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Title
Pub. Date
Duration
Meditation: Im offenen Bewusstseinsraum ruhen
25 Oct 2026
00:25:23
Bernd Bender, angeleitete Meditation am 18. Mai 2026 im Akazienzendo, Berlin
In dieser Meditationsanleitung führt uns Bernd von der Konzentration auf ein bestimmtes Objekt unserer Aufmerksamkeit schrittweise über Atem und Körper zum uns umgebenden Raum und darüber hinaus in die Weite des offenen Bewusstseinsraums. So üben wir uns darin, im direkten Spüren des Gewahrseins, das alles enthält, zu ruhen.
Bernd Bender, Dharma talk on September 4, 2026 at Akazienzendo, Berlin
Suzuki Roshi once stated that we should cultivate a strong confidence in the teaching of Buddha-nature. In Zen Mind, Beginner’s Mind, he says that when “we have no idea of ego, we have Buddha’s view of life.” And yet, trying to find Buddha-nature within our body-mind experience can easily become just another karmic project—something driven by ego that ultimately obscures the very Buddha-nature we are looking for. In this talk, Bernd explores how we can make sense of “Buddha-nature” and what Buddha’s view of life has to do with Zazen. He distinguishes between the ordinary self and the constant mental activity through which we grasp at the idea of a separate self. Most importantly, he explores how we can understand the teaching of karma from the perspective of Buddha-nature and how we can practice with it. The purpose of practice is not to suppress karmic impulses and mental constructions, but to recognize them as mental activity rather than as the truth about ourselves—and to learn to acknowledge and allow this mental activity without being caught up in it.
Bernd Bender, Dharma-Vortrag am 20. September 2026, Zen-Tag im Akazienzendo, Berlin
Was heißt es, in und mit einer Zeit zu praktizieren, in der sich immer mehr Gewissheiten auflösen? Bernd verbindet in seinem Vortrag historische Zeiten des Umbruchs, aber auch den von der Forscherin und Umweltaktivistin Joana Macy mitgeprägten Begriff des „Great Unraveling“ („Große Auflösung“ oder „Großes Entwirren“) mit der Praxis des Ruhens in dem, was ist. In der Öffnung gegenüber der Grundlosigkeit scheinbar verlässlicher Gewissheiten kann kreatives Handeln entstehen, welches zum Beispiel durch die 16 Bodhisattva-Gelübde Konturen gewinnt. Bernd erläutert im weiteren Verlauf seines Vortrags drei Bedeutungsebenen der Gelübde und zeigt nicht zuletzt, wie Gelübde-Praxis und Zazen aufs Engste miteinander verwoben sind.
Christian Dillo: Transformation in einem weiten Geist
13 Sep 2026
00:31:52
Christian Dillo, Tag 1 des Wochenendseminars am 13. Juni 2026 im Akazienzendo, Berlin
Am ersten Tag seines Wochenendseminars „Lebendiger Raum, lebendige Zeit – Zen und das offene Selbst“ hat Christian Dillo diesen einführenden Vortrag gehalten. Er erklärt, inwiefern man Buddhismus als Studium der eigenen Erfahrung verstehen kann, als eine „transformative Phänomenologie,“ und was diese Transformation mit der Freiheit von Leiden, mit Weisheit und Mitgefühl zu tun hat. Durch unsere Selbstbezogenheit verlieren wir das Vermögen, mit der sich verändernden Realität in eine kooperative Resonanz zu treten. Praxis bedeutet nicht, unsere Verstrickung einfach loszuwerden, und in Gleichmut zu verweilen. Entscheidend sei vielmehr ein Ebenenwechsel, indem wir einen Schritt zurück treten, und den Geist sich öffnen und weit werden lassen. In diesem „Big Mind“ dürfen auch unangenehme Geisteszustände da sein, denn wir merken, dass sie uns nicht vollständig bestimmen, und dass auch sie sich mit der Zeit verändern.
Bernd Bender, angeleitete Meditation am 05. April 2026 im Akazienzendo, Berlin
Zu Beginn dieser angeleiteten Meditation nehmen wir eine bequeme Sitzhaltung ein und gehen mit der Aufmerksamkeit in unseren gespürten, atmenden Körper hinein. Dann spricht Bernd über Zazen. Er schlägt vor, Shikantaza als Praxis zu verstehen, in der wir unsere Erfahrung genau so, wie sie sich im gegenwärtigen Moment entfaltet, zulassen und sie uns bewusst machen. Erlauben wir uns, einfach nur zu sitzen.
Claudia Schmidt, Dharma-Vortrag, Sommer-Sesshin, 23. Juli 2026 in Wilhelmsaue
In dieser Folge hörst du den Vortrag unserer Shuso Claudia, den sie im Rahmen unserer Praxisperiode im Juli-Sesshin gehalten hat. Dabei verbindet Claudia die Lectio Divina – eine meditative Form der Textbetrachtung – mit Zazen und moderner Koan-Arbeit.
Ausgangspunkt ist eine Geschichte aus „Erwachen im Alltag" von Eve Myonen Marko und Wendy Egyoku Nakao: Eine Praktizierende schlägt in ihrer Gruppe vor, sich selbst durch kurze Dharma-Vorträge auszutauschen – und stößt auf Widerstand. Man brauche doch eine „richtige" Lehrkraft. Daran entfaltet Claudia zentrale Fragen: Wer ist im Zen eigentlich Lehrerin oder Lehrer? Wie gehen wir mit der Tendenz um, uns selbst klein zu machen? Und wie entsteht Gemeinschaft, in der jede Stimme gehört wird?
Mach direkt mit beim Schreibexperiment! Claudia lädt zu 10 Minuten intuitivem Schreiben ein – nach einer Methode von Florence Caplow (Upaya Zen Center), bei der man sich Koans durch den Wechsel von Zazen, meditativem Lesen und intuitivem Schreiben nähert. Sobald die Schreibzeit beginnt, pausiere einfach das Audio und schreib frei, was dir in den Sinn kommt.
Ein Vortrag voller Wärme und Ermutigung, die eigene Verantwortung im Alltag zu übernehmen – bis hin zu den letzten Worten, die Buddha zugeschrieben werden: „Seid euch selbst ein Licht."
Was am Anfang als Frage im Koan steht, beantwortet Claudia ganz praktisch: Danke, liebe Claudia, für deinen Mut, zu deiner eigenen Praxis zu stehen.
Bernd Bender, Dharma-Vortrag, Sommer-Sesshin, 22. Juli 2026 in Wilhelmsaue
Im Zuge unseres Sommer-Sesshins hielt Bernd einen Vortrag über die Kunst der Untätigkeit und ihre Verbindung zur Zen-Praxis. Da Untätigkeit in unserer Gesellschaft als Defizit abgewertet wird, das es schnellstmöglich zu beheben gilt, entgeht uns „das Reich und der Reichtum der Untätigkeit,“ wie der Philosoph Byung-Chul Han sich ausdrückt. Zen kann ein Zugang zu diesem Reich gewähren. Indem wir lernen, in den Dingen zu Ruhen, können wir erfahren, dass alles hier und jetzt da ist, dass nichts hinzugefügt werden muss, und dass wir, so wie wir sind, vollkommen sind.
