Wie blicken Sie auf die politischen und gesellschaftlichen Debatten im Land? Bei "Anruf an alle" wollen wir wissen, was Sie bewegt. Schicken Sie uns Ihre Meinung und Perspektiven per Sprachnachricht an: www.zeit.de/anrufanalle
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Anruf an alle, a podcast by ZEIT ONLINE - Stats, Episodes and Rankings - My Podcast Data
"In zehn Jahren wird keiner mehr Verbrennerautos kaufen"
Episode 73
Thursday, December 11, 2025 • Duration 11:06
Das Verbrenner-Aus wird verschoben, auch auf Druck von Kanzler Merz. Ist
die Zukunft der deutschen Autobauer wichtiger als der Klimaschutz? Das
sind Ihre Antworten.
Eigentlich sollten in Europa ab 2035 nur noch Autos zugelassen werden
dürfen, die keine Emissionen verursachen. So haben es die EU und ihre
Mitgliedstaaten vor knapp drei Jahren beschlossen. Es wäre
ein De-facto-Verbot von Verbrennermotoren gewesen. Doch nach einem Brief
von Kanzler Friedrich Merz und dem Lobbyieren anderer Mitgliedstaaten
sagt die EU-Kommission nun: Das Verbrenner-Aus wird verschoben,
vermutlich auf 2040. Ab 2035 sollen zunächst weniger strenge Regeln
gelten.
Dabei geht der globale Trend laut Experten klar zur Elektro-Mobilität.
Doch die erhofften Markterfolge von deutschen E-Autos bleiben bislang
aus. Bei Anruf an alle haben wir gefragt, wie Sie auf das
Rütteln am Verbrenner-Aus und die Zukunft der deutschen Autoindustrie
blicken.
In den Einsendungen, die uns erreicht haben, gibt es kaum Verständnis
für das Einknicken der EU-Kommission. Es sei "die schlechteste
Entscheidung, die man treffen kann", ist sich ein Anrufer sicher. Das
Aufweichen des Verbots bringe die Industrie "nicht dazu, sich
zukunftssicher aufzustellen", sagt ein anderer.
Einzelne Anrufer folgen den Argumenten der Union und fordern
Technologieoffenheit jenseits der Elektromobilität. Es sei nicht gesagt,
"dass die E-Autotechnik das Nonplusultra ist", so ein Anrufer.
Vielleicht würde die Industrie noch viel bessere Techniken entwickeln.
Warum die europäische Autoindustrie gerade in einer schweren Krise
steckt und warum vermutlich auch eine vollständige Rücknahme
des Verbrennerverbots nicht helfen wird, hören Sie in der Episode 73
von Anruf an alle.
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Redaktion: Janis Dietz, Tülay Karakuş, Julian Claudi, Katja Diepenbruck
Gesprochen von: Poliana Baumgarten Ton: Konrad Peschmann, The Sound
Shack Technische Entwicklung und Design: Rose Tremlett, Leonie Wismeth
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Ole Pflüger und Mark Heywinkel
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Wechseljahre: "Man hört immer: Stell dich nicht so an"
Episode 72
Friday, November 28, 2025 • Duration 09:44
Schweißausbrüche, Schlafstörungen und wenig Aufklärung: Bei "Anruf an
alle" geht es um die Wechseljahre und die Frage, wie schwer es noch
immer ist, darüber zu sprechen.
Über neun Millionen Frauen in Deutschland sind aktuell in ihren
Wechseljahren. Etwa ein Drittel merkt kaum etwas von
den hormonellen Veränderungen, die Mehrheit hat psychische und
körperliche Symptome wie Hitzewallungen, Schlafstörungen oder
Gereiztheit. Die Wechseljahre beginnen bei den meisten Frauen mit etwa
Mitte 40. Viele Betroffene sind dadurch bei der Arbeit und in ihrem
Alltag eingeschränkt. Doch offen gesprochen über diese Belastung wird in
unserer Gesellschaft nur selten.
