour, Geld, Gier und Rosenkriege, aber auch für Disziplin, Verantwortung, Bodenständigkeit und überschaubare Strukturen – weit weg von den gesichtslosen Großkonzernen. Womit wir bei meinen Gästen wären. Sie genießen Kultstatus, fliegen gerne Hubschrauber, stehen auf Krawatten, Kostüme und Einstecktücher, wollen mit Banken nichts zu tun haben, produzieren nur in Deutschland, wirken manchmal aus der Zeit gefallen und sind überzeugt, dass echte Unternehmer trockenes Brot essen, wenn die Firma leidet. Wolfgang Grupp senior, seine Tochter Bonita und sein Sohn Wolfgang führen gemeinsam mit der Mutter das Textilunternehmen Trigema mit Sitz in Burladingen. Gerade läuft das Rennen um die Nachfolge des Patrons respektive den König von Burladingen, wie er auch genannt wird. Ich habe die drei in Schwäbisch Hall getroffen, wo wir das Gespräch beim CEO-Abend des Gipfeltreffens der Weltmarktführer geführt und live mitgeschnitten haben. Sie haben mir verraten, wie die Kindheit in einer der bekanntesten Familien Deutschlands war, ob sich Bonita und Wolfgang Grupp junior neben dem Übervater in der Firma behaupten können, was ihre Partnerwahl mit der Karriere zu tun hat, wie sie über New Work und Start-ups denken – und warum Grupp senior keinen Computer auf dem Schreibtisch stehen hat. Unsere aktuelle Titelgeschichte: Schutz vor Inflation, Risiken durch steigende Zinsen: Was bietet der Immobilienkauf noch? Die exklusive Analyse der 50 größten Städte. https://www.wiwo.de/my/finanzen/immobilien/exklusive-analyse-der-grosse-immobilienatlas/28033346.html (wiwo+) Wenn Sie mir Feedback geben möchten, Lob, Kritik oder Anregungen loswerden wollen oder eine Frage haben, erreichen Sie mich unter balzli@wiwo.de *** Das exklusive Abo-Angebot für Sie als WirtschaftsWoche Chefgespräch-Hörerinnen und Hörer: wiwo.de/chef-abo
Norbert Röttgen: „Putin hat nullkommanull Respekt gegenüber den westlichen Nachbarn“28 Jan 202200:58:41
Geopolitik entwickelt sich gerade zum alles bestimmenden Faktor. Alte und neue Großmächte streben nach einer neuen Weltordnung. Russlands Präsident Wladimir Putin sehnt sich nach der Größe der alten Sowjetunion, spielt an der ukrainischen Grenze Powerplay und will die Nato-Osterweiterung stoppen. China rüstet immer weiter auf, schottet sich ab und forciert gleichzeitig seinen Seidenstraßen-Imperialismus. Und die USA wollen die alten westlichen Alliierten ins Boot holen, um den neuen Kampf der Blöcke für sich zu entscheiden. Das wirft ein paar zentrale Fragen auf. Was bedeuten diese drohenden Verwerfungen für Europa? Kann die EU überhaupt Geopolitik oder kann sie nur Statist? Was folgt daraus für Deutschland, seine Wirtschaft und seine Energieversorgung? Die Antworten sind alles andere als einfach. Womit wir bei meinem heutigen Gast wären. Er trainierte Judo bis zum blauen Gürtel, träumte schon in der Schule lieber vom Kanzleramt als vom Kiffen, wurde einst Muttis Klügster oder der George Clooney vom Rhein genannt, weiß, was es heißt, aus Niederlagen lernen zu müssen und er glaubt, dass Ehrlichkeit, entgegen der weitläufigen Annahme von Macchiavelli, die Basis von Vertrauen in der Politik ist. Norbert Röttgen war bis vor wenigen Monaten Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses und gilt gefühlt