Bernd Bender, Kurs zu Vasubandhus 30 Versen, 6. Treffen am 6. Juli 2026 im Akazienzendo, Berlin
Wir veröffentlichen hier das sechste und damit letzte Treffen des Workshops „Wahrnehmung als Tor der Befreiung – Ein Zen-Kurs zu Vasubandhus 30 Versen über den Geist.“ Anhand dieses kurzen, dichten Yogācāra-Texts erforschen wir unsere Wahrnehmung als Transformation in wechselseitiger Abhängigkeit. In der fünften Folge geht es um die Frage, was Vasubandhus Verse mit Mitgefühl zu tun haben. Nach einer Phase des Körperspürens und Ruhens im Feld der Wahrnehmungen, führt uns Bernd durch eine experimentelle Metta-Praxis. Im anschließenden Vortrag betont Bernd, dass Mitgefühl das stille Zentrum von Vasubandhus 30 Versen ist. Anhand folgender Stufen können wir diesem Zentrum nachspüren: Einfach nur Wahrnehmung. Hier geht es um das Ruhen im Feld der Aufmerksamkeit. Wir können direkt – nicht konzeptuell – einsehen, dass wir aus unserem Bewusstsein nicht aussteigen können, und Selbst und Andere unmittelbar verbunden sind. Diese Verknüpfung führt auf der zweiten Stufe zu der Erkenntnis, dass Andere und wir mehr sind, als das Bild, das wir uns von uns selbst und ihnen machen. Dies führt zu weniger Selbstbild und mehr Selbstmitgefühl. Die Wogen des Ergreifens von Selbst und Anderen glätten sich zunehmend. Auf der nächsten Stufe können wir das Ich-Ergreifen erkennen, manas, also die Aktivität, die das unaufhörliche Strömen von alaya ergreift und es „Ich“ nennt. Aus dieser Erkenntnis heraus geschieht wiederum eine Öffnung hin zur Dynamik des nicht-dualen Feldes aus lebendigem Entfalten. Schließlich entsteht aus der innigen Verbundenheit mit der Welt die Verantwortung, mit unserem Tun nährende Samen in das Feld von Selbst und Anderen zu streuen. Mitgefühl ist nicht nur ein Gefühl, sondern Praxis des Aussäens heilsamer Samen. Noch ein Hinweis: Wir haben Kapitelmarker eingefügt, mit denen ihr bequem in der Aufnahme springen könnt.
Bernd Bender, Kurs zu Vasubandhus 30 Versen, 5. Treffen am 29. Juni 2026 im Akazienzendo, Berlin
Wir veröffentlichen hier das fünfte von sechs Treffen des Workshops „Wahrnehmung als Tor der Befreiung – Ein Zen-Kurs zu Vasubandhus 30 Versen über den Geist.“ Anhand dieses kurzen, dichten Yogācāra-Texts erforschen wir unsere Wahrnehmung als Transformation in wechselseitiger Abhängigkeit. In der fünften Folge geht es um die Verse 26 und 27. Sie besagen, dass die Tendenz, Selbst und Anderes zu ergreifen, solange nicht abnimmt, bis das Bewusstsein in Nur-Vorstellung zur Ruhe gekommen ist. Wenn wir andererseits das, was wir vor uns stellen, wiederum als „Nur-Vorstellung“ ergreifen, so ruhen wir auch noch nicht in eben diesem.
In der angeleiteten Meditation betrachten wir, wie das Gegenüber entsteht. Indem wir uns darin üben, in den Erscheinungen, so wie sie sich entfalten, zu ruhen, können wir erkennen, dass alles, Innen und Außen, Selbst und Anderes, gemeinsam erscheint, als ein lebendiges Feld.
Was heißt es für unsere Praxis, in Nur-Vorstellung zu ruhen? Bernd entwickelt in seinem Vortrag einen Stufenplan für Zazen bzw. Shikantaza. Auf der ersten Stufe konzentrieren wir uns auf den gespürten, atmenden Körper und kommen in dem, was sich in diesem inneren Spüren zeigt, zur Ruhe. Auf der zweiten Stufe erweitern wir unsere Aufmerksamkeit um das, was im Außen erscheint. Indem wir sowohl innere, als auch äußere Erscheinungen zugleich bewusst wahrnehmen, öffnet sich die Grenze zwischen Innen und Außen, Selbst und Anderem, und wird durchlässig. Auf der dritten Stufe zeigt sich auch das Ich-Bewusstsein (manas) nicht mehr als das lebendige Feld selbst, sondern innerhalb dieses Feldes. Das Gefühl eines meditierenden Ichs, das betrachtet, denkt, wahrnimmt, ist nicht getrennt von allem anderen, das auf dieselbe Art und Weise erscheint. Bernds Praxisvorschlag für die dritte Stufe ist es, sozusagen mit dem Atem das Selbst-Gefühl in das Feld hinein zu entspannen, aus dem es sich erhebt. Dies ist die Transformation von alaya in leuchtende Spiegelweisheit, wenn uns unser Leben von Moment zu Moment geschenkt wird.
Vasubandhu Teil 4: Drei Aspekte aller Wesen und Dinge
28 Jun 2026
01:05:46
Bernd Bender, Kurs zu Vasubandhus 30 Versen, 4. Treffen am 22. Juni 2026 im Akazienzendo, Berlin
Wir veröffentlichen hier das vierte von sechs Treffen des Workshops „Wahrnehmung als Tor der Befreiung – Ein Zen-Kurs zu Vasubandhus 30 Versen über den Geist.“ Anhand dieses kurzen, dichten Yogācāra-Texts erforschen wir unsere Wahrnehmung als Transformation in wechselseitiger Abhängigkeit. In der vierten Folge spricht Bernd zu den Versen 20-28, die Vasubandhus Lehre der „drei Naturen“ (trisvabhava) zum Inhalt haben.
Im experimentellen Teil der angeleiteten Meditation nähern wir uns schrittweise der Erfahrung, dass nicht unser Körper etwas spürt, sondern das Spüren im Feld des Bewusstseins geschieht. Nach und nach können wir direkt erfahren, dass es zwischen Spüren und Bewusstsein keine Distanz gibt.
Im Vortrag stellt Bernd Vasubandhus „drei Naturen“ als drei Aspekte aller Wesen und Dinge vor: a) den vorgestellten (parikalpita), b) den abhängigen (paratantra), und c) den vollendeten (parinispanna) Aspekt. Demnach hat jeder Moment unserer alltäglichen Erfahrung – genau so, wie sie sich zeigt – einen imaginären Aspekt (a), welcher eine Aktivität des Bewusstseins bezeichnet, durch die Wesen und Dinge als außerhalb und unabhängig existierend erscheinen und durch die ein Selbst bzw. ein permanenter Wesenskern zugeschrieben wird; außerdem einen Aspekt wechselseitiger Abhängigkeit (b), da alles aus unzähligen Ursachen heraus entsteht; und schließlich eröffnet sich ein dritter Aspekt (c), die Einsicht, dass der abhängige Aspekt leer vom vorgestellten Aspekt ist. Im weiteren Verlauf erläutert Bernd, wie der vorgestellte Aspekt und manas, das Ich-Bewusstsein, auf gleiche Weise funktionieren.
Noch ein Hinweis: Wir haben Kapitelmarker eingefügt, mit denen ihr bequem in der Aufnahme springen könnt.
Bernd Bender, Kurs zu Vasubandhus 30 Versen, 3. Treffen am 15. Juni 2026 im Akazienzendo, Berlin
Wir veröffentlichen hier das dritte von sechs Treffen des Workshops „Wahrnehmung als Tor der Befreiung – Ein Zen-Kurs zu Vasubandhus 30 Versen über den Geist.“ Anhand dieses kurzen, dichten Yogācāra-Texts erforschen wir unsere Wahrnehmung als Transformation in wechselseitiger Abhängigkeit.
In der dritten Folge spricht Bernd zu den Versen, die sich mit „Manas,“ dem Ich-Bewusstsein, und seiner Beziehung zum „Speicherbewusstsein“ auseinandersetzen.
In der angeleiteten Meditation experimentieren wir in offenem Gewahrsein mit der gespürten Grenze zwischen Innen und Außen, Ich und Anderem. Im anschließenden Vortrag erklärt Bernd ausgehend von der „Landkarte,“ die uns in Vasubandhus Versen überliefert ist, wie das Gefühl eines abgetrennten, unabhängigen Ichs bzw. Selbsts entsteht, und wie durch Selbst-Identifizierung, Selbstverblendung, Selbststolz und Selbstliebe Leiden entsteht. Entgegen der oft wiederholten Behauptung der Nicht-Existenz des Selbst spricht Bernd von zwei Modalitäten des Selbst, einer engen, eingeschränkten und gehemmten, und einer fluiden, weiten und offenen. Zuletzt geht Bernd darauf ein, wie wir mit diesen beiden Modalitäten praktizieren können und schrittweise das Ich-Bewusstsein lockern und loslassen können.
