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Das Problem mit den Regressen und eine Bürgerversicherung | Mit Dirk Wilmers11 Feb 202500:33:09

Hausärzte haben eine große Herausforderung: Regresse!

Dr. Laura Dalhaus und Dirk Wilmers, die zusammen eine Praxis betreiben, gehen diesem Thema auf den Grund.

Denn Regresse sorgen nicht nur dafür, dass Hausärzte auf bürokratischem Weg eingeschränkt werden, sondern hemmen auch junge Medizinstudent:innen, eine eigene Praxis aufzumachen. Das Ergebnis: Der Nachwuchs fehlt und die Versorgung wird schlechter.

Außerdem diskutieren die beiden eine mögliche Bürgerversicherung, die von der Politik gerne in die linke Ecke gestellt wird.

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Was Regresse mit dem Mangel an niedergelassenen Ärzten zu tun haben11 Feb 202500:30:34

Das größte Ärgernis in der ärztlichen Niederlassung: Krankenkassen-Regresse. Was sie sind und welche Konsequenzen sie haben, erläutert Laura Dalhaus ist dieser Folge aus ganz aktuellem Anlass: Kinderärzte und Hausärzte bekommen in diesen Wochen Post der Prüfungsstelle der Krankenkasse mit Rückforderungen für vermeintlich falsche Verordnungen und Rezepte. Auch die Praxis Wilmers-Dalhaus ist davon betroffen.

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Dr. Laura Dalhaus stellt sich vor - das erwartet dich bei 5 Minus07 Feb 202500:05:01
Notfallmedizin am Limit - Patient oder Fallnummer? | Mit Dr. Moritz Völker18 Feb 202500:49:08

Wie ist es, in der Notfallmedizin zu arbeiten? Welchen Herausforderungen müssen sich Notärztinnen, Notärzte und der Rettungsdienst stellen? Wie entscheidet man, welche Personen mit ins Krankenhaus kommen und welche nicht?

Darüber spricht Dr. Laura Dalhaus in ihrer neuen Folge von “5 Minus - das Gesundheitssystem verfehlt das Klassenziel” mit Dr. Moritz Völker, Notarzt und Anästhesist in Weiterbildung. Moritz ist zusätzlich in der Berufspolitik. Dort ist er eigentlich “reingerutscht”, mittlerweile aber Vorsitzender der “Jungen Ärzte” im Hartmann-Bund. 

Er erzählt, dass er entgegen der Meinung vieler selten Blut an Einsatzstellen sieht, sondern oft auf sozialpflegerische oder soziale Probleme trifft. 

Eine große Herausforderung: Die Notaufnahmen werden zunehmend mit Patienten belastet, die dort eigentlich nicht hingehören. Auf der anderen Seite sind die Krankenhäuser aber oft überfüllt und es gibt politisch einen Widerspruch zwischen dieser Überfüllung der Krankenhäuser und der Behauptung, es gebe zu viele Krankenhausbetten. Gleichzeitig müssen Krankenhäuser ihre Betten auch füllen, um finanziell überleben zu können. Das passt nicht zum Anspruch einer sinnvollen Versorgung. 

Die ambulante Versorgung währenddessen ist nicht immer ausreichend gewährleistet und der Medizinische Dienst der Krankenkassen (kurz MDK) beeinflusst durch rigide Vorgaben die Behandlungsprozesse - negativ. Medizinisch sinnvolle Entscheidungen werden dadurch überkompliziert. 

Auch die Koordination zwischen stationärer und ambulanter Versorung führt zu ineffizientem Ressourceneinsatz. 

Natürlich haben die beiden Ärzte aber auch Lösungen im Gepäck: 

KI-basierte Triage-Systeme könnten unnötige Notfallkontakte vermeiden und Ressourcen sparen. Das Gleiche gilt, wenn Notrufleitstellen mehr Optionen hätten, als nur einen Rettungswagen zu schicken. 

Außerdem wünschen sich die beiden eine stärkere Einbindung von hausärztlichen und sozialen Strukturen in die Notfallversorgung. 

Vom MDK wünschen sich Ärzte weniger Überregulierung und etwas mehr Praxisnähe. Denn die bürokratischen Anforderungen fördern eine Medizin, die eher juristische Gründe verfolgt. Auch der Dokumentationsaufwand in Kliniken frisst die Zeit, die in der Patientenbetreuung sinniger wäre. 

Medizin sollte nicht auf wirtschaftlichen Interessen beruhen, sondern auf dem Fokus auf den Menschen. 

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Wie finanzieren wir in Zukunft unsere Gesundheitsversorgung? Ein Appell an die Politik!25 Feb 202500:28:19

Wie viel ist ein Menschenleben wert? Wie lange ist unser solidarisch finanziertes Sysstem noch tragfähig? Und welche Schritte muss die neue Bundesregierung nun machen?

Darüber spricht Dr. Laura Dalhaus in der neuen Folge von “5 Minus - Das Gesundheitssystem verfehlt das Klassenziel”. 

Dazu erklärt sie erstmal die explodierenden Kosten in der Medizin, denn laut dem Deutschen Ärzteblatt verdoppeln sich die Kosten für Krebstherapien alle 7 Jahre. Einige Medikamente kosten teilweise mehrere Millionen Dollar. Das wirft natürlich ethische und finanzielle Fragen auf: Wie viele dieser Hochpreis-Medikamente kann sich unser System leisten? Und wie und wer entscheidet, welcher Patient eine Therapie erhält? 

Dazu kommen starke Strukturprobleme des deutschen Gesundheitssystems, die Laura mit dem in Spanien vergleicht. 

Außerdem hängen wir stark von ausländischen Fachkräften ab - Parteien wie die AfD gehen aber davon aus, dass wir auch ohne diese klarkommen, weil wir diese Ärzte selbst “produzieren”. Der Zeitraum, bis das möglich ist, liegt auf der Hand. 

Das Gesundheitssystem würde ohne Fachkräfte aus dem Ausland zusammenbrechen.

Außerdem geht es um das Thema Regresse, wofür Laura die Seite “regresswatch” ins Leben gerufen hat. Dort können Ärzte ihre Regresse hochladen.

Einige Onkologen berichten über Regressforderungen über 250.000 € - ein massives Risiko für alle niedergelassenen Ärzte. 

Leider spielte die Gesundheitssystem kaum eine Rolle im Wahlkampf.

Laura hat ganz klare Forderungen an die neue Regierung und die/den zukünftigen Gesundheitsminister:in. 

Außerdem prangert sie noch die zentrale Terminvergabe an, welche die Kassenärztliche Vereinigung (KV) verfolgt. Wenn Ärzt:innen nicht mehr selbst über ihre Termine entscheiden dürfen, wird ihre Freiberuflichkeit in Frage gestellt. 

Und es gibt noch ein paar Absurditäten: 

Jede Person bekommt nur 9 Minuten Arztzeit im Quartal - wenn etwas länger dauert, muss es querfinanziert werden. Und warum braucht die AOK 85 Millionen Euro Werbeetat?

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Kinder haben keine Lobby - das zeigt sich in der Medizin | Mit Dr. Katharina Rieth04 Mar 202500:33:41

Fachkräftemangel, fehlende spezialisierte Versorgung, Bildschirmsucht und Adipositas - das ist der Alltag von Kinderärzt:innen in Deutschland.

In dieser Folge von “5 Minus - Das Gesundheitssystem verfehlt das Klassenziel” diskutiert Dr. Laura Dalhaus mit Dr. Katharina Rieth. 

Diese ist Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin, Kinder-Notärztin seit 2019 und berufspolitisch aktiv im Bundesvorstand des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte sowie im Präventionsausschuss.

Und beim Hören dieser Folge merken wir alle: Kinder haben keine Lobby, sie werden zu wenig geschützt - obwohl sie unsere Zukunft sind! 

Das fängt beim Fachkräftemangel an. Denn in 2025 gehen ein Viertel der Kinderärzt:innen in Rente. Gleichzeitig gibt es zu wenig Weiterbildungsstellen und 216 unterbesetzte Kassensitze.

Das liegt unter anderem auch daran, dass Kinderärzt:innen strukturell benachteiligt sind: Behandlungen, vor allem bei kleinen Kindern, dauern einfach länger als bei Erwachsenen - werden aber nicht höher vergütet. 

Ein weiteres Problem ist, dass es zu wenig Forschung und spezialisierte Geräte für Kinder gibt. Denn Kinder sind keine kleinen Erwachsenen, bei denen man einfach halb so große Geräte nutzen kann oder denen man einfach halbe Tabletten geben kann. 

Und dann geht es noch um die Auswirkungen des modernen und aktuellen Lebens auf Kindern.

Katharina betont, dass Kinder unter 3 Jahren eigentlich gar keinen Kontakt zu Bildschirmen haben sollten. Trotzdem setzen viele Eltern ihre Kinder vor den Fernseher oder das Handy. 

Gleichzeitig ist Bewegungsarmut ein Problem, Kinder können teilweise nicht rückwärts laufen oder einen Salto machen.

Der Grund? Verletzungsgefahr im Sportunterricht und Helikopter-Eltern auf dem Spielplatz.

Wenn Kinder nicht lernen, sich frei auf dem Spielplatz zu bewegen, fallen sie irgendwann halt runter. 

Auch Übergewicht und Diabetes sind ein riesiges Problem. Laura setzt sich aktiv für eine Zuckersteuer ein. 

All diese Dinge sorgen auch für steigende Zahlen von Depressionen bei Kindern und Jugendlichen. Der Einfluss von Social Media wird dabei unterschätzt. Zudem müssen Kinder lernen, digitale Inhalte zu hinterfragen. 


Die Forderungen von Katharina und Laura:

  • Mehr Förderung der Kinder- und Jugendmedizin und mehr Weiterbildungsstellen für Pädiatrie
  • Eine bessere Finanzierung von Kinderarztpraxen
  • Bessere Medikamentenentwicklung für Kinder
  • Stärkere Lobby und politische Vertretung von Kindern
  • Mehr Fokus auf Prävention statt auf Therapie
  • Bürokratieabbau und echte Digitalisierung
  • Eine Zuckersteuer


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Adventskalenderaktion des Bündnis Kinder und Jugendgesundheit e.V.: https://www.buendnis-kjg.de/aktivitaeten/kinder-sind-unsere-zukunft/


Zum Positionspapier mit Pakt für Kindergesundheit: https://www.buendnis-kjg.de/stellungnahmen/positionspapier-zur-bundestagswahl-2025/

Ärztemangel oder Arztzeit-Mangel - die Herausforderungen unseres Gesundheitssystems11 Mar 202500:31:13

Haben wir wirklich einen Ärztemangel – oder liegt das eigentliche Problem in einem Mangel an Arztzeit? Darüber spricht Dr. Laura Dalhaus in der neuen Folge von “5 Minus - Das Gesundheitssystem verfehlt das Klassenziel”.

Die Zahlen zeigen nämlich ein Paradox: Während immer mehr Ärzt:innen in Deutschland arbeiten – 1990 waren es noch 237.000, 2023 bereits 428.000 – haben Patient:innen trotzdem das Gefühl, schlechter versorgt zu werden. Der Grund? Die verfügbare Arztzeit pro Patient:in schrumpft. Schuld daran sind unter anderem die zunehmende Bürokratie, die immer stärkere Spezialisierung, veränderte Arbeitsmodelle und eine vollkommen veraltete Bedarfsplanung.

Ein zentraler Faktor ist die immense bürokratische Belastung. Ein niedergelassener Arzt verbringt rein rechnerisch 60 volle Arbeitstage pro Jahr nur mit Papierkram – das sind Anfragen von Krankenkassen, Versicherungen und dem Medizinischen Dienst. Krankenhausärzt:innen verbringen mehr Zeit mit Dokumentation als mit Patient:innen. Kolleg:innen aus der Inneren Medizin fühlen sich oft wie medizinische Sekretäre statt wie Ärzt:innen. Obwohl die Politik seit 2013 verspricht, Bürokratie abzubauen, ist der Bürokratieindex seitdem gestiegen.

Auch die fortschreitende Spezialisierung trägt zum Problem bei. Früher deckte ein Internist ein breites Spektrum an Krankheiten ab – heute gibt es allein in der Inneren Medizin elf verschiedene Fachrichtungen. Ein Kardiologe kann heute sagen: „Ich bin nicht für das ganze Herz zuständig – ich bin Rhythmologe.“ Orthopäden operieren manchmal nur noch Knie oder nur noch Schultern. Das mag medizinisch sinnvoll sein, führt aber dazu, dass Patient:innen immer mehr Zeit damit verbringen, den richtigen Spezialisten zu finden.

Zusätzlich gibt es ein massives Stadt-Land-Gefälle. Während in Großstädten Praxen oft dicht beieinander liegen, gibt es in ländlichen Regionen kaum Ärzt:innen. Das Problem: Privat tätige Mediziner:innen unterliegen keiner Bedarfsplanung – sie können problemlos eine weitere Praxis in München oder Hamburg aufmachen, während auf dem Land keine ärztliche Versorgung mehr vorhanden ist.

Ein weiterer entscheidender Faktor ist der steigende Frauenanteil in der Medizin. Medizinstudienplätze werden fast ausschließlich nach Abiturnote vergeben, wodurch Frauen überproportional oft einen Platz bekommen. Gleichzeitig führen Schwangerschaften und Elternzeiten zu mehr Ausfällen, und viele Ärztinnen entscheiden sich für Teilzeitmodelle. Das bedeutet, dass insgesamt mehr Köpfe nötig sind, um die gleiche Anzahl an Arztstunden abzudecken.

Auch das Arbeitszeitgesetz hat große Auswirkungen. Während früher 24- oder sogar 36-Stunden-Schichten üblich waren, gibt es heute strengere Regeln – was gut ist, aber dazu führt, dass mehr Ärzt:innen gebraucht werden, um die gleiche Versorgung sicherzustellen. Das Problem: Die Arbeitsintensität in kürzeren Schichten ist gestiegen. Viele Krankenhäuser umgehen die Gesetze, indem sie „Bereitschaftsdienste“ anstelle echter Arbeitszeiten deklarieren – wodurch Ärzt:innen trotzdem volle Schichten arbeiten müssen.

Ein noch größeres Problem ist die veraltete Bedarfsplanung, die von den Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) erstellt wird. Die Zahlen sind oft nicht aktuell – auf den Listen stehen Ärzt:innen, die längst in Rente sind oder deren Praxen seit Jahren geschlossen sind. Außerdem berücksichtigt die Bedarfsplanung nur die Anzahl der Einwohner, nicht aber die veränderten medizinischen Bedürfnisse. Patient:innen werden immer älter und haben mehr chronische Krankheiten, was mehr Arztzeit erfordert – doch in den Berechnungen taucht das nicht auf.

Ein weiterer alarmierender Punkt: 140.000 Ärzt:innen arbeiten mittlerweile außerhalb der kurativen Medizin – in Unternehmensberatung, Pharma, Journalismus oder Gesundheitsmanagement. 1990 waren es noch weniger als 20 %, heute sind es über 25 %. Das bedeutet, dass immer mehr Ärzt:innen das System verlassen, weil die Arbeitsbedingungen unattraktiv sind. Volkswirtschaftlich ist das eine Katastrophe: Ein Medizinstudienplatz ist extrem teuer, doch wenn die Absolvent:innen dann nicht in der Patientenversorgung ankommen, ist das eine massive Fehlentwicklung.

Was muss sich also ändern? Laura fordert einen konsequenten Bürokratieabbau, eine bessere Steuerung der Arztverteilung, modernere Arbeitszeitmodelle, eine realistische Bedarfsplanung und eine deutliche Verbesserung der Arbeitsbedingungen in Krankenhäusern. Denn: Mehr Medizinstudienplätze alleine bringen nichts, wenn das System nicht reformiert wird – dann gehen die Ärzt:innen trotzdem woanders hin.

Das Fazit der Folge ist klar: Das eigentliche Problem ist nicht der Ärztemangel, sondern der Arztzeitmangel. Ohne grundlegende Reformen steuert das deutsche Gesundheitssystem auf eine massive Versorgungskrise zu. Jetzt ist die Zeit zu handeln – bevor es zu spät ist.

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Medizin zwischen Bürokratie und Verwaltungswahnsinn | Mit Enno Richter25 Mar 202500:58:15

Wo liegt eigentlich der Fokus der Medizin? Auf dem Menschen oder dem Gewinn? Wieso ist das Ehrenamt so ein wichtiger Faktor in unserer Gesellschaft? Und wie führt man ein Medizinisches Versorgungszentrum gewinnbringend, legt den Fokus aber auf die Menschen?

Darüber diskutiert Dr. Laura Dalhaus in der neuen Folge von „5 Minus – Das Gesundheitssystem verfehlt das Klassenziel“ mit Enno Richter.

Der ist Geschäftsführer eines MVZs (Medizinisches Versorgungszentrum) und ehemaliger kaufmännischer Leiter eines Krankenhauses.

Neben seiner Tätigkeit im MVZ ist er außerdem Geschäftsführer einer gemeinnützigen Palliativ-Einrichtung.

Und hier funktioniert nichts ohne Ehrenamt!

Außerhalb des Jobs sind sowohl Laura als auch Enno ehrenamtlich tätig. Für Laura ist das etwas Unabdingbares für unsere gesamte Gesellschaft.

Enno hat einen ehrenamtlichen Verein, in dem Menschen aktiv sind, die Familien, in denen eine Person stirbt, betreuen. Das ist eine Randmedizin, die oft übersehen wird.

Laura erzählt von ihrem Ehrenamt, denn sie engagiert sich in einem Handballverein. Kinder sind die Zukunft und sie findet es so wichtig, diese zu fördern und zu unterstützen, damit sie gesund groß werden. Leider fehlt Kindern aber auch die Lobby dafür.

Doch wie führt man überhaupt ein MVZ?

Ein MVZ muss von einem Arzt oder Krankenhaus gegründet werden. Enno selbst hat 5 MFAs, der Fokus der Einrichtung liebt auf Diabetes. Zusätzlich sind aber auch Hautärzte und Kinderärzte dort angesiedelt.

Dabei ist das MVZ eine GmbH – das Wort impliziert eine beschränkte Haftung, so einfach ist das aber gar nicht. Enno hat persönlich noch eine halbe Millionen an Schulden, denn am Anfang muss man einfach in Vorleistung gehen. Keine Bank gibt einen Kredit für 25 Tausend Euro an Eigenkapital, da muss man schon selbst in die Haftung gehen.

Mit dem MVZ hat Enno mehr Freiheiten als ein Krankenhaus.

Trotzdem leidet auch er sehr unter Bürokratie und dem Verwaltungswahn.

Denn Gesundheit ist kein freier Markt, auch wenn alle Ärzt:innen wie Unternehmer:innen behandelt werden!

In der Medizin wird alles kontrolliert, gleichzeitig können diese Kontrollen im Alltag gar nicht so geleistet werden. Zudem ist man abhängig vom System. Eine gesundheitspolitische Entscheidung, die für ein halbes Jahr irgendwelche Honorare einbehält, kann zum Untergang führen.

Die Medizin ist damit aus dem Fokus gerutscht. Damit sind wir auch weit weg von bedarfsorientierter Versorgung. MFAs sind super getriggert durch die Verwaltung und es liegt dadurch nah, Menschen schnell zu Chronikern zu machen, damit sie jedes Quartal die Praxis besuchen.

Denn der Fokus muss auf der Abrechnung liegen, damit MVZs und Praxen überhaupt überleben.

Enno erzählt dabei das Beispiel der Diabetiker – die müssen teilweise gar nicht jedes Quartal kommen, für die Abrechnung ist das aber genau gut.


Krankenhäuser sind mittlerweile aufgebaut wie Unternehmen. Sie müssen Geld verdienen und der Überschuss geht nicht wieder ins Krankenhaus, sondern zahlt Gesellschafter aus.


Trotzdem sind Laura Dalhaus und Enno Richter dagegen, dass das Gesundheitssystem zur Staatsmedizin wird. Viele könnten ihnen das jetzt vorhalten, England ist hierfür kein gutes Beispiel.

Doch Laura ist überzeugt: Es gibt einen Mittelweg, bei dem nicht die Gewinnmaximierung, sondern ehrliche Preise und vernünftige Kostenstrukturen im Mittelpunkt stehen.


Enno’s Unternehmen sind beispielsweise gemeinnützig, was betriebswirtschaftlich vielleicht nicht die beste Entscheidung ist. Andere Menschen eröffnen MVZs, um von diesen zu leben, ohne in diesen zu arbeiten.


Medizinische Versorgung gehört zur Gesellschaft, genauso wie Polizei, Schulen oder die Feuerwehr.


Doch welche Themen jetzt auf der politischen Agenda stehen?

Wir driften gesundheitspolitisch und in der Realität immer weiter auseinander. Die Medizin schafft es gerade so, das Nötigste zu machen und wird dann gleichzeitig davon gedrängelt, alles noch messbarer und besser zu machen – auch hier steht wieder die Kontrolle im Vordergrund.


Zum Schluss geht es noch um die Rechenschaft, die Ärzte abgeben müssen. Teilweise reichen Fälle und Schriftverkehr mehrere Jahre zurück und werden immer noch diskutiert. Das verschlingt durch Verwaltung etliche Euros, obwohl es bei den Regressen teilweise nur um kleine dreistellige Beträge geht. Teilweise ist dieser Aufwand einfach unverhältnismäßig.

Enno erzählt die Geschichte einer Prüfung, bei der er – nach etlichem Aufwand – nun 12 € nachzahlen muss. Wie sinnhaft sind solche Prüfungen?

Der Verwaltungsaufwand kostet doch mehr als er bringt.


Die Bundesregierung tritt mit dem Versprechen des Bürokratieabbaus an – lasst uns Ende des Jahres nochmal schauen, was da rauskommt!



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Leben als Landarzt - Romantik oder doch geprägt von Bürokratie? | Mit Andrea Morawe18 Mar 202500:38:49

In der neuen Folge von „5 Minus – Das Gesundheitssystem verfehlt das Klassenziel“ spricht Dr. Laura Dahlhaus mit Dr. Andrea Morawe, einer jungen Hausärztin, die mit gerade einmal 35 Jahren eine eigene Praxis in Weißhand-Gölzau, einem Ort mit weniger als 2.000 Einwohnern, übernommen hat. Während viele junge Mediziner:innen eine Karriere in der Klinik oder im MVZ bevorzugen, hat sie sich bewusst für die hausärztliche Versorgung auf dem Land entschieden – eine Entscheidung, die immer seltener wird, obwohl sie für das Gesundheitssystem essenziell ist.

Andrea war ursprünglich Chirurgin, entschied sich jedoch nach der Geburt ihres Kindes für die Allgemeinmedizin, da die Vereinbarkeit von Klinikarbeit und Familie für sie nicht mehr funktionierte. Die Übernahme der Praxis war mit Unsicherheiten verbunden, aber eine spezielle Regelung in Sachsen-Anhalt, die Quereinsteiger:innen eine verkürzte Weiterbildung ermöglicht, erleichterte ihr den Wechsel. Die vorherige Praxisinhaberin gab die Praxis unter anderem auf, weil die zunehmende Digitalisierung und Bürokratisierung für sie nicht mehr zu bewältigen war – eine Herausforderung, die viele ältere Ärzt:innen zum vorzeitigen Rückzug zwingt.