Immerhin äußern sich mittlerweile prominente Frauen zu ihren
Problemen während der Wechseljahre. Es sei an der Zeit "die Wechseljahre
endlich aus der Tabuzone rauszuholen", sagte Gesundheitsministerin Nina
Warken Ende November bei der Vorstellung des sogenannten Dialogprozesses
Wechseljahre. Durch die Initiative soll das Thema auch politisch
angegangen werden.
Bei Anruf an alle haben wir gefragt, wie Sie die Wechseljahre und den
gesellschaftlichen Umgang damit erleben. Die Antworten zeigen, wie
tabuisiert das Thema nach wie vor ist. Sowohl im privaten als auch im
beruflichen Umfeld gebe es
wenig Verständnis, berichteten uns mehrere Anruferinnen. Eine Frau, die
an einer Schule arbeitet, erzählt, es gebe im Kollegium viele Frauen im
entsprechenden Alter. Thematisiert würden die
Wechseljahre dort trotzdem nicht, im
Gegenteil: "Der Krankenstand ist extrem hoch. Viele reduzieren die
Arbeitszeit. Keiner spricht darüber, was die Ursache ist."
Was Frauen in den Wechseljahren helfen könnte und warum auch Ärzte bei
vielen Beschwerden nicht weiterwissen, hören Sie in der Episode 72
von Anruf an alle.
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„Die Aktivrente geht zulasten der jungen Leute“
Episode 71
Wednesday, November 19, 2025 • Duration 13:54
Die Regierung möchte die Berufstätigkeit im Alter steigern. Bei Anruf an
alle erzählen Senioren von geringen Renten, Spaß an der Arbeit und der
Angst vor Isolation.
Rentnerinnen und Rentner sollen bis zu 2.000 Euro monatlich zur Rente
steuerfrei dazuverdienen können – das plant die schwarz-rote Regierung
mit dem Vorhaben der Aktivrente. Sie soll nur für Festangestellte, die
das offizielle Renteneintrittsalter überschritten haben, gelten.
Seniorinnen und Senioren sollen demnach mehr arbeiten, damit der
Fachkräftemangel in Deutschland sinkt.
Die Aktivrente ist Teil eines größeren Rentenpakets. Aktuell befinden
sich die Regierung und Teile der CDU im Streit darum. Etwa die Junge
Gruppe der Union spricht sich für eine Verschiebung der Abstimmung über
das Rentenpaket aus. Ihr Argument: Junge Menschen würden damit
vernachlässigt werden. Bundeskanzler Friedrich Merz besteht hingegen
darauf, die Aktivrente ab dem 1. Januar 2026 umzusetzen.
Bei Anruf an alle haben wir Seniorinnen und Senioren gefragt, ob sie im
Rentenalter weiterarbeiten müssen oder wollen und wie sie auf das
Konzept der Aktivrente blicken. Einige Menschen, die sich bei uns
gemeldet haben, arbeiten aktuell trotz ihres Rentenbeginns weiter –
wegen der Freude an ihrer Arbeit. "Ich mache aus Spaß und Freude noch
privat Psychotherapien oder auch psychiatrische Untersuchungen. Nicht,
weil ich es muss, sondern weil es mir gefällt", sagt eine Anruferin, die
seit drei Jahren in Pension ist.
Für viele Seniorinnen und Senioren aber ist der Hauptgrund für das
Arbeiten im Alter eine zu geringe Rente. "Ich kann von der Rente
eigentlich nicht leben. Das sind 1.000 Euro", sagt ein 73-Jähriger. Er
ist noch fit genug und arbeitet aktuell in Teilzeit weiter, etwa im
Garten oder Handwerkliches. Laut dem Statistischen Bundesamt galten im
vergangenen Jahr rund 20 Prozent der über 65-Jährigen als
armutsgefährdet.
Einige Anruferinnen und Anrufer sorgen sich darum, dass sich mit der
Aktivrente die soziale Ungleichheit in Deutschland verstärken könnte.
Warum einige von ihnen dem Vorstoß trotzdem etwas abgewinnen können und
welche Sorgen es neben der Altersarmut gibt, hören Sie in Episode 71
von Anruf an alle.
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Wann ist die Wurst eine Wurst?