als der Chef-Geopolitik-Versteher der CDU. Röttgen erzählt mir im Podcast, was die Ukraine-Krise für Deutschland, Europa und die Welt bedeutet, was er von Putin und Xi Jinping hält und wie es mit Norstream 2 weitergehen sollte. Unsere aktuelle Titelgeschichte: Im wichtigsten Absatzmarkt verliert VW Marktanteile – weil chinesische Autobauer der deutschen Konkurrenz immer öfter technologisch überlegen sind. https://www.wiwo.de/my/unternehmen/auto/vw-geraet-unter-druck-chinaalarm-bei-volkswagen/28012462.html (wiwo+) Wenn Sie mir Feedback geben möchten, Lob, Kritik oder Anregungen loswerden wollen oder eine Frage haben, erreichen Sie mich unter balzli@wiwo.de *** Das exklusive Abo-Angebot für Sie als WirtschaftsWoche Chefgespräch-Hörerinnen und Hörer: wiwo.de/chef-abo
Voith-Chef Haag: „Atom- und Kohleausstieg kommen zu früh, das funktioniert nicht“21 Jan 202200:47:29
Er ist das schwarze Schaf einer Sportlerfamilie, interessiert sich früh für die Old Economy, glaubt, dass Schweizer prinzipiell um Mitternacht essen, nimmt sich US-Elitesoldaten als Vorbild, schläft auch mal in der Produktionshalle auf dem Feldbett und geht gerne in die Oper. Toralf Haag ist Vorsitzender der Konzerngeschäftsführung von Voith, einem Weltmarktführer für Papiermaschinen und Wasserturbinen. Nach Restrukturierungen und Personalabbau will Haag mit dem über 150 Jahre alten Familienunternehmen künftig die Nachhaltigkeitswelle noch intensiver reiten. Er hat mir erzählt, warum er ein guter Bundeswehrgeneral geworden wäre, die harte Kritik an seinen Wasserkraftprojekten in Afrika und Südamerika übertrieben ist, er Wasserstoff als Geschäftschance sieht, ihn die Schweizer Harmoniebedürftigkeit manchmal ein bisschen nervt – und welche Viertausender er noch besteigen will. Unsere aktuelle Titelgeschichte: Die Ampelkoalition verzichtet auf Kernkraft und Kohleverstromung – und liefert sich Gaslieferungen aus Russland aus. Für die Deutschen nimmt der kalte Krieg des Kreml daher auch eine wörtliche Bedeutung an: Die Vorratsspeicher leeren sich – und ob die USA im Falle des Falles Flüssiggas liefern könnten, ist völlig unklar. https://www.wiwo.de/my/politik/ausland/russische-gaslieferungen-deutschlands-dealer/27991272.html (wiwo+) Wenn Sie mir Feedback geben möchten, Lob, Kritik oder Anregungen loswerden wollen oder eine Frage haben, erreichen Sie mich unter balzli@wiwo.de *** Das exklusive Abo-Angebot für Sie als WirtschaftsWoche Chefgespräch-Hörerinnen und Hörer: wiwo.de/chef-abo
Scalable-Capital-Chef Podzuweit: „Mein erstes Geld ist in Telekom-Aktien geflossen“14 Jan 202201:07:23
Selbst in Deutschland ist Aktiensparen jetzt auf dem Weg zum Volkssport. Eine neue Generation hat das Telekom-Aktien-Trauma hinter sich gelassen. Sie will jetzt endlich weg von Negativzinsen, langweiligen Lebensversicherungen und Bausparverträgen. Sie setzt auf ETF-Sparpläne statt auf Sparbücher, zockt auch mal mit Kryptowährungen und glaubt nur noch bedingt, dass die Rente künftig sicher und das Renteneintrittsalter stabil ist, obwohl das Bundeskanzler Olaf Scholz bis heute wider besseres Wissen behauptet. Diese Trend ist der Freund von Online-Brokern und Robo-Advisorn. Womit wir bei meinem heutigen Gast wären. Er hatte in der Grundschule ein bisschen Mühe mit