Als Landärztin ist Andrea für eine enorme Bandbreite an Aufgaben verantwortlich. Sie behandelt akute Infekte, chronische Erkrankungen und postoperative Wundversorgungen, muss sich aber auch um Patient:innen kümmern, die nach einem Krankenhausaufenthalt unzureichend versorgt wurden. Zusätzlich übernimmt sie Hausbesuche in einem Umkreis von bis zu 30 Kilometern, betreut Palliativpatient:innen und versorgt ein Pflegeheim sowie eine Anlage für altersgerechtes Wohnen. Trotz dieser Arbeitsbelastung empfindet sie ihre Tätigkeit als flexibler und besser mit der Familie vereinbar als die Klinikarbeit, nicht zuletzt, weil ihr Mann als Praxismanager in das Unternehmen eingestiegen ist.

Doch während sie ihren Beruf liebt, sieht sie, wie schwer es ist, Nachfolger:innen für Landarztpraxen zu finden. Viele junge Ärzt:innen meiden die Niederlassung aus Angst vor der finanziellen und organisatorischen Verantwortung einer eigenen Praxis. Stattdessen wählen sie die vermeintliche Sicherheit einer Anstellung in Kliniken oder MVZs. Das führt dazu, dass immer mehr Hausärzt:innen ohne Nachfolge in den Ruhestand gehen und in vielen Regionen ein hausärztliches Vakuum entsteht. In manchen Gegenden gibt es mittlerweile nicht nur keine Hausärzt:innen mehr, sondern auch keine Fachärzt:innen oder Zahnärzt:innen.

Hinzu kommt, dass sich nicht nur die ärztliche Versorgung, sondern auch die allgemeine Infrastruktur auf dem Land verschlechtert. Besonders schwierig ist die Situation bei der Kinderbetreuung. Während es früher verlässliche Betreuungsmöglichkeiten gab, schließen viele Kitas heute bereits um 16:30 Uhr, was mit den Arbeitszeiten vieler Ärzt:innen kaum vereinbar ist. Wenn dann noch Personalmangel dazukommt, müssen Eltern ihre Kinder oft früher abholen oder sich selbst um eine Betreuung kümmern – ein zusätzlicher Stressfaktor, der insbesondere Frauen in der Medizin vor große Herausforderungen stellt.

Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen gelingt es Andrea, ihre Praxis effizient zu organisieren. Sie versorgt rund 1.300 bis 1.400 Kassenpatient:innen pro Quartal, aber durch regelmäßige Kontrollbesuche von Chroniker:innen, postoperative Nachsorgen und Wundversorgungen liegt die tatsächliche Kontaktzahl weit über 3.000. Ohne ihr engagiertes Team wäre das kaum zu bewältigen. Eine große Erleichterung ist für sie die Digitalisierung, die von vielen älteren Ärzt:innen als Hindernis wahrgenommen wird. In ihrer Praxis setzt sie Aaron, eine KI-gestützte Telefonassistenz, ein, die bis zu 50 Anrufe gleichzeitig annehmen und vorsortieren kann. So müssen Patient:innen nicht mehr mehrfach anrufen, um durchzukommen, und das Praxisteam wird spürbar entlastet. Überraschenderweise haben sich vor allem ältere Patient:innen schnell an das System gewöhnt, während jüngere oft skeptischer sind.

Ein großes Problem auf dem Land ist die fehlende Facharztversorgung. Der letzte Allgemeinchirurg in der Umgebung ging in den Ruhestand, doch anstatt eine ähnliche Fachrichtung nachzubesetzen, wurde der Sitz an einen Orthopäden mit Spezialisierung auf Wirbelsäulenchirurgie vergeben. Wer nun mit kleineren chirurgischen Problemen in die Praxis kommt, etwa mit einem eingewachsenen Zehennagel, hat keine Alternative zur hausärztlichen Versorgung. Das ist nicht nur eine medizinische, sondern auch eine finanzielle Herausforderung. Viele kleinere Eingriffe, die Hausärzt:innen übernehmen könnten, sind nicht wirtschaftlich tragbar, weil die Vergütung oft nicht einmal die Materialkosten deckt. Eine einfache Wundnaht kann für die Praxis Materialkosten von 12 Euro verursachen, während die Kasse dafür nur 7 Euro erstattet. Manche kleinere Operationen, wie die Emmert-Plastik am Zehennagel, sind für Hausärzt:innen gar nicht abrechenbar, obwohl sie diese problemlos durchführen könnten. Die Folge: Viele Hausärzt:innen bieten solche Eingriffe erst gar nicht an.

Angesichts dieser Probleme ist klar, dass sich in der hausärztlichen Versorgung dringend etwas ändern muss. Andrea fordert gezielte Anreize, um junge Ärzt:innen für eine Niederlassung auf dem Land zu gewinnen. Dazu gehören nicht nur finanzielle Anreize, sondern auch eine bessere Vergütung für hausärztliche Leistungen, damit sich die Versorgung wirtschaftlich lohnt. Außerdem braucht es dringend Maßnahmen gegen den Facharztmangel in ländlichen Regionen, denn ohne spezialisierte Kolleg:innen wird die Arbeit der Hausärzt:innen immer komplexer. Ein weiterer entscheidender Punkt ist der Bürokratieabbau, denn wenn Ärzt:innen weniger Zeit mit Formularen und Dokumentationen verbringen müssten, hätten sie mehr Kapazitäten für ihre Patient:innen. Auch die Kinderbetreuung muss flexibler gestaltet werden, um Ärzt:innen mit Familie den Arbeitsalltag zu erleichtern.

Zum Abschluss stellt Laura die Frage, wen Andrea sich als neue:n Bundesgesundheitsminister:in wünschen würde. Andrea betont, dass sie sich eine Person wünscht, die wirklich aus der Praxis kommt und die Probleme der ambulanten Versorgung versteht – und nicht nur Interessen von Klinikkonzernen oder Krankenkassen vertritt.

Das Fazit der Folge ist eindeutig: Hausärzt:innen auf dem Land sind das Rückgrat der medizinischen Versorgung, doch das System macht es ihnen unnötig schwer. Ohne gezielte Reformen droht eine flächendeckende Krise, denn immer mehr Praxen werden in den kommenden Jahren schließen, wenn sich keine Nachfolger:innen finden. Um die Versorgung in ländlichen Regionen zu sichern, braucht es dringend bessere Rahmenbedingungen – und eine Politik, die endlich handelt.

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Die Zukunft der Medizin – Digitalisierung, KI und Roboter | Mit Dr. Tobias Krick08 Apr 202500:47:56

Wie sieht die Zukunft unserer Medizin aus? Was steht uns im Weg beim Thema Digitalisierung?

Darüber diskutiert Dr. Laura Dalhaus in der neuen Folge von „5 Minus – Das Gesundheitssystem verfehlt das Klassenziel“ mit Dr. Tobias Krick. Der beschäftigt sich mit Digitalisierung und KI in Pflege und Gesundheit. Eigentlich ist er Gesundheitswissenschaftler und sieht sich ein bisschen wie ein Arzt am Gesundheitssystem.

Und genau das fühlt sich gerade nicht so gut an (auch wenn Tobias dem Gesundheitssystem eine 3- statt einer 5- geben würde).

Zurzeit arbeitet er mit Unternehmen, die Prozesse digitalisieren und will das Potential im Gesundheitswesen entpacken.

Doch wie sieht die Digitalisierung eigentlich aus? Laura erzählt, dass in vielen Bereichen eine Digitalisierung nur bedeutet, dass sie ein Formular, das sie früher mit dem Kugelschreiber ausgefüllt hat, nun online ausfüllt, dann aber trotzdem ausdruckt und per Post wegschickt.

Der Bankensektor, der allerdings ähnlich reguliert ist, macht das irgendwie besser.

Liegt das am Staat, der beim Gesundheitssystem mehr mitmischt?

Da passt natürlich das Thema DIGA zu, also „Apps auf Rezept“. Die Zulassung für DIGA sind sehr schwierig und die Entwicklungskosten sehr hoch.

Zudem gehen 50% der Verordnungen verloren, weil der Prozess so kompliziert ist. Das ist ein Problem für die Anbieter, aber auch für die Patient:innen, die versorgt werden sollen.

Auch die ePA (elektronische Patientenakte) ist nicht besonders anwenderfreundlich.

Ein Bürokratieabbau ist dringend notwendig.

Tobias erzählt, dass die Technologien da sind (wie man ja im Bankensektor sieht), das Problem liegt in der Umsetzung, genauso wie im Datenschutz und in der Anwenderfreundlichkeit.

Er hat als einfachen Weg schon vor Augen, dass ein Gespräch mit Patient:innen einfach aufgezeichnet und dann in ein Dokumentationssystem übertragen werden kann.

In 5 Jahren sieht er aber eine andere Zukunft vor uns.

Laura fragt nämlich nach dem Pflegeheim der Zukunft und ob dort auch Roboter als Pflegekräfte und Pflegeunterstützung arbeiten. Tobias hat mal an so einem Roboterarm geforscht und stellt die Frage in den Raum, ob Robotik menschenähnlich sein sollte oder besser so abstrakt, dass sie halt nicht wie Menschen wirken. Servicearbeit und Sorgearbeit sieht er hier getrennt.

Dann geht es noch um das Home Office und um die eigene Gesundheitskompetenz der Menschen. Denn eigentlich wissen wir ja, wie wir gesund leben, doch die kurzfristige Bedürfnisbefriedigung steht oft vor der langfristigen Gesundheit.

Stundenlang zur Arbeit fahren zu müssen steht aber auch im Gegensatz dazu, gesünder ist es natürlich, im Home Office auf einem Walking Pad zu arbeiten.

Gleichzeitig gibt es viele Jobs, die körperlich so beeinträchtigend sind und bei denen es wenig Chancen dafür gibt, diese Arbeit gesund auszuführen.

Laura appelliert zum Schluss noch an alle, die das Gesundheitssystem besser machen wollen, doch einfach mit den Menschen zu sprechen, die Ideen haben und täglich mit den Herausforderungen konfrontiert sind.

LinkedIn von Tobias: https://www.linkedin.com/in/dr-tobias-krick/

Instagram von Tobias: https://www.instagram.com/tobias.krick.official/

Website von Tobias: https://www.tobias-krick.de

Website von Unboxing Healthcare: https://unboxing-healthcare.de


Unboxing Healthcare auf LinkedIn: https://www.linkedin.com/company/unboxing-healthcare/

Unboxing Healthcare auf Instagram: https://www.instagram.com/unboxing_healthcare/


Zum Podcast Healthcare out-of-the-box: https://open.spotify.com/show/1erd3ALNytYz55v9i8IFk7



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Als Ärztin in Tansania – von Krankheitsbildern, Behandlungen und Demut | Mit Andrea Morawe02 Apr 202500:30:07

Wie kommt man überhaupt auf die Idee, als Ärztin in Tansania zu arbeiten? Und wie ist es, in einem Land, in dem es an Geld und medizinischer Versorgung mangelt, einen Job als Ärztin zu machen?

Triggerwarnung: In dieser Folge geht es um Gewalt, Schwangerschaftsabbrüche und die schwierigen Zustände in Tansania. Wenn du dich damit nicht wohlfühlst, empfehlen wir dir, eine andere Folge zu hören!

Darüber fragt Dr. Laura Dalhaus in dieser Folge Andrea Morawe aus.

Die ist Hausärztin aus Köthen und war 2019 für einige Zeit in Tansania.

Sie wollte nämlich wissen, wie das Gesundheitssystem woanders aussieht und ob sie im Ausland mehr tun kann als hier: Nämlich Menschen zu helfen.

Deswegen ist sie mit Step Africa, einer Organisation, die selbst von einer deutschen Auswanderin geleitet ist, nach Tansania gegangen.

Die Versorgung dort ist komplett anders und vor allem nicht so gerätelastig. Dort gibt es keine Micro-OPs und deswegen hat Andrea vor der Reise alte OP-Lehrbücher gelesen. Auch ihr Oberarzt hat ihr viel gezeigt.

Als Andrea ankam, war sie natürlich super aufgeregt und wurde tatsächlich innerhalb der ersten Minuten schon von einer Hebamme zu sich gerufen, Andrea sollte beurteilen, wann das Kind einer Schwangeren wohl kommen würde. Die Hebamme wusste genau Bescheid, in Tansania funktioniert viel mit Erfahrung und Hands-on-Medizin.

Die am weitesten verbreiteten Krankheitsbilder in Tansania sind Verbrennungen und Uterusperforationen.

Die Verbrennungen kommen viel daher, dass dort über dem offenen Feuer gekocht wird, dadurch kommt es oft zu Unfällen.

So ist Andrea auch zu ihrem Patenkind gekommen, das mit schweren Verbrennungen im Krankenhaus eingeliefert wurde.

Das Problem: Medizin wird dort im Voraus bezahlt. Wer kein Geld hat, kann nicht behandelt werden.

Und natürlich bestimmt auch die Menge des Geldes die Behandlung – wie wird jemand behandelt und welche Medizin wird eingesetzt?

Auflagen würden dieses System nicht verbessern, denn die Krankenhäuser sind natürlich davon abhängig, zu versorgen, auch wenn es nur für wenig Geld ist.

Die Uterusperforationen kommen meistens daher, dass Abtreibungen in Tansania illegal sind. Wenn Frauen allerdings Kinder bekommen, wenn sie „noch nicht dran waren“, also beispielsweise nicht verheiratet sind, dann werden sie aus der Gemeinschaft ausgeschlossen. Für Frauen, die dort nicht finanziell unabhängig sind, ist das natürlich das Ende.

Deswegen gibt es viele Abtreibungen in Tansania, die oft von Menschen durchgeführt werden, die gar keine Ahnung von Medizin haben, unter wenig sterilen Bedingungen.

Die Frauen stehen unter enormem Druck und haben Angst, auf Nebenwirkungen angesprochen zu werden. Deswegen kommen sie auch nicht mit ein bisschen Nachblutungen ins Krankenhaus, sondern erst, wenn sie richtig krank sind.

Als Andrea wieder in Deutschland war, war das für sie zunächst ganz schön, doch dann merkte sie auch, in was für einer Luxus-Situation wir überhaupt leben.

Sie ist dadurch nachdenklicher geworden und hadert noch mehr mit dem System.

Sie hätte gerne, dass Gesundheitskompetenz in der Schule gelehrt werden würde.


Zu Step Africa: https://step-africa.de/


Ein Artikel über Andrea: https://www.mz.de/lokal/koethen/voller-einsatz-im-urlaub-kothener-arztin-hilft-vier-wochen-in-klinik-in-tansania-aus-1532645



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Was bedeutet es, ein guter Arzt zu sein? | Mit Nickolas Miemietz15 Apr 202501:04:09

Wie möchten wir eigentlich sterben? Was hilft uns, lange gesund zu bleiben? Und was läuft schief bei der ärztlichen Weiterbildung?

Darüber spricht Dr. Laura Dahlhaus in der neuen Folge von „5 Minus – Das Gesundheitssystem verfehlt das Klassenziel“ mit Nickolas Miemietz, der aktuell im vierten Jahr seiner Facharztausbildung steckt – Zielrichtung: Innere Medizin.

Neben seiner Weiterbildung arbeitet Nickolas auch regelmäßig als Notarzt und berichtet von der Realität der 24-Stunden-Dienste im Krankenhaus. Schlaf ist dabei meist Mangelware, denn auf den Stationen ist oft rund um die Uhr etwas zu tun. Inzwischen haben manche Kliniken Schichtsysteme eingeführt, doch das bedeutet meist: mehr Planbarkeit, aber weniger Lebensqualität.

Ein großes Thema ist auch die Situation in den Notaufnahmen. Viele Patient:innen kommen mit Beschwerden, die eigentlich kein medizinischer Notfall sind. Nickolas sieht hier ein deutliches Informationsdefizit – es fehlt an Gesundheitsbildung.

Sein Vorschlag: Warum nicht auch mal in der Halbzeitpause eines Fußballspiels bei den Öffentlich-Rechtlichen kurze Clips zeigen, in denen erklärt wird, wann man wirklich in die Notaufnahme muss – und wann nicht. Das würde Patient:innen helfen, selbst Verantwortung zu übernehmen – und entlastet gleichzeitig das medizinische Personal.

Was ihn zusätzlich belastet, ist die zunehmende Konsumentenhaltung vieler Patient:innen. Ärzt:innen sollen schnell, rund um die Uhr und möglichst nach Wunsch „liefern“ – wie bei einem Dienstleistungsunternehmen. Doch so funktioniert Medizin nicht.

Und was macht eigentlich eine gute Ausbildung aus?

Ein Medizinstudium allein reicht nicht, um ein guter Arzt oder eine gute Ärztin zu werden. Nach dem Examen beginnt erst die richtige Lernphase – durch Mitlaufen, Beobachten und praktische Erfahrung. Doch im Alltag bleibt dafür oft kaum Raum.


Junge Ärzt:innen müssen direkt „funktionieren“, obwohl sie oft noch ganz am Anfang stehen. Und hier geht es nicht um hypothetische Tabellen oder Meetings, sondern um echte Menschen mit echten Risiken. Fehler sind menschlich – aber in der Medizin können sie gravierende Folgen haben.


Das wirtschaftliche Denken durchzieht auch die Weiterbildung. Zeit für Erklärungen ist knapp, Ressourcen fehlen, und viele Aufgaben müssen unter hohem Zeitdruck erledigt werden. Für Nachfragen oder ein sauberes „Learning by Doing“ bleibt kaum Spielraum.


Ein weiteres zentrales Thema dieser Folge: Palliativmedizin und der Umgang mit dem Lebensende.

Die meisten Menschen wünschen sich, nicht im Krankenhaus zu sterben, sondern in Würde und in vertrauter Umgebung. Trotzdem wird das Thema Tod in unserer Gesellschaft oft verdrängt – Patientenverfügungen werden nicht ausgefüllt, wichtige Gespräche mit Angehörigen bleiben aus.


Die Folge: In der Notaufnahme stehen Ärzt:innen nachts vor schwierigen Entscheidungen – ohne zu wissen, was die Patient:innen sich wirklich gewünscht hätten. Oft wird dann alles medizinisch Mögliche unternommen, um Leben zu verlängern – aus Unsicherheit, aus Angst vor juristischen Konsequenzen.


Hier kommt das Konzept des „Second Victim“ ins Spiel: Das erste Opfer ist die Patientin oder der Patient – das zweite ist die behandelnde Ärztin oder der Arzt, die mit der Last ihrer Entscheidung weiterleben müssen.


Was fehlt, ist eine ehrliche, ethische Debatte über das Lebensende – nicht nur im medizinischen Kontext, sondern auch politisch und gesellschaftlich. Das gilt genauso für die Diskussion rund um Organspenden.


Zum Ende sprechen Laura und Nickolas noch über ein weiteres Versorgungsproblem: Die Lücke zwischen Klinik und Hausarztpraxis.

Bessere Kommunikation und Kooperation könnten vielen Patient:innen lange Wege, doppelte Untersuchungen und unnötige Krankenhausaufenthalte ersparen. Gleichzeitig übernehmen immer weniger junge Ärzt:innen hausärztliche Praxen – mit der Folge: Ein wachsender Hausärztemangel, besonders in ländlichen Regionen.


Das Gespräch macht klar: Wir brauchen eine tiefgreifende Reform in der ärztlichen Ausbildung, mehr Raum für Ethik in der Medizin – und eine Gesellschaft, die bereit ist, Verantwortung für Gesundheit und Sterben mitzutragen.



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Die Kriminalisierung von Abtreibung aus Sicht von Ärztinnen | Mit Mandy Mangler22 Apr 202500:51:19

Welche Perspektiven gibt es bei der Diskussion über die Kriminalisierung von Abtreibung, bzw. den §218?

Darüber spricht Dr. Laura Dalhaus in der neuen Folge von „5 Minus – Das Gesundheitssystem verfehlt das Klassenziel“ mit Prof. Dr. Mandy Mangler.

Diese ist Chefärztin großer gynäkologischer Kliniken und eine Vorreiterin der feministischen Gynäkologie, Buchautorin, selbst Podcasterin, Berufspolitikerin, Chirurgin und Mutter.

Das Thema, das beide gerade besonders aufregt und das auch beim anstehenden Ärztetag groß auf der Agenda steht, ist der Paragraph 218, der Schwangerschaftsabbrüche kriminalisiert.

Das ist schon seit der Kaiserzeit ein Thema und im Strafgesetzbuch zwischen Körperverletzung und Mord festgehalten. Und genau das ist auch das Problem.

Mandy erzählt, dass jährlich 100.000 Menschen einen Schwangerschaftsabbruch benötigen.

Gleichzeitig wird dieses Praktik nicht gelehrt, es findet also keine Ausbildung statt, es ist keine Krankenkassenleistung und zusätzlich kommen Anfeindungen der Gesellschaft hinzu.

Dabei will man sich als Ärzt:in doch eigentlich nur an die Regeln halten, die eigene Arbeit machen und Patientinnen helfen, die ein Problem haben, muss sich aber mit Stigmatisierung und Verkomplizierung auseinandersetzen.

In der Gesellschaft ist die Meinung dabei sehr ähnlich: 80% der Bevölkerung sind für eine Entkriminalisierung.

Gleichzeitig gibt es bei den restlichen 20% sogar solche, denen der §218 noch nicht scharf genug ist.

Das Thema lässt sich aber nicht nur gesellschaftlich, sondern auch biologisch betrachten. Eine Kommission aus Ethiker:innen, Jurist:innen und einer Gynäkologin hat ein 300seitiges Statement zu Schwangerschaftsabbrüchen gemacht und dabei empfohlen, dass diese bis zur Lebensfähigkeit legal sein sollte, denn gerade zum Beginn der Schwangerschaft geht es noch um einen Zellhaufen.

Dazu kommt die ethische Perspektive. Viele „verstecken“ sich hinter dem Satz „Du sollst nicht töten“, gehen dabei aber den Kompromiss ein, dass die Frau als Mittel zum Zweck hierfür genutzt wird.

Und die kirchliche Perspektive gibt es auch noch. Bei einigen kirchlichen Trägern muss man sogar im Arbeitsvertrag unterschreiben, dass man zu Schwangerschaftsabbrüchen nicht mal berät. Laura und Mandy sehen es als großes Problem, wenn Träger Einfluss auf medizinische Entscheidungen nehmen.

Zum Schluss sprechen die beiden außerdem noch über die Gynäkologie an sich sowie das Gesundheitssystem.

Mandy’s Forderungen sind dabei klar:

Eine individualisierte Medizin, die auf einzelne Personen und ihre Wünsche besser eingehen kann.

Geschlechterunterschiede ausmerzen, sowohl in der Behandlung als auch bei Prävention.

Und eine ressourcenschonende Steuerung des Gesundheitssystems, unter anderem durch Physical Assistants.

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Medizin im Zweitstudium als Physiotherapeutin | Mit Olivia Schwab29 Apr 202500:38:45

Wieso wird es Menschen im Zweitstudium der Medizin so schwierig gemacht? Wie finanziert man überhaupt ein Medizin-Studium? Und was sind die Herausforderungen der Physiotherapie?

Darüber diskutiert Dr. Laura Dalhaus in der neuen Folge von „5 Minus – Das Gesundheitssystem verfehlt das Klassenziel“ mit Olivia Schwab.