Noch ein Hinweis: Wir haben Kapitelmarker eingefügt, mit denen ihr bequem in der Aufnahme springen könnt.
Bernd Bender, Kurs zu Vasubandhus 30 Versen, 2. Treffen am 08. Juni 2026 im Akazienzendo, Berlin
Wir veröffentlichen hier das zweite von sechs Treffen des Workshops „Wahrnehmung als Tor der Befreiung – Ein Zen-Kurs zu Vasubandhus 30 Versen über den Geist.“ Anhand dieses kurzen, dichten Yogācāra-Texts erforschen wir unsere Wahrnehmung als Transformation in wechselseitiger Abhängigkeit.
In der zweiten Folge spricht Bernd zu den Versen 2 bis 4 und gibt dabei eine Einführung in den Begriff „ālaya,“ oder auch „Speicherbewusstsein.“
Wir beginnen wieder mit einer angeleiteten Meditation, in der wir über den Weg direkter Erfahrung den Versen Vasubandhus nachforschen. Was wir Körper und Welt nennen, was wir Ich und andere nennen, erscheint innerhalb unseres Bewusstseins. Nichts ist einfach „da draußen,“ sondern es erscheint je als gehörtes, gesehenes oder gespürtes Erscheinen. Dieses vielfältige, sich ständig verändernde Erscheinen können wir in der Meditation als ein Fließen erfahren, ein ununterbrochener Strom, lebendiges Dasein.
Im anschließenden Vortrag wird genauer auf „ālaya“ eingegangen. Woher kommt dieses Gefühl von Kontinuität, wenn doch alles radikal unbeständig ist? Das Modell des Speicherbewusstseins bietet eine Erklärung. Alles, was wir jemals getan, gesagt, gedacht haben, hat dort Spuren hinterlassen; ebenso sind dort kollektive Spuren enthalten, also z.B. solche, die über Generationen hinweg innerhalb einer Familie weitergegeben wurden, oder Spuren, die mit einem Land, einer Kultur, und bestimmten vorherrschenden Wertevorstellungen zu tun haben. Diese Spuren sind wie Samen, die in unserem Speicherbewusstsein zu Reaktionsmustern und typischen Handlungsimpulsen reifen können, die womöglich unheilsam sein können. Wie können wir mit ālaya praktizieren?
Noch ein Hinweis: Wir haben Kapitelmarker eingefügt, mit denen ihr bequem in der Aufnahme springen könnt.
Vasubandhu Teil 1: Die Transformation des Bewusstseins
07 Jun 2026
00:56:39
Bernd Bender, Kurs zu Vasubandhus 30 Versen, 1. Treffen am 01. Juni 2026 im Akazienzendo, Berlin
Wir veröffentlichen hier das erste von sechs Treffen des Workshops „Wahrnehmung als Tor der Befreiung – Ein Zen-Kurs zu Vasubandhus 30 Versen über den Geist.“ Anhand dieses kurzen, dichten Yogācāra-Texts erforschen wir unsere Wahrnehmung als Transformation in wechselseitiger Abhängigkeit.
In der ersten Folge führt Bernd eine angeleitete Meditation, in der wir dem Körper, dem Atmen, und unserer Umgebung nachspüren, so, wie sie in unserem Bewusstsein – oder vielleicht sogar als dieses Bewusstsein – erscheinen.
Im anschließenden Vortrag führt Bernd in den ersten der 30 Verse ein. Für die tiefe Prägung des dualistischen, aufspaltenden Geists (zum Beispiel in Selbst und Anderes, Innen und Außen) kann dieser Vers ein heilsames Gegenmittel sein. Hier geht nämlich der dualistische Geist in einem ihn einbegreifenden, umfassenderen Bewusstseinsprozess auf, der unabhängig von begrenzten Konzepten und Narrativen abläuft. Indem wir zu der Begrenztheit unserer Wahrnehmung aufwachen, können wir auch das Unbegrenzte, das Mysterium unserer Lebendigkeit, erfahren.
Noch ein Hinweis: Wir haben Kapitelmarker eingefügt, mit denen ihr bequem in der Aufnahme springen könnt.
Bernd Bender, Dharma-Vortrag am 24. Mai 2026, Zen-Tag, Eröffnung der Sommer-Praxisperiode im Akazienzendo, Berlin
Anlässlich der Eröffnung der Sommer-Praxisperiode spricht Bernd über das Praktizieren in Gemeinschaft. Jede und jeder von uns kann einerseits mit dem Küken verglichen werden, das allein in seinem Ei sitzt und von innen gegen die Schale pickt, und andererseits mit der Henne, die von außen gegen die Schalen all jener pickt, die ebenfalls von innen picken. So praktizieren wir gemeinsam, um noch einmal hineingeboren zu werden in die Unermesslichkeit des Lebendigen.
Bernd Bender, angeleitete Meditation am 20. April 2026 im Akazienzendo, Berlin
Nach einer Einstiegsphase, in der wir eine bequeme Sitzhaltung einnehmen und in dem unmittelbaren Spüren Körper und Atem zur Ruhe kommen, entwickelt Bernd aus dem Zen-Bild des Spiegels eine experimentelle Meditationsanleitung. Unsere Gedanken und Vorstellungen, unsere Pläne, Sorgen und Ängste, all das ist wie das Bild in einem Spiegel. Leicht verwechseln wir uns mit diesem Spiegelbild. In Zazen werden wir vertraut mit dem Feld des Bewusstseins, das kein neues Spiegelbild ist, sondern der Spiegel selbst, in dem alles auftauchen darf. Den Perspektivwechsel vom Spiegelbild zum Spiegel lernen wir, indem wir mehr und mehr vertraut werden mit unserem offenen Gewahrsein.
Bernd Bender, Dharma-Vortrag am 26. April 2026, Zen-Tag im Akazienzendo, Berlin
Bernd eröffnet seinen Vortrag mit der Poesie, die sich die Künste, die Wissenschaften und nicht zuletzt die Zen-Praxis teilen, und stellt sie den großen zeitgenössischen Katastrophen gegenüber, die einige wenige Menschen, dem dualistischen Geist verhaftet, ins Werk setzen. Der Weg der mittellosen Chiyono, einer Dienerin in einem Zen-Kloster des 13. Jahrhunderts, dient als lebendiges Beispiel für die Poesie der Praxis. Chiyono fragt eine Nonne, ob auch sie den Buddha-Weg gehen könne, obwohl sie tagein tagaus arbeiten müsse. Die Nonne erklärt ihr, wie sie auch ohne Sitzen Zazen praktizieren kann. Chiyono befolgt den Rat und erwacht eines nachts, als ihr beim Wasserholen der Boden aus dem Eimer fällt. Ihr Erleuchtungs-Gedicht legt Bernd aus und macht daran unter anderem deutlich, dass Praxis und Verwirklichung ein und dasselbe sind.
Die Geschichte von Chiyono könnt ihr nachlesen in Florence Caplows und Susan Moons Buch "The Hidden Lamp, Stories from Twenty-Five Centuries of Awakened Women", oder auf Deutsch in "Das verborgene Licht, 100 Geschichten erwachter Frauen aus 2500 Jahren", betrachtet von (Zen-)Frauen heute.
Bernd Bender, angeleitete Meditation am 13. April 2026 im Akazienzendo, Berlin
Nach einer Phase des Ankommens in der Unmittelbarkeit unserer Erfahrung leitet uns Bernd an, der Unbeständigkeit in unserer Ankerpraxis nachzuspüren. Indem wir im Atmen, in körperlichen Empfindungen, und in der Umgebung das Auf und Ab, den steten Wechsel und Wandel bemerken, entdecken wir unsere tiefe Verbundenheit mit der Welt. Wenn wir lernen, in der Unbeständigkeit zu ruhen, spüren wir unsere absolute Lebendigkeit.
