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| Title | Pub. Date | Duration | |
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| Warum wir schwimmen mit Paulina Stulin | 26 Sep 2022 | 00:45:28 | |
Die Geschichte zwischen mir und Paulina Stulin beginnt mit Jenny. Jenny Daniel hat vor sehr langer Zeit meine Website gemacht, die Farben ausgesucht, mein Logo entwickelt und in meinem Herzen einen Platz gefunden. Mittlerweile ist Jenny berĂŒhmt und hat im Mai ihre erste Graphic Novel "Das Gutachten" im Carlsen Verlag herausgebracht. Dass ich Graphic Novels sehr mag hat mit meiner Kindheit zu tun. Mit meiner Schwester kaufte ich mir immer die Comic-Serie "Gespenster". Panels, in denen gestorben und wiederauferstanden wurde, wie es nur ging. Jede dieser Gothic Novels endete mit dem Satz  "Seltsam? Aber so steht es geschrieben." Als ich Ă€lter wurde, kaufte ich mir Marvel Comics, Spiderman war mein Held. Ich erinnere mich, dass ich die Typo in den Sprechblasen ungewöhnlich fand, auch, weil sie gar nicht einfach zu lesen waren. Als Jungerwachsene malte ich fĂŒr meine Bewerbungsmappe an der DĂŒsseldorfer Akademie unter anderem einen Spiderman auf riesigem Format in knalligen Farben. Ich wurde abgelehnt. Als etwas Ă€ltere Jungeerwachsene begann ich mich auf Comic-Börsen herumzutreiben und Heftchen fĂŒr verrĂŒckte Summen zu kaufen. Die sind weg. Geblieben ist meine Liebe zu diesem ErzĂ€hlformat. Und jetzt kommt Jenny wieder ins Spiel: Sie hat eine riesige Bibliothek an Graphic Novels und versorgt mich damit. Darunter war auch der mehr als 500seitige Comic "Bei mir zuhause" von Paulina Stulin. Eine persönliche Geschichte ĂŒber das Leben der Autorin in Darmstadt. Dabei habe ich erst spĂ€ter erfahren, dass Paulina in Breslau geboren wurde und dort Kommunikationsdesign studiert hat. Nun hat Paulina Stulin eine Graphic Novel zu dem Film "Freibad" von Doris Dörrie gezeichnet. Der perfekte Moment, mit Paulina Stulin ins GesprĂ€ch zu kommen. Nicht nur, dass Paulina Stulin toll zeichnen und Geschichten erzĂ€hlen kann - sie ist dazu noch eine politisch/soziologisch/philosophisch engagierte Frau. Was der Grund dafĂŒr ist, dass wir vom Freibad ĂŒbers Schwimmen zu Essstörungen, LSD und Ayahuasca zu sprechen kamen. Zwischendurch liest Paulina Stulin einen Auszug aus einem Text ihres Lieblingsphilosophen Hermann Schmitz, was uns zu unseren SĂŒchten fĂŒhrt. Es ist fĂŒr mich ein sehr persönliches GesprĂ€ch geworden, in dem viel von mir zeige. Was ich bis jetzt versucht habe, verschlossen zu halten. Ich frage mich: Warum? Was habe ich zu verlieren? Was kann mir passieren? Welche Gefahr besteht, wenn zwei Menschen im wahrsten Sinne des Wortes Gedanken und GefĂŒhle aus/tauschen? Wahre Begegnung, finde ich. Das GesprĂ€ch mit Paulina Stulin beschĂ€ftigt mich noch heute und es wird mir in Erinnerung bleiben. Danke, Paulina! Ein besonderer Dank gilt auch Tom Blankenberg. In seinem Tonstudio ist es besonders schön, GesprĂ€che zu fĂŒhren. Tom, du bist wichtig, dass dieser Podcast so gut gelingt. Ton: Tom Blankenberg, Dokton-Studios, DĂŒsseldorf Sprecher: Tom Blankenberg Interview: Anette Frisch Man wird Ă€ngstlicher, man wird hĂ€sslicher | |||
| Warum wir schwimmen mit Zsuzsa BĂĄnk | 02 Dec 2020 | 00:28:26 | |