Diese ist Physiotherapeutin, hat nach der Ausbildung auch Physiotherapie studiert und ist dann nahtlos in das Medizin-Studium gesprungen.

Mittlerweile ist sie im vierten Semester des Studiums und arbeitet gleichzeitig in einer ambulanten Praxis.

Zunächst geht es um die Abwanderung in der Physiotherapie, die ist nämlich sehr hoch. Rund 25% der Physiotherapeuten wechseln den Beruf und bei Logopädie, Ergotherapie und Physiotherapie denken rund die Hälfte der Beschäftigten über einen Wechsel nach.

Das Ausbildungsgesetz ist von 1997, das könnte auch mal reformiert werden!

Auch die Vergütung ist ein Problem, denn all diese Berufe sind nicht gut bezahlt.

Gleichzeitig ist der Druck sehr hoch. Man hat 15-20 Minuten Zeit für eine Behandlung, das lässt kaum Raum für hochwertige Therapie und die Möglichkeit, Patient:innen zu Eigenübungen anzuleiten.

Zusätzlich muss terminiert, dokumentiert und Rezepte ausgestellt werden – auch das kostet Zeit.

Die Blanko-Verordnung ist allerdings ein großer Schritt im letzten Jahr gewesen.

Diese bedeutet – zunächst nur bei der Schulter – dass Therapeut:innen selbst Entscheidungen über die Behandlungen treffen können. Die genaue Behandlung zu entscheiden, kann auch von Ärzt:innen nicht verlangt werden. Schließlich sind diese keine Experten in dem Bereich und müssten sich zusätzlich zu ihrem eigenen Spezial-Bereich noch starke weitere Fortbildungen machen, um die richtigen Therapien empfehlen zu können.

Die Tätigkeit als Ärzt:in ist super wichtig. Doch es wird den Studierenden nicht einfach gemacht.

Viele, unter anderem Olivia, denken früh darüber nach, welche Facharztrichtung nun familienfreundlich ist. Kinder zu bekommen und gleichzeitig im Schichtdienst zu arbeiten, ist keine einfache Sache.

Auch das sorgt für Nachwuchsprobleme und Fachkräftemangel in der Medizin.

Weil Olivia ein Zweitstudium macht (da sie ja zunächst Physiotherapie studiert hat), muss sie übrigens 700€ zusätzliche Studiengebühren pro Semester zahlen. Das nennt sich Zweitstudium-Gebühren.

Eigentlich sollten diese seit 2021 schon abgeschafft werden, doch das ist leider nicht passiert.

Laura findet es gut, wenn Menschen zunächst in den Beruf reinschnuppern und sich erst später für ein Studium der Medizin entscheiden – so wissen sie genau, was auf sie zukommt. Das steht allerdings im Gegensatz zu den höheren Studiengebühren.

Auch die Vergütung im praktischen Jahr bzw. während der Praktika stellt Medizin-Studierende vor eine Herausforderung. Die ist oft nämlich gar nicht vorhanden und viele Studierende sind dann von der Unterstützung ihrer Familie abhängig.


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§218 und die Kirche – warum „du darfst nicht töten“ hier nicht gilt06 May 202500:23:32

Eine etwas ungewöhnliche Folge von „5 Minus – Das Gesundheitssystem verfehlt das Klassenziel“, in der sich Dr. Laura Dalhaus sämtlichen Aspekten des §218 widmet.

Der §218 kriminalisiert jegliche Abtreibungen, sowohl auf Seite der abtreibenden Frauen als auch auf der Seite des medizinischen Personals.

Gegenwind kommt sowohl aus christlichen oder katholischen Bewegungen als auch aus der Pro-Life-Bewegung.

Die Haltung von Laura ist klar: My body, my choice.

Denn wir sind ein aufgeklärtes Land, ein Kant-Land. Wir beziehen uns dabei bei allen Entscheidungen auf unsere Gesetze und unsere Argumente auf die Menschenwürde. Diese gehen zurück auf den kategorischen Imperativ von Immanuel Kant.

Dabei ist der Hauptsatz (abgekürzt): „Handle so, dass du die Menschheit jederzeit zugleich als Zweck niemals bloß als Mittel brauchst.“

Das gilt auch für eine schwangere Frau. Dabei sollte man sich auch immer einem Egoismus-Test unterziehen: Geht es mir bei meinen Entscheidungen um die Fähigkeit zur Selbstbestimmung oder nur um meine Ziele?

Der aktuelle Umgang mit Schwangerschaftsabbrüchen der 20% der Gesellschaft, die sich gegen Abtreibungen stellen, reduziert die schwangere Frau als Mittel dafür, ein Leben zu gebären.

Aus christlicher Sicht ist Kant nicht greifbar, denn die Institution Kirche ist oft wichtiger als die Würde des Menschen, das zeigt der Umgang mit Missbrauchsfällen. Denn die Kirche betreibt bis heute Täterschutz.

Laura wurde selbst schon oft auf Social Media mit Bibelzitaten „beschmissen“ und sie würde als M*rderin beschimpft.

Gehen wir also einmal tiefer in die Zitate, die von der Pro Life-Bewegung kommen: „Noch ehe du aus dem Mutterschoß hervorkamst, habe ich dich geheiligt“. Dagegen stellen lässt sich das Zitat „Eine Hexe sollst du nicht am Leben lassen“ – ist dann auch die Todesstrafe okay?

Wir sind doch lange darüber hinaus, Bibelzitate wörtlich zu nehmen.

Laura Dalhaus erklärt den Rechtfertigungsstreit zwischen der evangelischen und katholischen Kirche, bei der Luther sich stark dagegen gewehrt hat, dass die Kirche Ablasshandel betrieben hat.

Ganz wichtig zu betrachten sind die Rechte von Familien. Es gibt viele Bestrebungen, die Schwangere verpflichten, ein Kind auszutragen jenseits der eigenen Autonomie, der Risiken einer Geburt und auch der Überlegung, was das für das Leben des Kindes bedeutet.

Denn Kinder haben bei uns keine Lobby. Was ist mit den Kindern, die einen schweren Stand haben? Bildung ist stark vom Einkommen abhängig, Kinder müssen einfach funktionieren, das hat schon die Pandemie gezeigt.

Sobald Kinder geboren sind, sind sie einem großen Teil der Gesellschaft relativ egal.

Laura geht dabei auch auf die Eschatologische Ermutigung und den Vorbehalt ein. Das besagt, dass das Leben nach dem Tod im „Reich Gottes“ weitergeht und auf der Erde auch schon angefangen hat. Wir als Christen sind dazu aufgefordert, am Reich Gottes mitzuarbeiten, die Autonomie zu berücksichtigen und für die Würde des Menschen einzutreten. Für Laura ist dies auch ein Grund, warum sie sich engagiert und Moralprinzipien hochhält.

Sie prangert ganz klar an: Die Pro Life-Bewegung sucht sich nur das raus, was ihnen passt. Abtreibung ist eine autonome Frage der Schwangeren, nicht des katholischen Glaubens.

Zudem kritisiert sie Frau Prof. Köninger, die als führende Sprecherin der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe auftritt und auch einen Lehrstuhl an der Uni Regensburg innehat, der Wissenschaftlichkeit aber widerspricht. Das ist ein Maximum an Intransparenz und Lobbyarbeit.

Die Elsa-Studie beispielsweise betont, dass wir eine neue Regelung des Schwangerschaftsabbruchs außerhalb des Strafgesetzes brauchen. Denn es existiert keine vernünftige medizinische Versorgung für Schwangerschaftsabbrüche.

Mandy Mangler hat das in einer der letzten Folgen von „5 Minus“ bestätigt – es geht hier um eine Machtfrage. Und auch um Populationssteuerung, denn diese Form der Geburtenkontrolle kommt aus dem Kaiserreich.

Laura wünscht sich eine Stellungnahme vom Rechtsausschuss, der CDU, der CSU und der DGGG und auch der Uni Regensburg.

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Quellen:

https://www.schule-bw.de/faecher-und-schularten/gesellschaftswissenschaftliche-und-philosophische-faecher/ethik/unterricht-materialien-und-medien/ethik_11_12/moralphilosophie/kant_pflichtethik_deontologie/ki_formeln


https://theologie.unibas.ch/de/fakultaet/aktuell/details-veranstaltungen/internationale-konferenz-des-karl-barth-zentrums-fuer-reformierte-theologie-9-111123-1


https://elsa-studie.de/


https://www.dggg.de/


Körperliche Selbstbestimmung durch die Politik verhindert | Mit Alicia Baier13 May 202500:43:23

Warum erleben wir in unserer Gesellschaft gerade so eine große Spaltung, wenn es um Schwangerschaftsabbrüche geht? Wieso sind wir in unseren Regelungen soweit zurück, vor allem im internationalen Vergleich?

Darüber spricht Dr. Laura Dalhaus in der neuen Folge von „5 Minus – Das Gesundheitssystem verfehlt das Klassenziel“ mit Dr. Alicia Baier.

Diese ist Ärztin in Weiterbildung in der Gynäkologie, schreibt zurzeit ein Buch und ist verantwortlich für den großartigen Verein „Doctors for Choice Germany“.

Die Idee dazu kam ihr schon im Studium, als sie die Gruppe „Medical Students for Choice“ gegründet hat, doch ihr fehlte die deutschlandweite Vernetzung.

Jetzt kümmert sie sich vor allem um Themen wie Aus- und Weiterbildung und bietet dabei die sogenannten Papaya-Workshops an, diskutiert die Versorgung und will eine evidenz-basierte und feministische Stimme im oft moralisierenden und ideologischen Diskurs darstellen.

Laura sieht sich in dieser Diskussion als Christin pro Choice. Ihr fehlt in dem Diskurs oft die Perspektive der Frau und des Kindes, das vielleicht so gar nicht gewollt ist. Denn Kinder haben keine Lobby bei uns.

Auch oft diskutiert wird die Frage, wann das Leben anfängt, schließlich sprechen wir am Anfang der Schwangerschaft über einen Zellhaufen.

Für Alicia ist das kein Problem, jeder kann das so sehen, wie er möchte, doch der Staat darf das nicht vorgeben. Dabei ist die Rechtsordnung doch so streng damit, wenn es um die körperliche Unversehrtheit geht.

Man kann nicht dazu gezwungen werden, eine Blutspende zu machen, aber den eigenen Körper 9 Monate einem Embryo zur Verfügung zu stellen, dafür schon.

Die Diskussion rund um Schwangerschaftsabbrüche ist schon sehr alt, das erste Gesetz aus 1975, in der Überarbeitung in 1993 wurde viel davon übernommen. Schon damals gab es viele unsichere Abbrüche, doch obwohl ein demokratischer Kompromiss gefunden wurde, wurde dieser durch die CDU gekippt.

Darüber steht ein patriarchales Gedankengut, Frauen und Fortpflanzung zu kontrollieren und auch Bevölkerungspolitik zu betreiben.

Dabei werden weder Familienfreundlichkeit noch die Menge der Abbrüche durch so eine Regelung mehr oder weniger.

Die Diskussion erreicht gerade einen neuen Höhepunkt, das nimmt Alicia auch aus der jüngeren Generation wahr. Die Awareness dafür, dass auch Ärzt:innen kriminalisiert werden, wenn sie die Abbrüche durchführen, steigt.

Auch zwischen den Fachbereichen gibt es Unterschiede. Während beim deutschen Hausärztetag viele dafür sind, den §218 zu kippen und Laura dafür auch nach vorne geschickt wird, scheint die Gynäkologie noch sehr traditionell zu sein.

Alicia findet es komisch, dass gerade der Fachbereich, der so nah an den Frauen ist, gleichzeitig so frauenfeindlich ist.

Auch diese Gedanken kommen aus dem 19. Jahrhundert und sind historisch gewachsen, statt aufgehoben zu werden.


Gleichzeitig gibt es gerade einen antihumanistischen Ruck in unserer Gesellschaft. Sobald Politik rechter wird, werden Schwangerschaftsabbrüche extrem eingeschränkt.

Laura betrachtet das mit Sorge.


Alicia fasst zum Ende ihre Wünsche nochmal zusammen:

Wir haben gelernt, evidenzbasiert zu argumentieren, in dieser Diskussion wird dann aber plötzlich über persönliche Befindlichkeiten gesprochen. Die bestehenden Hürden führen nicht dazu, dass wir weniger Abbrüche haben, aber dass die bestehenden kriminalisiert werden und die Versorgung schlechter. Diese Diskussion müssen wir sachlich führen.


Zu Alicia auf Instagram: https://www.instagram.com/baieralicia/


Zur Seite von Doctors for Choice Germany: https://doctorsforchoice.de/



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Steht die Bürokratie einer guten Medizin im Weg? | Mit Dirk Wilmers20 May 202501:01:45

Könnten wir bessere Medizin machen, wenn wir weniger dokumentieren würden? Ist die elektronische Patientenakte (ePA) die Lösung für unsere Probleme in Praxen?

Darüber diskutiert Dr. Laura Dalhaus in der neuen Folge von „5 Minus – Das Gesundheitssystem verfehlt das Klassenziel“ mit ihrem Kollegen und Praxispartner Dirk Wilmers.

Wer ihn noch nicht kennt – hört euch die erste Folge mit Dirk an!

In Deutschland klagen wir alle über bürokratischen Druck. In der Medizin sieht das nicht anders aus.

Dirk hat letztens darüber nachgedacht, was er denn verändern könnte und kam zur Lösung: Gar nichts. So etwas hinterlässt natürlich Frust.

Ein Problem der Bürokratie ist auch der Kontrollwahn und eine Form von Gerechtigkeitswahn.

Für jegliche Dinge muss man sich rechtfertigen und gerecht machen.

Doch wofür dokumentiern wir eigentlich? Früher, in der Karteikartenzeit, haben wir das für uns selbst gemacht, heutzutage machen wir das aus Angst, vor Juristen und der KV.

Als Ärzt:innen hat man auch immer Sorgen davor, dem nächsten Regress zum Opfer zu fallen, man denkt Regresse bei der Dokumentation also schon mit.

Dabei entsteht ein Vertrauensproblem in beide Richtungen.

Dirk und Laura hatten selbst schon einen Heilmittelregress über knapp 100.000 €.

Dann mussten sie seitenweise Excel-Listen erstellen, um zu erklären, warum die verschriebene Physiotherapie notwendig war.

In Westfalen-Lippe werden wegen solcher Vergleichsgruppen am wenigsten Physio-Sitzungen verschrieben!

Die beiden Hausärzte machen in ihrem Gespräch auch einen Ausflug in die Pflege, in der die Dokumentationswut genauso wütet.

Statt „Körperpflege“ mit einem Häkchen zu quittieren müssen die einzelnen Schritte nachvollziehbar aufgeschrieben werden.

Juristische Angst wird dabei von Trägerseite weitergegeben.

Der Vorschlag von Dirk und Laura: Nur noch das dokumentieren, was vom Standard abweicht!

Die Forderungen vom Medizinischen Dienst sind sehr hoch. Dadurch entstehen auch wieder hohe Kosten, u.a. durch das Personal vom MD, was nicht am Bett arbeitet.

Die beiden sprechen auch über die elektronische Patientenakte, kurz ePA, für die Wilmers-Dalhaus eine Testpraxis war.

Beide sehen die möglichen Ergebnisse davon als sehr positiv an. Herausforderungen sehen sie allerdings bei den unterschiedlichen PVS-Systemen, mit denen die ePA kann kommunizieren muss.

Die beiden wünschen sich insgesamt mehr Zeit für die Patientenbetreuung. Denn sonst gehen depressive Patient:innen mit ihrem Nagelpilz auch mal wieder nach Hause.

Gleichzeitig sollten Bürger:innen verstehen, was Versorgung kostet, um nicht mit jeder Kleinigkeit in die Praxis zu laufen.

In den Niederlanden hat sich das Gesundheitssystem in den letzten 3 Jahren revolutioniert. Ist das ein Vorbild für uns in Deutschland?



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Zwischen ePA, DIGAs und E-Rezept - Digitalisierung in der Medizin | Mit Dr. Paul Hadrossek27 May 202501:16:31

Kann KI die Medizin revolutionieren? Was sind eigentlich DIGAs und warum steht der Datenschutz dem Patientenwohl manchmal im Weg?

Darüber diskutiert Dr. Laura Dalhaus in der neuen Folge von „5 Minus – Das Gesundheitssystem verfehlt das Klassenziel“ mit Dr. Paul Hadrossek, einem Digitalpionier.

Eigentlich ist er Zahnarzt, hat sich nach der kurativen Tätigkeit aber fokussiert auf digitales Gesundheitsmanagement und Health Care im digitalen Raum.

Durch Zufall ist er im Digitalsektor gelandet und ist nun Vorsitzender vom Spitzenverband digitale Gesundheitsversorgung.

Die Digitalisierung lässt in Deutschland auf sich warten.

Die ersten Schritte, z.B. durch das E-Rezept wurden gemacht, doch die Ärzt:innen haben sich auch zu Beginn darüber lustig gemacht, dass sie jetzt halt QR-Codes ausdrucken und faxen.

Der Datenschutz steht einer Entwicklung oft im Weg, da auch von Seiten der Patient:innen.

Obwohl wir durch Suchmaschinen und Social Media sehr gläsern sind und die Tech-Giganten wahrscheinlich mehr über uns wissen als unsere Familien, tun sich viele schwer, ihre Krankheitsgeschichte in eine digitale Patientenakte überführen zu lassen. Deswegen wird auch die ePA oft bekämpft.

Dabei ist es zum Wohl der Patient:innen oft sehr wichtig, dass Daten z.B. zwischen Ärzt:innen weitergegeben werden!

Paul schlägt eine Opt-Out-Option vor, auch beim Organspendeausweis. So erhält man eine kritische Menge an Teilnehmenden, so wie es in allen Innovationsprozessen notwendig ist.

Laura fehlt da aber auch eine Kommunikation vom Bundesgesundheitsministerium, um Patient:innen von Digitalisierung zu überzeugen.


Paul erzählt, dass er sich viel mit DIGAs, also digitalen Gesundheitsanwendungen beschäftigt. Durch seinen Verband vertritt er viele DIGAs auch in Richtung Politik und will das Know How der Unternehmen bündeln. Natürlich geht es dabei auch viel um Künstliche Intelligenz.

Laura hat ein gespaltenes Verhältnis zu DIGAs, teilweise findet sie Sachen richtig gut, teilweise aber auch nicht so gut umgesetzt und die Preise in dem Vergleich dazu dann auf GKV-Seite zu teuer.

Doch in vielen Bereichen könnten DIGAs extremst gut sein, vor allem in der Psychotherapie.

Dass dort Online-Therapien von den meisten Krankenkassen nicht übernommen wird, macht das Problem der fehlenden Plätze natürlich noch viel größer.


Die beiden diskutieren auch über die neue GoÄ, die nun auf dem Deutschen Ärztetag in Leipzig heiß diskutiert wird. Darunter leiden werden vor allem Radiologen, die sprechende Medizin wird aber besser vergütet. Eine Reform sollte allerdings her, die letzte GoÄ ist von 1996.


Eine Herausforderung ist auch, dass große Konzerne ganz anders mit den Kosten und den Vergütungen umgehen können als kleine Praxen. Das ist einfach nicht vergleichbar.


Zum Schluss erzählt Laura noch von einer potentiellen Lösung für das Gesundheitssystem, die sie mit Heinz Giesen zusammen entwickelt hat: Die Sicherstellungsbörse.

Diese ist entstanden aus Verzweiflung bei Patient:innen, die Laura so nicht mehr aushalten konnte.

Der ökonomische Schaden ist halt auch teilweise in der aktuellen Situation viel größer, als wenn man die Themen einfach angehen würde.



Zum Spitzenverband digitale Gesundheitsversorgung: https://digitalversorgt.de/


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Die Position der Ergotherapie im Gesundheitswesen | Mit Christine Donner03 Jun 202500:56:55

Medizin ist ein Teamsport! Doch einige Bereiche werden dabei ganz schön oft vergessen, u.a. die Ergotherapeuten.

Deswegen spricht Dr. Laura Dalhaus in der neuen Folge von „5 Minus – Das Gesundheitssystem verfehlt das Klassenziel“ mit Christine Donner.

Die ist geschäftsführende Vorständin des Bundesverbands der Ergotherapeuten und hat den BED e.V. selbst gegründet in 2004, seit 2018 ist dies auch ein maßgeblicher Bundesverband im Bereich der Interessenvertretung der Ergotherapeuten.

Ergotherapeuten werden besonders beim Training und der Wiederherstellung der Gesundheit nach schweren Krankheiten wie z.B. Schlaganfällen.

Die Berufsgruppe ist allerdings sehr abhängig von den Rezepten, die ein Arzt ausstellt. Laura beispielsweise kennt sich als Ärztin auch nicht so gut damit aus, was Ergotherapeuten so leisten könnten (wenn Ärzt:innen das wissen wollen, müssen sie sich tief weiterbilden, was im normalen Praxisalltag kaum möglich ist).

Die Bedingungen für die Therapeuten sind schwierig, sie sind abhängig von den Ärzt:innen, aber leiden auch unter Formfehlern, die finanzielle Konsequenzen nach sich ziehen.

Das ist so schwerig, dass viele Leute aus dem Beruf fliehen.

Die Vergütungssituation ist eine weitere Schwierigkeit. Karrieremöglichkeiten gibt es kaum, sodass viele sich für eine Selbstständigkeit entscheiden, statt in ambulanten Praxen, Reha-Einrichtungen, Seniorenheimen oder Kliniken zu arbeiten.

Christine gefällt es nicht, dass Transparenz im Gesundheitswesen fehlt. Es wird viel unternommen, damit Dinge nicht veröffentlicht werden. Dabei könnte Transparenz im Gesundheitswesen die Versorgung besser machen, z.B. könnten sich Therapeuten darüber informieren, wie zwischen Krankenkassen und Berufsverbänden verhandelt wird.

Sie erklärt das am Beispiel des Gender Pay Gaps: In anderen Ländern ist es zwar „erlaubt“, Frauen schlechter zu bezahlen, man muss Informationen dazu aber veröffentlichen. Schon dadurch entsteht so ein Druck, dass Frauen gar nicht schlechter bezahlt werden.

Die Ergotherapie ist ein sehr wichtiger Bereich, vor allem in einer alternden Gesellschaft. Denn sie können einen Teil zur Lösung des Pflegeproblems lösen, indem sie pflegende Angehörige entlasten und den Verbleib in der Häuslichkeit ermöglichen.

Das hat nicht nur eine persönliche Komponente und ermöglicht Autonomie, sondern spart auch Millionen durch Pflegeverzögerung, Pflegeverhinderung und Pflegevermeidung.

Viele Tätigkeiten wie selbstständiges Essen können durch die Ergotherapie wieder erlernt werden und dadurch wird der Pflegebedarf geringer.


Christine schafft es, nun schon seit Jahren ihre Motivation hochzuhalten, weil ihr sehr viel Wertschätzung entgegenkommt. Menschen sind froh darüber, dass sich Christine u.a. durch den Verband so sehr einsetzt.

Außerdem ist ihr klar: Sie muss weiter aufklären, denn jede gesellschaftliche Veränderung braucht 20-60 Jahre. Politik ist auch ein Marathon und kein Sprint.


