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TitlePub. DateDuration
Auf der Suche nach der verlorenen Demokratie? Kuwait – ein Land des Stillstands30 Aug 202400:27:46
Es ist eines der reichsten Länder der Welt - und sieht nicht danach aus: Im kleinen Ölstaat Kuwait ticken die Uhren anders. "Die Demokratie ist schuld", hören Besucher immer wieder. Aber gibt es überhaupt eine Demokratie? Regelmäßig gab es in den vergangenen Jahren Neuwahlen, eine übergroße Bürokratie und Korruption lähmen das Land. So mancher Bewohner schielt neidisch auf den Fortschritt in den anderen (autokratisch regierten) Staaten am Golf. Vor einem halben Jahr starb der alte Emir - nun hat sein Nachfolger, ebenfalls über 80 Jahre alt, das Parlament aufgelöst und will die Verfassung ändern. Stellt sich Kuwait neu auf? Was bedeutet das für das Land, das auch vom Klimawandel heftig betroffen ist? Und wie groß ist das nationale Trauma der Verwundbarkeit, mehr als 30 Jahre nach dem Golfkrieg? ARD-Korrespondentin Anna Osius war dort.
Portugal: 50 Jahre Nelkenrevolution und die Rolle der Musik21 Jun 202400:28:45
Portugal begeht in diesem Jahr 50 Jahre Nelkenrevolution, und damit das Ende der Diktatur. Die Feierlichkeiten haben schon 2022 begonnen und dauern insgesamt vier Jahre, bis 2026. Dann steht das nächste Jubiläum an: Das Inkraftreten der Verfassung sowie die erste demokratische Parlamentswahl jähren sich zum 50. Mal. Die Musik spielte für die unblutige Revolution eine wichtige Rolle. Etwa das Lied "E depois do adeus" (deutsch: "Und nach dem Abschied") von Paulo de Carvalho (Portugals Beitrag beim Grand Prix d'Eurovision 1974). Gerade einmal drei Punkte gab es für das Lied, das eine Revolution auslösen sollte - die Nelkenrevolution. Am 24. April 1974 wurde es in der Nacht "E depois do adeus" im portugiesischen Rundfunk gespielt, als erstes Geheimsignal an die aufständischen Truppen, kurz darauf bestätigt durch das Abspielen von "Grândola, vila morena" des antifaschistischen Sängers José Afonso, bis heute so etwas wie die Hymne der Nelkenrevolution. ARD-Korrespondentin Franka Welz ist der Rolle der Musik für Portugals Nelkenrevolution nachgegangen.
Christen in Marokko - Verborgen unter dem Halbmond04 Feb 202200:23:17
In Marokkos christlichen Kirchen saßen jahrzehntelang nur wenige Gläubige. Es waren meist ältere, aus Europa eingewanderte Menschen. Doch seit immer mehr Christen aus anderen Teilen Afrikas nach Marokko ziehen, ändert sich das Bild. Die Kirchenbänke füllen sich - in manchen Städten mit bis zu 500 Gläubigen. Das gab es seit der französischen Kolonialzeit nicht mehr. Die Migration verändert die Atmosphäre der Gottesdienste und auch die marokkanische Gesellschaft. Christliche Bräuche werden sichtbarer im Alltag. Doch wie reagieren die Muslime? Und wie geht es Konvertiten in einem Land, in dem der Islam Staatsreligion ist? Dunja Sadaqi über Christen in Marokko - verborgen unter dem Halbmond.
Erinnerungskultur in Mississippi im Wandel28 Jan 202200:23:28
Nach dem Tod von George Floyd ist in den USA das Thema Rassismus und Vergangenheitsbewältigung wieder auf der Tagesordnung. Dabei wird die traditionelle Erinnerungskultur vor allem in den Südstaaten der USA auf den Prüfstand gestellt: Der Staat Mississippi etwa hat seine Flagge verändert und die Konföderierten-Symbolik beseitigt. Der "Deep South" arbeitet an einem neuen Geschichtsbild.
Brüchiger Frieden - Kolumbien 5 Jahre nach dem Friedensvertrag21 Jan 202200:25:34
Mehr als 50 Jahre bekämpften sich in Kolumbien in einem blutigen Konflikt staatliche Streitkräfte, linke Guerillagruppen und rechte Paramilitärs. Mehr als 220 000 Menschen kamen in dieser Zeit ums Leben. 2016 einigten sich nach langen Verhandlungen die Regierung und die FARC-Guerillagruppe auf einen Friedensvertrag. Gut 5 Jahre danach herrscht in Kolumbien ein brüchiger Frieden.
Steuermilliarden im Pulverschnee - Das besondere Flair der Pyrenäen14 Jan 202200:23:19
Die Pyrenäen sind nicht einfach nur eine Bergkette, die Spanien von Frankreich trennt. Sie sind ein Ort voller Kuriositäten: In einem Tal sprechen die Bewohner eine eigene Sprache, die es sogar zur Amtssprache in Katalonien geschafft hat. An anderer Stelle liegt eine spanische Kleinstadt wie eine Exklave in französischem Territorium. Und das Fürstentum Andorra ist als Steuer-, Shopping- und Skiparadies ein Kuriosum für sich.