Episode 70
Monday, November 10, 2025 • Duration 06:57
Fleischersatzprodukte sollen nicht Wurst oder Burger heißen, sagt das
EU-Parlament. Warum sie sich durch das Verbot verschaukelt fühlen,
erklären Sie bei Anruf an alle.
Das Europaparlament hat im Oktober für ein Verbot von
Produktbezeichnungen wie "Veggieburger" oder "Sojaschnitzel" gestimmt.
Initiiert wurde das Ganze von einer konservativen Abgeordneten aus
Frankreich. Angeblich, um Verbraucher vor Verwechslungen zu
schützen. Allerdings finden Verbraucherschützer das Vorhaben genauso
wenig sinnvoll wie große Lebensmittelketten. Eine
Namensänderung erschwere es Verbrauchern, die gesuchten Produkte zu
finden, schreiben Aldi und Lidl sowie Fleischersatz-Hersteller in einem
offenen Brief (PDF). Sie fürchten wirtschaftliche Einbußen. Die
Organisation Foodwatch nennt das geplante Verbot "Lobbyismus im
Dienste der Fleischindustrie". Bundeskanzler Friedrich Merz sieht das
wohl anders, in einer Talkshow sagte er: "Eine Wurst ist nicht vegan."
Wir haben Sie gefragt, wie Sie auf die Debatte
blicken. Sollte man vegane Wurst weiterhin Wurst nennen? Oder ist
es verwirrend, wenn ein Veggie-Produkt Mortadella oder Burger heißt? Die
meisten Menschen, die sich bei uns gemeldet haben, finden die Diskussion
albern. "Natürlich soll die vegane Wurst "Wurst" heißen. Wie denn
sonst?", fragt ein Anrufer. Vegane und vegetarische Ersatzprodukte seien
deutlich gekennzeichnet, man solle die Verbraucher "nicht für dumm
erklären", fordert eine andere. Man soll die Verbraucher "nicht für
dumm erklären", fordert eine andere.
Eine Verwechslungsgefahr mit Fleischprodukten sieht unter den Anrufenden
niemand. Warum einige von Ihnen dem Vorstoß trotzdem etwas abgewinnen
können, hören Sie in Episode 70 von Anruf an alle. Mehr über das
Geschäft mit Fleischersatzprodukten erfahren Sie im Podcast "Ist das
eine Blase?".
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"Auf der Straße Rad zu fahren ist sehr, sehr gefährlich"
Episode 69
Monday, November 3, 2025 • Duration 07:20
Fahrräder sind praktisch, doch im Alltag oft zweite Wahl. Bei Anruf an
alle sprechen Sie über kaum befahrbare Radwege und gefährliche
Begegnungen mit Autos.
Ist Deutschland ein Radfahrerland? Immerhin gibt es hier mehr Fahrräder
als Autos – ja, sogar mehr Fahrräder als Einwohner. Doch im Alltag
nutzen die Menschen in Deutschland vor allem das Auto. Gemessen an den
tatsächlich gefahrenen Kilometern ist das Auto 20-mal beliebter als das
Rad.
Wir haben Sie gefragt, inwiefern Deutschland fahrradfreundlich ist – und
wo man nachbessern sollte. Die meisten Anruferinnen und Anrufer sind der
Meinung: Fahrradfahren macht Spaß, ist gut für die Gesundheit und das
Klima, aber es gibt massive Probleme in der Infrastruktur. Viele
Radwege würden plötzlich einfach enden, seien oft in Schlangenlinien
gebaut, sagt eine Anruferin – und manchmal stehe ein Baum mitten auf dem
Weg. Ein anderer Anrufer kommt zu dem Ergebnis: "Die Fahrradsituation in
Deutschland ist katastrophal." In wie vielen Städten in Deutschland die
Infrastruktur für Radfahrer gerade einmal befriedigend ist, zeigt auch
der aktuelle "Fahrradklima-Test" des ADFC.