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Social Media-Sucht, Online-Therapie und warum wir mehr Kassensitze brauchen | Mit Svenja Adamek10 Jun 202500:40:21

Wie geht man mit Social Media-Sucht um? Und warum entscheidet man sich als Psychologin gegen einen Kassensitz?

Darüber spricht Dr. Laura Dalhaus in der neuen Folge von „5 Minus – Das Gesundheitssystem verfehlt das Klassenziel“ mit Svenja Adamek. Diese ist Diplompsychologin und Verhaltenstherapeutin, arbeitet seit 2 Jahren aber nur online und damit nicht für Kassenpatient:innen, sondern Selbstzahler.

Sie selbst hat auch mal in der Kassenmedizin und in Kliniken gearbeitet, dann aber den Ausstieg gefunden. Für sie war die Klinik eine anstrengende Zeit voller Unterbesetzung – die Arbeitsbedingungen waren nicht einfach.

Für eine eigene Praxis mit Kassensitz wollte sie sich aber trotzdem nicht entscheiden. Denn dieser ist superteuer. In Dresden, wo Svenja sich nach einem Sitz umgesehen hat, hätte sie um die 85.000 € zahlen müssen.

Außerdem störte sie die Bürokratie und die vielen Regeln, denen sie unterworfen gewesen wäre.

Svenja hat studiert und dann eine Therapeuten-Ausbildung obendrauf gemacht. Die Praxis-Arbeit in der Ausbildung ist schlecht vergütet und man hat das Geld für das Studium dadurch auf keinen Fall wieder drin.

So war für sie klar: Ich will online arbeiten!

Und das macht auch keinen Unterschied in der Qualität der Therapie, das zeigen sogar Studien. Auch in der Beziehungsgestaltung gibt es keinen Unterschied zwischen Online-Therapien und Therapien vor Ort.

Trotzdem zahlen die Kassen keine Online-Therapien, auch wenn die Plätze für Psychotherapie stark begrenzt sind. Man wartet mal gut ein bis anderthalb Jahre auf einen Platz!


Psychische Erkrankungen nehmen gleichzeitig zu. Corona hat das befeuert, doch auch die aktuelle Wirtschaftslage, Kriegssorgen, der Klimawandel – all das sind Dinge, die uns das leichte Leben schwerer machen. Gleichzeitig wissen die Menschen mehr über psychische Erkrankungen als früher, viele diagnostizieren sich dadurch selbst, was aber auch nicht immer treffend ist.

Guter Umgang mit sich selbst und der eigenen mentalen Gesundheit kommt trotzdem oft zu kurz.

Social Media zielt darauf ein. Wir sind dauernd in Vergleichen gefangen zwischen uns und der „Welt da draußen“. Viele leiden mittlerweile unter einer Social Media-Abhängigkeit. Das Doom-Scrolling erzeugt einen Dopamin-Ausschub, der uns auf Dauer aber natürlich unglücklich macht.

Denn unser Hirn ist mittlerweile in Dauerbeschallung, obwohl wir eigentlich mal Pause und Ruhe bräuchten.

Svenja gibt dazu ein paar wertvolle Tipps, wie man sich diese Auszeiten schafft, in der Gegenwart bleibt und eigene, individuelle Ressourcen findet.



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Nutzen- und bedarfsorientierte Medizin soll Wirklichkeit werden | Mit Heinz Giesen17 Jun 202501:04:55

Wie kann man nutzen- und bedarfsorientierte Medizin machen?

Die Antwort gibt es in dieser Folge von „5 Minus – Das Gesundheitssystem verfehlt das Klassenziel“. Dr. Laura Dalhaus hat nämlich Dr. Dr. Heinz Giesen zu Gast, den Mann, der auch Laura’s Online-Auftritt ins Rollen gebracht hat und inhaltlich mitverantwortlich ist für den Podcast.

Gemeinsam haben sie auch das Buch verfasst „Operation am offenen Herzen – wie zwei Hausärzte ein krankes Gesundheitssystem retten wollen“.

Heinz hat schon einige Stationen hinter sich. An der Uniklinik wollte er schon digitale Patienten-Informierung umsetzen, hat sich selbstständig gemacht mit einer Flut an Ideen für digitale Lösungen für die Medizin.

Dann arbeitete er in verschiedenen Krankenkassen und hat bei der Signal Iduna sogar den ersten bundesweiten HZV-Vertrag verhandelt. Schließlich entschied er sich, eine eigene Praxis als Hausarzt zu eröffnen.

Für ihn ist klar was gerade ansteht: Eine Reform im Gesundheitswesen. Denn in Deutschland herrscht in der Medizin ein starker Kostenfokus.

Außerdem haben wir ein Problem mit Unter- und gleichzeitiger Überversorgung. Viele Menschen nehmen Leistungen in Anspruch, die sie eigentlich nicht brauchen. Wenn dies objektivierbar gemacht werden würde, dann gäbe es diese Fehlversorgung nicht mehr.

Ein weiteres Problem sind Leistungskürzungen bei Behandlungen. Manche Leistungen können nicht mehr kostendeckend durchgeführt werden, sie rechnen sich einfach nicht mehr und die Ärzt:innen müssen sogar draufzahlen. Das passiert beispielsweise bei Diagnostikleistungen wie z,B. Schlafapnoe, die dann einfach nicht mehr therapiert werden.

Laura hat sogar von Dermatolog:innen aus München gehört, dort wird hauptsächlich ästhetische Medizin gemacht, weil diese sich einfach mehr lohnt.

Ein weiterer Fall dafür sind Magenspiegelungen. Auch diese werden querfinanziert.

Dadurch entsteht ein riesiges Problem: Die Unterversorgung von heute sind die Kosten von chronischer Erkrankung von morgen. Wenn ein Patient keinen Termin im Schlaflabor für etwa 600 € bekommt, entstehen teilweise 20tausend Euro an Krankengeld, die gezahlt werden müssen.

Das hat vor allem Auswirkungen auf den Mittelstand.

Dafür hatten Laura und Heinz die Idee der Sicherstellungsbörse: Dabei soll der Leistungsanspruch und auch die Leistungsinanspruchnahme digitalisiert werden.

Die Versorgung wird dann in verschiedene Health Plans organisiert. Die Idee der Health Plans wird auch shcon in anderen Ländern umgesetzt. Dabei werden einzelne Diagnosen, wie z.B. gesunder Schlaf, gesundes Herz, gesunde Lunge ausgearbeitet und alle Leistungen für die Diagnose von Screening bis Nachsorge digital definiert.

Wenn die Ausschlusskriterien eines Patienten erfüllt sind, gibt es dann den Anspruch auf die Leistung.

Dabei wird das Primärarzt-System weitergedacht – weg von Kostenfokussierung hin zu einer nutzen- und bedarfsorientierten Versorgung nach medizinisch nachvollziehbaren, transparenten Kriterien.

Zunächst wollen Laura und Heinz mit schwerwiegenden Krankheitsbildern die Versorgungspfade definieren, bei denen Unterversorgung herrscht und das regional testen. Sobald sich das etabliert hat, können weitere Health Plans hinzukommen und Regionen hinzugezogen werden.

Die Sicherstellungsbörse kann so zu einem vollständig digitalen Gesundheitssystem werden. Die Ärztekammer ist schon mit im Boot, es gibt keine Gewinnabsichten und es geht bei der Börse nicht um Privatisierung.

Zum Buch: https://www.genialokal.de/Produkt/Heinz-Giesen-Laura-Dalhaus/Operation-am-offenen-System_lid_55040891.html


Zum Förderverein Patientenwohl e.V.: https://www.patientenwohl.eu



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Deutscher Ärztetag 2025 – ein Rückblick zu GoÄ, §218 und KI mit Dr. Laura Dalhaus13 Jun 202500:25:50

Der Deutsche Ärztetag in Leipzig - Dr. Laura Dalhaus berichtet in dieser Folge von ihrem ersten Besuch als gewählte Abgeordnete der Ärztekammer Westfalen-Lippe.

Ein ganz besonderes Jahr, denn auf dem Ärztetag standen gleich zwei zentrale Themen auf der Agenda: Die überarbeitete Gebührenordnung für Ärzte (GoÄ), nach der Privatpatient:innen abgerechnet werden, und der §218, also die umstrittene Regelung, die Schwangerschaftsabbrüche weiterhin im Strafgesetzbuch verankert.

Der Deutsche Ärztetag funktioniert wie das Parlament der Ärzteschaft. Alles, was hier beschlossen wird, gilt als Stimme der Mediziner:innen in Deutschland. Organisiert ist das Gremium ähnlich wie die klassische Politik – mit verschiedenen Fraktionen, die jeweils unterschiedliche Verbände repräsentieren. Wer Teil eines solchen Verbands ist, kann sich auf Landesebene in die Ärztekammer wählen lassen – so wie Laura über den Hausärzt:innenverband in Westfalen-Lippe.


Das Besondere: Der Ärztetag ist ein basisdemokratisches Format. Alle rund 250 Delegierten haben die gleichen Mitspracherechte, auch beim Reden. Über eine Geschäftsordnung wird geregelt, wer wann und wie lange zu Wort kommt – sonst wäre ein solches Treffen kaum zu organisieren.


Eigentlich müsste man den Ärztetag eher „Ärztewoche“ nennen – denn er läuft von Dienstag bis Freitag, mit Vorgesprächen schon am Montag. Die Teilnahme erfolgt ehrenamtlich – viele Klinikärzt:innen nehmen sich dafür Urlaub.


Im Vorfeld sorgte vor allem die GoÄ-Reform für Diskussionen. Besonders betroffen fühlten sich einige Fachrichtungen wie Radiologie, Dermatologie und Labormedizin – sie sehen sich im Nachteil. Für die meisten Hausärzt:innen hat die GoÄ allerdings weniger Relevanz: In Lauras Praxis machen Privatversicherte nur rund 6 % aus, und auch bundesweit läuft der Großteil der medizinischen Versorgung (etwa 80 %) über die gesetzliche Krankenversicherung.


Ein wichtiger Aspekt der neuen GoÄ: Die sprechende Medizin wird gestärkt. Technische Leistungen bleiben zum Teil gleich oder werden niedriger vergütet – was auch eine Diskussion über die Rolle von KI im medizinischen Alltag anstößt, etwa in der Bildgebung oder Laborbefundung.


Auch der §218 wurde intensiv debattiert – und letztlich votierte die Mehrheit der Abgeordneten für eine Entkriminalisierung. Der Widerstand war da, auch aus der gynäkologischen Fachvertretung. Doch starke Argumente – unter anderem von Mandy Mangler und Kammerpräsident Mayer aus Niedersachsen – sorgten für ein Umdenken.


Ob das direkt politischen Einfluss hat, etwa auf CDU-Positionen? Eher nicht sofort – aber es ist ein Anfang. Veränderung kann von unten kommen. Es braucht Engagement, Geduld und oft einen langen Atem. Doch genau das macht eine lebendige Demokratie aus.



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So steht’s um unser Gesundheitssystem – aktuelle Einordnung von Laura Dalhaus22 Jun 202500:39:51

Im Moment geistern ganz schön viele Stories rund um das Gesundheitssystem durch die Medien. Dr. Laura Dalhaus möchte das ein bisschen einordnen, erklären und aus hausärztlicher Sicht kommentieren.

Zunächst erzählt Laura vom Ausgabenproblem der Krankenkassen und davon, dass die SPD die Beitragsbemessungsgrenzen nach oben setzen möchte, um mehr Leute in die gesetzliche Krankenversicherung zu bekommen.

Doch das Problem ist nicht das fehlende Geld im System, sondern die Fehlversorgung: Viel Unterversorgung und gleichzeitige Überversorgung an anderen Stellen, sowie eine nicht-stattfindende Steuerung.

Dieses dysfunktionale System kommt aus einer Zeit, in der die Menschen wenig zum Arzt gegangen sind und es viele Ärzt:innen gab – das hat sich jedoch geändert.

Laura erzählt davon, wie sehr die therapeutischen Berufsgruppen unter Druck stehen: Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie und Podologie. Der GKV-Spitzenverband war in Verhandlungen mit dem Verband der Physiotherapeuten. Es kam zu keiner Einigung, sodass ein Schiedsverfahren eingeleitet wurde. Gegen die Erhöhung von 4% geht der GKV-Spitzenverband nun ins Gericht – unglaublich, denn die 4% passen nicht annähernd zur Inflation.

Um die Patient:innen herum ist durch die Bürokratie eine Satellitenwirtschaft entstanden. Die besteht viel aus Menschen, die früher AM Patienten gearbeitet haben, nun aber am Schreibtisch sitzen. Die Krankenkassen rüsten auf und durch Prüfungen des medizinischen Dienstes wird auch die Teppichabteilung in Krankenhäusern immer größer.

Das wäre eine Möglichkeit, dem Fachkräftemangel entgegen zu wirken!

25% der Hausärzt:innen denken übrigens darüber nach, wegen Bürokratie und Arbeitsbelastung aufzuhören, zu arbeiten. Diese versorgen immer mehr Patient:innen und das finanzielle, juristische und auch moralische Risiko, dass vor lauter Stress etwas übersehen werden könnte, bleibt an den Hausärzt:innen hängen.

Laura erklärt außerdem, wie das neue Primärarzt-System funktioniert und was es bedeutet.

Dies darf auf gar keinen Fall dazu führen, dass man so weitermacht wie bisher. Es braucht eine klare Idee, wie man Gesundheitskompetenz bei den Menschen stärkt, dazu gehören schon vermeintliche Kleinigkeiten wie eine Hausapotheke.

Außerdem plädiert Laura dafür, dass Medizin mehr als Teamsport gedacht wird. Eine Steuerung können auch gut ausgebildete Veras, Physician Assistants oder Primary Care Manager übernehmen.

Trotzdem ist sie für das Primärarzt-System, um Fachärzt:innen zu entlasten und dafür zu sorgen, dass Patient:innen nicht für unnötige Kontrollen zu den Fachärzt:innen gehen, sondern diese Zeit für die wichtigen Fälle haben.

Zum Schluss erklärt Laura noch die neue GOÄ (Gebührenordnung für Ärzt:innen) und wie ihre Meinung dazu aussieht.

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Gesundheitskompetenz schon in der Schule vermitteln | Mit Katja Köhler und Sarah Kirstein24 Jun 202501:00:20

Wie kann man die Gesundheitskompetenz in Deutschland stärken? Die Antwort wirkt einfach: Man fängt bei Kindern und Jugendlichen an!

Und dieses Thema ist so vielschichtig, dass Dr. Laura Dalhaus für die neue Folge von „5 Minus – Das Gesundheitssystem verfehlt das Klassenziel“ gleich zwei Expertinnen eingeladen hat.

Dr. Katja Köhler ist Hausärztin und Psychotherapeutin, sowie eine Kollegin von Laura aus dem Vorstand im Hausärzteverband.

Sarah Kierstein ist Gynäkologin und macht Präventionsarbeit über die ärztliche Gesellschaft für Gesundheitsförderung. Sie ist vorrangig in Ballungsräumen aktiv mit dem Schwerpunkt sexuelle und reproduktive Gesundheit.

Katja begleitet Kinder in der Schule beim Thema Humanbiologie und klärt zu verschiedenen Themen rund um den Körper und die Gesundheitskompetenz auf.

Das Thema Gesundheitskompetenz ist nicht im Lehrplan verankert und somit angewiesen auf Projektarbeit, Ehrenamt und Engagement.

Katja legt den Fokus dabei darauf, dass Kinder verstehen, wie ihr Körper funktioniert, was ihnen gut tut und wie man kleinere Probleme selbst in den Griff bekommen kann.

Sarah sieht viel Sprachlosigkeit, wenn es um sexuelle Gesundheit geht. Die Jugendlichen beziehen ihre Gesundheitsinformationen vorrangig über soziale Medien.

Für Sarah ist es ein großes Anliegen, u.a. über HPV und die HPV-Impfung aufzuklären, sieht dabei in den Schulbüchern teilweise aber sogar Falschinformationen. Auch die J1 wird von vielen Jugendlichen gar nicht gemacht.

Auch Konsum und Sucht sind wichtige Themen für die beiden ehrenamtlich Engagierten. Denn jede dritte bis vierte Frau konsumiert in der Schwangerschaft Alkohol. Das Thema Mental Health hängt damit zusammen. Kinder stehen unter einem massiven Druck, u.a. durch Social Media und stecken oft in einem Zwiespalt zwischen ständigen Vergleichen.

Sie müssen lernen, zu verstehen, wie sich Stress anfühlt und wie man damit umgeht.

Das ist sogar medizinisch zu erklären: Die Synapsen sind unter Dauerbeschuss und haben keine Zeit, sich zu erholen.

Laura wünscht sich mehr Platz für Kinder, u.a. zum Spielen. In Großstädten ist sie teilweise geschockt von den Spielplätzen, die dort für Kinder zur Verfügung stehen.

Katja und Sarah wünschen sich mehr Investitionen in Prävention, Kindergesundheit, Bildung und Gesundheitskompetenz. Diese sollte auch im Lehrplan integriert werden.

Zum ÄGGF: https://www.aeggf.de/

 

Initiative Gesunde Bildung: https://www.initiative-gesunde-bildung.de

 

Wissensplattform für Kinder und Jugendliche: https://www.doctorial.de/


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Digitalisierung und die ePA – Innovationen in der Medizin | Mit Mark Langguth01 Jul 202500:40:20

Ist die ePA eine gute Idee für Deutschland? Und warum funktioniert sie noch nicht überall so, wie wir uns das wünschen würden?

Darüber spricht Dr. Laura Dalhaus in der neuen Folge von „5 Minus – Das Gesundheitssystem verfehlt das Klassenziel“ mit Mark Langguth. Der ist Gematik-Experte und war seit 2007 aktiv an der Telematik-Infrastruktur und ist damit fachlich mitverantwortlich für die elektronische Patientenakte (kurz ePA).

Mittlerweile ist er freiberuflicher Berater.

Laura findet die ePA super. Es funktioniert zwar noch nicht alles reibungslos, das ist ähnlich wie es beim E-Rezept anfangs war.

Doch die ePA erhöht die Behandlungsqualität, einfach weil Informationen schneller verfügbar sind.

Wenn wir uns jetzt aber überlegen, dass Mark schon seit 2007 an der ePA dran ist, dann ist das ja eine unglaublich lange Entwicklungszeit.

Mark erklärt: Es wurden ganz viele Ergebnisse produziert, die dann nie rauskamen. Das liegt u.a. an gesetzlichen Vorgaben aber auch an den konkurrierenden Gesellschaftern, durch die viele Blockaden entstanden.

Besonders am Anfang mussten viele Basisinfrastruktur-Themen gelöst werden, da es ja auch noch viele Landesstrukturen und Verbände gibt – alle hatten ein Mitspracherecht. In solchen Strukturen dauert es somit länger, einen Konsens zu finden.

Mark erklärt, dass die Kartenlösung sinnvoll ist, die wir auch aus dem Bankensektor kennen. Wenn es sicher sein soll, dann kommt man um Hardware nicht drumrum. Das Smartphone agiert dann fast auf dem Hardware-Level wie eine Smartcard.

So ist es jetzt bei der ePA: Verschlüsselt und signiert.

Ein Problem: Es gibt über 200 verschiedene Softwarehersteller, die entsprechende Anforderungen erfüllen müssen.

Die Digitalisierung läuft in anderen Ländern besser, in denen es weniger Anbieter gibt, das nimmt Komplexität raus. Damit die verschiedenen Hersteller jetzt alle „mitmachen“ können, müssen sie auf einer einheitlichen Datenbasis arbeiten.

Was Mark sich wünscht, ist eine staatlich betriebene, zentralisierter klinische Datenbank, in der alles drin ist, was medizinisch dokumentationsrelevant ist. Auf diese greifen dann die verschiedenen innovierenden Industrielösungen zu.

Aktuell herrscht ein volkswirtschaftlicher Wahnsinn, da alle Systeme die neuen Anforderungen einzeln implementieren müssen. Das schluckt viel Innovationszeit!

Sind wir denn bereit für die Digitalisierung?

Mark erklärt, dass in Deutschland teilweise einfach „falsch“ digitalisiert wird. Und dadurch entsteht nicht immer der Nutzen, den wir uns eigentlich wünschen.

Ein Beispiel ist das Kinder Untersuchungsheft, dass in die ePA integriert werden sollte – eigentlich eine super Idee. Doch es wurden vom Gesetzgeber keine Vorgaben zu den Prozessen gemacht und das Heft wurde 1:1 ins Digitale übersetzt. An einer Stelle steht somit beispielsweise noch „Zutreffendes bitte ankreuzen“.

Blutergebnisse werden auch nicht direkt in die ePA gezogen, denn das wäre ein digitaler Prozess, der nicht definiert wurde.

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Wenn Hausärzt:innen mehr leiden müssen als Spahn - Laura's Aufreger der Woche13 Jul 202500:18:58

Laura ist richtig wütend. Was diese Woche wieder alles los war, lässt einen echt sprachlos zurück.

Der Bundesrechnungshof warnt – mal wieder – vor einem massiven Defizit in der Pflegefinanzierung. Und wie immer folgt der Appell: Reformen müssen her.

Das Problem: Diese Warnung kommt bei jeder neuen Legislaturperiode, aber wirklich ändern tut sich nichts.

Die aktuelle Zahl ist heftig: Bis 2029 rechnet man mit einem Minus von 12,3 Milliarden Euro in der sozialen Pflegeversicherung.

Und dann ist da noch die Masken-Affäre rund um Jens Spahn, die wieder hochkocht. Dabei geht es längst nicht mehr nur um die Masken selbst, sondern um die Annexkosten – also alles, was im Hintergrund mitläuft: Lagerung, Verwaltung, Vernichtung, juristische Auseinandersetzungen, Anwaltskosten, Gerichtstermine.

Die bisherige Schadenssumme liegt bei über 517 Millionen Euro – und steigt weiter.

Zum Vergleich: Für Long Covid-Modellprojekte bei Kindern und Jugendlichen wurde weniger ausgegeben.

Laura zieht hier eine klare Linie – und stellt den Fall Dr. Tarek El-Attar daneben. Der kämpft seit Jahren mit den Krankenkassen, weil er Kindern Medikamente verschrieben hat, die Off Label verordnet wurden.

Ein bekanntes Problem: Für viele Erkrankungen bei kleinen Kindern gibt es schlicht keine zugelassenen Präparate. Also handeln Ärztinnen und Ärzte verantwortungsvoll – und landen trotzdem vor Gericht.

El-Attar zieht sich nach über zehn Jahren Streit vermutlich zurück, zum Ende 2026 könnte er seine Kassenzulassung abgeben.


Auch bei anderen Kolleginnen und Kollegen läuft es nicht besser: Ein Arzt erhält einen Regressbescheid, weil er von einem Dauermedikament angeblich zu viel verordnet hat – obwohl klar belegbar war, dass es sich über zwei Jahre ausgeglichen hat.

Feiertage, Urlaube, Versorgungslogik – offenbar zählt das alles nicht mehr mit.


Und dann bringt der Spitzenverband der Fachärzte noch die rote Karte gegen das Primärarztsystem, mit einer Liste an „roten Linien“.

Laura ist überzeugt: Das ist reine Panik. Denn viele Fachärztinnen und Fachärzte brauchen die Verdünnerscheine, also unklare Fälle, die das Wartezimmer füllen.