Bernd Bender, Dharma talk on March 6 2026 at Akazienzendo Berlin
“Everything conceived as self or other occurs in the transformation of consciousness.” While hiking through the Sahara Desert, Bernd recalled this teaching by Vasubandhu. In the desert, there is a desert-being; back in Berlin, there is a Berlin-being. This, according to Bernd, is one way to understand Vasubandhu’s verse: we cannot step outside of consciousness. We do not experience the world as such—we experience consciousness. And precisely for that reason, we are not separate from what we call the world, things, or others. Consciousness is not something small, hidden inside our heads. It is unlimited—and yet we struggle to believe that. Bernd explores this teaching of “consciousness-only,“ which he also calls the “big bang of the Mahayana.” He explains the three aspects of consciousness: ālaya, or store consciousness; the consciousness of a self; and sensory consciousness. He also presents the teaching of the three natures—imagined nature, other-dependent nature, and realized nature—as three aspects present in every moment of experience, and connects all of this to the practice of resting in the field of mind.
Bernd Bender, Dharma-Vortrag am 22. März 2026, Zen-Tag im Akazienzendo, Berlin
Bernd verbindet das Koan „Nánquáns Pfingstrose wie in einem Traum“ (z.B. Buch der Gelassenheit Fall 91, siehe unten) mit dem Praxisansatz der Yogacara-Schule („Einfach nur Geist“), wie sie u.a. von Vasubandhu im Indien des 4. Jahrhunderts entwickelt wurde. Diesem Ansatz zufolge spaltet das Bewusstsein Selbst und Welt auf. Das „Außen“ erscheint uns dann abgetrennt von uns selbst, während wir diesem Außen gegenüberstehen. In dem Koan taucht das Bild einer Gans auf, die gefangen in einer Flasche aufgewachsen ist. Die Außenwelt sieht sie nur durch milchiges Glas. Indem wir mit dem aufspaltenden Bewusstsein vertraut werden, können wir erleben, dass es sich bei der Abgetrenntheit von der Welt nicht um eine Wahrheit, sondern eine Konstruktion handelt. Zur Konstruktion aufzuwachen bedeutet, dass sie ihre Macht verliert. Anstatt einer Zweiteilung können wir dann sehen, dass Selbst und Welt nicht unabhängig voneinander existieren, sondern in einem Verhältnis, in dem sich beide gegenseitig unaufhörlich hervorbringen.
Nánquáns „Pfingstrose“ Fall Der Beamte Lu Geng sagte zu Nánquán:„Der Lehrmeister Zhao war wahrhaft außergewöhnlich: Er vermochte zu sagen:‚Himmel und Erde haben dieselbe Wurzel, die zehntausend Dinge sind ein einziger Leib.‘“ Nánquán zeigte auf eine Pfingstrose im Garten und sagte:„Die Menschen von heute sehen diese Blume wie im Traum.“
Kommentar Lu Geng aus der Tang-Dynastie war Mitglied des obersten Gerichtshofes.Einst fragte er Nánquán: „Ich habe eine Gans in einer Flasche aufgezogen. Allmählich wurde sie zu groß, um wieder herauszukommen.Wie kann man sie nun herausbekommen, ohne die Flasche zu beschädigen oder die Gans zu verletzen?“ Nánquán rief: „Herr!“ Lu Geng antwortete: „Ja?“ Nánquán sagte: „Sie ist draußen.“ Bei diesen Worten erwachte Lu Geng.
Bernd Bender, angeleitete Meditation am 18. August 2025 im Akazienzendo, Berlin
Diese angeleitete Meditation folgt dem poetischen Ausdruck Keizan Zenjis, Zen-Meister des 13. Jahrhunderts: „Zazen sitzen bedeutet, im Schoß des Lichts zu ruhen.“ Bernd führt durch Aspekte dieses Bilds, die wir als Qualitäten unseres Sitzens wahrnehmen können: Getragen-, Gehalten- und Genährtsein durch unseren Atem, unseren Körper, durch das, was unseren Körper umhüllt, seien es Wärme, Geräusche oder andere sinnliche Eindrücke. In dieser Geborgenheit können wir erfahren, wie uns alles ständig gegeben wird. Vielleicht wächst darauf Dankbarkeit in uns – und womöglich auch der Wunsch, zurückzugeben, was wir von Moment zu Moment erhalten, kurz, Mitgefühl.
Bernd Bender, Dharma-Vortrag am 05. Dezember 2025, Rohatsu-Sesshin, Wilhelmsaue
„Es ist sehr gut denkbar, dass die Herrlichkeit des Lebens um jeden und immer in ihrer ganzen Fülle bereitliegt, aber verhängt, in der Tiefe unsichtbar, sehr weit. Aber sie liegt dort, nicht feindselig, nicht widerwillig, nicht taub. Ruft man sie mit dem richtigen Wort, beim rechten Namen, dann kommt sie.“
Diese Zeilen Franz Kafkas stellt Bernd seinem Vortrag voran, und nähert sich so den Themen der vergangenen zwei Tage des Sesshins erneut. Sujata lehrte Siddharta im entscheidenden Moment liebevolle Zuwendung. Er widerrief die vergangenen sechs Jahre des Praktizierens, in denen er versuchte, die leidvolle Existenz zu überschreiten. In den sieben Tagen nach der Begegnung mit Sujata begann er eine neue Praxis zu erfinden, in der er nichts mehr zu ändern suchte, sondern sich in Offenheit übte für das, was ist. Nachdem Mara seine Macht verlor, zeigte sich die Welt von selbst in ihrer Herrlichkeit. Die Einsicht in wechselseitiges Entstehen stellte sich ein, und immer subtilere Schichten des Karma lösten sich. Bernd geht in diesem Vortrag besonders auf das Ruhen im Feld des Geistes als die Praxis ein, die der Buddha in sieben Tagen erfand.
Bernd Bender, Dharma-Vortrag am 04. Dezember 2025, Rohatsu-Sesshin, Wilhelmsaue
Sieben Tage lang soll Shakyamuni Buddha bis zu seiner Erleuchtung gesessen haben. Am zweiten Tag versuchte Mara ihn von dem abzuhalten, was er da tat: offen zu sein für das, was ist. Bernd geht in seinem Vortrag noch einmal genauer auf den Praxisansatz des Buddha ein, dessen Ausgang eine Kindheitserinnerung war, in der der junge Siddartha in tief empfundener Verbundenheit mit dem Leben ruhte. Dabei zieht Bernd Dōgen Zenjis Fukanzazengi heran und unterstreicht, dass es sich bei diesem Ansatz nicht um eine Meditationspraxis handelt, in der etwas verändert oder erreicht werden müsste. Vielmehr geht es um eine Offenheit für das, was sich von Moment zu Moment entfaltet. Als Siddartha aufhörte, etwas an seiner Erfahrung verändern zu wollen, verlor Mara seine Macht. Können wir uns und anderen erlauben, die Person zu sein, die wir sind?
Bernd Bender, Dharma-Vortrag am 03. Dezember 2025, Rohatsu-Sesshin, Wilhelmsaue
Anlässlich des Rohatsu-Sesshins, in dem das Erwachen Shakyamuni Buddhas gefeiert wird, erzählt Bernd seine Variante der Geschichte dieses Erwachens. Siddartha Gautama ahmte im Sitzen eine kindliche Erfahrung nach, in der er in den Dingen ruhte, so wie sie sind. Nach sieben Tagen wurde aus Nachahmung Verwirklichung.
Im Sesshin ahmen wiederum wir dieses Erwachen nach. Wir öffnen uns immer tiefer in das hinein, was wir in verschiedenen Praktiken nachahmen, bis wir in der Nachahmung unsere totale Lebendigkeit entdecken und ausdrücken.