der Konzentration, wurde beim Windsurfen auf der Nordsee zum Alphatier, stieg bei Goldman Sachs zum Super-Alphatier auf, ist auch mal acht von zehn Tagen genervt und kann nicht schlafen, spielte zusammen mit neuseeländischen Profis um die Deutsche Rugby-Meisterschaft und glaubt, dass gelassene Besessenheit und Joggen mit Kinderwagen zum Erfolg führt. Erik Podzuweit gründete Ende 2014 Scalable Capital. Der Online-Broker und Vermögensverwalter ist heute weit über eine Milliarde wert, hat eine halbe Million Kunden, verwaltet rund drei Milliarden Euro, expandiert laufend in neue Länder, konnte Großinvestoren wie das chinesische Digitalimperium Tencent gewinnen und kämpft gerade mit den juristischen Folgen eines Datenlecks. Im Podcast erzählt Podzuweit, was die Arbeit bei Goldman Sachs mit Rugby gemeinsam hat, warum er sich einst als Kissenverkäufer versuchte – und wie die Bank der Zukunft aussehen wird. Unsere aktuelle Titelgeschichte: Der gesamte deutsche Mittelstand gerät gerade ins Visier einer boomenden Hackerindustrie – mit fatalen Folgen, wie Schadensprotokolle betroffener Unternehmer zeigen. https://www.wiwo.de/my/technologie/digitale-welt/cyberkriminalitaet-dieser-erpresser-ruiniert-auch-ihre-firma/27970084.html (wiwo+) Wenn Sie mir Feedback geben möchten, Lob, Kritik oder Anregungen loswerden wollen oder eine Frage haben, erreichen Sie mich unter balzli@wiwo.de *** Das exklusive Abo-Angebot für Sie als WirtschaftsWoche Chefgespräch-Hörerinnen und Hörer: wiwo.de/chef-abo
Spezial (Teil 2): So wird das Wirtschaftsjahr 202207 Jan 202200:52:46
Wie wird das Wirtschaftsjahr 2022? Das ist die zentrale Frage, die sich derzeit alle stellen. Mit den führenden Köpfen des Politikressorts Sonja Alvarez und Max Haerder und dem Volkswirt-Chef Bert Losse habe ich mich im ersten Teil des Podcast-Spezials darüber unterhalten, was wir von der Ampel-Regierung wirtschaftspolitisch erwarten können, wie lange Deutschland noch auf Fax-Geräte statt Digitalisierung setzt und wann der Post-Corona-Boom endlich kommt. Im zweiten Teil will ich mich nun mit drei weiteren WiWo-Expertinnen und -Experten um das Lieferkettenchaos, das vermeintliche Ende der Globalisierung, explodierende Energiepreise und die richtige Anlagestrategie für das Börsenjahr 2022 kümmern. Unsere aktuelle Titelgeschichte: Ausgerechnet verpönte Branchen wie Atomkraft, Öl, Waffen oder Tabak bieten Anlegern enorme Kurschancen – sofern sie die richtigen Papiere kaufen. https://www.wiwo.de/my/finanzen/geldanlage/boese-werte-gutes-geld-die-unmoralischen-superaktien/27946642.html (wiwo+) Hier geht es zur erwähnten Geschichte von Andreas Menn: https://www.wiwo.de/my/technologie/mobilitaet/autonomes-fahren-braucht-es-bald-keine-lkw-fahrer-mehr/27897682.html (wiwo+) Wenn Sie mir Feedback geben möchten, Lob, Kritik oder Anregungen loswerden wollen oder eine Frage haben, erreichen Sie mich unter balzli@wiwo.de *** Das exklusive Abo-Angebot für Sie als WirtschaftsWoche Chefgespräch-Hörerinnen und Hörer: wiwo.de/chef-abo
Spezial (Teil 1): So wird das Wirtschaftsjahr 202231 Dec 202100:56:30