Aber: Ein gut gesteuertes System funktioniert nur mit einer klaren Primärarztstruktur.

Nur so lassen sich Ressourcen sinnvoll verteilen – und das geht eben auch mit Hilfe von Physician Assistants und Primary Care Managern, die das System stabilisieren könnten.


Zum Glück gibt’s am Ende noch eine gute Nachricht:

Laura betreut eine Patientin mit einer SIAD, einer komplexen Hormonstörung.

Im Krankenhaus wurde ein Medikament verordnet als Off Label-Use.

Der Unterschied: Die Standardtherapie hätte rund 2.500 Euro pro Monat gekostet – das alternativ genutzte Präparat nur 120 Euro.

Laura hat sich direkt an die Barmer gewendet – und tatsächlich die Genehmigung für das günstigere und passgenaue Medikament erhalten.



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Warum Hebammen keine Lobby haben | Mit Steffi Keller und Dorothea Kruft08 Jul 202500:37:48

Warum stehen Hebammen oft unter finanziellem Druck? Weshalb ist die Haftpflichtversicherung so kostspielig? Und warum ziehen die Verbände nicht an einem Strang?

Um diese Fragen geht es in der neuen Folge von „5 Minus – Das Gesundheitssystem verfehlt das Klassenziel“ mit Dr. Laura Dalhaus. Zu Gast sind Dorothea Kruft und Steffi Keller, die gemeinsam das Geburtshaus Cuxhaven betreiben. Dort begleiteten sie vor zwei Jahren ihre erste Geburt – inzwischen ist die 1:1-Betreuung, die sie anbieten, für viele Familien nicht mehr wegzudenken.

Im Geburtshaus können sich die beiden Hebammen viel Zeit nehmen, individuell begleiten und über Wochen hinweg eine vertrauensvolle Beziehung zu den werdenden Eltern aufbauen.

Im klinischen Umfeld wäre das eigentlich ebenfalls vorgesehen – doch die Realität sieht oft anders aus. Der Personalmangel in den Krankenhäusern führt dazu, dass Hebammen häufig mehrere Geburten parallel betreuen müssen.

Hinzu kommt, dass die Angst vor Komplikationen in der ärztlichen Leitung groß ist – was nicht selten dazu führt, dass schneller zum Kaiserschnitt gegriffen wird. Ein Eingriff, der nicht nur planbar, sondern auch wirtschaftlich attraktiver ist.

Dorothea und Steffi beobachten mit Sorge, dass viele Kolleginnen durch diesen strukturellen Druck zunehmend vergessen, dass Geburt ein natürlicher Vorgang ist – einer, der Bewegung, Selbstbestimmung und Zeit braucht.

Obwohl die Arbeitsbedingungen von Hebammen seit Jahren Thema sind, tut sich wenig. Seit 2017 laufen Verhandlungen zwischen den Berufsverbänden und dem GKV-Spitzenverband, doch bislang kam nur eine moderate Anpassung von fünf Prozent heraus.

Ab November soll zudem eine neue Gebührenordnung gelten. Diese zwingt Hebammen dazu, ihre Abläufe zu verändern, nur um auf demselben Einkommensniveau wie zuvor zu bleiben.


Auch die Haftpflichtversicherung ist ein ständiges Thema: Das Geburtshaus Cuxhaven zahlt derzeit monatlich rund 1300 Euro für die Versicherung. Ein Teil wird zwar rückerstattet, aber nur nach langer Vorleistung – und das bringt viele freiberufliche Hebammen finanziell an ihre Grenzen.


Im Gespräch erklären Dorothea und Steffi außerdem, welche Kosten bei einer Geburt im Geburtshaus anfallen, welche Leistungen übernommen werden – und was Familien selbst tragen müssen.


Doch warum gelingt es nicht, politisch mehr Druck aufzubauen?

Ein Hindernis ist die Zersplitterung innerhalb der eigenen Berufsvertretung. Es gibt gleich drei große Organisationen: den Deutschen Hebammenverband, den Verband freiberuflicher Hebammen Deutschlands und das Netzwerk der Geburtshäuser – und leider ist die Zusammenarbeit nicht immer konfliktfrei.

Statt mit dem GKV-Spitzenverband werden zu oft interne Kämpfe geführt.


Trotzdem ist für beide klar: Wer etwas verändern will, muss sich einbringen. Der Verbleib in den Verbänden ist wichtig, nicht zuletzt als politisches Signal.

Auch Laura betont: Berufspolitisches Engagement ist der Schlüssel zu Veränderung. Stillstand bedeutet Rückschritt – und die Geburtshilfe kann sich beides nicht leisten.


Zur Website vom Geburtshaus Cuxhaven: https://www.geburtshaus-cuxhaven.de/


Zu Instagram: https://www.instagram.com/geburtshaus_cuxhaven



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Sitze ich in der falschen Partei? Kriegt diese Politik eine Gesundheitsreform hin?15 Jul 202500:19:14

Die Luft wird dünn im Gesundheitssystem und Laura fragt sich, ob sie gerade in der falschen Partei sitzt. Darum geht es in der neuen Folge von „5 Minus – Das Gesundheitssystem verfehlt das Klassenziel“.

Dr. Laura Dalhaus nimmt uns mit und erzählt von der letzten Woche, in der wieder allerhand passiert ist.

Die gescheiterte Wahl des Bundesverfassungsrichters zeigt, dass die Koalition nicht in der Lage ist, Handlungsfähigkeit zu beweisen.

Brosius-Gersdorf wurde als links-liberal bezeichnet und damit durch die CDU gebremst. Auch ihre Position zu §218 fand die CDU gar nicht gut. Laura teilt diese Meinung zu 100% und ist dabei nicht alleine: Der gesamte deutsche Ärztetag, stellvertretend für die deutsche Ärzteschaft ist für die Abschaffung des §218.

Laura geht auch auf das Video von Lavinia Esser ein, die als jüngste Delegierte mit 17 Jahren eine feurige Rede zum §218 hielt. Denn der kommt aus dem vorletzten Jahrhundert und einer Zeit, in der für Kriege Nachwuchs generiert werden musste.

Laura findet es wichtig, dass junge Frauen sich für Politik engagieren und ist erstaunt davon, dass diese feministischen Themen für sie immer wichtiger werden. Anders geht es aber nicht in dieser Gesellschaft!


Auch die Bischöfe haben sich zu Brosius-Gersdorf geäußert, ganz vorne Vorderholzer, der zur Clique von Wölki gehört. Dass die sich jetzt als Moral-Apostel aufstellen und sich Sorgen um den Verlust der moralischen Werte machen, wirkt wie ein schlechter Scherz, wenn man bedenkt, dass eine Aufarbeitung der Missbrauchsskandale immer noch nicht erfolgt ist.


Laura macht vor allem eins nachdenklich: Wenn die Politik und die Koalition schon daran scheitern, dass man sich auf Kandidat:innen für das Richteramt einigt, wie soll dann eine neue Gesundheitsreform auf den Weg gebracht werden?

Wichtig findet sie auch die Frage, was wir in diesem System noch alles bezahlen können.

In ihren Augen ist es wichtig, dass notwendige Medizin bezahlt wird und nicht nach ökonomischem Anreiz gearbeitet wird.



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Fachkräftemangel und schlechte Vergütung in der Physiotherapie | Mit Manuela Pintarelli-Rauschenbach22 Jul 202501:01:32

Physiotherapie spielt eine zentrale Rolle in der gesundheitlichen Versorgung – so sehr, dass Dr. Laura Dalhaus in ihrer eigenen Praxis mit einer Physiotherapeutin zusammenarbeitet. Denn Physiotherapie ist entscheidend, um Pflegebedürftigkeit zu vermeiden und Menschen nach Operationen, Schlaganfällen, Unfällen oder Herzinfarkten wieder in ein aktives Leben zurückzuführen.

Deshalb hat Laura in dieser Folge Manuela Pintarelli-Rauschenbach zu Gast – eine Physiotherapeutin mit Leidenschaft, die gleichzeitig Bundesvorsitzende des VPT, dem Verband für Physiotherapie, ist. In der Physiotherapie gibt es insgesamt vier maßgebliche Verbände, die allerdings in Verhandlungen mit dem GKV-Spitzenverband mit einer Stimme auftreten – eine wichtige Einheit in der Interessenvertretung.

Manuela betont, wie essenziell es ist, sich nicht nur untereinander fachlich auszutauschen, sondern sich auch kontinuierlich fortzubilden – denn Wissen veraltet schnell, und da ist Eigeninitiative gefragt. Die Berufsverbände spielen dabei eine bedeutende Rolle, insbesondere wenn es um politische Einflussnahme und berufspolitische Weiterentwicklung geht.

Besorgniserregend ist der enorme Personalmangel: Über 20.000 offene Stellen gibt es derzeit bundesweit in der Physiotherapie. Dieser Mangel ist kein kurzfristiges Phänomen, sondern das Ergebnis jahrelanger Fehlentwicklungen – vor allem in puncto Bezahlung. Wer große Verantwortung trägt, sollte auch entsprechend vergütet werden. Doch wie so oft wird beim Personal gespart, wenn es finanziell eng wird – ähnlich wie in der Pflege.

Ein weiteres Ärgernis: die Ungleichbehandlung während der Ausbildung. Während es früher noch gang und gäbe war, dass Physiotherapie-Auszubildende Schulgeld zahlen mussten, erhalten sie inzwischen an einigen Schulen eine Ausbildungsvergütung – an anderen aber immer noch nicht. Manuela plädiert deshalb für eine einheitliche Lösung, damit alle, unabhängig vom Geldbeutel, den Beruf ergreifen können.


Ein Schritt in die richtige Richtung ist die Einführung der Blanko-Verordnung – zunächst begrenzt auf Schulterbeschwerden. Diese ermöglicht es Physiotherapeut:innen, eigenständig über die Art der Therapie zu entscheiden und auch selbst Diagnosen zu stellen. Für Laura ist das ein echter Fortschritt. Denn nicht jede Hausärztin oder jeder Hausarzt hat in der Ausbildung gelernt, welche physiotherapeutische Maßnahme im Einzelfall die sinnvollste ist. Durch ihre eigene Zusatzqualifikation in manueller Medizin hat Laura ihre diagnostischen Fähigkeiten zwar ausgebaut – aber das ist eben nicht Standard.


Ihr Wunschbild für die Zukunft? Eine gemeinsame Versorgung im interprofessionellen Team. Ärzt:innen sollten Physiotherapeut:innen direkt anstellen können. So kann im engen Austausch gearbeitet werden – ganz ohne externe Abrechnungshürden und mit effizienterer Patientenversorgung.


Zum Abschluss nennt Manuela drei zentrale Forderungen an Gesundheitsministerin Nina Warken:


die Umsetzung der überfälligen Berufegesetz-Reform,

den Abbau überbordender Bürokratie,

und die Einführung des Direktzugangs für Physiotherapeut:innen.

Letzteres begrüßt Laura besonders – denn so könnten Krankschreibungen reduziert und Therapien frühzeitiger gestartet werden.




Infos zum Blanco-Rezept und der Verband für Physiotherapie: https://www.vpt.de



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Sexismus, Primärarztsystem und Politik im Gesundheitssystem - Laura's Aufreger der Woche29 Jul 202500:33:01

Diese Woche war wieder voller Aufreger und Schlagzeilen, die Hausärztin Dr. Laura Dalhaus in dieser Episode vom Podcast „5 Minus – Das Gesundheitssystem verfehlt das Klassenziel“ einordnet und bewertet.

Alles begann mit der von der SPD vorgeschlagenen, aber nicht gewählten Bundesrichterin Brosius-Gersdorf. Und das ganze Theater nur, weil sie für die Abschaffung von §218 ist?!

Dabei steht doch sogar im Koalitionsvertrag, dass man die Versorgung von betroffenen Frauen verbessern will.

Für Laura ist es absolut unwürdig, dass die Union auf die Stimmungsmache von rechts so reingefallen ist, denn selbst der Deutsche Ärztetag hat sich klar für die Legalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen ausgesprochen.

Laura wird aus der CDU austreten mit einem offenen Brief, wenn Brosius-Gersdorf nicht gewählt wird.

Weitere News: In der Zeit wurde ein Artikel über Sexismus in der Chirurgie veröffentlicht. Sexuelle Übergriffe im OP, unangenehme Stimmung und die verbreitete Meinung, dass Frauen als minderwertig gelten, sobald sie Mütter werden... all das hat Laura in ihrer Zeit als Chirurgin nicht erlebt. Sie hatte einen sehr guten und wertschätzenden Chef und ein Team mit einer hohen Frauenquote.

Dort hat sie vor allem viel über Haltung gelernt. Denn das ist etwas, was nicht nur für Journalismus und Hochglanzmagazine gilt, sondern im Alltag passiert.

Für den Bund deutscher Chirurgen, die Fachgesellschaften und die Berufsverbände ist das ein Thema, mit dem sie sich unbedingt beschäftigen sollten.

Noch eine Schlagzeile: Die FAZ hat geteilt, dass Pflegeheime zum Luxus werden, denn der Eigenanteil übersteigt mittlerweile 3.000 € im Monat. Die Situation für privat Versicherte ist dabei noch prekärer als für gesetzlich Versicherte, nur bekommt das nicht jede:r mit – schließlich haben nicht alle pflegebedürftige Angehörige.

Ein Patient von Laura wartet seit einem Jahr auf sein Pflegegeld...


Und der erste Geheimpreis für ein Medikament ist aufgetaucht und zwar für Mounjaro, das für Diabetes und Adipositas eingesetzt wird. Das findet Laura gar nicht witzig, denn wenn sie Medikamente rezeptiert, dann steht sie selbst in der Haftung dafür.


Langsam sollten wir uns ranhalten mit dem Gesundheitssystem. Denn Deutschland investiert in die Gesundheitsversorgung über 6.000 Dollar pro Einwohner und damit am meisten im Vergleich zu den fünf großen EU-Ländern. Gleichzeitig sind wir das Schlusslich bei der Lebenserwartung.

Eine Unterstützung dabei könnte das Primärarztsystem sein, dass durch medizinisch geschultes Personal unterstützt wird, beispielsweise durch Primary Care Manager, Physician Assistants, medizinische Fachangestellte und VEHRAs.

Denn Laura’s Expertise braucht nicht jede:r Patient:in. Das HÄPPI-Konzept ist eine Antwort darauf, das aber leider immer noch nicht überall umgesetzt wird.

Wir haben aber keine Zeit, die nächsten 10 Jahre einen Arbeitskreis zu bilden.



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Hausärztin trifft Orthopäde: Warum beide am System scheitern | Prof. Dr. Philip Schoettle05 Aug 202501:07:51

Eine Hausärztin vom Land und ein Orthopäde mit Privatpraxis mitten in München – eigentlich sollten sie doch an völlig verschiedenen Ecken in der Gesundheitsversorgung stehen.

Doch die beiden trennt gar nicht so viel!

In diesem Gespräch von „5 Minus – Das Gesundheitssystem verfehlt das Klassenziel“ hört ihr Dr. Laura Dalhaus und Prof. Dr. Philip Schoettle.

Philip hat die Systemmedizin verlassen, weil er nicht mehr die Medizin machen konnte, die er wollte und seinem Anspruch nicht mehr gerecht wurde.

Die Schlagzahl bei Behandlungen ist extrem hoch, gleichzeitig ist man gedeckelt. Durch die Überanstrengung fängt man an, Dinge zu übersehen und falsche Entscheidungen zu treffen.

Die beiden sprechen darüber, dass in Deutschland zu viel operiert wird. Das hat unterschiedlichste Gründe. OP-Kosten setzen sich aus verschiedenen Faktoren zusammen: Anästhesie, Klinik, Pflegepersonal, Strom und die Operationsleistung.

Dazu kommen in der Orthopädie die Implantate, und die werden immer teurer – Pharma halt!

Die systemmedizinische Leistung ist umsatzsteuerfrei, Implantate allerdings umsatzsteuerpflichtig, das kann schon ein Grund dafür sein, warum OPs so gerne gesehen werden.

Auch der Anspruch von Patient:innen hat sich in den letzten Jahren verändert, sie geben das Gefühl von „all-in“. In anderen Ländern ist die Grundsicherung anders geregelt, da werden Patient:innen mit unverschuldeten Krankheiten und Unfällen behandelt, alles, was sie extra wollen, ist eigene Verantwortung.

Zurück zur Orthopädie: Die konservative Orthopädie ist fast verschwunden, in der Kassenmedizin ist sie kaum abgebildet. In der GOÄ, also der Privatmedizin wird noch konservativer behandelt.

Laura erzählt davon, dass sie die Zusatzbezeichnung manuelle Medizin gemacht hat und bei der Prüfung einer Patientin durch 3 Stunden Behandlung helfen konnte, wieder 100% Range of Motion herzustellen. Diese Behandlung kann sich allerdings keiner leisten, da würde man vielleicht 14€ für bekommen!

Prävention ist übrigens immer günstiger als die Behandlung von Krankheiten. Deswegen setzt sich Philip auch mit Longevity Medizin auseinander. In Deutschland machen wir nämlich zurzeit Prävention nach dem Gießkannen-Prinzip.

Und wie steht Philip zur neuen GOÄ? Bei Laura spielt die im Alltag nämlich eine untergeordnete Rolle. Philip hoffte auf eine Inflationsbereinigung, die gab es nicht so wirklich. Die Radiologie hat es aber hart getroffen.

Das hängt aber auch damit zusammen, dass KI in diesen Bereichen bald Einzug erhalten wird.


Wir merken: Soweit die beiden auch auseinander sind, so sehr leiden sie unter der Situation des Gesundheitssystems! Und da hilft auch kein Herr Spahn, der erzählt, dass er immer sofort einen MRT-Termin bekomme – vielleicht ist die Politik einfach zu weit weg von der Realität!


Zu Philip auf Instagram: https://www.instagram.com/prof_schoettle

Zu Philip's Website: www.ortho-health.com



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Versorgung muss neu gedacht werden - doch die AOK steuert dagegen12 Aug 202500:37:03

Der Handlungsdruck im Gesundheitssystem war wahrscheinlich noch nie so groß, wie er es gerade ist. Für diejenigen, die in diesem System arbeiten, ist das nichts Neues, doch langsam kommt das Thema auch in der Öffentlichkeit und in der Presse an.

Gesundheitsministerin Nina Warken spricht darüber, dass die Kassenlage schlecht sei und die Beitragsstabilität zum Kraftakt wird.

Dr. Laura Dalhaus spricht in ihrer neuen Folge von „5 Minus – Das Gesundheitssystem verfehlt das Klassenziel“ darüber und beginnt direkt mit den zunehmenden Problemen mit der ePA, der elektronischen Patientenakte und auch dem elektronischen Rezept.

Droht die ePA dadurch zu scheitern? Denn nur ein Bruchteil der Patient:innen wollen überhaupt die ePA.

Laura selbst blickt gar nicht so negativ darauf. Viele Unstimmigkeiten sind „Kinderkrankheiten“, die bei den vielen Sicherheitsstandards und Verifizierungen auch irgendwie logisch sind.

Viel schlimmer ist aber eine neue Äußerung des AOK Bundesverbands.

Laura bezieht sich dabei auf ein Positionspapier zur Primärversorgung, vorgestellt von der Vorsitzenden Carola Reimann.

In dem steht, dass die HZV, also die hausarztzentrierte Versorgung, gestrichen werden soll und IGeL-Leistungen strikt von den anderen Sprechstunden getrennt werden sollen.

Das ist auf vielen Ebenen unschlüssig und macht Laura sauer.

Das Primärarztsystem steht im Koalitionsvertrag, das HZV-System steht schon seit vielen Jahren und läuft erfolgreich.

Das soll jetzt platt gemacht werden für ein noch nicht existierendes System?!

Laura erklärt zur Erläuterung auch das HÄPPI-Konzept, Kurzform für Hausärztliches Primärversorgungszentrum – Patientenversorgung Interprofessionell.

Dieses sieht ambulante Medizin als Teamsport. Dazu gehören dann auch neue Berufsfelder wie Versorgungsassistent:innen, medizinische Fachangestellte, Primary Care Manager und Physician Assistants.

Dadurch kann erreicht werden, dass Patient:innen den richtigen Ansprechpartner zur richtigen Zeit bekommen. Und das erhöht nicht nur den Versorgungsgrad im ländlichen Raum, sondern erhöht auch die Behandlungsqualität.

Laura erklärt auch die Arbeit von Primary Care Manager, das sind spezialisierte Physician Assistants für die Hausarztpraxis. 

Die Idee der Physician Assistants kommt aus den USA. Zurzeit bekommen diese aber noch keinen staatlichen Abschluss und gehören nicht zur Landesärztekammer. Im HÄPPI-Konzept sind sie allerdings berücksichtigt.

Ein Problem: Die Curricula sind sehr unterschiedlich bei den Physician Assistants. Das Studium gibt es an privaten Hochschulen und die Skills sind sehr unterschiedlich.

Laura muss noch etwas zu den IGeL-Leistungen loswerden, denn das, was sich die AOK da überlegt hat, ist so kaum umsetzbar.

Beispielsweise hat man eine Patientin, die wegen eines möglichen Eisenmangels in die Praxis kommt. Diese möchte dann auch ihren Vitamin D-Spiegel bestimmen lassen. Bisher funktioniert es natürlich so, dass diese Leistung direkt in der Sprechstunde mit abgedeckt wird. Nach der neuen Idee der AOK müsste Laura dafür aber einen neuen Termin mit der Patientin machen, denn die Bestimmung des Vitamin D-Spiegels ist eine Selbstzahlerleistung.


Im Primärarztsystem stehen IGeL-Leistungen einfach nicht im Vordergrund.



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Physician Assistant und Primary Care Manager - brauchen wir noch eine Berufsgruppe? |Dr. Stefan Reschke19 Aug 202501:12:23

Physician Assistants, Primary Care Manager – das sind neue Begriffe in der Medizin-Welt. Sie werden oft als „nicht-ärztliche“ Berufsgruppen bezeichnet, diesen Begriff findet Dr. Laura Dalhaus einfach fürchterlich.

Doch über den Einsatz von PAs und PCMs in der Praxis spricht sie in der neuen Folge von „5 Minus – Das Gesundheitssystem verfehlt das Klasseziel“ mit Dr. Stefan Reschke.

Stefan hat zwei Hausarztpraxen und bereut ehrlicherweise die Zweitpraxis.

Obwohl die beiden nahezu gleich alt sind und auch in der gleichen Position, haben sie sehr unterschiedliche Meinungen zu einigen berufspolitischen und versorgungspolitischen Themen.

Denn Laura engagiert sich stark für Physician Assistants und Primary Care Manager. Stefan sieht das allerdings sehr kritisch. Er wünscht sich, dass im Zeitalter von Human Ressources-Mangel nicht noch eine weitere Berufsgruppe etabliert wird.

Für ihn haben PAs und PCMs nur eine Daseinsberechtigung in größeren Strukturen.

Außerdem möchte er nicht, dass Medizinische Fachangestellte (MFAs) dadurch in den Hintergrund rücken.

Laura sieht die Rollen allerdings unterschiedlich: Sie hat extrem viele Mitarbeitende in ihrer Praxis und darunter sind sehr viele MFAs, die sich um das Praxismanagement kümmern. Auch die Abrechnung macht Laura nicht selbst.