Bernd Bender, Dharma-Vortrag am 25. Januar 2026, Zen-Tag im Akazienzendo, Berlin
Wissen wir, dass wir im Ozean unseres Bewusstseins schwimmen? Die Yogacara-Schule, allen voran die Meditationsmeister Asanga und Vasubandhu, entwickelte eine komplexe Sichtweise des menschlichen Bewusstseins, die es uns erlaubt, die Tiefen des menschlichen Geistes in Praxis auszuloten. Als Auftakt einer intensiveren Auseinandersetzung mit der Lehre Vasubandhus in den kommenden Wochen entfaltet Bernd die ersten beiden Verse aus dessen Schrift Dreißig Verse über das Bewusstsein. Dabei richtet Bernd den Blick vor allem auf manas, das reflektierende Ich-Bewusstsein. Die Funktionsweise von manas zu verstehen, kann uns zeigen, dass unser Ich innerhalb eines größeren Feldes von Gewahrsein auftaucht. Wir schwimmen nicht nur im Ozean – wir sind dieser Ozean selbst.
Zen in English: Resting in Impermanence and Spaciousness
18 Jan 2026
00:30:50
Bernd Bender, Dharma talk on November 3rd at Kaisanji, Serifos
Bernd opens his talk with a Zen dialogue between brothers Yunyan and Daowu. As Yunyan is sweeping the yard, Daowu passes by and remarks, “Too busy.” Yunyan replies, “You should know there is always one who is not busy.” Drawing out the implications of this exchange for practice, Bernd presents two fundamental aspects of resting completely. Firstly, we can give direction to our body-minds by learning to rest in the immediate presence of life, surrendering to the impermanence of each moment. Secondly, we can learn to rest in the spaciousness of mind, thereby realizing that each moment is inherently wide and open. The more this spaciousness is sensed, the more it becomes clear that what we are looking at is the other half of ourselves.
Meditation: Den inneren und äußeren Raum zugleich erspüren
04 Jan 2026
00:29:41
Bernd Bender, angeleitete Meditation am 06. Oktober 2025 im Akazienzendo, Berlin
In dieser Meditation leitet uns Bernd hinein in das Spüren unseres Körpers von innen heraus. Der Körper zeigt sich nicht als fest umrissenes, anatomisches Objekt, sondern er erscheint im Fließen unserer Aufmerksamkeit. Neben der Körpererfahrung tauchen darin auch Gefühle, Emotionen und Gedanken auf, die gemeinsam den dynamischen, inneren Raum unserer Aufmerksamkeit ausmachen.
In Zazen lassen wir zugleich einen Teil unserer Aufmerksamkeit nach außen fließen. Ein räumliches Gefühl entsteht, das über die gespürten Grenzen unseres Körpers hinausgeht. So können wir ein subtiles Feld der Aufmerksamkeit erspüren, in dem innerer und äußerer Raum gleichzeitig auftauchen. Durch Übung können wir lernen, in diesem Feld zu ruhen.
Bernd Bender, Dharma-Vortrag am 21. Dezember 2025, Zen-Tag im Akazienzendo, Berlin
Wie praktizieren wir mit Scheitern? Etwa dann, wenn wir hinter unsere „Standards“ als Zen-Praktizierende zurückfallen? Oder anders gefragt, wie ein Mönch den Meister Baozhi: „Was geschieht, wenn eine erleuchtete Person in Verwirrung gerät?“ Baozhis Antwort: „Ein zerbrochener Spiegel spiegelt keine Bilder mehr. Gefallene Blüten steigen nur selten zurück in den Baum.“ Bernd beginnt seinen Vortrag mit dieser Zen-Geschichte aus dem 8. Jahrhundert und macht drei Ebenen aus, auf denen sie verstanden werden kann. Moralisch gelesen fordert sie dazu auf, sich unheilsamer Geisteszustände und Handlungen zu enthalten. Auf einer nicht-dualistischen Ebene versteht sie Dōgen Zenji, der im Kapitel Daigo seines Shōbōgenzō auf die Geschichte Bezug nimmt, und der hervorhebt, dass Erleuchtung und Verblendung als zwei Aspekte der Erfahrung des Hier und Jetzt angesehen werden müssen. Bernd wiederum geht in mehreren Anläufen der Frage nach, was uns Baozhi und der Mönch über unsere Praxis im Alltag lehren können. Zur Sprache kommen dabei sowohl die oft herausfordernde Einsicht in die Alternativlosigkeit unserer unmittelbaren Erfahrung, als auch der unüberschaubare Reichtum an Ursachen und Bedingungen, auf deren Grundlage alles, was unsere Erfahrung ausmacht, in die Lebendigkeit tritt. Hierbei werden auch die „Landkarten“ des menschlichen Bewusstseins besprochen, die uns die Yogachara-Schule an die Hand gibt, um unsere Erfahrung tiefer und tiefer zu verstehen. All dies macht deutlich: Praxis ist keine safe zone. Vielmehr macht sie uns mit der Unbeständigkeit und tiefen Komplexität jedes Moments vertraut. Ob Spiegel der Erleuchtung oder Scherben im Geist, die Haltung des Zazen gibt uns die Kraft, unsere Erfahrung, genau so wie sie ist, zuzulassen.
Bernd Bender, angeleitete Meditation am 25. Mai 2025 im Akazienzendo, Berlin
In dieser angeleiteten Meditation wenden wir mit Bernd unsere Bewusstheit nach innen und spüren unseren lebendigen, atmenden Körper. Ohne Kommentare und Präferenzen erlauben wir uns, in der unmittelbaren, alltäglichen Erfahrung zur Ruhe zu kommen. Indem wir mit der Aufmerksamkeit auf diese Weise nach innen gehen, öffnen wir sie zugleich nach außen hin. Die unverstellte Natur unseres Geistes offenbart ein weites Feld, in dem wir das Kommen und Gehen aller Erfahrungen spüren können. Alles verändert sich in diesem nicht-veränderlichen Spiegeln des Geistes. Nicht der stille Spiegel ist seine Natur, sondern dieser Spiegel zusammen mit allem, was darin auftauchen mag. Nichts existiert außerhalb, nichts existiert innerhalb. Wenn wir in diesem Spiegeln ruhen, haben Begriffe wie „innen“ und „außen“ ihren Sinn verloren.
Bernd Bender, Dharma-Vortrag am 23. November 2025, Zen-Tag im Akazienzendo, Berlin
Dōgen Zenji schrieb, „Zazen bedeutet nicht Meditation. Es ist das Tor der Freude und Leichtigkeit.“ In seinem Vortrag setzt Bernd diesen überraschenden Satz in Dialog mit einer anderen Aussage Dōgens, in der er seinen Wunsch für alle Praktizierenden formuliert, sie mögen „lernen, im Feld des Geistes zu ruhen.“ Bernd führt aus, wie wir das Feld des Geistes erfahren und inwiefern das „Tor der Freude und Leichtigkeit“ als eben jenes Feld des Geistes verstanden werden kann. Zazen ist kein Mittel, einen bestimmten meditativen Zustand oder ein anderes unserer vielen Ziele zu erreichen. Zugleich wird Zazen nicht durch bestimmte Methoden erreicht. Zazen ruht in der unmittelbaren Lebendigkeit dieses Moments, an dem wir nichts verändern müssen. In diesem Sinn ist Zazen Ausdruck der Freiheit nicht von etwas, sondern der Freiheit in genau dem, was ist.
Zen in English: The Koan of Just Sitting and the Womb of Light
16 Nov 2025
00:40:29
Bernd Bender, Dharma talk on August 23rd 2025 on the occasion Kagyü Mönlam, The Great Prayer Festival, at Bodhicharya, Berlin
In his dharma talk at Bodhicharya Berlin, Bernd speaks about the peculiarities of Zen-Buddhist culture and the practice of „Just Sitting.“ In the second part, Bernd offers what he calls a meditation experiment, in which one of the very brief and poetic Zen teachings is explored as a meditation instruction. In this case it is Keizan Zenji‘s „To sit Zazen is to sit in the womb of light.“ This teaching evokes a positive, motherly, nurturing energy, and a sense of being guarded, held and safe. When you rest in the immediate presence of your experience, can you sense these qualities? Like the child in the womb, life is given to us moment after moment. From this, gratitude arises naturally.