Selten liefen in einer Zeit so viele Stresstests für Regierung, Demokratie, Unternehmen und ihre Mitarbeiter. Corona, kaputte Lieferketten, Inflation, Vereinsamung im Homeoffice, die bevorstehende Megatransformation zu einer klimaneutralen Volkswirtschaft und der eskalierende Machtpoker zwischen den USA, Europa, China und Russland sind nur einige Stichworte. Kann das die neue Ampelregierung unter Kanzler Olaf Scholz alles meistern? Sitzen wir bald im Dunkeln, weil uns das russische Gas ausgeht und wir aus der Atomkraft aussteigen? Wie viel Fax-Republik können wir uns in einer digitalisierten Welt noch leisten? Steigt Deutschland im internationalen Standortwettbewerb endlich wieder auf? Geht der Strompreis weiter durch die Decke? Und wie sollen wir in dieser neuen Unübersichtlichkeit unser Geld anlegen? Diese und andere Fragen diskutiere ich im Chefgespräch – einem Chefgespräch, in dem alles ein bisschen anders ist. Ich habe nicht einen Gast eingeladen, sondern gleich sechs. Und alle sind Kolleginnen und Kollegen aus der Redaktion der Wirtschaftswoche. Außerdem können Sie sich auf gleich zwei Teile freuen. Die geballte Fachkompetenz und alle wichtigen Wirtschaftstrends passten einfach nicht in nur eine Folge. Diese Woche beginnen wir mit Max Haerder, Leiter der Politik-Redaktion, seiner Stellvertreterin Sonja Álvarez und dem Leiter des Volkswirt-Ressorts Bert Losse, mit denen ich darüber spreche, was wir von der Ampel erwarten können, wie die neuen Minister denken, wer Deutschland in Sachen Digitalisierung voranbringen kann und was die steigende Inflation für uns bedeutet. Hier geht es zu der erwähnten Geschichte von Sonja Álvarez: In der Verwaltung wird noch gefaxt, gezettelt und geheftet. Christina Lang will das ändern. Mit ihrer Firma digitalisiert sie Ministerien. Damit das gelingt, muss die Ampel mehr bieten als neue Milliarden. https://www.wiwo.de/my/politik/deutschland/christina-lang-diese-frau-will-deutschlands-ministerien-flottmachen/27898094.html (wiwo+) Wenn Sie mir Feedback geben möchten, Lob, Kritik oder Anregungen loswerden wollen oder eine Frage haben, erreichen Sie mich unter balzli@wiwo.de *** Das exklusive Abo-Angebot für Sie als WirtschaftsWoche Chefgespräch-Hörerinnen und Hörer: wiwo.de/chef-abo
Arend Oetker: „Wer kann außer Deutschen und Schweizern schon ‚Schwartau‘ aussprechen?“24 Dec 202100:55:44
Der Gast dieser Podcast-Folge weist weit von sich, er unterhalte einen Rennstall. Es seien nur drei Pferde, sagt Arend Oetker, der Urenkel von Dr. August Oetker und damit ein Spross der berühmten Bielefelder Backpulverdynastie. Seine Holding hält Beteiligungen an den Marmeladen-Marken Schwartau und Hero, dem Saatguthersteller KWS, einer Ostsee-Fährlinie und einem Bildungskonzern. Während sich seine Bielefelder Verwandtschaft in den letzten 15 Jahren um die Macht im Familienkonzern zoffte, hat Arend Oetker die meisten Anteile an seiner Holding längst ganz entspannt und ohne Aufsehen an seine fünf Kinder überschrieben. Der Mann, der de facto die Champions-League erfand, hat mir verraten, wie er mal einen Saftladen sanierte und die Schweizer National-Marmelade eroberte, dass ihm der Papst kürzlich eine Privataudienz gewährte und „We are the Champions“ sein Lieblingslied ist – und einen Trick, wie man mit einer Fähre auf der Ostsee unglaublich Steuern sparen kann. Wenn Sie mir Feedback geben möchten, Lob, Kritik oder Anregungen loswerden wollen oder eine Frage haben, erreichen Sie mich unter balzli@wiwo.de *** Das exklusive Abo-Angebot für Sie als WirtschaftsWoche Chefgespräch-Hörerinnen und Hörer: wiwo.de/chef-abo