Die Rolle der PAs und PCMs sieht sie eher in der Patientenversorgung als im Praxismanagement.

Stefan würde sich mehr darüber freuen, wenn MFAs weitere Fortbildungen und Qualifikationen machen. Er führt dabei das Thema VERAH an, das dann auch bei Hausbesuchen vernünftig abrechenbar ist.

Er delegiert teilweise sogar die Anfangs-Anamnese an MFAs, doch auch hier besteht ein Problem der Abrechnung.

Laura sieht vor allem auch einen Charme in einem PA-Studium dadurch, dass Schüler:innen, die ihr Abi nicht mit einem 0,9er Schnitt abschließen, die Möglichkeit haben, sich fortzubilden.

Bisher müssen Physician Assistants privat studieren und das Ganze hat noch keinen staatlichen Anstrich. Dafür müssten sich die Curricula der Hochschulen angleichen.


Außerdem ist Laura ein riesiger Fan vom HÄPPI-Konzept, einer Idee, die ärztliche und nicht-ärztliche Berufsgruppen gleichermaßen in der Versorgung sieht.

Stefan will das auf keinen Fall mitmachen.


Die beiden sprechen außerdem über das Primärarztsystem und das Problem der Steuerung. Dabei geht es auch um den Anspruch von Patient:innen. Denn die sehen das Gesundheitssystem oft als Rundum-Versorgung, nicht als Versicherung, wenn ihnen etwas fehlt. Die Erwartungshaltung ist da oft zu hoch.

Hier sollten eigentlich auch die Kassen in die Verantwortung genommen werden.


Die beiden diskutieren noch über IGeL-Leistungen und darüber, wie die Pharma-Industrie mit ihrer Lobby Ärzte und Politik unter Druck setzt. Eigentlich sollte die Ärzteschaft besser zusammenarbeiten, auch mit Apotheken und weiteren Berufsgruppen gemeinsam.


Laura hat die Hoffnung für die Rettung des Gesundheitssystems noch nicht aufgegeben!



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Wohnungslosigkeit und medizinische Versorgung | Richard Rosenberger02 Sep 202501:01:44

Wie werden eigentlich Wohnungslose und Menschen, die auf der Straße leben, medizinisch betreut? Warum fallen sie politisch so durchs Raster?

Darüber spricht Dr. Laura Dalhaus in der neuen Folge von „5 Minus – Das Gesundheitssystem verfehlt das Klassenziel“ mit Richard Rosenberger aus Berlin, der als Sozialarbeiter beim Arztmobil arbeitet.

Mit diesem fährt er und sein Team, das teilweise auch aus ehrenamtlichen Ärzt:innen besteht, zu Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe und versorgen dort die Menschen, die auf der Straße leben und keine Krankenversicherung oder aus anderen Gründen keinen Zugang zum regulären Gesundheitssystem haben.

Diese Menschen leiden oft unter schweren psychischen Erkrankungen und vielen Schicksalsschlägen, woraus eine Abwärtsspirale entsteht. Oder sie haben (bisher noch) keine regulären Anspruch auf eine Krankenversicherung in Deutschland, sind noch nicht lange oder illegal hier.

Die medizinische Unterversorgung ist heftig, dazu gehören viele Wunderkrankungen, besonders an den Beinen. Die Wundheilung auf der Straße funktioniert halt nicht so gut wie in einer Wohnung. Dazu ist die Ernährung sehr schlecht.

Außerdem ist es schwierig, die Menschen kontinuierlich zu behandeln. Dadurch wird auch die Chronifizierung höher und dann gibt es noch Probleme wie die Lagerung von Medikamenten.

Die Bürokratie ist für wohnungslose Menschen oft besonders problematisch. Suchterkrankungen, psychische Erkrankungen und Sprachbarrieren sorgen auch dafür, dass diese Menschen als „nicht wartezimmerfähig“ eingestuft werden. Sie werden in Arztpraxen abgelehnt, weil sie innere Erregung haben, Wundentzündungen so stark fortgeschritten sind, dass eine Geruchsentwicklung entsteht oder weil sie auch einfach Probleme damit haben, Termine einzuhalten.

Zudem ist das Leben auf der Straße ein „Full-Time-Job“ – die Menschen sind den ganzen Tag damit beschäftigt, sich Schlafplätze und Essen zu organisieren.

Mit dem Artikel 1 im Grundgesetz hat dies wenig gemein. Dazu ist die Sensibilisierung der Gesellschaft sehr gering, viele werten Wohnungslose ab.

Richard wünscht sich, dass diese Menschen in das Krankenversicherungssystem integriert werden und keine Parallelwelt entsteht.

Das System dürfte nicht darauf ausgelegt sein, Geld zu verdienen. Laura ist der festen Überzeugung, dass das Geld im System reicht, um alle zu versorgen.

Richard blickt teilweise hoffnungsvoll in die Zukunft, denn er hat das Gefühl, dass in bestimmten Gesellschaftsgruppen ein höheres Verständnis für Wohnungslose entsteht.

Auf der anderen Seite hat er aber auch Angst vor den Kräften im politischen System, die wollen, dass die Diskriminierung genau dieser Menschen größer wird.

Berlin sucht übrigens noch ehrenamtliche Ärzt:innen für das Arztmobil und die Praxis am Bahnhof Zoo. Meldet euch gerne direkt bei Richard oder bei Laura!

2. Gesundheitsbericht zur medizinischen und zahnmedizinischen Versorgung obdachloser und/oder nicht krankenversicherter Menschen in Berlin (2025)

https://www.obdachlosigkeit-macht-krank.de/media/attachments/2025/04/30/cv-gesundheitsbericht-2025-web.pdf


Empfehlung der BAG Wohnungslosenhilfe:

Niedrigschwellige medizinische Versorgungsangebote für wohnungslose Menschen im Gesundheitssystem etablieren und finanzieren (04/2025)

https://www.bagw.de/fileadmin/bagw/media/Doc/POS/POS_25_BAGW_Gesundheit_Niedrigschwellige_medizinische_Versorgungsangebote.pdf


Unsere Projekte im Überblick 

https://www.caritas-berlin.de/beratungundhilfe/berlin/wohnungsnot/medizinische-versorgung




Spenden für das Caritas-Arztmobil

Caritasverband für das Erzbistum Berlin e. V. – SozialBank

IBAN: DE35 3702 0500 0003 2135 00

BIC: BFSWDE33XXX

Wichtig: Bitte als Verwendungszweck Caritas-Arztmobil angeben.


Ehrenamt für Ärzt*innen

Interessierte Ärztinnen und Ärzte können sich bei

📧 r.rosenberger@caritas-berlin.de melden.



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Wirtschaftliche Interessen vor Patient:innen und Kindern – Laura zum aktuellen Stand26 Aug 202500:42:06

Laura muss uns mal wieder auf den neuesten Stand in Sachen Gesundheitspolitik bringen, denn in den letzten Wochen ist viel passiert.

Die Telematik-Infrastruktur wird stark kritisiert, allen voran die ePA (elektronische Patientenakte) und das e-Rezept, über das schon gescherzt wird, dass es so unzuverlässig wie die Bahn ist. Regelmäßig kommt es zu Störungen und kompletten Ausfällen – die Gematik hingegen betont, es gäbe nur selten Einschränkungen.

Die KVen sind allerdings jetzt gesetzlich dazu verpflichtet, Sanktionen auszusprechen, wenn Praxen nicht ePA-ready sind, gleichzeitig haben 25% der Anbieter von Praxisverwaltungssystemen das ePA-Modul noch gar nicht ausgeliefert.

Das finanzielle, aber auch das juristische Risiko von Healthcare-Professionals steigt. Dr. Laura Dalhaus hat das auch schon am eigenen Leib erfahren müssen.

Nach einem neuen Urteil wurde ein Intensivmediziner des Mordes angeklagt, weil er bei einem 69jährigen Patienten, der 4 Wochen lang Intensivmedizin erfahren hat mit Intubation und Beatmung, Morphium gegeben hat und der Patient verstarb. Mit den Angehörigen gab es mehrere Gespräche und sie betonten, dass der Patient auf keinen Fall als Pflegefall enden wollte.

Dieses Urteil bedeutet, dass Intensivmediziner jetzt noch vorsichtiger damit sein werden, Behandlungen abzubrechen, weil sie jetzt auch noch fürchten müssen, des Mordes angeklagt zu werden. Auch wenn das juristischer Quatsch ist!

Die Arbeitsbelastung steigt auch, so sehr, dass ein Drittel der Menschen in Facharztausbildung überlegen, den Job aufzugeben.

Und die große Arbeitsbelastung sorgt für mehr Fehler. Gleichzeitig gibt es dann so Unsinn wie den Notdienst der niedergelassenen Ärzte. Der wird bezahlt durch diese selbst, Laura zahlt alleine 600€ pro Quartal. Doch im Notdienst selbst macht man Verlust – am nächsten Morgen muss man trotzdem aufstehen und die Praxis öffnen.

Das ist halt Selbstständigkeit. Darauf ruht sich der TK-Chef Jens Baas allerdings aus. Denn er möchte eine komplette Nullrunde für niedergelassene Ärzt:innen – also gar keine Anpassungen. Dazu kommt die Grundlohnsummenbindung für Heilmittel.

Laura erklärt anhand des Helios-Konzerns das Pflegebudget. Das ermöglicht, dass die Leistungen von Pflegekräften von Krankenkassen voll refinanziert werden. Die Idee dahinter war, dass es keinen Anreiz mehr dafür gibt, am Pflegepersonal zu sparen. Allerdings machen Pflegekräfte längst nicht mehr nur pflegerische Leistungen, sondern auch die Jobs, für die vorher andere, weniger ausgebildete Servicekräfte gemacht haben.

Auf dem Rücken der sowieso schon leeren GKV-Kassen macht Helios als DAX-Konzern jetzt Profit.

Und dann noch die Pädiatrie! Die Krankenhausreform von Gesundheitsministerin Nina Warken ignoriert die medizinischen Belange der Kinder, es ignoriert nämlich pädiatrische Spezialisierungen. Chronisch kranke Kinder müssen so kilometerweit fahren.

Dieses Problem schlägt sich auch in der Bedarfsplanung nieder, die sagt nämlich, die Kinderarzt-Quote sei erfüllt – aber es sieht auch alle Ärzt:innen, die irgendwas mit Kindern machen, als Kinderärzte. Dabei sind die halt spezialisiert – und so gibt es z.B. in Dortmund viel zu wenig Kinderärzte, die Kinder bei Husten und Schnupfen behandeln.


Außerdem spricht Laura über den Fall von Joachim Volz, der keine medizinisch notwendige Abtreibung durchführen darf. Wenn die Klinik entscheiden darf, welche Medizin gemacht wird, dann geht es bald nicht mehr um die Belange von Patient:innen, sondern nur noch um Profite!



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CDU Skandale: Eine Abrechnung – oder Zerstörung? | Laura Dalhaus25 Aug 202500:34:47

Laura trägt heute blaue Haare – angelehnt an Rezo, der 2019 mit seinem Video die „Zerstörung der CDU“ angekündigt hat. Und Lauras Stimmung ist ähnlich geladen. Denn das, was die CDU, allen voran Jens Spahn, aktuell veranstaltet, findet sie schlicht unerträglich!

Sie startet mit dem Statement von Brosius-Gersdorf, die sich zurückgezogen hat und nicht mehr als Kandidatin für das Amt der Bundesrichterin zur Verfügung steht. Teile von CDU und CSU blockieren sie kategorisch. Brosius-Gersdorf selbst betont, dass parteipolitische Konflikte niemals so weit eskalieren dürften, dass sie die Demokratie gefährden.

Für Laura ist das ein Akt hoher staatspolitischer Verantwortung – und alles nur, weil Brosius-Gersdorf den Finger auf die offene Wunde beim §218 gelegt hat!

Ein weiteres Desaster: Das Bundesverfassungsgericht hat längst das Recht auf ein selbstbestimmtes Sterben festgestellt – doch Spahn stellt sich quer. Dabei wünschen sich viele Menschen eine ehrliche und respektvolle Lösung rund um die begleitete Sterbehilfe.

Zusätzlich wurde die E-Mail-Korrespondenz zwischen Spahn und Wieler, dem damaligen RKI-Präsidenten, öffentlich gemacht – ausgelöst durch eine Klage von Investigativ-Journalisten. Für Laura zeigt sich darin klar: Spahn hat weder ein modernes Verständnis von Führung noch das richtige Auftreten. Ein Leadership-Seminar täte ihm mehr als gut.

Hinzu kommt Spahns fragwürdiges Netzwerk: Zwei enge Vertraute erhielten während seiner Amtszeit Top-Positionen im Gesundheitswesen – obwohl deren Eignung stark umstritten war. Markus Leyck Dieken etwa wurde Chef der Gematik, nachdem er Spahn eine Eigentumswohnung verkauft hatte.

Auch Spahns Immobilienkredit – finanziert mit über 100 Prozent – wirft Fragen auf.

Unter besonderer Beobachtung von Laura steht auch Frank Gotthardt, Vorstand der CompuGroup Medical. Während Spahns Ministerzeit hat sich die Bilanz des Unternehmens mehr als verdoppelt. Pikant daran: Gotthardt unterstützt das rechte Portal NiUS.

Und Spahn meint, man solle die AfD behandeln wie jede andere Oppositionspartei? Aus der Geschichte wissen wir sehr genau: Das funktioniert nicht!

Weitere Verflechtungen: Das Sommerfest der Koblenzer CDU fand auf dem Firmengelände der CompuGroup statt – unter den Gästen auch Bundestagspräsidentin Julia Klöckner.

Für Laura ist klar: Die CDU hat ein massives Problem mit Rechts – sichtbar etwa durch das Treffen von Saskia Ludwig mit Alice Weidel in Ungarn.

Dieses Problem ist längst zu einem Führungsversagen geworden, das Friedrich Merz ignoriert. Der schwadroniert lieber darüber, dass alle mehr arbeiten sollen – völlig vorbei an den Realitäten vieler Berufe, vor allem im Handwerk.

Für Laura ist das „C“ im Parteinamen der CDU schon lange nur noch eine leere Hülle. Von christlichen Werten ist nichts mehr übrig.

Und sie warnt eindringlich: Wenn die CDU ihren Kurs nicht endlich korrigiert, dann trägt sie die Verantwortung dafür, wenn 2029 eine Alice Weidel dieses Land regiert.

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Quellen:


Q1: https://www.youtube.com/watch?v=4Y1lZQsyuSQ

Q2: https://www.lto.de/recht/nachrichten/n/lto-dokumentiert-erklaerung-im-wortlaut

Q3: https://www.aerzteblatt.de/news/einblicke-in-mailkorrespondenz-zwischen-spahn-und-wieler-aus-der-coronazeit-1f1f0828-6499-44c7-83ff-0880bf7c2f03

Q4: https://www.aerzteblatt.de/news/uberteuerte-coronamasken-grune-schicken-90-fragen-an-merz-18a5f861-d20c-48a0-aad1-b29800eb38dc

Q5: https://www.tagesspiegel.de/politik/wie-jens-spahn-einen-alten-freund-in-einen-top-job-holte-5863036.html

Q6: https://patientenrechte-datenschutz.de/wie-jens-spahn-einen-alten-freund-in-einen-top-job-holte-nachdem-er-von-ihm-eine-wohnung-kaufte/

Q7: https://www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/detail/politik/spahn-hat-privatwohnung-von-leyck-dieken-gekauft/

Q8: https://www.tagesspiegel.de/politik/so-konnte-spahn-seine-millionenteure-berliner-villa-bezahlen-5103658.html

Q9: https://www.focus.de/politik/deutschland/ex-gesundheitsminister-jens-spahn-raetsel-um-finanzierung-seiner-millionen-villa-in-berlin_id_180407292.html

Q10: https://genius.com/Reinhard-mey-was-kann-schoner-sein-auf-erden-als-politiker-zu-werden-lyrics

Weitere Quellen:

https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/panorama/archiv/2020/Sterbehilfe-Spahn-boykottiert-Recht,sterbehilfe360.html

https://www.zeit.de/politik/deutschland/2022-11/jens-spahn-villa-dahlem-finanzierung

https://correctiv.org/aktuelles/2025/08/06/saskia-ludwig-mcc-ungarn-alice-weidel-treffen-afd/

Ohne MFAs läuft nichts - unterschätzter Berufszweig in der Medizin | Lukas Ferl09 Sep 202500:51:16

Wie wichtig ist die Rolle von MFAs im ambulanten Sektor? Wie steht Laura zur Ambulantisierung und welche Herausforderungen stehen Praxen in Zeiten von Fachkräftemangel entgegen? Wie kann man sich als MFA weiterbilden?

Darüber spricht Dr. Laura Dalhaus in der neuen Folge von „5 Minus – Das Gesundheitssystem verfehlt das Klassenziel“ mit Lukas Ferl.

Lukas ist Praxismanager eines großen ambulanten OP-Zentrums mit dem Fokus auf Palliativmedizin und Schmerzmedizin in Potsdam und hat vorher eine Ausbildung zur MFA (medizinische Fachangestellte) gemacht.

Nach der Ausbildung hat er sich weitergebildet, war zunächst bei einem Hausarzt, dann bei einem Orthopäden und kümmert sich jetzt hauptsächlich um Verwaltungsarbeiten und Abrechnung.

Die beiden sind sich einig: Ohne MFAs läuft gar nix!

Trotzdem wird nicht so viel dafür geworben, wie es gut wäre. In Westfalen-Lippe gibt es viele Initiativen, um neue MFAs zu finden, in Brandenburg allerdings weniger. Vielleicht sollte das Thema von den Bundesländern gemeinsam angegriffen werden?

Denn nicht alle Stellen werden besetzt, obwohl Lukas total begeistert von dem Beruf ist.

Im ländlichen Raum ist Laura froh, dass es weniger Player gibt, die die MFAs abwerben. Denn besonders im städtischen Raum gibt es viele Krankenhäuser, Krankenversicherungen und paramedizinische Unternehmen, bei denen die Berufsgruppe heiß begehrt ist – und die teilweise auch besser zahlen können als das in der kurativen Versorgung möglich ist.

Auch zwischen den Fachbereichen gibt es starke Unterschiede im Gehalt.

Als Lukas seine Ausbildung gemacht hat, gab es in seiner Klasse nur 3 Männer und 27 Frauen. Oft ist er die einzige MFA in Teams. Der Beruf ist stark weiblich assoziiert, dabei ist uns ja allen klar, dass je diverser Teams sind, desto besser sind sie auch, denn so fließen mehr Perspektiven ein.

Als MFA kann man sich in vielen Bereichen weiterentwickeln, sowohl in die Richtung Praxismanagement, Abrechnung und Praxisorganisation, aber auch in Richtung Patientenbetreuung, Wundmanagement oder sogar mit einem Studium zum Physician Assistant oder Primary Care Manager.

Lukas betont, wie wichtig es ist, dass die Praxen Weiterbildung auch ermöglichen. In der Ausbildung wird da leider weniger drüber geredet, welche Möglichkeiten es gibt.

In kleineren Praxen ist Weiterbildung schwieriger umzusetzen.

Größere Teams geben da mehr Möglichkeiten. Insgesamt ist die Einzelpraxis schon lange totgesagt, allerdings ist sie immer noch die häufigste Versorgungsform.


Die beiden sprechen auch über die Ambulantisierung und Hybrid-DRGs, also Veränderungen in der Vergütung bei stationären und ambulanten Leistungen. Ein Beispiel dafür ist die Leistenhernie, die man auch ambulant operieren kann. Hier war jedoch total unklar, wie die Abrechnung laufen soll – jetzt lohnt sich die Operation wirtschaftlich nicht mehr.


Zum Schluss ziehen die beiden das Fazit, dass auch in der Medizin ein Umdenken in der Art zu Arbeiten stattfinden muss. Die Bedingungen sind teilweise sehr schlecht und das Arbeiten ist stark hierarchisch strukturiert.

Laura ist der festen Überzeugung, dass diejenigen, die diese Hierarchien nicht aufbrechen, nicht langfristig erfolgreich sein werden.



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Psychotherapie und Medizin zwischen Anspruch und Wirklichkeit Anja Nützmann16 Sep 202500:57:19

Sind wir kränker als früher? Wieso steht sich die Psychiatrie selbst im Weg? Und was sind die WANZ-Kriterien?

Darüber spricht Dr. Laura Dalhaus in der neuen Folge von „5 Minus – Das Gesundheitssystem verfehlt das Klassenziel“ mit Anja Nützmann.

Sie ist gerade in der Facharztweiterbildung für Psychiatrie und Psychotherapie und macht gerade ihr Neurojahr in einer Praxis in Marburg. Vorher war sie auch mal Notärztin und hat zudem post-mortale Organspenden begleitet.

Mittlerweile ist sie aber schon mit einem Fuß aus dem Kassensystem raus, weil sie eine Privatpraxis eröffnen will – denn sie möchte Medizin mit mehr Zeit machen!

In der Medizin hat sie viel gesehen, aber nicht das Richtige gefunden. Das liegt u.a. an den Arbeitsbedingungen, die teilweise enorm belastend sind.

Es geht um Prozessoptimierung und vor allem: Immer um’s Geld! Beispielsweise wurde sie auf Grenzverweildauern hingewiesen und dass jemand aus der Verwaltung sagt, ob man weiter behandeln darf oder nicht, hält sie für sehr fragwürdig.

Sie kritisiert auch, dass Ärzt:innen nicht als Einheit zusammenstehen. Durch starre Hierarchien haben Ärzt:innen immer das Gefühl, dass man Dinge „aushalten“ muss und nicht laut sein darf (wie Laura Dalhaus es beispielsweise ist).

Sie ist aber auch davon überzeugt, dass die schlechte Versorgung in der Psychiatrie teilweise hausgemacht ist. Wir erwarten von uns selbst immer, dass wir perfekt funktionieren. So ist das Leben aber nicht! Es ist voller Schicksalsschläge und es läuft nicht alles rund.

Das ist der normale Lauf der Dinge.

Auf der anderen Seite brauchen wir in solchen Situationen auch mal Psychotherapie, vielleicht keine 20 Stunden, sondern einfach mal 5.

Aber dafür gibt es kein Tool. Sobald jemand eine Diagnose gestellt bekommt, kann diese Person beispielsweise für Jahre keine Berufsunfähigkeitsversicherung bekommen.

Laura und Anja diskutieren, ob es früher auch schon so viele Menschen gab, die unter psychischen Krankheiten litten oder ob wir uns jetzt einfach nur mehr trauen, darüber zu sprechen.

Heutzutage ist unser Leben teilweise aber auch nicht gut für uns, das fängt bei TikTok an und geht bei fehlenden Routinen weiter.


Laura erklärt auch die WANZ-Kriterien. Patient:innen erwarten immer, dass alles abgeklärt wird, doch Ärzt:innen können leider nicht einfach alles leisten, weil sie wirtschaftlich angemessen, notwendig und zweckorientiert arbeiten müssen. Das heißt: Kein Ärzte-Hopping und nur das Nötigste.


Außerdem spricht sie nochmal über das Primärarztsystem, das in ihren Augen dabei helfen könnte, dass Fachärzt:innen mehr Kapazitäten haben.