Bernd Bender, Dharma-Vortrag am 26. Oktober 2025, Zen-Tag im Akazienzendo, Berlin
An diesem ganz besonderen Zen-Tag haben wir eine Ordinations-Zeremonie (Jukai) gefeiert, in der Laienpraktizierende die Bodhisattva-Gelübde empfangen. Als Auftakt hierzu spricht Bernd über eine Passage aus dem Skript der Zeremonie. „Alle Wesen sind deine Lehrerinnen und Lehrer. Lasse dich nicht beirren. Dies ist der Weg des Mitgefühls und des Erbarmens für alle fühlenden Wesen und alle Existenz.“ Alle Menschen und alle Wesen gehen diesen Weg, wollen sich geborgen fühlen, glücklich sein und frei von Leiden. Es gibt keinen anderen Weg, und manche lassen sich darin ordinieren. In diesem Sinne, so Bernd, sind die buddhistischen Gelübde nicht „buddhistisch,“ sondern das Normalste überhaupt. Nur sehen wir das Normalste meist nicht. Im weiteren Verlauf seines Vortrags geht Bernd auf verschiedene Dimensionen der Unterlassungsgelübde ein, die Fallstricke des Zynismus und der Verurteilung, inwiefern gerade das Scheitern das Tor des Mitgefühls öffnen kann, und wie die Gelübde als eine Beschreibung von Zazen verstanden werden können.
Bernd Bender, angeleitete Meditation am 05. Mai 2025 im Akazienzendo, Berlin
In diesem Meditationsexperiment führt uns Bernd immer tiefer in die Unmittelbarkeit unserer Erfahrung hier und jetzt. In die Tiefe und Ruhe des direkten Spürens zu gehen bedeutet, unser Gewahrsein über diesen atmenden Körper hinausgehen zu lassen, und nach und nach alle Phänomene als Teile eines gemeinsamen Feldes zu erfahren. Dōgen Zenji zufolge bedeutet dies, tief vertraut zu werden mit dem Feld des Geistes.
Zen in English: All is mind, yet something is missing
05 Oct 2025
00:32:26
Bernd Bender, Dharma talk, February 16, 2025, Akazienzendo online
In this dharma talk, Bernd explores the understanding of mind in Zen Buddhist practice. While we usually think of the mind as something located in the brain, Buddha Dharma presents us with a radically different view: all beings and all things are essentially mind. Bernd draws on a passage from Dōgen Zenji’s Genjōkōan to illuminate this teaching. „When dharma does not fill your whole body and mind, you think it is already sufficient. When dharma fills your body and mind, you understand that something is missing.“ (the full passage is provided below) Our perception is radically limited. We can never fully see the infinity of varieties that is all things. Realizing this irreducible limitation of our minds can be a gateway to humbleness and amazement, as the abundance of life reveals itself in every moment.
„When dharma does not fill your whole body and mind, you think it is already sufficient. When dharma fills your body and mind, you understand that something is missing. For example, when you sail out in a boat to the midst of an ocean where no land is in sight, and view the four directions, the ocean looks circular, and does not look any other way. But the ocean is neither round nor square; its features are infinite in variety. It is like a palace. It is like a jewel. It only looks circular as far as you can see at that time. All things are like this. Though there are many features in the dusty world and the world beyond conditions, you see and understand only what your eye of practice can reach. In order to learn the nature of the myriad things, you must know that although they may look round or square, the other features of oceans and mountains are infinite in variety; whole worlds are there. It is so not only around you, but also directly beneath your feet, or in a drop of water.“
Bernd Bender, Kurs zum Herz-Sutra, 4. Treffen am 17. Februar 2025 im Akazienzendo, Berlin
Wir veröffentlichen hier das vierte und letzte Treffen des Herz-Sutra-Kurses, den Bernd bereits Anfang des Jahres im Akazienzendo gehalten hat. Anstatt die bisweilen rätselhaften Zeilen dieser Quintessenz der prajna paramita Sutren nur auszulegen, steht im Zentrum des Kurses die Idee, das Herz-Sutra als konkrete Anleitung für unsere Praxis verstehen zu lernen.
Bernd beginnt mit einer angeleiteten Meditation, in der er durch die fünf Skandhas führt, und zwar in der Reihenfolge des direkt spürenden und berührten Körpers (oder Form), der Empfindungen, der Wahrnehmungen, der Impulse und des Bewusstseins. Im Anschluss geht er in seinem Vortrag darauf ein, dass das Bewusstsein die übrigen vier Skandhas in ein lebendiges Feld integriert und so den Zusammenhang unseres Erlebens stiftet.
Dass wir die Welt und unser Gegenüber nicht direkt kennen, sondern nur unser komplexes, durch die Skandhas vermitteltes Erleben, kann zur Praxis des Anfänger-Geists führen, zu einer ethischen Haltung des Nicht-Festhaltens unserer Ansichten und Erwartungen und einer tiefen Erfahrung der Frische und Lebendigkeit des gegenwärtigen Augenblicks.
Noch ein Hinweis: Während der angeleiteten Meditation kommt es naturgemäß immer wieder zu längeren Pausen in der Aufnahme. Deshalb haben wir Kapitelmarker eingefügt, mit denen ihr falls gewünscht in der Aufnahme springen könnt.
Herzsutra III: Unser Leben wird uns jeden Moment neu geschenkt
14 Sep 2025
00:51:10
Bernd Bender, Kurs zum Herzsutra, 3. Treffen am 10. Februar 2025 im Akazienzendo, Berlin
Wir veröffentlichen hier das dritte von vier Treffen des Herzsutra-Kurses, den Bernd Bender bereits Anfang des Jahres im Akazienzendo gehalten hat. Anstatt die bisweilen kryptischen Zeilen dieser Quintessenz der prajna paramita Sutren nur auszulegen, steht im Zentrum des Kurses die Idee, das Herzsutra als konkrete Anleitung für unsere Praxis verstehen zu lernen.
In der dritten Folge beginnt Bernd wieder mit einer angeleiteten Meditation, in der er uns tiefer und tiefer in das körperliche Spüren von Berührung führt, diesmal vor dem Hintergrund eines großen Schenkungsgeschehens, in dem uns unser Leben von Moment zu Moment geschenkt wird. Die Atemzüge, der spürende Körper sind verbunden mit der Atmosphäre, mit der Erde, und ebenso wie sie, schenken auch wir der Atmosphäre und der Erde Leben. Die Meditation führt in die Weite des Gewahrseins, bis hin zur Unterscheidung zwischen Selbst 1 und Selbst 2.
Im Anschluss erzählt Bernd seine Version der Geschichte von Dongshan Liangjies Erwachen. Es ist auch eine Geschichte über den Perspektivwechsel vom Selbst 1 zum Selbst 2 und die Einsicht darin, dass beide nicht voneinander getrennt sind.
Noch ein Hinweis: Während der angeleiteten Meditation kommt es naturgemäß immer wieder zu längeren Pausen in der Aufnahme. Deshalb haben wir Kapitelmarker eingefügt, mit denen ihr falls gewünscht in der Aufnahme springen könnt.
Bernd Bender, Kurs zum Herzsutra, 2. Treffen am 27. Januar 2025 im Akazienzendo, Berlin
Wir veröffentlichen hier das zweite von vier Treffen des Herzsutra-Kurses, den Bernd bereits Anfang des Jahres im Akazienzendo gehalten hat. Anstatt die bisweilen kryptischen Zeilen dieser Quintessenz der prajna paramita Sutren nur auszulegen, steht im Zentrum des Kurses die Idee, das Herz-Sutra als konkrete Anleitung für unsere Praxis verstehen zu lernen.
In der zweiten Folge beginnt Bernd mit einer angeleiteten Meditation, in der er uns tiefer und tiefer in das körperliche Spüren von Berührung führt. Der spürende, berührbare Körper ist nichts anderes als Form, und damit zugleich das Eingangstor zu einem lebendigen Verstehen von Leerheit. Der Körper existiert nicht abgetrennt von dem, was ihn berührt, und was auch immer ihn berührt, existiert nicht abgetrennt von dem berührten Körper. Zuletzt stellt Bernd seine Unterscheidung von Selbst 1, dem engen, abgetrennten Selbst, und Selbst 2, dem weiten, fließenden Selbst, vor. An dieser Stelle sei zusätzlich auf die Podcastfolge vom 06. April mit dem Titel „Getrenntes Selbst und verbundenes Selbst“ verwiesen.