Mercedes-Digital-Chefin Scheunert: „Wenn Sie gut fahren, haben Sie demnächst eine günstigere Versicherung“17 Dec 202100:48:43
Die Disruption der deutschen Autoindustrie läuft und läuft und läuft. Dekarbonisierung und Digitalisierung sind eine historische Herausforderung für die traditionellen Hersteller. Nach analogen CO2-Schleudern sind nun vollvernetzte E-Autos die Zukunft. Das heißt: Elektro first und Digital first. Plötzlich drängen völlig neue Produzenten auf den Markt, sogar Handyhersteller attackieren nun Daimler, BMW & Co. Das Auto ist bald nur noch ein Gerät, auf dem eine Software läuft. Und alle fragen sich, ob uns das glücklicher macht und wem am Ende die Daten gehören. Womit wir bei meinem heutigen Gast wären. Sie wollte als Kind Lehrerin werden, ließ als Sängerin der Schulband die Aula kochen, empfand Studieren in Paderborn als Zeitverschwendung, gilt als Totengräberin der Bedienungsanleitung im Handschuhfach, beginnt gerne Jobs in fremden Ländern, ohne die Sprache zu können, und glaubt, dass man sich auch nach vorne bewegt, wenn man stolpert. Sabine Scheunert ist bei Mercedes-Benz als Vice-President für ein Team mit 2000 Leuten verantwortlich, das sich um die Digitalisierung von Vertrieb und Marketing kümmert sowie das digitale Kundenerlebnis definiert. Sie hat mir erzählt, warum sie Einblick in die Autopläne der chinesischen Regierung hatte, was Jingle Bells mit neuen digitalen Geschäftsfeldern zu tun hat, ob das Autohaus eine Zukunft hat – und warum Daimler-Fahrer bald über chinesische Satelliten vernetzt werden. Unsere aktuelle Titelgeschichte: Mit teuren Imagekampagnen und Lobbyarbeit will der Internetriese Politiker milde stimmen. Doch eine harte Regulierung scheint unausweichlich – vor allem aus einem Grund. https://www.wiwo.de/my/unternehmen/handel/schrecklich-nett-amazons-unheimliche-charmeoffensive/27897912.html (wiwo+) Wenn Sie mir Feedback geben möchten, Lob, Kritik oder Anregungen loswerden wollen oder eine Frage haben, erreichen Sie mich unter balzli@wiwo.de *** Das exklusive Abo-Angebot für Sie als WirtschaftsWoche Chefgespräch-Hörerinnen und Hörer: wiwo.de/chef-abo
Thyssenkrupp-Chefin Merz: „Unsere Stahl-Jungs in Duisburg brauchen unendliche Mengen Wasserstoff“10 Dec 202101:10:33
Die studierte Maschinenbau-Ingenieurin trinkt gerne Bier, ist seit Jahrzehnten Mitglied bei Greenpeace, stammt aus den Tiefen des Schwarzwalds und kann laut eigenen Aussagen „durchaus rustikal“ sein. Diese Fähigkeit braucht sie mehr denn je. Martina Merz saniert seit zwei Jahren den einst größten Industriekonzern Europas. Als CEO von Thyssenkrupp hat sie Konzernteile wie etwa das Aufzugsgeschäft abgespalten, Tausende Arbeitsplätze abgebaut, Töchter börsenreif gemacht, aber bislang noch keine definitive Lösung für das volatile Stahlgeschäft präsentiert. Sie erzählt mir, warum sie einst aus der Dorfkirche geflogen ist, ihren Bonus gespendet hat, die Sache mit den Wasserstoff-Pipelines zu langsam vorangeht – und sie alle Bücher von Simone de Beauvoir liebt, mit einer Ausnahme. Unsere aktuelle Titelgeschichte: Die geburtenstarken Jahrgänge