Gekauftes Paradies...? - Die jemenitische Insel Sokotra07 Jan 202200:24:11
Die Insel Sokotra im Golf von Aden gilt wegen ihrer Flora und Fauna als Paradies. Doch dieses Paradies ist bedroht. Sokotra gehört zum Jemen, wo seit Jahren Krieg herrscht. Das UNESCO-Weltnaturerbe ist nicht Kampfgebiet, steht aber unter starkem Einfluss von Parteien, die in den brutalen Bürgerkrieg verwickelt sind. Vor allem die geostrategische Lage der Insel weckt Begehrlichkeiten jener, die im Krieg auf dem Festland involviert sind.
Dagestan - Zwischen Trend und Tradition30 Dec 202100:22:51
Dagestan bedeutet Bergland. Aber die wenigsten denken an atemberaubende Landschaften, wenn sie den Namen der russischen Teilrepublik im Nordkaukasus hören. Die Folgen der Tschetschenienkriege, islamistischer Terror und Polizeigewalt - sie haben das Bild Dagestans als Russlands unruhigste Region geprägt. Dieses Image versucht Dagestan nun abzulegen. Vor allem durch den Tourismus.
Shalom und Salam: Israel und Marokko kommen sich (noch) näher24 Dec 202100:26:50
Seit jeher sind die Beziehungen Israels zur arabischen Welt mindestens schwierig. Und doch hat man ein wenig den Eindruck, dass zuletzt eine Art Tauwetter eingesetzt hat. Israel hat zu unterschiedlichen arabischen und muslimischen Ländern diplomatische Beziehungen aufgenommen. Eine besondere Beziehung hat Israel in diesem Kontext zu Marokko. In der neuen Verfassung des Königreiches wird das jüdische Identität sogar explizit erwähnt. Auch in Israel ist man sich der besonderen Beziehungen bewusst. Jeder neunte Israeli stammt aus Marokko oder hat Vorfahren von dort.
Die Suche nach dem Grab der Mona Lisa23 Dec 202100:23:10
Sie ist eines der großen Rätsel der Kunstgeschichte. Bis heute streiten sich Kunsthistoriker über die Frage: Wer war die Frau, die Leonardo da Vinci für sein berühmtes Bild der Mona Lisa Portrait gestanden hat? Die meisten sind sich einig: Es war Lisa Gherardini, Frau eines reichen Tuchhändlers aus Florenz. Über sie wusste man lange Zeit nicht viel. Die Geschichte der Suche nach diesem Grab ist ein echter Wissenschaftskrimi. Im Spiel sind dubiose Schatzsucher, vorsichtige Kunsthistoriker und Archäologen, die ihr Glück nicht fassen können.
Milowe: Eingeklemmt zwischen Krieg und Niedergang - Besuch in einem ukrainisch-russischen Grenzort16 Dec 202100:22:47
Milowe, ein kleiner Ort im Nordosten der Ukraine an der Grenze zu Russland. Der Krieg im Donbas hat hier alles auf den Kopf gestellt. Dort wo einst die "Straße der Völkerfreundschaft" verlief, steht jetzt ein knapp drei Meter hoher Maschendrahtzaun, mit viel Stacheldraht verstärkt. Eine direkte Folge der bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen den Ukrainern und den prorussischen Separatisten. Die Straße der Völkerfreundschaft in Milowe jedenfalls verbindet die Menschen längst nicht mehr, sie trennt sie.
Islamisches Emirat reloaded - Die Taliban in Afghanistan11 Dec 202100:24:58
Die Taliban sind in Afghanistan nach zwei Jahrzehnten wieder zurück an der Macht und wollen das islamische Emirat etablieren. Dabei stehen sie vor großen Herausforderungen: Ein großer Teil der Bevölkerung hat Angst vor ihnen, viele gut gebildete Menschen wollen fliehen. Sie müssen nun beweisen, dass sie nicht nur kämpfen, sondern ein Land auch führen können. Silke Diettrich, die schon oft in Afghanistan war, und Ende Juni dort noch den Abzug der Bundeswehr miterlebt hat, ist nun wieder ins Land, allerdings in eines, das sie so noch nicht kannte: In das neue Islamische Emirat der Taliban.
Islamisches Emirat reloaded - Die Taliban in Afghanistan09 Dec 202100:24:58
Die Taliban sind in Afghanistan nach zwei Jahrzehnten wieder zurück an der Macht und wollen das islamische Emirat etablieren. Dabei stehen sie vor großen Herausforderungen: Ein großer Teil der Bevölkerung hat Angst vor ihnen, viele gut gebildete Menschen wollen fliehen. Sie müssen nun beweisen, dass sie nicht nur kämpfen, sondern ein Land auch führen können. Silke Diettrich, die schon oft in Afghanistan war und Ende Juni dort noch den Abzug der Bundeswehr miterlebt hat, ist nun wieder ins Land gereist, allerdings in eines, das sie so noch nicht kannte: In das neue Islamische Emirat der Taliban.