Noch ein Hinweis: Während der angeleiteten Meditation kommt es naturgemäß immer wieder zu längeren Pausen in der Aufnahme. Deshalb haben wir Kapitelmarker eingefügt, mit denen ihr falls gewünscht in der Aufnahme springen könnt.
Bernd Bender, Kurs zum Herzsutra, 1. Treffen am 27. Januar 2025 im Akazienzendo, Berlin
Wir veröffentlichen hier das erste von vier Treffen des Herzsutra-Kurses, den Bernd bereits Anfang des Jahres im Akazienzendo gehalten hat. Anstatt die bisweilen kryptischen Zeilen dieser Quintessenz der prajna paramita Sutren nur auszulegen, steht im Zentrum des Kurses die Idee, das Herzsutra als konkrete Anleitung für unsere Praxis verstehen zu lernen.
In der ersten Folge führt Bernd eine angeleitete Meditation, die sich der Erfahrung des Nicht-Selbst (anatta) über den Weg der fünf Skandhas und das Aufspannen des offenen Gewahrseins nähert.
Noch ein Hinweis: Während der angeleiteten Meditation kommt es naturgemäß immer wieder zu längeren Pausen in der Aufnahme. Deshalb haben wir Kapitelmarker eingefügt, mit denen ihr falls gewünscht in der Aufnahme springen könnt.
Bernd Bender, angeleitete Meditation am 07. Juli 2025 im Akazienzendo, Berlin
In dieser angeleiteten Meditation führt Bernd Schritt für Schritt durch die Instruktion, die der erfahrene Praktizierende Bahiya vom Buddha erhielt: „Im Hören gibt es einfach nur das Hören, im Sehen einfach nur das Sehen, im Riechen einfach nur das Riechen, im Schmecken einfach nur das Schmecken, im Spüren mit dem ganzen Körper einfach nur das Spüren mit dem ganzen Körper, und im Denken einfach nur das Denken.“
Richard Baker Roshi: Klänge des Dharmas | Sounds of Dharma
03 Aug 2025
00:24:06
Richard Baker Roshi, Konzert am 01. September 2024 im Dharma Mati, Berlin, ausgerichtet von Dharma Sangha und Akazienzendo
Im Rahmen seines Berlinbesuchs im Jahr 2024 gab Baker Roshi zum Abschluss seines zweitägigen Workshops „Gleichmut und Stille“ ein Konzert im buddhistischen Zentrum Dharma Mati in Berlin. Baker Roshi trat zusammen mit den Improvisationsmusikern Rüdiger Kurz (Violone) und Joss Turnbull (Percussion) auf, las Dharma-Texte und poetische Verse vor. Im Zusammenspiel ergaben sich Klänge des Dharma.
Aufnahmen des zweitätigen Workshops sind in den bereits veröffentlichten Podcastfolgen „Richard Baker Roshi: Ursprünglicher Geist“ und „Richard Baker Roshi: Gleichmut und Stille“ zu finden.
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Richard Baker Roshi, Concert on September 1, 2024 at Dharma Mati, Berlin, hosted by Dharma Sangha and Akazienzendo
As part of his visit to Berlin in 2024, Baker Roshi concluded his two-day workshop "Equanimity and Stillness" with a concert at the Buddhist center Dharma Mati in Berlin. Baker Roshi performed together with improvisational musicians Rüdiger Kurz (violone) and Joss Turnbull (percussion), reading Dharma texts and poetic verses. Together, they created Sounds of Dharma.
Recordings of the two-day workshop can be found in the already published podcast episodes „Richard Baker Roshi: Ursprünglicher Geist“ and „Richard Baker Roshi: Gleichmut und Stille“.
Bernd Bender, angeleitete Meditation am 28. April 2025 im Akazienzendo, Berlin
Diese von Bernd angeleitete Meditation beginnt mit Atem- und Körperspüren. Nach und nach öffnen wir den „Sonnenschirm“ unseres Gewahrseins. So finden wir das „Feld des Geistes“, in dem alles auftauchen und wieder verschwinden darf. Was liegt gleichsam unter diesem dynamischen Fließen?
Anne Voigt, Dharma-Vortrag am 06. Juni 2025, Zen-Tag/Workshop im Akazienzendo Berlin
An diesem Zen-Tag war Anne Voigt zu Besuch im Akazienzendo. In ihrem Vortrag erklärt Anne ausführlich die traditionellen fünf Hindernisse, die im Pali-Kanon immer wieder thematisiert werden: Begierde, Abneigung, Trägheit, Unruhe und Zweifel. Diese Hindernisse verdecken unseren untergründig klaren, friedvollen und weisen Geist. Anne stellt die fünf Hindernisse detailliert vor und gibt nicht nur viele Beispiele aus dem Alltag, sondern zeigt auch, durch welche Methoden der Achtsamkeit und des Selbstmitgefühls wir am besten mit ihnen praktizieren können.
Anne Voigt ist Zen- und Vipassana-Übende. Neben ihrer Praxis im Akazienzendo Berlin hat sie jeweils für längere Zeit am San Francisco Zen Center und Insight Retreat Center geübt. Seit 2022 ist sie Teil des Buddhist Eco-Chaplaincy-Trainings am Sati Center for Buddhist Studies. Anne ist Journalistin, Yogalehrerin und absolviert momentan ein Masterstudium in Psychologie an der Friedrich-Schiller-Universität Jena.
Christian Dillo, Dharma-Vortrag am 14. und 15. Juni 2025, Praxiswochenende im Akazienzendo Berlin
Christian Dillo Roshi, Lehrer am Boulder Zen Center in Colorado, war für ein Praxiswochenende zu Gast im Akazienzendo Berlin. Diese Folge besteht aus drei Teilen. Sie beginnt mit Anmerkungen zur Gelassenheit in Zazen. Christian betont, dass es beim Sitzen nicht um das Anhalten der Gedanken und auch nicht um die ausschließliche, angestrengte Konzentration auf ein Meditationsobjekt geht, sondern darum, den Geist den gesamten Körper durchdringen zu lassen und aus diesem mühelosen Spüren heraus das Atmen wahrzunehmen. Weisheit sei die Bereitschaft des Geistes, das Gewahrseinsfeld ohne Widerstand oder Anhaftung sich füllen zu lassen durch das, was kommt und geht. Im darauf folgenden Vortrag gibt Christian einen kurzen geschichtlichen Abriss über die Entstehung des Mahyana-Buddhismus und seine Auslegung von Praktizierenden als Alltags-Bodhisattvas (everyday bodhisattvas). Wir sind begrenzt durch unsere Zeit, unsere Energie, unseren konkreten Einflussbereich, und zugleich unbegrenzt, weil des Feld des Geistes unbegrenzt ist, und alle Wesen hier und jetzt in diesem Feld eingeschlossen sind. Deshalb ist keine Handlung unwesentlich. Alles ist miteinander verbunden, auch, wenn wir das so nicht wahrnehmen können. In diesem Moment findet die Befreiung aller Wesen statt. Zum Schluss geht Christian auf sein Verständnis von Engagement ein. Zen-Buddhismus mache keine Zukunftsversprechungen und liefere keine Programmatik, die konkrete Handlungsanweisungen vorgibt. Es komme vielmehr auf die Frage nach Angemessenheit an, die immer wieder neu bestimmt werden muss. Zentral sind hierbei die individuellen Fähigkeiten und Talente, ebenso wie die persönlichen Resonanzerfahrungen, die Voraussetzung für jedes Engagement sind.