gehen in Rente, der Fachkräftemangel verschärft sich. Roboter könnten die Lücke schließen – unter bestimmten Bedingungen. https://www.wiwo.de/my/technologie/digitale-welt/roboter-gegen-den-fachkraeftemangel-die-erben-der-babyboomer/27876306.html (wiwo+) Wenn Sie mir Feedback geben möchten, Lob, Kritik oder Anregungen loswerden wollen oder eine Frage haben, erreichen Sie mich unter balzli@wiwo.de Bald ist Weihnachten & die WiWo beschenkt Sie! Unter wiwo.de/chef-abo bekommen Sie die WirtschaftsWoche zum halben Preis. Jetzt buchen und top informiert in die Weihnachtstage starten. *** Das exklusive Abo-Angebot für Sie als WirtschaftsWoche Chefgespräch-Hörerinnen und Hörer: wiwo.de/chef-abo
BSH-Hausgeräte-Chefin Kriwet: „Nachhaltigkeit ist auch in China zunehmend ein Thema“03 Dec 202101:00:51
Die Coronakrise hat uns weiterhin fest im Griff und stellt vieles in Frage. Die Just-in-time-Ökonomie gerät aus den Fugen, die Arbeitswelt wird neu gedacht. Lieferketten reißen, Logistikkosten explodieren, Chips werden knapp, Homeoffice ist der neue Standard. Nur eine alte Gewissheit gilt mehr denn je: My home is my castle – vor allem wenn Hightech alles bequemer macht. Noch nie herrschte in Deutschlands Cocooning-Zonen ein Wettrüsten wie in diesen Pandemiezeiten. Womit wir bei meinem heutigen Gast wären. Sie schwärmte in der Jugend nicht für Popstars, sondern kümmerte sich lieber um Kinder in Burundi, zog als Business-Nomadin durch die halbe Welt und hält die Küche für das neue Mallorca. Carla Kriwet hat im Juli 2020 den CEO-Posten von BSH übernommen, Europas größtem Hausgerätehersteller mit über 60.000 Mitarbeitern und Marken wie Bosch, Siemens oder Gaggenau. Kriwet ist überzeugt, dass die nächste Generation nachhaltig konsumiert und ihre Weißware nicht mehr kauft, sondern mietet. Kriwet hat mir erzählt, warum sie ursprünglich Entwicklungshelferin werden wollte, gerade extrem viele Geschirrspüler in China verkauft, intelligente Waschmaschinen Teenager zu neuen Menschen machen – und sie auch von deutschen weißen Männern gefördert wurde. Unsere aktuelle Titelgeschichte: Als Wirecard-Chef prahlte Markus Braun, er habe „vollen Einblick“ in die Geschäfte. Heute gibt er sich ahnungslos, als Opfer in dem Milliardenskandal. Doch seine Belege sind dünn – und seine Verfehlungen zahlreich. https://www.wiwo.de/my/unternehmen/dienstleister/affaere-wirecard-dr-ahnungslos/27853756.html (wiwo+) Wenn Sie mir Feedback geben möchten, Lob, Kritik oder Anregungen loswerden wollen oder eine Frage haben, erreichen Sie mich unter balzli@wiwo.de
Luxushotel-Chefin Caroline von Kretschmann: „Bei uns ist nicht der Kunde König, sondern der Mitarbeiter“23 May 202400:51:50
Auch ein deutliches „Nein“ kann der Anfang von etwas Großem werden. Das beweist die Lebensgeschichte von Caroline von Kretschmann. Als ihre Eltern sie vor 20 Jahren zum ersten Mal fragten, ob sie das Familienunternehmen, das Hotel Europäischer Hof in Heidelberg, übernehmen wolle, lehnte sie erst einmal ab. Dann überlegte sie es sich doch anders. Heute steht sie an der Spitze des Hotels, das als familiengeführtes 5-Sterne-Haus eine absolute Ausnahme in der Branche ist. Und offenbar weiß sie, wie der Job geht: Vor zwei Jahren wurde sie für ihre Arbeit mit dem Branchenpreis „Hotelier des Jahres“ ausgezeichnet. Wie dieser Sinneswandel zustande kam, ob sie ihn je bereut hat und wie viel Normalität ihr Leben umgeben vom größten Luxus noch zulässt, das bespricht Podcast-Host und Ressortleiter Konrad Fischer mit Caroline von Kretschmann. *** Das exklusive Abo-Angebot für Sie als WirtschaftsWoche Chefgespräch-Hörerinnen und Hörer: wiwo.de/chef-abo Helfen Sie uns, unsere Podcasts weiter zu verbessern. Ihre Meinung ist uns wichtig: www.wiwo.de/zufriedenheit [Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER](http://cmk.wiwo.de/cms/articles/15602/anzeige/podcast-werbepartnerinnen/hier-gibt-s-weitere-infos-zu-den-angeboten-unserer-werbepartner-innen)
Frank Thelen: „Verrückt, wie viel Geld mir Menschen mittlerweile für ein Telefonat bieten“26 Nov 202101:09:14
Deutschland tat sich mit der Moderne schon immer schwer. Früher galt die Republik als Servicewüste, Kännchen gab‘s nur draußen. Heute herrscht die Digitalisierungswüste, faxen ist immer noch erlaubt. Nicht nur der Staat, sondern auch weite Teile des Mittelstands drohen den Anschluss zu verlieren. Aber zum Glück nicht alle. Der kollektive Traum vom deutschen Google ist zwar spätestens mit dem Wirecard-Alptraum geplatzt, aber die deutsche Weltmarktführer-, Tech- und Gründerszene blüht. Internationale Investoren entdecken zunehmend hiesige Start-ups, die Zahl der Unicorns mit einer Milliardenbewertung wächst – wie zum Beispiel das Münchner Flugtaxi-Startup Lilium, das kürzlich an die Börse ging. Womit wir bei meinem heutigen Gast wären. Er trainierte seine Resilienz auf dem Skateboard, schmiss das Informatikstudium hin, ging sehr jung pleite, grillte in der „Höhle der Löwen“ Gründer, will die Currywurst abschaffen, liebt die FDP und hat auf alles eine einfache Antwort. Eine zu einfache, sagen seine Kritiker. Frank Thelen ist Gründer des Lilium-Frühinvestors Freigeist, glühender Anhänger von Elon Musk und neuerdings das Aushängeschild eines Anlagefonds. Manche nennen ihn schon den Dirk Müller der Techaktien. Allerdings will Thelen deutlich erfolgreicher sein. Er erzählt mir, was ihn mit Herbert Diess verbindet, wer Tesla gefährlich werden könnte, was bei seinem Wirecard-Investment schief lief – und wie ihm Emmanuel Macron einen Brief schrieb. Hinweis: Das Gespräch wurde vor Bekanntwerden des Koalitionsvertrags aufgezeichnet. Unsere aktuelle Titelgeschichte: Pharmakonzerne, Biotech-Start-ups und Hightechfirmen setzen mit riesigem Einsatz auf das Geschäft mit der Pandemie. Deutschland spielt vorne mit, hat aber einen Nachteil. https://www.wiwo.de/my/unternehmen/industrie/milliardenmarkt-im-kampf-gegen-corona-wer-gewinnt-den-corona-poker/27831986.html (wiwo+) Wenn Sie mir Feedback geben möchten, Lob, Kritik oder Anregungen loswerden wollen oder eine Frage haben, erreichen Sie mich unter balzli@wiwo.de
Otto-Group-Chef Birken: „Ich habe ein ganz anderes Menschenbild als Jeff Bezos“19 Nov 202101:03:00