Die Serie Squid Game - Südkorea unter dem Brennglas03 Dec 202100:23:25
Bei Grün darf man gehen, bei Rot muss man stehen: So funktioniert eines der traditionellen koreanischen Kinderspiele. Zu unerwartetem Erfolg von "Rotes Licht Grünes Licht" und vielen anderen Spielen hat die Netflix-Serie Squid Game beigetragen. Die Serie hat in den vergangenen Wochen Zuschauende weltweit in den Bann gezogen und kontroverse Diskussionen ausgelöst. In dem brutalen Mehrteiler geht es allerdings um mehr als um Spiele, die über Leben und Tod entscheiden. Es ist auch ein Ritt durch die koreanische Gesellschaft.
"Wir müssen die Katastrophe als Chance begreifen" - nach dem Vulkanausbruch auf La Palma26 Nov 202100:26:13
Aschewolke, Lava-Fontänen und eine neue Landzunge: Seit zwei Monaten verwüstet der Cumbre Vieja auf La Palma Teile des Aridane-Tals. Trotz aller Zerstörung gibt es auch Hoffnung, dass die Naturkatastrophe eine Chance für die Insel sein kann. Christina Teuthorn-Mohr hat die Insel im Ausnahmezustand besucht.
Die Ketten sprengen - die Niederlande und ihre Sklavereigeschichte15 Nov 202100:24:46
Am 1. Juli 1863 haben die Niederlande nach fast 300 Jahren als einer der letzten Staaten die Sklaverei abgeschafft. Über Jahrhunderte hatte das Land vom Sklavenhandel profitiert. Menschen wurden aus Afrika verschleppt und in die Kolonien über den Atlantik gebracht oder ins spätere Indonesien. Inzwischen beschäftigt sich in unserem Nachbarland eine Untersuchungskommission mit dem Thema der Sklaverei. Die Debatte, wie in den Niederlanden mit der Sklaverei-Geschichte umgegangen werden soll, ist in vollem Gang.
IT statt Oliven und Tourismus - Griechenlands Wirtschaft setzt auf High Tech11 Nov 202100:22:44
Die Corona-Krise hat ein Problem Griechenlands besonders deutlich gemacht: Die Wirtschaft des Landes ist zu einseitig auf den Tourismus ausgerichtet. Auch deshalb will die griechische Regierung nun verstärkt auf die Tech-Industrie setzen. Die Idee: Griechenland soll attraktiver Standort für IT-Firmen aus dem Ausland werden. Erste Großunternehmen wie die US-Giganten Amazon und Microsoft haben bereits angekündigt, in Griechenland investieren zu wollen. Auch aus Deutschland gibt es Interesse.
Kein Schnee auf dem Kilimandscharo05 Nov 202100:24:11
Die weiße Spitze auf dem höchsten Berg Afrikas schrumpft seit Jahren. Experten befürchten, dass der Kilimandscharo bald ganz schneefrei sein wird. Denn durch den Klimawandel gibt es deutlich weniger Niederschläge. Das setzt auch den Wäldern am Berg zu. Sie werden trockener und es drohen Waldbrände wie zuletzt im Oktober 2020. Die Maasai sehen die Veränderungen mit Sorge. Ihre Felder werden immer häufiger zum Ziel von Elefantenherden, die nicht genug zu fressen finden. Auch andere Tiere kommen in die Dörfer. Der Klimawandel führt so auch zu neuen Konflikten zwischen Menschen und Tierwelt.
Bootsflüchtlinge im Ärmelkanal - ein Kleinkrieg am Rande Europas29 Oct 202100:24:30
Der Streit zwischen Paris und London über die steigende Zahl von Migranten, die über den Ärmelkanal nach England wollen, spitzt sich wieder zu. Dabei zahlt die britische Regierung den Franzosen viel Geld, um zu verhindern, dass die Flüchtlinge überhaupt in See stechen. Während die britische Regierung mit harten Maßnahmen ein Exempel statuieren will, wollen die Franzosen die zahllosen Lager, die sich an der nordfranzösischen Küste erstrecken, loswerden. Eine Lösung ist nicht in Sicht. Erneut stehen die menschlichen Schicksale im Konflikt zu den politischen Interessen.
Megadürre und Gluthitze - der Westen der USA trocknet aus28 Oct 202100:24:20
Im Kampf gegen die fortschreitende Erderwärmung sind schnelle und effektive Lösungen buchstäblich lebenswichtig. Etwa im Westen der USA. Dort leiden rund 90 Prozent der Gebiete unter einer Dürre, mehr als 60 Prozent sogar unter einer "extremen" Dürre. Von Arizona über Kalifornien bis Oregon sind Landwirtschaft, Tierwelt und die Vegetation von der schon seit Jahren andauernden Trockenheit betroffen. Im Westen der USA wird der Kampf gegen Austrocknung, Wassermangel und der Waldbrandgefahr daher immer wichtiger. Doch es gibt Widerstände.
Ausflug in den Schatten - Die Laliderer-Nordwand in Tirol21 Oct 202100:28:01
Die Laliderer Nordwand in Österreich zählt zu den bedeutendsten und höchsten Wänden der Alpen. Hier wurde Alpingeschichte geschrieben. Doch heute hat die Wand viel von ihrem Nimbus eingebüßt. An ihr und an ihrem direkten Umfeld lassen sich Veränderungen, denen die Alpen unterliegen, beispielhaft ablesen.