Ärzt:innen müssen unbedingt mehr ins Gespräch kommen und voneinander lernen. Auch Laura’s Arzneimittelportfolio ist dadurch gewachsen, dass sie von Fachärzt:innen gelernt hat.



Zu Anja's Website: www.bjan-coaching.de

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Warum wir mit den GKV-Finanzen weiterhin nicht vorankommen - Dr. Laura Dalhaus erklärt23 Sep 202501:28:58

GKV-Finanzen und der Sozialstaat stehen unter Druck – so fängt Dr. Laura Dalhaus fast jede Solofolge an, doch leider ändert sich das halt auch einfach nicht.

Merz ist unzufrieden und will eine Neuausrichtung der Sozialpolitik. Erstmal wird aber auf Kommissionen gewartet, Laura nennt das liebevoll „Kommissionitis“. Arbeitskreise statt Entscheidungen stehen auf der Tagesordnung und genau das passiert auch in der Gesundheitspolitik unter Nina Warken. In ihrer Kommission ist übrigens niemand aus der Gesundheitsversorgung selbst.

Streeck hatte jetzt die Idee, die Praxisgebühr wieder einzuführen, unter dem Namen Kontaktgebühr. 2012 wurde die eigentlich abgeschafft. Laura ist sich sicher: Wir haben genug Geld im System, da müssen die GKV-Versicherten jetzt nicht zuzahlen.

Tino Sorge macht sich währenddessen stark für eine Krankenkassennrevolution mit ganz neuem Tarifmodell. Dabei soll es auch ein Basismodell geben, das die Grundversorgung abdeckt, Zusatzleistungen gibt es dann gegen Aufpreis.

Aber was ist denn überhaupt die Grundversorgung und was ist dann die Aufgabe der gesetzlichen Krankenversicherung?

Auch Fachleute sind skeptisch, denn erstmal muss sichergestellt werden, dass es keine Abstriche bei der Versorgung gibt. Sollen individuelle Risiken wie Alkohol, Rauchen und Skifahren dann nicht mehr von der Solidargemeinschaft gezahlt werden? Wir müssen erst diese Debatte führen, bevor wir einfach neue Systeme etablieren.

Ein großes Problem sind die Ausgaben und dazu gehören auch die gestiegenen Kosten der Arzneimittel. Das liegt u.a. an extrem teuren Medikamenten wie Gen-Therapeutika. Medizinischer Fortschritt ist gut, aber wir müssen trotzdem die Preise für Medikamente begrenzen.

Außerdem wirft Laura nochmal das Thema Zuckersteuer auf. Denn mit einer gesünderen Ernährung und einer höheren Gesundheitskompetenz sind weniger Medikamente notwendig.

Ein weiterer Kostenbatzen sind die Krankenhausaufenthalte. Dort werden die Leistungen teurer und es gibt Behandlungen, die stationär durchgeführt werden, obwohl sie auch ambulant möglich wären.

Außerdem wird zu viel operiert, ein gutes Beispiel ist die Wirbelsäule. Krankenhäuser müssen aber Gewinne erwirtschaften. Deshalb gehört Wirbelsäulen-Chirurgie für Laura in ein Zentrum – nicht ins Krankenhaus.

Ein weiterer Aufreger bei den Krankenhäusern: Warken hat denen beim Krankenhausgipfel 35 Milliarden Euro versprochen, u.a. für Cyber-Security-Programme. Die niedergelassenen Ärzt:innen müssen sich damit selbst rumschlagen. Das gilt auch bei ePA und Digitalisierung: Wer hier nicht mitmacht, muss Honorarabzüge hinnehmen. Und was ist mit den Krankenkassen? Wo sind deren Konsequenzen?

Laura erklärt auch erneut das Thema Regresse und bringt dafür verschiedene Beispiele auf den Tisch. Oft geht es hier um Formfehler, nicht um falsche Behandlung. Außerdem soll ein Hautarzt 30.000 € zahlen, weil er zu viele Patient:innen behandelt hat.

Ein riesiger Aufreger: Kupferspiralen einer Marke sind gebrochen, Frauen wurden schwanger – doch die Produkte sind nicht vom Markt genommen worden. Die Hersteller dürfen sich nämlich selbst untersuchen. Das BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte) sieht danach keinen Handlungsbedarf mehr. Das Gleiche ist passiert bei dem Insulin-Gerät, über das Laura schonmal berichtet hat.


Hier findest du die Quellen


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Zulassung von Medizinprodukten, DiGas und KI in der Medizin | Rudolf Wagner07 Oct 202500:57:22

Wie funktioniert die Zertifizierung von einem Medizinprodukt? Was hat das BfArM für eine Aufgabe und wie sieht die Zukunft der Medizin in Bezug auf DiGas und KI aus?

Darüber spricht Dr. Laura Dalhaus in der neuen Folge von „5 Minus – Das Gesundheitssystem verfehlt das Klassenziel“ mit Rudolf Wagner. Der ist Gutachter für Medizinprodukte und ist mit Laura tatsächlich in Kontakt gekommen, weil die sich öffentlich in einem Video auf Social Media über den Umgang mit Kupferspiralen und dem Freestyle Libre beschwert hat.

Das Problem:

Kupferspiralen zur Verhütung sind gebrochen, die Frauen sind schwanger geworden und die Spiralen mussten teilweise unter Narkose entfernt werden. Der Freestyle Libre ist ein Zuckermessgerät, das immer wieder falsch gemessen hat.

Dafür ist eigentlich das BfArM zuständig, das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte.

Bei diesem kann man solche Fehler melden.

Rudolf erklärt, dass es bei Medizinprodukten verschiedene Risikoklassen gibt. Man kann das selbst erkennen: Steht unter dem CE-Zeichen keine Nummer, handelt es sich um ein Klasse 1-Produkt und der Hersteller darf sich selbst zertifizieren. Wenn dort eine Nummer steht, dann ist das Produkt durch eine externe Stelle überprüft worden.

Die Hersteller haben natürlich Verpflichtungen, die aber nur bei Audits oder wenn etwas passiert, überprüft werden. Es gibt viele Verordnungen und Gesetze in ganz Europa, gleichzeitig fehlt ein zentrales Meldesystem.

Wenn eine Meldung beim BfArM eingeht, dann muss der Hersteller hierzu eine Stellungnahme abgeben. Die Meldung an sich ist allerdings schon anstrengend, man muss ein 12seitiges Formular ausfüllen. Dazu gibt es – im Gegensatz zu den USA – keine zentrale Datenbank, in der man alle Meldungen einsehen kann.

Rudolf gibt den Tipp, dass man tatsächlich in der Bedienungsanleitung nachlesen kann, wo die Grenzen des Produkts sind.

Er empfiehlt, dass wir alle mehr dieser Meldungen machen, wenn Produkte fehlerhaft sind. Wir akzeptieren zu schnell kleine Fehler.

Außerdem ist er der Meinung, dass der Schadensersatz höher sein müsste.

Die beiden sprechen außerdem über DiGas, also digitale Gesundheitsanwendungen. Auf LinkedIn wird Laura ganz viel damit konfrontiert.

Um eine DiGa erfolgreich auf den Markt zu bringen, müssen die Produzenten sehr viele Zertifikate erhalten, die Kosten belaufen sich gerne auf 250.000 – 30.000 €, bevor auch nur ein Cent damit verdient wurde.

Dabei stehen die DiGas immer im Konkurrenzkampf mit anderen Apps, die keine Medizinprodukte sind.

Rudolf und Laura sind sich einig, dass die Einstiegshürden für Apps verringert werden sollten.


Außerdem sprechen die beiden noch über Künstliche Intelligenz in der Medizin, die auf dem Vormarsch ist. Als System können wir davon sicherlich profitieren, allerdings sollten die Einsparungen durch KI dann auch sinnvoll genutzt werden und nicht dafür, den Profit von Unternehmen weiter zu erhöhen.

Die Frage ist allerdings: Wer trägt die Haftung?

Bis ältere Patient:innen Vertrauen in die digitalen Prozesse bekommen, wird noch lange Zeit vergehen.


Zum LinkedIn-Profil von Rudolf: https://www.linkedin.com/in/rudolfwagner/



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Primary Care Manager - Zukunftsberuf der Medizin | Desiree Reitmeier30 Sep 202500:34:31

Was macht eigentlich ein Primary Care Manager? Wie sieht die Vergütung aus und warum ist das ein Zukunftsberuf?

Darüber spricht Laura in der neuen Folge von “5 Minus - Das Gesundheitssystem verfehlt das Klassenziel” mit Desiree Reitmeier.

Desiree arbeitet als PCM im Allgäu in einer Hausarztpraxis. Sie gehört zu den ersten Abgängern des PCM-Studiums und hat frisch im Februar ihren Bachelor abgeschlossen. 

Zunächst war sie medizinische Fachangestellte, bildete sich dann als VERAH fort und sah das PCM-Studium dann als sinnigen, nächsten Schritt. Mittlerweile leitet sie eine Arztpraxis mit 6 angestellten Ärzt:innen, 10 MFAs und einer Auszubildenden. Ihre Kerntätigkeiten sind Management und Mitarbeiterführung, zusätzlich hat sie ein eigenes Sprechzimmer, in dem sie Infektsprechstunden und Akutsprechstunden durchführt. Sie ist also nah an den Patient:innen dran.

Genau das ist ja auch die Idee des PCM-Studiums: Die Versorgung verbessern, mehr Patient:innen betreuen. 

Besonders am Anfang war diese Position allerdings schwierig für sie, denn es gibt immer wieder Patient:innen, die lieber “einen Arzt” sprechen wollen. Auch Laura kennt das aus eigener Erfahrung. 

Desiree erzählt, dass sich das Studium auch in ihrem Gehalt niederschlägt, auch wenn es noch keine Tarife für die PCM gibt. 

Sie ist auch sehr glücklich darüber, dass man im Studium so über sich hinauswächst und in der Praxis anders dasteht, als vorher als MFA oder VERAH.

Kontakt hält sich zu ihren Kommilitonen über Whatsapp. Hier herrscht reger Austausch, auch bundesweit. Desiree ist es wichtig, dass PCMs eine Lobby bekommen.

Auch Laura unterstützt das und fänd es super, wenn die PCM an die Ärztekammer mit angebunden werden würden - auch mit eigenem Fortbildungsprogramm. 

Zuschläge könnte es über das HÄPPI-Konzept geben, das Laura am liebsten in allen Praxen etabliert sehen würde. Denn mehr Studienplätze für Medizin werden das Problem des Ärztemangels nicht lösen, hier steht u.a. die Krankenhausreform im Weg. 

PCM kann man übrigens mittlerweile auch grundständig studieren, vorher braucht man eine MFA-Ausbildung und die Fortbildung zur VERAH. So erreicht die Medizin auch viele Menschen, die nicht unbedingt ein 1er-Abitur haben, aber Bock auf Medizin haben!

Zum Schluss geht es noch um die PA Mona, die sich bei Felix Lobrecht auf die Bühne stellte und sich als “Schönheitschirurgin durch die Hintertür” betitelte. 

Desiree bezieht hier klare Stellung: PAs und PCM sind KEINE Ärzt:innen und wollen sich auch nicht als solche sehen. 

Sie appelliert an die Praxen: Unterstützt diejenigen, die sich fortbilden wollen!

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Wie die KV auf das Gesundheitssystem blickt | Dirk Spelmeyer14 Oct 202500:51:20

Wie sieht die Kassenärztliche Vereinigung das Gesundheitssystem? Und was kann sich in der Politik und Berufspolitik ändern, um die Gesundheitsversorgung zu verbessern?

Für diese Diskussion hat Dr. Laura Dalhaus diesmal den Vorstandsvorsitzenden der Kassenärzlichen Vereinigung Westfalen Lippe in den Podcast „5 Minus – Das Gesundheitssystem verfehlt das Klassenziel“ eingeladen: Dr. Dirk Spelmeyer.

Er ist Facharzt für Urologie und macht seit fast 20 Jahren Gesundheitspolitik.

Dabei erklärt er, dass das System völlig überreguliert ist – was in den letzten Jahren immer schlimmer geworden ist.

Laura erzählt vom Beispiel einer Kollegin, die Probleme mit einer Kassenzulassung hat. Dieses Zulassungswesen ist von 1957 und hätte schon längst in Rente gehen sollen. Dirk möchte seit Jahren eine Veränderung herbeiführen, beißt sich daran aber die Zähne aus. In seinen Augen besteht dringender Handlungsbedarf – er sieht den Gesetzgeber als Problem. Schließlich will die KV die Kolleg:innen auch schnell im System haben.

Die beiden sprechen auch über die Krankenhausreform, die vor allem auf die Pädiatrie einen negativen Impact hat. Laura sieht das hochkritisch, denn die Pädiatrie platzt aus allen Nähten, es gibt Probleme in den Krankenhäuser, was Aus- und Weiterbildung betrifft. Auch Dirk erklärt, dass wir sehenden Auges auf eine Unterversorgung zusteuern.

Laura sieht auch Ungerechtigkeiten bei der Behandlung vom stationären und dem abulanten Sektor. Ambulant ansässige Ärzt:innen müssen mit Deadlines digitalisieren während Krankenhäuser für die Einführung der TI (Telematik Infrastruktur) Geld bekommen. Dirk erklärt, dass die Politik auf dem ambulanten Auge blind ist, die Krankenhäuser diese Investitionen aber benötigen.

Er moniert, dass in der Regierungskommission kein Kollege aus dem ambulanten Sektor vertreten ist.

Ein weiteres Thema ist das Primärarztsystem. Ärzt:innen sind sozialisiert mit Verdünnerscheine und „unnötig“ wirkende Arztbesuche sind nötig, um zu überleben.

Dirk möchte, dass Patient:innen weiterhin die Möglichkeit haben, Fachärzt:innen zu besuchen und erklärt, dass es auch eine Verantwortung auf Seiten der Patient:innen gibt.

Das bezieht er auch auf die Gesundheitskompetenz, hier fehlt ihm eine gesellschaftliche Initiative.

Ein weiteres Thema sind auch die Arzneimittelpreise, die mehr Geld verschlingen als der ambulante Sektor. Laura möchte die ethische Debatte aufmachen, was eine solidarische Krankenversicherung bezahlen muss und wann es zu viel des Guten ist. Können wir als Ärzteschaft so etwas einfordern?

Denn das Gesundheitssystem in der jetzigen Form ist bald nicht mehr finanzierbar.

Außerdem erklärt Laura die Problematik von Private Equity und Konzernen im Gesundheitssektor, welche die Wertschöpfungskette voll ausnutzen. Hier gibt es keine gegenseitige Kontrolle, wie sie es sonst gewohnt ist.

Wird die selbstständige Ärzteschaft aussterben, weil wir nicht gegen diese angehen können?

Dirk erklärt am Ende, dass er fordert, dass mehr Praktiker in der Regierungskommission sitzen: Aus der Hausärzteschaft, Fachärzteschaft und aus dem KV/KVB-System.



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Zu wenig Therapieplätze? Kaputte Bedarfsplanung! | Johanna Thünker21 Oct 202500:51:38

Wieso haben wir eigentlich so wenig Therapieplätze? Gibt es zu wenig Psychotherapeut:innen? Und wie funktioniert deren Ausbildung? Welche Arten von Psychotherapie gibt es überhaupt?

Um diese Fragen endlich mal zu klären, hat Dr. Laura Dalhaus für die nächste Folge von „5 Minus – Das Gesundheitssystem verfehlt das Klassenziel“ Dr. Johanna Thünker eingeladen.

Die beiden haben sich in einem Ausschuss für Qualitätssicherung kennengelernt. Johanna ist niedergelassene Psychotherapeutin und außerdem stark in der Berufspolitik aktiv.

Doch kommen wir zu der Frage, die uns alle schon so lange unter den Nägeln brennt: Warum gibt es zu wenig Therapieplätze?

Johanna erklärt, dass der Grund dafür nicht ist, dass es zu wenig Psychotherapeut:innen gibt, sondern die Bedarfplanungsrichtlinie. Diese legt fest, wie viele niedergelassene Psychotherapeut:innen es pro Planungsbezirk geben darf. Doch diese Bedarfsplanung beruht auf Zahlen von 1999, als die Psychotherapie überhaupt im kassenärztlichen Versorgungssystem angekommen ist. Dazu gibt es den Polizentrischen Verflechtungsraum, das bedeutet, dass Regionen andere mitversorgen sollen. Versuche, diese Berechnungen zu korrigieren, scheitern daran, dass dieses System historisch gewachsen ist – man müsste es komplett neu auflegen.

Laura ist sich sicher: Würden Menschen frühzeitiger eine Behandlung bekommen, dann wären sie auch „schneller durch“ und es gäbe weniger Chronifizierungen. So sind auch die Langfristkosten viel höher, Bildungschancen und soziale Teilhabe sind in Gefahrt. Sowohl menschlich als auch volkswirtschaftlich ist das ein Riesenskandal.

Früher gab es übrigens gar keine Regelung für die psychotherapeutische Ausbildung. Mittlerweile ist diese sortierter, die Vergütung ist allerdings weiterhin unterirdisch. Und: Wenn Menschen nach dem Approbationsstudium keinen Platz finden, gehen sie in der Versorgung verloren.

Auch Therapeut:innen müssen übrigens viel Bürokratie machen. Vor allem Gutachten fressen viel Zeit. Zudem muss vor jeder längerfristigen Behandlung ein umfangreicher Bericht geschrieben werden, sowie eine komplexe Bedarfsplanung. Es wirkt so, als wäre ein kollektives Misstrauen vorhanden.

Johanna moniert, dass viel Geld in Modellprojekte versenkt wird, gleichzeitig stehen bei ihr 218 Menschen auf der Warteliste – selbst wenn sie wollte, könnte sie diese nicht alle behandeln.

Sie erklärt außerdem die verschiedenen Arten der Unterstützung:

Psychiater:innen übernehmen viel den medikamentösen Teil.

Psychotherapeut:in kann man als Psychiater:in oder Psycholog:in werden, im Kinder- und Jugendbereich auch als Pädagog:in.

Verhaltenstherapie basiert auf Lernprozessen und Lerntheorien und dort lernt man, andere Denkstrategien im Alltag anzuwenden.

Tiefenpsychologie und Psychoanalyse basieren darauf, dass die Probleme etwas mit der Vergangenheit und vergangenen Konflikten zu tun haben.

Systemische Psychotherapie kennen viele als Familientherapie.

Zu Beginn einer Therapie gibt es eine psychotherapeutische Sprechstunde – daraus erhält man als Patient:in eine Ersteinschätzung und eine konkrete Empfehlung, wie es weitergehen soll.

Zum Berufsverband: https://www.bdp-verband.de/



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Gesundheitssystem zwischen Anspruch und Wirklichkeit – Laura zum aktuellen Stand28 Oct 202501:18:51

Wie steht es aktuell um das Gesundheitssystem? Das bespricht Dr. Laura Dalhaus in ihrer neuen Folge von „5 Minus – Das Gesundheitssystem verfehlt das Klassenziel“.

Sie startet direkt mit einer Schlagzeile: Das mit dem Herbst der Reformen wird wohl alles nix. Merz diskutiert lieber über das Stadtbild, statt das Gesundheitssystem anzuschauen. Und auch hier gibt es ja kein Erkenntnisproblem mehr, sondern nur ein Umsetzungsproblem.

Unsere Gesellschaft steht unter Druck: Chronische Krankheiten, Fachkräftemangel, Technologie und Demografie sind unsere Herausforderungen. Sparmaßnahmen ändern hier nichts am GKV-Einnahmedefizit. Denn die Kosten steigen. Gesundheitsministerin Warken möchte nun die Verwaltungskosten begrenzen und die Budgets der Kliniken deckeln.

Vorschläge kommen zurzeit aus der Richtung der Prävention und Gesundheitsförderung, u.a. eine höhere Steuer auf Nikotin, Alkohol und Zucker könnte helfen. Die Aufgabe der Prävention hat allerdings der Staat, nicht die Krankenkassen, die nun dazu gezwungen werden sollen. Das Resultat: Der GKV Spitzenverband verklagt den Bund.

Laura bringt schockierende Zahlen auf den Tisch: Für die ambulante Behandlung werden aktuell 50 Milliarden Euro ausgegeben, für Medikamente 55 Milliarden Euro.

Was sie aktuell völlig unethisch findet ist, dass die AOK Chefin Nordost meint, höhere Lohnkosten müssten „verdient“ werden.

Ein weiteres Problem ist die gewünschte Ambulantisierung. Mit denen, die bereits ambulant versorgen, wird allerdings kaum gesprochen. Krankenhäuser können die ambulante Versorgung gar nicht leisten, schließlich werden diese keine Hausbesuche anbieten. Die Kosten für die Ambulantisierung sollen aus dem Transformationsfond bezahlt werden, der eigentlich die Digitalisierung unterstützen sollte.

Das Schlimme: Es gibt moderne Konzepte, welche die Versorgung verbessern können, beispielsweise das HÄPPI-Konzept und der Einsatz von Physician Assistants und Primary Care Manager, diese werden von der Politik aber ignoriert.

Ein Nischenthema, das Laura aber stark aufregt, sind die Regresse für Wundmanagement. Als Chirurgin behandelt sie viele Wunden selbst und hat immer wieder Regresse der Krankenkassen, weil sie im Vergleich zu anderen Praxen „zu viele“ Pflaster und Kompressen nutzt. Die Preise für die Wundmanagement-Präparate sind allerdings geheim, Laura weiß vorher nie, welche Summe ihr Verband gerade kostet.

Auch das Primärarztsystem wird wieder heiß in der Presse diskutiert. Die TK allerdings plädiert gerade dafür, die Hausarztzentrierte Versorgung abzuschaffen. Wenn das passiert, wird Laura ihre Kassenzulassung abgeben. Auch der Spitzenverband für fachärztliche Versorgung erklärt, dass die Niederlassung zunehmend unattraktiver wird.

Gesundheitsministerin Warken möchte aktuell eine Apothekenreform. Hierdurch sollen in Apotheken auch Impfungen durchgeführt werden können. Auch verschreibungspflichtige Medikamente für akute, unkomplizierte Formen sollen ohne Arztkontakt ausgegeben werden. Für viele Ärzt:innen klingt das nach Konkurrenz, Laura findet es grundsätzlich gut, wenn mehr Menschen in der Gesundheitsversorgung teilnehmen. Allerdings sieht sie ein Problem damit, dass Patient:innen verunsichert werden. Auch dm will jetzt Medizin machen – hier gilt das gleiche Problem mit der Verunsicherung. Dm will die Verantwortung auch noch auf die Patient:innen abwälzen. Laura hinterfragt außerdem, ob dm das „einfach darf“ – schließlich geht es hier um Heilkunde!

Außerdem hören wir in dieser Folge noch einiges über Jens Spahn (es vergeht keine Folge ohne ihn), die Gematik und damit verbunden die ePA und das e-Rezept, entzogene Approbationen und die EU, die dieses Problem nicht EU-weit in den Griff bekommt sowie Antibiotika, die durch die Massentierhaltung immer weniger wirken.