Bei Anruf an alle geht es in dieser Woche um gefährliche Situationen im
Straßenverkehr und um Wege, wie man Radfahren in der Innenstadt und auf
Landstraßen sicherer machen könnte. Eine Anruferin sagt, dass sie große
Umwege in Kauf nimmt, um nicht mit dem Fahrrad auf der Straße fahren zu
müssen. Eine andere Anruferin aus Aachen berichtet von
brenzligen Begegnungen mit Autos, aber auch von einem Umdenken in der
Stadtplanung. Durch neue rote Fahrradwege mitten auf den Straßen seien
viele Konflikte gelöst worden. Was sich Menschen, die regelmäßig mit dem
Rad fahren, darüber hinaus von der Politik und von Autofahrern wünschen,
hören Sie in der Episode 69 von Anruf an alle.
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"Ich finde unser Stadtbild sehr, sehr schön"
Episode 68
Wednesday, October 22, 2025 • Duration 10:34
Die Diskussion um die Stadtbild-Aussage von Bundeskanzler Merz hält an.
Bei "Anruf an alle" erzählen Sie, was Sie davon halten und wo Sie
Probleme in Städten sehen.
"Aber wir haben natürlich immer im Stadtbild noch dieses Problem, und
deswegen ist der Bundesinnenminister ja auch dabei, jetzt in sehr großem
Umfang auch Rückführungen zu ermöglichen und durchzuführen", sagte
Bundeskanzler Friedrich Merz vergangene Woche bei einer
Pressekonferenz. Seitdem hält die öffentliche Debatte um seine Aussage
an. Nicht nur die Opposition kritisiert sie als "diskriminierend" und
"rassistisch". Auch der Koalitionspartner SPD betont, man solle die
Gesellschaft nicht mit Sprache spalten.
Bei Anruf an alle wollten wir wissen, was Sie von Merz' Aussagen zu
angeblichen Problemen im Stadtbild halten. "Das ist einem Kanzler so
unwürdig, solche Sachen zu sagen. Es schürt Ressentiments", sagt eine
Anruferin, die aus Bolivien adoptiert wurde und grundsätzlich mit
Alltagsrassismus zu kämpfen hat. Viele der Einsendungen sind von Ärger
und Enttäuschung geprägt.
Andere Einsendungen stimmen Merz' Aussage zu: Ja, Migration sei ein
Problem. "Endlich sagt es mal jemand", kommentieren einige Anruferinnen
und Anrufer.
Für eine andere Anruferin ist die Einordnung klar: Merz' Aussage über
das Stadtbild sei "dumm, provinziell, rückständig und letzten Endes
rassistisch". Es gebe durchaus Probleme in Städten, sie müssten aber
ohne Ressentiments angegangen werden, sagen einige. Erst fünf Tage nach
der Stadtbild-Aussage erklärte Bundeskanzler Merz den Satz genauer. Was
unsere Anruferinnen und Anrufer zu Merz' Aufforderung sagen, man solle
die Töchter fragen, wie seine Aussage gemeint sei, hören Sie in Episode
68 von Anruf an alle.
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"Ich muss nicht 100 Jahre alt werden"
Episode 67
Thursday, October 9, 2025 • Duration 07:32
Die Menschen in Deutschland werden immer älter. Wollen sie das
überhaupt? Bei "Anruf an alle" sprechen Sie über Träume und ihre Angst
vor Krankheit und Altersarmut.
Die Menschen in Deutschland werden so alt wie nie zuvor. Die Zahl der
über 80-Jährigen wird in den kommenden Jahren drastisch steigen. Das
stellt die Gesellschaft vor gewaltige Herausforderungen. Wie können wir
die Rente stabil halten und wie reagieren wir auf den wachsenden
Pflegebedarf? Auch im Privaten stellen sich mit zunehmendem Alter große
Fragen: Wie selbstbestimmt kann ich noch leben? Und wird das Geld
reichen? Viele Senioren in Deutschland haben ein gutes Finanzpolster,
aber rund 3,5 Millionen Menschen ab 65 Jahren sind von Armut bedroht.