Job und Freiheit verzweifelt gesucht - Türkische Jugend unter Druck15 Oct 202100:25:23
Die Türkei hat eine sehr junge Bevölkerung, der Altersdurchschnitt liegt bei gut 30. Viele haben allerdings zu kämpfen, zum einen wirtschaftlich: Im Alter zwischen 15 und 24 ist jede bzw. jeder Vierte arbeitslos. Besonders hart betroffen sind die Kurden-Gebieten im Südosten. In den Tourismus-Gegenden gehen Jugendliche oft immer noch früh von der Schule ab, um Geld für die Familie zu verdienen. Andere wiederum kämpfen mit den politischen Zwängen, wie die Studenten an der renommierten Bosporus-Universität.
Die endlose Krise: Der fast aussichtslose Kampf der USA gegen Opioid-Missbrauch08 Oct 202100:23:19
Los ging es Anfang der 2000er Jahre mit dem Schmerzmittel Oxycontin: Hunderttausende Amerikaner schluckten das Opioid auf Rezept und wurden süchtig. Danach stiegen viele auf Heroin und andere Drogen um. Inzwischen ist Fentanyl das Hauptproblem. Besonders dramatisch ist die Situation in West Virginia und dort der ehemaligen Hafenstadt Huntington am Ohio River. Früher bekannt als Umschlagplatz für Rohstoffe aus den Appalachen. Jetzt berüchtigt als "Opioid-Hauptstadt" der USA. Über 10 Prozent der gut 45.000 Einwohner sind laut Schätzungen süchtig. Es gibt eine regelrechte Industrie, um ihnen bei Entzug und Reha zu helfen. Mrd. Dollar wurden investiert. Und trotzdem: die Zahl der Überdosis-Opfer ist im vergangenen Jahr dramatisch gestiegen. Ein Grund ist die Corona-Pandemie. Und: Für die vielen Süchtigen gibt es in dieser ärmlichen Region mit hoher Arbeitslosigkeit und Armut kaum Perspektiven.
Klimawandel in Sibirien - Wenn der Permafrostboden ins Rutschen gerät01 Oct 202100:24:30
Über die sibirische Stadt Jakutsk zogen diesen Sommer riesige Rauchschwaden. Mehr als zwei Millionen Hektar Wald wurden in der Gegend zerstört. An etlichen Stellen brechen in schmelzenden Permafrostböden "Thermokrater" auf: Schlammlöcher, die zum Teil bis zu 100 Meter tief sind. Damit hinterlässt der Klimawandel gerade im Norden Sibiriens besonders deutliche Spuren. Doch Putins Pläne zur Reduzierung von Treibhausgasen wirken trotzdem wie eine Mogelpackung.
Die Wasserbauer - Wie sich die Niederlande gegen den Klimawandel wappnen01 Oct 202100:25:26
Wenn der Meeresspiegel steigt, sind vor allem tiefliegende Küstengebiete bedroht. Auf keine Region in Europa trifft das so sehr zu, wie auf die Niederlande. An kaum einem anderen Ort wird der Klimawandel so schnell und einschneidend spürbar werden, warnt der aktuelle Bericht des Weltklimarats IPCC. Doch es wird gegengesteuert. Gegen die Fluten kämpfen war gestern - heute wird mit der Kraft der Natur gebaut. So ist für die Niederländer das Wasser nicht nur Feind, sondern auch Verbündeter.
Umkämpfte Erinnerung - Babyn Jar, die Ukraine und der Holocaust24 Sep 202100:29:53
In der Schlucht Babyn Jar am Stadtrand der ukrainischen Hauptstadt Kiew fand die größte Massenerschießung des Zweiten Weltkrieges statt. Mehr als 33.000 vor allem jüdische Männer, Frauen und Kinder wurden hier von Nationalsozialisten ermordet. Heute 80 Jahre danach gleicht die Suche nach einem würdigen Gedenken an die Opfer einem Kampffeld, in dem die Ukraine um ihr eigenes Selbstverständnis ringt. Jerzy Sobotta und Aleksander Palikot mit einem Streifzug durch Babyn Jar, wo Erinnerung und Politik nicht zu trennen sind.
Banjo und Mandoline klingen heute anders: Wie Bluegrass den demographischen Wandel in den USA spiegelt15 Sep 202100:24:39
Die USA sind nicht nur eine gespaltene Nation, sondern auch eine im Wandel. Vielerorts verändert sich die Bevölkerung durch Zuzug und inneramerikanische Migration dramatisch. Und das verändert auch die örtliche Kultur. Wie sehr sich die Zusammensetzung der US-Bevölkerung und damit auch ihre Lebenseinstellungen wandeln, zeigt sich besonders deutlich am Beispiel der Bluegrass-Musik - neben Jazz und Blues einer der ur-amerikanischen Musikstile.
Das Inka-Heiligtum als Öko-Vorreiter - Machu Picchu wird klimaneutral08 Sep 202100:27:01
Machu Picchu ist Weltkulturerbe und eines der neuen sieben Weltwunder. Jetzt hat sich die Zitadelle der Inka ehrgeizige Ziele gesetzt: Bis zum Jahr 2030 sollen ihre Emissionen um 45 Prozent reduziert werden und bis 2050 auf null sinken.