Die Disruption spricht englisch. Tesla bringt deutsche Autokönige um den Schlaf. Apple machte Nokia und Co. überflüssig. Google spielte weltweit so gut wie alle Suchmaschinen an die Wand. Facebook beherrscht große Teile des Social-Media-Marktes. Und Amazon hat auch den deutschen Einzelhandel das Fürchten gelehrt. Die Dinosaurier der Branche sind längst tot oder kämpfen ums Überleben – außer einer. Er wurde von Western-Ikone Old Shatterhand und Astronaut Neil Armstrong sozialisiert, bewundert den Theologen und Widerständler Dietrich Bonhoeffer, findet das Wertegefüge von Amazon-Gründer Jeff Bezos fragwürdig und glaubt nicht an das Highlander-Prinzip im E-Commerce. Alexander Birken ist der Vorstandsvorsitzende der Otto Group, dem zweitgrößten Onlinehändler Deutschlands mit einem Umsatz von über 15 Milliarden Euro. Er glaubt, dass er gegen die Online-Imperien aus den USA und China nicht nur bestehen – sondern auch schneller als sie wachsen kann. Im Podcast erzählt mir Birken, wie es um das Weihnachtsgeschäft in Zeiten von Lieferengpässen bestellt ist, was er von der Paketsteuer hält, wie er die soziale Marktwirtschaft upgraden würde und warum er nicht an den Tod der Innenstädte glaubt – dafür aber an Gott. Unsere aktuelle Titelgeschichte: Der große Städtetest 2021: 71 Kommunen, 105 Kriterien. Wie Ihre Stadt abschneidet bei Jobs, Immobilien, Lebensqualität – und warum Provinzzentren im Kommen sind. https://www.wiwo.de/my/politik/deutschland/staedteranking-2021-deutschlands-neue-boom-staedte/27809876.html (wiwo+) Wenn Sie mir Feedback geben möchten, Lob, Kritik oder Anregungen loswerden wollen oder eine Frage haben, erreichen Sie mich unter balzli@wiwo.de
Axa-Personalchefin Sirka Laudon: „Wir wurden um drei Uhr nachts von der Stasi zum Verhör geholt“12 Nov 202100:44:28
Die klassische Arbeitswelt erlebt gerade ihre Disruption. Immer mehr Unternehmen reißen Wände, Hierarchien und Silos ein, schaffen Einzelbüros ab und fordern mehr Diversity. Plötzlich arbeiten alle agil. Plötzlich tragen alle Turnschuhe. Plötzlich ist das Homeoffice nicht die Ausnahme, sondern dank Corona die Regel. Und die künstliche Intelligenz liest die Bewerbungsschreiben. Personalchefs sind von gestern, Human-Resources-Verantwortliche übrigens auch. Heute heißt das People Experience – so wie bei Sirka Laudon. Sie schaute früher übers Meer in den Westen, hält Kunst am Arbeitsplatz für einen Glücklichmacher, möchte am liebsten mit der israelischen Schriftstellerin Zeruya Shalev ein Bier trinken und sagt, dass New Work mehr ist als ein Sofa oder ein Kicker im Büro. Nach Stationen bei Werbeagenturen, Axel Springer, Otto und der Deutschen Bahn ist Laudon heute Personal-Vorständin der Deutschland-Tochter des Versicherungskonzerns AXA. Sie hat mir erzählt, warum sie Sigmund Freud verehrt, wie sie den Diversity-Gedanken lebt, wie viele Jobs die Automatisierung kostet, ob sie die Affäre um den Ex-Bild-Chef Julian Reichelt überrascht hat – und dass ihr größter Traum in Argentinien spielt. Unsere aktuelle Titelgeschichte: Finanzkrise, Coronakrise, Klimakrise: Alles kein Problem mehr, oder? Zumindest nicht finanziell, so scheint es. Die Politik will keinen Geldmangel mehr kennen. Immer neue Schulden sollen die Zukunft begrünen. Ein ökonomisches Vabanquespiel. https://www.wiwo.de/my/politik/deutschland/grosse-probleme-billiges-geld-schulden-sind-egal/27788942.html (wiwo+) Wenn Sie mir Feedback geben möchten, Lob, Kritik oder Anregungen loswerden wollen oder eine Frage haben, erreichen Sie mich unter balzli@wiwo.de
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