Bei Anruf an alle wollten wir wissen, wie alt Sie werden wollen und wie
Sie auf Ihren letzten Lebensabschnitt blicken. Viele der Einsendungen
sind von Sorge geprägt. Eine Alleinerziehende beschreibt ihre Angst vor
Altersarmut so: "Ich habe Angst davor, keine Teilhabe mehr zu haben,
gerade noch die Miete bezahlen zu können."
Ein anderer Anrufer sagt, 100 Jahre alt zu werden, sei "natürlich ein
tolles Ziel". Erstrebenswert ist es für ihn aber nur, solange er
selbstbestimmt leben kann: "Wenn ich dann nur dahinsieche und ein
Pflegefall mit Pflegegrad vier oder fünf bin, dann möchte ich eigentlich
nicht so leben." Wie gesellschaftliche Konflikte und die Klimakrise den
Blick auf das Altwerden beeinflussen, hören Sie in der Episode 67 von
Anruf an alle.
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Diese Probleme sehen Sie bei der Energiewende
Episode 66
Thursday, October 2, 2025 • Duration 09:17
Wo steht Deutschland bei der Mega-Aufgabe Energiewende? Bei Anruf an
alle sprechen Sie über lokale Widerstände und Nöte und die Pläne von
Wirtschaftsministerin Reiche.
Wirtschaftsministerin Katherina Reiche sieht die Energiewende an einem
Scheidepunkt. Die CDU-Politikerin will die Reformen der Ampel-Regierung
anpassen. Die Förderung von Solaranlagen soll zurückgefahren werden,
dafür plant Reiche Gaskraftanlagen massiv auszubauen.
Bei Anruf an alle wollten wir von Ihnen wissen, ob Deutschland die große
Transformation hin zu erneuerbaren Energien und einem flexiblen
Stromnetz noch schafft, und wo es im Kleinen möglicherweise hakt. Ein
Anrufer aus einer Gemeinde in Mecklenburg-Vorpommern berichtet von einem
geplanten Solarpark, der in diesem Sommer am Widerstand einiger Anwohner
gescheitert ist. Dabei sei das Projekt finanziell und ökologisch
sinnvoll gewesen. Einer der Kritikpunkte von Anwohnern: Man sei "nicht
aufs Land gezogen, um auf Solarplatten zu gucken". Die Gegner hätten
Unterschriften gesammelt, "während die Befürworter stumm geblieben
sind", berichtet der Anrufer. Letztendlich habe der Gemeinderat auf die
"Anti"-Stimmung reagiert und gegen das Projekt gestimmt. Eine weitere
Anruferin würde gerne eine Fotovoltaik-Anlage auf ihrem Dach
installieren, doch ihr Haus sei so klein, dass es sich für
Solar-Unternehmen nicht rechne. Nun überlegt sie, eine Anlage gemeinsam
mit den Nachbarn bauen zu lassen.
Die Anruferinnen und Anrufer, die uns kontaktiert haben, blicken
kritisch auf die Pläne der Wirtschaftsministerin. Dass diese wieder neue
Gaskraftwerke bauen wolle, könne "überhaupt nicht wahr sein", sagt eine
von ihnen. Andere kritisieren Reiches Nähe zur Gasindustrie, für die sie
vor ihrem Ministeramt tätig war. Warum trotzdem viele optimistisch sind,
was die Energiewende angeht, hören Sie in der Folge 66 von Anruf an
alle.
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Warum Sie Lieferdienste kritisch sehen
Episode 65
Thursday, September 25, 2025 • Duration 07:21
Lieferando und Co sind praktisch – aber was ist mit den
Arbeitsbedingungen der Fahrer? Bei "Anruf an alle" diskutieren Sie über
Ausbeutung und individuelle Verantwortung.
Lieferdienste für Essen und Lebensmittel boomen. 16 Millionen Menschen
in Deutschland nutzten im vergangenen Jahr den Service vom Marktführer
Lieferando. In der Corona-Zeit wurden Bestell-Apps für viele Menschen
zum Ersatz für den Restaurantbesuch. Es ist ja auch bequem, wenn das
Essen praktisch ohne Mehrkosten an die Tür geliefert wird. Doch das geht
bei vielen Lieferdiensten zulasten der Essens-Kuriere. Die verdienen oft
kaum mehr als den Mindestlohn, stehen unter ständigem Leistungsdruck,
auch wegen unsicherer Beschäftigungsverhältnisse. In einem Bericht über
die Arbeitsbedingungen in der Branche schnitten alle Anbieter schlecht
ab (PDF). Auch weil immer mehr von ihnen mittlerweile mit Subunternehmen
arbeiten, um die Preise weiter zu drücken. Seit Anfang August gibt es
deswegen Demonstrationen von Lieferando-Fahrern in mehreren deutschen
Großstädten.