Schmelzende Landschaften - Das Sterben der Gletscher03 Sep 202100:23:08
Schweizer Gletscherforscher sind alarmiert. Die Erderwärmung lässt das Eis der Alpen in Rekordtempo schmelzen. Erste Gletscher sind komplett verschwunden, viele haben deutlich an Volumen verloren. Lassen sich Gletscher mit Abdeckungen und künstlicher Beschneiung retten? Dietrich-Karl Mäurer über schmelzende Landschaften und was dagegen unternommen werden kann.
Evolution! Tierleben im Großstadt-Dschungel27 Aug 202100:23:41
Weltweit dehnen sich die Städte immer weiter aus, naturbelassene Regionen schrumpfen. Auf der Landflucht sind auch die Tiere: Obwohl es in den Städten immer voller und wärmer wird, Umweltgifte wie Feinstaub die Luft belasten, wandern viele Tiere ein und unterliegen einer urbanen Turbo-Evolution, die neue Arten hervorbringt. Inzwischen gibt es eine höhere Artenvielfalt in der Stadt als auf dem Land, - das behauptet der renommierte niederländische Evolutionsbiologe Menno Schilthuizen, der die Evolution der Tiere in den Städten erforscht: Selbst Innenstädte würden heute mehr sichere Zufluchtsorte für "wilde Arten" bieten als ländliche Regionen, die von monokultureller Landwirtschaft dominiert werden. Achim Nuhr führt uns in einer Stadtsafari durch das niederländische Leiden.
Wilder Westen, Rockies und viel Wind: Cowboy-Staat Wyoming und der harte Ritt in die Zukunft20 Aug 202100:24:33
Millionen Menschen besuchen Wyoming, um den Herzschlag des "wahren amerikanischen Westens" zu spüren. Doch längst wirken die endlosen Prärien im Süden und die Berge im Norden nicht mehr so zeitlos wie einst. Der Massentourismus sorgt in der Hauptsaison für Staus mitten im Nirgendwo des Yellowstone-Nationalparks, Milliardäre kaufen in der Nähe der Rocky Mountains Luxus-Ranches und verdrängen die alteingesessenen Einwohner. Dazu kommt der Strukturwandel: Alte Kohle-Städte sterben, und am Horizont entstehen riesige Wind-Farmen. Denn kaum irgendwo brettert der Wind so hart wie über die weiten Ebenen dieser Region.
Notre Dame de Paris - Die bloßgelegte Kathedrale fördert Erstaunliches zu Tage13 Aug 202100:23:37
Die hohen Flammen, die am Abend des 15. April 2019 aus Notre Dame de Paris schlugen, sorgten rund um den Globus für Entsetzen. Mit knapper Not konnte das über 850 Jahre alte Monument gerettet werden, das Dach aber brannte ab und herabstürzende Balken durchschlugen die Gewölbedecke. Wie durch ein Wunder blieb die Statue der Heiligen Jungfrau mit dem Kind, Schutzpatronin der Kathedrale, unbeschädigt. Unterschlupf hat sie derzeit in einer anderen Pariser Kirche gefunden, denn seit zwei Jahren ist die weltberühmte Kathedrale Großbaustelle. Dort im Einsatz sind nicht nur Handwerker - sondern auch Wissenschaftler, auf den Spuren der Geheimnisse von Notre Dame. Suzanne Krause über Restaurationsarbeiten mit Detektivcharakter.
Heimlich, still und leise - Nato lässt Afghanistan allein zurück im Krieg06 Aug 202100:25:04
Mitten in der Nacht, die afghanische Armee war nicht eingeweiht: So haben die Bundeswehr und auch die USA ihre Stützpunkte im Land verlassen. Unsere ARD-Korrespondentin Silke Diettrich war als einzige Journalistin dabei, als der letzte deutsche Flieger ausgeflogen ist, zusammen mit Afghanen, für die der heimliche Abzug wie ein Schlag ins Gesicht war. Auch weil zeitgleich die Taliban immer mehr Bezirke im Land einnehmen und die Provinzhauptstädte umzingeln. Im ganzen Land ist eine große Unruhe ausgebrochen: Viele befürchten einen Bürgerkrieg oder haben Angst davor, dass die dunklen Zeiten des islamischen Emirats der Taliban wieder bevorstehen. Andere können es kaum erwarten, bis der letzte ausländische Soldat das Land verlassen haben wird.
Mariupol - Hafenstadt am Rand Europas30 Jul 202100:22:28
Mariupol trägt den traurigen Titel "Schmutzigste Stadt der Ukraine." Trotzdem träumt die 500.000-Einwohner-Stadt am Asowschen Meer von einer Karriere als Seebad. Die Premiumlage auf einer Anhöhe würde dies eigentlich begünstigen, doch in Mariupol geben zwei der weltgrößten Stahlwerke den Takt vor, die tagtäglich tonnenweise Kohlenstaub und giftige Gase ausstoßen und das Meer verschmutzen. In der Stadt formiert sich gegen die Umweltverschmutzung zunehmend Protest. Denn inzwischen wächst das Bewusstsein, dass Mariupol eigentlich eine städtebauliche Schönheit ist.