Christian Dillo, Meditationsanleitung am 14. Juni 2025, Praxiswochenende im Akazienzendo Berlin Christian Dillo Roshi, Lehrer am Boulder Zen Center in Colorado, war für ein Praxiswochenende zu Gast im Akazienzendo Berlin. Nach seinem ersten Vortrag am Samstagvormittag leitet er hier eine Sitzperiode ein, in der es um die schrittweise Ausweitung des Aufmerksamkeitsfeldes geht. Beim Sitzen können wir uns von der Verengung unserer Aufmerksamkeit auf das Denkbewusstsein lösen, wenn wir unseren Atem spüren, und von dort aus die Aufmerksamkeit auf den Körper, den gesehenen Raum, den gehörten Raum und schließlich den unbegrenzten Raum ausweiten. Was bedeutet es, aus dieser Weite heraus alles da sein zu lassen, so, wie es sich zeigt, unbeständig und fließend, und ohne Widerstand?
Christian Dillo, Dharma-Vortrag am 14. Juni 2025, Praxiswochenende im Akazienzendo Berlin Christian Dillo Roshi, Lehrer am Boulder Zen Center in Colorado, war für ein Praxiswochenende zu Gast im Akazienzendo Berlin. In seinem ersten Vortrag am Samstag konzentriert er sich auf die Frage, wie wir mit der körper-geistigen Überforderung durch einen medial ständig präsenten, hochkomplexen Weltzusammenhang umgehen und zu diesem auf gelassene und engagierte Weise in Beziehung treten können. Wie können wir eine Haltung zur Welt kultivieren, die dem archaischen Reaktionsmechanismus aus Kampf, Flucht und Erstarrung entgeht? Eine Haltung, die einerseits Raum gibt, und andererseits völlig involviert ist?
Bernd Bender, Dharma-Vortrag am 08. Juni 2025, Zen-Tag im Akazienzendo Berlin
Im Zentrum der meisten schrecklichen Konflikte steht – so könnte man zumindest aus Zen-Buddhistischer Sicht sagen –, dass wir dem dualistischen Geist glauben schenken, also jenem Geist, der andere erst zu anderen macht und diesen vermeintlich so anderen eine eigenständige, feste Identität zuschreibt. Wenn wir mit dieser Dynamik tief vertraut werden, können wir realisieren, dass die anderen letztlich nie grundlegend anders sind und immer schon gewesen waren, wer wir sind. Bernd geht auf die Dynamik des dualistischen Geistes ein und widmet sich dabei der Frage nach Identität und Identitäten und der Bodhisattva-Praxis des Handelns in Identität. Das Sandokai von Shitou Xiqian wird dabei ebenso betrachtet wie Dongshan Liangjies Erleuchtungsgedicht und Dogen Zenjis vier leitende Praktiken von Bodhisattvas.
Bernd Bender, Dharma Talk given on May 11th, 2025 via Zoom for JissoJi Zen Ann Arbor, Michigan, USA.
How can we practice peace, an “unarmed and disarming peace, humble and persevering,” as the new pope put it recently? Aren‘t the forces that hinder the free flowing of living life getting stronger every day? In this dharma talk Bernd addresses these questions from the viewpoint of Zen practice. In a time when totalitarian ideologues inject resentment and fear in order to control our minds Zazen has almost subversive qualities. Whenever we practice we’re de-occupying our minds, thereby finding an inner posture that is unhindered and without fear, a stance from which we can respond appropriately to the cries of the world. --
Bernd Bender, Dharma-Vortrag am 11.05.2025, gehalten per Zoom für JissoJi Zen Ann Arbor, Michigan, USA.
Wie können wir Frieden praktizieren, einen „unbewaffneten und entwaffnenden Frieden, bescheiden und beharrend,“ wie es der neue Papst vor Kurzem ausdrückte? Werden die Kräfte, die den freien Fluss von Lebendigkeit unterdrücken, nicht von Tag zu Tag mächtiger? In seinem Dharma-Vortrag beschäftigt sich Bernd mit diesen Fragen aus der Perspektive der Zen-Praxis. In einer Zeit, in der totalitäre Ideologen Ressentiment und Angst streuen, um unseren Geist zu kontrollieren, erhält Zazen fast subversive Qualitäten. Wann immer wir praktizieren, befreien wir unseren besetzten Geist und finden eine ungehemmte, furchtlose innere Haltung, eine Seinsweise, von der aus wir angemessen auf die Schreie der Welt antworten können.
Ursula Richard im Gespräch mit Bernd Bender: Zen-Praxis in turbulenten Zeiten
25 May 2025
01:05:28
Ursula Richard, Bernd Bender, Gespräch am 24.04.2025 im Akazienzendo, eine Veranstaltung der Buddhistischen Akademie Berlin
Nach einführenden Worten und einer kurzen angeleiteten Meditation entwickelt sich ein Gespräch zwischen Ursula Richard und Bernd Bender, die 2012 gemeinsam Akazienzendo gründeten. Im Mittelpunkt steht die Frage, welche Ausdrucksformen Mitgefühl und Engagement im Kontext der Zen-buddhistischen Praxis annehmen können. Dabei thematisieren die beiden sowohl die Gefahr eines Rückzugs in reine Innerlichkeit – etwa durch eine übermäßige Betonung meditativer Selbstoptimierung – als auch Wege, wie aus der Praxis heraus ein liebevolles Handeln entstehen kann. Innerer und äußerer Frieden sind dabei untrennbar miteinander verbunden. Besonders greifbar wird dies anhand konkreter Beispiele: dem Obdachlosen-Nachtcafé der Tabor-Gemeinde in Berlin-Kreuzberg oder dem Hartford Street Zen Center in San Francisco, wo Issan Dorsey Ende der 1980er-Jahre gemeinsam mit den dort Praktizierenden das erste Hospiz für an AIDS erkrankte Menschen gründete.
Bernd Bender, Dharma-Vortrag am 04. Mai 2025, Zen-Tag im Akazienzendo Berlin
„Der menschliche Geist ist durchzogen von zwei Arten von Dunkelheit: Eine Dunkelheit, in der wir Dinge sehen, die es nicht gibt, und eine andere, in der wir die Dinge, die es gibt, nicht sehen.“
Mit diesen Zeilen Asangas eröffnet Bernd seinen Dharma-Vortrag über das Erhellen der zweifachen Dunkelheit des Geistes durch Zen-Praxis. Mit Dōgen Zenji ließe sich sagen, Zen-Praxis ist das tiefe Vertraut-werden mit dem Feld des Geistes. Unter Rückbezug auf Zen-Weisheit, sowie Erkenntnisse der Evolutionsbiologie und Neurowissenschaft versucht Bernd dieses Vertraut-werden näher zu beschreiben.
Bernd Bender, Dharma-Vortrag am 16. Februar 2025, Zen-Tag im Akazienzendo Berlin
"Wenn du in einem Boot fährst, sind Körper, Geist und Umgebung eine ungeteilte Aktivität des Bootes. Die ganze Erde und der ganze Himmel sind eine ungeteilte Aktivität des Bootes. So ist das Leben nicht anderes als du und du bist nichts anderes als das Leben." In seinem Dharma-Vortrag denkt Bernd mit den Zeilen aus Dogen Zenjis Aufsatz „Zenki“ über jene Erfahrung nach, in der Körper, Geist und Umwelt als ungeteilte Aktivität eines ganzheitlichen Lebensprozesses erlebt werden. Die vollständige Ausübung dieser Praxis ist Befreiung und Erwachen. Der Vortrag lädt dazu ein, im Alltag Achtsamkeit zu üben und Lebendigkeit als ungeteilte Aktivität bewusst zu erfahren.
Bernd Bender, angeleitete Meditation am 14. April 2025 im Akazienzendo Berlin
In dieser von Bernd angeleiteten Meditation liegt der Fokus auf verkörpertem Gewahrsein. Indem wir in unsere direkte Erfahrung von Moment zu Moment hineinspüren und Bewertungen, Pläne oder Kommentare loslassen, üben wir, in Präsenz zu ruhen. Können wir uns dem Jetzt ganz anvertrauen, uns unserem gespürten Körper vollständig überlassen?