Zu den Quellen: https://docs.google.com/spreadsheets/d/1B4UCVDiTTGsXdAlKjCoUhbn_ony7dMNn_hL1h4TSXW8/edit?usp=sharing

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FDP-Politikerin stellt sich meinen Fragen zum Gesundheitssystem | Susanne Schneider04 Nov 202501:02:09

Wie stehen die verschiedenen Parteien zum Gesundheitssystem? Dieser Frage will Dr. Laura Dalhaus auf die Spur kommen. Sie ist gerade aus der CDU ausgetreten, Politik ist jedoch sehr wichtig für sie. Deswegen kam sie auf die Idee, im Podcast „5 Minus – Das Gesundheitssystem verfehlt das Klassenziel“, Politiker:innen einzuladen und mit ihnen ins Gespräch zu kommen.

Den Anfang macht Susanne Schneider, Landtagsabgeordnete in NRW bei der FDP, im ersten Leben Krankenschwester und dann Pharmareferentin.

Die beiden starten mit einem Gespräch über den Status des Gesundheitssystems, denn die Gesundheitsfonds sind leer. Auch Susanne ist der Meinung, dass wir ein Ausgabenproblem und so viel Geld wie nie im System haben.

Es geht weiter mit der fehlenden Lobby für Kinder. Susanne sieht Verbote kritisch und möchte hier mehr an der Bildung arbeiten. Für sie ist eine allgemein bessere Kinderbetreuung wichtig. Ihre Aufgabe in der Opposition sieht sie darin, laut zu sein und vor allem an dieser Stelle kritische Fragen zu stellen.

In Bezug auf die Krankenhäuser ist ihr wichtig, dass das Geld nicht mit der Gießkanne verteilt wird.

Weiter geht es mit dem §218 und dem Urteil zu Professor Völz, der aufgrund seiner Klinik keinen Schwangerschaftsabbruch machen durfte, obwohl der medizinisch notwendig war.

Laura erzählt außerdem von riesigen Regressen und dem Risiko, das auf selbstständige Ärzte übergeben wird – gleichzeitig ist nicht viel Selbstständigkeit im Arztberuf mehr da.

Außerdem diskutieren die beiden über Sterbehilfe und darüber, dass die letzten Lebensjahre eines Menschen gleichzeitig die teuersten sind. Laura selbst würde lieber auf Jahre verzichten als zu leiden. Auch die Palliativmedizin sollte nicht immer mit einem halben Bein im Knast stehen.

Laura stellt 10 Fragen an Susanne:

Bürgerversicherung ja oder nein?

Private Equity im Gesundheitswesen – ist das ok?

Klimawandel – stellt die FDP das in Frage?

Migration – hat Christian Dürr überhaupt ein Gefühl für Arbeitsbedingungen?

Bürokratieabbau – wie kriegen wir das hin?

Datenschutz behindert die Arbeit in der Medizin massiv, machen wir es uns da zu schwer?

Außenpolitik, Rüstung und Ukraine-Krieg – müssen wir die Ukraine mehr unterstützen?

Die AfD erstarkt, viele sprechen darüber, wohin man auswandern sollte, wenn diese Partei an die Macht kommt, wird die FDP an der Brandmauer rütteln?

Rente - viele können sich die nicht mehr leisten, was ist die Lösung?

Der Schaden durch Cum Ex - will der Staat es sich nicht mit den Reichen und Mächtigen verscherzen?

Warum sollte Laura FDP-Mitglied werden?


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Gesundheitspolitik: Ein Pflaster für eine offene Wunde - Laura Dalhaus zum aktuellen Stand11 Nov 202501:05:18

Laura möchte mal wieder zum aktuellen Stand etwas sagen. Denn wir Deutsche verlieren das Vertrauen in das Gesundheitssystem. 72% sind der Meinung, dass das System überlastet, überfordert, zu bürokratisch und schlecht vorbereitet für die Zukunft sei.

Das Handelsblatt hat auch mehrere Artikel zu den gesetzlichen Krankenkassen veröffentlicht. Schon 20 dieser haben die Beiträge erhöht, trotzdem droht eine dauerhafte, strukturelle Lücke zwischen Einnahmen und Ausgaben. Dabei schlucken Arzneimittel und Krankenhausbehandlungen den größten Teil.

Positiv hervorzuheben sind dabei aber Betriebskrankenkassen und kleine Krankenkassen wie die TUI BKK, die HKK und die BKK Firmus.

Ein Aufreger ist, dass Tino Sorge und Gesundheitsministerin Nina Warken gerade das Gesundheitssystem als Verantwortliche für die Pharmabranche sehen. Das sieht Laura wirklich gar nicht so!

Wir können nicht überall sparen, um die Pharmaindustrie zu retten. Warken’s Sparmaßnahmen sind sowieso nur ein Pflaster, nötig wäre eine Operation.

Auch an Innovationen soll gespart werden und das ist für unsere Gesellschaft ein großes Problem.

Übrigens ist der viertgrößte Batzen unserer Ausgaben im System die Krankengeldkosten. Allerdings gibt es viele Menschen, die nicht arbeiten können, weil indizierte Therapie und Diagnostik nicht angeboten werden.

Der Druck im System ist so groß, dass ein privates MVZ nun die pädiatrische Versorgung einstellt: 400 Kinder müssen sich nun neue Kinderärzt:innen suchen. Gleichzeitig sieht die Politik die Lösung der Versorgung in solchen MVZs.

Laura regt sich auch darüber auf, dass die Kosten für Long-Covid etwa 63 Milliarden Euro jährlich sind. Gleichzeitig sollen Innovationen gestoppt werden.

Ein weiteres Ziel sollte sein, dass die Telematik-Infrastruktur einwandfrei läuft. Ab Januar wird nun etwas im System umgestellt und zehntausende Praxen werden dann weder E-Rezepte, noch elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen und Arztbriefe mehr ausstellen können. Auch Patient:innen verzweifeln an der ePA, für dessen Benutzung man 3 Apps benötigt.

Woran die Regierung auch spart, ist an Frauengesundheit. Es gibt einen Gender Health Gap, Frauen werden in Forschung einfach weniger einbezogen. Dafür sind nun 17.750€ vorgesehen – ein Schlag ins Gesicht!

Immer wieder wird auch über das Primärarztsystem diskutiert, das nur umsetzbar ist, wenn wir auf Teampraxen, Physician Assistants, Primary Care Manager und das HÄPPI-Konzept setzen. Gleichzeitig will der Staat das nicht finanzieren.

Auch die Krankenhausreform hinterlässt ihre Spuren: Durch die Strukturveränderungen wird die Weiterbildung vergessen. Überall wird ein Facharztstandard gefordert, allerdings wird sich nicht um die Ausbildung gekümmert.

Handlungsbedarf besteht auch bei der psychischen Gesundheit junger Menschen, was Bundes-Schülerkonferenz-Generalsekretär Quentin Gärtner fordert.

Und dann steigen auch noch die Behandlungsfehler – was bei 24-Stunden-Schichten auch kein Wunder mehr ist.

Zu den Quellen: https://docs.google.com/spreadsheets/d/16eEqLBahzJVzX01jFtUK6jU-Lc0ZPs97u9__XYgGl68/edit?usp=sharing


Zur TUI BKK: https://www.tui-bkk.de/home


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Wirtschaftlichkeit im Gesundheitssystem – Fluch oder Segen? | Jürgen Windeler18 Nov 202500:57:22

Wieso haben wir überhaupt Wettbewerb im Gesundheitssystem? Und welche Lösungen brauchen wir, um gut versorgen zu können?

Darüber spricht Laura Dalhaus in der neuen Folge von „5 Minus – Das Gesundheitssystem verfehlt das Klassenziel“ mit Professor Jürgen Windeler, ehemaliger Leiter des IQWiG, dem Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen.

Die beiden haben sich bei der Eröffnung des Westdeutschen Zentrums für Allgemeinmedizin kennengelernt, bei dem Professor Windeler eine Rede gehalten hat.

In dieser sprach er über den Prozess der Zulassung von Medikamenten.

Denn hier gibt es eine Besonderheit in Deutschland: Der Zeitraum von der Zulassung der Europäischen Zulassungsbehörde bis zur Verfügbarkeit auf dem Markt liegt hier bei durchschnittlich nur 40 Tagen, in anderen Ländern Europas bei durchschnittlich 440 Tagen.

Der deutsche Markt ist somit ganz schön attraktiv für Pharma Firmen. Auf der anderen Seite gibt es in Deutschland wenig Bewertung dafür, ob Medikamente gebraucht werden und bezahlt werden können.

Für Laura stellt sich wieder die ökonomische und ethische Frage, wie viel Medikamentenkosten wir als Gesellschaft tragen können.

Das Gesundheitssystem ist ein Wirtschaftsfaktor, in dem viele Akteure eine Möglichkeit sehen, um viel Geld zu verdienen. Doch eigentlich ist dieses System nicht dafür da, um die Gesundheitswirtschaft zu unterhalten.

Kann es sein, dass wir hier zu viel Marktwirtschaft ermöglichen? Das ist besonders bei Krankenhäusern der Fall. Man ist davon ausgegangen, dass ein Wettbewerb hier gut tun würde, mittlerweile sterben mit den Krankenhäusern aber auch Menschen,

Windeler möchte insgesamt in Frage stellen, ob Krankenhäuser überhaupt im Wettbewerb stehen sollten.

Wäre eine Verstaatlichung des Systems eine Lösung? Doch auch hier entstehen viele Fragen: Würde das System dann über Steuern finanziert werden? Was passiert mit den Privatpraxen?

Im Voraus hierzu steht die Frage, was genau die Aufgabe der gesetzlichen Krankenversicherung ist. Laura erklärt das anhand des Beispiels von Spanien, bei dem es ein staatliches System für Notfälle gibt und ein System, das über dringende Fälle hinausgeht.

Obwohl wir ein so teures Gesundheitssystem haben, werden wir im Schnitt nicht älter als andere Europäer: innen. Das Geld scheint kein Qualitätskriterium zu sein.

Das liegt aber auch daran, dass unser System ineffizient aufgebaut ist.

Die beiden diskutieren auch noch über das Primärarztsystem, das in Professor Windelers Augen eher Primärversorgungssystem heißen sollte.

Auch Laura ist der Meinung, dass Berufsgruppen wie Physician Assistants und Primary Care Manager viel mehr Aufgaben übernehmen könnten, die aktuell Ärzt:innen vorenthalten sind.

Windeler und Dalhaus sind sich einig: Wir haben keine Zeit mehr, um ewig zu warten!


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Steht die Politik uns im Weg? Die Grünen im Check | Janosch Dahmen25 Nov 202501:00:42

Wie stehen die Grünen zur Gesundheitsversorgung? Was muss sich ändern, um gute Versorgung noch weiter zu ermöglichen?

Für diese Diskussion hat Laura Dalhaus diesmal Janosch Dahmen in ihren Podcast „5 Minus – Das Gesundheitssystem verfehlt das Klassenziel“ eingeladen.

Janosch ist nicht nur Notfallmediziner, sondern auch gesundheitspolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion der Grünen, sitzt dort im Gesundheitsausschuss und ist damit politisch besonders für die Themen Gesundheit und Pflege zuständig.

Die Situation in der Notfallversorgung hat sich sowohl für Patient:innen als auch das Personal verschlechtert. Die bestehenden Strukturen funktionieren teilweise nicht mehr.

Gleichzeitig wollen wir ambulantisieren und die Versorgung eigentlich verbessern.

Nach Dahmen ist das Gesundheitswesen reformbedürftig. Die Ausgabenentwicklung ist erschreckend, gleichzeitig steigen die Beiträge und die Versorgungsqualität sinkt.

Die politische Kultur ist gleichzeitig von Mutlosigkeit geprägt. Es gibt kein Erkenntnisproblem – deswegen brauchen wir auch keine weiteren Kommissionen, sondern Handlungen.

Dahmen erklärt einfache Möglichkeiten, wie z.B, in der Zusammenarbeit von Pflege und Notfallmedizin Prozesse verbessert werden können.

Ein weiteres Thema ist die Zwei-Klassen-Medizin. Dahmen nennt diese eine Fehlsteuerung im System. Sein Fokus ist es, die Versorgung der gesetzlichen Krankenkassen zu verbessern.

Denn aktuell gibt es viele Fehlanreize durch die schlechte Vergütung von wichtigen Leistungen.

Zudem ist er davon überzeugt, dass nicht alle Patient:innen unbedingt einen Arztkontakt benötigen. Praxen können vielmehr in Teams agieren. Auch Laura ist davon überzeugt, dass der Einsatz von VERAHs, Physician Assistants und Primary Care Managern die Versorgung verbessern und ein Primärversorgungsmodell möglich macht. Gleichzeitig haben die Kassen daran wenig Interesse.

Dahmen präferiert zudem ein Einschreibemodell mit einer Vorhaltefinanzierung, um unnötige Behandlungsanlässe zu verringern.

Ein weiteres Thema sind steigende Arzneimittelpreise. Unsere Behandlungen werden immer spezialisierter und individueller. Die letzten Patientenjahre sind zudem die teuersten. Müssen wir uns gesamtgesellschaftlich die Frage stellen, wie viel ein Lebensjahr wert ist?


Laura findet es auch gar nicht gut, dass es Geheimabsprachen bei Medikamentenpreise gibt und sie damit mögliche Regresse eingeht, ohne zu wissen, wie hoch diese sein könnten.


Zum Schluss stellt sie noch folgende Fragen:

Haben wir ein Einnahmen- oder Ausgabenproblem bei den gesetzlichen Krankenkassen?

Höhere Kosten für einen ungesunden Lebensstil und eine Zuckersteuer – ja oder nein?

Wie viel Private Equity tut unserem Gesundheitssystem gut?

Steht der Datenschutz einer guten Versorgung im Weg?

Können wir Bürokratie abbauen, um schneller zu werden?

Darf Verwaltung fast so viel kosten wie die hausärztliche Versorgung?

Warum sollte Laura Mitglied bei den Grünen werden?



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Wie steht die SPD zur Gesundheitspolitik? | Matthias Mieves, SPD02 Dec 202500:43:13

Wie steht die SPD zu unseren gesundheitspolitischen Herausforderungen?

Darüber spricht Dr. Laura Dalhaus in ihrer neuen Folge von „5 Minus – Das Gesundheitssystem verfehlt das Klassenziel“ mit Matthias Mieves, dem gesundheitspolitischen Sprecher der SPD. Er kämpft sehr engagiert für Digitalisierungsprojekte in der Medizin.

Laura erzählt, dass sie gerade im Landtag als Sachverständige zu Gast war und auf einen Antrag der SPD zur wohnortnahen Versorgung reagiert hat. In Laura’s Wahrnehmung haben wir kein Erkenntnis- sondern ein Umsetzungsproblem.

Matthias sieht, dass es viele Interessen von den vielen Beteiligten im System gibt. Das Thema ist emotional und es gibt viele Zuständigkeiten.

Doch ist das System reformunfähig? Müssen wir raus aus der Systematik, dass Krankheit einen Marktwert hat?

Matthias sieht das alles nicht so negativ. Besonders im Vergleich zu anderen Ländern findet er, dass wir ein gutes Gesundheitssystem haben. Er hebt hervor, dass wir alle in Deutschland krankenversichert sind.

Matthias hofft auf die Krankenhausreform und dass dadurch sowohl die Qualität gesteigert und Personal besser verteilt wird. Dies soll eine bessere Zusammenarbeit gewährleisten.

Laura hinterfragt das stark!

Sie erzählt, dass das Pflegebudget aktuell dafür genutzt wird, dass Pflegepersonal Aufgaben übernehmen muss, die vorher nicht als Pflegeaufgaben deklariert wurden.

Schauen wir uns den Gesundheitsfond an: Laura ist sich sicher, dass wir genug Geld im System haben. Viele Krankenkassenbeiträge werden jedoch ausgegeben für versicherungsfremde Leistungen.

Matthias findet es wichtig, dass natürlich auch Bürgergeldempfänger:innen und Kinder versichert sind. Jedoch findet er, dass wir alle in einem solidarischen System hierfür einzahlen müssen, nicht nur die gesetzlich Versicherten.


Laura hinterfragt, dass Medikamente in Deutschland viel schneller zugelassen werden als in anderen Ländern. So sind wir als Land besonders attraktiv für Pharmafirmen.

Matthias findet das allerdings gut, denn er sagt, dass wir so schnell an neue Medikamente kommen.


Die letzten Tage und Wochen in unserem Leben sind die teuersten.

Laura wünscht sich eine gesamtgesellschaftliche Diskussion darüber, wie wir mit steigenden Medikamentenpreisen umgehen wollen und auch, ob es okay ist, dass die letzten 3 Monate 130.000€ kosten könnten.

Matthias möchte diese Diskussion nicht offen führen, sondern schiebt sie auf die Familien.


In der neuen Kommission zur Gesundheit sitzt niemand aus der ambulanten Versorgung. Ist die Politik auf dem ambulanten Auge blind? Auch Matthias findet es nicht gut, wie die Kommission besetzt ist und wünscht sich mehr praxisnahe Unterstützung in den Kommissionen.


Laura findet es wichtig, nicht den Mut zu verlieren. Menschen sind verzweifelt und Laura sieht es als einen wichtigen, demokratiestabilisierenden Faktor, dass die Gesundheitsversorgung funktioniert. Matthias möchte nicht, dass Menschen sich abgehängt fühlen, ob durch fehlende Versorgung oder zu wenig Apotheken.

Eine wohnortnahe Versorgung benötigt niedergelassene Ärzt:innen!


Die sektorübergreifende Zusammenarbeit funktioniert noch nicht so gut. Viele Player wollen ihren Teil des Kuchens. Für Laura wäre es auch völlig okay, wenn die Krankenhäuser Hausarztmedizin machen, aber dann müssen die Bedingungen gleich sein: Dann müssten diese auch Hausbesuche machen.

Wir müssen die Zusammenarbeit verbessern!



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Versorgung kollabiert immer weiter - Laura zum aktuellen Stand09 Dec 202501:05:32

Laura Dalhaus muss mal wieder was zum aktuellen Stand sagen und schaut sich dafür die Presse der letzten Wochen an.

Der Start sind mal wieder Finanzen und Finanzierung. Es gibt nämlich immer noch keine Versorgungspauschale für unkomplizierte Chroniker. Ein Vorschlag ist tatsächlich 1 Cent.

Das Gesundheitssystem sei laut Tino Sorge verantwortlich für den Wirtschaftsstandort Pharma.

Kinder-Operationen werden weiterhin nicht in den Hybrid-DRGs aufgenommen. Kinderchirurgie steht damit weiterhin unter einem unfassbaren Druck, weil sie durch Erwachsenenmedizin querfinanziert werden soll. Dazu kommen unsinnige Hilfsmittelprüfungen. Laura als Hausärztin wird nämlich gefragt, ob ein Kind wirklich einen Rollstuhl bräuchte – welche Familie will einen Rollstuhl, wenn das Kind ihn nicht braucht?

Kinder werden oft nachrangig behandelt, soweit, dass in OWL viele Augenärzt:innen keine Kinder mehr behandeln.

Optiker:innen dürfen erst diagnostisch tätig werden ab dem 14. Lebensjahr. Laura findet es unsinnig, dass ein funktionierender und gut aufgestellter Bereich das nicht darf.

Offiziell gibt es keinen Mangel an Kinderärzt:innen, im Gegenteil. In der Praxis aber schon. Dieser Zustand ist ein Indikator dafür, wie weit unter Gesundheitssystem schon kollabiert ist.

Der Deutsche Psychotherapeutentag fordert eine gezielte und separate Bedarfsplanung für Kinder und Jugendliche. Auch unsere Gesundheitsministerin Nina Warken befürwortet das. Na dann hoffen wir mal, dass da was passiert!

Der Dringlichkeitscode verspricht einen Facharzttermin in nur 4 Wochen. Wenn nicht, dürfen Patient:innen sich in einem Krankenhaus behandeln lassen. Für die Behandlung mit dem Code dürfen höhere Pauschalen abgerechnet werden. In Laura’s Augen funktioniert das alles nur mit einem echten Primärarztsytem, wenn ihre Überweisung auch etwas wert ist.

Die KBV hat gesagt, es gäbe nicht genug Privatversicherte, sodass sie die Termine für gesetzlich Versicherte blockieren. Das sieht Laura als Eigentor.


Die erste Telemedizin-Praxis hat im Supermarkt eröffnet. Für neue Patient:innen gibt es aber keine Blutdruckmedikamente oder Antibiotika. Was machen sie denn dann?

Die Wettbewerbszentrale klagt schonmal gegen das dm-Augenscreening, aufgrund des Heilpraktikergesetzes sind die Mitarbeiter:innen vor Ort nicht zur Ausübung von Heilkunde befugt. Die Frage ist, ob diese Dinge das Gesundheitssystem wirklich entlasten.


Eine Kollegin hat Laura kontaktiert. Sie hat einen Regressfall bekommen, sie wird nun dafür bestraft, dass sie zu viele Langzeit-EKGs und 24-Stunden-Blutdruckmessungen durchführt. Sanktionen basieren auf dem Vergleich mit einer Vergleichsgruppe – das ist aber kein verlässlicher Indikator für medizinische Notwendigkeit.

Impfregresse für Hausärzt:innen gibt es unablässig. Jetzt impfen aber auch die Apotheken – da gibt’s keine Regresse! Es gibt hier nicht die gleichen Kontroll-Mechanismen.


Der ärztliche Nachrichtendienst hat eine Umfrage zur Online-Bewertung gemacht. Wenn man eine unsachliche oder unfaire Bewertung bekommen hat, dann bricht man die Behandlung meistens ab. Die KV hat in einem Fall dann geschrieben, ob die Praxis nicht noch ein Auge zudrücken könnte. Auch Laura hat schonmal Post von einem Ehrenvorsitzenden bekommen, weil sie die Behandlung wegen eines zerrütteten Arzt-Patienten-Verhältnis abgebrochen hat.


Das Hebammen-Hilfegesetz sollte dafür sorgen, dass Schwangere besser versorgt und Hebammen besser vergütet werden. Das Gegenteil ist der Fall.


In der Forensik müssen immer mehr Pfleger:innen den Transport von Straftäter:innen übernehmen. Das gehört nicht in den Verantwortungsbereich.


Die Zahl der Investoren-getriebenen-MVZs steigt. In der Radiologie- und Labormedizin liegt der Anteil bei über 50%. Auch der Marburger Bund warnt vor einer Kommerzialisierung der Versorgung.


Interprofessionelle Zusammenarbeit, wie z.B. in Form einer HÄPPI-Praxis, funktioniert. Doch die Kassen wollen nicht mitmachen.

Gespart werden soll jetzt an der Notfallversorgung – wenn jemand nicht mitgenommen wird, sondern sich das Problem vor Ort lösen lässt, dann soll man das nun selbst zahlen.

Allerdings schätzen sich auch sehr viele Patient:innen als Notfall ein, wenn sie es nicht sind.


Frau Warken will bessere Bedingungen für Ärzt:innen schaffen. Vielleicht sollte sie mal den Podcast von Laura hören?

Dabei nutzen viele Kliniken für das Entlassmanagement immer noch das Fax.

Die KV Rheinland-Pfalz hat sogar ein Regress-Ranking kreiert. Die größte deutsche Krankenkasse liegt auf Platz 1.

Zum Schluss aber noch was Positives: Die User vom Freestyle Libre werden jetzt informiert, dass die Geräte nicht richtig funktionieren. Da hat Laura’s Aufregen mal wirklich was gebracht!


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