Bittere Erdbeeren - Saisonkräfte aus Afrika in Südspanien23 Jul 202100:23:55
Rund 300.000 Tonnen Erdbeeren werden jedes Jahr aus der spanischen Provinz Huelva exportiert - ein großer Teil zu uns nach Deutschland. Geerntet unter anderem von marokkanischen Frauen, die in Spanien mehr verdienen als in der Heimat, aber trotzdem noch billige Arbeitskräfte sind für die Produzenten. Und die Bedingungen, unter denen sie arbeiten müssen, sind zum Teil menschenunwürdig, immer wieder wird über Missbrauchsskandale berichtet. Die Produzenten verweisen wiederum auf den Preisdruck durch die Lebensmittelketten.
Zyperns Reize und Gereiztheiten - Urlaub zwischen Aphrodite und Erdogan16 Jul 202100:24:02
Die Sonne scheint an mehr als 300 Tagen im Jahr, lange Strände laden zum Baden ein, hohe Berge zum Wandern. Dazu jede Menge Kulinarisches und eine Jahrtausende alte Kultur. Das ist die Sonnenseite Zyperns. Auf der Schattenseite steht die unüberwundene Teilung der Insel in die Republik Zypern im Süden und die, nur von der Türkei anerkannte, Republik Nordzypern. Für Besucher wird die Teilung seit kurzem sinnlich erfahrbar. Denn die ehemalige Tourismushochburg Varosha, direkt an der Pufferzone, ist erstmal seit der türkischen Invasion 1974 wieder zugänglich. Die einseitige Öffnung durch die türkisch-zyprischen Seite geht auf Initiative des türkischen Präsidenten Erdogan zurück und birgt politischen Sprengstoff. Besucher, die das nicht stört, können die Geisterstadt mit Leihfahrrädern erkunden und vor der Kulisse kriegsbeschädigter Gebäude Strandleben und azurblaues Meer genießen.
Portugals Außenposten Azoren: Hochdruckgebiet mit Tiefgang13 Jul 202100:22:54
Die Azoren kennen viele wohl aus dem Wetterbericht: Das Azoren-Hoch sorgt meist für Sonnenschein in Mitteleuropa. Auf den neun Inseln selbst spielen dagegen Wind und Regen oft die Hauptrolle, was das Leben der Bewohner zu einer Herausforderung macht. Oliver Neuroth hat vier Azoren-Inseln besucht und berichtet über eine spektakuläre Natur mit Vulkankratern und Wasserfällen, eine Bevölkerung, für die das Auswandern nach Amerika fast schon Normalität ist und ein Drogenproblem, das das Leben auf der Hauptinsel überschattet.
Oklahoma! Republikanischer wird's nicht09 Jul 202100:24:20
Der 46. US-Bundesstaat, der erst 1907 hinzukam, wählt seit Jahrzehnten verlässlich konservativ. Oklahoma feiert die Freiheit des Individuums und brüstet sich mit niedrigen Steuern. Die Kirchen sind eine starke Kraft, Abtreibung soll möglichst bald verboten werden, und eine kritische Auseinandersetzung mit Rassismus wird nicht gewünscht. Doch es gerät etwas in Bewegung. Afro-Amerikaner und Native Americans fordern ein, dass Oklahoma sich zu seiner Geschichte bekennt.
Haiti in der politischen Dauerkrise: Kidnappings, Korruption und die Macht der Gangs02 Jul 202100:22:57
Haiti steckt in einer politischen Dauerkrise. Von dem Erdbeben vor mehr als zehn Jahren hat sich das Land nie richtig erholt. Brennende Barrikaden, Entführungen und die Gewalt von konkurrierenden Gangs prägen den Alltag des Karibikstaates. Staatschef Jovenel Moise klammert sich an den Präsidentensessel. Er kann dabei auf die Unterstützung der USA und der Organisation Amerikanischer Staaten zählen. Seit einem Jahr regiert er per Dekret. Ihm werden Korruption und enge Verbindungen zu kriminellen Banden vorgeworfen. Die einzige gute Nachricht: Der Karibikstaat ist trotz katastrophaler hygienischer Zustände von der Pandemie vergleichsweise verschont geblieben.
Chinas Staatspartei feiert sich selbst: 100 Jahre Kommunistische Partei25 Jun 202100:24:17
Chinas Kommunistische Partei feiert sich im Sommer selbst: Ihren 100. Geburtstag begeht die KP Chinas mit viel sozialistischem Pomp. Die Partei, die einst in Shanghai in der Illegalität gegründet wurde, hat heute über 90 Millionen Mitglieder und ist mächtiger denn je. Ihr Anspruch auf Alleinherrschaft ist sogar in Chinas Verfassung festgeschrieben. Doch um ihre Macht zu halten, betreibt die KP großen Aufwand - mit einem gewaltigen Unterdrückungs- und Zensurapparat, einer Propagandamaschine, die zum 100. Jubiläum heiß läuft, und mit der Umdeutung ihrer eigenen Geschichte: Sogar das Gründungsdatum der Partei wurde im Nachhinein auf den 1. Juli 1921 verlegt, weil es besser in das offizielle Narrativ passt. Wie inszeniert sich die KP 100 Jahre nach ihrer Gründung? Warum wissen wir bis heute nur wenig über die Entscheidungsprozesse dieser Partei, die die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt regiert? Und wie blicken junge Chinesen auf die KP und ihre Zukunft?