In dieser Folge von Anruf an alle sprechen Sie darüber, ob es moralisch
okay ist, bei Lieferando, Wolt oder Uber Eats zu bestellen – und welche
Verantwortung die Kunden haben. Eine Frau mit chronischen Erkrankungen,
die sich bei uns gemeldet hat, berichtet, dass sie oft auf Lieferdienste
angewiesen ist, weil sie sich nicht selbst versorgen kann. Trotzdem
sieht sie das Geschäftsmodell kritisch.
Eine andere Anruferin sagt: "Ich will das nicht unterstützen." Sie
wisse seit Jahren über die schlechten Arbeitsbedingungen Bescheid,
deshalb bestelle sie bewusst nicht mehr bei den großen Lieferdiensten.
Es sei Aufgabe der Politik, die Rechte von Arbeitnehmern besser zu
schützen, argumentiert eine weitere Anruferin.
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So hat sich Ihr Blick auf den Gaza-Krieg verändert
Episode 64
Friday, September 12, 2025 • Duration 11:43
Immer mehr Deutsche sehen den Krieg in Gaza kritisch. Bei "Anruf an
alle" sprechen Sie über das militärische Vorgehen Israels und
Deutschlands Verantwortung.
Er verstehe nicht mehr, welches Ziel Israel im Gazastreifen verfolge,
sagte Friedrich Merz im Mai. So wie dem Bundeskanzler geht es vielen
Deutschen: Laut einer aktuellen Statista-Umfrage, die das
ZDF-Politbarometer in Auftrag gegeben hat, halten drei Viertel der
Befragten das israelische Vorgehen in Gaza für "nicht gerechtfertigt".
13 Prozent der Befragten halten es für richtig. Im November 2023, kurz
nach dem terroristischen Angriff der Hamas, fanden 35 Prozent der
Befragten Israels militärische Reaktion "angemessen".
Wir wollten von Ihnen wissen, ob Sie ebenfalls Ihre Haltung zu Israel
und dem Gaza-Krieg verändert haben – und was zu diesem Umdenken geführt
hat.
Eine Anruferin sagt: "Nach dem schrecklichen Anschlag der Hamas war ich
ganz klar pro Israel. Ich fand, dass sie sich verteidigen müssen." Mit
Voranschreiten des Krieges habe sich ihre Haltung geändert.
"Allerspätestens, als begonnen wurde, die Bevölkerung auszuhungern und
dass so viel Leid über die Menschen kommt und auch über Kinder. Das ist
einfach nicht gerechtfertigt."
Ein anderer Anrufer findet Israels Vorgehen in Gaza nach wie vor
richtig: "Israel verteidigt sich seit dem 7. Oktober vor zwei Jahren und
die Terroristen der Hamas kämpfen weiterhin." Eine dritte
Anruferin kritisiert nicht nur Israels Krieg in Gaza scharf, sie sieht
auch eine Radikalisierung der israelischen Siedler im Westjordanland.
Im Laufe des Krieges wurden auch international die Stimmen immer lauter,
die Israels Vorgehen in Gaza als unverhältnismäßig kritisierten.
Zahlreiche renommierte Menschenrechtsorganisationen, darunter die
israelische Organisation B’Tselem, werfen Israel heute einen Genozid
vor. Die israelische Regierung weist den Vorwurf des Völkermords
entschieden zurück.
Wie weitere Anruferinnen und Anrufer heute auf Israel, Gaza und das
Westjordanland blicken und welche politischen Forderungen sie stellen,
hören Sie in der 64. Folge unseres Communitypodcasts Anruf an alle.
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