Vor Kurzem hörte ich im Radio ein Interview mit der Schriftstellerin Zsuzsa BĂĄnk. In dem GesprĂ€ch ging es um ihr aktuelles Buch "Sterben im Sommer". Darin schreibt sie ĂŒber das Sterben ihres Vater. Und sie schreibt ĂŒber die Bedeutung, die der Balatonsee fĂŒr ihren Vater und sie hatte. Zsuzsa BĂĄnk hatte bereits 2002 ihr Erstlingswerk "Der Schwimmer" veröffentlicht; auch hier kommt dem Schwimmen eine besondere Bedeutung zu. Auch darin geht es um einen Vater, KalmĂĄn, der von seiner Frau verlassen wird und fortan mit seinen zwei Kindern, Kata und Isti, durch Ungarn vagabundiert. Einen Job nach dem nĂ€chsten annimmt, und die Kinder und sich selbst heimatlos werden lĂ€sst. Einzigen Halt findet er dann, wenn er im Balatonsee schwimmt. Im Ungarischen, dort, wo Zsuzsa BĂĄnks Familie herkommt, gibt es ein Wortpaar, das im Deutschen nur mit vielen Worten nahzukommen ist: jĂł usza, "die groĂe, gute, echte Schwimmerei", schreibt die Frankfurterin. "Es ist eine Art, sich von der Welt, in der dieses Leben stattfindet, zu entfernen." Zsuzsa BĂĄnk "Sterben im Sommer" ist im September 2020 S.Fischer Verlag erschienen Ton: Tom Blankenberg, Dokton-Studios, DĂŒsseldorf Sprecher: Tom Blankenberg Interview: Anette Frisch | |||
| Warum wir schwimmen mit John von DĂŒffel | 30 Nov 2020 | 00:43:13 | |
Das GesprĂ€ch mit dem Schriftsteller John von DĂŒffel sollte eigentlich kein Podcast werden - und ist es doch geworden. Denn wenn zwei Schwimmer*innen sich unterhalten und in die Tiefe tauchen, kann man sich verlieren. So geschehen. FĂŒr mich, die das Interview gefĂŒhrt hat, gilt das im Besonderen. Ich habe mich hĂ€ufig in meinen eigenen Fragen verloren, bin umhergeirrt, was mir aus professioneller Sicht betrachtet, nicht so angenehm war und zum Teil noch ist. Dennoch habe ich mich entschlossen, das GesprĂ€ch zu veröffentlichen - mit dem EinverstĂ€ndnis von John von DĂŒffel. Warum? Weil ich losgelassen und mich dem Taumel der eigenen Gedanken hingegeben habe. Ein wesentlicher Teil des Schwimmens: Sich dem Element Wasser hingeben, in eine Welt tauchen, in der wir andere sind. Das GesprĂ€ch mit John von DĂŒffel ist sehr dynamisch und verlangt einiges an Vorwissen ab. Wie selbstverstĂ€ndlich sprechen wir zum Beispiel ĂŒber das Buch von Ulrike Draesner "Kanalschwimmer"; an keiner Stelle erklĂ€re ich, worum es darin geht. (Das meine ich mich professioneller InterviewfĂŒhrung.) Am Ende bleibt ein intensives, heiteres GesprĂ€ch aus dem Corona-April 2020, in dem zumindest ich mich um Kopf und Kragen rede. Gerettet hat die schlechte Zoom-Ton-Aufnahme der Dokumentarfilmer und Musiker Tom Blankenberg ist, der auch die Musik zum Podcast beigesteuert hat und Intro/Outro spricht.  Auszug aus dem GesprĂ€ch mit John von DĂŒffel ĂŒber das Schwimmen "Ich habe ja wirklich sehr viel nachgedacht ĂŒber das VerhĂ€ltnis Schwimmer und Wasser, Mensch, Natur. Das ist im Prinzip ein Thema, das sich durch meine BĂŒcher zieht, auch durch das letzte Buch "Der brennende See". Ich stelle mir die groĂe Frage: Wie verhalten wir uns zur Natur? Und wo ist das VerhĂ€ltnis zur Natur destruktiv und in gewissem MaĂe auch eine Zerstörung unserer Selbst, vielleicht sogar immer mehr. Wenn man im offenen GewĂ€sser schwimmt, setzt man sich zur Natur oder zum Wasser ins VerhĂ€ltnis. Man spĂŒrt wieder, wo man im VerhĂ€ltnis zur Natur steht oder schwimmt, nĂ€mlich in einer Form von, mir fĂ€llt jetzt kein besseres Wort ein, Demut oder zumindest in einer gewissen ZurĂŒckgenommenheit. Als Schwimmer begegne ich der Natur, so wie die Natur mir begegnet und meine KrĂ€fte alles, was ich habe, mein ganzes Geschick verhĂ€lt sich zu der KĂ€lte des Wassers, zu der Strömung, des Wassers, zum Wind, zu den Elementen. Das ist ein groĂer Teil dieses Das-war-richtig-GefĂŒhls, dass ich wieder weiĂ, wo ich stehe im VerhĂ€ltnis zur Natur. Dass mich das sogar mehr erdet - das ist ein bisschen schief, aber trotzdem - vielleicht sogar sehr wahr. Das Schwimmen erdet mich mehr als vieles andere. Und das ist eine ganz starke Orientierung, die ich aus dem Wassererleben, herausziehe und wo ich denke, das ist auch ein guter Grund, es immer wieder und so oft wie möglich zu tun." | |||