Studium im Regenwald - Universität Tübingen erforscht in Gabun Tropenkrankheiten16 Aug 202400:24:09
Malaria tötet weiter jedes Jahr eine halbe Million Kinder unter fünf Jahren - vor allem auf dem afrikanischen Kontinent. In Lambaréné, mitten im Regenwald von Gabun, arbeiten Forscher der Universität Tübingen daran, diese und andere Tropenkrankheiten zu besiegen. Nicht weit von dem Ort entfernt, wo einst Friedensnobelpreisträger Albert Schweitzer seine berühmte "Buschklinik" aufbaute. Alle wichtigen Malariamedikamente und Impfstoffe haben in den vergangenen Jahrzehnte auch die Labore in Lambaréné durchlaufen. Jetzt gibt es hier einen neuartigen Master-Studiengang der Universität Tübingen für künftige Kenner tropischer Krankheiten und ihrer Erreger. Studierende vom afrikanischen Kontinent, die dazu beitragen sollen, dass die Forschung hier weiter vorangetrieben werden soll. ARD-Afrika-Korrespondentin Antje Diekhans war für uns dort.
Leben auf dem Nil: Ein schwankendes Zuhause im Herzen Ägyptens09 Aug 202400:30:36
In Ägypten nennen viele Menschen den Nil ihr Zuhause. In winzigen Holzbooten, kaum vier Meter lang und zwei Meter breit, leben ganze Familien auf dem Fluß. Tag für Tag, Jahr für Jahr. Die Fischerei ist ihr Lebensunterhalt, ihre einzige Einnahmequelle. Abgeschnitten vom Leben an Land, trotzen sie der Verschmutzung des Flusses und den harten Folgen der Wirtschaftskrise. Doch trotz der Widrigkeiten zeigt sich auf dem Nil eine beeindruckende Lebensweise im Rhythmus der Natur. In diesem Stück tauchen wir ein in den Alltag dieser Menschen, erleben ihre Herausforderungen und entdecken die Faszination eines Lebens auf dem ewig fließenden Band des Nils. Eine Reportage von Tilo Spanhe
Ein Teenager gegen das Protokoll: Olympia-Schlußfeier Melbourne 195602 Aug 202400:21:44
Es waren die ersten olympischen Spiele auf der südlichen Erdhalbkugel. Für Athleten aus Europa und Nordamerika waren es die ersten Sommerspiele im Winter. Der Austragungsort Melbourne in Australien lag weit außerhalb der Komfortzone der olympischen Bewegung. Die Spiele 1956 waren eine Herausforderung für die Organisatoren und die Athleten. Es war geplant, die Sportler, wie bei der Eröffnung, nach Nationen getrennt, ins Stadion kommen zu lassen. Der 17jährige John Ian Wing aber hat eine bessere Idee. Drei Tage vor dem Ende der Spiele schreibt er an die Organisationskomitee: Als Symbol globaler Einheit sollen die Athleten durchmischt und zwanglos das Ende der Wettkämpfe feiern. Nicht als Konkurrenten, sondern als Freunde. Und genau das geschieht auch. Andi Stummer ist dieser olympischen Geschichte nachgegangen.
Brasilien – 200 Jahre deutsche Einwanderung26 Jul 202400:27:30
Jammerthal, Batatenthal, Walachai - die Ortsnamen in Basiliens südlichstem Bundestsaat Rio Grande do Sul tragen die Geschichte der deutschen Einwanderer bis heute in sich. Vor 200 Jahren, am 25. Juli 1824, kamen die ersten Siedler hier an, die meisten von ihnen Bauern, Handwerker, Soldaten aus dem Hunsrück, die auf eine bessere Zukunft hofften - noch heute wird der Dialekt in einigen Gemeinden gesprochen. Die von deutscher Einwanderung geprägten Gebiete im Süden werden aktuell von einer Jahrhundertflut heimgesucht, Südbrasilien erlebt eine Jahrhundertflut. Auch Teile der deutsch-brasilianischen Geschichte liegen unter Wasser. Die Nachfahren der einstigen Einwanderer müssen heute, wie damals, nochmal von vorne anfangen. Dabei war es ausgerechnet ein Sohn deutscher Einwanderer und später erster Umweltminister des Landes, der schon vor Jahrzehnten davor gewarnt hatte, dass Klimakatastrophen häufiger werden, wenn der Mensch die Natur weiter zerstört. ARD-Südamerika-Korrespondentin Anne Herrberg ist in die Region gereist.
Paradies mit Makeln – Kaschmir in Zeiten von Indiens G20-Präsidentschaft14 Jul 202300:25:11
Kaschmir ist ein Gebiet, das seit über 75 Jahren zwischen Indien, Pakistan und der Volksrepublik China aufgeteilt ist. Gerade das indische "Unionsterritorium Jammu und Kaschmir” machte in den vergangenen Jahren immer wieder von sich reden - durch Terroranschläge, Verhaftungen und vor allem durch die Aufhebung des Autonomiestatus durch die indische Zentralregierung im Jahr 2019. Jetzt im Rahmen von Indiens G20-Präsidentschaft scheint etwas in Bewegung zu kommen: Erstmals seit Jahren durften ausländische Journalisten wieder nach Kaschmir reisen, darunter auch ARD-Korrespondent Peter Hornung. Die indische Seite bemühte sich, Kaschmir als attraktives Reiseziel zu bewerben. Dennoch ließ sich kaum verhehlen, dass unter einer glänzenden Oberfläche Unzufriedenheit, Verzweiflung und gar Wut zu finden sind.
Die Bronx brennt nicht mehr - Vom Kiez der Gangs zum Place To Go16 May 202300:23:38
Die Bronx, das legendäre Stadtviertel New Yorks: In den 1970er Jahren gingen in der Südbronx Hunderte von Gebäuden in Flammen auf. 90 Prozent der Wohnhäuser wurden vernichtet. Die Politiker schoben die Schuld den armen Bewohnern zu. Die Feuerwehr kam nicht mehr nach. Sollte sie auch nicht. Die Stadtplaner wollten Bronxites - großteils Einwanderer aus Afrika und Lateinamerika - vertreiben. Um Wohnraum für die Reichen aus Manhattan zu schaffen. Doch die Menschen in der Bronx hielten zusammen. Ihr Viertel war ihre Familie. Heute gibt es am Ufer des Harlem River Yogastudios, Ateliers und Cafés mit veganem Matcha Latte. Schicke Apartmenthäuser sollen eine neue Klientel anlocken. Viele Bewohner der Bronx fürchten: Auch ohne Feuer könnten sie bald vertrieben werden. Antje Passenheim berichtet.
Spurensuche in Jenin – Ein Jahr nach dem Tod der Journalistin Abu Akleh10 May 202300:22:47
Es ist ein ganz normaler Morgen für die renommierte Al Jazeera Reporterin Shireen Abu Akleh. Die bekannte, erfahrene Journalistin will - wie so oft - über einen Militäreinsatz der israelischen Armee in Jenin im besetzten Westjordanland berichten. Kurz nach 6 Uhr morgens informiert sie ihre Kollegen beim arabischsprachigen Sender Al Jazeera über ihr Vorhaben. Sie trinkt einen Kaffee mit ihrem Reporterteam. Dann fährt die Crew ins Flüchtlingslager in Jenin, wo die Militärrazzia stattfindet. Wenig später ist Shireen Abu Akleh tot. Die 51-Jährige stirbt in den Kopf getroffen von einer Kugel zwischen Hals und Ohr. Sie war das Gesicht der Nahost-Berichterstattung von Al Jazerra. Bis heute ist nicht abschließend geklärt, was wirklich geschah an jenem 11. Mai 2022. Erst Monate später räumt die israelische Armee ein, dass es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um die Kugel eines israelischen Soldaten gehandelt haben könnte. Absicht sei es aber nicht gewesen. Damit legen israelischen Militärermittler den Fall zu den Akten. Doch sowohl Kameramann al-Samoudi, der Sender Al Jazeera sowie die Familie von Abu Akleh glauben nicht an einen Zufall. Bettina Meier hat sich auf Spurensuche begeben.
Adoptionsparadies Südkorea - Aufarbeitung eines dunklen Kapitels16 Jul 202400:27:43
In Südkorea arbeitet eine Wahrheits- und Versöhnungskommission im Auftrag der Regierung derzeit eines der dunkelsten Kapitel der eigenen Geschichte auf. Es geht um tausende Kinder, die vor allem während der Militärdiktatur in den 1970 bis 1980er Jahren für Auslandsadoptionen freigegeben wurden. Mitte nächsten Jahres wird der Abschlussbericht vorgelegt, für diesen August ist ein Zwischenfazit geplant. Eine Geschichte über die Spurensuche von Kindern und Müttern, Lug und Betrug, Dänemark und Nordkorea.
Machtkampf zwischen China und den USA im Südpazifik07 Apr 202300:24:20
Die Salomonen-Inseln sind zwar klein in der Fläche, verfügen jedoch über riesige Meeresgebiete mit vielen Bodenschätzen und reichen Fischvorkommen. Und: Sie sind längst zum Zankapfel zwischen China und den USA bzw. Australien geworden. Wie sich das auswirkt, hat sich ARD-Korrespondentin Kathrin Erdmann näher angeschaut. Sie ist in den Südpazifik gereist. Dort stehen die Salomonen besonders im Fokus, nachdem sie im vergangenen Frühjahr ein Sicherheitsabkommen mit China unterzeichnet haben. Ein solches Abkommen wollte die Volksrepublik auch mit den Fidschiinseln abschließen, die lehnten jedoch ab. Nun ist dort seit Jahresende eine neue Regierung an der Macht.
Südsudan: Alltag im jüngsten Land der Welt02 Feb 202300:22:53
Als der Südsudan 2011 die Unabhängigkeit vom Sudan erlangte, war die Euphorie grenzenlos. Jahrzehnte lang hatten die Südsudanesen dafür gekämpft, ihre Geschicke selbst in die Hand zu nehmen. Doch schon bald bekämpften sich die Menschen im Südsudan gegenseitig. Papst Franziskus hat sich in diesen Tagen auf den Weg gemacht und den Südsudan besucht. Was ist übrig geblieben von der Freude und dem Optimismus im jüngsten Land der Welt? Und wie meistern die Menschen die vielen Herausforderungen im Alltag? Anne Allmeling ist für uns diesen Fragen im Südsudan nachgegangen.
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